„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 25. Oktober 2016

Vom «Er» zum «Du»

Folgende Gedanken zu unserem „Dienstagsthema“, Gebet,  stammen von Hans-Peter Royer (… 17. August 2013; Quelle HIER)

Vielleicht gehören auch Sie zu denjenigen, denen es schwer fällt, ein Gebet zu sprechen und persönlich mit Gott zu reden. Sei es, dass Sie es noch nie probiert haben oder es Ihnen schon immer schwer gefallen ist.

Eine erste Hilfe können da die Psalmen aus der Bibel sein, denn durch sie kann man lernen, persönliche Gespräche mit Gott zu führen. Zwar sind diese Gebete nicht immer für unser modernes Ohr «schön» formuliert ­- sie stecken manchmal voll Zorn, Misstrauen oder sogar Fluchen –, aber gerade das macht sie real. Es sind Worte, die sich mitten aus dem Alltag an Gott wenden. Manche Christen glauben ja, dass Gott nur an den «großen» Dingen, den wichtigen Entscheidungen des Lebens, interessiert sei. Aber wenn wir Gott nicht in unsere täglichen Banalitäten einbeziehen, dann schließen wir ihn vom Grossteil unseres Lebens aus, denn unser Leben besteht zu 90 Prozent aus Banalitäten.

Vor kurzem habe ich wieder einmal Psalm 23 gelesen und ihn sogar auswendig gelernt. David beginnt diesen Psalm, indem er über Gott in der dritten Person spricht. Er führt quasi ein Selbstgespräch, in dem er sich an die Versprechen Gottes erinnert: «Der Herr, er weidet mich, er erquicket mich, er führet mich.» Aber dann, als er in Bedrängnis gerät und im finsteren Tal wandert, wendet sich David direkt an Gott: «Du bist bei mir!» – Das ist es, was wir als Menschen im Leben, in der Beziehung und im Gespräch mit Gott neu lernen müssen. Wir müssen vom «Er» zum «Du» kommen – vom Selbstgespräch zum Gebet. Denn das erinnert uns daran, dass wir nicht alleine sind, sondern mindestens zu zweit durchs Leben gehen.

Bis hierher die Gedanken von Hans-Peter Royer. Manchmal hilft es, einen Psalm zu lesen und „durchzubeten“. Durch kleine Umformulierungen kommt man vom „Er“ zum „Du“. Gleichzeitig zeigen uns die Zeilen, dass wir mit unseren Gebetsproblemen nicht alleine sind. Wir brauchen uns nicht zu schämen, aber wir brauchen auch nicht aufzugeben. Was wir nicht können – oder worin wir nicht gut sind – darin dürfen und sollen wir wachsen. Das gilt vor allem für das Gebet. Wir laden Dich herzlich ein, mit uns zu beten – sei es heute in unseren Gebetsstunden oder auch sonst in und nach unseren Gemeindestunden. Du möchtest es lernen, mit Gott zu reden? Sprich uns an!  Der Herr segne Dich!

Montag, 24. Oktober 2016

ALLE?

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, 
alle Dinge zum Guten zusammenwirken, denen, 
die nach seinem Ratschluss berufen sind.
(Römer 8:28)

Mich ermutigen solche Zeilen. Sie erinnern mich, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen – sogar dann, wenn sie versagen.

Mose versagte und wurde zum Mörder. Gott baute Moses Versagen in Seinen perfekten Plan ein. Auch Josefs Brüder versündigten sich furchtbar, meinten es Böse und fügten Josef viel Leid zu. Doch Gott machte das Versagen der Brüder und Josefs Leid passend für Seinen Plan.

Aber gilt das auch für uns und gilt es wirklich für „alle Dinge?“ Was ist mit Krankheit? Was ist mit Tod? Mit Verlust? Mit Elend? – oder sogar mit Sünde?

Lasst uns festhalten, dass der Vers nicht sagt, dass alles, was passiert, gut ist. Das behauptet Paulus nicht. Er sagt vielmehr, dass alle Zutaten im Zusammenspiel produzieren, was gut ist. 

Jemand hat das mit Kuchenbacken verglichen. Die einzelnen Zutaten sind lange nicht alle schmackhaft, wenn man sie einzeln isst. Einen Esslöffel Salz, 3 rohe Eier, ein Tütchen Backpulver, ein Pfund Mehl ... das würde keiner einzeln essen! Aber all das und einiges mehr zusammengemischt und gebacken – schafft etwas Gutes und Schmackhaftes.

Nicht jeder Event in unserem Leben schmeckt, aber was Gott in die Hand bekommt und mit anderen Zutaten verbindet, da wird etwas draus: etwas Gutes und Schmackhaftes. Halte Dich daran fest! Lern’ es in Zeiten, in denen es Dir gut geht. Römer 8:28 ist kein Vers, den wir verinnerlichen, wenn es uns schlecht geht. Wir müssen ihn in den angenehmen Zeiten des Lebens lernen, am besten auswendig. Wir müssen ihn verinnerlichen und unseren Glauben in der Wahrheit und Aussage dieses Verses verankern.

Wenn dann Dein Glaube angefochten ist, ruf es Dir in Erinnerung, klammere Dich daran fest, und du wirst Gottes Trost erfahren.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende 

Sonntagmorgen im Kindergottesdienst. Die Geschichte hat begonnen und als guter Lehrer möchte Thomas die Kinder mit einbeziehen. „Josia,“ wendet er sich an einen der Jungen, „warum glaubst Du an Gott?“ Wie selbstverständlich kommt die Antwort des Zehnjährigen: „Das ist bei uns Familientradition!“

Ist es schlecht, wenn eine Familie über Generationen an Gott glaubt? Kein Christ würde das verneinen. Ist es schlimm, wenn der Glaube „weitergereicht“ wird an Kinder und Enkel? Nein! Ist es verwerflich, wenn es Familientradition ist, vor dem Essen zu beten, sonntags zur Kirche zu gehen oder morgens gemeinsam die Herrnhuter Losungen zu lesen. Keineswegs!

Es muss nicht immer alles schlecht sein, was über Generationen hinweg festgehalten wird, was zur Gewohnheit oder gar zur Tradition wird. Die Bibel spricht ganz positiv über einige Gewohnheiten.

Gefährlich wird's, wenn in den kollektiven Gewohnheiten die persönliche Überzeugung verloren geht. Gefährlich wird's auch, wenn durchaus positive Traditionen zu einer Schale werden, die keinen Inhalt mehr umschließt. Dann wirds gefährlich.

Hier fangen viele an, den falschen Schluss zu ziehen. Man beginnt auf Gewohnheiten zu schimpfen, weil die Überzeugung fehlt und man rümpft über Traditionen herablassend die Nase, weil sie hohl und leer sind. Das Problem aber liegt anderswo!

Anstatt (durchaus positive) Gewohnheiten zu verurteilen, sollten wir Gott an unseren Herzen arbeiten lassen. Nicht die Gewohnheiten sind das Problem, sondern die fehlenden Überzeugungen. Die müssen zurück kommen. Statt sich stolz über (durchaus akzeptable) Traditionen zu erheben und in scheinbarer Freiheit zu schwelgen, sollten wir den verlorenen Inhalt wiederfinden. Das Ablehnen von Gewohnheiten und das Verachten von Traditionen ist keine Garantie, den „besseren Weg“ gewählt zu haben. Ein Leben ohne Gewohnheiten und Traditionen kann genauso arm an Überzeugungen und Inhalten sein wie toter Traditionalismus. Es kann sogar noch gefährlicher sein.

Das Plädoyer an dieser Stelle ist nicht unbedingt für oder gegen Gewohnheit und Tradition. Das Plädoyer ist für Überzeugung und Inhalt. Wenn Du Überzeugung und Inhalt lebendiger und ansteckender ausleben kannst ohne Gewohnheiten und Tradition, tue es ohne – und sonst tue es mit!

Ob aus Familientradition oder persönlicher Überzeugung: Wir laden Dich ein, heute mit uns Gottesdienst zu feiern! (Wenn Du dies zu spät liest, komm einfach nächste Woche).
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 
(parallel Kindergottesdienst)  
Anbetungszeit
 Predigt
Anschließend Mittagessen @ CCFG
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst  
Beginn: 10:30 Uhr     
Wir freuen uns auf Dich!
 
Calvary Chapel Freier Grund 
 Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)    
57290 Neunkirchen-Zentrum
 
Sonntagszitat:
Jesus will unser ganzes Leben verändern, 
nicht nur unsere Gewohnheiten!
(Hans-Joachim Stengert)

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte! 
Achte auf deine Worte, denn sie werden Gewohnheiten! 
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter! 
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal! 
(Talmud)

Samstag, 22. Oktober 2016

Irrtümer betreffs Mission (2)

In unserer Samstags-Miniserie geht es heute um einen weiteren unberechtigten Einwand gegen Mission. 
 
Was wäre gewesen, wenn sich die junge Gemeinde in Jerusalem festgebissen hätte? Die Besucher in Jerusalem, die gläubig geworden waren, hätten die Botschaft mit in einige Städte des Römischen Reiches genommen. Vielleicht wäre etwas gemeindeähnliches entstanden – vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich wäre die Botschaft von Jesus nie wirklich in die Welt der Heiden eingedrungen. Man hätte auch tatsächlich gegen Mission argumentieren können – nicht überzeugend und siegreich, aber um des Argumentierens und der Bequemlichkeit willen. Hatte Gott nicht gesagt: „Die Erde WIRD voll werden mit der Erkenntnis Gottes“? Hatte Er nicht verheißen, dass auch die Heiden zu Seinem Heil kommen würden? Wenn Er es verheißen hat, wird es so kommen. Vielleicht war es eine solche Auffassung, die zu einem weiteren Irrtum in der Mission führte:

Irrtum #2: Der Herr braucht uns nicht!

Streng genommen stimmt diese Aussage natürlich. Gott braucht weder uns, noch jemand anderen. Gott ist unabhängig von allem und jedem. Und dennoch besteht die Tatsache, dass Er jedes Seiner Kinder gebrauchen will und Seine Pläne so gestaltet, dass wir einen Teil darin spielen.

William Carey wurde am 17. August 1761 in England geboren. Er war außergewöhnlich begabt. Früh lernte er das Schuhmacherhandwerk; nebenher mehrere Sprachen. Mit 24 wurde er gebeten in einem Ort Schuldirektor und Pastor zu sein. Während dieser Zeit legte Gott ihm das Anliegen der Weltmission aufs Herz, obwohl sich unter Baptistenpastoren ein Hyperkalvinismus ausbreitete, der lehrte, dass nicht jeder Mensch die Verantwortung hat, an das Evangelium zu glauben.

Während einer Pastorenkonferenz im Jahr 1786 fragte Carey, ob es nicht die Pflicht eines jeden Christen sei, das Evangelium in aller Welt zu verbreiten. Ein alter Pastor erhob sich und antwortete: “Junger Mann, setz Dich hin. Du bist ein Schwärmer! Wenn es Gott gefällt, die Heiden zu bekehren, dann wird Er das auch ohne Deine und meine Hilfe tun.“
 
Glücklicherweise hörte Carey nicht auf ihn. Mit Freunden gründete er 1792 die BMS Missionsgesellschaft und reiste selbst ein Jahr später nach Indien aus. Die ursprüngliche Einstellung, die ihm entgegenschlug, hat sich bis heute – vielleicht ohne Worte – gehalten: „Gott ist völlig unabhängig von uns und bedarf niemandes.“

Viel könnte man schreiben, zitieren und erklären, um diesem gefährliche Missverständnis zu begegnen. Nichts aber ist kräftiger als Gottes eigene Worte. Den Irrtum: „Der Herr braucht uns nicht“ entkräftet Gott in Römer 10:13.15:

»Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Verkündiger? Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!«

Hier fragt Gott: Wie sollen sie hören ohne Verkündiger, wie verkündigen ohne Sender? Manch einer antwortet gelangweilt: „Gottes Problem, nicht meins!“  Der Text zeigt, dass die Unwissenheit der Welt NICHT Gottes Problem ist, sondern unser Problem. Und die Bibel – Altes und Neues Testament – fordert alle Christen auf, den „Lieblich-Füßlern“ beizutreten. Gott braucht uns zwar nicht, aber er will uns ge-brauchen! (w)

Freitag, 21. Oktober 2016

Ein paar spontane Gedanken über ...

Lobpreis

Interessant, was einem manchmal in Kapiteln der Bibel ins Auge fällt, in denen fast nur Namen stehen. So erging es mir heute Morgen, als ich in Nehemia 12 unterwegs war. Der erste Teil des Kapitels ist eine fast lückenlose Auflistung von Namen. Dann kommt Vers 24:

Und dies waren die Häupter der Leviten:
Haschabja, Scherebja und Jeschua, Binnui, Kadmiël;
und ihre Brüder standen ihnen gegenüber, zu loben und zu danken,
wie es David, der Mann Gottes, geboten hatte, Chor um Chor

Moment mal! Loben und Danken als Gebot?

Lasst mich einfach mal spontan denken! Eigentlich sollte Loben und Danken doch Herzenssache sein, oder? Wie soll ich Loben, wenn mir das Herz gar nicht nach Loben steht? Gut, einen Dank kann ich auch noch ohne Herzlichkeit rüberbringen. Das hat man schon als Kind gelernt. Da hieß es dann: „... Und wie sagt man?“ – Aber Loben? Preisen? Anbeten?

Und doch muss ich mir vom Wort Gottes sagen lassen, dass gebotener, angeordneter Lobpreis biblisch ist. Nicht nur unter Nehemia. In der vorbabylonischen Zeit geschah das Gleiche, denn wir lesen:

Und er setzte einige von den Leviten
als Diener vor der Lade des HERRN ein, dass sie den HERRN,
den Gott Israels, rühmen, preisen und loben sollten (1 Chronik 16:4)
Alle diese spielten unter der Leitung ihrer Väter,
Asaf und Jedutun und Heman, beim Gesang im Haus des HERRN
auf Zimbeln, Harfen und Zithern, für den Dienst im Haus Gottes,
nach der Anweisung des Königs. (1 Chronik 25:6)
 
Ein paar Gedanken zu diesem Thema des angeordneten Lobpreises, der oft so untypisch ist für unser Leben und für viele unserer Gemeinden und doch so typisch für biblischen Lobpreis:

  • Lobpreis kann, muss aber nicht spontan sein, um Gott zu gefallen. Die Bibel zieht nicht das eine dem anderen vor.
  • Liturgie und plötzlicher Ausbruch von Gotteslob stehen gleichberechtigt nebeneinander. Der Herr sieht das Herz an!
  • Selbst wenn die Herzen der bestellten Sänger (siehe Verse oben) sich nicht unbedingt nach Lobpreis anfühlten, hatten sie doch eine Aufgabe, die sie nach Gottes Willen erfüllen sollten. Lobpreis muss nicht an Gefühl gekoppelt sein!
Ich WILL den HERRN loben allezeit;
sein Lob SOLL immerdar in meinem Munde sein. (Psalm 34:2)

Lobpreis ist demnach weder an Formen, noch an Formlosigkeit gebunden, weder an Freiwilligkeit, noch an Befehle. Lobpreis verliert Kraft, Schönheit oder Wert nicht zwangsweise durch Äußerlichkeit. Die Fragen können nicht lauten:

  • Liturgie oder liturgiefrei
  • Spontan oder geplant
  • Laut oder leise
  • Freiwillig oder angeordnet
  • Professionell oder laienhaft
Gott kann mit alledem umgehen und an alledem Gefallen finden, wie uns Sein Wort zeigt. Gott hat ein weites Herz und Augen, die unser Herz sehen. Darum lasst uns nicht aufhören, Seinen Namen, Seine Größe, Seine Herrlichkeit zu besingen. Und ein erfahrbarer Bonus (nicht aus der Bibel sondern aus der Erfahrung) lautet:

Danken schützt vor Wanken! Loben zieht nach oben!

Probier’s einfach mal aus; fang einfach mal an ... und dann bleib dran.

Die Predigt unseres Jugendpastors vom letzten Sonntag über "Anbetung"kann über den Link "Predigt aktuell" im Seitenfenster angehört oder heruntergeladen werden. Sie ist es wert.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Von Tag und Nacht und Dämmerung

In Johannes 9:4 lesen wir Worte Jesu, die ein deutliches Maß an Dringlichkeit beinhalten. Jesus sagt: “Ich muß die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.” Paulus wiederholt die Dringlichkeit, die Jesus empfand, wenn er in Epheser 5:16 schreibt: „Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“

Ganz neu bewusst wurde mir die Tatsache der Dringlichkeit, als ich vorgestern auf eine Webseite aufmerksam gemacht wurde. Da wird von einem amerikanischen Ehepaar berichtet, die in einer türkischen Stadt eine kleine christliche Gemeinde leiten. Seit 20 Jahren (!) sind sie in dieser Arbeit involviert, jetzt werden sie zu einem "nationalen Sicherheitsrisiko" erklärt und müssen das Land verlassen. Kontakt mit der amerikanischen Botschaft oder einem Anwalt wird ihnen verweigert.

Leider sind das nicht die einzigen Fälle, die in der Türkei bekannt werden. Für christliche Ausländer beginnen spannende Zeiten, besonders, wenn es um Visumverlängerungen geht und solange politisch der Ausnahmezustand besteht.

Wie schnell kann ein Land die Schrauben anziehen, wenn es um die Verkündigung des Evangeliums – die Verbreitung der Botschaft des Friedens – geht. Uns Christen erinnern solche Berichte an die Worte Jesu und Paulus’. Die Nacht kommt, in der die Türen nicht mehr zugehen, sondern zu sind. Von dieser Nacht spricht Jesus, in der kein Wirken mehr möglich ist. Dies kommende Nacht inspiriert Jesus, mit aller Kraft zu wirken und aktiv zu sein, solange es noch geht. Die zunehmende Dämmerung inspiriert Paulus, seine Leser zu drängen: Kauft die Zeit aus!

Berichte wie der oben erwähnte, verbunden mit den rasanten Entwicklungen in der Welt halten mir immer wieder neu die Möglichkeiten und Dringlichkeiten des Dienstes für Jesus vor Augen. Lasst uns für Länder wie die Türkei beten, deren Türen sich langsam schließen und deren Bevölkerung zu einem riesengroßen Teil keine realen Möglichkeiten hat, Nachfolger Jesu persönlich kennenzulernen. Tausende von Ortschaften ohne Zeugnis für Jesus am Ort. Lasst uns auch beten für solche, die in diesen Ländern arbeiten und zunehmenden Schikanen ausgesetzt sind. Die Keule „nationales Sicherheitsrisiko“ wird nicht nur gegen Christen in der Türkei eingesetzt, sondern auch im Iran, in China, Nordkorea oder anderen totalitären oder quasi totalitären Staaten.

Lasst uns auch bemüht sein, die offenen Türen zu nutzen, die sich uns selbst (noch) bieten. Türen am Arbeitsplatz, in unseren Schulen, Gemeinden, Vereinen. Türen in den Medien oder durch öffentliche Veranstaltungen. Auch die Türen, die uns momentan zu Menschen ausländischer Herkunft weit geöffnet sind, sollten wir nutzen, denn nach Jesu Worten „kommt die Nacht, da niemand wirken kann.”

Der Herr segne Euch heute in Eurem Zeugnis für Jesus!

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Vom Symbol zum Original

Vor 20 Jahren lebten wir noch auf den Philippinen und ich brauchte eine neue Jeans. Also kaufte ich mir Jeansstoff und brachte ihn zum Schneider. Der nahm Maß, schrieb alles auf und fragte dann ganz unschuldig: „Was soll’s denn sein, Wrangler oder Levis?“ Als ich einige Tage später die geschneiderte Hose abholte, hatte ich eine Jeans, die deutlich an das Original erinnerte. Aber es war garantiert keine Original Wrangler.

Wäre ein junger Mann wohl zufrieden, mit dem Schatten seiner Liebsten spazieren zu gehen? Kaum! Er möchte das Original.
Das Symbol der Friedenstaube erinnert an die Friedensbewegung vergangener Jahre. Aber das Symbol ist wertlos, wenn Frieden nicht der Realzustand ist.
Auf den alten Kirchtürmen ist in der Regel immer noch das Kreuz zu sehen, gemeint als Symbol des Glaubens. Aber das gusseiserne Kreuz hat keine Kraft. Der, für den es symbolisch steht – der Gekreuzigten (und Auferstandenen) – Er, das Original, hat die Kraft! 

Ähnliche Gedanken gabs am letzten Mittwoch in unserer Bibelstunde, in der Stefan über Hebräer Kapitel 9 lehrte.

In Hebräer 9 geht es um verschiedene Symbole des alten Bundes: Stiftshütte mit Leuchter, Tisch und Schaubroten, Räucheraltar und Bundeslade. Jedes einzelne Teil – und haufenweise andere Teile der Stiftshütte, sind alles Schatten auf Jesus hin, Symbole für Seine Person oder sein Werk.

Interessant die Ausführung des Sühnedeckels, des Deckels der Bundeslade. Der Hohepriester sah den Deckel einmal im Jahr und erinnerte sich an den Inhalt der Lade: Manna, der grünende Stab und die Gesetzestafeln. Mit jedem Teil konnte er Gottes Gnade, Fürsorge und Barmherzigkeit mit Israel in der Vergangenheit verbinden. Wenn aber Gott auf den Sühnedeckel sah, „erinnerte“ Ihn Manna, Stab und Gesetz an ein widerspenstiges Volk. Der Deckel konnte Israels Rebellion nicht zudecken. Dazu brauchte es Blut. Auch das Blut von Tieren, das der Priester einmal im Jahr auf den Sühnedeckel sprengte, war nur ein Schatten, hin auf das Blut, das kommen sollte; das Blut, das nicht mehr jährlich, sondern ein letztes Mal – ein für alle mal – wirksam sein würde.

Das war der alte Bund. Alles war schattenhaft, hinweisend, zeitlich und äußerlich. Dann kam Jesus! Kein Schatten mehr, der lebendige, Mensch-gewordene Sohn Gottes. Keine Hinweis mehr, sondern das Ziel. Er brachte nicht die zeitlich begrenzte äußere, sondern die ewige innere Reinigung.

Jesu Blut machte allem „nur Äußerlichen“ ein Ende. Wir brauchen kein reinigendes Wasser mehr, kein Weihwasser mehr, keine äußerlichen Rituale oder Waschungen – „Jesu Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid!“ Alles, was wir brauchten, brauchen und je brauchen werden zu unserer Rettung ist im Blut Jesu garantiert! Er reinigt uns von unserer Schuld und von unserem schlechten Gewissen. Und das nicht zum Selbstzweck – etwa: damit wir … damit uns … damit ich … - sondern: Vers 14: „zu dienen dem lebendigen Gott!“

Gemeint ist hier nicht Dienst im Sinne von Arbeit, Einsatz oder Mühe. Wir sind gerettet, und dürfen den priesterliche Dienst, den Dienst der Anbetung, des Opfers und der Heiligung tun.

Eine hohe und herrliche Berufung. Ein Vorrecht, das jeder Jünger Jesu schätzt und liebt.

Die Predigt kann HIER runtergeladen oder online angehört werden.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Vom Bogenschießen und vom Beten

Am ersten Mittwoch im Monat lehrte unser Jugendpastor über einen Text aus 2 Könige 13. Der Prophet Elia lag im Sterben und Joas, der gottlose König von Israel kam, und beweinte den bevorstehenden Tod des Propheten. Gleichzeitig beweinte er die in Zukunft fehlende Hilfe Gottes, die Gott selbst den gottlosen Königen Israels zukommen ließ. In Seiner Gnade war Gott bereit, noch einmal einzugreifen und dem König durch den sterbenden Propheten Sieg über seine Feinde zuzusprechen. Elia gebot dem König einen Pfeil aus dem Fenster zu schießen, was einer Kriegserklärung an die Feinde gleichkam. Dann befahl er dem König, mit Pfeilen auf den Boden zu schlagen – vermutlich eine weitere Geste der Kriegserklärung. Aber nach 3 Ausführungen hatte der König schon keine Lust mehr und hörte auf.

Elia konnte ihm keinen großen Sieg verheißen. Er sagt (2. Könige 13:19):

„Wenn du fünf- oder sechsmal geschlagen hättest, 
dann hättest du die Aramäer bis zur Vernichtung geschlagen; 
nun aber wirst du die Aramäer nur dreimal schlagen!“

Andrew legte diesen Bericht auf das Gebet aus. Hätte der König die Aufforderung des Propheten ausgenutzt und sein Bestes gegeben, hätte er in Zukunft einen großen Sieg gehabt und bleibende Ruhe vor den Aramäern. Aber der König gab auf. Es fehlte ihm die Standhaftigkeit.

Anders die Witwe in Lukas 18. Sie blieb bei ihrem Anliegen, brachte es immer und immer wieder vor den Richter. Sie gab nicht auf, ermüdete nicht, sondern war bereit, durchzuhalten bis zum Erfolg. Und sie hatte Erfolg! Ihre Standhaftigkeit nimmt Jesus und stellt sie als Positivbeispiel für anhaltendes Gebet dar.

Fehlende Standhaftigkeit im Gebet hat negative Auswirkungen. „Vielleicht können wir heute im Gebet etwas ändern, was morgen nicht mehr zu ändern ist“, so Andrew an jenem Mittwoch.

Wie oft werden wir müde und hören nach 3 (Gebeten) auf. Wir denken:
  • Ich höre auf zu schießen (beten), denn es ändert sich ja eh nichts.
  • Ich höre auf zu schießen (beten), weil ich keine neue Aufforderung erhalte.
  • Ich höre auf zu schießen (beten), weil ich nicht gut darin bin.
  • Ich höre auf zu schießen (beten), weil ich meine, es ist genug.
Und dann forderte Andrew uns auf:
  • Bete weiter in Deinem Kampf gegen die Sünde
  • Bete weiter für Wachstum im Glauben
  • Halte an, Gutes zu tun.
  • Kämpfe weiter den guten Kampf
Werde nicht müde, Pfeile zu schießen (zu beten). „Vielleicht kannst Du heute noch im Gebet etwas ändern, was morgen nicht mehr zu ändern ist“
 „Seid beharrlich im Gebet!“ (Römer 12:12)