„Wenn Gott dich zu etwas beruft, ruft er dich nicht immer dazu auf, erfolgreich zu sein. Er ruft dich dazu auf, zu gehorchen! Der Erfolg der Berufung liegt bei ihm, der Gehorsam liegt bei dir!“ (David Wilkerson)

Dienstag, 24. Februar 2026

Adoniram Judson (2)

Heute der 2. von 3 Teilen einer kurzen Biographie von Adoniram Judson. 

In ihrem ausgezeichneten Buch „Die goldene Nadel über Rangun“ beschreibt Hilde Lorch das Leben, den Dienst und die Kämpfe von Adoniram Judson. Judson war einer der ersten Missionare im buddhistischen Burma, vielleicht der erste. Am Tag seiner Ankunft suchte er den spanischen Gesandten in Rangun auf, um sich nach einem bestimmten Haus zu erkundigen. Als erste Reaktion des Spaniers werden die Worte berichtet: „Im Grunde brauche ich ja nichts von einer Mission zu wissen, Herr Judson, denn ich stehe im Dienst des burmesischen Königs. Mein König ist Buddhist. Was geht darum einen Beamten im Dienst des Königs der Missionar und seine Sache an?“ Ein herzliches Willkommen nenne ich das nicht.

Als der Beamte im Gespräch erfährt, dass Judson seine junge Frau mitgebracht hat, springt er entsetzt auf und ruft: „Eine Frau bringen Sie mit? Habe ich recht gehört – eine Frau? Ja, sagen Sie, wie stellen Sie sich das denn vor? Das Klima hier erträgt keine Frau. Das ist der reinste Mord!“ Später hebt er beschwörend die Hände und bittet ihn: „Herr Judson, ich bitte Sie, gehen sie wieder nach Amerika, wo möglich noch heute. Und liefern Sie nicht Ihre junge Frau dem mörderischen Klima hier aus. Einen anderen Rat habe ich nicht für Sie. Seien Sie klug! Hören Sie auf mich!

Das Gespräch ging noch eine Weile weiter und der Spanier beschwor Judson noch einmal: „Glauben Sie mir doch! Etwas anderes als Herzeleid haben Sie hier nicht zu erwarten. Die Burmesen werden sich an Ihnen rächen, wenn Sie ihnen eine andere Religion bringen wollen. Glauben Sie denn, Sie junger Schwärmer und Idealist, nur Ihre Botschaft wäre die richtige? Eins kann ich Ihnen sagen: Das Volk hier hat seine eigene, feine, starke und tapfere Frömmigkeit. Wehe dem, der sie ihm nimmt! Gehen Sie zurück, solange Sie noch einen Glauben haben. Hier – hier erlöscht ein Feuer und ein kühner Glaube bald!

Wenn man die drängenden Worte dieses Burma-erfahrenen Mannes hört, kann man nicht anders, als sie als wohlwollend – menschlich wohlwollend – zu bezeichnen. Und meine große Befürchtung ist, dass heute, in unserer Zeit, viel zu viele sich von menschlich wohlwollenden Zeitgenossen von dem Auftrag abhalten lassen, alle (!) Welt für Jesus zu erreichen.

Zu (lebens)gefährlich … zu teuer … zu ungewiss für die Zukunft … zu ungerecht für die Kinder … zu unsicher für die Altersversorgung … zu ungesund (Klima) … zu unbekannt (Kultur) … zu anders (Religion) … zu weit weg … zu idealistisch … zu extrem … zu … zu … zu …


Wenn Du ohne Opfer erfolgreich bist, liegt das daran,
dass jemand vor Dir gelitten hat.
Wenn Du opferst ohne Erfolg, liegt das daran,
dass jemand nach Dir Erfolg haben wird.“

Adoniram Judson war bereit, Matthäus 26:24+25 wörtlich zu nehmen:

Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.

Und er war bereit Matthäus 28:19 wörtlich zu nehmen:

So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Und er durfte die Worte der Verheißung im eigenen Leben erfahren:

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben.

Besser kann man sein Leben nicht leben und nicht abschließen!

Montag, 23. Februar 2026

Indien

In der Broschüre einer missionarischen Organisation wird der Leser gefragt

Wie kann es sein, dass nach 2000 Jahren Christentum …

  • fast eine Milliarde Menschen über 330 Millionen Götter anbeten, Opfer bringen und Rituale durchführen?
  • 831 Millionen Muslime sich fünfmal täglich zum Gebet in Richtung Mekka niederwerfen?
  • Sonnengottanbeter am Strand sitzen und in die aufgehende Sonne starren, bis sie schließlich erblinden?
  • tausende hingegebener Buddhisten in Entsagung leben, ihre Familien verlassen und Mönche werden, die nichts als ihr Safrangewand und eine Bettlerschale besitzen? 

 WARUM? - Und dann liest man in der Broschüre folgende Antwort:

Weil sie mit aufrichtigem Herzen nach der Vergebung ihrer Sünden trachten und zu den fast drei Milliarden Menschen gehören, die heute im 10/40 Fenster leben und darauf warten, das Evangelium zu hören. Die meisten dieser Menschen warten noch immer darauf, den Namen Jesu zum ersten Mal in ihrem Leben zu hören. Wenn sie nicht die Gelegenheit bekommen in ihrem Leben Errettung durch IHN zu finden, werden sie ohne Hoffnung sterben.

500,000 Dörfer allein in Indien sind noch ohne Zeugen des Evangeliums von Jesus. Um die 80,000 Menschen sterben jeden Tag in Asien, ohne je das Evangelium gehört zu haben.


Manche Missionsgesellschaften haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, einheimische Missionare auszubilden - und auszusenden. Sie dienen gerade solchen Menschen und an solchen Orten, die weder Verkündiger noch anderen Zugang zum Evangelium haben. Dabei sind diese Boten Gottes getrieben von den leidenschaftlichen Worten des Apostels Paulus in Römer 10:13-15:

"Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden". Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Verkündiger? Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: "Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!"

Deutlich wird in diesen Bibelversen die Verantwortung des ganzen Leibes Jesu. Gehen und Senden. Christen sind an beidem beteiligt, am Gehen und am Senden. Jeder Jünger Jesu, ohne Ausnahme, ist aufgefordert, das Evangelium von Jesus weiterzusagen. Und jeder Jünger Jesu ist aufgefordert, daran mitzuarbeiten, dass die ganze Welt erreicht wird - auch die oben erwähnten drei Milliarden Unerreichte. Während jeder von uns in seinem persönlichen Umfeld Jesus bezeugen kann und soll, kann nicht jeder von uns das Wort Gottes nach Indien, Somalia oder Nepal bringen. Darum sind wir alle als alle Jesus-Nachfolger aufgefordert, neben unserem eigenen Zeugnis am Ort solche in aller Welt zu unterstützen (= senden / Römer 10:14), die der Herr dazu berufen hat. Das alles selbstverständlich nicht, ohne uns vor Gott zu fragen: "Herr, soll ich selbst in alle Welt gehen?" 

Sonntag, 22. Februar 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Psalm 37:1-7a
 
1 Von David. Entrüste dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die, welche Böses tun!
2 Denn wie das Gras werden sie schnell verdorren und wie das grüne Kraut verwelken.
3 Vertraue auf den Herrn und tue Gutes; wohne im Land und hüte Treue;
4 und habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben die Bitte deines Herzens.
5 Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln
6 und wird deine Gerechtigkeit hervortreten lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
7 Schweige vor dem Herrn und harre auf ihn!
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Als ich zu Jesus Christus kam, 
bedeutete es einen schweren Kampf für mich, 
meinen eigenen Willen aufzugeben und Gottes Willen anzunehmen.
(D.L. Moody)

Am Morgen bete ich zwei Stunden, dass er Seelen rettet.
Den Rest des Tages helfe ich ihm dabei, meine Gebete zu erhören.
(D.L. Moody)

Samstag, 21. Februar 2026

Vertraue dem Umweg!

Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn,
so wird er handeln
und wird deine Gerechtigkeit hervortreten lassen
wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
(Psalm 37:5+6)

Die folgenden Zeilen stammen aus einem nachdenkenswerten Post, den ich auf F gefunden habe.

Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht. Wie oft haben wir über etwas geweint, das nicht geklappt hat, nur um Monate später zu erkennen, dass es Gottes Gnade in Verkleidung war?

Manchmal hätten uns die Dinge, die wir uns so sehr gewünscht haben: Beziehungen, Chancen, Zeitpläne – ausgelaugt, gebrochen oder von dem weggezogen, zu dem Gott uns formt.

Aber in diesem Moment tut es weh. Es fühlt sich unfair an. Es fühlt sich wie ein Verlust an. Doch vielleicht war es kein Verlust ... vielleicht war es Schutz. Vielleicht hat Gott dein Herz nicht gebrochen, sondern es neu ausgerichtet. Vielleicht verzögert er dein Leben nicht, sondern bereitet es vor. Vielleicht ist das, was sich wie eine verschlossene Tür anfühlt, in Wirklichkeit Gottes Versuch, dich von etwas fernzuhalten, das dich tiefer verletzt hätte als die Enttäuschung, die du heute empfindest.

Und je mehr ich mit ihm gehe, desto mehr wird mir klar:

Gott ruiniert die Pläne, die uns ruiniert hätten. Nicht, um uns zu bestrafen ... sondern um uns zu beschützen, uns wachsen zu lassen und uns an einen sichereren, besseren Ort zu führen, der besser zu dem passt, was wir werden.

Wenn also etwas nicht nach deinem Willen gelaufen ist, ATME! Du wirst nicht abgelehnt, du wirst beschützt. Du wirst nicht zurückgelassen, du wirst geführt.

Vertraue dem Umweg!

Gott schreibt immer noch eine Geschichte, die eines Tages Sinn ergeben wird, auch wenn du im Moment nur die Seiten siehst, die wehtun.

Freitag, 20. Februar 2026

Vom Thron und von Thronen

Du aber, Herr, bleibst in Ewigkeit, dein Thron von Generation zu Generation. (Klagelieder 5:19)

Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, Stätte unseres Heiligtums! (Jeremia 17:12)

Ein Thron gehört zu jedem Königshaus als Symbol der Herrschaft, Macht und Ehre. Jedem sind Bilder bekannt von Monarchinnen und Monarchen, die auf diesen reich verzierten Sesseln sitzen, Krone auf dem Kopf und Zepter in der Hand.

Kürzlich, ich glaube, es war in einer Gebetsgemeinschaft, wurde ich durch das Gebet eines Freundes inspiriert. Ein Thron ... viele Throne ... der Herr sitzt auf Seinem Thron – aber sitzt Er auch auf meinem Thron?

Wie viele Throne auf der Welt sind von Menschen belegt, die sich hinsetzen, wo sie hinwollen, die sich festkrallen an ihren Thronen der Macht oder der Position, die einfordern, regieren und herrschen, als gäbe es nur sie. Dabei sitzen auf vielen Thronen scheinbar die Falschen. Wir sehen das tagtäglich in den Nachrichten – und es frustriert, entsetzt oder ärgert uns.

Dabei übersehen wir oft, dass auch in unserem eigenen Leben der Falsche auf dem Thron sitzt. Das ärgert uns weniger. Der Thron unseres Lebens als Jesus-Nachfolger gehört aber nur Einem, Einem allein: Jesus! Er sollte unbedingt Seinen rechtmäßigen Platz im Leben Seiner Kinder einnehmen. Ihm gehört die Schaltzentrale unseres Lebens, wo alle Entscheidungen getroffen und alle Weichen gestellt werden. Ihm gehört unsere Loyalität, unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihm unser uneingeschränktes Ja und Amen!

Eigentlich sollte das gar nicht so schwer sein, denn Er ist der weitaus bessere Regent. Allwissend, allgegenwärtig, allmächtig. Wer zu Gottes Gnadenthron kommt, wer Seine Gnade geschmeckt hat, möchte nicht mehr anders, als diesen Herrn als Herrscher in der Schaltzentrale und auf dem Thron seines Lebens zu haben.

Allerdings bedarf es sicher immer wieder mal der erneuten Überlegung und Entscheidung – und anschließend der erneuten Bestätigung: Ja, Jesus gehört mein Leben und Ihm gehört der Thron meines Lebens.

Dazu wäre heute ein geeigneter Tag!

Donnerstag, 19. Februar 2026

"Warum?" einmal anders

WARUM? Wie oft wird diese Frage gestellt!  Warum geht es mir so schlecht? Warum diese katastrophalen Überschwemmungen im Ausland? Warum die Feuer in Russland? Warum die nicht aufhörenden Glaubenskriege? Warum die Schreckensmeldungen über Kindesmisshandlungen, erneute Hungersnöte, kaputte Familien, tragische Unglücke, grausame Morde an guten Menschen … und, und, und. Warum? Diese Frage wird gestellt werden, solange Menschen auf der Erde leben. Und nicht selten führt das Grübeln über eine mögliche Antwort zu einer harschen Kritik an Gott, obwohl es durchaus sinnvolle Antwortansätze gibt. Darüber sollte man allerdings zu einer Zeit nachdenken sollte, wenn einen diese Fragen nicht selbst persönlich quälen.

Ist uns einmal aufgefallen, dass man die "Warum?" Frage auch anderes herum stellen kann, es aber in der Regel nicht tut? Hast Du Dir je eine oder mehrere der folgenden Fragen gestellt?

  • Warum geht es mir heute so gut, dass ich aufstehen und zur Arbeit / Schule gehen kann?
  • Warum habe ich, im Gegensatz zu Milliarden anderer Menschen, genug zu essen - und sogar eine reichliche Auswahl?
  • Warum gehöre ich zu denen, die nicht gezwungen sind, mit Wasser sparsam umzugehen? 
  • Warum lebe ich in einem Land, in dem ich sagen darf, was ich möchte?
  • Warum gehöre ich zu denen, die ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen haben?
  • Warum habe ich das Privileg, medizinisch versorgt zu werden, wenn ich ärztliche Hilfe benötige?
  • Warum ist die Diagnose meines Tumors gutartig, während die meines Bettnachbarn 'bösartig' lautet?
  • Warum bin ich nach 40 Ehejahren noch immer mit meinem ersten Ehepartner zusammen, während links und rechts Ehen in die Brüche gehen?
  • Warum kann ich sehen, hören, schmecken und mich bewegen, obwohl es Millionen gibt, denen dieses Vorrecht versagt ist?
  • Warum darf ich mich mit gleichgesinnten Menschen treffen und meinen Glauben ausleben und verbreiten?
  • Warum darf ich die "Warum" Fragen laut stellen - im Gegensatz zu denen, die in einem solchen Fall sofort in einem Lager weggesperrt würden?
WARUM?

Es ist interessant, wie einseitig wir oft unsere Situation beurteilen und unsere Fragen stellen. Natürlich dürfen wir die "Warum?" Fragen stellen, auch als Christen! (siehe Psalm 74:1+11)

Aber wir sollten immer auch mit einer Antwort von Gott rechnen, der, obwohl Er sich nicht zu rechtfertigen braucht, uns dennoch Antworten gibt. Nur verzweifelt "Warum?" zu fragen, ohne offen zu sein für eine Antwort von oben, führt leicht zu Missmut und Kritik. Und auf keinen Fall sollten wir vergessen, die anderen "Warum?" Fragen zu stellen; Fragen, wie sie oben vorgeschlagen werden. Das bringt eine Balance in unser Leben und hilft uns, nicht missmutig, sondern dankbar zu sein

Dennoch bleibe ich stets bei dir;
du hältst mich bei meiner rechten Hand.
(Psalm 73:23)

Mittwoch, 18. Februar 2026

Der Hohn des Aschermittwoch!

as war's für diese Saison. Karneval ohne Grenzen, Spaß ohne Kontrolle, Ironie ohne Ende, Gottesbezüge ohne Ehrfurcht, Sünde ohne Gewissen, Kriminalität ohne ...  Du denkst, ich übertreibe? Lies die Zeitung! Detektive haben Hochkonjunktur! Der Gebrauch von K-o Tropfen nimmt zu und damit die Zahl der Missbräuche und Vergewaltigungen. Ehen werden in Massen gebrochen (Zitat: Mein Partner, der hat da volles Verständnis. Der sagt immer: Viel Spaß, du kommst wieder!) und die Menge ergötzt sich an Zynismus und Sarkasmus. Gott wird gelästert, das Heilige mit Füßen getreten und wer nicht mitmacht, wird als Spießer belächelt. Gut, dann bin ich ein Spießer – aber ein stolzer!

Glücklicherweise erteilt der Aschermittwoch Absolution. Interessant, dass dieser Tag mehr mit dem Ende des Karnevals verbunden wird, als mit dem eigentlichen Ursprung, dem Einläuten der Fasten- und Passionszeit. Der Aschermittwoch hat seinen Namen vom Aschenkreuz, das seit dem 10. Jahrhundert traditionsgemäß, entweder durch „Asche aufs Haupt“ oder durch ein Kreuz auf der Stirn vergeben wird.

Asche ist im Orient, und damit auch im biblischen Umfeld, ein Symbol der Trauer und Buße. Hiob saß in Staub und Asche (Hiob 30:19) und Ninive tat Buße in Trauer und Asche (Jona 3:6). Allerdings waren damals Asche, Staub und Sackkleidung nur äußere Zeichen eines tatsächlich innerlich ablaufenden Trauer- und Umkehrprozesses. Losgelöst von echter Trauer über Sünde und Abkehr von Gottlosigkeiten hatten diese Äußerlichkeiten absolut keine Wirkung. Reine Äußerlichkeiten konnten und können weder Gott täuschen, noch Reinigung in irgendeiner Weise bewirken. Eine begrenzt geplante Abkehr von Sünde ist überhaupt keine Abkehr von Sünde. Gott macht das in Sprüche 28:13 überaus deutlich: 
 
Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen,
wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. 
 
Dass Aschermittwoch nichts mit Buße zu tun hat, zeigt die Tatsache, dass man es „schade“ findet, dass jetzt alles vorbei ist. Man trauert den ausgelassenen und sündigen Tagen nach. Seit 1950 treffen sich Kirche und Künstler jährlich zu einer „Standortbestimmung“ (nicht etwa zu einer gemeinsamen Umkehr zu Gott). Der „politische Aschermittwoch“ stellt den größten Hohn dar. An diesem Treffen präsentiert sich Aschermittwochbuße in „Bierzelt - Atmosphäre“, mit dem Ziel „heftiger, polemischer Attacken gegen politische Gegner“.

Soviel zu Aschermittwoch, dem Hohn der Aschermittwochbuße und der damit verbundenen Verhöhnung biblischer Werte und göttlicher Ansprüche. Kein Kreuz auf der Stirn kann Sünde ungeschehen machen!
 
Natürlich möchte ich den heutigen Eintrag nicht beenden, ohne eine tolle und befreiende Alternative aufzuzeigen. Echte Buße bewirkt tatsächlich Neuanfang. Wer erkennt, dass Gottes Gebot gebrochen wurde, und wer seine Sünde bereut, sie am liebsten ungeschehen machen würde und einen neuen Weg einschlagen möchte, der findet bei Gott eine weit offene Türe und einen Retter mit weit offenen Armen. König David hatte das erkannt, als er in Psalm 51:19 betete: 
 
„Das Opfer, das dir gefällt, ist ein zerbrochener Geist.
Ein zerknirschtes, reumütiges Herz wirst du, Gott, nicht ablehnen.“ 
 
Recht hat er gehabt, denn auch der Erfahrungsbericht aus Psalm 32:1,2+11 kommt von ihm: 
 
 Kunst, Künstlerischen, Malerei, Digital
„Ein Psalm Davids. Glücklich ist der, dessen Sünde vergeben ist und dessen Schuld zugedeckt ist. Glücklich ist der, dem der Herr die Sünden nicht anrechnet und der ein vorbildliches Leben führt! Deshalb freut euch im Herrn und seid froh, die ihr ihm gehorsam seid! Jubelt alle vor Freude, deren Herzen aufrichtig sind!

Dienstag, 17. Februar 2026

Adoniram Judson (1)

An unseren "Biographie-Dienstagen" soll es in den nächsten 3 Wochen um einen meiner "Helden" gehen. Heute der erste Beitrag.  

Adoniram Judsons Missionsland war zunächst Indien, dann Burma, das heutige Myanmar. Er machte alles durch: Eine schwierige Sprache, Widerstand durch die Landesreligion, Gefängnis, den Tod seiner tapferen Frau, Tod mehrerer Kinder und – für mich am beeindruckendsten – eine Zeit der Einsamkeit und inneren Not, in der er an seinem Glauben zu zweifeln begann und sich zum Buddhismus hingezogen fühlte. Durch Gottes Gnade überwand er diese schwere Zeit innerer Zerrissenheit. Nach 37 Jahren Missionsarbeit und nur einem Besuch in seiner Heimat, Amerika, starb Judson im Alter von nur 61 Jahren. Sein Plan war gewesen, die Bibel in die burmesische Sprache zu übersetzen und eine Gemeinde mit 100 Gläubigen zu gründen. Als er starb, war die Bibel übersetzt, 100 Gemeinden gegründet mit über 8000 Gläubigen. Ein Monument an Frucht für Jesus – aber nicht kostenlos – weder für ihn selbst noch für seine Familie.

Ich kann mich leider nur noch schwach an die Zeit vor ca 35 Jahren erinnern, als ich mit meinem Schwiegervater (und meiner Schwiegermutter) gesprochen habe, um ihr Einverständnis zu bekommen, ihre Tochter zu heiraten. Ja, ich hatte studiert – aber eben nur die Bibel – und das nicht an einer Universität, sondern einer Bibelschule ohne akkreditierten Abschluss. Irgendwie meine ich, mich an einige Bedenken meiner Schwiegereltern erinnern zu können. Sie wollten das Beste für ihre Tochter und ein Maß an Sicherheit. Dankbarerweise haben sie dann doch zugestimmt.

Welche potenziellen Schwiegereltern würden zugestimmt haben, hätte Adoniram Judson um die Hand ihrer Tochter angehalten? Hätte ich, als potenzieller Schwiegervater, zugestimmt? Mit folgenden Worten ging er zu seinem Schwiegervater, um die Hand der Tochter zu bitten:

„Ich muss Dich fragen, ob Du zustimmen kannst, Dich früh im nächsten Frühjahr von Deiner Tochter zu trennen, mit dem Verständnis, sie in dieser Welt nicht mehr zu sehen; ob Du zustimmen kannst, dass sie wegziehen und den Schwierigkeiten und Leiden des Missionarslebens ausgesetzt sein wird. Kannst Du zustimmen, dass sie den Gefahren des Ozeans ausgesetzt sein wird, ebenso wie den fatalen Einflüssen des Klimas in Südindien? Sie wird alles Erdenkliche an Mangel und Not erfahren, Erniedrigung, Beleidigung, Verfolgung und vielleicht einen gewaltsamen Tod.

Kannst Du all dem zustimmen um Seinetwillen, der Seine himmlische Heimat aufgegeben hat und für sie und Dich gestorben ist; um der verlorenen, unsterblichen Seelen willen? Wegen Zion und der Herrlichkeit Gottes? Kannst Du zustimmen in der Hoffnung, Deine Tochter bald in der Welt der Herrlichkeit wiederzusehen, mit der Krone der Gerechtigkeit, erhellt durch die Rufe der Anbetung, die von den Heiden zu ihrem Retter aufsteigen – Heiden, die durch ihren Einsatz gerettet wurden von ewigem Weh und Verzweiflung?“

Judson wusste, dass das Weizenkorn nur dann Frucht bringt, wenn es in die Erde fällt und stirbt. Dann aber bringt es gewaltig Frucht. Er war bereit zu sterben. Er war bereit, auch ledig zu gehen, er war bereit, aufzugeben und loszuziehen. Er war bereit für Gefängnis, Einsamkeit, widrige Lebensumstände, Trauer und einen frühen Tod.

Aber welch ein Segen! Bis heute, 165 Jahre nach seinem Tod, bringen sein Leben und sein Vorbild Frucht für Jesus. Er war bereit, den Preis zu zahlen. Seine Frau und sein Schwiegervater ebenso.