„Es ist besser, die Geldbörse zu verlieren als die Beherrschung.“ (Robert C. Chapman)

Freitag, 25. September 2026

Der Himmel

Definitiv einer meiner Lieblingsverse steht in 1. Korinther 2:9, wo es heißt:

Sondern, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«

Paulus bezieht sich hier auf Jesaja 64:3 und Jesaja 65:17:

Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf ihn harren. (...) Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die früheren nicht mehr gedenkt und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden.

Nicht selten hört man die Beschuldigung gegen uns Christen, dass wir uns immer nur auf den Himmel vertrösten. Natürlich ist das völliger Unsinn! Die Verse sprechen nicht nur vom zukünftigen Himmel, sondern auch vom Gott des Himmels, der bereits jetzt und hier unsere Zuversicht und Stärke ist. Im Umfeld von Jesaja 64:3 heißt es:

Ach, dass du die Himmel zerrissest und herabführest (1) ... ja, fahre du herab, dass vor deinem Angesicht die Berge erbeben! (2) ... Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf ihn harren. (3) Du kommst dem entgegen, der sich daran erfreut, Gerechtigkeit zu tun (4).

Und im Umfeld von Jesaja 65:17 lesen wir:

Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die früheren nicht mehr gedenkt und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden; (17) Ihr sollt euch allezeit freuen und frohlocken über das, was ich erschaffe. (18)

Hier wird deutlich, dass der Gott, der diesen unvorstellbar herrlichen Ort, den kein Auge gesehen hat, dessen Beschreibung der Herrlichkeit kein Ohr gehört und der mit nichts verglichen werden kann – dass der Gott dieses Himmels bereits jetzt und heute für die tätig ist, die auf Ihn hoffen, und denen entgegenkommt, die sich an Seiner Gerechtigkeit erfreuen. Noch wird die Herrlichkeit dieses Himmels mit jedem Moment herrlicher, aber wir dürfen uns bereits jetzt daran erfreuen.

Ist das Vertröstung auf ein Jenseits? Nie und nimmer! Ja, wir erfahren durch unser Vertrauen auf Jesus tatsächlich eine solide Vorfreude auf den Himmel, und diese Vorfreude trägt uns durch alle möglichen schweren Zeiten im Leben. Ja, der Spruch: „Das Beste kommt noch!“ tröstet wirklich unsere Herzen. Aber das ist nicht alles. Im Hier und Jetzt, im Hier und Heute erfahren wir die Zuwendung, Hilfe, Kraft, Zuversicht, Freude und den Frieden, den der Gott des Himmels uns bereits jetzt entgegenbringt. Dieser Segen Gottes im Alltag ist real erfahrbar. Und wenn wir diese übernatürlichen Segnungen bereits heute erfahren, dann dürfen wir uns umso mehr auf die Segnungen freuen, die unbeschreiblich und unvorstellbar viel größer sind, als das, was wir heute schon erleben. Offenbarung 21:4 belehrt uns:

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Es wäre töricht, sich in unserer Zeit der Kriege, Unruhen, Katastrophen, Ratlosigkeit, Streitereien und des politischen Chaos, wohin man auch blickt – nicht zu freuen auf das, was Gott uns verheißt: einen Himmel, ohne Tränen, Schmerzen und jegliches Leid. Einen Himmel, in dem nichts nervt, in dem niemand nervt, in dem niemand über Theologie, Formen, Traditionen oder Bibelverständnis diskutiert. Ein Himmel, der alles Vorstellbare übersteigt.

Sagt, was ihr wollt – ich freue mich drauf!

Donnerstag, 24. September 2026

Warum greift Gott nicht ein?

Wie oft habe ich mir in letzter Zeit diese Frage gestellt! Nein, ich habe Gott nicht angeklagt. Ich halte weiter an der Tatsache fest, dass Gottes Wege immer gut und richtig sind. In Jesaja 55:8+9 belehrt uns Gott durch den Propheten:

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Und in Römer 8:28 heißt es unmissverständlich:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Nimmt man noch die Psalmworte aus Psalm 145:17 und Psalm 18:31 hinzu:

Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (...) Dieser Gott – sein Weg ist vollkommen! Das Wort des Herrn ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

... dann kommen wir nicht umhin, unsere Herzen vor Ihm zu beugen, unser Zweifeln und Klagen loszulassen und Ihm zu danken und zu vertrauen.

Trotzdem! Die Frage bohrt weiter: „Warum greift Gott nicht ein?“

  • Wir beten für zahlreiche kranke Freunde ...
  • Wir beten für die Bekehrung von Freunden und Verwandten
  • Wir beten um die Rückkehr von „verlorenen Schafen“
  • Wir beten um Arbeiter für das Missionsfeld
  • Wir beten um Mitarbeiter in unseren Gemeinden
  • Wir beten für den Frieden in den vielen (!) Kriegsregionen unserer Welt
  • Wir beten für alles Mögliche, auch weil der Herr uns zuruft und ermutigt: Betet! Hört nicht auf zu beten!

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. (Matthäus 7:7+8) Betet ohne Unterlass! (1 Thessalonicher 5:17)  Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Danksagung. (Kolosser 4:2)

Aber warum greift Gott nicht ein? ... Greift Er nicht ein? Kann es sein, dass unsere Augen gehalten werden, dass uns die Informationen über Sein Handeln oft nicht erreichen, dass Er uns vor Stolz beschützt? Kann es sein, dass Er sogar ganz gewaltig eingreift, nur anders, als wir es erwartet haben? In der Ausgabe von IDEA 21, 2026 war vor Kurzem zu lesen:

Die evangelikale Bewegung in der Ukraine verzeichnet seit Beginn des russischen Angriffskriegs starken Zulauf: Nach Angaben des ukrainischen Baptistenbundes sind mehr als 100 neue Gemeinden entstanden, über 13 000 Menschen ließen sich taufen. Die Zahl der Taufen im selben Zeitraum liege deutlich höher als vor dem Krieg, sagte der Vizepräsident des Bundes, Igor Bandura, dem US-Informationsdienst Christian Newswire. Das Wachstum sei in allen Evangelikalen Konfessionen zu beobachten. Pastoren beobachteten ein wachsendes Interesse vor allen bei jungen Männern, die eingezogen wurden.

Das vor Kurzem an dieser Stelle empfohlene Buch „Aufbruch in die Freiheit“ zeigt ebenfalls, wie mächtig Gott auf Gebete reagiert – aber Seine Antworten sehen wir oft nicht oder erst viel später.

Die Frage regt sich sicher immer wieder mal in unseren Herzen: „Warum greift Gott nicht ein?“ Er greift ein! Er verheißt, dass Er eingreifen wird. Er verheißt nicht, dass Er uns Sein Eingreifen immer erkennen lassen wird. Darum lasst uns anhalten am Gebet – und das mit Danksagung, dass Er uns hört.

Mittwoch, 23. September 2026

Eine neue Chance?

„Die Bibel für die zweite Chance“ – so lautet die Bezeichnung der Bibel, die ich heute Morgen zur Hand nahm. Sie ist mit wertvollen Fußnoten versehen für Menschen, die irgendwie gefangen sind und eine zweite Chance benötigen.

Ich finde den Titel durchaus passend. Nicht nur in unserer Zeit, sondern zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die aus diesem oder jenem Grund am Ende waren und eine zweite Chance benötigten – und sie bei Jesus gefunden haben.

Mir fällt Jona ein. Berufener Prophet; beauftragter Prophet. Aber ängstlich, oder unwillig – auf jeden Fall grob ungehorsam. Daraufhin nimmt sein Leben eine gefährliche und zerstörerische Wende. Aber Jona kommt ins Nachdenken, bittet Gott um Vergebung und erhält eine zweite Chance. Die nutzt er und sein Dienst wird in unfassbarem Maße gesegnet.

Oder David. Er hat es ja mehrmals vergeigt. Natürlich ist er bekannt als der „Mann nach dem Herzen Gottes“, aber mindestens genauso bekannt wie dieser schöne Zusatz zu seinem Namen ist sein Fall in Ehebruch und Mord. Und das war nicht sein einziger Fall. Warum bekam er eine zweite Chance? Es ist nachzulesen in Psalm 51, wo David sein Herz vor Gott ausschüttet:

 3 O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! 4 Wasche mich völlig rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. 8 Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so lass mich im Verborgenen Weisheit erkennen! 9 Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! 10 Lass mich Freude und Wonne hören, damit die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten! 12 Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von Neuem einen festen Geist in meinem Innern!13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! 15 Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd rühmen.

 David kehrte um von seinem verkehrten Weg, bereute seine Schuld aufrichtig vor Gott, erhielt volle Vergebung und eine neue Chance.

Ähnlich erging es Johannes Markus. Wir lesen nicht, dass er wegen Sünde die gemeinsame Missionsreise mit Paulus und Barnabas abbrach. Aber er brach ab und Paulus gefiel das gar nicht. Aber später ist Johannes Markus wieder voll dabei und dient dem Herrn mit Freude.

Neben vielen weiteren Beispielen aus der Bibel soll als letztes der Schächer am Kreuz erwähnt werden. Sein Verbrechen war so groß, dass er die Todesstrafe verdient hatte. Für sein Leben gab es keine zweite Chance, aber für seine Seele sehr wohl. In letzter Minute bittet er Jesus, an ihn zu denken, wenn Er in sein Königreich kommen würde. Jesus sagt ihm zu, dass seine Bitte erhört und seine Seele gerettet wird.

Lass es nicht zur letzten Minute deines Lebens kommen. Wenn Du eine zweite ... oder dritte, vierte, fünfte ... Chance brauchst, dann wende Dich jetzt an Jesus: Jesus ist der Gott der zweiten Chancen. Wer sich an Ihn wendet, wie die Menschen der Bibel es taten, der erhält das Versprechen eines Neuanfangs.

Dienstag, 22. September 2026

Biographie: Robert Chapman

„Apostel der Liebe“ wurde Robert Chapman genannt, der am 4. Januar 1803 in Helsingor / Dänemark in eine sehr reiche, anglikanische Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde. Bis die Familie später nach England zurückkehrte, wurde Robert von seiner Mutter unterrichtet. In England besuchte er ein britisches Internat.

Ab dem Alter von 15 Jahren begann er eine Anwaltsausbildung in London die er als Zwanzigjähriger abschloss und Rechtsanwalt wurde. Robert hatte als brillanter Denker eine große Karriere vor sich. Seine freie Zeit verbrachte er damit, die Armen in London zu besuchen und ihnen zu helfen.

Trotz allem beruflichen Erfolg wurde ihm klar, dass etwas fehlte, um die Leere in seinem Herzen zu stillen. Später schrieb er: „Ich wollte – konnte – die Stimme Jesu nicht hören. Mein Kelch war bitter vor Schuld und den Folgen meines Handelns. Ich hatte die Welt satt, hasste sie in meiner seelischen Verzweiflung, war aber dennoch unfähig und unwillig, sie hinter mir zu lassen.“ Und so kam es in seinem frühen Leben zu einer Wende. Unter der klaren Verkündigung eines Predigers öffnete er sein Herz für das Evangelium. Robert hatte Christus gefunden und sich entschieden, Ihm nachzufolgen.

Als er 1832 feststellte, dass sich nicht mehr alles in seinem Beruf mit seinem Glauben und der Nachfolge Jesu vereinbaren ließ, gab er seine Kanzlei auf, verkaufte seinen Besitz und nahm die Berufung als Pastor einer calvinistisch orientierten Baptistengemeinde in Barnstaple an. Allerdings war es ihm wichtig, sich ausschließlich an Gottes Wort zu orientieren, nicht an denominationalen Überzeugungen. Dazu gehörte unter anderem die Gemeinschaft mit allen Gläubigen, auch, wenn sie nicht nach baptistischen Vorstellungen getauft waren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Gemeinde mehr in die Richtung einer Brüdergemeinde.

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid,
wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13:35)

Robert hatte ein besonderes Herzensanliegen für benachteiligte und arme Menschen und lebte in einem entsprechenden Stadtteil. Sein Mitgefühl und Eifer für diese Leute brachten ihm die Bezeichnung „Apostel der Liebe“ ein.

Als er sich in einer Auseinandersetzung zwischen John Darby und Georg Müller auf Müllers Seite stellte, wollten ihn einige Unterstützer Darbys in Verruf bringen. Sie wurden von Darby selbst mit den Worten zurückgewiesen: „Lasst diesen Mann (Robert Chapman) in Ruhe; wir sprechen von den himmlischen Dingen, aber Robert Chapman lebt in ihnen.“

Obwohl sich Robert Chapman berufen fühlte, Gottes Wort zu verbreiten, meinten Freunde eines Tages, dass er es nie zum Prediger schaffen würde. Roberts Antwort lautete: „Es gibt viele, die von Christus predigen, aber nicht so viele, die Christus leben; mein großes Ziel wird es sein, Christus zu leben.“ Das gelang ihm!

Er stand früh auf, um persönliche Gemeinschaft mit Jesus zu suchen, predigte oft auf der Straße, legte keinen Wert auf Denominationen, hatte aber ein offenes Herz für alle, die Jesus liebten. Er besaß die Fähigkeit, Streit zu schlichten, und war bekannt für Gastfreundschaft in einem äußerst schlicht eingerichteten Haus. Als ein Freund ihm anbot, ein besseres Haus zu nutzen, lehnte Robert das Angebot ab. Er wolle dort bleiben, wo jeder Christ, selbst der Ärmste, ohne zu zögern zu ihm kommen könne.

Fast siebzig Jahre diente Robert Chapman im In- und Ausland dem Herrn. Charles Spurgeon bezeichnete ihn einmal als „den geistlichsten Menschen, den ich je gekannt habe“.

Im hohen Alter von 98 Jahren leitete er eine Stunde lang eine Jahreskonferenz und predigte stehend und voller Eifer das Wort Gottes. Zwei Jahre später, in seinem hundertsten Lebensjahr, erlitt er im Juni (vermutlich) einen Schlaganfall und durfte 10 Tage später heimgehen. Ein Leben, für Jesus gelebt.

„Apostel der Liebe“ – so wurde er von vielen genannt. Er lebte nach der Devise: „Es ist meine Verantwortung, andere zu lieben; nicht danach zu trachten, von anderen geliebt zu werden.“