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Samstag, 13. Juni 2026

Von Vergebung, von Gott und vom Internet


Kennst Du den Satz: „Das Internet kennt keine Vergebung!“ Wer immer diesen Satz gesagt hat, hat Recht. Das Internet kennt keine Vergebung. Was einmal geschrieben und eingestellt ist, ist drin. Informationen, Bilder, Ideen, Melodien, Aussagen, die einmal veröffentlicht wurden, können von jedem abgespeichert und weiterverbreitet werden. Was der Öffentlichkeit einmal zugänglich gemacht wurde, kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Ein Video, der auf einer Seite gesperrt wird, erscheint fünf Minuten später auf zehn anderen. Keine Vergebung, keine Vertuschung!

Im Leben geht es oft ähnlich zu. Was geschehen ist, ist geschehen. Vieles kann man bereuen, aber nicht mehr ungeschehen machen. Manchmal ist das schwer zu akzeptieren. Ein Mord, ein hoher Einsatz beim Glücksspiel, eine Affäre, ein selbstverschuldeter Unfall, eine Abtreibung, ein vorschneller Kauf oder Verkauf einer Immobilie – Reue dreht das Rad der Zeit nicht zurück. Was geschehen ist, ist geschehen.

Allerdings gibt es zwischen dem Internet und unserem Leben einen entscheidenden Unterschied. Während das Internet „nicht vergibt und nicht vergisst“ gibt es im Leben die Möglichkeit, Vergebung zu erfahren. Diese Vergebung, die durch Jesus Christus möglich wird, ist gründlich! Jesus verspricht in 1. Johannes 1:7+9:

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, 
so haben wir Gemeinschaft untereinander, 
und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von ALLER Sünde.
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, 
dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns 
von ALLER Ungerechtigkeit.

Die Vergebung durch Jesus ist nicht nur ein Wegwaschen und Abnehmen von Schuld, sondern auch ein Empfangen von Reinheit und Barmherzigkeit. In Jesaja 1:18 und Sprüche 28:13 heißt es:

Kommt doch, wir wollen miteinander rechten! spricht der Herr. 
Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, 
sollen sie WEIß WIE DER SCHNEE werden; 
wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie WEIß WIE WOLLE werden.
Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, 
wer sie aber bekennt und lässt, der wird 
BARMHERZIGKEIT ERLANGEN.

Schließlich dürfen wir bei Gott – im Gegensatz zum Internet – fest darauf vertrauen, dass Gott unsere Sünden nicht wieder aufrufen und uns vor Augen stellen wird. Das Versprechen lautet in Micha 7:19 und Jeremia 31:34:

Er wird sich wieder über uns erbarmen, 
unsere Missetaten bezwingen. 
Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen!
Ich werde ihre Missetat vergeben 
und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!

Der Psalmist fasst es in Psalm 103:12 passend zusammen: Sünden, die Gott uns vergeben hat, sind unwiederbringlich weit entfernt. Sie haben nichts mehr mit mir zu tun. Es heißt: 

So fern der Osten ist vom Westen, 
hat er unsere Übertretungen von uns entfernt.

Das Internet kennt keine Vergebung. Jesus schon! Und wir dürfen sie auch kennen und erfahren. Immer wieder. Sie geht von Ihm aus – hin zu allen, die sich von Herzen zu Ihm wenden. Danke, Jesus!

Freitag, 12. Juni 2026

Helens Vorbild

Bildquelle HIER
In einer Ausgabe des christlichen Medienmagazins "PRO“ wird Helen Berhaner, die bekannteste gläubige Sängerin Eritreas, interviewt. Über zwei Jahre war sie in ihrem Heimatland in Haft. „Es war wie die Hölle“ so überschreibt der Artikel die Qualen der jungen Frau, die mittlerweile in Dänemark lebt. Von allen Antworten hat mich eine besonders bewegt. Die Frage lautete:  

„Sie leben heute in Dänemark. Was können Christen in Europa von Glaubensgeschwistern lernen, die verfolgt werden?“

Hier ihre Antwort:  

„In Eritrea gibt es Menschen, die nichts haben, aber trotzdem das Wort Gottes verkündigen. Sie predigen das Wort, auch wenn sie gefoltert oder festgenommen werden. Auch mein damaliger Pastor wurde festgenommen, gefoltert und misshandelt. Man hat ihm einfach so eine Niere entfernt. Er wurde nun entlassen, aber er schwebt weiter in Lebensgefahr. Um in Eritrea Christ zu sein, muss man einen hohen Preis bezahlen. In Europa gibt es dieses Leid und auch die Armut nicht. Evangelisation ist erlaubt. Es herrscht Religionsfreiheit. Hier müsste viel mehr evangelisiert werden. In Eritrea gibt es keine Religions- und Meinungsfreiheit, dennoch versuchen die Menschen, das Evangelium bekannt zu machen. In Europa gibt es diese Freiheit, aber die Menschen trauen sich nicht, für ihren Glauben einzustehen. Jeder Gläubige kann und sollte in seinem eigenen Land für Gott eintreten. Wir sollten keine Angst haben, Jesus zu predigen.“

Ich musste mich fragen: Was macht es eigentlich so „schwer“, von Jesus zu reden, Seinen Namen zu bezeugen, in der Öffentlichkeit vor dem Essen zu beten, ein Traktat weiterzugeben, etc.? Was ist das Problem? Ist es Bequemlichkeit? Furcht vor Gesichtsverlust? Eine legitime Erklärung gibt es nicht. Dafür aber eine Aufforderung des Herrn, von anderen zu lernen. In Hebräer 12:1-3 heißt es: 

„Darum auch wir: 
Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,
lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, 
und die Sünde, die uns ständig umstrickt,
und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,
und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“

Von der Wolke von Zeugen, zu denen sicher auch unsere verfolgten Geschwister gehören, sollen wir lernen. Sie sind es, die uns in der freien Welt zurufen:

"Jeder Gläubige kann und sollte 
in seinem eigenen Land für Gott eintreten. 
Wir sollten keine Angst haben, Jesus zu predigen."

Donnerstag, 11. Juni 2026

Arbeitsbereitschaft

Es wird berichtet, dass während des Zweiten Weltkriegs in Panama einheimische Arbeitskräfte für den Bau bestimmter wichtiger Projekte eingesetzt werden mussten. Allerdings gerieten die Zeitpläne immer wieder in Verzug, da die Einheimischen sich weigerten, mehr als ein paar Tage pro Woche zu arbeiten. Das war der gesamte Lohn, den sie für ihre Bedürfnisse benötigten. Warum sollten sie mehr arbeiten? Argumente und Bitten waren zwecklos.

Schließlich änderte der amerikanische Kommandant seine Taktik. Er ließ eine Lieferung von Katalogen einer Kaufhauskette einfliegen und sorgte dafür, dass seine Arbeiter diese erhielten. Das Problem der Fehlzeiten verschwand sofort. Die Einheimischen hatten neue Wünsche entwickelt und waren bereit, für deren Erfüllung zu arbeiten.

Das erinnert mich an gemeinsame Einkaufsbummel mit meiner Frau. Mein Standardsatz lautet: „Lass uns doch hier und da vorbeigehen. Vielleicht finden wir etwas, von dem wir gar nicht wussten, dass wir es brauchen.“

Auch von unserer Zeit auf den Philippinen kennen wir ähnliche Einstellungen wie in Panama. „Wenn wir genug haben zum Essen, Trinken und Überleben, haben wir eigentlich genug.“ Grundsätzlich keine schlechte Einstellung, denn Gottes Wort sagt (1 Timotheus 6:8):

Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!

Der Bericht aus Panama macht mich aus anderen Gründen nachdenklich. Die Arbeiter hatten nicht erkannt, wie wichtig die Fertigstellung der Projekte für ihre Auftraggeber war. Ihre Arbeitsbereitschaft wurde durch ihre Selbstzufriedenheit geschmälert. Erst durch Tricks der Arbeitgeber stieg die Arbeitsmoral.

Ich konnte nicht anders, als an unseren himmlischen Dienstherrn zu denken, der uns einen übernatürlich wichtigen Auftrag gegeben hat. Allerdings geht es in diesem Auftrag in erster Linie nicht um unseren Gewinn. Es geht vielmehr um den Dienstherrn und um die Menschen um uns herum.

Nach Epheser 1:5+6 hat die Errettung von Menschen das Ziel, die Größe, die Herrlichkeit Seiner Gnade zu bezeugen.

Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.

Zum anderen sagt uns Lukas 15:7, dass die Errettung von Menschen, Freude im Himmel bewirkt.

Und Offenbarung 7 belehrt uns, dass eine riesengroße Schar im Himmel Gott anbeten wird, weil Er würdig ist und weil das Heil von Ihm kommt.

Und die Verbindung zu den Arbeitern in Panama? Sie arbeiteten nur für ihre erkannten Bedürfnisse, danach ließ ihre Arbeit zu wünschen übrig, bis ihre Bedürfnisse stiegen.

Wir arbeiten nicht für unsere Bedürfnisse, sondern für den, der uns gerettet hat - Jesus. Je mehr wir erkennen, was unsere Errettung bedeutet ... und je mehr wir erkennen, was nicht-errettetsein bedeutet ... und : je mehr wir erkennen, wer uns errettet hat – umso mehr wird unsere Hingabe an Jesus steigen.

Ich denke, dass unsere Begeisterung und unser Dienst für Jesus oft nicht Seiner Gottheit, Herrlichkeit, Liebe und Seinem Handeln uns gegenüber entspricht. Oft dienen wir Ihm nur soweit „wie wir Ihn brauchen“. Geht es uns gut genug, haben wir, was wir zu benötigen meinen, verringert sich unser Eifer für Jesus und vieles im Reich Gottes bleibt ungetan.

Lasst uns danach streben, Jesus immer besser kennenzulernen; Ihn immer besser zu verstehen und immer mehr zu lieben. Dann werden unsere eigenen Bedürfnisse kleiner und unser Eifer für Ihn größer. Johannes der Täufer hatte das erkannt, als er ausrief (Johannes 3:30):

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Wer bist Du?

„Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr ist mit dir, du tapferer Held! Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr, wenn …  warum …?

Der Herr aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft! Du sollst Israel … erretten! Habe ich dich nicht gesandt?  Gideon aber sprach zu ihm: … womit …? Meine Sippe ist die geringste … ich bin der Kleinste …!  Der Herr aber sprach zu ihm: Weil ich mit dir sein will, wirst du …  schlagen …!“  (aus Richter 6:12-16)

Die Geschichte von Gideon begeistert in vielerlei Hinsicht. Man nehme nur die zitierten Verse. Wie unterschiedlich ist Gideons Beurteilung durch Gott und seine Selbstbeurteilung! Gideon beschreibt sich selbst als Mann voll mit Zweifeln, Fragen und Schwächen. Er fühlt sich völlig kraftlos. Und klar, wenn wir sein Geschichte lesen, kommen wir zu derselben Beurteilung: Hier ist ein Mann voller Zweifel, Furcht und Bedenken. Er kritisiert Gott
(13), hat eine äußerst niedrige Meinung über sich selbst (15), fordert drei (3)! Zeichen vom Herrn, bevor er in den Kampf zieht (17, 37, 39) und ist ängstlich trotz aller Zusagen Gottes (27). Was veranlasst Gott, trotzdem eine solche Person zu gebrauchen?

Antwort: Gott sieht uns anders, als wir uns selbst sehen! „Tapferer Held!“ nennt Er Gideon. „Du hast Kraft! Errette!“ ruft Er seinem furchtsamen Diener zu. „Ich will mit dir sein. Du sollst besiegen!“ versichert der Herr. Und Er gibt ihm die drei Zeichen, die Gideon erbittet – ohne ein Wort der Kritik über mangelnden Glauben in Sein Wort. Gideon erhält sogar ein extra Bonuszeichen, um das er gar nicht gebeten hatte. (7:13-14) Erst als der Kampf tatsächlich beginnt, scheint Gideon seine Stellung und Sicherheit verstanden zu haben, denn erst jetzt gibt er den offiziellen Kriegsruf bekannt: „Für den Herrn und für Gideon!“ (7:18)

Lasst uns nicht auf die Einflüsterungen des Bösen hören, der uns immer runterziehen will und uns ständig erklärt, was für Versager wir sind. Sicher, wenn wir auf uns selbst blicken, haben wir nicht mehr anzubieten als Schwachheit und Bedeutungslosigkeit. Selbst der große Apostel Paulus muss das zugeben, wenn er in 1 Korinther 4:7 fragt:

Was hast du, das du nicht empfangen hast?

ABER: Wenn wir das Wort Gottes als Grundlage unserer Identitätsfindung benutzen und das Wort Gottes die Frage beantworten lassen: „Wer bin ich eigentlich?“ dann erhalten wir ein ganz anderes Bild. Im Wort Gottes bezeichnet Gott seine Kinder als „auserwählte Generation,“ als „königliches Priestertum,“ „heilige Nation,“ „Volk des Eigentums,“ „Heilige,“ „Kinder des lebendigen Gottes,“ „Botschafter Christi,“ „Salz,“ „Licht,“ und  „Überwinder in Christus.“  Dazu kommen viele, viele andere Bezeichnungen aus dem Alten und Neuen Testament.
Eine ausführlichere Liste findet sich  HIER

Erfreu Dich an Deiner Identität in Jesus und kämpfe wie Gideon den Kampf, in den Gott Dich gestellt hat. In Jesus bist Du ein Gewinner!

Dienstag, 9. Juni 2026

Biographie: John Wycliff

Ich liebe christliche Romane, die in der Antike oder im Mittelalter spielen. Zu meinen Lieblingsautoren diesbezüglich gehören Mel Starr oder auch Francine Rivers. Jetzt ist ein neuer Autor hinzugekommen. Das Buch „Schimmer der Wahrheit“ von Jack Cavanaugh spielt im 14. Jahrhundert, zur Zeit von John Wycliff, dem Übersetzer der Bibel in die englische Sprache.

John Wycliff wurde im Jahr 1330 in Hipswell / England geboren. Mit 23 Jahren begann er, Theologie zu studieren und brachte es bis zum Doktor der Theologie. Allerdings verwarf er sich in grundlegenden Lehren mit der katholischen Kirche. Dazu gehörten seine Forderung zur Armut der Kirche, seine antipäpstliche Haltung, sein Verständnis des Abendmahls, und seine Stellung zur Bibel als einzige Autorität.

Wycliff genoss großes Ansehen im Volk und hatte starke politische Unterstützer, was ihm auch in verschiedenen Prozessen gegen den Papst zugute kam. Nicht in allen theologischen Fragen würden evangelikale Christen Wycliff heute folgen, aber viele evangelikale Themen vertrat Wycliff bereits vor 700 Jahren. Er lehnte Heiligenverehrung, Bilder- und Reliquienverehrung ebenso ab wie die Transsubstantiationslehre (katholische Abendmahlslehre) oder das Zölibat.

Am bekanntesten dürfte John Wycliff für seine Arbeit mit der Bibel sein. Dazu sammelte er verschiedene englische Übersetzungen zur Überarbeitung. Seine Übersetzung war die erste Übersetzung der lateinischen Vulgata ins Englische. Das allerdings war ein giftiger Dorn im Auge der Kirche, die den Inhalt der Bibel dem Volk vorenthalten wollte, um ihre eigene Position zu stärken. Darum wurde Wycliff während seines Lebens verfolgt, nach seinem Tod verworfen und auch seine Anhänger wurden verfolgt.

Noch während seines Lebens wurden er, seine Lehren und seine Schriften von Papst und Synoden verurteilt. Er verlor seine Ämter in der Kirche und seine Dozententätigkeit an der Universität. Die große Unterstützung im Volk bewahrte ihn vor schlimmerem Leid, vielleicht sogar vor dem Märtyrertod. Am 28. Dezember 1384 erlitt Wycliff während der Messe in seiner Kirche in Lutterworth einen Schlaganfall, und starb wenige Tage später, am 31. Dezember 1384, an dessen Folgen.

Nach seinem Tod wurde er am 4. Mai 1415 als Ketzer verdammt. Seine Knochen wurden exhumiert und 1428 unter der Aufsicht von Bischof Richard Fleming von Lincoln verbrannt. Die Asche wurde in einen Fluss gestreut. Die Verfolgung seiner Anhänger, die die englische Bibelübersetzung im ganzen Land verbreiteten, wurde befohlen. Viele verloren ihr Leben, sowohl durch kirchliche, wie auch durch politische Obrigkeiten.

Aber der Siegeslauf des Wortes Gottes unter dem Volk war nicht mehr zu stoppen. Zu Recht wird Wycliff als ein Vorläufer der Reformation bezeichnet, denn er verstand die Bibel als alleinige Autorität, übersetzte sie in die Sprache des Volkes und setzte sich für die Verbreitung ein.

Heute sind es die "Wycliff Bibelübersetzer", eine Organisation, die sich für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel unter Völkern einsetzt, deren Sprachen noch keine Schrift hat.

Wycliff – und unzähliche Menschen nach ihm haben die göttliche Kraft und Auswirkung der Bibel erkannt und können mit dem Psalmisten ausrufen (Psalm 119:162):

Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.

Montag, 8. Juni 2026

Aufkleber und Anstecker

Die Älteren unter uns erinnern sich an die ersten christlichen Aufkleber und Anstecker in den 60ger und 70ger Jahren. Ich erinnere mich an einen großen – ja, er war groß! – runden Anstecker, den ich zur Schule trug: „Mittelpunkt meines Lebens: Jesus“. Später wurden die Anstecker etwas dezenter und vornehmer, wie etwa die „Jesus lebt“ Anstecknadel, passend zu jedem Anzug. Aufkleber gab es massenhaft; fürs Federmäppchen, Gitarrenkoffer, das Auto oder die Straßenlaterne: „Wenn Dein Gott tot ist, nimm doch meinen: Jesus lebt!“ „Wag es mit Jesus!“ „Jesus liebt Dich!“ „Gerade Du brauchst Jesus!“ oder der Aufkleber mit dem Jesus People Symbol, dem nach oben zeigenden Zeigefinger. Spruch: „EIN Weg – Jesus!“


Auch heute gibt es Aufkleber: „Gott ist Dir näher als Du meiner Stoßstange“ oder „Christen sind nicht besser, aber besser dran“. Scheint irgendwas an Tiefe verloren – und an Witz gefunden zu haben.

Ich freu mich über Autos mit christlichen Aufklebern, solange sie lesbar und bedeutungsvoll sind. Jeder Oskar macht Werbung auf dem Auto für seine Firma, Seinen Sportverein oder seine Überzeugungen. Ich mach’ Werbung für Jesus.

ABER:

Das Zeugnis durch Aufkleber und Anstecker kann ohne jegliches Gewicht sein, federleicht und sinnlos. Ich kann es durch mein Verhalten völlig außer Kraft setzen. Mein Verhalten wirbt lauter als mein Aufkleber, meine Taten lauter als meine Anstecker. (Es ist tatsächlich vorgekommen, dass ich auf meinen christlichen Aufkleber angesprochen wurde, weil für den Beobachter mein Verhalten nicht in Einklang damit zu stehen schien).

Ich komme zu dem Schluss, dass christliche Anstecker und Aufkleber gut, wünschenswert, sinnvoll und vielleicht instrumental zur Seelenrettung sein können. Ich komme aber auch zu dem Schluss, dass mein Leben der stärkste Aufkleber ist, den ich präsentieren kann. Der Herr hat uns klar den Auftrag gegeben, unseren MUND zu öffnen und Seinen Namen mit unseren Worten zu bezeugen. Aber er hat uns auch gesetzt, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Das ist mehr als Mundpropagande. Das ist Leben!

Ich möchte uns alle ermutigen, ohne Scheu durch christliche Anstecker und Aufkleber unseren Glauben mutig zu bezeugen. Der Fußballfan von Gegenüber macht das auch. Aber ich möchte uns noch mehr Mut machen, uns nicht auf Aufkleber und Anstecker zu begrenzen. Das mag ein Anfang – darf aber nicht das Ende sein. Worte sollten hinzukommen und jede Art von Zeugnis wollen wir unterstreichen und einzementieren durch unser Leben.

Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen
und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist
zum Richter der Lebenden und der Toten.“
(Apostelgeschichte 10:42)
 
Wem könntest Du heute ein "Aufkleber" sein?

Sonntag, 7. Juni 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 8:19-22
 
35 Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.
36 Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter.
38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende!
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst
Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

"Unerreichte Völker sind aus gutem Grund unerreicht.
Es ist schwer, mühsam und gefährlich, sie zu erreichen.
Die einfachen Völker sind bereits vergeben."
(David Platt)

„Erwarte Großes von Gott. Wage Großes für Gott.“
(William Carey)

Samstag, 6. Juni 2026

... wie die Kinder

Der Herr hat sich nie auf eine Hierarchie im Reich Gottes konzentriert. Er hat Menschen aufgefordert, das Reich Gottes zu suchen. Er hat sie aufgefordert, Buße zu tun und hineinzukommen. Er hat das Reich Gottes als herrlich und überaus attraktiv beschrieben – so attraktiv, dass es sich lohnt, alles andere dafür dran zu geben. Aber Er hat nie eine Hierarchie für die Teilnehmer an Gottes Reich erstellt. Das war nicht wichtig, zumindest nicht für Jesus. Es war allerdings wichtig für Seine Jünger. Sie wollten „Wer“ sein, im Reich ihres Herrn.

Ich habe mich gefragt, was es wohl war, mit dem sie ihre Wunschposition im Reich Gottes begründeten. Warfen Petrus, Johannes und Jakobus ihre besondere Nähe zu Jesus in die Wagschale? Brüstete sich Andreas mit seiner Verwandtschaft zu Petrus? Prahlte irgendjemand damit, besondere Wunder getan zu haben im Namen Jesu, während man den Missionsauftrag erfüllte, den Jesus ihnen einmal gegeben hatte? Irgendwie muss die Debatte ja verlaufen sein. Aber was ihnen auch immer als ein gewichtiges Argument erschien, löste sich in Luft auf, als Jesus Seine Kriterien aufzählte:

Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder,
so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!  
(Matthäus 18:3)

Umkehr und kindlicher Glaube! Nicht große, offensichtliche, leuchtende, allen bekannte Kriterien sind wichtig, sondern solche, die schnell und leicht übersehen werden.

Wir wissen bereits, dass Kinder bei den Jüngern nicht gerade hoch auf der Liste bevorzugter Zuhörer standen. Selbst in vielen unserer heutigen Kulturen sind Kinder „kleine Nichtse“ und werden ignoriert oder gar verachtet. Aber etwas, das vielfach den Charakter eines Kindes ausmacht, Demut, ist unabdingbar für den Einzug ins Reich Gottes – und zwar nicht zur Bestimmung der Hierarchie, sondern um überhaupt erst mal hineinzukommen. Wie furchtbar verkehrt die Blickrichtung der Jünger!

Worauf schauen wir, wenn wir uns einordnen in der (in Realität nicht vorhandenen) Hierarchie im Reich Gottes? Wir tun gut daran, in dieses Wochenende und in den bereits angebrochenen Monat zu gehen, ohne unseren Blick auf uns zu richten. Worauf sollten wir da blicken? Nach welcher Position wollen wir streben?

Stattdessen wollen wir uns Jesus zum Vorbild nehmen, auf Ihn unsere Augen richten und in Seine Fußstapfen treten. Hier ist die Richtung, die Er angibt:

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir,
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!
(Matthäus 11:29)