„Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht“ (Psalm 16:11)

Samstag, 22. August 2026

Das Auge des Feindes ist auf Dir!

„Wir wissen, dass jeder, der ein Kind Gottes geworden ist, 
nicht (beständig) sündigt, denn der Sohn Gottes bewahrt ihn, 
und der Böse kann ihm nichts anhaben.“ (1 Johannes 5:18)

Das ist ein ganz toller Vers, der uns in Kapitel 5:4 schon in ähnlicher Form begegnet: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“

Was für ein trostreiches Wissen: Satan kann uns nicht antasten, d.h.: Er kann sich „nicht an uns festklammern.“ Aber was bedeutet das praktisch im Alltag?

Es bedeutet nicht, dass Christen nichts Schlechtes mehr geschehen kann. Erst letzte Woche wurden in Nigeria wieder 24 Frauen und Kinder in einer nächtlichen Aktion von Fulanis ermordet. Täglich geschieht Schlimmes im Leben von Christen: Krankheit, Unfälle, Verfolgung – um nur einiges zu nennen. Es bedeutet auch nicht, dass wir Satan keinen Raum mehr geben können (wenn wir es dann wollten). Es bedeutet auch nicht, dass Satan nicht ein Maß an Einfluss im Leben von Christen bekommen kann. Niemand, der Jesus liebt und nachfolgt sollte sich einlassen mit okkulten Handlungen, wie Handlinien lesen, Wahrsagerei, okkulten Spielen, Filmen oder ähnlichem. Man kann mit dem Feuer spielen und kann sich dabei verbrennen. Man kann sich okkulten Einflüssen aussetzen und sich hinterher wundern, was da los ist. Nicht umsonst sagt Paulus in Epheser 4:27: Gebt dem Teufel keinen Raum!’

Was Johannes hier sagt ist: Satan kann sich „nicht an uns festklammern“. Er kann keine Besitzerrechte anmelden. Er kann uns nicht mehr antasten und beherrschen, wie er es mal konnte.

Und Hiob? Ihm ging es doch blendend bis Satan zu Gott kam und bat, dass er Hiob schaden dürfe. Zuerst nahm Satan Hiobs Besitz, dann seine Kinder. Anschließend zerstörte er Hiobs Gesundheit. Danach ging Hiob durch eine extreme Zeit der Einsamkeit und der Leiden.

Konnte Satan ihn also doch antasten? Es war ein kontrolliertes Antasten, von Gott genehmigt, begrenzt und überwacht. Satan musste sich zunächst von Gott die Genehmigung holen.
Tatsache ist: Satan konnte Hiob nicht antasten wie er es wollte.
Tatsache ist: Hiob war hinterher noch reicher gesegnet als vorher.
Tatsache ist: In Gottes Nähe sind wir immer sicher.

Das wird auf eine interessante Weise deutlich, nämlich durch die Art, wie Vers 18 in die Sprache des Ciramba Volkes in Burkina Faso übersetzt wurde. Eine Missionarin berichtet, wie 1 Johannes 5:18 übersetzt:
„Der Sohn Gottes ist da und schützt es, 
und das Auge des Feindes ist auf ihm.

Zunächst vermissen wir hier scheinbar die Zusage, dass der Feind einem Kind Gottes nichts anhaben kann. Ein Ciramba Christ erklärt, warum der Vers genau so stimmt in seiner Sprache.
Er sagt: „Bei uns muss man immer aufpassen, dass Küken nicht frei und ungeschützt herumlaufen. Denn überall gibt es Sperber, die nur darauf lauern, sich auf die Küken zu stürzen und sie zu fressen. Wenn die Küken allerdings ganz in der Nähe der Henne sind, wagt der Sperber es nicht, anzugreifen, denn die Henne schützt ihre Jungen. In unserer Sprache sagen wir dann: „Der Sperber hat (nur/lediglich) das Auge auf den Küken.“

Das Auge auf jemanden haben“ bedeutet in der Ciramba Sprache: „dass man beobachten, aber nichts ausrichten kann“. Genau wie das Küken ist ein Kind Gottes geschützt. Satan kann beobachten, aber nicht ausrichten, was er möchte.

Was für eine herrliche Verheißung Gottes in 1. Johannes 5:18:

„Wir wissen, dass jeder, der ein Kind Gottes geworden ist, 
nicht (beständig) sündigt, denn der Sohn Gottes bewahrt ihn, 
und der Böse kann ihm nichts anhaben.“

Freitag, 21. August 2026

Ein möglicher Auslöser ...

Gut begonnen, schlecht geendet. Das gibt es oft. Eine Aussage, die über vielen Ehen stehen könnte, über vielen Arbeitsverhältnissen, Forschungsexperimenten oder über manchem Leben Vielleicht mehr als über allem anderen könnte diese Aussage über dem Leben von vielen Christen stehen. Sie haben gut begonnen, haben die Notwendigkeit erkannt, zu Jesus zu kommen, ihr Leben in Ordnung zu bringen und den Weg der Nachfolge zu beginnen. Sie sind eine Weile, vielleicht einige Jahre, fest mit Jesus gegangen – dann kam der Nachfolge-Knick.


Es gibt viele mögliche Auslöser, die Jünger Jesu von dem, was sie gut begonnen haben, ablenken und zu einem schlechten Nachfolgeende führen. Zu solchen Auslösern gehören:
-         Rückfälle in alte, schlechte Verhaltensmuster
-         Freundschaften und Ehen mit Menschen, die den Weg mit Jesus nicht mitgehen
-         Nachlassender Eifer für Gottes Wort, Gemeinschaft und Gebet
-         Hobbies und andere Interessen

Das sind aber nicht die einzigen  Auslöser für Nachfolge-Knicks im Leben von Nachfolgern Jesu. Ein oft übersehener Auslöser sind Komplexe. Komplexe gehören zu den größten Hindernissen in der Nachfolge. Genauer gesagt, das Denken: „Ich kann nicht dienen, ich bin des Dienstes für Jesus nicht würdig. Ich bin gar nicht geistlich genug, Jesus zu dienen und Ihm nachzufolgen, wie viele andere. Was kann ich schon für Gott tun? Ich muss erst noch so viel lernen, erst noch wachsen. Ich bin einfach noch nicht soweit.“

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Ein Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die an einer Hochschule studieren wollte. Allerdings verlor sie allen Mut, als sie den Fragebogen der Schule ausfüllte und zu der Frage kam: ‚Hast Du eine Führungspersönlichkeit?’ Ehrlich und gewissenhaft wie sie war, kreuzte sie an: Nein schickte die Bewerbung ab und erwartete das Schlimmste.

Voller Überraschung hielt sie nach einiger Zeit das Antwortschreiben der Hochschule in der Hand, in dem es hieß: „Sehr geehrte Bewerberin, nach Durchsicht aller Bewerbungen stellen wir fest, dass an unserer Hochschule in diesem Jahr 1452 neue Führungspersonen studieren werden. Wir akzeptieren Ihre Bewerbung ebenfalls, denn wir sehen es als unerläßlich an, dass wir wenigstens eine Studentin haben, die auch nachfolgen kann.“

Manche Christen machen es ähnlich. Sie möchten gerne in Gottes Schule, möchten wachsen und ihm nachfolgen, fühlen sich aber völlig unwürdig, unfähig und minderwertig.

Darf ich Dir heute Mut machen und Dir zurufen: Gott hat Deine „Bewerbung“ – Dein Verlangen, Ihm zu folgen – angenommen! Er lädt Dich ein, nein – Er ruft Dir zu: Komm, folge mir nach. Du brauchst kein Paulus, kein Hudson Taylor, keine Amy Carmichel oder keine andere Person zu sein. Sei einfach Du selbst. Folge Jesus so, wie Du bist. Folge Ihm, auch wenn Du denkst, Du hättest nichts zu bieten, nichts zu bringen und nichts zu gebrauchen. Das sind mitunter die besten Voraussetzungen.

Gibt sich die Möglichkeit eines Zeugnisses, sprich über Jesus. Auch wenn Du stotterst und hinterher denkst: „Das war weniger als nichts.“ Tue, was richtig ist, auch wenn Dich andere dafür verurteilen oder auslachen. Es sind nicht die großen Taten der bekannten Menschen, die die Welt verändern. Es sind die scheinbar (!) unbedeutenden Taten in der kleinen Welt der Unbekannten, in Deiner und meiner Welt.

Lass Deine Befürchtung, nichts Großes oder Bedeutendes für Gott tun zu können Dich nicht davon abhalten, für Ihn zu leben. Lebe für Ihn und lass Ihn machen. Er macht alles wohl!

Donnerstag, 20. August 2026

!

Hinter jeder Aussage Gottes steht ein Ausrufezeichen. In 4 Mose 23:19 lesen wir:

„Gott ist ja kein Mensch, der lügt, kein Menschensohn, der etwas bereut. Wenn er etwas sagt, dann tut er es auch, und was er verspricht, das hält er gewiss!“

Trotzdem passiert es uns immer wieder, dass eine Zeit des Wartens uns den Blick trübt und sich das Ausrufungszeichen hinter Seinen Worten in ein Fragezeichen zu verbiegen scheint.

Kürzlich hörte ich mir einige Kapitel im Propheten Jeremia an. Da sagt der Prophet:

„Denn so spricht der Herr: Sobald 70 Jahre für Babel voll sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort an euch erfüllen, euch an diesen Ort zurückbringen.“ (Jeremia 29:10)

Mir kamen die Juden in den Sinn, die als Jugendliche oder junge Erwachsene diese Prophezeiung gehört und verstanden hatten, die nach Babylon weggeführt wurden und jetzt mit 80 oder 90 Jahren immer noch auf eine Rückkehr nach Israel warteten. Wie viele von ihnen werden die Verheißung Gottes verworfen haben, weil sie so lange warten mussten und die Hoffnung aufgaben?

Oder Israels Aufenthalt in Ägypten. In 1 Mose 15:13+14 heißt es:

Da sprach er (Gott) zu Abram: Du sollst mit Gewissheit wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört; und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang. 14 Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich richten; und danach sollen sie mit großer Habe ausziehen.

Sowohl die Sklaverei, wie auch die Befreiung, waren prophezeit. Aber wer wird nach einigen Jahrzehnten (oder Jahrhunderten) noch daran geglaubt haben? Diejenigen, die in Ägypten geboren worden waren, kannten ja gar nichts anderes mehr. Sie schrien immer noch zu Gott um Hilfe – aber wie viel Glaube wohl in ihren Gebeten steckte?

Auch in anderen Versen der Bibel kommen ähnliche Zweifel und Verzweiflung zum Vorschein. In Klagelieder 5:20-22 fragt der Schreiber?

Warum willst du uns für immer vergessen, uns verlassen alle Tage? 21 Bringe uns zu dir zurück, o Herr, so werden wir umkehren; Lass unsere Tage wieder werden wie früher! 22 Oder hast du uns gänzlich verworfen, bist du allzu sehr über uns erzürnt?

Nicht immer erleben wir die Erfüllung göttlicher Verheißungen. Das heißt nicht, dass sie unerfüllt bleiben und Gott Sein Wort verworfen hat.

Fast 2000 Jahre lang sah es so aus, als hätte Gott Seine Versprechungen an Israel gebrochen. Dann kam der 14. Mai 1948 und der Staat Israel wurde gegründet. Generationen von Christen zuvor blieb nichts anderes übrig, als „blind“ zu vertrauen.

Manche unheilbar Kranke werden durch Gebet und Gottes Eingreifen geheilt. Aber das sind Wunder – Ausnahmen. Anderen Kranken bleibt die herrliche Verheißung aus Offenbarung 21:4:

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Georg Müller begann im November 1844 für die Bekehrung von 5 bestimmten Menschen täglich zu beten. Die 5. Person kam nach Müllers Beerdigung zum Glauben. Er hat während seines Lebens nicht die volle Erhörung dieser Gebete erleben dürfen, aber bevor er starb, sagte er: „Sie sind noch nicht bekehrt, doch sie werden bekehrt.“ Gut, Georg Müller war ein außergewöhnlicher Mann des Gebets und des Glaubens. Aber er hielt sich fest an den Verheißungen Gottes. Und das darf auch jeder von uns, denn hinter ihnen steht kein Fragezeichen, sondern das Ausrufungszeichen Gottes!

Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt — in ihm (Jesus) ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns! (2 Korinther 1:20)

Mittwoch, 19. August 2026

Gott sehen (2)

Vorgestern haben wir über die Redewendung nachgedacht, Gott zu sehen, Sein Angesicht zu sehen oder Sein Angesicht zu suchen. Begonnen hatten wir mit der Aussage Gottes

Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!

Wenn wir Gottes Angesicht suchen, suchen wir Seine Nähe, Seine Gegenwart, Sein Wesen. „Vor sein Angesicht“ zu kommen hatten wir als sinnbildliche Aufforderung verstanden. Aber es gibt ein erfreuliches „ABER“!

Bis zum heutigen Tag hat tatsächlich kein Mensch Gott in Seiner ganzen Herrlichkeit gesehen, denn – wie Gott selbst sagt: “kein Mensch wird leben, der mich sieht!“ ABER: Es wird eine Zeit wird kommen, in der wir tatsächlich Sein Angesicht sehen werden: Bereits im AT ruft der vom Leid gebeutelte Hiob aus (Hiob 19:26+27):

Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; 27 ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne ihm fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir! 

Im Neuen Testament verspricht Jesus Seinen Jüngern höchstpersönlich (Matt. 5.8):

Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!

Der Apostel Johannes war dabei, als Jesus das lehrte und erklärt viele Jahre später auch noch einmal in seinem 1 Brief (1 Johannes 3:2):

Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Und noch einmal bestätigt Johannes das in Offenbarung 22:4. Man kann fast sagen: Gottes Wort entlässt uns im letzten Kapitel der Bibel mit dieser lebendigen, erhebenden, Mut machenden Zusage:

Sie werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, und seinen Namen werden sie auf ihrer Stirn tragen.

Was für eine himmlische Zusage betreffs des Angesichts Gottes.
Was für ein Trost für alle die trauern!
Was für eine Hoffnung für alle, die leiden!
Was für eine vollkommene Freude für alle, die voll Kummer sind
Was für ein Friede für alle Ruhelosen.

Fanny Crosby war eine der größten Kirchenlieddichterinnen. Etliche ihrer Lieder sind auch im Deutschen bekannt:
Sicher in Jesu Armen
Seliges Wissen, Jesus ist mein
Gehe nicht vorbei, o Heiland
Gott wird dich tragen, drum sei nicht verzagt

Fanny Crosby wurde blind geboren, gab Gott allerdings niemals die Schuld und stellte sich nie als Opfer dar. Tatsächlich lobte sie Gott einmal für ihre Blindheit und sagte: „Gott hat mir einen Gefallen getan, indem er mich blind machte, denn die erste Person, die ich sehen werde, wenn ich starb, wird der Herr Jesus selbst sein!

Aus dem Englischen kommt dieses Lied über das Angesicht Gottes. Du findest das Original im Seitenfenster. Der Titel lautet:

Wenn wir Sein Angesicht sehen werden

Auch wenn die Dunkelheit überwältigend ist
Und die hellsten Lichter erlöschen
Auch wenn das Wort Gottes
Von törichten Menschen mit Füßen getreten wird
Auch wenn die Gottlosen niemals straucheln
Und überall in Hülle und Fülle vorhanden sind
Werden wir alle demütig sein, wenn wir Dein Antlitz sehen

Und die Dämonen, gegen die wir gekämpft haben,
Die äußeren und die inneren,
Werden unter unseren Füßen liegen, Um nie wieder aufzustehen.
All unsere Sünden werden hinter uns liegen,
Durch das Blut Christi ausgelöscht,
Und wir werden Deine Güte kosten, wenn wir Dein Antlitz sehen.

Wir werden sehen, wir werden wissen,
Wie wir es noch nie zuvor gewusst haben.
Wir werden gefunden werden, wir werden zu Hause sein,
Wir werden für immer die Deinen sein.

Das Warten wird vorbei sein. Jeder Kummer wird geheilt sein.
All die Träume, die so unerreichbar schienen,
Werden Wirklichkeit werden. Und Du wirst uns versammeln
In Deinen Armen der unendlichen Gnade
Als Deine Braut für immer, wenn wir Dein Antlitz sehen

Und Du wirst uns zu Dir versammeln
In Deinen Armen der unendlichen Gnade
Als Deine Braut für immer, wenn wir Dein Antlitz erblicken

Wir wissen aber, dass wir ihm gleich sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1 Johannes 3:2)

Dienstag, 18. August 2026

Biographie: John Sung

Quelle: YouTube
Er wird den meisten Lesern nicht so bekannt sein wie Hudson Taylor, Robert Morris oder Watchman Nee – alles große Namen in der Geschichte Gottes in China. Aber auch John Sung gehört mit in diesen Kreis.

John Sung wurde am 27. September 1901 in China in eine Methodistenfamilie hineingeboren.

Im Alter von 9 Jahren kam er zum persönlichen Glauben an Jesus, mit 19 Jahren schrieb er sich an der Wesley Universität in den USA ein. Fünf Jahre später hatte er einen Bachelor- Master- und Doktorabschluss, Doktor der Philosophie. Außerdem war er ein Experte auf dem Gebiet der Chemie. Während seines Studiums hatte er auch liberale Theologen zu Lehrern, die seinen Glauben fast ruinierten. Sung wandte sich östlichen Religionen zu – bis er, als 26-jähriger, während einer Evangelisation ein persönliches Erweckungserlebnis hatte.

John Sung war bereit, loszulassen: Nach seiner geistlichen Erneuerung verbrannte er zunächst alle theologisch liberale Literatur. Später, auf seinem Rückweg von den USA nach China warf er seine gesamten Diplomas und Ausbildungsnachweise über Bord, ausgenommen seiner Doktorarbeit, die er seinem Vater zeigen wollte. Der war gegen ein Studium in den USA gewesen. Sung wollte sich nun der Evangelisation Chinas widmen.

Nach seiner Ankunft in China heiratete er im Dezember 1927 Yü-mei, mit der er seit Jahren durch Vermittlung seiner Eltern verlobt war.  5 Kinder wurden dem Ehepaar Sung geboren. John war bemüht, durch Familienandachten den Glauben seiner Familie zu stärken.

1927 begann die 12 Jahre andauernde Erweckung in China, in der Gott John Sung maßgeblich gebrauchte. Obwohl er oft den ganzen Monat auf Reisen war, unterstützte Yü-mei ihren Mann und seine Arbeit. Er  nahm eine Führungsrolle in der Erweckung ein und Tausende und Abertausende kamen zum Glauben. Was war sein Geheimnis? Der Missionar Boon Mark, der ihn auf einigen seiner Reisen begleitete und kennengelernt hatte, wird mit den Worten zitiert: "Er redet wenig, er predigt mehr, aber am meisten betet er"

1940 - 1944. John Sung hatte bereits in den USA mit körperlichen Leiden zu kämpfen. Als „Dorn im Fleisch“ bezeichnete er sie. Während der Erweckungsjahre litt er unter Schmerzen und Darmgeschwüren. Dazu kamen Hüftschmerzen und Erschöpfung. Nach Evangelisationsreisen im Ausland kehrte er erschöpft und krank nach China zurück. Darmtuberkulose und Krebs gehörten zu den Diagnosen, von denen er sich nicht mehr erholte. Seine öffentlichen Dienste endeten 1940. Um seine unerträglichen Schmerzen zu lindern, lagerte man ihn gelegentlich in einem Tuch, das von der Decke herabhing.

Trotz Schmerzen predigte er weiter, „teilweise im Sitzen, kniend oder sogar liegend (...), um die Schmerzen zu lindern.“ Im Alter von 42 Jahren starb er frühmorgens am 18. August 1944.

In seiner letzten Predigt an die Gemeinde sagt er sinngemäß: „Die Arbeit der Zukunft wird die Arbeit des Gebets sein.“

Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Schreibe: Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an! Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen; ihre Werke aber folgen ihnen nach.(Offenbarung 14:13)

Montag, 17. August 2026

Ab sofort wieder täglich frisch! Heute: "Gott sehen"

Scheinbar hat die Menschheit ein unstillbares Verlangen, den Glauben an Gott mit etwas Sichtbarem zu füllen. Im Buddhismus sind das all die Buddhafiguren und verschiedentlich auch Schutzfiguren wie Drachen, Löwen oder Dämonen.

Hindutempel beinhalten Statuen und Bilder von Gottheiten, heiligen Personen, heiligen Tieren wie der Stier, Schlangen oder Elefanten.

Der Islam hat keine Abbildungen von einer Gottheit, aber dem schwarzen Stein in der Kaaba werden von einigen magische Kräfte nachgesagt.

Im Animismus gibt es alle möglichen Götzen aus Holz, Metall oder anderen Materialien, die angebetet werden.

Und selbst im Katholizismus spielt das Kruzifix (das Kreuz mit Jesus) eine wichtige Rolle – ebenso Heiligenbilder und Statuen.

Menschen sehnen sich nach einem Bild von Gott. Mose hatte das Verlangen, Gott zu sehen. Mose war natürlich ein besonderer Fall ... ein besonderer Mann. Gott sagt ihm (2 Mo 33:20+22-23):

Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht! ... Siehe, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. ... Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand so lange bedecken, bis ich vorübergegangen bin. Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir hersehen; aber mein Angesicht soll nicht gesehen werden!

Jesus ist der Einzige, der das Angesicht Gottes in aller Fülle kennt. In Johannes 10:30 sagt Er: Ich und der Vater sind eins. und nur wenig später erklärt er Seinen Jüngern (Johannes 12:45): „Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.“

Gottes Angesicht zu sehen“ – was bedeutet das für uns heute und wie wird unser Verlangen danach gestillt, uns Gott zu nahen?

Zum einen ist es wichtig unseren Wunsch, „vor Gottes Angesicht“ zu kommen, richtig zu verstehen. Wenn wir die Formulierung benutzen, dass wir „vor Gott kommen“ oder „vor Gottes Angesicht“ dann drücken wir das Verlangen aus, Gottes Eigenschaften und Nähe, Seinem Wesen und Seiner Zuwendung zu begegnen. Und das geschieht auf vielfache Weise.

Psalm 27:8 belehrt uns: Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

Sowohl das Wort Gottes, wie auch unsere Suche danach ist ein Weg, vor Gott zu erscheinen. Die Suche, das Verlangen, Hungern nach Gott drückt sich oft durch Gebet aus, wie auch der Psalmist in Psalm 105:4 zum Ausdruck bringt:  Fraget nach dem Herrn und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit!

Zahllose Christen haben diese Erfahrung gemacht. Sie haben die Gegenwart Gottes erfahren, haben Zeit vor Seinem Angesicht verbracht, wenn sie sich vertieft haben in die Kommunikation mit Ihm, durch das hören / Lesen Seines Wortes und das Reden, den Austausch mit Ihm.

Vor das Angesicht Gottes zu kommen erfährt man auch in der Gemeinschaft. In Psalm 95:2 ruft der Psalmist den Gläubigen zu: „Lasst uns vor sein Angesicht treten mit Dank! Lasst uns mit Psalmen ihm zujauchzen!“

Auch das ist ein Weg, „Ihn, Jesus, zu schauen“. Und – mysteriöser Weise, aber keinesfalls zuletzt – geschieht das „Sehen von Gottes Angesicht“. Hiob bezeugt das durch die bekannten Verse in Hiob 42:5: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“

Ja, es ist möglich, mit unseren geistlichen Augen, mit unserem Herzen Gott zusehen. Es ist vielleicht mehr ein sinnbildliches „Sehen“, aber es verändert unser Leben.

Ich wünsche uns allen „Gott – Sichtungen“ an jedem Tag!

Dienstag, 4. August 2026

Weiter geht's am ...

Aus verschiedenen Gründen werde ich eine kurze Pause machen mit den täglichen Andachten. Ihr könnt mich trotzdem gerne durch das Kontaktformular im Seitenfenster anschreiben (wird nicht veröffentlicht). 

Mit neuen Einträgen geht es am 17. August weiter. Bis dahin ermutige ich Euch, täglich einen der älteren Posts aufzurufen und zu lesen. Ihr findet sie im Blog-Archiv im Seitenfenster weiter unten.

Der Herr segne Euch!

Montag, 3. August 2026

Vollkommen?

Im Übrigen, Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen.
(2 Korinther 13:11)

Die Elberfelder Bibel versieht das Wort „zurechtbringen“ mit einer Fußnote: „vollkommen machen.“ Durch Paulus fordert der Herr uns also auf, uns vollkommen machen zu lassen.

Jetzt mal ehrlich: Ist das nicht „ein bisschen viel zu hoch gegriffen“? Verbessern zu lassen – ok! Verändern zu lassen – auch ok! Aber “vollkommen machen zu lassen” – na, da komme ich ja wohl gar nicht hin. Hat Gott nicht vielleicht zu hohe und unrealistische Erwartungen?

Wir könnten diesen Fragen wahrscheinlich noch eine ganze Reihe anderer hinzufügen. Aber schließlich führen all diese Fragen (oder sind es Ausreden?) nur zu einer Verzerrung und Herabstufung dessen, was der Herr von uns möchte: dass wir „zurechtgebracht“ oder „vollkommen“ werden.

Und was bedarf es, um „vollkommen“ zu werden?

Um die Sonne zu reflektieren, müssen wir uns der Sonne aussetzen. Wir werden niemals erfolgreich zurechtgebracht werden – vollkommen werden – wenn wir uns nicht dem Vollkommenen aussetzen, der uns zurechtbringen kann. Je mehr wir Ihm die Möglichkeit geben, seine Vollkommenheit in uns zu entfalten, umso mehr wird es uns gelingen, Ihn zu reflektieren.

Um vollkommen zu werden, bedarf es auch richtiger Entscheidungen. Wir werden nie vollkommen werden, wenn wir nicht die Einstellung des Paulus übernehmen, der in Galater 2:20 bekennt:
 
Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe nicht mehr ich,
sondern Christus lebt in mir.

Vollkommenheit hat sich in Menschlichkeit gekleidet, hat eigene Interessen abgelegt, sich selbst verleugnet und auf Rechte verzichtet. Vollkommenheit hat das Gute der Anderen im Blick, manchmal auf eigene Kosten. Vollkommenheit sagt: Nicht ich, nicht meine Rechte, mein Dienst, mein Ruf, mein Leben – nein, Jesus in mir! Er ist alles.

Das ist die Vollkommenheit, für die Paulus plädiert. Dazu sollen wir uns zurechtbringen lassen. Und daran arbeitet Jesus mit großer Freude an uns, wenn wir Ihn lassen.

Im Übrigen, Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen.
(2 Korinther 13:11)