„Menschen sind oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert. Vergib ihnen einfach.“ (Mutter Teresa)

Freitag, 6. November 2026

Titanenwurz oder Fliederstrauch?

Gott aber sei Dank, der uns allezeit in Christus triumphieren lässt und den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an jedem Ort offenbar macht! (2 Korinther 2:14)

Wie oft denken wir, auf unser Verhalten kommt es gar nicht so an. Doch! Christen duften oder Christen stinken. Wohl dem, der ein Wohlgeruch Christi ist, wie uns die Bibel erklärt.

Ein Mann wollte ein Geschäft eröffnen, sagen wir, eine Bäckerei. Er wollte Backwaren verkaufen. Vor seinem Laden hängte er ein Schild auf. Auf dem Schild stand geschrieben: „Heute frische Backware zu verkaufen“. Der Mann lud seine Freunde zur Eröffnungsfeier ein. Sie gratulierten ihm zur Geschäftseröffnung und einer der Freunde fragte ihn: „Warum hast du ‚heute‘ geschrieben? Das ist unnötig. Alle wissen, dass du ‚heute‘ verkaufst!“ Also wischte der Bäcker das Wort ‚heute‘ weg. Ein anderer Freund fragte: „Warum steht da ‚zu verkaufen‘? Jeder weiß, dass du verkaufst. Du hast ein Geschäft“. Also entfernte der Bäcker auch dieses Wort vom Schild. Ein dritter Freund meinte: „Warum ‚frische‘? Es ist logisch, dass du nur gute und frische Ware verkaufst!“. Am Schluss blieb nur das Wort ‹Backwaren› übrig. Aber da sagte noch einer: „Warum brauchst du das Schild? Ich rieche den Duft Deiner Backwaren schon von weitem“.

Gott aber sei Dank, der uns allezeit in Christus triumphieren lässt und den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an jedem Ort offenbar macht! (2 Korinther 2:14)

In Johannes 13:35 wird die Liebe als der Duft beschrieben, an dem wir als Jünger Jesu erkannt werden sollen.

Es mag Franz von Assisi gewesen sein (oder auch nicht), der den Satz erwähnte: „Predige das Evangelium zu allen Zeiten und wenn nötig, verwende Worte.“ Sicher ein etwas überspitzter und auch nicht ganz biblischer Satz, aber doch ein nachdenkenswerter Gedanke. Wenn unser Leben nicht unterstreicht, was unsere Lippen predigen, dann ist etwas radikal verkehrt.

© W. Barthlott, Bot. Gard. Bonn CC BY-SA 4.0
Ich muss an den Titanenwurz denken, eine Blume (!), die nicht duftet, sondern einen extremen Aasgeruch verströmt, so bestialisch, dass sie auch als „Leichenblume“ bezeichnet wird. Der Titanenwurz gehört zu den größten Blumen der Welt.

Wenn unser Leben unsere Worte über den Glauben nicht unterstreichen, dann gleichen wir eher einem Titanenwurz als einer Lilie oder einem Fliederstrauß. Kann es sein, dass Jesus etwas Ähnliches meinte, als Er sagte: 

 

Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich;
und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!
(Lukas 11:25)

Christen, die nicht für Jesus duften, schaden. Da brauchen gar keine Worte zu fallen. Aber es müssen auch nicht immer Worte fallen, um auf Jesus und unseren Glauben aufmerksam zu machen. Nach Matthäus 5:16 gehören unsere guten Werke zu unserem Zeugnis. Gute Werke, die so stark leuchten und duften sollen, dass sie die Menschen zum Lob Gottes bewegen.

Darum wollen wir mit Worten unseren Herrn bezeugen und durch den Duft christlichr Liebe und guter Werke zu Ihm einladen.

Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verlorengehen.
(2 Korinther 2:15)

Donnerstag, 5. November 2026

Die Suche nach Freude

Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!
(Philipper 4:4)

Eine tolle Aufforderung des Apostels – aber gar nicht so einfach. Freude kommt ja nicht auf Befehl. Bereits zweimal habe ich auf Bitte der Hinterbliebenen bei einer Beerdigung über diesen Vers gepredigt. Passend?

Vielleicht ist es hilfreich, erst einmal darüber nachzudenken, was Paulus nicht gemeint haben kann, darüber, was Freude nicht ist. In einer Christlichen Zeitschrift aus dem Jahr 1993 waren etliche Punkte aufgeführt, an denen Freude nicht zu finden ist:

  • Nicht im Unglauben – Voltaire war ein Ungläubiger der extremsten Art. Er schrieb: „Ich wünschte, ich wäre nie geboren worden.“
  • Nicht im Vergnügen – Lord Byron führte, wenn überhaupt jemand, ein Leben voller Vergnügen. Er schrieb: „ Der Wurm, der Verfall und die Trauer gehören allein mir.“
  • Nicht im Geld – Jay Gould, der amerikanische Millionär, hatte davon reichlich. Als er im Sterben lag, sagte er: „Ich nehme an, ich bin der elendeste Mensch auf Erden.“
  • Nicht in Ansehen und Ruhm – Lord Beaconsfield genoss von beidem mehr als sein Maß. Er schrieb: „Die Jugend ist ein Fehler; das Erwachsenenalter ein Kampf; das Alter ein Bedauern.“
  • Nicht in militärischem Ruhm – Alexander der Große eroberte zu seiner Zeit die gesamte bekannte Welt. Nachdem er dies vollbracht hatte, weinte er in seinem Zelt, bevor er sagte: „Es gibt keine Welten mehr zu erobern.“

Sicher ließe sich diese Liste fast endlos fortführen. Was aber meint Paulus, wenn er die Christen in Philippi – und uns heute – auffordert, sich zu freuen?

Als der Apostel diese Worte schreibt, befindet er sich selbst in nicht gerade erfreulichen Umständen. Nach Jahren des Leidens, teilweise der Verfolgung, schreibt er aus dem Gefängnis, in dem er unschuldig saß. Und, man beachte: Paulus schreibt nicht:

Feiert allezeit ... seid ausgelassen allezeit ... oder: lacht allezeit! Er sagt nicht einmal: Freuet euch allezeit. Paulus ruft uns zu: Freuet euch in dem Herrn allezeit! In diesen 3 Worten liegt das Geheimnis! Grund unserer Freude ist Jesus, unser Herr! Paulus kannte Jesus!

Bei Jesus hatte er Verheißungen einer himmlischen Heimat gefunden, die ihn stärkten in allen Verfolgungen und Misshandlungen und die über jeden irdischen Wert hinausgingen.

Bei Jesus hatte er eine lebendige Hoffnung gefunden, die ihn im Leben getragen hat, auch in den finsteren Kerkern, in denen er unschuldig saß.

Bei Jesus hatte er einen Guten Hirten gefunden, der Ihn führte und begleitete in allen Höhen und Tiefen, bis in die die Ewigkeit in der Herrlichkeit bei Ihm.

Philipper 4:5 sollte eigentlich in dem Zusammenhang mitgelesen werden. Er nennt einen weiteren Grund zur Freude:

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! DER HERR IST NAHE!

In der Erwartung leben Christen – egal, was unsere Situation ist. Unser Herr, Jesus, ist nahe! Er hat versprochen, wiederzukommen. Vielleicht kommt Er heute – zurück in unsre Zeit, und bringt die Welt zu einem Ende. Oder Er ruft uns zu sich in Seine Zeit – in die Ewigkeit.

So oder so: DER HERR IST NAHE!  Auch das ist ein Grund zur Freude – für alle, die zu Jesus gehören.

Mittwoch, 4. November 2026

Heiligung

Die Begriffe “Heiligung, geheiligt sein, Heilige” können bei den einen Furcht, bei anderen Missverständnisse oder auch Ablehnung hervorrufen – meist, weil sie nicht verstanden werden.

Manch einer möchte gar kein Heiliger sein. „Die sind mir zu weltfremd, zu abgehoben“ wird gesagt. Andere vermuten, dass Menschen erst dann zu Heiligen werden, wenn sie tot sind. Wieder andere befürchten, dass sie es nie in die Riege der echten Heiligen schaffen werden.

In meiner Materialsammlung zu diesem Thema fand ich einige hilfreiche Aussagen. John Charles Ryle, der anglikanische Bischof von Liverpool erklärte bereits im 19. Jahrhundert:

„Es ist weder Wissen … noch ein großartiges Bekenntnis … noch, viele Dinge zu tun … noch der Eifer für bestimmte religiöse Angelegenheiten. Heiligkeit ist weder „Moral und äußerliche Anständigkeit im Verhalten, noch Freude daran, Predigern zuzuhören, oder der Umgang mit gottesfürchtigen Menschen. Diese Dinge allein sind keine Heiligkeit. Ein Mensch mag jedes einzelne davon besitzen oder tun und dennoch den Herrn niemals sehen.“

Eine Definition, was „Heiligung“ nicht ist. Das ist schon mal ein Anfang, macht aber die Frage für den einen oder andren vielleicht noch etwas komplizierter. Ist „Heiligkeit“ überhaupt für uns gedacht, die wir noch hier auf der Erde sind? In einem Bibelhandbuch wird 3 Mose 11:44-45 zitiert:

Denn ich bin der HERR, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht verunreinigen mit irgendwelchem Getier, das auf der Erde kriecht! 45 Denn ich, der HERR, bin es, der euch aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig!

Dass der Aufruf zur Heiligung nicht nur auf das alttestamentliche Israel beschränkt ist, macht Petrus deutlich, denn er wiederholt den Aufruf zur Heiligkeit an die Christen des Neuen Testaments (1 Petrus 1:15). Im Handbuch heißt es weiter:

Da Gott möchte, dass wir ihm ähnlich werden, ist es notwendig, dass sein Volk ein besonderes Volk ist, nämlich heilige Männer und Frauen. Der Kerngedanke der Heiligung ist, „für Gott ausgesondert zu sein“; diejenigen, die auf diese Weise ausgesondert sind, leben auf eine Weise, die Gott gefällt. Sie haben aus eigener Kraft nicht die Fähigkeit dazu, aber Gott befähigt sie dazu (2. Korinther 3,17–18). 

Heiligung ist keine Option. Gott verlangt sie von seinem ganzen Volk (1. Thessalonicher 4,3).

Um das Ganze mal auf eine alltagstaugliche Ebene zu bringen – hier eine simple Illustration:

Von einer jungen Frau, die Jesus als Erlöser angenommen hatte, wird berichtet, dass sie einen Antrag auf Mitgliedschaft in einer örtlichen Gemeinde gestellt hatte. „Warst du eine Sünderin, bevor du den Herrn Jesus in dein Leben aufgenommen hast?“, fragte ein alter Diakon. „Ja, war ich“, antwortete sie. „Nun, bist du immer noch eine Sünderin?“ „Um ehrlich zu sein, habe ich das Gefühl, eine größere Sünderin zu sein als je zuvor.“ „Welche wirkliche Veränderung hast du dann erlebt?“ „Ich weiß nicht so recht, wie ich es erklären soll“,antwortete die junge Frau, „außer dass ich früher eine Sünderin war, die der Sünde nachlief, aber jetzt, da ich gerettet bin, bin ich eine Sünderin, die vor der Sünde flieht!“ Sie wurde in die Gemeinschaft der Gemeinde aufgenommen und bewies in ihrem Alltag, dass sie Jesus kannte und für Ihn lebte.

Auch John Newton, der ehemalige Sklavenhändler hatte erkannt, was Heiligung im Leben eines Christen bedeutet. Von ihm stammt der Satz:

Ich bin nicht das, was ich sein könnte, ich bin nicht das, was ich sein sollte, ich bin nicht das, was ich sein möchte, ich bin nicht das, was ich zu sein hoffe. Aber ich danke Gott, dass ich nicht mehr das bin, was ich einmal war, und ich kann mit dem großen Apostel sagen: „Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.“

Denn er hat selbst gesagt:
»Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin!«
(1 Petrus 1:16)

Dienstag, 3. November 2026

Biographie: Hedwig von Redern

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Am 23. April 1866 wurde Hedwig von Redern als erstes Kind und Tochter des preußischen Generalleutnants Herrmann von Redern und seiner Frau in Berlin geboren. Als Adelige hatte sie ein Leben voller Glück und Sonnenschein vor sich. Doch im Alter von 20 Jahren zerbrachen ihre Zukunftsträume, als ihr geliebter Vater plötzlich verstarb. Die Familie hatte den Verlust noch nicht verkraftet, als kurze Zeit später ein Feuer im familieneigenen Gutshof ausbrach. Als die Flammen gelöscht waren und der Schaden begutachtet war, stand die traurige Wahrheit fest: Hedwigs Mutter konnte den jahrhundertelangen Familienbesitz nicht mehr halten und musste mit ihren Kindern in eine ärmliche Mietswohnung nach Berlin ziehen.

Hedwig begann wegen all dieser Schicksalsschläge, mit Gott zu hadern. »Ist das ein Gott der Liebe, der einem alles nimmt, wofür es sich zu leben lohnt?« Sie war erstaunt darüber, wie ganz anders ihre Mutter mit den neuen Lebensumständen zurechtkam. Diese fand Trost in dem Wissen, dass Gott ihr Leben lenkte. Schließlich ließ sich Hedwig überreden, an den Bibelstunden teilzunehmen, die ihre Mutter in Berlin besuchte. Und hier endlich fand sie selbst den Gott, den sie zwar seit ihrer Kindheit kannte, zu dem sie aber keine persönliche Beziehung hatte. »Musste Gott mich aus meinem irdischen Paradies vertreiben, um mir die ewige Heimat schenken zu können?«, fragte sie sich rückblickend.

Von nun an half sie bei Kindergottesdiensten mit und schrieb christliche Gedichte, von denen viele vertont und sehr bekannt wurden. Eines ihrer schönsten Lieder beginnt mit den Worten:

»Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl.
Das macht die Seele still und friedevoll.« 
 

Hedwig arbeitet in einem Krankenhaus mit, in dem sie auch Bibelstunden für die anderen Mitarbeiter im Pflegedienst organisierte. Auch unter Polizeibeamten und ihren Ehefrauen war Hedwig aktiv, deren geistliche Entwicklung durch den pietistischen Prediger Elias Schrenk geprägt wurde.

Durch die Spanische Grippe verlor sie ihre Mutter und einen ihrer Brüder. Im Alter von 67 Jahren musste sie sich einer Operation unterziehen, die sie bis zu ihrem Lebensende krank bleiben ließ.

Aber auch in all diesen Nöten verlor Hedwig diesen Frieden in ihrem Leben nicht. Über 40 christliche Lieder* stammen von ihr, dazu Gedichte und christliche Erzählungen, die vielen Menschen zum Segen wurden.

Sowohl der Deutsche-Frauen-Missions-Gebetsbund (heute: Frauen-Gebets-Bewegung e.V.), wie auch der „Bund Christlicher Polizei-Beamter“ wurde auf ihre Initiative hin ins Leben gerufen.

Am 22. Februar ging ihr aufopferungsvolles Leben mit 68 Jahren zu Ende. Was für ein Anfang! Und was für ein Ende.

Von Lukas Di Nunzio stammt das Lied „Ein Leben, gegeben, für den Herrn der Welt! Ein Leben, gegeben, für das, was wirklich zählt! Ein Leben für Gott, für ihn allein, das soll mein Leben sein. Das hat Hedwig von Redern verstanden und gelebt. Was für ein Zeugnis!

*Außer dem ersten Lied sind die anderen heute vielleicht eher unbekannt. Allerdings zeigen die Titel die Konzentration auf Jesus, Sein Werk und Hingabe an Ihn:

  • „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl“
  • „Ich habe nur ein Leben“
  • „Ich schau dich an, wie du für mich gelitten“
  • „Hier hast du meine beiden Hände“
  • „Ach nein, das ist kein Sterben“
  • „Ich bin gewiss, nichts kann mich scheiden“
  • „Ich schäme mich des Heilands nicht“
  • „Es ist nur ein Schritt zu Jesus, doch du musst ihn tun“
  • „Glaub’s doch, dass dich Jesus liebt“
  • „Du suchst den Frieden, suchst ihn lange schon“
  • „Aufwärts dem Ziele zu, Jesus entgegen“
  • „An dem Fuß des Kreuzesstammes“
 Textquellen: Hier und Hier