„Der ganz banale Grund, warum wir heute darunter leiden, so wenig von Gott zu hören, ist der, dass wir nicht still sind und deshalb nichts hören.“ (Hans Peter Royer)

Freitag, 3. Juli 2026

Biolumineszenz

Biolumineszenz! Was für ein Wort; wahrscheinlich den meisten Lesern unbekannt. Mir auch – bis vor zwei oder drei Wochen. Ich stolperte über die Frage eines Skeptikers. Er gab einem Christen zu bedenken: Nach 1 Mose 1:3-5 schuf Gott am ersten Tag das Licht:

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der erste Tag.

Aber erst am vierten Tag schuf Er unsere Sonne, den Mond und die Sterne, die die Erde beleuchten – und Tages und Nachtrhythmus anzeigen sollten (1 Mose 1:14-19):

Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre, und als Leuchten an der Himmelsausdehnung, dass sie die Erde beleuchten! Und es geschah so. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu die Sterne. Und Gott setzte sie an die Himmelsausdehnung, damit sie die Erde beleuchten und den Tag und die Nacht beherrschen und Licht und Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der vierte Tag.

Licht am ersten Tag ohne Sonne und ohne Sterne? Was soll das für Licht gewesen sein? Dem erwähnten Christ kam anscheinend keine spontane Antwort in den Sinn (und mir auch nicht). Aber nach einiger Zeit des Nachdenkens kamen mir doch Antworten, die ich auf eine solche Frage geben würde:

1.     Die am 4. Tag geschaffenen Lichtquellen werden speziell in Bezug zur Erde genannt. Kann es sein, dass das Licht aus Vers 3 aus nicht konkret genannten anderen Quellen stammte?

2.     Manche Ausleger beziehen das Licht aus Vers 3 auf Gottes Herrlichkeit. Es sei hier der Vollständigkeitshalber erwähnt, obwohl ich damit Schwierigkeiten habe, denn Gottes Herrlichkeit wurde nicht geschaffen. Sie ist ewig. Ebenso problematisch finde ich die Erklärung, das Licht aus Vers 3 symbolisch zu erklären.

3.     Es gibt Licht, das nicht von der Sonne abhängig ist: Biolumineszenz. Das ist Licht, das durch chemische Reaktionen hervorgerufen wird, z.B. bei manchen Quallen oder Fischen der Tiefsee. Sie benötigen kein Sonnenlicht, um zu leuchten, ebenso wenig wie Glühwürmchen an Land, die ihr eigenes Licht erzeugen.

4.     Auch Blitze benötigen keine Sonne, um zu leuchten. Elektrische Spannung erzeugt Reibung, die fließt und die Luft erhitzt. Dadurch entstehen leuchtende Blitze.

(CC BY-SA 2.0 DE)
Vielleicht sind das keine endgültigen Antworten. Aber sie zeigen, dass die Fragen von Skeptikern nicht unbedingt berechtigt oder ohne sinnvolle Antwort sind. Natürlich gibt es in Gottes Wort Verse und Aussagen, die schwer zu verstehen sind. Aber immerhin ist es GOTTES Wort und daher nicht verwunderlich, wenn nicht alles ohne Nachdenken verstanden werden kann.

Dankbar darf jeder Christ sein, dass alles, absolut ALLES, was für unser Heil und eine Ewigkeit im Himmel bei Jesus nötig ist, schlicht und verständlich offenbart ist. Das ist das absolute Grundwissen. Und da bleibt keine Frage offen. Selbst Paulus triumphiert:

Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten. (1 Kor. 2:2)

Donnerstag, 2. Juli 2026

Wie viel ist eine Seele wert (2)

Bereits gestern haben wir uns diese Frage gestellt und festgestellt, dass der Wert einer Seele für Gott nicht mit Worten zu beschreiben ist. Jesu Tat am Kreuz zeigt den unermesslichen Wert einer unsterblichen Seele in den Augen Gottes.

Wir hatten uns anschließend gefragt, wie viel Wert eine unsterbliche Seele für uns hat. Die Tatsache, dass noch 3,58 Milliarden Menschen den Heilsweg durch Jesus nicht einmal kennen ist eigentlich Antwort genug. Dass wir es als Christen in über 2000 Jahren nicht geschafft überall Jesus zu bezeugen zeigt, dass wir den Wert einer unsterblichen Seele anders einschätzen als Gott.

Dabei fallen einige Menschen allerdings aus dem Rahmen. James und Marty Hefley schreiben in ihrem Buch „By Their Blood“ über die ersten Missionare, die den Namen Jesu nach Mali bringen wollten. 1876 machten sich drei von ihnen auf, um Timbuktu im Herzen Malis zu erreichen. Nach Jahren fanden Straußenjäger ihre verstümmelten in den nördlich der Stadt.

1890 segelten 9 Missionare der evangelikalen Christian and Missionary Alliance nach Französisch-Sudan, dem heutigen Mali. Sie hofften, die noch unerreichten Stämme im Einzugsgebiet des Niger zu erreichen, der das heutige Mali in zwei Teile teilt. Weiter als bis nach Sierra Leone kamen sie jedoch nicht. Innerhalb von sechs Monaten starben fünf der neun an Tropenkrankheiten. In den folgenden 30 Jahren standen über 30 Gräber von Missionaren als Symbol für diesen mit hohen Opfern erkauften Vorstoß. Heute gibt ca 400.000 Christen in Mali (ca 3,5 %), davon etwa die Hälfte evangelikal.

1956 wurden Jim Elliot und 4 weitere Missionare von Auca Indianern ermordet. Sie wussten, dass ihr Verlangen, ihnen Jesus zu bringen, lebensgefährlich war. Monatelange, akribische Vorbereitung wurden durch ein Missverständnis zunichtegemacht und die 5 Männer gaben dafür ihr Leben. Ihre Frauen führten die Arbeit weiter. Heute ist die Gewalt im Stamm deutlich reduziert, christliche Gemeinden unter lokaler Leitung (Pastoren, Lehrer) sind entstanden, die Bibel in ihre Sprache übersetzt, Alphabetisierungskurse ermöglichen es vielen, erstmals selbst zu lesen.

Im Alter von 26 Jahren wurde der Christ, John Allen Chau, auf einer der indischen Andamaneninseln durch den Pfeilregen der Ureinwohner erschossen. Er starb er bei dem Versuch, dem bisher völlig abgeschotteten Stamm der Sentinelesen das Evangelium zu bringen. Auch er hatte sich vorbereitet und es als Auftrag Gottes verstanden, dem völlig unerreichten Volk Jesus zu verkündigen. Der Kirchenvater Tertullian sagte einmal: „Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche!“ Möge es sich auch für das Volk der Sentinelesen bewahrheiten!

Wie viel ist eine Seele wert? Für Gott war sie alles wert! Er wurde Mensch, kam, lehrte, wirkte, starb und auferstand! Für Gott sind die Seelen aller Menschen immer noch alles wert. Uns hat Er den Auftrag gegeben, Sein Heil in aller Welt zu verkündigen und dadurch Seelen für Ihn zu gewinnen. Dass das kostet, hat Jesus uns klar gesagt (Johannes 12:24):

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.

Damit ist nicht nur das Sterben Jesu gemeint, sondern auch das Sterben Seiner Nachfolger. Nachfolge kostet, denn unsterbliche Seelen sind teuer. Lasst uns unsere Bereitschaft der bedingungslosen Hingabe neu überprüfen und den Fußstapfen Jesu folgen und den Fußstapfen derer, die bereit waren, in die Erde zu fallen und zu sterben. Die unsterblichen Seelen sind es wert!

Denn wir gehören nicht uns selbst, ganz gleich, ob wir leben oder sterben. Wenn wir leben, leben wir, um dem Herrn Freude zu machen, und wenn wir sterben, sterben wir, um beim Herrn zu sein. Ob wir nun leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn. (Römer 14:7+8)

Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn. (Philipper 1:21)

Mittwoch, 1. Juli 2026

Wie viel ist eine Seele wert?

Immer, wenn ich meinen Laptop hochfahre, erhalte ich Werbung. Werbung in meinem Postfach, Werbung auf Facebook, Werbung mitten in einem Video – ähnliches kennen wir ja vom Fernsehen. Jeder will verkaufen. Ach ja, kommenden Sonntag ist Hofflohmarkt in unserem Neunkirchener Stadtteil Salchendorf. Da macht gefühlt jeder 2. Haushalt mit. Allerdings sind all die Artikel, die irgendwo beworben und verkauft werden sollen, Artikel, die man sehen, anfassen, anziehen, essen oder irgendwie benutzen kann. Was das ganze Zeugs wert ist, das angeboten wird, bleibt Käufer und Verkäufer überlassen. Was Unsichtbares hat übrigens niemand im Angebot.

Kürzlich kam mir die Frage in den Sinn: Wie viel ist eigentlich eine Seele wert? Davon gibt es ja Millionen, nein Milliarden – 8,3 Milliarden, um genau zu sein. Wie viel ist denn so eine davon wert?

Für Christen beantwortet sich die Frage relativ leicht und schnell, zumindest theoretisch. Eine Seele ist alles wert; für Gott ist sie alles wert! Für Gott ist eine Seele so viel wert, dass Gott in Jesus Mensch wurde, litt, qualvoll starb, wieder auferstand – um kranke, durch Sünde verdorbene Seelen gesund und fit für den Himmel zu machen. Der Wert einer Seele lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Gottes Tat in Jesus beschreibt am besten, was eine Seele wert ist. Soviel zum Wert einer Menschenseele für Gott, für Jesus, unsern Herrn und Retter. Was aber ist uns eine Menschenseele wert – Dir und mir?  

Gottes Wort erklärt in Sprüche 14:25:

Ein Zeuge der Wahrheit rettet Seelen; wer aber Lügen vorbringt, der ist ein Betrüger.

An anderer Stelle heißt es (Sprüche 11:30):

Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen.

Als ich nach 20 Jahren auf dem Missionsfeld einen Pastorendienst in Deutschland übernahm, wurde der Gemeinde schnell deutlich, dass mein Anliegen für Mission unter unerreichten Völkern nicht verblasst war. Nach einer Predigt meinte eine Mutter besorgt: „Der Pastor will doch wohl nicht unsere Kinder ins Ausland schicken!“ Oh, wie ich das gewollt hätte! Wie ich mich gefreut hätte, wenn die ganze Gemeinde sich aufgelöst hätte, weil jeder sich gerufen und geführt sah, unter unerreichten Völkern im Ausland zu arbeiten. – Wie viel sind die Seelen der unerreichten Menschen wert? Keinen Deut weniger als Deine oder meine. Und es sind noch 3.580.000.000 – 3,58 Milliarden Seelen, die noch unerreicht sind. Gemeint ist nicht: 3,58 Mrd Menschen, die noch nicht gläubig sind an Jesus Christus. Gemeint ist 3,58 Mrd. Menschen, die die Botschaft von Jesus Christus noch gar nicht gehört haben; 3,58 Mrd. Menschen, die noch Hilfe von außen benötigen, Missionare, die den Wert der ewige lebenden Seele erkannt haben und bereit sind, alles zu tun, damit sie gerettet werden.

Gottes Wort sagt unzweideutig (Daniel 12:2, Matthäus 25:46):

Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.

Und sie werden in die ewige Strafe hingehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.  

Alles auf unserer Erde ist vergänglich. Alles Sichtbare ist vergänglich. Jeder materielle Wert hat ein Ablaufdatum. Nicht so die Seele jedes einzelnen Menschen! Die ist ewig. Und ihr Zielort, der Platz, an dem die ewige Seele die Ewigkeit verbringen wird, ist entweder in der ewigen Herrlichkeit bei Gott oder im ewigen Feuer der Verdammnis. Letzteres muss nicht sein, denn Jesus hat den Preis für die Rettung jeder Menschenseele bezahlt. Sie müssten es nur annehmen. Aber um es anzunehmen, müssen sie glauben. Um zu glauben, müssen sie hören. Um zu hören, müssen wir aktiv werden und Jesus bezeugen.

Wie viel eine Seele Gott wert ist, zeigt uns die Bibel klar!

Wie viel ist eine Seele Dir wert?

Dienstag, 30. Juni 2026

Biographie: Marie Durand: Résister! - Widerstehe!

Vor etwa einem Jahr habe ich Gedanken zu Marie Durand hier eingestellt, die ich heute, am Biographie-Dienstag noch einmal wiederholen möchte.

Ein Denkmal unerschütterlichen Glaubens war die Hugenottin Marie Durand.

Die Hugenotten waren französische, calvinistisch geprägte Protestanten, die unter andauernden Verfolgungen des katholischen Klerus sowie des Königs (besonders Louis XIV) zu leiden hatten.

1715 als Tochter einer protestantischen, französischen Familie geboren, die heimlich reformierte Gottesdienste abhielt, war Marie Durand ein schwieriges Leben gewiss.

Ihre Familie wurde 1729 verhaftet, ihr einziger Bruder einige Jahre später hingerichtet. 1730, mit zarten 15 Jahren und gerade frisch verheiratet, wurde auch Marie wegen ihres Glaubens verhaftet. Ihren Mann, der ebenfalls gefangen genommen wurde, aber nach 20 Jahren freikam, sollte sie nie wiedersehen. Sie wurde nach Aigues-Mortes in den „Turm der Constance“ gebracht, welcher für die nächsten 38 Jahre ihr finsterer Kerker werden sollte.

© Musée du Désert
Ihre einzige Chance freizukommen, war ihrem Glauben abzuschwören und zum Katholizismus zurückzukehren. Für Marie war es keine Option, ihren Herrn zu verleugnen. Sie hielt an der Wahrheit fest, obwohl es sie fast ihr ganzes Leben in Gefangenschaft kostete. Den anderen mit inhaftierten Frauen wurde Marie zur Ermutigung und zur Anführerin.

Nur wenige Frauen konnten den harten Bedingungen standhalten. Dazu gehörte auch die 1743 eingelieferte Isabeau Guibal. Marie, die eifrig versuchte, sie von ihrer Entscheidung nachzugeben, abzubringen, litt schwer darunter. Doch sie harrte weiter aus und ermahnte die anderen mit: „WIDERSTEHT und betet, dass nicht auch wir noch in der Anfechtung fallen.“ Sie ritzte mit einer Schere das Wort „RESISTER“ in die Mauer des Luft- und Lichtschachtes. Marie kämpfte gegen Eiseskälte, Rheuma, Sumpffieber und schwere Erkältung, aber hielt an ihrem Glauben fest. Und Gott hielt sie fest. 1.Petrus 5,9-10 erfüllte ich in ihrem Leben:

„Dem Teufel widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“

Erst 1768 wurde Marie Durand begnadigt. Als 53-jährige, schwer gezeichnete Frau, kehrte sie in ihre alte Heimat zurück, wo sie 8 Jahre später starb, um bei ihrem Herrn in der Herrlichkeit zu sein.

 „Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ (Matthäus 5,10)

(Lesenswert: 'Der Turm der Constance' Marie Durand – Engel der Vergessenen / von Ernst Ronner)

Montag, 29. Juni 2026

Jakobus 2:10 und der kleine Golfball

Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. (Jakobus 2:10)

Ist das nicht ein bisschen kleinlich? Wenn ich mich in Nachbars Garten ungefragt an seinen Blumen bediene, dann hab ich doch noch lange nicht meine Eltern verunehrt. (Vielleicht sind die Blumen ja sogar für ihren Hochzeitstag.) Wenn ich mich mit einer Notlüge aus einer brenzligen Situation rette, dann habe ich doch noch lange keine Ehe gebrochen. Und wenn ich den Namen Gottes mal leichtfertig in den Mund nehme und missbrauche, dann hab ich dadurch ja noch niemanden umgebracht. Also man könnte meinen, dass der Vers vielleicht ein wenig über das Ziel hinausschießt.

Allerdings las ich kürzlich über eine Situation, die passend illustriert, dass der Apostel Jakobus nicht übertreibt. Dabei geht es um einen kleinen Golfball.

Der Autor, Walter H., beschreibt sein Golfspiel. Er steht am ersten Abschlag, schlägt den Ball aber zu hart, sodass der über das Feld hinausfliegt und durch ein riesiges Kaufhausfenster auf der anderen Straßenseite. Der Geschäftsführer rennt heraus und fragt: „Wer war das?“ Walter antworte: „Ich! Ich habe Ihr Fenster zerstört.“ „Das wird Sie teuer zu stehen kommen: sechstausend Dollar kostet die Scheibe,“ entgegnet der Geschäftsführer. Walter erklärt „Ich habe keine sechstausend Dollar.“ ... „Sie haben aber das Fenster zerbrochen! Sie zahlen.“

„Wie groß war denn der Golfball?“, fragt Walter, und der Andere hebt seine Hand, um mir die Größe zu zeigen. Zufrieden schlägt Walter nun vor: „Ich habe den kleinen Golfball einmal durch das Fenster geschlagen. Ich kaufe Ihnen gerne eine Glasscheibe in dieser Golfballgröße. Dann sind wir quitt.“ Die vorhersehbare Antwort war: „Nein, das ganze Fenster ist zerstört. Sie haben das ganze Fenster zerbrochenSie kaufen das ganze Fenster!“

Auch wenn die beiden Kontrahenten vor Gericht gehen würden, würde Walter zahlen müssen. Sein einer, kleiner Golfball hatte die große Scheibe zerstört. Ein kleiner Golfball – mehr brauchte es nicht.

Paulus unterstreicht das in Galater 3:10, wenn er schreibt:

Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun«.

... in allem!das bestätigt voll die Aussage von Jakobus. Es kommt nicht darauf an, ob wir viel sündigen oder wenig, ob unsere Sünden schwer sind wie Medizinbälle oder leicht wie Golfbälle. Es kommt nicht darauf an, ob wir bewusst sündigen, oder ob es ein Ausrutscher war. Jeder von uns ist ein Gesetzesbrecher und steht unter dem Gericht Gottes – oder – positiv ausgedrückt: Jeder von uns hat die volle Vergebungskraft Gottes bitter nötig!

Die Anforderung Gottes betreffs Sündlosigkeit haben wir alle nicht erfüllt. Du nicht! Ich nicht! Niemand! Zerbrochen, zerstört! Aber der Preis, den niemand zahlen kann, ist bezahlt. Unsere Schuld ist beglichen. Kostspielig für Gott selbst – kostenlos für uns. Wir müssen nur „Ja!“ sagen und uns einreihen in die Gruppe derer, die die stellvertretende Bezahlung unserer Schuld angenommen und sich zur Nachfolge auf die Seite Jesu gestellt haben.

Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat. (Römer 3:23+24)

Was dem Gesetz unmöglich war, weil unsere menschliche Natur ihm widerstand, das tat Gott. Das Gesetz konnte uns nicht helfen, so zu leben, wie es Gott gefällt. Deshalb sandte Gott seinen Sohn zu uns. Er kam in menschlicher Gestalt wie wir, aber ohne Sünde. An unserer Stelle nahm er Gottes Urteil über die Sünde auf sich und entmachtete sie dadurch. (Gedanken aus Römer 8:3)

Sonntag, 28. Juni 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Micha 7:7+8
 
Ich aber will nach dem Herrn ausschauen, will harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören. Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Denn wenn ich auch gefallen bin, so stehe ich doch wieder auf; wenn ich auch in der Finsternis sitze, so ist doch der Herr mein Licht.
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst und Gemeindefest
Anbetung Gebet - Taufe
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen 
Gemeinschaft

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

"Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt
und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt,
der seinen Zorn nicht allezeit festhält,
sondern Lust an der Gnade hat?
Er wird sich wieder über uns erbarmen,
unsere Missetaten bezwingen.
Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen!"

(Micha 7:18+19)


„Wenn ihr denen vergebt, die euch Böses angetan haben,
wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.
Wenn ihr euch aber weigert, anderen zu vergeben,
wird euer Vater euch auch nicht vergeben.“

(Matthäus 6:14+15)

Samstag, 27. Juni 2026

Kein Routinemensch!

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Gestern haben wir über die Gefahr nachgedacht, uns an Leid, Gnade, Barmherzigkeit etc. zu gewöhnen. Dann verlernen wir das Staunen und Praktizieren von Mitleid, Nächstenliebe und Annahme. Beim Beschäftigen mit dem Thema kam mir Jesus in den Sinn – wer sonst? J

Faszinierend, dass Jesus jahrelang dem Leid Seiner Zeit ausgesetzt war – und sich trotzdem nicht dran gewöhnte. Er war der Hartherzigkeit, der Gleichgültigkeit, der Ablehnung Seiner Zeit ausgesetzt – und hat sich trotzdem nie dran gewöhnt.

Drei Jahre lang kamen die Kranken zu ihm. Als Er gerade vom Tod Seines Cousins, Johannes (der Täufer), gehört hatte, wollte Er sich zurückziehen. Aber die Menge fand ihn und es heißt:

Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge; und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. (Matthäus 14:14)

Immer wieder war Jesus von Menschenmengen umringt, die ihn zum Teil ablehnten, die lediglich wundersüchtig waren, die ihn zum Brotkönig machen wollten – von denen Ihm aber nur wenige folgten. Jesu Herz wurde nicht bitter. In Markus 9:36 lesen wir:

Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Auch mit Einzelpersonen hatte der Herr immer wieder zu tun. Sie kamen abends, tagsüber oder wann immer sie wollten. Fingen sie an, Jesus zu nerven, Seine Retterliebe zu zerstören? Nein! Als wieder mal ein Mann zu Ihm kam, sehr von seiner eigenen Gerechtigkeit eingenommen und sich schließlich von Jesus abwandte, heißt es über Jesus (Markus 10:21):

Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir! Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!

Jesus liebt, hört nicht auf, zu lieben, die Wahrheit zu predigen und zur Nachfolge einzuladen.

Einer Nicht-Jüdin, einer Samariterin, begegnete Jesus mit viel Geduld und Weisheit. Sie hatte zuvor 5 Männer gehabt und lebte mittlerweile mit #6 zusammen. Aber Jesus redet in einer Art und Weise mit ihr, die sie schlussendlich zum Glauben führt. Was für ein Herz!

Drei Jahre lang hatte Jesus geheilt, gepredigt, eingeladen und den Menschen Gottes Liebe gezeigt. Ihre Hartherzigkeit und Ablehnung verbitterte Ihn nicht, sondern bewegte Ihn zu Tränen. Lukas 19:41+42 beschreiben Jesu Herz:

Und als er näherkam und die Stadt sah, weinte er über sie 42 und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.

Während Seines ganzen Dienstes wollten Seine Feinde Ihn zu Fall bringen. Manchmal durch Fangfragen, manchmal durch Mordversuche. Bis zuletzt, ja, quasi bis zum letzten Atemzug liebte Er sogar Seine Feinde ... selbst Seine Mörder. Am Kreuz betete Er (Lukas 23:34):

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

Jesus war kein Routinemensch! Er war voller Mitleid, Barmherzigkeit, Gnade und Liebe, die nicht erkaltete. In 1 Johannes 2:6 schreibt der Apostel:

Wer von sich sagt, dass er zu ihm gehört, der soll auch so leben, wie Jesus gelebt hat.

Möge der Herr uns dazu Seinen Segen geben!

Freitag, 26. Juni 2026

"Du wirst dich daran gewöhnen!" (Bitte nicht!)

Bewegend, die Geschichte, die ich kürzlich las! Ein Mitglied der Gemeinde erscheint unter der Woche im Gemeindehaus seiner Kirche und sieht den neuen Pastor am Fenster seines Arbeitszimmers stehen. Er weint! Während er hinaus auf die tragischen Zustände der Innenstadt blickte, laufen ihm die Tränen über‘s Gesicht.

Der Besucher meint es gut mit seinem Pastor, geht auf ihn zu, legt ihm die Hand auf die Schulter und versuchte, ihn zu trösten. „Mach dir keine Sorgen,“ sagt er. „Wenn du erst einmal eine Weile hier bist, wirst du dich daran gewöhnen.“  Der Pfarrer antwortete: „Ja, ich weiß. Darum weine ich!“

Dass der Herr doch auch uns Tränen schenken möge. Mehr als Singen, Tanzen und Jubeln wären solche Tränen Zeugen echter Erweckung. Erschreckend sind die Worte Gottes an Sein Volk Israel (Jeremia 2):

32 Vergisst auch eine Jungfrau ihren Schmuck, oder eine Braut ihren Schleier? Aber mein Volk hat mich vergessen seit unzähligen Tagen. 33 Wie gut weißt du deinen Weg einzurichten, um Liebe zu suchen! Darum hast du dich auch an Verbrechen gewöhnt auf deinen Wegen.

Die Braut hat ihren Bräutigam vergessen, Israel seinen Gott, die Gemeinde ihren Herrn! Andere Liebschaften wurden gefunden. Ersatz, der weniger fordert und mehr den Moment sucht. Ersatz, der sich an das Leid der Innenstädte, der Menschen, der Welt gewöhnt hat.

Jakobus schreibt von einer traurigen, aber realen Möglichkeit im Haus des Herrn (Jakobus 2:15+16):

„Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das?

Jakobus schreibt über das, was tatsächlich möglich ist: über eine Verhärtung unserer Herzen, eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Welt. Ähnlich drückt sich Johannes aus (1 Johannes 3:17):

"Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt — wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?"

Es gibt viele weitere Aufforderungen im Wort Gottes, die uns mahnen, darauf zu achten, dass unsere Herzen nicht hart werden, ohne Barmherzigkeit und Gnade. Paulus schreibt (Römer 12:15):

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

Und durch den Hebräerbrief ruft Gott uns zu (Hebräer 13:3):

Denkt an diejenigen, die im Gefängnis sind. Fühlt mit ihnen, als wärt ihr selbst dort. Teilt das Leid derer, die misshandelt werden, als würdet ihr ihren Schmerz am eigenen Körper spüren.

Lieber Leser, lasst uns Gott bitten, dass Er selbst unsere Herzen empfänglich hält (oder macht) für Sein Erbarmen und Seine Liebe zu den Menschen. Gott warnt vor kalten Herzen (Matthäus 24:12):

Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten.

Ein altes Lied, dass mir oft in den Sinn kommt und ins Herz geschrieben ist, heißt es:

„Herr lege Seelen mir aufs Herz und liebe sie durch mich!
Und mög´ ich flehen himmelwärts, gewinnen sie für Dich!“

 Amen!