Es wird berichtet, dass während des Zweiten Weltkriegs in
Panama einheimische Arbeitskräfte für den Bau bestimmter wichtiger Projekte
eingesetzt werden mussten. Allerdings gerieten die Zeitpläne immer wieder in
Verzug, da die Einheimischen sich weigerten, mehr als ein paar Tage pro Woche
zu arbeiten. Das war der gesamte Lohn, den sie für ihre Bedürfnisse benötigten.
Warum sollten sie mehr arbeiten? Argumente und Bitten waren zwecklos.
Schließlich änderte der amerikanische Kommandant seine
Taktik. Er ließ eine Lieferung von Katalogen einer Kaufhauskette einfliegen und
sorgte dafür, dass seine Arbeiter diese erhielten. Das Problem der Fehlzeiten
verschwand sofort. Die Einheimischen hatten neue Wünsche entwickelt und waren
bereit, für deren Erfüllung zu arbeiten.
Das erinnert mich an gemeinsame Einkaufsbummel mit meiner
Frau. Mein Standardsatz lautet: „Lass uns
doch hier und da vorbeigehen. Vielleicht finden wir etwas, von dem wir gar
nicht wussten, dass wir es brauchen.“
Auch von unserer Zeit auf den Philippinen kennen wir
ähnliche Einstellungen wie in Panama. „Wenn
wir genug haben zum Essen, Trinken und Überleben, haben wir eigentlich genug.“ Grundsätzlich
keine schlechte Einstellung, denn Gottes Wort sagt (1 Timotheus 6:8):
Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das
genügen!
Der Bericht aus Panama macht mich aus anderen Gründen
nachdenklich. Die Arbeiter hatten nicht erkannt, wie wichtig die Fertigstellung
der Projekte für ihre Auftraggeber war. Ihre Arbeitsbereitschaft wurde durch
ihre Selbstzufriedenheit geschmälert. Erst durch Tricks der Arbeitgeber stieg
die Arbeitsmoral.
Ich konnte nicht anders, als an unseren himmlischen
Dienstherrn zu denken, der uns einen übernatürlich wichtigen Auftrag gegeben
hat. Allerdings geht es in diesem Auftrag in erster Linie nicht um unseren Gewinn.
Es geht vielmehr um den Dienstherrn und um die Menschen um uns herum.
Nach Epheser 1:5+6 hat die Errettung von Menschen das Ziel,
die Größe, die Herrlichkeit Seiner Gnade
zu bezeugen.
Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für
sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob
der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.
Zum anderen sagt uns Lukas 15:7, dass die Errettung von
Menschen, Freude im Himmel bewirkt.
Und Offenbarung 7 belehrt uns, dass eine riesengroße Schar
im Himmel Gott anbeten wird, weil Er würdig ist und weil das Heil von Ihm kommt.
Und die Verbindung zu den Arbeitern in Panama? Sie
arbeiteten nur für ihre erkannten Bedürfnisse, danach ließ ihre Arbeit zu wünschen
übrig, bis ihre Bedürfnisse stiegen.
Wir arbeiten nicht für unsere Bedürfnisse, sondern für den,
der uns gerettet hat - Jesus. Je mehr wir erkennen, was unsere Errettung bedeutet ...
und je mehr wir erkennen, was nicht-errettetsein bedeutet ... und : je
mehr wir erkennen, wer uns errettet hat – umso mehr wird unsere Hingabe an
Jesus steigen.
Ich denke, dass unsere Begeisterung und unser Dienst für Jesus
oft nicht Seiner Gottheit, Herrlichkeit, Liebe und Seinem Handeln uns gegenüber
entspricht. Oft dienen wir Ihm nur soweit „wie wir Ihn brauchen“. Geht es uns
gut genug, haben wir, was wir zu benötigen meinen, verringert sich unser Eifer
für Jesus und vieles im Reich Gottes bleibt ungetan.
Lasst uns danach streben, Jesus immer besser kennenzulernen;
Ihn immer besser zu verstehen und immer mehr zu lieben. Dann werden unsere eigenen
Bedürfnisse kleiner und unser Eifer für Ihn größer. Johannes der Täufer hatte
das erkannt, als er ausrief (Johannes
3:30):
Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.