„Das gesamte Geld, das benötigt wird, um eine Armee von aufopferungsvollen, Freude verbreitenden Botschaftern Jesu auszusenden und zu unterstützen, ist bereits in der Gemeinde vorhanden.“ (John Piper)

Sonntag, 22. März 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Psalm 66:10-12
 
10 Denn du hast uns geprüft, Gott,hast uns wie Silber geläutert. 
11 Du hast uns ins Gefängnis gebracht, 
uns schwere Lasten aufgelegt. 
12 Du hast uns niedertrampeln lassen. 
Wir gingen durch Feuer und Wasser. 
-
Doch dann hast du uns mit Überfluss beschenkt.

 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Die Liebe hat Hände um zu helfen,
sie hat Füße, 
um zu den Armen und Notleidenden zu eilen.
Sie hat Ohren, 
um die Bitten und Rufe der Elenden zu hören.
Vor allem aber hat sie ein Herz, das lieben und segnen kann.

(Augustinus)
 
Je größer die Not, desto größer die Hilfe. 
Welch ein Segen. 
Ich wage zu sagen: 
Hat ein Prediger nie gelitten, kann er Gottes Hilfe nicht völlig verstehen.
(Samuel Lamb)

Samstag, 21. März 2026

Chuck Norris (1940-2026)

 

Der Gott der Wunder

Die Bibel beschreibt an unzähligen Stellen die Möglichkeit des übernatürlichen Handelns Gottes. Natürlich glauben das viele Menschen heute nicht mehr. Manches versucht man, auf irgendeine natürliche Weise zu erklären, anderes wird schlichtweg geleugnet.

Auch dem kleinen Johnny fiel es im Kindergottesdienst schwer, den trockenen Durchzug durchs Rote Meer zu glauben. Als er von seiner Mutter gefragt, was er in der Sonntagsschule gelernt hatte, antwortete er: „Also, Mama, unser Lehrer hat uns erzählt, wie Gott Moses hinter die feindlichen Linien schickte, um die Israeliten aus Ägypten zu retten. Als er am Roten Meer ankam, ließ er seine Ingenieure eine Pontonbrückeeine Schwimmbrückebauen, und alle Menschen konnten sicher hinübergehen. Dann forderte er per Funkgerät Verstärkung von der Zentrale. Die schickte Bomber, um die Brücke zu sprengen. Alle Israeliten wurden gerettet und all ihre Feinde kamen um.“

Die Mutter war entsetzt und fragte: Johnny, hat dir dein Sonntagschullehrer das wirklich so erzählt?“ „Nein, Mama.“ kam die ehrliche Antwort. „Aber wenn ich es so erzählen würde, wie der Lehrer es getan hat, würdest du es nie glauben!“

Eine Anekdote zum Schmunzeln, aber leider vorstellbar. Tatsache ist: Als Gotteskinder brauchen wir keine natürlichen, wissenschaftlichen Erklärungen für den brennenden Busch, den trockenen Durchzug durchs Rote Meer oder für Wasser, das plötzlich aus einem Felsen sprudelt. Wir haben einen Gott, der in Jeremia 32:27 fragt:

„Ich bin der Herr, der Gott aller Völker der Welt. Sollte mir irgendetwas unmöglich sein?

Und ein paar Verse weiter bezeugt Gott selbst (Jeremia 32:27 / HfA):

"Ich bin der Herr, der Gott über alle Menschen. Nichts ist für mich unmöglich!"

Im Neuen Testament bestätigt der Engel Gabriel (Lukas 1:37):

Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Und so könnte man fortfahren, Bibelstellen zu zitieren, die die Wunderkraft Gottes bezeugen. Die Bibel bezeugt und beschreibt, dass die Beschreibung „unmöglich“ unmöglich auf Gott zutreffen kann. Jesus, bezeugt Seine Macht, indem Er das dem Menschen Unmögliche tut: Er heilt Kranke, weckt Tote auf, vermehrt Lebensmittel, geht über das Wasser, gebietet Wind und Wellen und verändert Leben, die so festgefahren waren, dass eine Veränderung unmöglich schien. Tatsächlich: Bei Gott ist kein Ding unmöglich!

Lassen wir nicht zu, dass unser Glaube geschwächt wird, indem Menschen die Wahrheit verdrehen. Lassen wir aber auch nicht zu, dass sich Zweifel in unseren Herzen einnisten, weil Gott nicht so handelt, wie wir es Ihm vorschlagen oder erbitten. Jesus hat immer den besseren Weg im Blick. Und während Er diesmal auf wunderbare Weise eingreift, greift Er ein andermal auf eine Weise ein, die wir nicht unbedingt als wunderbar empfinden. Aber glaub mir: Alles Handeln Jesu ist wunderbar!

Lasst uns in dieses Wochenende gehen mit dem Wissen und Vertrauen, dass wir einen wunderbaren Herrn im Himmel haben, dessen Name „Wunderbar“ ist und der Wunder tut.

„Herr, öffne uns die Augen, dass wir Deine Wunder erkennen und Dich preisen!"

Freitag, 20. März 2026

Der Alte ist tot!

Der Alte ist tot! Ehrlich gesagt, bin ich ganz froh darüber. Ja, ich möchte sagen, ich bin dankbar, dass er weg ist. Gut, man hatte gelernt, mit ihm auszukommen. Anfangs war das kein Problem, aber je mehr man ihn kennenlernte, umso unangenehmer wurde er. Er hatte seinen eigenen Willen, war störrisch, selbstsüchtig, im wahrsten Sinne des Wortes Gott-los und hatte die Kontrolle. Das hat ihn geprägt. Mehr und mehr entwickelte er sich zum Tyrannen. Seinem gottlosen Einfluss konnte man sich nicht entziehen. Mehr und mehr verlor man seine eigene (vermeintliche) Freiheit und "wurde gelebt." Jetzt ist er tot und eine neue FREIHEIT beginnt!

Aber er hat Spuren hinterlassen. Das jahrelange Leben unter seiner Herrschaft hat geprägt. Man hat Verhaltensmuster gelernt, die dem Alten gefielen. Man hat sich in eine Richtung bewegt und Denkschemas gelernt, die Gott-los, unabhängig von Gott, waren. Jetzt sind die Furchen tief. Der Alte ist tot, aber die hinterlassenen Furchen im Leben sind tief und mitunter markant. Da muss man erst mal lernen, mit umzugehen.

Um wen geht es hier eigentlich? Die Bibel nennt die Natur dessen, der Jesus noch nicht persönlich kennt: Der alte Mensch. Dieser alte Mensch lehrt uns von Kindesbeinen an, unabhängig von Gott zu leben. Wir entwickeln Verhaltensmuster und Denkschemas, die sich tief in unser Leben einprägen, wie Furchen auf einem viel befahrenen Weg. Dieses gelernte unabhängige Leben von Gott bezeichnet die Bibel als "Fleisch". Die gute Nachricht ist: Der Alte ist tot! In Römer 6:6 lesen wir:

"Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen."

Das IST eine gute Nachricht! Der Alte ist tot. Gekreuzigt! Gemeinsam mit Jesus wurde er gekreuzigt und hat nichts mehr zu sagen im Leben eines Christen. Seine Tyrannei hat ein Ende. Seine Macht ist gebrochen. Der Alte ist tot! - Aber er hat Spuren hinterlassen. Aus diesen Spuren herauszukommen ist mitunter ein Kampf. Es ist Teil des geistlichen Kampfes, für den Jesus uns gemäß Epheser 6 ausgerüstet hat. Aber auch im Kolosserbrief wird uns in einfachen Worten beschrieben, wie wir aus dem Fahrwasser des toten Alten, aus den Spurrillen, die er hinterlassen hat, herauskommen.  In Kolosser 3:3,5,8+9 heißt es:

"Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen".

Das (und anderes) sind die Furchen, die getötet und begraben (aufgefüllt) werden sollen. Es ist vielleicht zunächst einfacher, darin weiterzulaufen. Aber das wäre falsch und kurzsichtig. Sie müssen ins Grab. Und womit begraben und wir sie? Kolosser 3:12-14 gibt uns Antwort:

"So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit."


Der Alte ist tot! Die Furchen, die er hinterlassen hat, füllen wir mit dem, was der Neue (unsere neue Natur in Jesus) so gerne tut. Schlussendlich entstehen neue Spuren in unserem Leben, die des Neuen. Und die sind klare Zeugnisse für die verändernde Kraft unseres Retters, Jesus! 

Donnerstag, 19. März 2026

Vom Wald, vom Echo und von Dir

Uns allen ist das Sprichwort gut bekannt: 

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

Das haben uns unsere Eltern oft genug erklärt. Ein ähnliches Sprichwort kommt in den Sinn: 

„Was Du nicht willst, dass man Dir tut, das füg‘ auch keinem Andern zu!“

Gute, lehrreiche, deutsche Sprichwörter. Dazu passt die Erfahrung berühmten Filmproduzenten. Als Kind hatte er sich mit einem anderen Jungen gestritten und verloren. Während seine Mutter sein blaues Auge auswusch und behandelte, erzählte er ihr, dass der andere Junge allein schuld sei. Er behauptete, der andere Junge habe den Streit angezettelt.

Seine Mutter sagte zunächst nichts. Doch als die Erste Hilfe erledigt war, brachte sie ihren Sohn zur Hintertür ihres Hauses. In der Nähe befanden sich mehrere Hügel, die für ein gutes Echo sorgten. Sie sagte ihm, er solle diese Hügel mit allen Schimpfwörtern beschimpfen, die ihm einfielen. Er tat es, und die Schimpfwörter kamen alle zu ihm zurück.

„Jetzt“, sagte sie, „ruf: ‚Gott segne dich.‘“ Der Junge tat es, und zurück kam: „Gott segne dich.“ Es wird erwähnt, dass der Filmproduzent diese Lektion nie vergaß. Was man anderen gibt, bekommt man von ihnen zurück.

Das Ganze ist mehr als eine Geschichte mit guter Moral, denn die Bibel fordert alle, die sich Christen nennen, genau dazu auf. In Matthäus 7:12 lehrt Jesus die, die Ihm nachfolgen:

Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut :11auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.

Dazu passen Verse wie:

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (3 Mose 19:18) oder „Wer großzügig ist, wird reichlich gesättigt, und wer andere tränkt, wird auch selbst getränkt.“ (Sprüche 11:25)  „Redet nicht schlecht übereinander, Brüder!“ (Jakobus 4:11)  „Deshalb sollt ihr einander Mut machen und einer den anderen stärken, wie ihr es auch schon tut.“ (1 Thessalonicher 5:11)

Das ist in einer Welt der Ungerechtigkeit, der Ellbogen und der Stärkeren gar nicht so einfach. Aber Jesus selbst hat es uns vorgemacht. Es ist möglich! Auch Paulus bezeugt das in Philipper 4:13:

„Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Tag, an dem das Echo dessen, was wir in den Tag hineinrufen, andere und uns segnet!

Mittwoch, 18. März 2026

Der Wassereimer

Es ist schon interessant, welche Gegenstandslektionen der Herr manchmal benutzt, um uns ins Nachdenken zu bringen. Am vergangenen Sonntagabend war es der Wassereimer, der unter unserer Dusche stand. Der steht immer da, nachdem wir geduscht haben, weil es langsam tropft, wenn der Duschhahn nicht in der perfekten Position steht. 

Am Freitagmorgen letzter Woche waren wir 2½ Tage unterwegs und kamen Sonntagabend zurück. Im Bad tropfte es unendlich langsam – aber nicht mehr nur aus dem Duschkopf, sondern auch aus dem Eimer. Der war zum Überlaufen voll. Und genau diese Tatsache wurde mir zur Lektion mit 2 Möglichkeiten.

Möglichkeit #1 illustriert die schleichende Sünde. Satan stellt sich ja nicht sabbernd vor uns mit hochrotem Kopf, gelben Augen und gefährlichen Hörnern und schreit uns an, endlich zu sündigen. Nein! Er kommt zunächst mit den kleinen Versuchungen, wohl dosiert, kaum sichtbar, kaum spürbar; Tropfen für Tropfen. Aber wie heißt es so schön: Steter Tropfen höhlt den Stein. Und so wird unser Herz immer voller mit den Tropfen der Sünde. Unser Gewissen gewöhnt sich immer mehr an die Schmutztropfen, die Satan leise und fast unmerklich in unser Herz hineintropft. Und weil wir es zunächst kaum merken, ist unser Herz irgendwann voll. Dann fließt kein Wohlgeruch mehr aus unserem Leben für unsern Herrn, sondern wir leben und verbreiten Sünde – an die wir uns langsam aber sicher gewöhnt haben. Darum ruft uns Gott im Hohenlied 2:15 zu:

Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge stehen in Blüte!

Und Salomo belehrt uns in Prediger 10:1:

Tote Fliegen bewirken, dass das Öl des Salbenbereiters stinkt und verdirbt; ein wenig Torheit wiegt schwerer als Weisheit und Ehre!

So wie die kleinen Füchse und tote Fliegen Unheil anrichten, so füllen kleine Tropfen der Sünde das Herz mit Übel und bringen es zum Überlaufen.

Möglichkeit #2 ist die erbaulichere Illustration: So, wie der stete Wassertropfen den Eimer füllt und zum Überlaufen bringt, so wird die stete Begegnung mit Jesus unser Herz füllen und zum Überlaufen bringen. Auch das mag zunächst kaum möglich scheinen. Die Tropfen der täglichen Nachfolge sind klein und unscheinbar. Aber äußerst effektiv. Gottes Wort lehrt:

(Wohl dem der) ... seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. (Psalm 1:2)

Betet ohne Unterlass! (1 Thessalonicher 5:17)

Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet (beständig) voll Geistes. (Epheser 5:18)

Wer das Wasser des Lebens unaufhörlich in sein Leben tropfen lässt, dessen Herz wird erfüllt werden mit der Gegenwart Gottes, genug für das eigene Leben und genug, davon weiterzugeben.

Interessante Illustrationen, die der Herr manchmal für uns einsetzt. In diesem Fall bevorzuge ich Möglichkeit #2. Ich möchte keine Tropfen der Sünde in meinem Leben dulden. Vielmehr das Wasser des Lebens – zur eigenen Sättigung und zum Weitergeben an Durstige!

Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Johannes 7:38)

Dienstag, 17. März 2026

Biographien: William Cowper (2)

Jahrelang hatte William Cowper (1731-1800) mit schweren Depressionen zu kämpfen. Mehrere Selbstmordversuche schlugen fehl. In einer Klinik fand er durch einen gläubigen Arzt zu Jesus. Der erste Teil seiner Biographie war vor einer Woche zu lesen (10. März 2026). Hier der 2. Teil, geschrieben von Pastor Marc Sims. (Quelle)  

Über seine Bekehrung schrieb Cowper in sein Tagebuch:

„Sofort empfing ich die Kraft, es zu glauben, und die volle Strahlkraft der Sonne der Gerechtigkeit erstrahlte auf mich. Ich erkannte die Genügsamkeit des von ihm vollbrachten Sühnopfers, meine Vergebung, besiegelt in seinem Blut, und die ganze Fülle und Vollkommenheit seiner Rechtfertigung. Augenblicklich glaubte ich und nahm das Evangelium an … meine Augen füllten sich mit Tränen, und meine Stimme versagte vor Rührung; ich konnte nur in stiller Ehrfurcht zum Himmel aufblicken, überwältigt von Liebe und Staunen.“

Cowper erkannte das unermessliche Maß an Gnade, das Sündern wie ihm zuteilwurde und war zutiefst beeindruckt. Nach seiner Bekehrung blieb er noch zwölf Monate in der Anstalt und freundete sich eng mit dem dortigen Arzt an.

Es wäre schön zu sagen, dass Cowper die Anstalt frei von Depressionen verließ, doch dem war nicht so. Zweimal nach seiner Entlassung erlebte er schwere Tiefpunkte in seinem Kampf gegen die Depression und unternahm zwei weitere, jeweils erfolglose Selbstmordversuche.

Cowper begann jedoch kurz nach seiner Entlassung aus der Anstalt, John Newtons Kirche zu besuchen und entwickelte eine sehr enge Freundschaft zu ihm. Newton, der die tiefe Traurigkeit bemerkte, die Cowper zu bedrücken schien, besuchte ihn oft, unternahm lange Spaziergänge mit ihm und besprach mit ihm kirchliche Angelegenheiten. Dies tat Cowper seelisch sehr gut, obwohl er bis zu seinem Tod mit Depressionen zu kämpfen hatte. Doch Newton blieb ihm stets zur Seite, gab ihn nie auf und ließ sich auch nicht von Cowpers düsterem Pessimismus anstecken, der immer wieder aufflammte. Schließlich schlug Newton Cowper vor, ihm bei der Zusammenstellung eines Liederbuchs zu helfen, da Cowper ein sehr talentierter Dichter war. Cowper widmete sich mit ganzem Herzen den Liedern und schrieb insgesamt 68, darunter die bekannten Titel „God Moves in a Mysterious Way“, „There is a Fountain Filled With Blood“ und „O for a Closer Walk With God“.

Cowpers Leben ist ein eindringliches Beispiel für den Umgang mit Depressionen. Der Verlust seiner Mutter, die beinahe vollständige Trennung von seinem Vater und der frühe Tod fast all seiner Geschwister bildeten einen schweren Cocktail der Trauer, den William schon in jungen Jahren zu spüren bekam. Viele Biografen sind nach eingehender Lektüre seiner Werke überzeugt, dass William im Internat, in das er geschickt wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit sexuell missbraucht wurde. Als junger Erwachsener hoffte William zu heiraten, doch nach sieben Jahren Verlobung und Werbung wurde die Hochzeit von seinem zukünftigen Schwiegervater abgesagt, der William für ungeeignet hielt, seine Tochter zu heiraten. Nach diesem Schicksalsschlag heiratete William nie. William erbte zudem ein großes Vermögen, was ihm keinen Anreiz gab, sich eine Arbeit zu suchen. So verbrachte er unzählige Stunden untätig und ohne wirkliche Ambitionen. All dies - und nur Gott weiß, mit welchen anderen Dämonen William noch kämpfte - schuf eine Atmosphäre der Verzweiflung, die ihn bis zu seinem Tod umfing.

Nach seiner Bekehrung in der Anstalt hatte William eine bemerkenswert veränderte Lebenseinstellung. Obwohl er weiterhin von Traurigkeit geplagt war, hielt er nicht länger an seiner vermeintlichen Verdammnis fest. Er strauchelte zwar manchmal und fuhr Newton mitunter an, dass ihm nicht mehr zu helfen sei, doch er kehrte stets zu der Ehrfurcht zurück, dass Gott ihn immer noch liebte und annahm. Und Newton, sein Pastor und Freund, war für ihn da, liebevoll und stets bemüht, William an die Freude in Christus zu erinnern. William starb im Jahr 1800, immer noch düster und mitunter Gottes Güte in Frage stellend. Williams Depressionen schwankten sein ganzes Leben lang, und die ständige Anwesenheit Newtons und seiner Gemeinde war von immenser Bedeutung für seine Gesundheit und Stabilität.

Soweit Teil 2. Wie herrlich Gottes Verheißung in Jeremia 31:3:

Der Herr ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

Und wir gesegnet, Geschwister zu haben, die uns in der Not begleiten. Sprüche 17:17:

Ein Freund liebt zu jeder Zeit, und als Bruder für die Not wird er geboren.

Ein exzellentes Buch zum Thema Depression:
Robert B. Somerville: "Christ & Depressiv - Wie kann das sein?"
(CV Dillenburg)

 

Montag, 16. März 2026

Viel Vergebung - viel Liebe!

In einem Missionsblatt las ich den Bericht eines 37-jährigen Mannes, der knapp die Hälfte seines Lebens wegen diverser Verbrechen im Gefängnis verbracht hatte. Weit über ein Drittel seines Lebens lebte er im Heim. Er wuchs ohne all das auf, was ein Mensch für eine gesunde körperliche, soziale und emotionale Entwicklung braucht. Kein Wunder, dass er eines Tages an Drogen geriet und in die Kriminalität abglitt. Beim Ausbruch aus einem bewachten Krankenhaus entschied er sich, statt der Pistole eines Wächters die Bibel mitzunehmen, die ihm Christen zuvor geschenkt hatten. Auf der Flucht fand er Zeit, sich in die Lektüre der Heiligen Schrift zu vertiefen. Auch nach seiner erneuten Gefangennahme las er weiter in Gottes Wort und kam zum Glauben. Nach seiner Freilassung schloss er sich einer Gemeinde an und ließ er sich taufen. Auch seine Familie kam zum Glauben. Heute ist er evangelistisch tätig.

Einer meiner guten Freunde erzählt eine prinzipiell ähnliche Lebensgeschichte. Heim, Drogen, Kriminalität, Gefängnis, Bekehrung und Dienst. Heute ist er Missionar im europäischen Ausland. Wie viel Vergebung haben diese Männer erfahren! Wie groß ist ihre Hingabe an ihren Retter, Jesus! Warum fehlt diese Hingabe in so manchem Christenleben? Unweigerlich kommt mir der Vers aus Lukas 7:47 in den Sinn. Dort heißt es am Ende:

"Welchem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig."

Im vorangehenden Gespräch bestätigt Jesus die Antwort eines Pharisäers, der zum Ausdruck brachte: Je mehr Schulden erlassen werden, desto größer die Liebe und Dankbarkeit des Begünstigten.  Die Frage an Dich und mich ist diese: "Wie viel hat Gott uns  vergeben?"

Was vielen Jesusjüngern heute fehlt, ist die Erkenntnis der Größe ihrer Schuld, die Gott ihnen vergeben hat. Solange diese Erkenntnis fehlt, solange wir unsere absolute Verdorbenheit nicht erkennen, solange wird unsere Liebe zu unserem Retter, Jesus, auf Sparflamme brennen.

Sicher, nicht jeder von uns ist im strafrechtlichen Sinn kriminell geworden. Nicht jeder hat Drogen genommen oder schon mal "gesessen." Was uns aber fehlt, ist die Erkenntnis, dass uns diese Tatsachen vor Gott keinen Deut besser dastehen lassen, als solche, die in all diese Dinge verstrickt waren. Nackte Tatsache ist, dass wir verloren waren in Sünden, dass wir nichts, aber auch absolut gar nichts in unseren Händen hielten, dass wir in die Waagschale hätten werfen können. Da war nichts Gutes an oder in uns. Nicht nur "wenig Gutes," sondern "NICHTS Gutes."

Wem diese Erkenntnis unter die Haut geht, dessen Liebe zu Jesus wird wachsen. Oder, um es mit den Worten des Liedes zu sagen: Wem die Augen geöffnet werden, und wer sich selbst plötzlich in der Gruppe der Spötter unter dem Kreuz erkennt, dessen Liebe, Dankbarkeit und Hingabe an den Retter wird sprunghaft steigen.

Jesu Aussage: "Welchem wenig vergeben wird, der liebt wenig" war an die Pharisäer gerichtet. Ihr Problem war nicht, dass sie weniger Sünde hatten als die von ihnen verurteilte Ehebrecherin. Ihr Problem war vielmehr, dass sie sich für besser hielten. Und das Ergebnis ist schockierend: Die Ehebrecherin, die ihre Sünde erkannte, bekannte und Vergebung erfuhr - diente Jesus aufopferungsvoll mit Liebe und mit allem, was sie hatte. Diejenigen aber, die das Maß ihrer Sünde nicht erkannten und sich besser als andere einstuften - sie waren es, die Jesus schließlich ans Kreuz brachte.