
Gemeinschaft, Andacht, Abendessen!
Herzlich Willkommen!
Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. (1 Kor. 2:2)
Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!
Wir freuen uns auf dich!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr
Sonntagszitat:
Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hören werdet, so erschreckt nicht; denn dies muss zuvor geschehen; aber das Ende kommt nicht so bald. (Lukas 21:9)
Ich bin nie in die Theorien und Fantasien der Verschwörungstheoretiker eingetaucht. Manche davon sind lächerlich, andere hören sich interessant an – aber alle erzeugen heiße Diskussionen und oftmals Spaltungen und Streit.
Allerdings lese und schaue ich Nachrichten und informiere mich über Entwicklungen unserer Zeit, über Kriege, Unruhen und andere Geschehnisse. Zugegeben – manchmal übertreibe ich es. Eigentlich ist es mein Wunsch, dass die Zeit, die ich mit Gott im Gebet und Bibellesen verbringe, die Zeit übersteigt, die ich mit Nachrichten verbringe. Manchmal gelingt mir das.
Momentan ist das Thema KI – Künstliche Intelligenz – wieder einmal höchst populär. Was da derzeit zu lesen ist, wird auch wieder heiße Diskussionen hervorrufen.
Da werden unumkehrbare Katastrophen erwartet, wenn die Entwicklung der KI nicht abgebremst wird. Die einen reden von einem KI Tschernobyl, andere von einer Übernahme des Internets mit einem Schaden von Hunderten Milliarden Euro und andere gar vom Aussterben der Menschheit. „KI – ein Hochrisiko Experiment, dessen Ausgang niemand kennt.“ Interessant dabei ist, dass viele dieser Warnungen nicht von Technologiegegnern oder Verschwörungstheoretikern kommen, sondern von den „Machern“ der KI, den Gewinnern, den Konzernbossen. Man befürchtet eine Automatisierung der Künstlichen Intelligenz, die heute schon die Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit menschlicher Intelligenz übertrifft. Noch muss KI „gefüttert“ werden, aber mittlerweile gibt es bereits negative und gefährliche Erfahrungen mit der Verselbstständigung der Technik wie etwa unprogrammierte Hackerangriffe durch KI.
Genug davon! Was geht das alles uns Christen an? Nicht viel, wenn wir uns damit nicht beschäftigen wollen. Und dazu kann uns niemand zwingen. Allerdings ist KI ein weiterer Schritt zur Erfüllung biblischer Prophetie. Alles wird kontrolliert, alles wird gläsern, alles verbreitet sich in Windeseile und nichts ist mehr unerreichbar.
Ich habe keine Angst vor KI. Ich benutze KI, aber eher wie ein Anfänger – für Fragen, für Recherche etc. Aber KI macht mich auch nachdenklich und erinnert mich an die Aussage Jesu, dass Er zur Erde zurückkommen wird. KI erinnert mich an die eine oder andere Prophetie, wie die Zeit vor Jesu Rückkehr aussehen wird. Und wenn ich dann zusätzlich zur KI noch andere Entwicklungen erkenne, die in Richtung Prophetieerfüllung gehen, dann kommt ein Maß an Spannung auf. Nicht Anspannung oder Angst, sondern freudige Erwartung; die Erkenntnis, dass die Anzeichen auf „Parusie“ stehen, auf die Wiederkunft unseres Herrn und Retters.
Nein, die Nachrichten schrecken mich nicht. Sie betrüben mich, sie ärgern mich auch manchmal. Aber sie schrecken mich nicht, denn Jesus sagt:
(Lasst uns) aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. (Hebräer 12:2)
Unseren Blick auf Jesus zu richten ... uns an Jesus zu klammern etc. – das sind Sätze, die uns leicht über die Lippen gehen; oft ungetestet. Wenn es hart auf hart kommt, müssen sich diese Sätze bewähren. Eine der getroffenen Frauen lebt nach dem Motto: „Alles Leben ist begrenzt. Was zählt, ist die Ewigkeit.“ Diese Frau – ein lebendiges Zeugnis für Jesus in einer für sie lebensgefährlichen Umwelt – weiß aus Erfahrung was es bedeutet, den Blick auch im Angesicht des Todes auf Jesus zu richten.
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukas 18:27)
Natürlich glauben wir Christen, dass die Wunder der Bibel tatsächlich so geschehen sind, wie sie aufgeschrieben wurden. Natürlich glauben wir auch, dass Jesus Christus derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit. Und wir glauben ganz gewiss, dass Gott sich nicht ändert. Aber mit Gottes wunderbarem Handeln in unserer Zeit sind wir doch etwas zögerlich. Die 7 Frauen, über die im Buch berichtet wird, haben Gottes wunderbare Eingreifen persönlich erlebt, oft ohne es zu erwarten. Ihr Gott ist auch unser Gott – bei uns in Europa wie im Mittleren Osten.
Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Danksagung. (Kolosser 4:2)
Wir sprechen oft vom Gebetskampf. Kämpfe werden in der Regel nicht in ein paar Minuten entschieden. Oft warten die Ergebnisse länger, bis sie sichtbar werden. Einige dieser Frauen (und Christen auf der ganzen Welt) beten z.T. jahrelang. Sie harren aus in ihrer Situation, richten ihren Blick auf Jesus, warten auf ein Wunder und beten weiter. „Manchmal“, so heißt es im Buch, „kommt die Antwort erst, nachdem aus Gebetsmonaten Gebetsjahre geworden sind.“
Alle drei Lektionen werden im Buch „Aufbruch in die Freiheit“ anhand von Beispielen aus dem Leben der Frauen illustriert. Alle drei Lektionen sind mir unter die Haut gegangen:
1 auch als Kindle, Hörbuch oder Audio CD erhältlich
Gestern ging es um die junge Familie John und Betty Stam mit ihrer Tochter Helen. In China tobte der Bürgerkrieg und Familie Stam war nur eine kurze Zeit im Land vergönnt, bevor sie ihr Leben als Märtyrer verloren. Nur die 3 Monate alte Hellen blieb auf wunderbare Weise am Leben.
Vielen stellt sich die Frage: Wozu das Ganze? Warum hat Gott sie sterben lassen, bevor ihr Dienst überhaupt richtig begann? Warum hat Gott den jungen Eltern so viel Herzeleid zugemutet? (Während der Geiselnahme versteckte Betty ihre kleine Tochter in einer Unterkunft, wo sie 2 Tage später gefunden und gerettet wurde.) Hätte Gott nicht anders, nicht wunderbarer, nicht segensreicher wirken können, wenn Er sie am Leben erhalten hätte? Lässt Gott Menschen aufwachsen, sendet sie dann in die Mission ... und lässt sie kurze Zeit später grausam sterben? Solche Fragen sind berechtigt und normal. Und es gibt Antworten, nicht immer so klar wie im Fall der Familie Stam.
Zunächst müssen wir Gottes Wort konsultieren und uns sagen lassen, dass Gottes Gedanken für uns nicht immer verständlich sind. Er ist eben der unbegrenzte Gott und wir nur begrenzte Geschöpfe. Durch den Propheten Jesaja erklärt Gott (Jesaja 55:8+9):
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Zum anderen dürfen wir sehen, dass manchmal das positive Ergebnis menschlichen Leidens das Leiden selbst übertrifft. Hiob ruft nach seinem Leid aus (Hiob 42:5):
Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.
Hiob blieb am Leben, John und Betty Stam nicht. Aber auch ihr kurzes Leben brachte Frucht, deren Auswirkungen kaum zu glauben sind:
Eine ganze Reihe Berichte erwähnen, wie der Tod des Ehepaares sich auf die Mission ausgewirkt hat. Eine Quelle schreibt:
Die Nachricht vom Märtyrertod von John und Betty Stam wurde weltweit verbreitet. Als sie von diesem tragischen Bericht hörten, widmeten sich Hunderte junger Männer und Frauen der Ausbreitung des Reiches Gottes in der Auslandsmission. Im Jahr 1941 wurden fünf chinesische Christen von einem einheimischen Pastor in der Stadt Tsingteh (der Stadt, in der Stams sich gerade mal 2 Wochen niedergelassen hatten bevor sie entführt wurden,) getauft. Heute gibt es in ganz China Hunderttausende von Christen, die nach wie vor zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen. In der Tat sind das Opfer und das Martyrium von John und Betty Stam ein mächtiges Zeugnis der Liebe zu Gott und seinem Reich, der Liebe zu den Menschen, und „sie liebten ihr Leben nicht bis in den Tod“.1
Natürlich war der Tod der Stams besonders schockierend für die Eltern von Betty, die selbst als Missionare in China tätig waren. Bettys Vater, Dr. Scott, sagte, seine Tochter und sein Schwiegersohn seien „nicht umsonst gestorben. Das Blut der Märtyrer ist nach wie vor der Same der Kirche. Wenn wir unsere geliebten Kinder sprechen hören könnten, wüssten wir aufgrund ihrer Überzeugungen, dass sie Gott preisen würden, weil Er sie für würdig erachtet hat, um Christi willen zu leiden.“2
Und die kleine Helen? Ein Journalist fragte die 14-jährige: ‚Nach allem, was deine Eltern und du durchgemacht habt, nachdem sie enthauptet wurden und du plötzlich zur Waise geworden bist – was empfindest du jetzt gegenüber den Chinesen? Hasst du sie?‘ Sie antwortete sofort: ‚Oh, ich finde sie einfach wunderbar. Ich liebe sie.“ Und dann sagte sie zu mir: „Stell dir mal vor: Ich lebe heute noch, weil ein Chinese meinen Platz eingenommen hat und für mich gestorben ist.“3 (siehe Andacht gestern)
Einige Wochen vor seinem Tod hatte John Stam noch einen Brief an seinen Vater geschrieben, den er mit den Worten beendete: „Der Herr segne euch und leite euch – und was uns betrifft: Möge Gott verherrlicht werden, sei es im Leben oder im Tod.“4 Dann fügte er ein Gedicht hinzu, das 1931 von E. H. Hamilton zum Gedenken an den Märtyrertod von Jack Vinson verfasst wurde. Hier die deutsche Übersetzung:
Angst? Wovor?
Die freudige Befreiung des Geistes zu spüren?
Vom Schmerz in vollkommene Ruhe einzugehen,
Den Streit und die Anspannung des Lebens hinter sich zu lassen?
Angst – davor?
Angst? Wovor?
Angst, das Antlitz des Erlösers zu sehen,
Seinen Willkommensgruß zu hören und zu erblicken,
Wie die Herrlichkeit aus den Wunden der Gnade strahlt?
Angst – davor?
Angst? Wovor?
Ein Blitz, ein Krachen, ein durchbohrtes Herz –
Dunkelheit, Licht, o Kunst des Himmels!
Eine Wunde Seines Ebenbildes!
Hast du Angst davor?
Angst? Wovor?
Durch den Tod zu vollbringen, was das Leben nicht vermochte –
einen steinernen Boden mit Blut zu taufen,
bis Seelen an dieser Stelle erblühen?
Hast du Angst davor?5
John und Betty Stam hatten sicher andere Pläne und Wege geplant, aber die Bibelverse auf ihren Grabsteinen bezeugen ihren wirklichen Wunsch:
John Cornelius Stam: (dass) „wie allezeit, so auch jetzt, Christus hochgepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.“ (Philipper 1:20)
Betty Scott Stam: “Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ (Philipper 1:21)6
Und wieder hat sich der Spruch des Kirchenvaters Tertullian aus dem 3. Jahrhundert bewahrheitet:
„Das Blut der Märtyrer ist der Samen der Kirche“
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| John und Betty Stam |
John Stam wurde am 18. Januar 1907 in den USA geboren. Sein Vater war aus Holland eingewandert und betrieb mit seinem Vater, John’s Großvater, ein unrühmliches Gasthaus. Um die amerikanische Kultur besser kennenzulernen, las John’s Vater eines Tages in einem Neuen Testament, kam zum Glauben und begann, für Jesus zu leben. In diesem christlichen Umfeld wurde John geboren.
Mit 15 Jahren traf er eine Entscheidung für Jesus und lernte mehr und mehr, Jesus nachzufolgen, obwohl es ihm anfangs schwerfiel, vor Menschen zu sprechen.
Im Moody Bible College lernte er die Missionarstochter, Betty Scott, kennen, deren Eltern mit der China Inland Mission (OMF) in China tätig waren. 1933 heirateten die beiden. Im November 1934 zogen sie mit ihrer neugeborenen Tochter, Helen, nach Tsingteh in China.
In China tobte der chinesische Bürgerkrieg. War es weise, dort als junge Familie dem Herrn zu dienen? John erklärte bei einer Rede am Moody Bible College:
„Sollen wir den Rückzug antreten und von unserer hohen Berufung in Christus Jesus abkehren, oder wagen wir es, auf Gottes Geheiß hin trotz aller Unmöglichkeiten voranzuschreiten? … Erinnern wir uns daran, dass der Missionsauftrag niemals durch Einschränkungen versehen war, die ein Voranschreiten nur dann vorsahen, wenn reichlich Mittel zur Verfügung standen und keine Entbehrungen oder Selbstverleugnung damit verbunden waren. Im Gegenteil, uns wird gesagt, dass wir Bedrängnis und sogar Verfolgung erwarten sollen – aber damit auch den Sieg in Christus.
In Tsingteh hatten sie keine Zeit, sich einzuleben. Bereits nach 2 Wochen stürmte die Rote Armee ihr Haus. John und Betty bedienten sie mit Tee und Keksen bevor sie mit der kleinen Helen in einer zum Gefängnis erklärten Villa eingesperrt wurden. Als Helen zu Weinen begann, wollten die Soldaten sie umbringen. Ein kürzlich freigelassener Häftling bat um ihr Leben und ließ sich stellvertretend hinrichten. Die Grauen jener Zeit waren unbeschreiblich.
Dort im Gefängnis war es John möglich einen Brief an die Leitung der CIM zu schreiben, der später gefunden wurde, eingewickelt in der Kleidung des Babys. Der Brief beschreibt den Hergang der Geiselnahme, die Forderung um $ 20.000 Lösegeld und zitiert Philipper 1:20:
„Möge Christus verherrlicht werden, sei es durch Leben oder Tod.“
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| Baby Helen |
John und Betty starben gemeinsam. Befohlen, sich hinzuknien, starben sie als tapferes Zeugnis für ihren Glauben an Jesus.
Und? Was ist nun die Frucht ihres extrem kurzen Dienstes? Was haben sie in der Welt für Jesus bewirkt? Welchen Sinn hat es, dass ein jungverheiratetes Ehepaar geköpft – und ihre 3 Monate alte Tochter zur Waisen wird? Darüber morgen noch einmal etwas mehr. Heute nur die Ermutigung: Es ist möglich, Jesus auch in den ärgsten Widerwärtigkeiten treu zu folgen, wenn unsere Liebe zu Ihm die Liebe zu uns selbst übersteigt. Das war bei John Stam und seiner Frau Betty der Fall.
Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod! (Offenbarung 12:11)