Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. (Jesaja 43:19)
Eigentlich mache ich nur im Urlaub längere Spaziergänge, aber letzte Woche war es anders. Fast 3 Stunden waren wir unterwegs, haben unseren nicht ausgewiesenen Zielort sogar gefunden und die Stille, Farben und Gegebenheiten der Natur genossen.
Das Bild entstand auf unserem Weg zum Ziel. Deutlich zu sehen ist der Bereich, wo vor wenigen Jahren der Waldboden noch bedeckt war, wo Fichten standen und Wild ihren Unterschlupf finden konnten. Dann kam der Fichtenfeind, der Borkenkäfer, und richtete Millionenschaden an – was den Baumbestand anging und den wirtschaftlichen Verlust.
Man erinnert sich an die toten Bäume, die nadellos zum Himmel ragten, später an die riesigen kahlen Flächen mit zahllosen Baumstümpfen und auch an den braunen Waldboden, der leer und farblos überall zu sehen war.
Nach gefühlt 3 Jahren (es waren sicher weniger), trauten sich zarte Farnblätter und helles Grün aus der Erde. Im Frühjahr bedeckt der gelbe Ginster die brachen Flächen und wird im Frühsommer vom Fingerhut abgelöst. Und dann kommen – teilweise gepflanzt, teilweise ganz natürlich, die jungen Triebe der nächsten Baumgeneration hervor. Irgendwann werden dort kein Ginster und kein Fingerhut mehr blühen, weil ein neuer Wald herangewachsen ist.
Mir wurde die Szene, (festgehalten im Bild), zu einer Illustration unsrer eigenen Erfahrungen. Auch in unserem Leben – im geistlichen Leben wie auch im Alltag – gibt es Zeiten, wo vieles „kaputt“ geht. Da gibt es Krankheiten, Irrwege, Konsequenzen von Fehlentscheidungen, Durststrecken, Stolperwege und gelegentlich sogar Abstürze. Manchmal sind die Folgen solcher Erfahrungen gravierend. Manchmal sehen unsere Tage dann nur noch aus wie ein toter, nadelloser Baum, der ohne Hoffnung zum Himmel zeigt, und unser Herz fühlt sich an wie ein brauner, lebloser Waldboden, dem alles entzogen wurde, was ihn einmal ausmachte.
Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. (Jesaja 43:19)
Es gibt eine „Zeit danach“, eine Zeit nach der Niederlage, nach der Dürre, nach dem Tod, eine „Zeit danach“. Es gibt eine Zeit, wenn Gott neue Blätter an den Bäumen wachsen lässt, die Leere neu füllt, neue Farbe hervorkommen lässt und neues Leben in die Dürre schenkt. Das geschieht nicht über Nacht. Es wächst, und Wachstum erkennt man oft erst im Rückblick. Die Wasserströme sind nicht plötzlich überall da, sondern sie beginnen irgendwo und suchen sich ihren Weg. Aber dann geschieht das, was wie unmöglich scheint:
Die Elenden und Armen suchen Wasser und finden keines; ihre Zunge verdorrt vor Durst. Ich, der Herr, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. 18 Ich lasse Ströme hervorbrechen auf kahlen Höhen und Quellen inmitten der Täler; ich mache die Wüste zum Wasserteich und dürres Erdreich zu Wasserquellen. 19 Ich setze Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume in der Wüste; ich pflanze Wacholderbäume, Platanen und Zypressen miteinander in der Steppe; 20 damit alle miteinander es sehen und erkennen und es sich zu Herzen nehmen und ermessen, dass die Hand des Herrn dies gemacht, dass der Heilige Israels es geschaffen hat. (Jesaja 41:17-20)









