„Niemand sollte ohne Tränen über die Hölle reden“ (Dwight L. Moody)

Mittwoch, 11. März 2026

Rückblick aus dem Himmel

Wir alle, die wir zu Jesus Christus gehören, glauben an ein Leben nach dem Tod. Wir alle glauben, dass der Tod lediglich eine Türe ist vom Diesseits ins Jenseits. Wie es genau aussehen wird auf der anderen Seite, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass es herrlich sein wird. Trotzdem bleiben Fragen. Nicht Fragen, die uns verunsichern - eher Fragen, die uns nachdenklich stimmen. Eine solche Frage kam mir kürzlich über den Weg:

"Wenn ich eines Tages "auf der anderen Seite" aufwachen werde, worüber werde ich mich rückwirkend freuen? Werde ich mich freuen können über Worte, die ich über meinem Herrn, Jesus, weitergegeben habe? Werde ich mich freuen über Hilfe, die ich anderen angeboten habe, über ein Lächeln, das andere erfreut und freundliche Worte, die anderen durch den Tag geholfen haben?"

Interessant ist, dass all diese Dinge, über die ich mich im Himmel gerne rückwirkend freuen würde, geschehen können, ohne dass mir irgendwelche Kosten entstehen würden.

Andererseits inspiriert mich der Gedanke an den Himmel auch zu der Frage, woran ich mich hoffentlich nicht erinnern muss.

"Ist es die Meinungsverschiedenheit mit dem Ehepartner wert, über Stunden an Bitterkeit festzuhalten? Habe ich mich meines Glaubens und meines Zeugnisses von Jesus geschämt? Ist es das erfahrene Unrecht am Arbeitsplatz wert, den Ärger mit nach Hause zu nehmen? Ist mein (vielleicht berechtigter) Ärger das böse Wort wert, das den Anderen bestenfalls herausfordert, vielleicht sogar beleidigt?"

Der Gedanke an "die andere Seite" hat etwas für sich. Der Herr hat uns mit so viel Gutem ausgerüstet: Millionen von Nerven und Muskeln, die uns das Lächeln möglich machen, einen Mund der viele freundliche Worte - und sogar Segen aussprechen kann, Hände, die helfen, Ohren, die zuhören und Füße, die Bedürftige besuchen können. Dass diese Liste nicht vollständig ist, ist uns allen klar. In Matthäus 19 lesen wir von einem Mann, der auf eine Reise ging. Seinen Dienern gab er Geld, mit den Worten:

   "Handelt, bis ich wiederkomme!"  (Lukas 19:13)

Gott hat auch Dich und mich reich beschenkt. Ich meine nicht unbedingt, mit Geld, aber mit Talenten, Zeit, Kraft, Gesundheit, Intelligenz, Ideen und vielen anderen Schätzen. Und Jesus ruft auch uns zu:  

"Handelt, bis ich wiederkomme!"

Heute, jetzt, ist die Zeit, zu "handeln," - d.h., einzusetzen, was Gott uns gegeben hat. "Wenn wir eines Tages "auf der anderen Seite" aufwachen werden, worüber werden wir uns rückwirkend freuen?

Lasst uns doch heute ganz bewusst etwas von dem einsetzen, das Gott uns geschenkt hat. Lasst es uns einsetzen, damit Jesus sich heute freut - und wir, wenn wir einmal "auf der anderen Seite" Rückschau halten. 

Dienstag, 10. März 2026

Biographien: William Cowper (1)

Dieser Beitrag, und dessen Fortsetzung nächsten Dienstag, stammt von Pastor Mark Sims. (Quelle)

William Cowper, einer der bedeutendsten Dichter und Liederdichter der Kirchengeschichte, wurde in London geboren und lebte in der Zeit der Erweckungsbewegung um George Whitefield, Jonathan Edwards, John Wesley und vor allem John Newton, der sein Leben maßgeblich prägte. Cowpers Leben, das von schweren Depressionen gezeichnet war, verlief relativ ereignislos. Seine Mutter starb sehr jung, und sein Vater blieb distanziert und kühl und schickte William mit zehn Jahren auf ein Internat. Obwohl William in einem streng christlichen Umfeld aufwuchs, hatte er keine persönliche Beziehung zu Christus. Nach seinem Universitätsabschluss drängte ihn sein Vater, Jura zu studieren, obwohl William weder den Wunsch dazu hatte noch sich dafür qualifiziert fühlte. Er fristete ein Dasein als Jurist, ohne darin Sinn oder Freude zu finden.

Am Vorabend einer öffentlichen Prüfung, die er für die Annahme einer Stelle als Parlamentsangestellter im House of Lords ablegen musste, beschloss Cowper, geplagt von tiefen Schamgefühlen und Selbstzweifeln, dass der Ausweg aus seinem elenden Leben der einzige Ausweg sei. Er unternahm mehrere Selbstmordversuche mit verschiedenen Methoden, doch jedes Mal hatte er das Gefühl, etwas würde ihn daran hindern, was ihm das Gefühl gab, ein Feigling zu sein, und ihn später erneut versuchen ließ.

Schließlich, erschöpft von seinen unaufhörlichen Versuchen den ganzen Tag über, schlief er ein. Gegen drei Uhr morgens erwachte er in panischer Selbstverachtung, griff nach einem Taschenmesser und versuchte, es sich in die Brust zu stoßen – doch die Klinge brach. Dann versuchte er, sich an seinem Bettgestell zu erhängen – doch das Bettgestell brach zusammen. Schließlich gelang es ihm, sich an seinem Türrahmen zu erhängen, bis er das Bewusstsein verlor – doch das Seil riss. Er schlug auf dem Boden auf und versank in einem unbekannten, tieferen Gefühl des Selbsthasses, unfähig, sich selbst zu töten. Ein Erzähler beschreibt seine Erlebnisse am nächsten Tag.

„ Er empfand eine Verachtung, die sich weder ausdrücken noch vorstellen ließ; wann immer er auf die Straße ging, schien es, als ob ihn alle Blicke voller Empörung und Verachtung trafen; er fühlte, als hätte er Gott so tief beleidigt, dass seine Schuld niemals vergeben werden könnte, und sein ganzes Herz war von heftigen Verzweiflungsqualen erfüllt. Der Wahnsinn war nicht mehr fern, oder vielmehr war er bereits da.“

Obwohl Cowper kein Christ war, hatte er das Gefühl, in Gottes Augen nichts weiter als „ein Dreckskerl“ zu sein, und dieses Gefühl verstärkte sich nach seinen zahlreichen gescheiterten Selbstmordversuchen noch. Daraufhin wurde Cowper von seinem Vater in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Der dortige Chefarzt war Christ, verkündete Cowper das Evangelium und betete oft mit ihm. Als Cowper eines Tages die Geschichte von Jesu Auferweckung des Lazarus in Johannes 11 und anschließend Römer 3,25 las, öffnete Gott ihm die Augen für die Schönheit der Gnade, die ihm im Evangelium angeboten wurde. Folgendes schrieb Cowper in sein Tagebuch über diese Erfahrung:

„Sofort empfing ich die Kraft, es zu glauben, und die volle Strahlkraft der Sonne der Gerechtigkeit erstrahlte auf mich. Ich erkannte die Genügsamkeit des von ihm vollbrachten Sühnopfers, meine Vergebung, besiegelt in seinem Blut, und die ganze Fülle und Vollkommenheit seiner Rechtfertigung. Augenblicklich glaubte ich und nahm das Evangelium an … meine Augen füllten sich mit Tränen, und meine Stimme versagte vor Rührung; ich konnte nur in stiller Ehrfurcht zum Himmel aufblicken, überwältigt von Liebe und Staunen.“

Cowper erkannte das unermessliche Maß an Gnade, das Sündern wie ihm zuteilwurde, und war zutiefst beeindruckt. Nach seiner Bekehrung blieb er noch zwölf Monate in der Anstalt und freundete sich eng mit dem dortigen Arzt an.

Soweit Teil 1. Fortsetzung der Biographie nächsten Dienstag. Cowpers Leben, auch wenn er nicht von allen Problemen geheilt wurde, zeigt: Jesu Blut hat die Kraft, Wunder zu tun, Kummer zu stillen und das Herz zu reinigen! Bis heute hat Er die Kraft, die Berge zu bewegen oder die Kraft zu schenken, sie zu überwinden.
 

Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken,
aber meine Gnade wird nicht von dir weichen
und mein Friedensbund nicht wanken,
spricht der Herr, dein Erbarmer.

(Jesaja 54:10)

Montag, 9. März 2026

All Seine wunderbaren Taten

Dir, Herr, will ich von ganzem Herzen danken, von all deinen wunderbaren Taten will ich erzählen. (Psalm 9:2)

Da gibt es sicher mehr als genug von – von den wunderbaren Taten des Herrn. Allein ein Ministreifzug durch einige biblische Bücher offenbart einen Eindruck davon, dass alles, was unser Herr tut, wunderbar ist:

Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? 2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten: 3 »Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!« 4 Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. (Psalm 2:1-4)

Verse, die die Souveränität Gottes offenbaren. Martin Luther textet in seinem Lied „Ein‘ feste Burg“ die Strophe:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht;
das macht, er ist gericht': ein Wörtlein kann ihn fällen.

Und selbst wenn die ganze Welt sich gegen ihren Schöpfer und damit gegen unseren Gott stellt ... und selbst wenn die Angst in uns hochkriechen sollte – so ringt es unserem souveränen Herrn nur ein müdes Lachen und eine himmlisch-spöttische Aussage ab.

Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm nach. 24 Und siehe, es erhob sich ein großer Sturm auf dem See, sodass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief. (Matthäus 8:23+24)

Manchmal scheint es tatsächlich so, als ob Er nicht erreichbar sei. Tatsache aber ist: Psalm 121:4: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“

Und er stand auf, befahl dem Wind und sprach zum See: Schweig, verstumme! Da legte sich der Wind, und es entstand eine große Stille. (Markus 4:39)

Er befiehlt! Jesus befiehlt! Sogar den Naturgewalten. Auch sie sind in Seiner Hand und unter Seiner Kontrolle. Und was Er ihnen befiehlt, geschieht!

Und Jesus bedrohte den Dämon, und er fuhr von ihm aus, und der Knabe war gesund von jener Stunde an. (Matthäus 17:18)

Nicht nur den Naturgewalten! Auch den Gewalten, den Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, den geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen (Epheser 6:12). Welche Mächte oder Gewalten wollen Ihm widerstehen? Sie sind alle bereits besiegt!

Denn er heilte viele, sodass alle, die eine Plage hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn anzurühren. (Markus 3:10)

Heilung! Ein ständiges Thema. Der größte Wunsch vieler – auch vieler Christen! Heilung! Jesus heilt! Geschundene Körper, zerbrochene Herzen, geplagte Seelen. Jesus heilt. Nicht jeden hier und jetzt, aber alle – ausschließlich ALLE – wenn wir in Seiner Gegenwart ankommen. In Seiner Gegenwart ist Heilung!

Denn Jesus lehrte sie mit einer Vollmacht, die Gott ihm verliehen hatte – ganz anders als ihre Schriftgelehrten. (Matthäus 7:29)

Jesu Lehre ist einzigartig! Immer volle Wahrheit! Immer vollmächtig! Immer voller Liebe! Immer passend und auf den Punkt gebracht! Niemand lehrt wie Jesus! Und alles Wichtige festgehalten und aufgeschrieben in Seinem Wort! Preis dem Herrn!

Jesus liebte Marta, ihre Schwester Maria und Lazarus. (Johannes 11:5)

Jesus liebt immer noch, denn Gott ist Liebe! (1 Johannes 4:8) 

Er liebt Dich!

Sonntag, 8. März 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Offenbarung 19:13
 
Und jedes Geschöpf, 
das im Himmel
und auf der Erde
und unter der Erde ist,
und was auf dem Meer ist,
und alles, was in ihnen ist,
hörte ich sagen: 
Dem, der auf dem Thron sitzt,
und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre
und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Christus ist unvergänglich herrlich und unvergänglich wertvoll. 
Deshalb ist er den Kampf wert.
(John Piper)
 
 Das Leben materiellen Bequemlichkeiten und Reizen zu weihen, 
ist, als würde man Geld in ein Rattenloch werfen. 
Aber ein leben in Dienste aus Liebe zu investieren, 
wirft unerreichte und nie endende Dividende an Freude ab 
- auch wenn es Sie Ihren Besitz und Ihr Leben auf dieser Erde kostet.
(John Piper)

Samstag, 7. März 2026

Zeit ist gnadenlos!

Als wir uns gestern zum Frühgebet trafen, sprachen wir über einige Anliegen und das Geschehen in der Welt. Dabei fiel der Satz: „Zeit ist gnadenlos!“ Wahre Worte! Diese Wahrheit haben sowohl säkulare Künstler vertont: C Block: „Time is ticking away“, wie auch christliche Dichter: Ernst Decker: „Es eilt die Zeit, die Stunden fliehn“. Schau Dir eine Uhr mit Sekundenzeiger an. Sie tickt vor sich hin; mit jeden Tick geht Zeit vorbei, mit jedem Tack weitere Zeit. Unwiederbringlich! Sobald die Sekunde vorüber ist, ist sie Vergangenheit. Wie sagt das Sprichwort: Morgen ist heute schon gestern.

In der Regel denken wir nicht in Sekundenabschnitten. Oft denken wir gar nicht an die Vergänglichkeit der Zeit. Wir sind viel mehr besorgt um die Gegenwart und die Zukunft – dieser Tage vielleicht ganz besonders.

Wenn wir uns aber tatsächlich mal den Sekundenzeiger einer anschauen, kann uns schnell klar werden, wie vergänglich unser Leben ist, wie unwiederbringlich die Vergangenheit ist. Zeit kennt keine Gnade. Sie tickt vor sich hin, sie vergeht. Unaufhaltsam! Gnadenlos!

In Epheser 5:15+16 gibt Gott uns durch Paulus eine Lebenshilfe, wie wir mit „Zeit“ umgehen sollen::

Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; 16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.

Der Psalmist in Psalm 31:16 hatte sicher dieses Ziel. Mit Überzeugung bekennt er:

In deiner Hand steht meine Zeit!

Wer so denkt – für den dürfen die Sekunden gerne ticken. Dann ist ein Leben recht gelebt. Unsere Zeit in Jesu Händen – das bedeutet: unser Leben in Jesu Händen. Unser Alles in Seinen Händen: unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!

Und schließlich: Die vergangenen Sekunden, Stunden, Tage und Jahre können nicht ungeschehen gemacht werden. ABER: Ihre Erinnerung im Himmel kann ausgelöscht werden. Wir müssen keine Lasten der Vergangenheit in unserer Seele mit herumschleppen. Wir dürfen loslassen, was Jesus uns vergeben hat und dürfen befreit mit Ihm im Heute leben und ins Morgen gehen.

Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht. 34 Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug. (Matthäus 6:33+34)

Freitag, 6. März 2026

Von Gott vergessen, verlassen, verworfen?

Hast du Juda ganz und gar verworfen? Oder verabscheut deine Seele Zion? (Jeremia 14:19) 

Hast du dein Volk ganz und gar verworfen? Oder verabscheut deine Seele dein Volk? (nach Jeremia 14:19)

Hast du mich ganz und gar verworfen? Oder verabscheut mich deine Seele? (nach Jeremia 14:19)

Die Frage haben sich Menschen zu allen Zeiten gestellt. Hier ist es Jeremia, der Gottes Gericht über ein ungehorsames Volk Gottes aussprechen musste. Mit Tränen schreit er diese Frage hinaus. Aus der Geschichte wird Gottes Antwort klar: Nein! Gott hatte Juda nicht ganz und gar verworfen.

Simson muss ähnliche innere Kämpfe gehabt haben. Klar, sein Leben als Nasiräer (Gottgeweihter) war nicht gerade ein Vorzeigeleben gewesen. Immer wieder war er Kompromisse eingegangen, hatte die Sünde genossen und anstatt ein "Gewaltiger vor dem Herrn" zu sein, hatte er als Folge von Lust und Gottlosigkeit seine gottgeschenkten, übernatürlichen Kräfte verloren. Jetzt war er in den Händen der Feinde und ihrem ständigen Spott ausgesetzt. Und das Augenlicht hatte man ihm auch noch genommen. Er war blind! Auch ihm muss in den dunklen Stunden der Sklaverei die Frage gekommen sein: "Hab ich es mir jetzt total mit Gott verdorben? Verabscheut mich Gott jetzt?" Die Bibel gibt uns die Antwort darauf: Der letzte Sieg, den Gott durch Simson über die Feinde des Volkes Gottes errang, war größer als alle seine Siege zuvor.

Petrus muss sich ähnliches gefragt haben. Erst hatte er ehrlich aber großspurig verkündet: "Wenn alle Jesus verlassen, ich bin bereit, mit Ihm zu sterben!" Als seine Aussage auf die Probe gestellt wurde, verließ er Jesus nicht nur in dessen schwerster Stunde, er verleugnete ihn sogar wiederholt, einschließlich Selbstverfluchung. Damit hatte er wohl alle Chancen auf die Freundschaft Gottes aufgegeben, geschweige denn einen fruchtbaren geistlichen Dienst. Auch er wird sich gefragt haben: "Herr, du wirst mich verabscheuen. Sicher hast Du mich ganz und gar verworfen, oder?" Und wieder gibt uns Gottes Wort die Antwort: Jesus sucht das Gespräch mit Petrus, stellt ihn wieder vollkommen her und gibt ihm einen höchst verantwortungsvollen Dienst. So ist Jesus!

Und irgendwann nach 2000 Jahren kamen Du und ich in Erscheinung. In Seiner unerforschlichen Gnade hat der Herr gerade uns gewollt, gezogen und gerettet. Und der Weg mit Ihm begann so gut. Bis unser Leben mit Jesus "normal" wurde, die Begeisterung nachließ und die Sünde Einzug hielt. Und bei vielen Jesusjüngern hat die Sünde so markante Spuren hinterlassen, dass sie sich fragen: "Hat mich Gott jetzt vergessen? Hat Er mich verlassen, verworfen? War's das jetzt?" Und wieder gibt uns die Bibel die Antwort:

"Kann eine Mutter etwa ihren Säugling vergessen? Fühlt sie etwa nicht mit dem Kind, das sie geboren hat? Selbst wenn sie es vergessen würde, vergesse ich dich nicht!"  (Jesaja 49:15) 

"Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!" (Hebräer 13:5)

" Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld auslöschen. Er wirft unsere Sünden ins tiefste Meer." (Micha 7:19)

"Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken."
(Jeremia 31:34)

Nicht vergessen und nicht verlassen will Gott Seine Kinder. Im Gegenteil, Er will vergeben und ihrer Sünden nie mehr gedenken. Das ist unser Gott! Von Simson und anderen im Alten Testament über Petrus und andern im Neuen Testament bis zu Dir und mir in unserer Zeit ist Er ein Gott, der Wohlgefallen hat an einem zerbrochenen Herzen, dass Ihn sucht. Solch ein Herz wird Er nicht zurückstoßen.

Donnerstag, 5. März 2026

Ärger

Von einem müden Flugreisenden wird berichtet, dass er von Los Angeles nach New York fliegen wollte. Er bat den Flugbegleiter, ihn rechtzeitig zu wecken und sicherzustellen, dass er in Dallas, dem geplanten Zwischenstopp, aussteigt.

Der Passagier erwachte gerade rechtzeitig, als das Flugzeug in New York landete. Wütend rief er den Flugbegleiter und verlangte eine Erklärung. Der Mann murmelte eine Entschuldigung und der Passagier stampfte wütend aus dem Flugzeug. "Junge, war der aber verärgert!" meinte ein anderes Besatzungsmitglied gegenüber seinem gescholtenen Kollegen. "Wenn Du denkst, dass der verärgert war", antwortete der angesprochene Flugbegleiter, "hättest Du den Kerl sehen sollen, den ich in Dallas aus dem Flugzeug befördert habe!"

Ärger ist immer eine ärgerliche Sache, egal ob ‚berechtigt‘ oder ob unberechtigt, egal ob spontan oder langsam gereift. Ärger fühlt sich mies an und trägt in der Regel bittere Früchte. Auch Gottes Wort hat eine Menge über Ärger zu sagen. Lies doch mal die folgenden Verse. Sie beleuchten Ärger von verschiedenen Seiten: von der Seite des Verursachers, des sich-Ärgernden, aus der Perspektive Gottes, usw. Vielleicht gibt es einen bestimmten Vers, der Dir ins Auge fällt und den Du besonders umbeten möchtest.

Lass dich nicht schnell zum Ärger reizen; denn der Ärger wohnt in der Brust der Toren. (Prediger 7:9)

Ein Stein ist schwer und der Sand eine Last, aber der Ärger, den ein Tor verursacht, ist schwerer als beides. (Sprüche 27:3)

Ein Narr lässt seinen Ärger sofort merken, der Kluge aber steckt die Beleidigung ein. (Sprüche 12:16)

Es haut sich die Füße ab und muss Ärger schlucken, wer seine Angelegenheiten durch einen Narren besorgen lässt. (Sprüche 26:6)

Doch jetzt ist es an der Zeit, Ärger, Zorn, Bosheit, Verleumdung und schmutzige Reden aufzugeben. (Kolosser 3:8)

Befreit euch von Bitterkeit und Wut, von Ärger, harten Worten und übler Nachrede sowie jeder Art von Bosheit. (Epheser 4:31)

Entscheidungen, die im Zorn getroffen werden, können oft nicht korrigiert oder rückgängig gemacht werden. Besser ist, wir überlassen all das Ärgerliche dem Herrn und gehen in Seinem Frieden weiter.

Dir wünsche ich einen gesegneten, friedvollen Tag!

Mittwoch, 4. März 2026

Deine & meine Theologie

In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander;
in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor!
(Römer 12:10)

Es gibt ja schon einige biblische Fragen, an denen sich christliche Theologen und Apologeten (Glaubensverteidiger) die Zähne ausbeißen ... oder auch die Köpfe einschlagen.

  • Da ist die Frage der Taufe: Groß oder klein? Ab welchem Alter? Besprengen oder Untertauchen?
  • Oder die Frage der Gemeindeleitung: Pastor oder Älteste? Oder nichts von beiden?
  • Die Frage der Eschatologie (Endzeit): Gibt es eine Entrückung? Geschieht die vor oder nach der Trübsalszeit ... oder mittendrin?
  • Manche streiten sich auch über die Lehre oder die Form des Abendmahls.
  • Dann ist da die Frage der Erwählung – der jahrhundertelange Streit über Vorherbestimmung oder freien Willen.

Alles theologische Fragen, die von evangelikalen Bibelgelehrten unterschiedlich beantwortet werden. Ganz zu schweigen von Geschmackfragen, die – zugegebenermaßen – oft theologisch verpackt und begründet werden. Dazu gehört z.B. der Musikstil einer Gemeinde, die Gottesdienstordnung oder die Kleiderwahl am Sonntag.


John Wesley und George Whitefield lebten beide im 18. Jahrhundert und wurden beide mächtig von Gott gebraucht. Zunächst arbeiteten beide zusammen, bis sich Whitefield später von Wesley trennte. Whitefield war überzeugter Calvinist, der glaubte, dass der Mensch aufgrund von Gottes Vorherbestimmung gerettet wird, ohne eigenen freien Willen. Wesley predigte den freien Willen und die Notwendigkeit einer freien Willensentscheidung des Menschen.

Während sie etwa 4 Jahre lang getrennte Wege gingen, bestand weiterhin eine gegenseitige Wertschätzung, die schließlich auch in Versöhnung und neuer Zusammenarbeit mündete. Wesley hielt in London einen ehrenden Nachruf auf Whitefield, als der in Amerika verstarb.

In seinem Buch, George Whitefield and the Great Awakening berichtet John Pollock über eine nette Begebenheit. Er schreibt: „John Wesley hat niemals Kritik an George Whitefield gefördert.  ‚Glauben Sie, dass wir Herrn Whitefield im Himmel wiedersehen werden?‘, fragte ein kleingeistiger Schüler.  ‚Nein‘, antwortete Wesley, und der Mann schien zufrieden, dass er mit seiner Schmeichelei ins Schwarze getroffen hatte.  ‚Nein, mein Lieber‘, sagte Wesley, ‚ich fürchte nicht. Mr. Whitefield wird so nah am Thron sein und wir in solcher Entfernung, dass wir ihn kaum zu Gesicht bekommen werden.‘“

John Wesley macht es uns bis heute vor, was es bedeutet, den Nächsten – auch, wenn wir theologisch nicht mit allem übereinstimmen – zu ehren und zu lieben.

In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander;
in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor!
(Römer 12:10)