„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46:10a)

Dienstag, 29. September 2026

Biographie: Abel Binyoni

Ob der Eintrag heute als Biographie durchgeht, bleibt jedem Leser selbst überlassen. Was ich aber vor wenigen Tagen über das Leben von Abel Binyoni gelesen habe, hat mich so inspiriert, dass ich es heute hier weitergeben möchte.

Abel Benyoni wird vermutlich keinem meiner Leser bekannt sein. War er mir auch nicht – bis vor Kurzem; und tatsächlich gibt es kaum Informationen über ihn, auch keine Biographie. Aber er ist im Himmel bekannt, wo er seit 54 in der Gegenwart des Herrn sein darf.

Abel wurde wahrscheinlich im Jahr 1934 oder 1935 in Burundi geboren. Über seine Kindheit gibt es keine weiteren Informationen. Als Erwachsener wurde er bekannt als Schullehrer, Direktor einer Missionsschule der Quäker, als Laienprediger und Leiter einer lokalen Quäkergemeinde in Burundi. 1960 heiratete Abel die in Burundi bekannte Hebamme Mariya Nzigiyimana, die als erste Frau in Burundi eine staatliche Grundschulausbildung abschloss. Mariya arbeitete später als erste professionelle Hebamme der Region und wurde zu einer führenden Persönlichkeit in der Quäker-Frauenbewegung.

Während der brutalen Ausschreitungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi kamen weit über 1 Million Menschen ums Leben. Als 1972 Missionare der Quäker Burundi verließen, schrieb ihnen Abel eine Danksagung: „Wir haben nichts, was wir euch zurückgeben könnten als Dank für alles, was ihr getan habt, uns zu helfen. Aber wir wissen sehr gut, dass unser Herr, der auch euer Herr Jesus ist, es nicht versäumen wird, euch reichlich zu vergelten, weit mehr, als ihr für uns getan habt.“

Im Blutbad, das 1972 in Burundi angerichtet wurde, gab es zahlreiche Christen, die friedlich in den Tod gingen und ihren Mördern vergaben. Abel galt als Intellektueller und stand daher auf der Abschussliste der Feinde. In der Stadt Gitega wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Über seinen Tod wird berichtet, dass er, als er zur Exekution aufstand, darum bat, ein Lied singen zu dürfen. Es wurde ihm gewährt und er beendete sein Leben mit dem Lied: 

Out of my bondage, sorrow and night,
    Aus meiner Knechtschaft, Leid und Nacht,
Jesus, I come. Jesus, I come.
    Jesus, ich komme. Jesus, ich komme.
Into Thy freedom, gladness and light,
    In deine Freiheit, Freude und Licht,
Jesus, I come to Thee
    Jesus, ich komme zu dir.

Als er die vier Strophen des Liedes gesungen hatte, waren die Schützen betroffen von seinem Zeugnis, zögerten kurz und erfüllten dann den Befehl.

Abel Binyoni starb 1972 als Nachfolger Jesu, mit einem Zeugnis für seinen Herrn auf den Lippen.

Seine Haltung bis in den Tod gilt nach Quellen in der christlichen Geschichtsschreibung der Region bis heute als Symbol für Vergebung und spirituelle Standhaftigkeit.

Montag, 28. September 2026

Wenn man nicht mal mehr beten kann ...

Wer kennt diese Stunden oder Tage nicht, an denen die Welt stillzustehen scheint? Tage, an denen nichts mehr geht; Tage, die man wie im Traum verbringt und deren Ende man sich nicht vorstellen kann.

Ich saß am Bett einer Seniorin, einer gläubigen Frau. Sie war krank, vielleicht lebensbedrohlich krank; ohne Kraft, aufzustehen, ohne Kraft für irgendetwas. Gemeinsam mit ihrem Mann meisterte sie die Seniorenjahre. Jetzt war ihr Ehepartner gebrechlich und auf ihre Hilfe angewiesen. Sie hatte Angst. Pure Angst. Nicht Angst vor dem Sterben. Das war – aus der Kraftlosigkeit geboren – fast ihr Wunsch. Nein, es war die Angst, ihrem hilflosen Ehemann nicht helfen zu können und ihn im Todesfall zurücklassen zu müssen. Und so saß ich an ihrem Bett, fischte nach Worten und versuchte, ein offenes Ohr zu haben, wenn die Seniorin versuchte, etwas zu sagen. Irgendwann brach sie in Weinen aus und meinte: „Ich kann nicht mehr! Ich kann nicht mehr die Bibel lesen (das hätte ich in ihrem Zustand auch nicht mehr gekonnt) und ich kann auch nicht mehr beten. Ich bin ohne jede Kraft. Bete Du!“ 

Sie ist ist nicht die Einzige, die durch Täler geht, zu dunkel, um den Weg zu sehen. Sie ist nicht die Einzige, die durch Zeiten geht, in denen die Worte zum Gebet fehlen und das lebendige Wort Gottes nicht mehr als Druckerschwärze zu sein scheint. Erleichternd ist die Tatsache, dass Gott unsere Empfindungen kennt und versteht. In der Schrift heißt es in Hebräer 4:15: 

„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, 
der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, 
sondern einen, der in allem versucht worden ist
in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde.“ 
 
Jesus versteht! Er versteht uns! Er versteht Dich! Er leidet mit uns. Er nimmt uns nicht immer alles ab, was Er uns abnehmen könnte. Aber er ist bei uns, trägt uns, trägt uns hindurch, erträgt uns und liebt uns ungebrochen! Er hält uns fest!
 
Wichtig wurden mir in diesem Zusammenhang zwei Verse. In meiner Stillen Zeit las ich kürzlich in 2. Samuel. Hier wird von dem sehr alten Barsillai geschrieben, der David entgegenkam, als dieser nach seiner Flucht wieder in Jerusalem einzog. Barsillai hatte für den König gearbeitet und war ihm treu geblieben. Jetzt wollte David ihm Gutes tun und lud ihn ein, mit ihm an den königlichen Hof zu kommen. Barsillai will aber lieber seinen Lebensabend in seinem vertrauten Heimatort verbringen und antwortet David:  (2. Samuel 19:37+40) 
 
Dein Knecht würde nur auf kurze Zeit 
mit dem König über den Jordan gehen; ...
Und als das ganze Volk den Jordan überschritten hatte, 
ging der König auch hinüber;
und der König küsste den Barsillai und segnete ihn.
Darauf kehrte dieser wieder an seinen Ort zurück.  
 
Eigentlich unauffällige Worte. Der Gedanke, der mir beim Lesen der Verse durch den Kopf ging, war dieser: Manchmal ist es einfach genug, ein Stück Wegs an der Seite des Herrn zu gehen. Nicht die fetten Speisen am Königshof, nicht die Ehre, ständig einer der engsten Freunde zu sein – einfach still auf dem Weg des Königs neben dem König herzugehen. Manchmal brauchen wir nicht mehr zu tun, manchmal können wir gar nicht mehr tun. Aber das Ende davon, dass wir still neben Ihm hergehen, ist, dass ER uns am Ende küsst und segnet.
 
Halte Dich fest an der Tatsache, dass Jesus Dich versteht, dass Er in allen Tälern bei Dir bleibt und es manchmal reicht, einfach ein Stück unseres Wegs neben Ihm herzugehen. Am Ende stehen sein Kuss und Sein Segen.
 
Der Herr segne Dich!

Sonntag, 27. September 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 23:2-12

Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt.
3 Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.
4 Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; sie aber wollen sie nicht mit einem Finger anrühren.
5 Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß,
6 und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen
7 und die Begrüßungen auf den Märkten, und wenn sie von den Leuten »Rabbi, Rabbi« genannt werden.
8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder.
9 Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
10 Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus.
11 Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein.
12 Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
 
Einladung zum Gottesdienst
Anbetung - Gebet 
Predigt - Gemeinschaft 
Heute wegen dem Ökomarkt kein gemeinsamen Mittagessen 

Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Die Vorrechte des Evangeliums 
sind die Stolpersteine des Gesetzlichen. 
(Charles H. Spurgeon)

Samstag, 26. September 2026

Esel auf Probe

Der griechische Dichter Aesop lebte ca. 600 Jahre vor Christus und schrieb Geschichten, die Wahrheiten verdeutlichten. „Der Esel auf Probe“ ist eine dieser Geschichten.

„Ein Mann kaufte einen Esel, aber nicht gleich endgültig, sondern er machte eine Probezeit aus. Als er mit ihm in seinen Hof kam, wo schon mehrere Esel teils bei der Arbeit, teils bei der Abfütterung waren, ließ er ihn frei laufen. Sogleich trottete der Neue zu dem faulsten und gefräßigsten Gefährten und stellte sich zu ihm an die Futterkrippe. Da legte ihm der Mann den Strick wieder um den Hals und brachte ihn dem bisherigen Besitzer zurück. 
"So schnell kannst du ihn doch gar nicht erprobt haben", wunderte sich der.  "O mir genügt, was ich gesehen und erfahren habe: Nach der Gesellschaft, die er sich ausgesucht hat, ist er ein übler Bursche!“

Was Aesop in dieser Geschichte zu verstehen gibt, kommt bei uns in verschiedenen Sprichwörtern zu Tage, in denen es z.B. heißt:
"Sag mir, mit wem Du gehst, und ich sage Dir, wer Du bist" oder auch: „Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist“.

Mich inspiriert diese Fabel zu der Frage: „Welche Menschen oder Menschengruppen ziehen mich an?“ Ich beobachte um mich herum, wie bestimmte Menschen immer wieder ihresgleichen finden. Das ist manchmal gut – zum Beispiel, wenn sich Christen finden – und manchmal definitiv schlecht – wenn sich Problempersonen finden.

Wem schließt Du Dich an, wenn Du „losgelassen“ wirst? Welche Gesellschaft suchst Du Dir aus, sei’s im Urlaub, auf der Geschäftsreise oder in Deiner Freizeit?  „Gleich und Gleich gesellt sich gern“  sagt das Sprichwort. Gut ist es, wenn wir immer wieder mal unsere Lebenspraktiken unter die Lupe nehmen und am Wort Gottes prüfen. Gottes Wort sagt uns:

„Lasst euch nicht irreführen:
Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ 
(1 Korinther 15:33)

Nähre Dich nicht aus dem Futtertrog der Welt. Lerne nicht in ihrer Schule. Halte Dich zu denen, für deren Umgang Du erkauft wurdest. Such den Umgang, für den Dein Herr Dich erworben hat: Teil an Seinem (geistlichen) Leib zu sein – zu Seiner Ehre!

Herzliche Einladung zum Gottesdienst morgen:

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr  

Freitag, 25. September 2026

Der Himmel

Definitiv einer meiner Lieblingsverse steht in 1. Korinther 2:9, wo es heißt:

Sondern, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«

Paulus bezieht sich hier auf Jesaja 64:3 und Jesaja 65:17:

Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf ihn harren. (...) Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die früheren nicht mehr gedenkt und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden.

Nicht selten hört man die Beschuldigung gegen uns Christen, dass wir uns immer nur auf den Himmel vertrösten. Natürlich ist das völliger Unsinn! Die Verse sprechen nicht nur vom zukünftigen Himmel, sondern auch vom Gott des Himmels, der bereits jetzt und hier unsere Zuversicht und Stärke ist. Im Umfeld von Jesaja 64:3 heißt es:

Ach, dass du die Himmel zerrissest und herabführest (1) ... ja, fahre du herab, dass vor deinem Angesicht die Berge erbeben! (2) ... Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf ihn harren. (3) Du kommst dem entgegen, der sich daran erfreut, Gerechtigkeit zu tun (4).

Und im Umfeld von Jesaja 65:17 lesen wir:

Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die früheren nicht mehr gedenkt und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden; (17) Ihr sollt euch allezeit freuen und frohlocken über das, was ich erschaffe. (18)

Hier wird deutlich, dass der Gott, der diesen unvorstellbar herrlichen Ort, den kein Auge gesehen hat, dessen Beschreibung der Herrlichkeit kein Ohr gehört und der mit nichts verglichen werden kann – dass der Gott dieses Himmels bereits jetzt und heute für die tätig ist, die auf Ihn hoffen, und denen entgegenkommt, die sich an Seiner Gerechtigkeit erfreuen. Noch wird die Herrlichkeit dieses Himmels mit jedem Moment herrlicher, aber wir dürfen uns bereits jetzt daran erfreuen.

Ist das Vertröstung auf ein Jenseits? Nie und nimmer! Ja, wir erfahren durch unser Vertrauen auf Jesus tatsächlich eine solide Vorfreude auf den Himmel, und diese Vorfreude trägt uns durch alle möglichen schweren Zeiten im Leben. Ja, der Spruch: „Das Beste kommt noch!“ tröstet wirklich unsere Herzen. Aber das ist nicht alles. Im Hier und Jetzt, im Hier und Heute erfahren wir die Zuwendung, Hilfe, Kraft, Zuversicht, Freude und den Frieden, den der Gott des Himmels uns bereits jetzt entgegenbringt. Dieser Segen Gottes im Alltag ist real erfahrbar. Und wenn wir diese übernatürlichen Segnungen bereits heute erfahren, dann dürfen wir uns umso mehr auf die Segnungen freuen, die unbeschreiblich und unvorstellbar viel größer sind, als das, was wir heute schon erleben. Offenbarung 21:4 belehrt uns:

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Es wäre töricht, sich in unserer Zeit der Kriege, Unruhen, Katastrophen, Ratlosigkeit, Streitereien und des politischen Chaos, wohin man auch blickt – nicht zu freuen auf das, was Gott uns verheißt: einen Himmel, ohne Tränen, Schmerzen und jegliches Leid. Einen Himmel, in dem nichts nervt, in dem niemand nervt, in dem niemand über Theologie, Formen, Traditionen oder Bibelverständnis diskutiert. Ein Himmel, der alles Vorstellbare übersteigt.

Sagt, was ihr wollt – ich freue mich drauf!

Donnerstag, 24. September 2026

Warum greift Gott nicht ein?

Wie oft habe ich mir in letzter Zeit diese Frage gestellt! Nein, ich habe Gott nicht angeklagt. Ich halte weiter an der Tatsache fest, dass Gottes Wege immer gut und richtig sind. In Jesaja 55:8+9 belehrt uns Gott durch den Propheten:

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Und in Römer 8:28 heißt es unmissverständlich:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Nimmt man noch die Psalmworte aus Psalm 145:17 und Psalm 18:31 hinzu:

Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (...) Dieser Gott – sein Weg ist vollkommen! Das Wort des Herrn ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

... dann kommen wir nicht umhin, unsere Herzen vor Ihm zu beugen, unser Zweifeln und Klagen loszulassen und Ihm zu danken und zu vertrauen.

Trotzdem! Die Frage bohrt weiter: „Warum greift Gott nicht ein?“

  • Wir beten für zahlreiche kranke Freunde ...
  • Wir beten für die Bekehrung von Freunden und Verwandten
  • Wir beten um die Rückkehr von „verlorenen Schafen“
  • Wir beten um Arbeiter für das Missionsfeld
  • Wir beten um Mitarbeiter in unseren Gemeinden
  • Wir beten für den Frieden in den vielen (!) Kriegsregionen unserer Welt
  • Wir beten für alles Mögliche, auch weil der Herr uns zuruft und ermutigt: Betet! Hört nicht auf zu beten!

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. (Matthäus 7:7+8) Betet ohne Unterlass! (1 Thessalonicher 5:17)  Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Danksagung. (Kolosser 4:2)

Aber warum greift Gott nicht ein? ... Greift Er nicht ein? Kann es sein, dass unsere Augen gehalten werden, dass uns die Informationen über Sein Handeln oft nicht erreichen, dass Er uns vor Stolz beschützt? Kann es sein, dass Er sogar ganz gewaltig eingreift, nur anders, als wir es erwartet haben? In der Ausgabe von IDEA 21, 2026 war vor Kurzem zu lesen:

Die evangelikale Bewegung in der Ukraine verzeichnet seit Beginn des russischen Angriffskriegs starken Zulauf: Nach Angaben des ukrainischen Baptistenbundes sind mehr als 100 neue Gemeinden entstanden, über 13 000 Menschen ließen sich taufen. Die Zahl der Taufen im selben Zeitraum liege deutlich höher als vor dem Krieg, sagte der Vizepräsident des Bundes, Igor Bandura, dem US-Informationsdienst Christian Newswire. Das Wachstum sei in allen Evangelikalen Konfessionen zu beobachten. Pastoren beobachteten ein wachsendes Interesse vor allen bei jungen Männern, die eingezogen wurden.

Das vor Kurzem an dieser Stelle empfohlene Buch „Aufbruch in die Freiheit“ zeigt ebenfalls, wie mächtig Gott auf Gebete reagiert – aber Seine Antworten sehen wir oft nicht oder erst viel später.

Die Frage regt sich sicher immer wieder mal in unseren Herzen: „Warum greift Gott nicht ein?“ Er greift ein! Er verheißt, dass Er eingreifen wird. Er verheißt nicht, dass Er uns Sein Eingreifen immer erkennen lassen wird. Darum lasst uns anhalten am Gebet – und das mit Danksagung, dass Er uns hört.

Mittwoch, 23. September 2026

Eine neue Chance?

„Die Bibel für die zweite Chance“ – so lautet die Bezeichnung der Bibel, die ich heute Morgen zur Hand nahm. Sie ist mit wertvollen Fußnoten versehen für Menschen, die irgendwie gefangen sind und eine zweite Chance benötigen.

Ich finde den Titel durchaus passend. Nicht nur in unserer Zeit, sondern zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die aus diesem oder jenem Grund am Ende waren und eine zweite Chance benötigten – und sie bei Jesus gefunden haben.

Mir fällt Jona ein. Berufener Prophet; beauftragter Prophet. Aber ängstlich, oder unwillig – auf jeden Fall grob ungehorsam. Daraufhin nimmt sein Leben eine gefährliche und zerstörerische Wende. Aber Jona kommt ins Nachdenken, bittet Gott um Vergebung und erhält eine zweite Chance. Die nutzt er und sein Dienst wird in unfassbarem Maße gesegnet.

Oder David. Er hat es ja mehrmals vergeigt. Natürlich ist er bekannt als der „Mann nach dem Herzen Gottes“, aber mindestens genauso bekannt wie dieser schöne Zusatz zu seinem Namen ist sein Fall in Ehebruch und Mord. Und das war nicht sein einziger Fall. Warum bekam er eine zweite Chance? Es ist nachzulesen in Psalm 51, wo David sein Herz vor Gott ausschüttet:

 3 O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! 4 Wasche mich völlig rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. 8 Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so lass mich im Verborgenen Weisheit erkennen! 9 Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! 10 Lass mich Freude und Wonne hören, damit die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten! 12 Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von Neuem einen festen Geist in meinem Innern!13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! 15 Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd rühmen.

 David kehrte um von seinem verkehrten Weg, bereute seine Schuld aufrichtig vor Gott, erhielt volle Vergebung und eine neue Chance.

Ähnlich erging es Johannes Markus. Wir lesen nicht, dass er wegen Sünde die gemeinsame Missionsreise mit Paulus und Barnabas abbrach. Aber er brach ab und Paulus gefiel das gar nicht. Aber später ist Johannes Markus wieder voll dabei und dient dem Herrn mit Freude.

Neben vielen weiteren Beispielen aus der Bibel soll als letztes der Schächer am Kreuz erwähnt werden. Sein Verbrechen war so groß, dass er die Todesstrafe verdient hatte. Für sein Leben gab es keine zweite Chance, aber für seine Seele sehr wohl. In letzter Minute bittet er Jesus, an ihn zu denken, wenn Er in sein Königreich kommen würde. Jesus sagt ihm zu, dass seine Bitte erhört und seine Seele gerettet wird.

Lass es nicht zur letzten Minute deines Lebens kommen. Wenn Du eine zweite ... oder dritte, vierte, fünfte ... Chance brauchst, dann wende Dich jetzt an Jesus: Jesus ist der Gott der zweiten Chancen. Wer sich an Ihn wendet, wie die Menschen der Bibel es taten, der erhält das Versprechen eines Neuanfangs.

Dienstag, 22. September 2026

Biographie: Robert Chapman

„Apostel der Liebe“ wurde Robert Chapman genannt, der am 4. Januar 1803 in Helsingor / Dänemark in eine sehr reiche, anglikanische Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde. Bis die Familie später nach England zurückkehrte, wurde Robert von seiner Mutter unterrichtet. In England besuchte er ein britisches Internat.

Ab dem Alter von 15 Jahren begann er eine Anwaltsausbildung in London die er als Zwanzigjähriger abschloss und Rechtsanwalt wurde. Robert hatte als brillanter Denker eine große Karriere vor sich. Seine freie Zeit verbrachte er damit, die Armen in London zu besuchen und ihnen zu helfen.

Trotz allem beruflichen Erfolg wurde ihm klar, dass etwas fehlte, um die Leere in seinem Herzen zu stillen. Später schrieb er: „Ich wollte – konnte – die Stimme Jesu nicht hören. Mein Kelch war bitter vor Schuld und den Folgen meines Handelns. Ich hatte die Welt satt, hasste sie in meiner seelischen Verzweiflung, war aber dennoch unfähig und unwillig, sie hinter mir zu lassen.“ Und so kam es in seinem frühen Leben zu einer Wende. Unter der klaren Verkündigung eines Predigers öffnete er sein Herz für das Evangelium. Robert hatte Christus gefunden und sich entschieden, Ihm nachzufolgen.

Als er 1832 feststellte, dass sich nicht mehr alles in seinem Beruf mit seinem Glauben und der Nachfolge Jesu vereinbaren ließ, gab er seine Kanzlei auf, verkaufte seinen Besitz und nahm die Berufung als Pastor einer calvinistisch orientierten Baptistengemeinde in Barnstaple an. Allerdings war es ihm wichtig, sich ausschließlich an Gottes Wort zu orientieren, nicht an denominationalen Überzeugungen. Dazu gehörte unter anderem die Gemeinschaft mit allen Gläubigen, auch, wenn sie nicht nach baptistischen Vorstellungen getauft waren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Gemeinde mehr in die Richtung einer Brüdergemeinde.

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid,
wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13:35)

Robert hatte ein besonderes Herzensanliegen für benachteiligte und arme Menschen und lebte in einem entsprechenden Stadtteil. Sein Mitgefühl und Eifer für diese Leute brachten ihm die Bezeichnung „Apostel der Liebe“ ein.

Als er sich in einer Auseinandersetzung zwischen John Darby und Georg Müller auf Müllers Seite stellte, wollten ihn einige Unterstützer Darbys in Verruf bringen. Sie wurden von Darby selbst mit den Worten zurückgewiesen: „Lasst diesen Mann (Robert Chapman) in Ruhe; wir sprechen von den himmlischen Dingen, aber Robert Chapman lebt in ihnen.“

Obwohl sich Robert Chapman berufen fühlte, Gottes Wort zu verbreiten, meinten Freunde eines Tages, dass er es nie zum Prediger schaffen würde. Roberts Antwort lautete: „Es gibt viele, die von Christus predigen, aber nicht so viele, die Christus leben; mein großes Ziel wird es sein, Christus zu leben.“ Das gelang ihm!

Er stand früh auf, um persönliche Gemeinschaft mit Jesus zu suchen, predigte oft auf der Straße, legte keinen Wert auf Denominationen, hatte aber ein offenes Herz für alle, die Jesus liebten. Er besaß die Fähigkeit, Streit zu schlichten, und war bekannt für Gastfreundschaft in einem äußerst schlicht eingerichteten Haus. Als ein Freund ihm anbot, ein besseres Haus zu nutzen, lehnte Robert das Angebot ab. Er wolle dort bleiben, wo jeder Christ, selbst der Ärmste, ohne zu zögern zu ihm kommen könne.

Fast siebzig Jahre diente Robert Chapman im In- und Ausland dem Herrn. Charles Spurgeon bezeichnete ihn einmal als „den geistlichsten Menschen, den ich je gekannt habe“.

Im hohen Alter von 98 Jahren leitete er eine Stunde lang eine Jahreskonferenz und predigte stehend und voller Eifer das Wort Gottes. Zwei Jahre später, in seinem hundertsten Lebensjahr, erlitt er im Juni (vermutlich) einen Schlaganfall und durfte 10 Tage später heimgehen. Ein Leben, für Jesus gelebt.

„Apostel der Liebe“ – so wurde er von vielen genannt. Er lebte nach der Devise: „Es ist meine Verantwortung, andere zu lieben; nicht danach zu trachten, von anderen geliebt zu werden.“