Gestern haben wir über
die Gefahr nachgedacht, uns an Leid, Gnade, Barmherzigkeit etc. zu gewöhnen.
Dann verlernen wir das Staunen und Praktizieren von Mitleid, Nächstenliebe und
Annahme. Beim Beschäftigen mit dem Thema kam mir Jesus in den Sinn – wer sonst?
J Faszinierend, dass Jesus
jahrelang dem Leid Seiner Zeit ausgesetzt war – und sich trotzdem nicht dran
gewöhnte. Er war der Hartherzigkeit, der Gleichgültigkeit, der Ablehnung Seiner
Zeit ausgesetzt – und hat sich trotzdem nie dran gewöhnt.
Drei Jahre lang kamen die
Kranken zu ihm. Als Er gerade vom Tod Seines Cousins, Johannes (der Täufer), gehört
hatte, wollte Er sich zurückziehen. Aber die Menge fand ihn und es heißt:
Als nun Jesus ausstieg,
sah er eine große Menge; und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken.
(Matthäus
14:14)
Immer wieder war Jesus
von Menschenmengen umringt, die ihn zum Teil ablehnten, die lediglich
wundersüchtig waren, die ihn zum Brotkönig machen wollten – von denen Ihm aber
nur wenige folgten. Jesu Herz wurde nicht bitter. In Markus 9:36 lesen wir:
Als er aber die Volksmenge
sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren
wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Auch mit Einzelpersonen
hatte der Herr immer wieder zu tun. Sie kamen abends, tagsüber oder wann immer
sie wollten. Fingen sie an, Jesus zu nerven, Seine Retterliebe zu zerstören?
Nein! Als wieder mal ein Mann zu Ihm kam, sehr von seiner eigenen
Gerechtigkeit eingenommen und sich schließlich von Jesus abwandte, heißt
es über Jesus (Markus
10:21):
Da blickte ihn Jesus an
und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir! Geh hin, verkaufe
alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel
haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach!
Jesus liebt, hört nicht
auf, zu lieben, die Wahrheit zu predigen und zur Nachfolge einzuladen.
Einer Nicht-Jüdin, einer Samariterin, begegnete Jesus mit viel Geduld und Weisheit. Sie hatte
zuvor 5 Männer gehabt und lebte mittlerweile mit #6 zusammen. Aber Jesus redet
in einer Art und Weise mit ihr, die sie schlussendlich zum Glauben führt. Was
für ein Herz!
Drei Jahre lang hatte
Jesus geheilt, gepredigt, eingeladen und den Menschen Gottes Liebe gezeigt. Ihre
Hartherzigkeit und Ablehnung verbitterte Ihn nicht, sondern bewegte Ihn zu Tränen.
Lukas 19:41+42 beschreiben Jesu Herz:
Und als er näherkam und
die Stadt sah, weinte er über sie 42 und sprach: Wenn doch auch du erkannt
hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun
aber ist es vor deinen Augen verborgen.
Während Seines ganzen
Dienstes wollten Seine Feinde Ihn zu Fall bringen. Manchmal durch Fangfragen,
manchmal durch Mordversuche. Bis zuletzt, ja, quasi bis zum letzten Atemzug
liebte Er sogar Seine Feinde ... selbst Seine Mörder. Am Kreuz betete Er (Lukas 23:34):
Vater, vergib ihnen, denn
sie wissen nicht, was sie tun!
Jesus war kein Routinemensch!
Er war voller Mitleid, Barmherzigkeit, Gnade und Liebe, die nicht erkaltete. In
1 Johannes 2:6 schreibt der Apostel:
Wer von sich sagt, dass er
zu ihm gehört, der soll auch so leben, wie Jesus gelebt hat.
Möge der Herr uns dazu
Seinen Segen geben!