„Die Strategie des Teufels besteht darin, das Böse für normal zu erklären. “ (Randy Alcorn)

Mittwoch, 29. April 2026

Von Schäferhunden und ihrem Hirten

John Vassar, der vor rund 150 Jahren lebte, war Zeitgenosse des bekannten Baptistenpastors A.J. Gordon und von Dwight L. Moody, dem gesegneten Evangelisten. Vassar beschreibt sich einmal selbst mit den Worten: 

Ich bin „lediglich ein Hirtenhund, der bereit ist, hinter den verlorenen Schafen herzulaufen und sie zum Hirten zurückzubringen.“

Jeder von uns weiß, wie Hirtenhunde arbeiten: sie bellen, sie jagen die Schafe und sie zwicken sie in ihre Beine. (Vassar selbst war allerdings gleichzeitig eine barmherzige Seele.)

Hirtenhundarbeit beschreibt nicht selten auch unseren Dienst hier in der Welt, in der wir solche, die in der Irre rumlaufen, zu Jesus, dem Guten Hirten bringen möchten.„Hirtenhunde, die bereit sind, hinter den verlorenen Schafen herzulaufen und sie zum Hirten zurückzubringen.“

Aber wie anders die Beschreibung des Guten Hirten selbst! Der Prophet Jesaja beschreibt die Arbeit des Messias, des Guten Hirten, in Jesaja, 40:11:

„Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; 
die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen
und im Bausch seines Gewandes tragen; 
die Mutterschafe wird er sorgsam führen.“

Jesus trägt die Lämmer in Seinen Armen. Er trägt sie nahe an Seinem Herzen. Er führt die Mutterschafe ganz sorgsam. – Wir alle brauchen die Fürsorge des Guten Hirten. (genauso, wie wir manchmal Seine Helfer, die Hirtenhunde, brauchen). Ist es nicht gut zu wissen, dass Jesus uns in Seinen Armen trägt, wenn der Weg zu steinig wird für uns? Ist das nicht sowieso der Platz in der ersten Reihe – nahe an Seinem Herzen? Ist es nicht ein Trost, zu wissen, dass Er uns in Sanftmut leitet?

Vielleicht ist Dein Weg dieser Tage voller Hindernisse und Geröll. Vielleicht brauchst Du Zeit, allein oder gemeinsam mit einem Freund, Deine Freuden oder auch Tränen mitzuteilen. Vielleicht hast Du eine Zeit nötig, in der Du neu und von Grund auf erfrischt wirst.

Je näher Du Dich auf den Guten Hirten zubewegst, umso mehr werden alle diese Segnungen Dir gehören.

Er sorgt für sein Volk wie ein guter Hirte. Die Lämmer nimmt er auf den Arm und hüllt sie schützend in seinen Umhang. Die Mutterschafe führt er behutsam ihren Weg. (Jesaja 40:11)

Dienstag, 28. April 2026

Biographien: C.T. Studd

C.T. Studd ist ein Name, der unter Missionaren und missionsinteressierten Christen bekannt ist. C.T. Studd lebte von 1860 bis 1931 und ist Gründer der WEC Missionsgesellschaft.

Studd war Student an der bekannten Eton Universität in England, als er mit 18 Jahren zum Glauben an Jesus kam. Als 16-Jähriger zeichnete er sich aus als äußerst guter Kricketspieler, mit 19 war er Kapitän der Universitätsmannschaft von Eton. Auch an den Universitäten von Trinity und Cambridge tat er sich hervor als ausgezeichneter Spieler. Eine große internationale Karriere lag vor ihm und bis heute ist er als Kricketspieler bekannt. Aber sein Leben verlief anders.

Seine Liebe zu Jesus kühlte ab, seine Liebe zum Sport wuchs. Über diese Jahre schrieb Studd: „Anstatt zu gehen und anderen von Jesu Liebe zu erzählen, war ich selbstsüchtig und behielt diese Erkenntnis für mich. Das Ergebnis war, dass meine Liebe zu Jesus immer mehr abkühlte und die Liebe zur Welt einzog. Sechs Jahre verbrachte ich in diesem unglücklichen Zustand.“

Es war die schlimme Krankheit seines Bruders Charles, die die Wende brachte. „Was ist aller Ruhm und alle Schmeichelei wert ... wenn man vor den Toren der Ewigkeit steht?“ fragte er sich in dieser Zeit und kam zu dem Ergebnis:  „Ich weiß, dass Kricket nicht ewig bleiben wird, auch Ehre nicht – und gar nichts in dieser Welt. Wertvoll ist das Leben, das für die zukünftige Welt gelebt wird.“

Studd spendete sein gesamtes Vermögen im heutigen Wert von mehreren Millionen Euro und lebte fortan in völliger Abhängigkeit von der Versorgung durch Gott.

Hudson Taylor war es, den Gott gebrauchte, C.T. Studd in die Mission zu rufen. 1885 segelte er zu seinem ersten Überseeeinsatz nach China, wo er Gott unter vielen Gefahren und Schwierigkeiten diente, bis er 1894 aus gesundheitlichen Gründen zurückmusste nach England. 1896/97 war er aktiv, in amerikanischen Universitäten Studenten zu Jesus und in die Mission zu rufen. Im Jahr 1900 ging er mit seiner ganzen Familie für 6 Jahre als Pastor nach Indien. Nach einem kurzen Aufenthalt in England, in dem ihm die große Not in Afrika aufs Herz gelegt wurde, reiste er 1910 nach Afrika aus und arbeitete dort bis zu seinem Tod im Jahr 1931. All das nicht ohne Hindernisse. Kein Geld, ausgereist entgegen ärztlichem Rat, fallengelassen von Geschäftsleuten, die ihm Unterstützung zugesagt hatten, so zog er los, im Vertrauen auf Gott, der ihn gesandt hatte.

C.T. Studd lebte durch viele Anfechtungen, Schwierigkeiten und Krankheiten, bei denen er fast alle Zähne verlor und mehrere Herzinfarkte überlebte. Seinen Enkeln schrieb er:
 
„Nur ein Leben, bald wird es vorüber sein. 
Nur, was für Jesus getan wurde, wird bleiben.“
 
Nach diesem Motto hat C.T. Studd gelebt und gearbeitet. Am 16. Juni 1931 verstarb er im Alter von 70 Jahren Ibambi, einer Stadt im Kongo / Afrika. Ein hingegebenes und gesegnetes Leben endete mit dem Ausruf „Halleluja!” auf seinen Lippen. 

Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen;wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.
 (1 Korinther 3:11-15)

Wofür lebst Du? Was wird bleiben am Tor der Ewigkeit? Anders gefragt:  
 
Ist das, wofür Du lebst, auch wert, dafür zu sterben?

Montag, 27. April 2026

Wen, was oder wie viel benötigt der Herr, um zu retten?

Kriegszustand! Die verfeindeten Armeen gönnen sich eine Pause. Die einen sind in der Ebene, die anderen im Gebirge. Und dann kommt dem Gott-gläubigen Sohn des Heerobersten der Gedanke: „Ich will doch mal sehen, ob Gott uns nicht einen unkonventionellen Sieg über einige der verfeindeten Soldaten gibt und uns von ihrer Unterdrückung befreit.“ Zu seinem Waffenträger sagt Jonathan, der Sohn des israelischen Königs: 

„Vielleicht wird der Herr durch uns wirken; denn es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten!“ (1 Samuel 14:6)

Wie oft hat mir dieser Vers in den vergangenen Jahren Mut gemacht! Was meinst Du, worum es geht? Spricht dieser Vers nicht die Souveränität Gottes an, der durch viel oder durch wenig retten kann? Durch viel oder wenig Arbeit! Viel oder wenig Predigen! Viel oder wenig Anstrengung. Viel oder wenig Zeit! Immerhin – ER ist es, der rettet. Wir sind lediglich aufgefordert, treu zu sein. Das ist alles, was den Herrn interessiert: Treue! 

 Wenn Er Treue in uns findet, dann rettet Er – durch viel oder wenig! Eigentlich ein demütigender Gedanke. Dieser Vers ruft uns nicht auf, es auf die leichte Schulter zu nehmen. Er ruft uns vielmehr auf, treu zu sein und dem Herrn zu vertrauen, sein mächtiges Rettungswerk durch das Wenige zu vollbringen, das wir Ihm geben können.

„Für den Herrn gibt es KEIN Hindernis, durch viel oder durch wenig zu helfen.“ (Elberfelder Übersetzung) 

KEIN Hindernis - versichert uns, dass es tatsächlich absolut NICHTS gibt, das Gott zurückhalten kann, die zu retten, die Er retten möchte! Das macht uns Mut, das schlichte Gebet für andere zu sprechen, das Traktat (mit oder ohne Worte) weiterzugeben, das kurze Bekenntnis zu Jesus auszusprechen! 

Lasst uns nicht denken, auf unser „Weniges“ käme es nicht an. Wenn wir nur treu sind, kann der Herr ohne Weiteres retten, „denn es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.“ Halleluja! 

Sonntag, 26. April 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 5:43-48

43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,
45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner[11] dasselbe?
47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist! 
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

„Feinden Liebe erweisen, Fluchende segnen,
Hassenden wohl tun, für Beleidiger und Verfolger bitten,
sieht der Herr als etwas an, das unerlässlich ist für jeden,
der Ansprüche auf das Himmelreich,
Anspruch auf ein Kindesrecht bei Gott machen will.
Eine Liebe, die nur liebt, wenn man auch geliebt wird,
gilt dem Herrn rein gar nichts.
Denn neben ihr kann man noch durch sonstiges Hassen und Neiden
ein fluchwürdiger Sünder bleiben,
wie man sich auch durch sie von den ärgsten Sündern nicht unterscheidet.“
(Johann Christoph Blumhardt)

 
"Das Evangelium gilt auch denen, die den Glauben verfolgen.
Es richtet die Pfeile der Liebe gegen die Herzen der Feinde."

(Matthew Henry)

Samstag, 25. April 2026

Ist Freude auf den Himmel legitim?

Uns geht es im Großen und Ganzen gut, oder? Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, Freunde, einen Computer, ein relativ gut funktionierendes Sozialsystem und Gesundheitssystem und viele andere Privilegien. Und während ich dies schreibe, scheint sogar die Sonne. Ist es dennoch legitim, sich auf den Himmel zu freuen?

An einem Tag schickte Jesus seine Jünger, um das Evangelium vom Reich Gottes zu verkündigen, Kranke zu heilen und Ihn, Jesus, zu bezeugen. Kurze Zeit später kamen die Jünger begeistert zurück. „Herr, sogar die Dämonen waren uns untertan in deinem Namen!“ Und was war Jesu Antwort? Er sagt, dass es noch Größeres gibt als wunderbare Bewahrungen, Heilungen und Dämonenaustreibungen. Jesus sagt:

„Doch darüber freut euch nicht, 
dass euch die Geister untertan sind.
Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“
 (Lukas 10:20)


Es gibt größeren Grund zur Freude im Himmel als die größte Freude, die man sich auf Erden vorstellen kann. Freude auf den Himmel ist daher nicht mit „Lebensmüdigkeit“ oder „Märtyrertum“ gleichzusetzen. Freude auf den Himmel möchte man eher vergleichen mit der kindlichen Vorfreude auf Weihnachten, eine freudige Spannung, die Erwartung von etwas ganz Großem. Noch ist es ein verhülltes Mysterium, aber alle Hinweise und Offenbarungen versprechen die Enthüllung einer Herrlichkeit, die mit menschlichen Worten nicht zu beschreiben ist.

Leider hängen wir oft unsere Herzen so sehr an das Zeitliche und Sichtbare, mit dem wir überdurchschnittlich gesegnet sind, dass wir das Ewige und (momentan noch) Unsichtbare vergessen oder grob vernachlässigen. In Johannes 14:3 sagt Jesus seinen Jüngern:

„Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen;
wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. 
Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten.“

Der Musiker Keith Green überlegt: Wenn Jesus diese herrliche Welt in nur 6 Tagen erschaffen hat, und an unseren Wohnungen bereits seit 2000 Jahren arbeitet, dann muss das Leben hier auf der Erde wie ein Leben im Mülleimer sein, verglichen zu dem, was auf uns wartet.

Und wir sollten uns nicht freuen?

Freitag, 24. April 2026

Nur, wenn unsere Liebe stärker ist ...

Das örtliche Fitness Studio, in dem ich Mitglied bin, ist nicht wirklich meine erste Wahl der Freizeitbeschäftigung. Vor vielen Jahren haben mir unsere Kinder einen Gutschein geschenkt, der die ersten 6 Wochen im Fitnesstraining abdeckte. Mittlerweile sind aus 6 Wochen viele Jahre geworden. Aber es kostet mich immer noch Überwindung. Um den Kampf zu gewinnen, höre ich durch die Bibel oder verschiedene Podcasts von Open Doors, wenn ich auf dem Laufband laufe oder mich schwitzend auf dem Rad abstrample.

Manche Bücher habe ich förmlich verschlungen, unter anderem zwei, die Bruder Andrew von Open Doors geschrieben hat. Das eine Buch trägt den Titel: „Verräter ihres Glaubens“ und erzählt die Geschichte von Menschen in einem Land des Mittleren Ostens. Sie kommen zum Glauben an Jesus und erfahren als Konsequenz furchtbare Verfolgung und Schwierigkeiten. Das Buch ist in Romanform geschrieben, sehr fesselnd und leicht zu lesen. 

Das zweite Buch heißt: „Licht zwischen den Fronten“ und beschreibt Bruder Andrews ausführliche Reisen im Nahen Osten und seine Liebe, die sich nach allen ausstreckt, Juden, Christen und Moslems.
 
Ausführlich werden seine Begegnungen mit arabischen und palästinensischen Christen beschrieben, ihr Leiden und ihre Kämpfe. Viel wird geschrieben über Bruder Andrews Besuche bei den Führern verschiedener Organisationen, wie die Hamas, die PLO oder Hisbollah. Die meisten Christen würden nicht einmal einen Gedanken daran verschwenden, für die Leiter dieser Organisationen zu beten. Bruder Andrew tut nicht nur das. Er besucht sie auch, erzählt ihnen von Jesus und betet mit ihnen. Er lässt das Licht des Evangeliums dort scheinen, wo die Dunkelheit am dunkelsten ist und wo es am dringendsten gebraucht wird. Und hier kommt ein Satz aus dem Buch rein, den ich nicht vergessen kann. Er lautete etwa so: 

„Wenn Christen Moslems für Jesus gewinnen möchten, muss ihre Liebe stärker sein als ihr Hass!“ 

Wenn unsere Liebe also stärker ist als ihr Hass – dann wird Liebe gewinnen und Liebe wird viele für den Retter gewinnen. Das Problem liegt darin, dass wir gewöhnlich bereit sind, alle möglichen Menschen zu lieben – nur nicht die Feinde des Kreuzes. Jesus fordert uns auf, unsere Feinde zu lieben, aber wir beschränken unsere Liebe auf andere Christen, auf Israel und auch auf Nichtchristen, die irgendwo toleranter scheinen. Wir wählen den einfacheren Weg und ignorieren den Auftrag Jesu, der immer noch Gültigkeit hat: "Liebet eure Feinde!" 
 
Auch Jesu Beispiel hat immer noch Gültigkeit: die Ungeliebten zu lieben und für sie zu beten. Ebenso haben seine Worte noch Gültigkeit: Ein Herz ohne Liebe ist wie ein schallendes Erz: wertlos! Aber wir alle können verändert werden. 

„Wenn wir Moslems für Jesus gewinnen möchten, muss unsere Liebe stärker sein als ihr Hass!“ 
 
Wir alle leben in einer zunehmend feindseligen Welt. Das muss uns nicht überraschen. Jesus hat uns das bereits im Voraus prophezeit. Als Nachfolger Jesu dürfen wir unsere Herzen nicht mit einer Islamphobie füllen lassen. Wir sollten vielmehr unsere Herzen durchforschen, uns von allem abwenden, was nicht Jesus-ähnlich ist und uns erfüllen lassen mit seiner Liebe. Diese Liebe wird uns aktivieren, das Licht Jesu dort scheinen zu lassen, wo es am dunkelsten ist.

PS: Kämpfst Du damit, deine (moslemischen) Nachbarn zu lieben? Lies eins oder beide der oben erwähnten Bücher und lass Gott sie benutzen, dich zu inspirieren.

 

Donnerstag, 23. April 2026

Gott Sichtungen

Jeden Morgen werde ich an andere Religionen erinnert, wenn ich durch verschiedene Gebetsapps an vom Evangelium unerreichte Völker erinnert werde. Dabei wanderten meine Gedanken kürzlich zu den verschiedenen Gottheiten des Hinduismus. Sie sind uns von Bildern bekannt. Da ist die Schlangengottheit Sheshna, der Elefantengott Ganesha, oder der Affengott Hanuman. Auch andere Gottheiten wie z.B. Kali, die schwarze Göttin des Todes sehn nicht gerade erbaulich aus. Ich habe mich gefragt, mit welchen Gefühlen, welcher Zuversicht oder Hoffnung Menschen sich diesen Gottheiten aus Stein oder Metall nähern.

Der Mensch wollte etwas vor Augen haben, wie damals Israel in der Wüste, als man das goldene Kalb schuf und verehrte. Man wollte etwas zum Anfassen, für die Vorstellungskraft – egal wie es aussah. Als der gottlose König Herodes im herrlichen königlichen Gewand eine Rede hielt, war das Volk so mesmerisiert, dass es begeistert ausrief (Apostelg. 12:22): „Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen!“ Sie brauchten das physisch Sichtbare, Hörbare, Fühlbare.

Gott, als unser Schöpfer, kennt uns. Er weiß, was Er geschaffen hat und wie wir ticken. Und in Jesus ist Er uns und unseren Bedürfnissen entgegengekommen. Mehrmals erklärt Jesus den Menschen Seiner Zeit:

Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. (Johannes 12:45)

Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. (Johannes 14:9)

Und das bezeugt der Apostel Johannes noch einmal in seinem 1 Brief (1:1):

Das Wort, das zum Leben führt, war von Anfang an da. Wir haben es selbst gehört und mit eigenen Augen gesehen, ja, wir haben es angeschaut und sogar mit unseren Händen berührt.

Wie herrlich, wie befreiend, nicht an das Sichtbare, Groteske, Furchterregende oder an das Faszinierende gebunden zu sein. Gott ist gekommen, ist in Jesus Mensch geworden wie wir, hat unter uns gelebt, kennt jeden von uns und weiß, wie es sich „anfühlt“, Mensch zu sein. Er hat uns vorgelebt, wie man ein Gott wohlgefälliges Leben führt, hat uns den Weg des Lebens gezeigt und uns belehrt, wie wir darauf gehen sollen.

Und wenn wir uns mit Jesus beschäftigen, dessen Leben und Lehren uns in der Bibel vor Augen gemalt werden, dann „sehen“ und „hören“ wir Ihn auch heute noch, dann „begegnen“ wir Ihm bis heute. Das ist es, was Hiob meinte, als er Gott im Leid begegnet war und ausrief (Hiob 42:5): „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“

Wer Gott begegnen möchte, benötigt keine Gott Sichtungen, weder Götzen aus Stein oder Metall, noch akustische Stimulation. Wer Gott begegnen möchte benötigt nur eins: eine offene Verbindung zu Jesus. Wer mit Ihm verbunden ist, ist mit Gott verbunden. Über Mose heißt es (Hebräer 11:27):

Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren.

Was sogar für Mose im Alten Testament möglich war, ist für uns Nachfolger Jesu im Neuen Testament noch viel mehr möglich. Wir haben das Leben Jesu vor Augen, Seine Lehre niedergeschrieben vor uns und den Heiligen Geist Gottes in uns. Wir sind frei von äußeren Hilfsmitteln, die sich allesamt als nutzlos erweisen würden. Wir haben Jesus!

Mittwoch, 22. April 2026

Der betende Hyde

Gestern ging es an unserem Biographiedienstag um John Hyde, Hier ein Auszug aus einem Internetartikel zum Thema: Gebet

John „Praying“ Hyde ... war als Beter das Hauptwerkzeug einer Erweckung unter den Hindus, die so weit um sich griff, dass man diese später „The Punjab People‘s Movement“ nannte
(Die Punjabi Volksbewegung).

Es kamen dabei Zehntausende zum Glauben. Im Frühjahr 1904 schloss sich John Hyde mit anderen Missionaren der gleichen Region (Punjab) zur Punjab Prayer Union zusammen. Die Mitglieder dieser Vereinigung beantworteten folgende fünf Fragen mit Ja und bekräftigen das mit ihrer Unterschrift:

  1. Betest Du um Erweckung in Deinem eigenen Leben, im Leben Deiner Mitarbeiter und in der Gemeinde?
  2. Sehnst Du Dich nach größerer Kraft des Heiligen Geistes in Deinem Leben und deiner Arbeit und bist Du davon überzeugt, dass Du ohne Seine Kraft nicht weiterkommst? 
  3. Wirst Du darum bitten, dass Du Dich des Namens Jesus nicht schämst?
  4. Glaubst Du, dass Gebet das wichtigste Mittel ist, um diese geistliche Erweckung zu erreichen?
  5. Bist Du bereit, jeden Tag so bald wie möglich nach 12 Uhr Mittags eine halbe Stunde zu reservieren für das Gebet um diese Erweckung?
  6. Bist Du bereit, so lange zu beten, bis die Erweckung kommt? (Carré, Praying Hyde)
Das hört sich für unsere Ohren natürlich fast gesetzlich an, für manche Ohren nicht nur “fast”. Andererseits sind diese Fragen von Menschen gestellt worden, die wussten, was Gebet ist, was Gebet kostet und was die richtige Einstellung zum Gebet ist.

Auch während der Erweckung, die unter Jeremiah Lanphier aufgrund von Mittagsgebeten entstand, (tägliche Treffen von 12-13 Uhr, ) gab es ganz konkrete Richtlinien, um die Treffen lebendig und geordnet, aber trotzdem unter der Leitung des Heiligen Geistes zu veranstalten. So sollte pünktlich begonnen und geschlossen werden, damit jeder pünktlich an seinen Arbeitsplatz zurückkam. Zu Beginn wurde ein Lied gesungen, ein Vers gelesen, vielleicht noch ein kurzes Wort gesagt und dann wurde gebetet. Die Gebete mussten kurz gehalten werden, damit jeder sich beteiligen konnte. All das war weder gesetzlich noch kleinkariert. Es war vielmehr wohldurchdacht und geistgeleitet, denn aufgrund dieser Gebete begann eine Erweckung, die Hunderttausende ins Reich Gottes brachte.

Christen heute sind schnell dabei, Gebetsgemeinschaften zu kritisieren, Formen zu kritisieren oder einander zu kritisieren. Lasst uns doch mal andersherum beginnen: Lasst uns die 6 Fragen stellen, die John Hyde stellte. Und dann lasst uns zusammenkommen und beten, mit Inbrunst, mit Verlangen, mit Sehnsucht – und miteinander. Erweckungen begannen immer auf diese Weise.
 
Gebetsversammlungen sind nicht da, um etwas zu empfangen, sondern um etwas zu geben: Zeit, Interesse und Anteilnahme für Gottes Anliegen und für die Freuden und Leiden unserer Mitgeschwister und Mitmenschen. (Wolfgang Bühne) 

Wer zu Hause täglich nur fünf Minuten im Gebet zubringt, wird kaum Interesse daran haben, mit der Gemeinde fünfzig Minuten zu beten! (Wolfgang Bühne)