Es entstand aber
auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. (Lukas 22:24)
14 Denn
auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. 15 Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich
nicht zum Leib! — gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich
nicht zum Leib! — gehört es deswegen etwa nicht zum Leib? 17 Wenn der ganze Leib
Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der
Geruchssinn? 18 Nun aber hat Gott die
Glieder, jedes einzelne von ihnen, so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. 19 Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? 20 Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib. 21
Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche
dich nicht!, oder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht! (...) 27
Ihr aber seid der Leib des Christus, und jeder ist ein
Glied daran nach seinem Teil. (1
Korinther 12:14-21+27)
Schon die Jünger Jesu fragten sich, wer wohl der Größte
unter ihnen sei. Der Größte zu sein war keine Frage von geringer Bedeutung
unter ihnen, denn zweimal im Lukas Evangelium muss Jesus ihnen diese Frage
beantworten. Mit einem Mal war es nicht getan. Scheinbar kann die Antwort Jesu
bis heute nicht akzeptiert werden, denn die Frage ist bis heute relevant. Bis
heute wird darüber gestritten, welcher Dienst wohl der Wichtigste ist, welcher
Diener der Fähigste ist und welche Leistung wohl am meisten Frucht bringt. Eine
Erzählung verdeutlicht die Denkweise vieler:
Eine Gruppe verschiedener Werkzeugen traf sich zu einer
Besprechung unter dem Vorsitz von Herrn Hammer. Bruder Schraubenzieher erhob
seine Stimme und verkündete:
„Bruder
Hammer muss weg. Er macht ständig Lärm und klopft immer nur!“ Hammer sagte:
„Bruder Schraubenzieher muss weg, denn
man muss ihn ständig drehen, damit er seine Arbeit erledigt.“ Jemand
anderes bemerkte: „
Viel mehr noch muss Bruder
Hobel weg. Er kratzt immer nur an der Oberfläche. Nie geht er in die Tiefe.“
Worauf der Hobel antwortete:
„Dann muss
Bruder Schleifpapier auch weg, denn er reibt die Leute immer gegen den Strich.“
Das Schleifpapier meldete sich zu Wort:
„Dann
muss auch Bruder Säge gehen. Er zersägt ständig alles und hinterlässt überall sein
Sägemehl.“ Zunächst bis hierher. Kennen wir diese Art von
Gesprächen? Jeder meint, er sei unersetzbar, im Gegenteil zu dem einen oder
anderen. Jeder vergleicht seinen Dienst, seine Art zu arbeiten und seine Ergebnisse
mit denen der anderen und verpasst es, zu erkennen, dass jeder eine andere
Aufgaben hat, die zum selben Ziel führen. Hier der Schluss der Erzählung:
Da kam der Zimmermann aus Nazareth herein und sagte: „Ich brauche euch alle. Wir haben eine
Aufgabe zu erledigen. Gebt euch in meine Hand. Lasst mich euch gebrauchen.“
Der Hammer sagte: „Hier bin ich, Herr,
benutze mich.“ Der Schraubenzieher sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Der Hobel sagte: „Hier bin ich, Herr, benutze mich.“ Das
Schleifpapier sagte: „Hier bin ich, Herr,
benutze mich.“ Die Säge sagte: „Hier
bin ich, Herr, benutze mich.“ Als sich also jeder dem Zimmermann aus
Nazareth anvertraute, bauten sie gemeinsam ein großes Königreich auf.
So einfach ist das. Bei uns menschlichen Werkzeugen
vielleicht nicht ganz so einfach – aber so einfach könnte es sein. Wir
fokussieren uns und vertrauen uns dem an, der uns in der Hand hält und jeden
von uns gebrauchen möchte. Dann tun wir den Dienst, für den Er uns bestimmt und
ausgerüstet hat und lassen Ihn Seine anderen Werkzeuge so gebrauchen, wie Er
sie gebrauchen und einsetzen möchte.
Zugegeben: Ein Maß an Führung und Miteinander ist bei
menschlichen Werkzeugen meist nötig. Aber eben nur „ein Maß“; ein Maß an Ordnung,
ein Maß an Miteinander, ein Maß an Füreinander – aber kein Maß an gegenseitiger
Kritik oder eigensinnigem Hochmut. So will es der Meister für Sein Bauwerk (die
Gemeinde und Sein weltweites Reich):
Seid freundlich und
demütig, geduldig im Umgang miteinander. Ertragt einander voller Liebe. (Epheser 4:2)
Dient einander, jeder mit der
Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade
Gottes (1
Petrus 4:10)
Seid nicht
selbstsüchtig; strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen,
sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst. (Philipper
2:3)