"Die Tragödie sind "nicht-gebetete-Gebete" - und nicht "nicht-erhörte-Gebete" (Ruth Graham) - Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet."“ (Jakobus 4:2c)

Freitag, 22. Januar 2021

Jesus ist nicht wie mein Sprachlehrer

In Markus 8 ist Jesus mit Seinen Jüngern unterwegs. Die sprechen über ihre Lebensmittelvorräten: ein Brot. Jesus kommt dazu, beendet das Thema und spricht vom Sauerteig der Pharisäer. Die Jünger verstehen gar nichts mehr. In Markus 8:17-21 stellt Jesus ihnen daraufhin gleich mehrere Fragen:

Versteht ihr noch nicht und begreift ihr noch nicht? (17)
Habt ihr noch euer verhärtetes Herz? (17)
Habt Augen und seht nicht, Ohren und hört nicht? (18)
Warum seid ihr denn so unverständig? (21)

Ich wurde erinnert an unsere ersten Jahre auf den Philippinen. Die Cebuanosprache hatten wir gut „angelernt“. Mittlerweile büffelten wir an der zweiten Sprache. Dazu traf ich mich mit meinem „Sprachlehrer“ in einem von unserem Team gemieteten Leseraum, der auch für evangelistische Gespräche zur Verfügung stand. Mein „Sprachlehrer“ war ein Einheimischer, der gut Englisch verstand und natürlich seine Muttersprache. Um mich zu unterrichten, musste ich selbst den Unterricht planen und ihm erklären was er mir wie beibringen sollte.

Irgendeine Frage oder Übung war dran – und ich wusste beim besten Willen nicht, was die Antwort war. Ich überlegte, ich fischte und versuchte, ich schwitzte (wohl mehr wegen der tropischen Hitze als wegen meines Unwissens) – und konnte ihm keine Antwort geben. Ich war frustriert, fühlte mich unfähig, dumm und dachte: Das lerne ich nie! Und mein Sprachhelfer war auch frustriert und dachte vermutlich auch: Der ist unfähig, dumm und lernt das nie! Und so verkündete er mir  auch: „Ach Willi, (mein philippinischer Name) kannst Du das denn immer noch nicht. Das hab ich Dir doch schon so oft gesagt.“ Das Ganze war mir peinlich und nicht gerade erbaulich.

Daran wurde ich durch die Begebenheit in Markus 8 erinnert. Auch Jesus klingt irgendwie verwundert, wenn er fragt:
Versteht ihr nicht? Begreift ihr nicht?
Seht und hört ihr nicht?
Habt ihr immer noch euer verhärtetes Herz?

Aber dann gibt Jesus nicht auf. Mit Seiner einzigartigen und für Ihn typischen Geduld erklärt Jesus es noch einmal. Er schimpft nicht. Er hält sie nicht für unfähig oder dumm. Er hat auch nicht die Einstellung: „Hoffnungslos! Das lernen die nie!“ Nein. Er belehrt sie mit Engelsgeduld – sorry: mit göttlicher Geduld und fährt dann unbeirrt weiter, das zu tun, wozu er gekommen war: Er heilt, er lehrt und er macht Seine Nachfolger zu echten Jüngern.

Jesus ist nicht frustriert über uns, hält uns nicht für dumm, lernunfähig oder hoffnungslos. Wenn Jesus merkt, dass wir nicht das Verständnis haben, das wir eigentlich haben sollten, dann erklärt Er es noch einmal und bringt uns zu dem Punkt, an dem wir verstehen.

Wie oft bin ich frustriert über mein eigenes geistliches Leben, Denken oder Handeln. „Das lerne ich nie ... das ändert sich nie ...“ oder so ähnlich mögen meine Gedanken sein, ähnlich wie mein Sprachhelfer vor fast 30 Jahren über mich gedacht hat. Das zieht mich dann runter und ist mir unangenehm, ja, fast peinlich vor Gott.

Gott denkt anders. Er ist kein Sprachhelfer. Er ist unser Gott. Jesus nennt sich unseren Freund und Bruder. Er ist dabei, uns zu lehren, zu formen und zu Jüngern zu machen. Gib Du auch nicht auf.

Ich bin ganz sicher, 
dass Gott, der sein gutes Werk in euch angefangen hat, 
damit weitermachen und es vollenden wird 
bis zu dem Tag, an dem Christus Jesus wiederkommt. 
(Philipper 1:6)

Donnerstag, 21. Januar 2021

Dahin muss man wachsen

Biographien haben mich schon immer fasziniert. Ich lese sie immer wieder gerne und mit Gewinn. Von Georg Müller habe ich mindestens eine, vielleicht auch schon mehrere gelesen.

Georg Müller ist bekannt für die Waisenhäuser, die er in Bristol, England gegründet hat.
Hier kümmerte er sich um über 10,000 Waisen: um ihre Kleidung, Nahrung, Ausbildung und Gesundheit. Er gründete 117 Schulen, die über 120.000 Kinder unterrichteten, viele davon Waisenkinder. Müller bat NIE um Spenden. IMMER betete er und vertraute Gott.

Im Alter von 70 Jahren begann er ausgeprägte Predigtreisen, die ihn in alle Welt führten. Sein Leben lang hörte er nicht auf zu Predigen. Er starb im hohen Alter von fast 93 Jahren in einem der von ihm gegründeten Waisenhäuser. Müller ist besonders bekannt für sein kraftvolles Gebet und seinen unerschütterlichen Glauben.

Gebet und Glauben – das sah dann manchmal so aus wie im folgenden Bericht, in dem 300 Kinder morgens aufstanden, sich anzogen und vor dem Schulunterricht zum Frühstück kamen. Jedes Kind hatte seinen Platz.

Jedes Frühstück begann mit einem Dank an Gott für die Gaben. An einem Morgen waren alle versammelt und – wie immer – dankte Georg Müller für’s Frühstück.

"Lieber Vater, danke für das, was du uns heute morgen zu essen gibst“

Die 300 Kinder blickten allerdings nicht auf einen gedeckten Tisch, sondern auf leere Teller und leere Becher. Da war kein Frühstück auf dem Tisch und es gab kein Geld mehr in der Kasse, um was zu kaufen.

So blickten 300 Paar Augen auf Georg Müller, dann auf die leeren Teller ... und jeder fragte sich, wie es jetzt wohl weitergehen würde.

Müller hatte kaum Amen gesagt, als es an der Türe klopfte und der Bäcker vom Ort erschien.
„Ich konnte letzte Nacht nicht schlafen und hatte den Eindruck, dass Ihr kein Brot mehr habt und Gott von mir wollte, euch was zu schenken. Da bin ich um 2 Uhr nachts aufgestanden, um euch frisches Brot zu backen.“

Müller nahm das Brot entgegen und sagte zu den Kindern:
„Kinder, der Herr hat uns nicht nur Brot geschenkt, sondern sogar frisch gebackenes Brot!“

Der Bäcker war kaum weg, als es zum zweiten Mal klopfte; diesmal war es der Milchmann, der erklärte: „Mein Wagen hat einen Achsenbruch grad hier vor Eurem Waisenhaus. Ich kann ihn nicht reparieren, ohne abzuladen, und die Milch verdirbt schnell. Könnt ihr ein paar Kannen kostenlose, frische Milch gebrauchen?“

Und so hatte Müller wieder einen Grund, seinem Gott zu danken, der sich jeden Tag um die Kinder kümmerte. Müllers ganzes Leben ist voll mit solchen Geschichten.

Wir fragen uns vielleicht: Wo sind die Männer und Frauen in unseren Tagen, die so etwas erleben. Die Frage ist falsch gestellt. Die Frage ist: Wo sind die Männer und Frauen in unsern Tagen, die vor Gottes Angesicht treten, Beten lernen und dabei im Glauben wachsen? Auch Müller war, als er starb, nicht der, der er war, als er viele Jahrzehnte früher zum Glauben kam. Er war zu der Person gewachsen und geworden, hatte gelernt, zu beten, zu vertrauen und im Glauben zu wachsen. Wer dazu bereit ist, der wird auch Wunder mit Gott erleben.

Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. 
(Jakobus 5:16)

Mittwoch, 20. Januar 2021

Sag nie „Nie!“ – auch nicht im Alter!

Um 1530 v. Chr. wurde Josua als Sklave von Sklaven im Sklavenland Ägypten geboren. Josua erlebte die schlimme Zeit der Sklaverei und Plackerei als Kind und Jugendlicher mit. Dann erfuhr er den wunderbaren Exodus durch Gottes gewaltige Hand. Er sah, hörte und erfuhr viele der Plagen, mit denen sein Gott Ägypten schlug. Er erlebte, wie Gott Sein Volk mit starker Hand ausziehen ließ. Er marschierte mit den Millionen Israels durchs Rote Meer. Er hatte Gott Tag und Nacht vor sich als Wolken- und Feuersäule. Jeden Morgen deckte Gott selbst ihm den Tisch mit Manna. Alle Wunder der Versorgung in der Wüste erlebte er hautnah mit. In alledem war er von seiner Jugend an Moses Diener.

Als Moses Diener durfte er Mose ein Stück Wegs begleiten, als Mose die 10 Gebote empfing. Nicht bis oben auf den Berg, aber ein Stück. Als Israel zum ersten Mal vor den Toren des verheißenen Landes stand, war Josua einer der 12 Kundschafter, die Mose als Spione ins Land schickte. Von den 12 waren Josua und Kaleb die einzigen, die Gott vertrauten und das Land einnehmen wollten, wie Gott es versprochen hatte. Danach folgten noch einmal 40 Jahre der Schulung als Moses Diener, Jahrzehnte des Lernens – immer wieder neuer Wunder.

Dann kommt Moses Zeit zu sterben. Im zarten Alter von knapp 90 Jahren tritt Josua Moses Nachfolge an. Seine Geschichte lesen wir im Buch Josua. Jahrzehnte des Dienstes, Jahrzehnte des Lernens. Vielleicht hätte er sich bis zuletzt nie vorstellen können, Moses Platz einzunehmen. Nach so vielen Jahren in der zweiten Reihe? Nach so vielen Jahren der Lehre – sollte da noch etwas kommen? Noch eine Steigerung? Kaum!

Aber Josua lernte: Was den Weg mit Gott betrifft: Sag nie „NIE!“

90 Jahre Ausbildung, um dann 20 Jahre auf hohem Niveau zu dienen – das macht etwa 82% seines Lebens zur Ausbildung und 18% seines Lebens zum Dienen auf höchstem Niveau.

Und bei uns? Der Durchschnittsdeutsche heute wird 78 Jahre alt. Wenn davon 82% für unsere Ausbildung gehen, beginnt der Höhepunkt unseres Dienstes für Gott im Alter von 64 Jahren.

Das kann man natürlich so nicht rechnen. Trotzdem können wir von Josua lernen. Das Leben Josuas lehrt uns, dass bei Gott Alter absolut keine Rolle spielt. Mose begann seinen Dienst mit 80 Jahren ... Josua mit 90 Jahren ... Noah war 150 Jahre alt.

Sag nie „NIE!“ wenn es darum geht, Gott zu dienen. Nicht unser Alter oder unser Zustand verhindert einen fruchtbaren Dienst für Jesus, sondern unsere fehlende Erkenntnis, dass Gott uns gerade heute gebrauchen möchte und gerade so, wie wir sind.

Was immer in Deinem Leben bisher geschehen ist – das Gute, das Schwere, das Schlimme, das Unvermeidbare ... Gott kann alles so einsetzen, dass es noch zu einem Diensthöhepunkt in Deinem Leben führen kann, durch den Gott Dich und andere besonders segnen möchte.

PS: Du sagst, dass Du nicht mal die 30ger oder 40ger Altersgrenze überschritten hast? Du sagst, es fehlt Dir noch an der nötigen Erfahrung, Dein Leben ganz für Jesus zu leben? Jeremia hatte ganz ähnliche Gedanken. Ihm und Dir sagt Gott:

Sage nicht: »Ich bin zu jung«,
sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende,
und predigen alles, was ich dir gebiete. (Jeremia 1:7)
 
Heute Abend geht es in unserer Bibelstunde zwar nicht um Josua oder Jeremia, aber um eine andere Person, die Gott gewaltig gebraucht hat. Dass Hiob vor und nach seinem Leiden ein Werkzeug in Gottes HAnd war, ist nicht schwer vorstellbar. Dass Er aber auch durch sein Leidenszeit von Gott gebraucht wurde und wird - dass hätte er sich nie im Leben vorstellen können. 
 
Sei heute Abend um 19:30 Uhr dabei, wenn wir uns weiter mit dem Leben Hiobs beschäftigen. 
Im Bitzegarten 5 live
oder im Livestream HIER

Dienstag, 19. Januar 2021

Gottes Verheißungen im 1. Buch Samuel

Während im Buch Ruth die Verheißungen Gottes schön verpackt waren und gefunden werden wollten, spart Gott im 1. Buch Samuel nicht mit klaren Aussagen. Hier soll eine Reihe dieser Aussagen gelistet – und schließlich eine weitere etwas näher beleuchtet werden.

Der Herr tötet und macht lebendig; er führt ins Totenreich und führt herauf! Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt, aber er erhöht auch. (1. Samuel 2:6+7) Und Jonathan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, lass uns zu dem Posten dieser Unbeschnittenen hinübergehen! Vielleicht wird der Herr durch uns wirken; denn es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten! (14:6). Und diese ganze Gemeinde soll erkennen, dass der Herr nicht durch Schwert oder Spieß errettet; denn der Kampf ist die Sache des Herrn, und Er wird euch in unsere Hand geben! (17:47).

Drei Verheißungen, in denen die Betonung darauf liegt, dass Gott der Wirkende ist. Wie schwach, ja unfähig ist der Mensch, der vieles mit menschlichen und irdischen Mitteln versucht – aber nicht vorwärts kommt. Wenn Gott übernimmt, kann er das Wenige, das ohne Ihn nichts vermag, nehmen, segnen und einsetzen. Dann aber hat nicht der Mensch es getan, sondern der Herr! Ihm die Ehre!

Darum spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe allerdings gesagt, dein Haus und das Haus deines Vaters sollen ewiglich vor mir aus- und eingehen; aber nun spricht der Herr: Das sei ferne von mir! Sondern wer mich ehrt, den will ich wieder ehren; wer mich aber verachtet, der soll auch verachtet werden! (2:30).

Viele ähnliche Stellen finden wir in der Bibel. Gott verheißt Segen denen, die Ihn ehren. Aber mit gleicher Bestimmtheit verheißt er Verachtung denen, die Ihn verachten. Verheißungen beinhalten nicht ausschließlich Segen.

Samuel aber redete zu dem ganzen Haus Israel und sprach: Wenn ihr von ganzem Herzen zu dem Herrn zurückkehren wollt, dann tut die fremden Götter und Astarten aus eurer Mitte und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein, so wird er euch aus der Hand der Philister erretten! (7:3). Und weicht nicht ab zu den nichtigen Götzen; sie nützen euch nichts und können euch nicht erretten, denn sie sind nichtig. Der Herr aber wird um seines großen Namens willen sein Volk nicht verstoßen, denn es hat dem Herrn gefallen, euch zu seinem Volk zu machen. (12:21-22).

Wer sein Herz auf den Herrn allein richtet, für Ihn allein lebt und Ihm allein dient, der wird die Rettung des Herrn erfahren.

Aber der Herr sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen! Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an! (16:7). 

Was für eine Verheißung! Herrlich! Das ist sicher eine der meistzitiertesten, bestbekanntesten Verheißungen im 1. Buch Samuel. Der Prophet Samuel war auf der Suche nach dem Mann, den er als nächstes zum König salben sollte. Die ältesten Söhne Isais waren hochgewachsen und sahen aus wie starke Krieger. Aber nicht auf sie fiel Gottes Wahl. Weder gutes Aussehen, noch körperliche oder seelische Perfektion sind nötig, um Gott zu gefallen. Er sieht tiefer als wir – durch das Äußere hindurch – hinein in unser Herz. Und Gott sah das Herz des jüngsten Sohnes, David. Er war ein Mann nach dem Herzen Gottes. David war nicht vollkommen und nicht sündlos. Aber in ihm fand Gott ein Herz, dass seinen Schöpfer liebte, lobte und für Ihn lebte. Das war die Grundlage, auf der Gott David gebrauchen und segnen konnte. Das ist auch die Grundlage, auf der Gott heute segnen und gebrauchen kann.

Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an! (16:7). 

Montag, 18. Januar 2021

HEUTE - 19:30 Uhr
PER ZOOM
Zugangsdaten unter info[at]ccfg.de

([at] durch @ ersetzen)

Dankbarkeit in allem

Seid in allem dankbar;
denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
(1 Thessalonicher 5:18)

Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles,
in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus.
(Epheser 5:20)

Ich weiß, ich weiß! Bereits in früheren Andachten sind einige der Beispiele erwähnt worden, die ich heute erwähnen werde. Aber nicht alle!  Und da mich das Thema – in allem / für alles – immer wieder mal bewegt, fühle ich mich frei, das eine oder andere heute zu wiederholen. Vielleicht hast Du ja auch gerade das wiederholte Beispiel in der Vergangenheit verpasst.

Dankbar in allem oder für alles zu sein ist eine Tugend, die man lernen muss. Zeiten wie die heutige sind nicht gerade einfach, können aber eine gute Schule sein, denn selbst wenn man beim Danken versagt, kriegt man zeitnah eine neue Chance, es besser zu machen.

Aber ist das wirklich möglich … ist es sinnvoll, zu jeder Zeit dankbar zu sein?

Als Henry Matthew, der bekannte Theologe aus dem im 17. Jahrhundert auf einer seiner Reisen überfallen und beraubt wurde, stellte sich auch ihm die Frage. „Dankbar IN allem und FÜR alles sein?“ Wie soll das gehen, wenn man Dieben und möglicherweise schlimmerem in die Hände fällt. Später am selben Abend schrieb Matthew vier Gründe zur Dankbarkeit in sein Tagebuch: „Ich bin dankbar, erstens, dass ich in all den Jahren zuvor nie beraubt worden bin; zweitens, dass sie – obwohl sie mir mein Geld nahmen, mir nicht das Leben genommen haben; drittens, dass sie, obwohl sie mir alles nahmen, was ich hatte, es nicht viel war; viertens, dass ich der Beraubte war und nicht der Räuber.

Dankbarkeit fliegt uns nicht zu. Besonders nicht, wenn wir überfallen und ausgeraubt werden. Aber auch in vielen anderen Situationen und Nöten nicht.

Christoph Morgner berichtet n einem seiner Bücher von dem früheren Pfarrer, Arno Pagel. Der war einmal mit einem Christen unterwegs, der ständig an etwas rummeckerte. Alles und jeden konnte er kritisieren. Arno Pagel war aber ein eine ausgesprochene Frohnatur, und er wies seinen Weggefährten darauf hin, dass es dem Menschen leichter ums Herz wird, wenn er sich entscheidet, Gott für alles zu danken, was ihm begegnet.

Kaum hatte er das gesagt, flog ein Vogel über seinen Gesprächspartner hinweg und „ließ etwas fallen“. Ein deutlicher, hässlicher Fleck auf der Jacke! Als der Freund die Bescherung sah, schimpfte er auch schon los: „Na was sagst du jetzt? Soll ich Gott auch dafür danken?“ „Natürlich“, antwortete Arno Pagel. „Ich danke Gott dafür, dass Kühe nicht fliegen können.

Ganz lustig; aber hat er nicht Recht?

Mehrere meiner Freunde haben durch Unfälle lebenslange Behinderungen davongetragen; schwere Behinderungen. Dennoch haben sie sich entschlossen (vielleicht nicht am Tag nach ihren Unfällen), dass sie Gott in allem und für alles dankbar sein wollen. Ein Freund bezeugt: Ohne diesen Unfall hätte ich Jesus nie kennengelernt.

Lasst uns lernen, auch wenn es im Schneckentempo ist – aber lasst uns lernen – Gott immer dankbar zu sein. Arno Pagel hat recht, wenn er sagt, dass es dem Menschen leichter ums Herz wird, der sich entscheidet, Gott dankbar zu sein.

Sonntag, 17. Januar 2021

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

 

Heute wieder mit Sonntagszitat!

Predigttext: 
Offenbarung 7:1-17

1 Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum.
2 Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen,
3 und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!
4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144 000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels.
5 Aus dem Stamm Juda 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Ruben 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Gad 12 000 Versiegelte;
6 aus dem Stamm Asser 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Naphtali 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Manasse 12 000 Versiegelte;
7 aus dem Stamm Simeon 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Levi 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Issaschar 12 000 Versiegelte;
8 aus dem Stamm Sebulon 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Joseph 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Benjamin 12 000 Versiegelte.
9 Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen.
10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm!
11 Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an
12 und sprachen: Amen! Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
13 Und einer von den Ältesten ergriff das Wort und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit weißen Kleidern bekleidet sind, und woher sind sie gekommen?
14 Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es! Und er sprach zu mir: Das sind die, welche aus der großen Drangsal kommen; und sie haben ihre Kleider gewaschen, und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes.
15 Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt aufschlagen über ihnen.
16 Und sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten; auch wird sie die Sonne nicht treffen noch irgendeine Hitze;
17 denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. 

 Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:10:30 Uhr

Du bist herzlich willkommen live dabei zu sein. 

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten! (bitte Aktualisierung beachten) 

HIER geht's zum Livestream für alle, die lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
 
Sonntagszitat:  
 
"Der Tyrann stirbt und seine Herrschaft ist vorüber; 
der Märtyrer stirbt und seine Herrschaft beginnt."
(Sören A. Kierkegaard)
 
Über Anfechtung: 
So lästig und beschwerlich diese Prüfungen auch sind, 
so haben sie doch oft genug einen großen Nutzen, 
denn gerade sie machen den Menschen demütig, 
läutern und erziehen ihn. 
Alle Heiligen sind durch viel Drangsal
und Versuchungen gegangen und dadurch weitergekommen. 
(Thomas von Kempen)

Samstag, 16. Januar 2021

Dan

In unseren Gottesdiensten sind wir momentan im Buch der Offenbarung unterwegs, morgen in Kapitel 7. Da uns in Kapitel 7 viele wertvolle Gedanken begegnen, ist es nicht möglich, die alle in eine Predigt rein zu packen. Einen Gedanken, der es nicht geschafft hat, ist die Nichterwähnung des Stammes Dan in Offenbarung 7:4-8. Um was geht es?

In diesen Versen geht es um die versiegelten 144.000. Nein - es geht nicht um 144.000 auserwählte Zeugen Jehovas! Von denen steht nichts in der Bibel – nirgends zwischen 1 Mose 1:1 und Offenbarung 22:21. Es geht vielmehr um 144.000 Gläubige, die in der großen Trübsalszeit versiegelt werden, um unter Gottes Schutz Ihm zu dienen. Und woher kommen diese? Die Bibel sagt unmissverständlich in Vers 4:

Und ich hörte die Zahl der Versiegelten:
144 000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels.

Anschließend wird die Gesamtzahl aufgeschlüsselt und (fast) jedem der 12 Stämme Israels 12.000 Versiegelte zugerechnet. Fazit: die 144.000 Versiegelten sind keine Zeugen Jehovas, sondern Messias-gläubige Juden, 12.000 aus jedem Stamm.

Aber der Stamm Dan fehlt! Stattdessen wird Jakobs Enkel, Josefs Sohn, Manasse, erwähnt. Und der Spekulationen sind viele. Schon im 2. Jahrhundert spekulierte einer der Kirchenväter, dass der Antichrist aus dem Stamm Dan käme und es daher keine Versiegelten aus diesem Stamm gäbe. – Viele andere Ausleger vermuten, dass Dan keine Versiegelten hat, weil es dieser Stamm war, der den Götzendienst in Israel einführte. (vgl. Richter 18)  Eine eindeutige Antwort gibt uns die Bibel nicht. Dafür liefert sie aber eine erstaunliche Tatsache. In Hesekiel 48 werden die Stämme Israels erwähnt, denen im Tausendjährigen Reich nach der Trübsal Land zugeteilt wird. Und tatsächlich: Der Stamm Dan ist wieder dabei; mehr noch: Dan wird bei der Verteilung des Landes in Hesekiel 48 als erstes erwähnt. Dan ist nicht verworfen, sein Name ist nicht ausgelöscht unter den Namen der Stämme Israels. Dan ist erlöst.

Wenn du, o Herr, Sünden anrechnest, Herr, wer kann bestehen?
Aber bei dir ist die Vergebung, damit man dich fürchte.

(Psalm 130:3+4)

Die Antwort auf die Frage des Psalmisten lautet: Ohne Gottes gnädige Vergebung kann niemand bestehen! Weder Dan noch wir.

Auch die anderen Söhne Jakobs haben „Dreck am Stecken“.

  • Ruben schlief mit der Nebenfrau seines Vaters (mit der Mutter seines Halbbruders).
  • Juda schlief mit seiner Schwiegertochter, die sich als Prostituierte verkleidet hatte.
  • Simeon und Levi ermordeten die Männer eines ganzen Ortes aus Rachegelüsten.
  • Auch Benjamin und die anderen Söhne Jakobs waren keine „Unschuldslämmer“.

Und dennoch erhalten alle Stämme ihr Land am Ende der Zeit, im 1000jährigen Reich. Warum? Weil Gott vergibt, wenn Sein Volk sich an Ihn wendet. Weil unser Herr gnädig ist und unsere Sünden wegtut von Seinem Angesicht.

Das Fehlen Dans in Offenbarung 7 – gekoppelt mit der Tatsache, dass er wieder erwähnt wird in Hesekiel 48 (was zeitlich nach Offenbarung 7 stattfindet) ist ein leuchtendes Beispiel für die Gründlichkeit der Gnade und Vergebung Gottes.

Jeder von uns kann dankbar sein, dass Gott nicht mit uns umgeht, wie wir es verdient hätten, sondern dass Er vergibt; gründlich vergibt; endgültig vergibt und unserer Sünden nicht mehr gedenken wird.

An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten
will ich nicht mehr gedenken. (Hebräer 10:17)

Wir dürfen dankbar sein und wollen uns freuen, dass Gott nie daran zweifelt, dass es richtig war, uns zu erretten.

Denn Gottes Gnadengaben und Berufung
können ihn nicht reuen.
(Römer 11:29)
 
Wer mehr über dieses herrliche Kapitel der Bibel wissen und lernen möchte, ist herzlich eingeladen zu unserem Gottesdienst, morgen um 10:30 Uhr

Freitag, 15. Januar 2021

Ameisen als Gottesdiener

Von Josh und Karen Zarandona soll die folgende Geschichte kommen, die sich so zugetragen hat.

Brenda war mit anderen in den Bergen unterwegs. Das Kletterseil umgebunden, die Ausrüstung angeschnallt, kletterte sie den Felsen hinauf. An einem Felsvorsprung, auf dem sie ausruht, schlägt das Sicherheitsseil gegen ihr Auge und lässt die Kontaktlinse herausrutschen. Die Sicht auf dem Auge wird verschwommen. So gut es geht sucht sie ihren Körper und den Felsvorsprung ab, alles ohne Ergebnis. Schließlich bricht die Gruppe wieder auf, und Brenda bleibt nichts andres übrig, als mit nur einer Kontaktlinse weiterzuklettern. Man erreicht den Gipfel und genießt die herrliche Aussicht der Berge – Brenda so gut es eben geht mit einem klaren und einem verschwommenen Auge.

Vielleicht hat der Schreiber des 121. Psalms auch auf einem Gipfel gestanden als er rief: 
 
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat!

Der Blick über die herrliche Bergwelt erinnert Brenda an den Ausspruch des Propheten Sacharia (4:10)
 
"die Augen des Herrn sind’s welche die ganze Erde durchstreifen.“

Gott weiß um den Verlusst meiner Kontaktlinse, denkt sich Brenda und beschließt, das Angesicht Gottes zu suchen. Genau das tut sie und bittet den Herrn um das menschlich Unmögliche. “Herr, Du siehst die Berge, die Felsen, die Wege und jeden Strauch. Du siehst auch genau wo meine Kontaktlinse liegt. Bitte lass mich sie wiederfinden.”

Irgendwann geht es wieder bergab und beim Abstieg trifft man auf eine Gruppe von Bergsteigern, die gerade den Aufstieg begonnen haben. „Leute,“ so werden Brenda und ihre Freunde gefragt, „vermisst einer von Euch eine Kontaktlinse?“

Man denkt: Ende gut, alles gut. Aber das ist noch nicht das Ende. Von den Wanderern wird Brenda erzählt, dass es eine Ameise war, die die Kontaktlinse auf ihrem Rücken eine Felswand hoch transportierte.

Brendas Vater war ein guter Zeichner von Karrikaturen. Nachdem er die Geschichte erfuhr, nahm er den Stift in die Hand und malte eine Zeichnung der Ameise, die mit ihrer schweren Last den Berg erklomm. In einer Sprechblase ließ er die Ameise sagen:

“Gott, ich weiß nicht warum ich dieses Ding tragen soll. Ich kann es nicht essen, und es ist furchtbar schwer. Aber wenn du willst, dass ich es trage, werde ich es tun.´´

Diese Erfahrung Brendas und die Zeichnung ihres Vaters machen zu zweierlei Mut:
  1. Selbst das Unmögliche vom Herrn zu erwarten.
  2. In unseren Schwierigkeiten nicht an Gottes Weisheit zu zweifeln und zu klagen, sondern unseren Weg Gott anzuvertrauen und ihn treu zu gehen. Jemand formulierte es in einem Gebet: „Herr, ich habe keine Ahnung, warum du möchtest, dass ich diese Last trage. Ich kann nichts gutes daan erkennen und es fällt mir schrecklich schwer. Aber wenn du willst, dass ich es durchhalte, dann will ich es auch tun.“
Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.   
(Philipper 4:13)