„Wir wissen nicht, wie lange dieser Schmerz noch andauern wird, aber hinter allem stehen die ewigen Arme.“ (Brian Doerksen)

Dienstag, 28. Juli 2026

Biographie und Nachruf: Brian Doerksen (1965 - 2026)

„Come, now is the time to worship”, “Light the fire again”, “Refiners Fire”, “Today”, “Faithful One” – wer kennt diese weltbekannten Anbetungslieder nicht, die, wie über 100 andere, aus der Feder des Kanadiers Brian Doerksen stammen? Viele sind in mehrere Sprachen übersetzt und bringen Gott die Ehre und Segen den Sängerinnen und Sängern. Letzte Woche ist Brian zu Jesus in die Ewigkeit heimgegangen.

Brian kam am 17. November 1965 in Kanada zur Welt, wo er auch den ersten Teil seines Lebens verbrachte. Er wuchs in einer mennonitischen Familie auf und fand vermutlich bereits als junger Mensch zum Glauben an Jesus. Mehrere Jahre diente er Jesus in Mexiko, wo er mit Jugend mit einer Mission unterwegs war. 1984 heiratete er seine Schulfreundin Joyce, mit der er sechs Kinder hatte. 1985 war er Pastor der ersten Vineyard Gemeinde in Kanada und begann auch in der Zeit, Lieder zu schreiben und aufzunehmen. Zu seinen frühen, bekannten Liedern gehören u.a. „Faithful One“, „I exalt Thee“, „As the deer“, Refiners fire“ und viele andere. Aber es gab auch viele Lasten, die Brian und Joyce zu tragen hatten.

Zwei (andere Quellen sprechen von 3) seiner Söhne wurden mit einer Krankheit geboren, die sie pflegebedürftig sein lässt.

Nach der Geburt des zweiten Sohnes wollte Brian kündigen, aufgeben. (Gott ließ es nicht zu!)

Ein zunächst sehr erfolgreiches Musical nahm eine Wende und führte die ganze Familie in den finanziellen Ruin. Sie mussten Kanada verlassen und in England neu beginnen.

Einmal war es eine emotionale Krise, ein andermal eine heftige Krise im gemeindlichen Umfeld.  Aber gerade in all diesen Krisen oder durch all diese Krisen entstanden Lieder wie: „Come, now is the time“ (Komm, jetzt ist die Zeit. Wir beten an.) „Faithful One“ (Du bist treu) oder „Refiner‘s Fire“ (Feuer des Herrn).

Nachdem er 1999 nach Kanada zurückgekehrt war, besaß er eine Professur für Musik an einem College, wo er junge Musiker ausbildete. Außerdem veröffentlichte er neue Alben, Bücher und Artikel für Fachzeitschriften und Liederbücher und erhielt verschiedene Ehrungen und Preise.

Beeindruckend ist sein Leben und sind seine Lieder auf dem Hintergrund seiner vielen leidvollen Erfahrungen. In einem Interview antwortete er auf verschiedene Fragen:

„Wir Menschen erleben Zeiten der Freude – aber auch der Trauer. Leider werden Songs, die Trauer thematisieren, in vielen Kirchen ausgeklammert. Ehrlich gesagt, finde ich das sogar unbiblisch. Denn die Psalmen, das Liederbuch der Bibel, ist voller Trauerlieder.“

„Verleugnen und sich ablenken: das ist die Strategie unserer Kultur, mit Problemen umzugehen. Aber es ist nicht die biblische Antwort auf Leid.“

„Meine Lobpreislieder drücken nicht mehr ‚Ich weiß‘ aus, sondern „Ich weiß nicht, ich vertraue.“

„Es ist interessant: Ich habe, noch bevor ich in selbst tiefes Lied erfahren hab, schon diese Berufung gespürt, für Leidende zu singen. Es war, als hätte Gott ein Samenkorn in mein Herz gelegt. Irgendwann kam das Leid dann auch in mein Leben. Aber es gab schon immer diesen roten Faden in meiner Musik. Ich habe mich nie so recht dazu berufen gefühlt, triumphale Lieder für Menschen zu schreiben, die total gut drauf sind. Ich wollte ehrliche Lieder schreiben über einen treuen Gott. Darüber, dass Gott Liebe ist. Aber ehrlich die Menschen ansprechen, die kämpfen.“*

Seine mitfühlende Art, dieser seelsorgerliche Aspekt seiner Lieder, ist Menschen in aller Welt zum Segen geworden – und wird es weiter werden, auch nach seinem Tod.

„Komm, jetzt ist die Zeit anzubeten!“ schien Gott in diesem Monat, Juli 2026, gerufen zu haben. Brian  erhielt vom Arzt eine Krebsdiagnose und nur wenige Tage später, am Dienstag, dem 21. Juli rief Gott den begnadeten Musiker zu sich in die Ewigkeit.

Im Seitenfenster eins seiner bekanntesten Lieder.

* Quelle der Interviewantworten: hier

Montag, 27. Juli 2026

Bewegt sein und bewegen

Wer oder was bringt Dich in Bewegung? 

Und als er in Jerusalem einzog,
kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach:

Wer ist dieser?
(Matthäus 21:10)

Neue Gemeindehäuser
Neue Dienste
Neue Einsätze
Neue Möglichkeiten
Neue Kräfte
Neue Finanzen
Neue Treffen
Neue Literatur
Neue Ideen

Manche von uns können sich mit alledem identifizieren. Sie sprühen von Ideen, Tatendrang und Energie. Solche Leute werden gebraucht. „Visionäre“ nennt man sie. Sie haben eine Vision, können andere inspirieren und mitziehen. Und oft geht das gut, wird zu einem großen und gesegneten Projekt. Und oft geht es daneben. Die Vision ist da, die Kraft ist da, vielleicht sogar die Finanzen. Aber es fehlt das „innere Bewegtsein“ durch den Heiligen Geist. Es sind menschlich inspirierte Projekte, die viel Geld, Kraft und Zeit verschlingen und sich irgendwann totlaufen, weil die Begeisterung erlischt.

Immer wieder habe ich Menschen beobachtet, die sich einem bestimmten Dienst angeschlossen haben. Aber es war kein geistbewirktes Bewegtsein, sondern nur momentane Begeisterung, ein Anflug von „Wollen“ aber kein dauerhaftes „Vollbringen“. Es war ein nobles, aber nicht ein gottgeschenktes Verlangen zum Dienst.

Kürzlich las ich den Satz:
Innerlich neu bewegt zu werden ist die Voraussetzung,  
etwas bewegen zu wollen!

Hier liegt ein Schlüssel zu fruchtbarem, Gott wohlgefälligem, anhaltendem Dienst: Neu bewegt zu werden! Bist Du bewegt? Was bewegt Dich?

Gott freut sich über jeden, der Ihm dient. Aber es sollte ein Dienst sein, den der Herr selbst uns aufs Herz legt, ein Dienst, der uns nicht nur vorübergehen begeistert, sondern der uns innerlich bewegt, weil Gott uns in diesen Dienst hinein bewegt.

Allen, die vor der Frage stehen: „Herr, was willst Du, dass ich für Dich bewegen soll?“ möchte ich zurufen: „Lass Dich neu von Gott bewegen!“ Was Er Dir aufs Herz legt, dazu wird Er Dir auch Kraft und Ausdauer geben. Hier eine Beobachtung: Ich habe solche beobachtet, die in einen Dienst eingestiegen sind, weil sie sich fähig fühlten und mitarbeiten wollten. Nach wenigen Wochen hatten sie das Handtuch geworfen. Andererseits gab eine Person auf die Frage: „Warum möchtest Du im Putzteam mitarbeiten?“ zur Antwort: „Weil Gott das von mir möchte!“ Sie putzt noch heute mit – im zweiten Jahr!

Lass dich von Gott für den Dienst bewegen, den Er von Dir möchte – und dann diene Ihm ohne Wenn… und Aber…

Innerlich neu bewegt zu werden ist die Voraussetzung, 
etwas bewegen zu wollen!

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich,
nehmt immer zu in dem Werk des Herrn,
weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!
(1 Korinther 15:58)

Sonntag, 26. Juli 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 13:31+32
 

7 Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht:
8 »Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.
9 Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«

Herzliche Einladung zum Gottesdienst
Anbetung Gebet - Predigt
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen 
Gemeinschaft

Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Es gibt zu viele Heuchelei und Theater im Leben der Christen.
Nichts schadet unserem Zeugnis mehr
als das vortäuschen von Dingen, die nicht wirklich vorhanden sind,
denn die Welt durchschaut die Maske unweigerlich
und erkennt unser wahres Gesicht.
(Watchman Nee)

Samstag, 25. Juli 2026

Zu jeder Zeit ...?

"… indem ihr zu jeder Zeit betet …“

Die wenigsten Sätze beginnen mit: „indem,“ es sei denn, sie nehmen Bezug auf vorausgehende Aussagen. Das ist der Fall in Epheser 6:18. „… indem ihr zu jeder Zeit betet …“, bezieht sich auf die Aussagen, die der Apostel Paulus in den vorhergehenden Versen gemacht hat.

Stehet!
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Legt den Gürtel der Wahrheit an!   
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Zieht an dem Brustharnisch der Gerechtigkeit! 
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Steht in den Schuhen der Verkündigungsbereitschaft!   
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Nehmt den Schild des Glaubens!  
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Ergreift das Schwert des Wortes Gottes!   
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“
Setzt den Helm des Heils auf!  
„… indem ihr zu jeder Zeit betet …“

Frage: Geht es auch ohne? Ist Gebet eine freiwillige Nachspeise, die wir uns genehmigen, wenn wir noch nicht satt sind – und auf die wir verzichten, wenn wir keinen Appetit mehr haben? Scheinbar nicht! Gebet ist vielmehr das Öl, das die stark beanspruchte Rüstung des Kriegers geschmeidig hält. Gebet ist nicht gedacht für solche, die Zeit, Lust und „ein Herz“ dafür haben. Nein! Gebet die Lebensader aller, die überwinden möchten in Christus. So wie Jesus von den Seinen Nachfolge erwartet, so erwartet Er von Seinen Nachfolgern, dass sie beten. Gebet gehört dazu. Das haben viele bereits erkannt:

Eines Christen Handwerk ist beten.
Wie ein Schuster einen Schuh macht
und ein Schneider einen Rock,
also soll ein Christ beten.
(Martin Luther)

Das Gebet ersetzt keine Tat,
aber das Gebet ist eine Tat,
die durch nichts anderes
ersetzt werden kann.
(Hans von Keler)

Wer mit Gott rechnet, wird auch mit ihm reden.
Wer ihn ernst nimmt, muss mit ihm sprechen.
Erlischt das Gebet, so verkümmert der Glaube.
Denn das Beten ist der Atem des Glaubens.
(Theo Sorg)

Jesus hat uns die Möglichkeit des Gebets nie wie ein Angebot gegeben, das wir annehmen oder ablehnen können – je nachdem wir uns fühlen. Er hat uns dazu aufgerufen, durch Gebet mit ihm in Verbindung zu bleiben, am Leben zu bleiben, erfüllt zu bleiben. Und in Epheser 6:18 ruft Paulus uns zu: Haltet Eure Rüstung gut geölt durchs Gebet.

Freitag, 24. Juli 2026

Wegweisung

Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Pläne werden zustande kommen. (Sprüche 16:3)

Hier geht es um uns, unsere Pläne, unsere Werke und um den Herrn. Der Vers aus Gottes Wort macht unmissverständlich deutlich, dass es weder die Fähigkeit anderer, noch unsere eigene Fähigkeit ist, die Gottes Werk gelingen lässt. Darüber haben wir bereits gestern nachgedacht.

Ein altes Sprichwort sagt: „Der Mensch denkt – und Gott lenkt!“ Auch da steckt eine Menge Wahrheit hinter, aber der Herr kommt darin nicht vor. Was ist nun besser? Ist es besser, unsere Werke, unser Handeln, unsere Fähigkeiten und Gaben dem Herrn anzubefehlen und Seine Pläne in uns entstehen zu lassen – oder sollten wir uns einfach eigene Pläne entwerfen und drauf hinarbeiten? Ich meine, Ersteres hat Potenzial des Friedens und des Segens. Letzteres hat großes Potenzial eigener Anstrengung, der Unzufriedenheit und der Enttäuschung.

Ein gutes Beispiel ist der Apostel Paulus. Er war ein superaktiver Diener Jesu, mit vielen Teilen, Visionen, Plänen und Wünschen. Er wollte die Welt für Jesus erobern ... und er verkündigte Jesus in einem großen Teil der Welt. Gemeinden entstanden, lebendige Gemeinden, von denen es heißt, dass sie wiederum das Evangelium in ihrem weiteren Umfeld weitertrugen.  Allerdings tat Paulus genau das, was uns der einleitende Vers aus Sprüche 16:3 aufträgt.

In Apostelgeschichte 9:6 bittet er Gott bei seiner Bekehrung um Wegweisung: „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Und Gott leitet ihn.

Wir dürfen davon ausgehen, dass die Bitte um Wegweisung auch sein weiteres Leben geprägt hat, auch seine vielen Reisen im römischen Reich. In Apostelgeschichte 16:6-10 heißt es:

„Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen. Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas. Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.“

Zweimal wird berichtet, dass Paulus in Bewegung war für den Herrn und der Herr ihn leitete – auch, indem Er ihn umlenkte in die Richtung, die Gott für ihn hatte. Und in einem Traum kommt Gottes Ruf nach Griechenland zu ihm. Paulus hatte ein Herz, das von Gott erbat: „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“

Und Gott antwortete, schloss Türen zu, öffnete andere und führte Ihn den richtigen Weg.

Auch wir stehen immer wieder vor großen Entscheidungen im Leben. Was soll ich lernen oder studieren? Wen soll ich heiraten? Wo soll ich wohnen. Soll ich meinen Beruf aufgeben und dem Herrn vollzeitig dienen? Soll ich diese oder jene Anschaffung tätigen ... und ... und ... und.

Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Pläne werden zustande kommen. (Sprüche 16:3)

oder auch Psalm 37:4+5:

Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt! Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Wertschätzung

Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. (Lukas 22:24)

14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 15 Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib! — gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib! — gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? 17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. 19 Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? 20 Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib. 21 Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht!, oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! (...) 27 Ihr aber seid der Leib des Christus, und jeder ist ein Glied daran nach seinem Teil. (1 Korinther 12:14-21+27)

Schon die Jünger Jesu fragten sich, wer wohl der Größte unter ihnen sei. Der Größte zu sein war keine Frage von geringer Bedeutung unter ihnen, denn zweimal im Lukas Evangelium muss Jesus ihnen diese Frage beantworten. Mit einem Mal war es nicht getan. Scheinbar kann die Antwort Jesu bis heute nicht akzeptiert werden, denn die Frage ist bis heute relevant. Bis heute wird darüber gestritten, welcher Dienst wohl der Wichtigste ist, welcher Diener der Fähigste ist und welche Leistung wohl am meisten Frucht bringt. Eine Erzählung verdeutlicht die Denkweise vieler:

Eine Gruppe verschiedener Werkzeugen traf sich zu einer Besprechung unter dem Vorsitz von Herrn Hammer. Bruder Schraubenzieher erhob seine Stimme und verkündete: „Bruder Hammer muss weg. Er macht ständig Lärm und klopft immer nur!“ Hammer sagte: „Bruder Schraubenzieher muss weg, denn man muss ihn ständig drehen, damit er seine Arbeit erledigt.“ Jemand anderes bemerkte: „Viel mehr noch muss Bruder Hobel weg. Er kratzt immer nur an der Oberfläche. Nie geht er in die Tiefe.“ Worauf der Hobel antwortete: „Dann muss Bruder Schleifpapier auch weg, denn er reibt die Leute immer gegen den Strich.“ Das Schleifpapier meldete sich zu Wort: „Dann muss auch Bruder Säge gehen. Er zersägt ständig alles und hinterlässt überall sein Sägemehl.“

Zunächst bis hierher. Kennen wir diese Art von Gesprächen? Jeder meint, er sei unersetzbar, im Gegenteil zu dem einen oder anderen. Jeder vergleicht seinen Dienst, seine Art zu arbeiten und seine Ergebnisse mit denen der anderen und verpasst es, zu erkennen, dass jeder eine andere Aufgaben hat, die zum selben Ziel führen.  Hier der Schluss der Erzählung:

Da kam der Zimmermann aus Nazareth herein und sagte: „Ich brauche euch alle. Wir haben eine Aufgabe zu erledigen. Gebt euch in meine Hand. Lasst mich euch gebrauchen.“ Der Hammer sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Der Schraubenzieher sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Der Hobel sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Das Schleifpapier sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Die Säge sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Als sich also jeder dem Zimmermann aus Nazareth anvertraute, bauten sie gemeinsam ein großes Königreich auf.

So einfach ist das. Bei uns menschlichen Werkzeugen vielleicht nicht ganz so einfach – aber so einfach könnte es sein. Wir fokussieren uns und vertrauen uns dem an, der uns in der Hand hält und jeden von uns gebrauchen möchte. Dann tun wir den Dienst, für den Er uns bestimmt und ausgerüstet hat und lassen Ihn Seine anderen Werkzeuge so gebrauchen, wie Er sie gebrauchen und einsetzen möchte.

Zugegeben: Ein Maß an Führung und Miteinander ist bei menschlichen Werkzeugen meist nötig. Aber eben nur „ein Maß“; ein Maß an Ordnung, ein Maß an Miteinander, ein Maß an Füreinander – aber kein Maß an gegenseitiger Kritik oder eigensinnigem Hochmut. So will es der Meister für Sein Bauwerk (die Gemeinde und Sein weltweites Reich):

Seid freundlich und demütig, geduldig im Umgang miteinander. Ertragt einander voller Liebe. (Epheser 4:2)

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes (1 Petrus 4:10)

Seid nicht selbstsüchtig; strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst. (Philipper 2:3)

Mittwoch, 22. Juli 2026

Hintergrund: "Ich bin entschieden, zu folgen Jesus"

Gestern ging es um den indischen Evangelisten, Sadhu Sundar Sing, dem das Lied "Ich bin entschieden" zugeschrieben wird. Bereits gestern haben wir etwas über die Entstehung des Liedes gelesen. Heute etwas detaillierter: 
 
„Wir werden euch alle miteinander umbringen, wenn du und deine Familie nicht eurem neuen Glauben absagt!“ So lautete die Drohung des Mobs, der die Familie Noksengs, aus dem Stamm der Garo in Assam auf den Marktplatz ihres kleinen Dorfes gezerrt hatte. Grund: sie hatten sich Jesus zugewandt.

Die Antwort Noksengs war sein Bekehrungslied, das er im Zug seiner Hingabe an Jesus geschrieben hatte. Er begann zu singen: „Ich bin entschieden, zu folgen Jesus! Niemals zurück! Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir. Niemals zurück, niemals zurück.“

Als Reaktion auf seine Antwort brachte man seine Kinder um, gab ihm aber eine zweite Chance. Durch Verleugnung seines Glaubens hätte er das Leben seiner Frau retten können. Aber er sang weiter: „Ob niemand mit mir geht, doch will ich folgen. Niemals zurück, niemals zurück.“

Seine Frau folgte ihren Kindern und allein das Leben des Mannes blieb übrig. Eine letzte Gelegenheit, sein eigenes Leben zu verschonen. Er entschied sich für eine weitere Strophe seines Liedes: „Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir. Niemals zurück, niemals zurück.“ An jenem Tag verlor eine ganze Familie ihr Leben.

Nie hat der treue Christ erfahren, welch gewaltige Auswirkungen und Früchte sein Zeugnis für Jesus bewirkt haben. Es dauerte nicht lange und der Dorfchef des Ortes, der für die Ermordung der Christen verantwortlich war, versammelte die Bevölkerung an der Hinrichtungsstätte. Er erklärte seine Abkehr vom bisherigen Glauben und seine Hinwendung zu Jesus. Viele Dorfbewohner taten es ihm unter Jubel gleich und eine Bewegung hin zu Jesus entstand.

Der indische Pastor Sadhu Sundar Singh nahm die Worte des Liedes und formte sie zu einer Hymne, die vielfach übersetzt viel Segen in aller Welt bewirkte. (Quelle)

Daran möchte ich denken, wenn ich das Lied das nächste Mal singe.

RÖMER 8:35-39 
Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? 
Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger 
oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 
Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet
den ganzen Tag; 
wie Schlachtschafe sind wir geachtet!«
Aber in dem allem überwinden wir weit durch den,
der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf
uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Dienstag, 21. Juli 2026

Biographie: Sadhu Sundar Singh

"Wer sein Leben in dieser Welt liebt, wird es verlieren. Wer sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es zum ewigen Leben bewahren." (Johannes 12,25) 

Bildquelle: Wikipedia
Sadhu Sundar Singh wurde am 3. September 1889 in Rampur, im Punjab Nordindiens geboren. Seine reichen Eltern gehörten zu den Religionsgemeinschaften der Hindus und der Sikh. Auf einer Missionsschule hörte er von Jesus, lehnte den christlichen Glauben jedoch bis zu seinem 15 Lebensjahr ab. Allerdings stellte ihn auch der Glaube seiner Eltern nicht zufrieden. Berichtet wird, dass er darum bat, dass der „wahre Gott“, wer auch immer das sein möge, ihm erscheinen möge. Andernfalls würde er sich das Leben nehmen. Eine Vision von Jesus in derselben Nacht ließ ihn die Entscheidung treffen, sich Jesus zuzuwenden und Ihm zu dienen. Die Folge war, dass seine Familie ihn verstieß.

Sadhu Sundar Singh begann ein asketisches Leben, zog durch die Dörfer Indiens und verkündigte die Botschaft von Jesus. Auch im Ausland predigte er die Frohe Botschaft. Im westlichen Ausland kritisierte er Materialismus und mangelndes geistliches Leben.

Das Maß seiner Hingabe wird deutlich in dem weltweit bekannten Lied: „Ich bin entschieden, zu folgen Jesus“, das ihm zugeschrieben wird. Es hat seinen Ursprung auf den überlieferten letzten Worten eines Mannes namens Nokseng, der zum Stamm der Garo in Assam gehörte. Er und seine Familie hatten zum christlichen Glauben gefunden und durch sie viele weitere Dorfbewohner. Der Leiter des Ortes stellte die Familie daraufhin öffentlich auf dem Marktplatz vor die Wahl: Dem Glauben an Jesus abzusagen oder zu sterben. Geleitet durch den Heiligen Geist sang Nokseng die Zeilen, die heute die Strophen des Liedes bilden.

Sadhu Sundar Singh übernahm die Aussagen und formte sie zu einem Liedtext. Er textete und komponierte nicht nur, sondern schrieb auch Erfahrungen auf, die er mit Jesus machte. So heißt es in einem Buch:

"Als ich einst mit einem Tibetaner im Gebirge im Schneesturm unterwegs war, sahen wir einen Mann, der den Abhang hinuntergestürzt war. Ich sagte. "Wir müssen hingehen und ihm helfen". Mein Begleiter erwiderte: "Niemand kann von uns verlangen, dass wir uns um ihn bemühen; wir sind doch selbst in Gefahr, umzukommen". - "Wenn wir schon sterben müssen", antwortete ich, "dann ist es besser, wir sterben im Dienst an Anderen".

Mein Mitreisender wandte sich ab und ging seines Weges. Ich aber stieg hinunter zu dem verunglückten Mann, hob ihn auf meine Schultern und trug ihn mühsam bergauf. Durch diese Anstrengung wurde mir warm, und meine Wärme übertrug sich auf den durchgefrorenen Verunglückten. So wurden wir beide vor dem Erfrieren bewahrt.

Nach einiger Zeit fand ich meinen früheren Begleiter. Er lag im Schnee. Übermüdet wird er sich wohl hingelegt haben und war erfroren. Da verstand ich Jesu Wort: "Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren.“
 (Johannes 12,25)

Bis heute gilt Sadhu Sundar Sing als einer der einflussreichsten indischen Christen; nicht zuletzt dadurch, dass er auf westliche Philosophie und Argumentationsweisen verzichtete und seine Verkündigung dem indischen Kulturkreis anpasste, ohne das Evangelium zu verwässern.

1929 war er in Tibet und dem Himalaya unterwegs und gilt seitdem als verschollen. Wie und woran er starb bleibt unbeantwortet.