„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Dienstag, 8. September 2026

Mit Gott im Feuerofen des Leidens

Im empfehlenswerten Andachtsbuch von Open Doors "Mit Jesus im Feuerofen" ging es in einer früheren Auflage um den Vers aus Hebräer 12:2, wo es heißt:

„Lasst uns hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“

Ghassan Khalaf, Nachfolger Jesu im Libanon zur Zeit des Krieges, schreibt:

Wenn wir leiden oder andere Menschen leiden sehen, steigt aus der Tiefe unserer Seele ein Schrei auf. Wo ist Gott? Vor allem, wenn das Leiden jahrelang dauert, verschlechtert sich unsere Stimmung, und wir werden entmutigt. Wir beginnen, selbst die wichtigen Eigenschaften Gottes infrage zu stellen: seine Liebe, seine Weisheit, seine Treue. Und es wird noch schlimmer, wenn wir seine Existenz infrage stellen. Ich bin sicher, dass viele Menschen, sogar Christen, durch solche Zweifel ins Wanken kommen, wenn ihre Gebete über Jahre hinweg unbeantwortet bleiben.

Wie kann unser Glaube unter solchen Umständen gestärkt werden? Unser Glaube ist so tief, wie das Kreuz in unserem Leben verankert ist. Menschen haben die Tendenz, inmitten den Schwierigkeiten zum Himmel aufzublicken und zu fragen: Wo bist du, Gott? Sie denken, dass Gott dort oben im Himmel auf seinem Thron sitzt, weit weg, ohne sich um uns zu kümmern. Diejenigen, die das Kreuz im Zentrum ihres Lebens haben, werden nicht zu einem entfernten Himmel aufblicken, um Hilfe für ihre Leiden zu erhalten. Sie werden vielmehr auf den gekreuzigten Jesus von Golgatha blicken, und durch sein Leiden werden ihre Herzen mitten im Leid Heilung empfangen.

Nächsten Dienstag gibt es wieder einen normalen "Biographie-Dienstag".

(Quelle: „Mit Jesus im Feuerofen“; Hrsg: Jan Pitt; copyright 2004 by Open Doors Deutschland; mit Genehmigung abgedruckt)

Montag, 7. September 2026

Satan will – Gott will!

Ich glaube, es war eine Sonntagmorgenpredigt unseres Pastors vor einigen Wochen, die mich zu folgenden Überlegungen inspirierte. Es geht um den Vergleich zweier Bibelpassagen, die Finsternis und Licht, Selbstliebe und Menschenliebe, Satan und Gott reflektieren.

Jesaja 14:13-15! Diese Verse werden von vielen Theologen auf den Fall Satans bezogen. Satan, ursprünglich ein leuchtender und leitender Engel, war nicht mehr zufrieden mit seiner hohen Position. Er wollte Gott den Thron streitig machen.

Bildquelle
Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und (ich will) meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und  (ich will) mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; 14 ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, (ich will) dem Allerhöchsten mich gleichmachen!
15 Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt, in die tiefste Grube!

Das sind die 5 „ich will“ Satans. Im Englischen stehen die schwarzen „ich will“ auch im Bibeltext. Im Deutschen ist der Text auch ohne die Wiederholungen verständlich.

Satans „Ich“ strebt immer danach, das eigene Ego zu beweihräuchern und zu erhöhen. Das eigene Ego soll nehmen, bestimmen und regieren, soll sichtbar und bekannt werden und stellt Gottes Alleinherrschaft und Thron infrage. Stolz! Satans stolzes „Ich will“ brachte ihn zu Fall, wie Vers 15 deutlich macht. Und weil sein Ego ihn zu Fall brachte, kennt er die Schwachstelle im Leben der Menschen: unser Ego.

Dem gegenüber stehen Gottes „Ich will“. Seinem Volk lässt er in 2 Mose 6:6-8 ausrichten:

Ich bin der Herr, und ich will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen und (ich) will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und (ich) will euch erlösen durch einen ausgestreckten Arm und durch große Gerichte. 7 Und ich will euch als mein Volk annehmen und (ich) will euer Gott sein; und ihr sollt erkennen, dass ich, der Herr, euer Gott bin, der euch aus den Lasten Ägyptens herausführt. 8 Und ich will euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich es Abraham, Isaak und Jakob gebe. Das will ich euch zum Besitz geben, ich, der Herr.

Wie anders sind Gottes „Ich will“! Gottes „ich will“ möchte führen, retten, erlösen, annehmen, lieben und beschenken. Gottes „ich will“ ist selbstlos und damit das genaue Gegenteil von Satans „ich will“.

Und unser „ich will“? Ist es mehr die Selbstverwirklichung, Selbstbeweihräucherung und das Streben für uns selbst? Wir wissen, wo die Inspiration herkommt.

Oder ist es das selbstlose, auf Gott und den Nächsten bezogene „ich will“, dass für Gott und Seine Ziele lebt.

Ich denke, an dieser Stelle passt mal wieder die Aussage des Apostels Paulus, der in Römer 14:8 schreibt:

Leben wir, dann leben wir für den Herrn, und sterben wir, dann sterben wir für den Herrn. Ganz gleich also, ob wir leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn.

Sonntag, 6. September 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 20:6+7

6 Als er aber um die elfte ⟨Stunde⟩ hinausging, fand er andere stehen und spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig?
7 Sie sagen zu ihm: Weil niemand uns eingestellt hat. Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg!

Einladung zum Gottesdienst
Anbetung Gebet - Predigt
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen 
Gemeinschaft

Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Die Zeiten größter Gefahr sind die müßigen Momente, 
wo der Körper wohl genährt und gut ausgeruht ist. 
In einem Leben, das unermüdlich ist im Dienst für Christus, 
liegt bereits ein sehr großer Schutz und eine große Bewahrung.
(William MacDonald)
 
Ich glaube, 
dass nur demütige Frömmigkeit große Theologie hervorbringt. 
Ich kenne nur bedeutende Theologen, 
die trotz ihres brillanten Intellekts 
und ihrer breiten und tiefen Bildung vor allem eines geblieben sind: 
gläubige Christen – einfache und bescheidene Arbeiter 
im Weinberg des Herrn.
(Josef Bordat)

Samstag, 5. September 2026

Kleiner Glaube - große Gnade!

Gestern haben wir unsere Serie "Warum ich glaube" offiziell abgeschlossen. Aber auch heute geht es noch einmal um das Thema "Glauben" - nur aus einem anderen Blickwinkel. 

Auf einem unserer Männerabende war es Ralf, der von den "schwierigen Stellen" in der Bibel erzählte? An eine hatte er sich rangewagt. In Matthäus 5:3 (LÜ) lehrt Jesus:

 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

Richtig – das ist ein Vers, der verwundert. Geistlich arm wollen wir nicht sein. Wir wollen doch wachsen. Bei unserer Bekehrung fangen wir vielleicht „geistlich arm“ an, aber wenn wir alt sind, wollen wir doch nicht immer noch „geistlich arm“ sein. Dennoch nennt Jesus die „geistlich Armen“ selig. Wie können wir das verstehen? Im Vergleich der Übersetzungen kam die „Hoffnung für Alle“ Übersetzung Ralfs Erklärung am nächsten. Dort heißt es:

„Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind,
denn ihnen gehört sein himmlisches Reich.“

Geistlich arm bedeutet nicht minderwertig oder geistlich dumm. Es beschreibt einfach den Vergleich unserer Geistlichkeit mit der Geistlichkeit Gottes. Wir Christen können NIE die Geistlichkeit Gottes, von dem unsere Geistlichkeit kommt, erreichen. Wir werden immer fehlerhaft, wankelmütig und unzuverlässig sein – eben: arm; die einen mehr, die anderen weniger. Im Vergleich zu Gott werden wir immer geistlich Arme bleiben. Dennoch, Geistlichkeit ist da bei uns Christen, und darum hat uns Gott Anteil gegeben an Seinem Reich.
 
Dass geistlich arm sein als „glückselig“ bezeichnet wird, soll uns natürlich nicht in ungeistlicher Zufriedenheit wiegen. Jesus ähnlicher zu werden, zu wachsen und unsere geistliche Armut etwas zu bereichern, muss immer unser hohes Ziel sein.  In dem Zusammenhang zitierte Ralf den Vers aus Lukas 17:6, wo Jesus lehrt:

Wikimedia Commons
Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn,
so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen:
Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!,
und er würde euch gehorchen.“

In Matthäus 17 lehrt Jesus Ähnliches und sagt, dass Senfkornglaube Berge versetzt. Klar, wir sollen, dürfen und wollen hoffentlich hinwachsen zu solch einem Senfkornglauben, der einen Berg ins Meer versetzen kann. Aber mal ehrlich: Ich bezweifle, dass ich in 100 Menschenleben dahin wachsen würde, Glauben auch nur von einer Senfkorngröße zu erfahren. Als mir das bewusst wurde – dass ich nicht mal Senfkornglauben habe – aber genug Glauben, dass Jesus mich gerettet hat – da wurde mein Herz richtig dankbar. Wie wenig Glaube ist genug, dass der Herr mein Rufen gehört und mich gerettet hat für Zeit und Ewigkeit – und Dich auch – und mit uns Millionen und Abermillionen anderer, die gerade mal genug Vertrauen in Jesus hatten, Ihm ihr Leben anzuvertrauen. Es war kein großer Glaube, mit dem ich vor über vier Jahrzehnten Jesus um Rettung bat. Nein, es war kleiner Glaube. Aber genug, dass Er mich hörte und rettete. Kleiner Glaube – große Gnade!

Ich denke, bei allem wünschen, im Glauben zu wachsen, sollten wir uns gar nicht so auf die Größe (oder Kleine) unseres Glaubens fixieren. Es war der große Chinamissionar, Hudson Taylor (1832 – 1905), der die nachdenkenswerten Worte sagte:

Wir brauchen keinen großen Glauben,
sondern Glauben an einen großen Gott!

Amen! Lasst uns unser Verständnis von Gott – und unser Verhältnis zu Gott vertiefen. Je besser wir Ihn kennen, umso größer und fester wird unser Glaube an Ihn.

 

Freitag, 4. September 2026

Warum ich glaube (9)

Mit dem heutigen Beitrag schließen wir unsere Miniserie über „Warum ich glaube“ ab. Es ist mein Wunsch und Gebet, dass die Andachten hilfreich waren und deinen Glauben gestärkt haben.

Mit einem nicht unwesentlichen, biblischen Aspekt wollen wir heute die Serie abschließen.

Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung,
die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

(Römer 10:17)

 Ist es nicht so?

- Wir sind betrübt; aber statt Trost bei Jesus und Seinem Wort zu finden, lenken wir uns anderweitig ab.

- Wir sind genervt; aber statt Geduld bei Jesus und Seinem Wort zu finden, lassen wir es ungeöffnet.

- Wir sind einsam; aber statt Zuspruch bei Jesus und Seinem Wort zu finden, suchen wir Ablenkung.

- Unser Herz ist geistlich kalt; aber statt neues Feuer bei Jesus und in der Gemeinde unter Seinem Wort zu finden, schlafen wir lieber aus.

-   ... ... ...

Die Folge ist, wie bei einer verschleppten Grippe, eine verschleppte Glaubenskrise. Das muss nicht sein. Gottes Wort ist so unglaublich vielfältig, hat solche wundersamen Kräfte, dass es jedem von uns den Glauben stärken oder erneuern kann. Das haben auch die Schreiber der Bibel in allen möglichen Situationen erfahren:

  • Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. (Ps 119:162)
  • Um Mitternacht stehe ich auf, um dir für deine gerechten Gesetze zu danken. (Ps 119:62)
  • Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort (Ps 119:9)
  • Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige (Ps 119:11)
  • Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe um Hilfe gerufen. Auf deine Worte habe ich gehofft. (Ps 119:147)

Das sind Aussagen und Erfahrungen von den Schreibern der Bibel; Aussagen, die in den folgenden Jahrtausenden und bis heute millionenfach erfahren wurden. Gottes Wort stärkt, nährt und begründet unseren Glauben. Warum ich glaube? Weil jeder, der sich an Gottes Wort hält und sich davon „ernährt“ unweigerlich die Kraft und Gegenwart Gottes erfahren wird.

  • Das Wort Gottes hat die Kraft, von Sünde zu überführen (Apostelgeschichte 2:37)
  • Es hat die Macht, die Wiedergeburt zu bewirken (1 Petrus 1:23)
  • Es hat die Macht, Glauben zu erzeugen (Römer 10:17)
  • Es schenkt Gewissheit des ewigen Lebens (1 Johannes 5:13)
  • Es hat die Kraft, Freude hervorzubringen (Psalm 119:162)
  • Es hat die Macht, zu verändern (Johannes 17:17)
  • Es ist effektiv gegen Satan, Sünde und die Welt (Epheser 6:17)

Sollte einer der Leser Freude haben, mir seine Begründung für den Glauben zu schreiben, würde ich mich freuen. Die Mail (über das Kontaktformular im Seitenfenster) würde nicht veröffentlicht, es sei denn, die Erlaubnis wird im Text erteilt.

Donnerstag, 3. September 2026

Warum ich glaube (8)

Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist;
wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen!
(Johannes 14:11) 

Wir nähern uns dem Ende unserer kleinen Serie „Warum ich glaube“. Heute geht es um einen Grund, den Jesus selbst für den Glauben anführt: Seine Werke.

Drei Jahre lang hatte Jesus unter den Menschen Israels gelebt und gewirkt. Sie hatten viele Seiner Wunder gesehen: Jesus hatte Kranke geheilt, Brot vermehrt, Wasser in Wein verwandelt, Tote auferweckt, Pflanzen vertrocknen lassen, Dämonen ausgetrieben – und vieles mehr. Man würde meinen: Wer so etwas miterlebt hat, hat einen felsenfesten Glauben! Weit gefehlt! Zwar haben immer wieder Menschen an Jesus geglaubt, nachdem sie Zeugen Seiner Wunder wurden, aber der Mehrheit halfen die Zeichen und Wunder nicht zum Glauben. 

In Johannes 11 wird berichtet, dass Jesus Lazarus von den Toten auferweckt. Dann heißt es in Vers 45: „Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.“  Wunderbar! Aber in Matthäus 12:24 wollen die Pharisäer das Volk beeinflussen und erklären ihnen: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!

Wunder sind gut und wünschenswert, aber sie sind kein magisches Mittel, Menschen zu Jesus zu führen. Die Mehrheit wird Jesus immer ablehnen.

Dennoch dürfen wir uns Jesu Worte zu Herzen nehmen und Seine Werke als Stärkung für den Glauben erfahren. Und auch die ersten Nachfolger Jesu wurden durch die Wunder im Namen Jesu im Glauben gestärkt. Von den Jüngern heißt es nach dem erstem Wunder in Kana (Joh 4:11):

Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.

Später waren sie im Sturm auf dem See. Jesu Einladung folgend wagt Petrus auf dem Wasser zu gehen. Dann stillt Jesus den Sturm. Zwei Wunder in einer Nacht und es heißt (Mk 14:33):

Da kamen die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend vor ihm nieder und sprachen: ‚Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!‘

Nachdem Eutychus nach seinem Fenstersturz in Troas wieder hergestellt wurde, heißt es über die Gläubigen (Apostelgeschichte 20:12):

Sie brachten aber den Knaben lebendig herbei und waren nicht wenig getröstet.

Immer wieder wird in der Bibel von Situationen berichtet, in denen durch Gottes wunderbare Eingreifen Gläubige gestärkt und getröstet werden.

Bis heute dürfen wir das erfahren. Jede Gebetserhörung ist ein Wunder, das unseren Glauben stärkt. Jede Veränderung durch Gott in unserem Leben ist Sein übernatürliches Eingreifen. Manches davon ist gewaltig, manches weniger. Aber immer wieder dürfen wir Gottes Hand – oder zumindest Fingerzeig – in unserem Alltag erkennen. Das darf zumindest derjenige, der mit Jesus im Alltag unterwegs ist.

Zeichen und Wunder – darüber schreibt Johannes (Johannes 20:30+31):

Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Mittwoch, 2. September 2026

Warum ich glaube (7)

Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen.
(Johannes 16:23)

Ich gebe zu, die Begründung für meinen Glauben am vergangenen Samstag war sicher nicht für alle überzeugend. Trotzdem stelle ich mich dazu. Es ging dabei um die überdimensionale Bosheit und Gewalt in der Welt, die ich selbst mir nur durch eine übernatürliche, unterirdische Ursache erklären kann.

Heute ein weiterer Grund „Warum ich glaube“, der vielleicht wieder einige Leser nicht überzeugen mag, der mir aber hilft, an meinem Glauben und Vertrauen auf Jesus festzuhalten. Ich nenne diesen Grund mal die den Bereich der „Unvorstellbarkeiten“.

Glaubenszweifel oder Wanken im Glaubensleben entstehen oft, weil wir Gott nicht verstehen können. Ich bekenne gerne, dass ich dankbar bin, Gott nicht immer verstehen zu können Ich bin von der Dreieinigkeit Gottes überzeugt, obwohl ich nur einige Stützen als Erklärung habe. Ich glaube an die Schöpfung der Welt und des Universums, obwohl ich auch da die Fragen vieler nicht beantworten kann ... ebenso wenig wie die Wissenschaft die vielen Fragen der Kreationisten* nicht beantworten kann. (*Schöpfungsgläubige)

Zweifel entstehen, weil wir wissen und verstehen wollen. Aber das können wir nicht. Wir verstehen zwar immer mehr – oder meinen zumindest, immer mehr zu verstehen, aber wir korrigieren auch immer wieder Vieles, das wir falsch verstanden haben. Manches verstehen wir überhaupt nicht. Und genau das hilft mir zu akzeptieren, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht verstehen können und die wir nicht verstehen müssen.

Unser Menschsein bewegt sich in Raum und Zeit. Wir verstehen Raum und Zeit – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Da, wo die Zeit beginnt oder aufhört, wo die Ewigkeit regiert. Da hört auch unser Verstehen auf.

Beispiel: Egal ob jemand an Gottes Schöpfung oder an die Evolution glaubt – was war davor? Sicher arbeiten Wissenschaftler an Theorie und Thesen für eine Antwort. Aber nichts, absolut gar nichts davon werden sie beweisen können. Ich bin froh, dass ich keine weitere Antwort benötige. Gott gibt uns Antwort, u.a. in Johannes 1:1-3 und 1 Mose 1:1:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.  ... Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Was war vor der Schöpfung? Gott! Von Ewigkeit war Er – unvorstellbar für das menschliche Hirn, aber glaubwürdig offenbart. Nicht nur von Ewigkeit, sondern auch zu Ewigkeit. Nicht nur die Ewigkeit der Vergangenheit, sondern auch der Zukunft stellt uns vor Verständnisprobleme.

Das gilt auch für die Vorstellung von Raum. Wissenschaftler sprechen vom beobachtbaren und unbeobachtbaren Universum, letzteres liegt jenseits unseres kosmischen Horizontes. Wenn sich nun – nach wissenschaftlichen Behauptungen - das Universum immer weiter ausbreitet, stellt sich die Frage: Wohin und wie lange? Unser menschliches Hirn und Verstehen ist begrenzt und kann nur in Grenzen denken und verstehen.

Raum und Zeit – zwei Beispiele, die zeigen, wie begrenzt unser Verstand ist und bleiben wird – trotz aller Forschung und Entdeckungen. Dazu kommen ungelöste Fragen über Ursachen, Materie und andere Bereiche.

„Unvorstellbarkeiten“! Wenn es im Leben solch komplexe und komplizierte Fragen gibt, die wir nicht beantwortet kriegen, warum sollte ich alle meine geistlichen Fragen beantwortet kriegen? Was wir für einen festen, fundamentierten Glauben wissen müssen, hat Gott offenbart. Und – Gott sei Dank! – hat Er uns Fragen gelassen, die uns mit Ehrfurcht und Staunen stehen lassen; Fragen, die uns zeigen, dass unser Schöpfer nicht völlig fassbar ist für die Hirne Seiner Geschöpfe! Sonst wäre Er ja auch nur einer von uns!

Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen.
(Johannes 16:23)

Dienstag, 1. September 2026

Biographie: Hiob

Unsere Miniserie „Warum ich glaube“ kommt in dieser Woche zu Ende. Um uns heute am Biographie-Dienstag ein wenig an die Thematik anzupassen, möchte ich heute noch einmal einen Blogeintrag wiederholen, den es vor vielen Jahren bereits einmal gab.

Hiob ist sicher den meisten Lesern bekannt. Er musste GANZ untendurch. Seine Biographie ist das Zeugs, aus dem Filme gemacht werden. Und wenn es nicht in der Bibel stünde, würde es mancher nicht glauben.

Hiob war reich gesegnet mit 10 Kindern, davon 7 Söhne, was zu seiner Zeit unter den Menschen als Zeichen des Segens und Wohlgefallens Gottes galt. Hiob war steinreich. Nicht eine Schafherde, die in jeden größeren deutschen Garten passen würde. Seine Schafherden bedeckten das Land. Kamele ohne Ende, Rinder, Esel – nenne, was Du willst!

Verständlicherweise brauchte – und hatte er – Personal so viel er wollte. All das machte ihn zum reichsten Mann des Ostens. Aber das betrachtete er nicht als seinen größten Reichtum. Hiob war ein frommer und gerechter Mann. Sein Anliegen war weder Reichtum noch Ehre oder Prestige. Es war auch nicht nur persönliche Frömmigkeit, sondern auch für seine Familie. Und dann fing all das an ...

Zunächst fallen Feinde über Hiobs Herden her, töten die Hirten und stehlen das Vieh. Warum?  Die Bibel sagt es nicht. Aber alles stirbt oder wird gestohlen. Zu guter Letzt kommen bei einer Familienfeier der Geschwister alle Kinder Hiobs durch einen heftigen Wüstenwind ums Leben, der das Haus, in dem sie feiern, zum Einsturz bringt. Über Nacht wird Hiob vom reichsten Mann des Ostens zum elendsten Mann des Ostens. Unglaublich seine Worte:

Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; der Name des Herrn sei gelobt! (Hiob 1:21)

Nicht lange danach wird Hiob auch das noch genommen, was er noch hatte. Von Kopf bis Fuß brachen böse Geschwüre an ihm aus. Seine Frau war ihm in dieser Zeit keine Stütze, denn sie riet ihm, dem Glauben abzusagen und zu sterben. Erneut unglaublich Hiobs Worte:

Wenn wir das Gute von Gott annehmen,
sollten wir da das Böse nicht auch annehmen? (Hiob 2:10)

Warum all das? Das Buch Hiob gibt viele herrliche Lektionen, die es sich zu lesen lohnt. Zur Beantwortung dieser Frage springen wir ins Kapitel 42. Nicht ein geistliches Höhenerlebnis oder irgendeine Art Ungehorsam riefen diese Anfechtungen hervor. Nein, Hiob ging durch Not, die Teil der Schule Gottes in seinem Leben werden sollte. Ich bin überzeugt – hätten wir Hiob am Ende seines Lebens gefragt: „Würdest du Zeit der Anfechtung gerne aus deiner Biographie entfernen?“, dann hätte er geantwortet: „Bloß nicht! Das war die wichtigste Zeit meines Lebens!“ Die Anfechtung brachte Hiob an den Punkt, dass er freudig ausruft:

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört,
aber nun hat mein Auge dich gesehen. (Hiob 42:5)

Durch die Anfechtung hatte Gott Hiobs geistlichen Augen enorm geöffnet. Außerdem machte er glaubensstärkende Erfahrungen mit Gott, die man nur in solchen Anfechtungen lernen kann. Zur Vervollständigung seiner Biographie hier die letzten Verse aus dem Buch Hiob:

Hiob aber lebte danach noch 140 Jahre
und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Geschlecht.
17 Und Hiob starb alt und lebenssatt.
(Hiob 42:16+17)