Redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen; sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus; (Epheser 5:19+20)
Hat er das ernst gemeint, der Paulus? Allezeit Dank sagen ... für alles? Ein Lied im Herzen tragen? Ist das eine Floskel, daher gesagt wie „Guten Morgen! Wie geht´s?“
Es ist ernst gemeint! Zum einen, weil es letztlich nicht die Worte des Paulus sind, sondern die Worte Gottes. Zum anderen unterstreicht Paulus aber auch diese Worte durch sein eigenes Handeln. Apostelgeschichte 16:25+26 berichtet:
Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu. 26 Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller wurden gelöst.
Und Gott setzt noch eins obendrauf: Der Kerkermeister und sein gesamter Haushalt kommen durch dieses Ereignis zum Glauben. Das hätten sich Paulus und Silas sicher nicht träumen lassen, als sie um Mitternacht im dunklen Gefängnis – Paulus mit zerschlagenem Rücken – Gott lobten und Ihm Lieder sangen.
Das Lied in der Nacht. Viele Lieder entstehen in der Nacht – in der Nacht der Trauer ... in der Nacht der Krankheit ... in der Nacht der Einsamkeit ... in der Nacht des Versagens ... in einer der vielen Nächte, durch die wir im Leben gehen.
Der Pastor und Autor James H. Brookes berichtet von einem Besuch bei einem Freund, wo er Vogelgesang hörte. Es war kein gewöhnliches Zwitschern, eher eine herrliche Melodie. Woher der Gesang kam, wusste Brookes nicht, aber als er umherschaute, entdeckte er einen wunderschönen Vogel in einem Käfig. Die Gastgeberin erklärte, man habe ihm nachts beigebracht, so zu singen. Der Lehrer wiederholte die Töne immer wieder, bis der Vogel sie nachahmen konnte. Doch dies war nur möglich, weil es dunkel war und die Aufmerksamkeit des Vogels nicht abgelenkt wurde.
Der Psalmist machte scheinbar eine ähnliche Erfahrung. In Psalm 42:9 heißt es:
Am Tag wird der Herr seine Gnade entbieten, und in der Nacht wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.
Oft lernen wir die schönsten Lieder, wenn das Licht sich zurückzuziehen scheint und die Dunkelheit mächtig wird. Dann dürfen wir erfahren und festhalten, dass Gott auch im Dunkel bei uns ist und uns festhält. Natürlich – wenn es dunkel ist um uns herum oder sogar in uns drin, fällt es uns schwer, uns das Licht vorzustellen, oder die Tatsache, dass nach der Nacht ein Morgen folgt.
Der Prophet Jesaja hatte ernste Worte an das Volk Israel gerichtet. Worte, die die Seele eher düster machen, die das Potential haben, Angst, Rebellion, Verschlossenheit oder Hoffnungslosigkeit zu erzeugen. Dann aber ändert sich der Ton seiner Botschaft und er verheißt (Jesaja 30:29):
Ihr aber werdet singen wie in der Nacht, da man sich für ein Fest heiligt, und ihr werdet von Herzen fröhlich sein wie die, welche unter Flötenspiel hinaufziehen, um auf den Berg des Herrn zu kommen, zu dem Fels Israels.
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| © Konrad Gräeter/Wildlife Photographer of the Year |







