Die alte Fabel des antiken griechischen Dichters Aesop erzählt von einem herrlichen Stückchen Erde mitten in der schönen Natur, wo ein kleiner Teich lag. Dort lebten eine Ratte und ein Frosch.
Die Ratte hatte die Neigung, sich aufzuspielen und sich wichtig zu machen. Aber auch der Frosch war ein recht eigenwilliger Geselle, der so schnell nicht nachgab. So kam es, dass die beiden immer wieder miteinander in Streit gerieten.
Obwohl der Teich Platz für beide Tiere bot, behauptete die Ratte, dass dies einzig und allein ihr Platz sei und der Frosch sich gefälligst zurückziehen müsse. Da plusterte sich der Frosch auf und quakte mit seiner lauten Stimme, dass dies gar nicht infrage käme, weil er derjenige sei, dem dieser Platz schon immer gehöre. So ging der Streit hin und her und nahm kein Ende.
Die beiden waren so mit Zanken beschäftigt, dass sie die herannahende Gefahr nicht erkannten. Ein kreisender Adler beobachtete die Szene und freute sich über die ahnungslose Beute. Der Raubvogel stürzte vom Himmel herab und packte die beiden Streithähne, um sie kurz darauf genüsslich zu verspeisen.
Interessant, wie alte Fabeln sogar geistliche Gefahren für uns Christen illustrieren können. Streit ist Sünde! Sprüche 10,12 lehrt: Hass erregt Streit, aber die Liebe deckt alle Verfehlungen zu. Hass als Quelle, als Ursache von Streit.
Die Bibel beschreibt verschiedene Situationen, in denen Hass oder Streit zu Entzweiung oder sogar zum Tod führt. Unverständlich, wie manche behaupten, wir müssten eine „gesunde Streitkultur“ entwickeln. Eine gesunde Natur zu sündigen? Eine „gesunde Kultur des Fleisches“? – denn Gottes Wort bezeichnet „Streit“ in Galater 5:20 als „Werk des Fleisches“.
Die tödliche Zerstörungskraft des Streites wird nirgends deutlicher und schmerzhafter als dort, wo Geschwister sich zerstreiten, sei es im familiären oder im gemeindlichen Umfeld. Und wie unsinnig sind solche Streitereien in der Regel. Da geht es um Erbe, um Finanzen, um Vorteile – oder um Meinungen, Geschmack oder theologische Nebensächlichkeiten. Und statt sich auf den gemeinsamen Feind zu konzentrieren, der umhergeht wie ein brüllender Löwe, brüllt man sich gegenseitig an und pocht auf sein Recht – oft nur, um als Gewinner vom Platz zu gehen.
Als die Jünger sich stritten, wer wohl der Größte sei – was war eigentlich der Kern des Streites? Was hätte es einem der Jünger geholfen, als klarer Sieger aus dem Streit hervorzugehen? Nichts! Außer einem gebauchpinselten Ego!
Frosch und Ratte wurden am Ende vom gemeinsamen Feind verspeist. Das soll uns Christen nicht (mehr) passieren! Wir wollen wachsam sein, nicht auf dem Weg streiten (1 Mose 45:24), sondern einander Lieben, wie Er uns geliebt hat und dadurch der Welt ein Zeugnis sein, wer der wahre Gott ist und dass wir Seine Kinder sind.
„Wenn ihr aber
einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt
werdet.“ (Galater 5,15)
„Soviel an euch
liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“ (Römer 12,18)
„Die Liebe deckt auch der Sünden Menge.“ (1. Petrus 4,8)







