Vor mir liegt ein Papierschnipsel, auf dem ich einige Notizen gekrakelt habe, die ich während einer Predigt mitgeschrieben habe. Wo, weiß ich nicht mehr, aber wertvoll genug, sie noch einmal zu bemühen und darüber weiter nachzudenken.
Der Bericht in Daniel 3 ist schon faszinierend. Bereits die Vorgeschichte ist übernatürlich und wunderbar! Der babylonische König Nebukadnezar erhält einen Traum von Gott, den keiner seiner Traumdeuter erklären kann. Darum sollten alle Weisen Babylons getötet werden.
Daniel aber, der auch unter das Gericht gefallen wäre, bittet Gott, der ihn den gleichen Traum träumen lässt und am nächsten Tag dem König erklären kann. Nebukadnezar fällt vor Daniel auf die Knie, bezeichnet Gott als „Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse.“ Er macht Daniel zum Obersten aller Weisen in Babylon und Daniels 3 Freunde zu Provinzverwaltern.
Schon im folgenden Kapitel hat Nebukadnezar sein Bekenntnis vergessen, lässt sich selbst ein Standbild aufrichten und befiehlt unter Androhung der Todesstrafe, dass jeder mit Rang und Namen das Standbild anbeten sollten.
Auch Daniels drei Freunde waren dabei, aber weder fielen sie vor dem Götzenbild nieder, noch beteten sie es an. Der König wurde fuchsteufelswild, aber er bietet den Dreien eine zweite Chance an ... die sie aber mit den Worten ablehnen (Daniel 3:17+18):
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Dreierlei geht deutlich aus ihren Worten hervor:
1. „Wir glauben, dass Gott kann!“ Dieser Glaube wird auch von Paulus im Neuen Testament zum Ausdruck gebracht, wenn er in Epheser 3:20 schreibt: „Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden.“
2. „Wir erwarten, dass Gott ... wird!“ Auch hier gibt es im NT eine Parallele (Philipper 4:19):
Und mein Gott wird euch aus seinem großen Reichtum, den wir in Christus Jesus haben, alles geben, was ihr braucht.
3. „Wir vertrauen, wenn es anders kommt!“ Das erinnert an das Wort des Paulus in Philipper 1:20, der sich wünscht, dass durch „...mein Leben Christus in allem geehrt wird, ob ich nun lebe oder sterbe.!“
Die Freunde Daniels, später Paulus und nach ihm Millionen von Christen – alle haben Gottes Allmacht vertraut, aber sie haben sich Seiner Allwissenheit und Seinem Plan untergeordnet. Sie haben nicht gezweifelt, weder an ihrem Gott, noch an Seiner Weisheit, Kraft oder Seinem guten Willen. Im Gegenteil, sie haben angenommen und festgehalten, dass sie sich da, wo sie waren, im Willen Gottes befanden. Durchaus eine spannende, ja lebensbedrohliche Situation. Ich kann mir vorstellen, dass die Worte, die sich so ruhig lesen lassen, aus aufgewühlten Herzen und mit erhöhtem Puls gesagt wurden. Umso wertvoller sind sie für uns heute!
Wir dürfen wissen, dass unsere Situation, in der wir uns befinden, Gott bekannt ist. Und wir dürfen Ihm vertrauen, Seinem Können, Seinem Handeln – egal, wie es kommt.





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