„Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1:16)

Freitag, 15. Mai 2026

Warum ich Jesus liebe (1)

Ich bin ja schon froh, dass Namensbedeutungen und Leben der Namensträger nicht mehr so übereinstimmen, wie das vielfach in biblischen Zeiten der Fall war. „Wolfgang“ hätte dann mit „Waffengang“ oder „List“ zu tun. – In biblischen Zeiten beschrieben die Namen der Menschen oft ihren Charakter, ihre Persönlichkeit oder Lebensgeschichte. So bedeutet Abraham Vater einer großen Menge, Sarah bedeutet: Prinzessin einer Menge. David (Geliebter) war in der Tat ein Mann nach Gottes Herzen. Und Moses wurde tatsächlich „aus dem Wasser gezogen“.

Jesus hat eine Menge verschiedener Titel und Namen. Sie alle stimmen zu 100 % mit seiner Lehre, seinem Leben und Wesen überein. In den nächsten Beiträgen soll es darum gehen, wer Jesus gemäß Jesaja 9:6 ist, was dies für uns bedeutet und warum es Grund ist, Ihn zu lieben! Wir lieben, was uns wertvoll, was uns etwas bedeutet. Wir lieben Jesus in dem Maß, wie wir erkennen, wie wertvoll Er ist. Luther übersetzt den Jesajavers ursprünglich so:

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
welches Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt
Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst,“

Ich liebe Jesus, weil er WUNDERBAR ist! Milliarden Menschen haben seit Beginn des Lebens auf der Erde gelebt – keiner so wie Jesus. „Wunderbar“ erklärt, was Ihn und Sein Leben ausmacht:
  • Die Prophetien über alle möglichen Aspekte seines Lebens sind wunderbar! – Sie wurden hunderte oder tausende von Jahren zuvor ausgesprochen und niedergeschrieben und erfüllten sich ohne Ausnahme! Diese Vorhersagen waren so konkret und detailliert wie etwa Sein Geburtsort, Seine Todesart, Seine Auferstehung, viele Seiner Handlungen und Lehren.
  • Seine Geburt war wunderbar. Nicht nur war es eine Jungfrauengeburt, die genau an dem Ort geschah, der hunderte Jahre vorher genannt wurde – sie geschah in vielerlei Hinsicht in übernatürlicher Weise.
  • Seine Taten sind und waren wunderbar. Er gab Blinden das Augenlicht zurück, heilte Aussätzige, speiste Tausende mit eine paar Broten und Fischen und weckte sogar Tote auf.
  • Seine Lehre war wunderbar. Er lehrte mit einer Vollmacht, die all denen auffiel, die ihm zuhörten. Seine Lehren waren revolutionär. Er lehrte Feindesliebe, bedingungslose Vergebung, soziale Verantwortung und gab Ordnungen für das Miteinander untereinander und die Gemeinschaft mit Gott.
  • Sein Sterben war wunderbar. Es war freiwillig! Es war (für Ihn) unnötig, denn Er war sündlos. Es war stellvertretend (für uns)! Durch Sein Sterben hat er all denen, die sich zu Ihm zählen, die „Schmutzkleidung“ ausgezogen – und die „göttliche Gerechtigkeit“ angezogen!
  • Seine Auferstehung war wunderbar. Nie zuvor ist jemand aus den Toten zurückgekehrt wie Jesus. Hunderte von Jahren zuvor vorhergesagt, erfüllt sich die Prophetie auf den Punkt. Jesu Auferstehung besiegt den Tod und besiegelt die Niederlage des Teufels. Halleluja!
  • Seine Himmelfahrt war wunderbar, denn dort vertritt er jetzt alle die, die zu Ihm gehören und an Ihn glauben. Wer zu  Jesus Jüngern gehört, ist Tagesgespräch im Himmel. WOW!
  • Seine Verheißungen sind wunderbar. Und derer sind viele. Ob es ums Gebet geht, um die Aufforderung, sich nicht zu sorgen, sich nicht zu fürchten oder das Versprechen, einmal bei Ihm zu sein – Seine Verheißungen, von der ersten bis zur letzten, sind atemberaubend wunderbar!
Wenn Jesus so wunderbar ist, so wertvoll, wer wollte an Ihm vorbeigehen? Wer wollte Ihn ignorieren? Wer könnte Ihn nicht lieben?

Donnerstag, 14. Mai 2026

Pump

Wer hat’s gemerkt? Letzte Sonntag, am 10.Mai? Nein, nicht der Muttertag. Der war so ziemlich offensichtlich und immer wieder auch in der Werbung erwähnt. Nein, ich meine die natürlichen Ressourcen für das Jahr 2026, die wir seit letztem Sonntag aufgebraucht haben. Will heißen: Was uns für dieses Jahr zur Verfügung stand, ist seit dem 10. Mai aufgebraucht. Alles, was wir jetzt noch an Holz, Bodenschätzen, Rohstoffen etc. ernten, kann der Globus nicht mehr erneuern. Wir leben auf Pump ... den wir sicher niemals werden zurückzahlen können. Wie langfristig das gut gehen wird – wer weiß?

Als ich die Infos dieser Tage im Internet las, wurde mir die Vergänglichkeit des Lebens und die Vergänglichkeit der Erde mal wieder neu bewusst. Was Irdisch ist, vergeht. Jesus sagt:

Himmel und Erde werden vergehen ... (Matthäus 24:35a)

 Keineswegs bedeutet das Gleichgültigkeit gegenüber allem, was vergänglich ist. Aber es ermahnt, den richtigen Akzent zu setzen und zu unterscheiden zwischen dem Vergänglichen und dem Ewigen. Jesus erklärt auch, was bleibt, was ewig ist:

... aber meine Worte werden nicht vergehen! (Matthäus 24:35b)

Wer sich mit dem guten Ziel – dem Erhalt der vergänglichen Schöpfung – befasst, sollte es nicht versäumen, sich noch intensiver mit den unvergänglichen Wahrheiten des Wortes Gottes zu beschäftigen. Damit nicht genug.

Es gibt tatsächlich etwas, das die Menschheit dringendst benötigt und das sich schneller erneuert, als wir es aufbrauchen können. Es ist nichts Irdisches, sondern etwas, das in Gottes Wesen begründet ist und aus Seiner Gegenwart hervorquillt.

Dein Reich ist ein Reich für alle Ewigkeiten, und deine Herrschaft währt durch alle Geschlechter. (Psalm 145:13)

Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. (Hebräer 1,8)

Dankt dem Herrn der Herren; denn seine Gnade währt ewiglich! (Psalm 136,3) 

Denn seine Gnade ist mächtig über uns, und die Treue des Herrn währt ewig. (Psalm 117,2) 

Gnadenbeweise des Herrn sind’s, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; 23 sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß! (Klagelieder 3:22+23)

Die Herrlichkeit des Herrn wird ewig währen; (Psalm 104,31)

Reichtum und Fülle ist in seinem Haus, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich bestehen. (Psalm 92,9)

Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. (Johannes 1:16)

Du aber, Herr, bist auf ewig erhaben! (Psalm 92,9)

Hier werden Wesenszüge Gottes erwähnt, die Seinen ewigen Charakter beschreiben und uns gewaltig ermutigen können. Als Menschen, die in einer vergänglichen, begrenzten Welt leben, die vielen Schrecken und Angst einjagt, sind wir verbunden mit der Ewigkeit, mit dem ewigen, lebendigen Gott, dessen Ressourcen – auch für uns – kein Ende haben.

Täglich ist Seine Gnade neu. Täglich hält Er uns fest in Seiner Treue. Seine Herrlichkeit, Macht und Fähigkeiten sind endlos. Seine Liebe ist eine nie versiegende Quelle (Jeremia 31:3):

„Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt;
darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“

Ein Leben in Gemeinschaft mit Jesus ist kein Leben auf Pump. Es ist ein Leben in der Fülle!

 

Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben
und es im Überfluss haben.

(Johannes 10:10)

Mittwoch, 13. Mai 2026

Bete für Leah!!!

Am 19. Februar 2018 wurde Leah, gemeinsam mit 109 anderen Schülerinnen in Nigeria, von islamischen Boko Haram Terroristen entführt. Sie war erst 14 Jahre alt. Sie wurden an einen unbekannten Ort verschleppt, 5 von ihnen kamen dabei ums Leben, 104 wurden später freigelassen, Leah Sharibu nicht. 
Sie weigerte sich, ihrem christlichen Glauben abzuschwören und entschied sich trotz ihrer Angst, lieber Leiden zu ertragen, als Jesus zu verleugnen. Seit vielen qualvollen Jahren wird sie gefangen gehalten.

In der Erklärung vom Anfang diesen Jahres heißt es: „Während Leah nun bereits ihr neuntes Jahr in unvorstellbarer Not erlebt, soll sie eine Zwangsheirat, mehrere Geburten und anhaltendes Leid erduldet haben“, so die Berichte einiger Mädchen, die gerettet wurden oder aus der Gefangenschaft flohen und angeblich bestätigten, dass Leah noch am Leben ist. 

Morgen, am 14. Mai hat Leah Geburtstag. Sie wird 23 Jahre alt, der 9. Geburtstag in Gefangenschaft unter Terroristen. Ein "herzlicher Glückwunsch zum Geburtstag" hört sich fast sarkastisch an. Aber wir wünschen und beten für einen gesegneten Geburtstag. Wir wollen besonders in diesen Tagen konkret um Ihre Freilassung und für ihre Familie beten. Bitte bete mit:

... dass der Herr Leahs Glauben stärkt und ihr auf übernatürliche Weise begegnet und Kraft schenkt. 

... dass Jesus sie an das erinnert, was in ihrer Kindheit in ihr Herz gesät wurde.

... dass sie bald - BALD! - freikommt, sei es durch einen Befreiungsschlag, durch ein Wunder oder Flucht.

... dass Jesus sie vor weiterem Leid bewahrt und ihr hilft dir Erlebnisse der Vergangenheit zu verarbeiten. 

... dass auch ihre Eltern und ihre Familie Heilung, Erleichterung und neue Hoffnung erfährt.

War Salomos Bitte die richtige Bitte?

Was gehört für Dich zu den traurigsten Abschnitten der gesamten Bibel?

Sicher gibt es da viele Optionen: Der Fall von Adam und Eva im Paradies, das Goldene Kalb, die Flucht des Jona, Kreuzigung und Tod Jesu – und sicherlich einiges andere.

Kürzlich las ich Kapitel 11 im 1 Buch der Könige. Ich meine, dass dieses Kapitel definitiv zu den traurigsten der Bibel gehört. Allein die ersten 10 Verse beschreiben die Situation klar:

Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische, 2 aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden! An diesen hing Salomo mit Liebe. 3 Und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz. 4 Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. 5 So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter. 6 Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herr nicht völlig nach wie sein Vater David. 7 Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Gräuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Gräuel der Ammoniter. 8 Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. 9 Da wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war, 10 ja, der ihm gerade wegen dieser Sache das Gebot gegeben hatte, dass er nicht anderen Göttern nachwandeln solle; aber er beachtete nicht, was ihm der Herr geboten hatte.

Es geht hier nicht um Max Mustermann oder irgendeinen Durchschnittsbürger. Es geht um König Salomo, den Thronfolger des Mannes nach Gottes Herzen: David. Es geht um Salomo, über den es heißt:

„Siehe, so habe ich nach deinen Worten gehandelt. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, dass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und deinesgleichen auch nach dir nicht aufkommen wird.“ (1 Könige 3:12) „Und Salomo war weiser als alle Menschen …“ (1. Könige 5,10)

„So wurde der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden.“ (1. Könige 10,23)

Der weiseste Mann und wohlhabendste Mensch auf Erden, gesegnet von Gott mit unfassbarem Segen – und dann das! UND DANN DAS!  

Mein Bekannter sagte einmal, nachdem er 1 Könige 10 gelesen hatte: „Statt um ein weises Herz, hätte Salomo um ein gehorsames Herz bitten sollen!“ – Vielleicht hatte er recht; zumindest um ein „weises und gehorsames Herz“ Selbst Salomos übermenschliche Weisheit und sein Gott-geschenktes Verständnis schützten ihn nicht vor Ungehorsam und den Verlust. Mit eindrucksvollen Worten hatte Gott Salomo Seinen Segen zugesprochen, aber mit ebenso eindrucksvollen Worten hatte Er ihn vor Abgötterei und Ungehorsam gewarnt (1 Könige 9:6+7):

Wenn ihr euch aber von mir abwendet, ihr und eure Söhne, und meine Gebote und meine Satzungen, die ich euch vorgelegt habe, nicht befolgt, sondern hingeht und anderen Göttern dient und sie anbetet, 7 so werde ich Israel ausrotten aus dem Land, das ich ihnen gegeben habe; und das Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich von meinem Angesicht verwerfen, und Israel soll zum Sprichwort und zum Spott werden unter allen Völkern!

Selbst der Segen übermenschlicher Weisheit und unermesslichen Reichtums konnte Gottes Warnung nicht neutralisieren oder entschärfen. Um Davids Willen verlegte Gott den schlimmsten Teil der Strafe in die Zeit nach Salomos Tod, als das prächtige Reich Israels in ein Nord- und ein Südreich zerfiel. Aber auch Salomo selbst und sein Volk litten unter den Folgen seines Ungehorsams, der sich schwerpunktmäßig auf zwei Bereiche konzentrierte:

Zum einen ließ Salomo das göttliche Model der Ehe außer Acht. Zum anderen – und das als Folge – ließ er Gottes Offenbarung außer Acht. Gott hatte sich klar als „der eine, wahre Gott“ offenbart, neben dem Israel keine weiteren Götter akzeptieren durfte. Salomos Vielehe hatte ihn letztlich dahin geführt, dass er mit seiner Weisheit nicht mehr den lebendigen Gott suchte, sondern, durch seine Lust verführt, die toten Götzen der Nationen.

„Herr, schenke mir ein weises und gehorsames Herz!“

Dienstag, 12. Mai 2026

Susanna „Susie“ Rijnhart (1868 – 1908)

Sie, die zu gut für diese Welt waren,
zogen durch Wüsten und über Gebirge
und suchten Zuflucht in Höhlen und Erdlöchern.
(Hebräer 11:38 / NLB)

Susanna „Susie“ Rijnhart wurde 1868 in Ontario / Kanada geboren. Mit 20 Jahren schloss sie ihre Ausbildung als Ärztin ab. Ihre Hinwendung zum Glauben an Jesus muss bereits im Jugendalter gewesen sein, denn mit sechzehn Jahren wurde sie Mitglied einer Methodistenkirche. Allerdings engagierte sich auch in anderen Gruppen.

1894 heiratete sie Petrus Rijnhart, der schon als Missionar in China gearbeitet hatte und sich auf eine Wiederausreise nach Tibet vorbereitete. Noch im selben Jahr reisten sie gemeinsam nach China aus. 1997 wurde ihr Sohn Charles geboren und im Jahr darauf machte sich die Familie trotz Warnungen auf den Weg nach Lhasa, der Hauptstadt, von der aus der Dalai Lama, das buddhistische Staatsoberhaupt, regierte.

Jetzt begann die Not, denn zwischen den Tibetern und den Muslimen gab es heftige Kämpfe und Tausende starben. In verschiedenen Quellen heißt es (zusammengefasst):

„Alles, was schiefgehen konnte, ging auch schief! Sie waren mit unglaublich schlechtem Wetter, schlechten Pfaden und dem Misstrauen religiöser Führer konfrontiert, die sie nicht kannten und keinen Grund hatten, ihnen denselben Respekt entgegenzubringen, den sie in Kumbum oder Tangar genossen hatten. Am 17. September wurde ihre kleine Karawane von Banditen überfallen. Einer ihrer Führer wurde verwundet, und bis auf drei wurden alle ihre Pferde gestohlen. Ihre Führer liefen davon, und sie blieben allein zurück. Sie ließen den Großteil ihrer Habseligkeiten zurück und zogen weiter. Um das Elend noch zu vergrößern, starb ihr einjähriger Sohn an den Strapazen der Reise.

Die Rijnharts waren vor Kummer über den Verlust ihres geliebten Sohnes wie gelähmt und beschlossen, auf einer südlichen Route umzukehren. Eine Räuberbande verfolgte sie jedoch und suchte nach einer Gelegenheit zum Zuschlagen. Als Petrus die Männer bemerkte, beschloss er, auf sie zuzugehen und mit ihnen zu sprechen, in der Hoffnung, ihnen durch eine direkte Annäherung zu zeigen, dass er keine Angst hatte und es sich nicht lohnte, ihn zu überfallen. Er kehrte nie zu seiner wartenden Frau zurück. Die Räuber hatten ihn vermutlich ermordet. Petrus Rijnhart war erst 32 Jahre alt.

Später schrieb diese tapfere Missionarin: „Ich muss zugeben, es war ein Glaube inmitten einer Dunkelheit, die so dicht und schwarz war, dass ich den Sonnenschein nicht genießen konnte. Am Abend war ich immer noch allein mit Gott, genau wie in der Nacht zuvor. Meine undefinierbare Angst hatte sich zu einer fast schon Gewissheit verdichtet und ließ mir kaum noch Hoffnung, meinen Mann jemals wiederzusehen, und ebenso wenig Hoffnung, den Menschen zu entkommen, die ihn offenbar ermordet hatten.“

Dr. Susie Rijnhart schob die unermessliche Trauer über das Erlebte beiseite und setzte ihren Weg nach Tangar fort – ohne Unterkunft und mit kaum Proviant. Sie engagierte Führer, die sie auf ihrer Reise begleiten sollten, doch diese erwiesen sich als unzuverlässig. Sie drohte ihnen mit dem Revolver, um zu verhindern, dass sie vergewaltigt und ausgeraubt würde.

 Zwei Monate lang kam sie Schritt für Schritt voran, bis sie schließlich die Station der China Inland Mission in Kangding erreichte. Aufgrund ihrer schmutzigen Schafsfellkleidung und ihrer von der Sonne fast schwarz gewordenen Haut hielt man sie für eine tibetische Bettlerin.

1900 kehrte Susie Rijnhart in ihre Heimat nach Kanada zurück. Eine Bekannte beschrieb ihre Veränderung „von einem fröhlichen, dunkelhaarigen Mädchen in eine ruhige, weißhaarige Frau“ Ihre Erlebnisse verarbeitete sie in einem Buch mit dem Titel: „With the Tibetans in Tent and Temple“ (Mit den Tibetern in Zelt und Tempel), das als „eine der mitreißendsten Missionserzählungen des frühen 20. Jahrhunderts“ galt. Als man sie fragte, ob es für sie eine Last wäre, nach Tibet zurückzukehren, antwortete sie: „Nein, es wäre eine Last, nicht zurückzukehren!“ Tatsächlich reiste sie 1902 als medizinische Missionarin mit der Foreign Christian Missionary Society nach Tibet zurück und heiratete 1905 James Moyes, einen der beiden Männer, der sie nach ihrer qualvollen Reise vier Jahre zuvor kennengelernt hatte.

Im Januar 1908 kam der gemeinsame Sohn zur Welt. Allerdings hatte ihre Gesundheit seit Jahren massiv gelitten und sie starb am 7. Februar 1908 in ihrem kanadischen Geburtsort Chatham. Dr. Susie Rijnharts kurze aber bewegende Lebensgeschichte inspirierte viele zu einem missionarischen Leben.

An all diesen Menschen hatte Gott wegen ihres Glaubens Freude
(Hebräer 11:39a)

Montag, 11. Mai 2026

Glauben an Gott

Apologetik
nennt man die Verteidigung des Glaubens. Verteidigt wird der Glaube vor allem gegenüber Angriffen aus anderen Religionen und aus den Reihen des Atheismus. Während in Ländern mit nicht-christlichen Mehrheitsreligionen die Angriffe oft aus den Reihen andersreligiöser Theologen kommen, kommen Angriffe innerhalb der christlichen Welt eher aus atheistischer oder pseudowissenschaftlicher Feder. Christliche Apologeten, wie die Kirchenväter Origenes, Augustinus und andere, sind Vorläufer heutiger Glaubensverteidiger wie J.W. Montgomery, N.Geisler, J. MacArthur, F. Schaeffer, J. McDowell oder C.S. Lewis.

Ich bin dankbar für Menschen, die gut mit Worten und Feder (sprich Computer) sind, und die es verstehen, den oft wortgewandten Angreifern auf unseren Glauben stichhaltig zu erwidern.

John Lennox, Mathematikprofessor, Wissenschaftsphilosoph und Autor, von der Universität Oxford, entgegnet er dem Astrophysiker, Stephen Hawking, der eine Existenz Gottes für überflüssig hält.

Zum einen zeigt Lennox auf, dass Hawkings Gottesverständnis unzulänglich ist. Der Astrophysiker versteht Gott lediglich als Lückenbüßer für das, was Menschen nicht erklären können. Tatsache ist jedoch, dass Christen (und Anhänger anderer monotheistischer Religionen) Gott nicht als fehlendes Puzzleteilchen sehen, sondern als Urheber aller Existenz.

Auch geht Hawkings – und mit ihm viele andere – von bestimmten Gesetzen aus, z.B. dem Gesetz der Schwerkraft. Wer aber hat diese Gesetze ausgedacht und geschaffen?

Apologet John Lennox schreibt, dass er keinen Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben erkennen kann. Die Schönheit wissenschaftlicher Gesetze verstärken seinen Gottesglauben, anstatt ihn ins Wanken zu bringen. Im Spätmittelalter waren es Menschen, deren Glauben an Gott sie wissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten entdeckten ließ. Erst das Zeitalter der Aufklärung drängte Gott immer mehr aus unserem Denken hinaus und schloss unsere Augen für die offensichtlichen Beweise Seiner Existenz. *

Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; 
denn Gott hat es ihnen offenbart. 
 Denn Gottes unsichtbares Wesen, 
das ist seine ewige Kraft und Gottheit, 
wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, 
wenn man sie wahrnimmt, 
sodass sie keine Entschuldigung haben. (Römer 1:19-20)
 
* (Inspiration: idea 37/2010 – Warum Gott Schöpfer ist)

Sonntag, 10. Mai 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 7:1-5

1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
2 Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden.
3 Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! — und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Einen Bruder, für den ich bete, kann ich bei aller Not,
die er mir macht, nicht mehr verurteilen oder hassen.
(Dietrich Bonhoeffer)

"So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben."
(Römer 14:12)

Samstag, 9. Mai 2026

Saal der 1000 Spiegel

Irgendwo in Tibet in einem Tempel gab es einen Saal der 1000 Spiegel.

Symbolbild CC BY 3.0
Es ergab sich, dass sich eines Tages ein Hund in diesem Tempel verirrte und in diesen Saal gelangte. Plötzlich konfrontiert mit 1000 Spiegelbildern, knurrte und bellte er seine vermeintlichen Gegner an. Diese zeigten ihm ebenso tausendfach die Zähne und bellten zurück. Darauf reagierte der Hund noch wilder und aggressiver. All dies führte schließlich dazu, dass der Hund völlig verängstigt aus dem Tempel rannte und überzeugt davon war, dass alle Hunde dieser Welt böse und schlecht sind.

Es verging einige Zeit und irgendwann kam ein anderer Hund in den gleichen Tempel und in den Saal der 1000 Spiegel. Auch dieser Hund sah sich tausendfach umgeben von seinesgleichen. Da wedelte er freudig mit seinem Schwanz - und tausend Hunde wedelten ihm entgegen und freuten sich mit ihm. Freudig und ermutigt verließ dieser Hund den Saal und war überzeugt, dass alle Hunde dieser Welt nett und freundlich sind.

Die Lektion aus dieser Geschichte ist offensichtlich! In einem Sprichwort ausgedrückt würde man sagen: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus.

Die Bibel sagt uns in Philipper 4:4:

„Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich:
freuet euch!“

Paulus ist es auch nicht peinlich, dasselbe immer und immer wieder zu schreiben. Er weiß, wie wichtig die Freude am Herrn ist. Er weiß auch, dass die Freude am Herrn nichts „automatisches“ ist. Seine Worte sind eine Aufforderung, sich zu freuen. Das geht zwar nicht so ohne Weiteres auf Befehl, aber wenn wir Jesu Nähe suchen, dann wird es uns möglich sein, uns wegen Ihm zu freuen.

Und mit dieser Freude gehen wir in die Säle der Welt. Nicht nur, dass wir selbst froh sind im Herrn – unsere ganze Lebenseinstellung wird von der Freude am Herrn geprägt – und die Menschen, die uns sehen, lassen sich vielleicht ganz gerne von uns anstecken.