Ob der Eintrag heute als Biographie durchgeht, bleibt jedem Leser selbst überlassen. Was ich aber vor wenigen Tagen über das Leben von Abel Binyoni gelesen habe, hat mich so inspiriert, dass ich es heute hier weitergeben möchte.
Abel Benyoni wird vermutlich keinem meiner Leser bekannt sein. War er mir auch nicht – bis vor Kurzem; und tatsächlich gibt es kaum Informationen über ihn, auch keine Biographie. Aber er ist im Himmel bekannt, wo er seit 54 in der Gegenwart des Herrn sein darf.
Abel wurde wahrscheinlich im Jahr 1934 oder 1935 in Burundi geboren. Über seine Kindheit gibt es keine weiteren Informationen. Als Erwachsener wurde er bekannt als Schullehrer, Direktor einer Missionsschule der Quäker, als Laienprediger und Leiter einer lokalen Quäkergemeinde in Burundi. 1960 heiratete Abel die in Burundi bekannte Hebamme Mariya Nzigiyimana, die als erste Frau in Burundi eine staatliche Grundschulausbildung abschloss. Mariya arbeitete später als erste professionelle Hebamme der Region und wurde zu einer führenden Persönlichkeit in der Quäker-Frauenbewegung.
Während der brutalen Ausschreitungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi kamen weit über 1 Million Menschen ums Leben. Als 1972 Missionare der Quäker Burundi verließen, schrieb ihnen Abel eine Danksagung: „Wir haben nichts, was wir euch zurückgeben könnten als Dank für alles, was ihr getan habt, uns zu helfen. Aber wir wissen sehr gut, dass unser Herr, der auch euer Herr Jesus ist, es nicht versäumen wird, euch reichlich zu vergelten, weit mehr, als ihr für uns getan habt.“
Im Blutbad, das 1972 in Burundi angerichtet wurde, gab es zahlreiche Christen, die friedlich in den Tod gingen und ihren Mördern vergaben. Abel galt als Intellektueller und stand daher auf der Abschussliste der Feinde. In der Stadt Gitega wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Über seinen Tod wird berichtet, dass er, als er zur Exekution aufstand, darum bat, ein Lied singen zu dürfen. Es wurde ihm gewährt und er beendete sein Leben mit dem Lied:
Out of my bondage, sorrow and night,
Aus meiner Knechtschaft, Leid und Nacht,
Jesus, I come. Jesus, I come.
Jesus, ich komme. Jesus, ich komme.
Into Thy freedom, gladness and light,
In deine Freiheit, Freude und Licht,
Jesus, I come to Thee
Jesus, ich komme zu dir.
Als er die vier Strophen
des Liedes gesungen hatte, waren die Schützen betroffen von seinem Zeugnis,
zögerten kurz und erfüllten dann den Befehl.
Abel Binyoni starb 1972 als Nachfolger Jesu, mit einem Zeugnis für seinen Herrn auf den Lippen.
Seine Haltung bis in den Tod gilt nach Quellen in der christlichen Geschichtsschreibung der Region bis heute als Symbol für Vergebung und spirituelle Standhaftigkeit.







