„Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1:16)

Donnerstag, 7. Mai 2026

Gnade qualifiziert!

Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen
Gnade um Gnade.
(Johannes 1:16)

In unseren Gottesdiensten denken wir momentan darüber nach, was uns als Calvary Chapel Gemeinden ausmacht. Dazu hat Pastor Andrew am vergangenen Sonntag eine Predigt zum Thema „Gnade“ gehalten. Viele der Gedanken waren so eindrücklich, dass ich den einen oder anderen aufgreifen und etwas weiter ausführen möchte. Die ganze Predigt findet man über den Link im Seitenfenster, ausnahmsweise in Deutsch und Englisch, da sie übersetzt wird. Anhören lohnt sich!

Chuck Smith, Vater der Jesus People und der Calvary Chapel Bewegung hat ein Buch über Gnade geschrieben, aus dem folgende Zitate stammen:

„Gnade verwandelt öde und trostlose Ebenen in üppige, grüne Weiden. Sie verwandelt mühsame Pflicht in liebevollen, begeisterten Dienst. Sie tauscht die Tränen und Schuldgefühle unserer eigenen gescheiterten Bemühungen gegen ewige Freude ein. Gnade verändert alles!“

"Wenn wir darauf vertrauen, dass Gottes Gnade uns verwandelt und Christus in uns wachsen lässt, werden wir Freude am Leben und Frieden finden."

„Gnade und Friede werden als die siamesischen Zwillinge des Neuen Testaments bezeichnet, weil sie immer untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist die richtige Reihenfolge dieser beiden Begriffe, denn man kann den Frieden Gottes erst erfahren, wenn man zuvor seine Gnade erfahren hat.“

Wie wahr und biblisch diese Aussagen sind sieht man am Leben biblischer Personen, die Gottes Gnade erfuhren.

Paulus! Menschlich gesehen war er hoch qualifiziert. Aber alle seine Qualifikationen, seine Abstammung, Position und sein Studieren nutzten ihm gar nichts. Erst als Gottes Gnade ihn fand und er sich bekehrte, war es die Gnade Gottes, die ihn qualifizierte und zu dem Werkzeug machte, das er später für Jesus war.

Petrus! Während der Christenverfolgung im dritten Jahrhundert sagten sich manche Christen unter Druck vom Glauben los. Als sie später Buße taten und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden wollten, bezeichnete man sie als „Gefallene“ und verweigerte ihnen die Mitgliedschaft. Petrus hätte es zu der Zeit mit seiner Verleugnung schwer gehabt, wieder Anschluss zu finden. Aber Gottes Gnade qualifizierte auch ihn, den Verleugner und Versager, zu einem gesegneten Dienst!

Jesaja! Als er Gott in Seiner Heiligkeit begegnete, war Jesaja bewusst, dass er des Todes würdig war. „Unreine Lippen“ hatte er. Viel Unsinn geredet, vielleicht viel üble Nachrede, viel Schmutz und Unwahrheit verbreitet. Wir wissen nicht, was es genau war, woran er dachte, als er ausrief: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat.“ Wir wissen aber ganz konkret, dass Gott ihn in Seiner Gnade anrührte, berief, einsetzte und qualifizierte. Jesaja wurde zu einem der großen Propheten Israels.

Menschen wie Paulus, Petrus, Jesaja und andere sind für uns ein Segen Gottes. Durch sie offenbart und illustriert Gott, dass es für jeden Menschen Hoffnung gibt. Auch wir sind durch unser altes Wesen, unsere alte Natur, völlig disqualifiziert – sowohl zum Eintritt in den Himmel als auch zum Dienst für Jesus auf der Erde. Wenn wir aber der Gnade Gottes begegnet sind, wenn Jesus uns in Seiner Gnade angerührt hat, dann haben wir den „Ritterschlag“ bekommen, dann sind wir Gottes Kinder geworden, qualifiziert, Jesu Botschafter zu sein.

Nicht Dokumente, Zertifikate und Abschlussexamen sind ausschlaggebend im Reich Gottes. Nicht unsere natürlichen Fähigkeiten befähigen uns für ein erfülltes Leben in der Welt. Es ist die Gnade Gottes in Jesus, die uns qualifiziert und befähigt, für Jesus zu leben und für Ihn Frucht zu bringen.

Was für ein Grund, Ihm ewig dankbar zu sein!

Mittwoch, 6. Mai 2026

William Cary #2

Gestern, am 'Biographiedienstag' ging es um William Carey. Der Mann hat mich immer fasziniert. Darum sollen heute noch einmal ein paar Informationen und Lektionen nachgereicht werden. Im Laufe seines Lebens hat er die Bibel in 6 Sprachen übersetzt und Bibelteile in weitere 29+ Sprachen. Aber in einem Artikel heißt es:

Am Donnerstag, dem 12. März 1812 kam ein Mitarbeiter zu Carey gelaufen. „Feuer!“ rief er nur. Die Druckerei stand in Flammen. Alle Versuche, die Bücher, das Bibelpapier und die Punzen (Buchstabenstempel) zu retten, waren vergebens und die ganze Halle brannte in dieser Nacht nieder. Wie muss sich Carey gefühlt haben? Es muss ihm den Boden unter den Füßen weggezogen haben, denn seine ganze Arbeit war dahin – und das, obwohl er sie doch für den Herrn getan hatte? Einen Lichtblick gab es zwar, denn die Punzen für 14 Sprachen hatten den Brand überlebt, doch Carey spürte den Verlust; und es nagte an ihm. Später schrieb er unter Tränen:

„In einer einzigen Nacht ist die Arbeit von Jahren vernichtet worden. Wie unerforschlich sind Gottes Wege! Ich hatte eben einige Werke zur höchsten mir möglichen Vervollkommnung gebracht und ich betrachtete die Mission vielleicht mit zu viel Selbstgefälligkeit. Der Herr hat mich gedemütigt, damit ich noch einfältiger zu ihm aufschaue.“

Wie sehr muss es an seine Substanz gegangen sein. Doch er suchte den Fehler nicht bei Gott. Denn William Carey wußte: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr“ Jesaja 55,8

Carey fand angeblich keine Erklärung, warum Gott seine Druckerei abbrennen ließ. Doch für ihn war klar, dass es einen Grund geben muss und dass Gott nie aus Willkür handelt. Er spürte, dass Gott durch dieses Ereignis an ihn arbeiten wollte und das gab ihm neuen Mut. Am darauffolgenden Sonntag kam für ihn nur ein Predigttext in Frage Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin. (Psalm 46,11)

Eine scheinbare Niederlage im geistlichen Kampf eines Dieners Jesu. Das war die Art Kampf, in dem Carey stand, als er in Indien als Lehrer, Sprachforscher und Bibelübersetzer arbeitete. Carey verzichtete auf Karriere und Ruhm und nahm auch heftige Rückschläge aus Gottes Hand an, um sein ganzes Leben einzusetzen für die Verbreitung der Bibel.

Ein charakteristischer Vorfall wird über ihn erzählt. Bevor er England verließ, ging von Dorf zu Dorf und predigte das Evangelium, denn seine Seele war erfüllt von der Liebe Gottes. Eines Tages sagte ein Freund zu ihm: "Herr Carey, ich möchte etwas sehr Ernsthaftes mit Ihnen besprechen." "Nun", sagte Carey, "um was geht es denn?" Der Freund antwortete: "Indem Sie ständig umherreisen und predigen, vernachlässigen Sie Ihr Geschäft (als Schuster). Wenn Sie sich nur mehr um Ihr Geschäft kümmern würden, wäre alles in Ordnung und Sie würden bald wohlhabend werden und aufsteigen. Aber so, wie es momentan läuft, vernachlässigen Sie einfach Ihr Geschäft." "Mein Geschäft vernachlässigen?", sagte Carey und sah ihn fest an. "Mein Geschäft ist es, das Reich Gottes zu verbreiten. Ich mache nur Schuhe, um die Kosten zu tragen."

Hätte Gott es nicht leichter, ermutigender und unfallfreier halten können? Doch! Hätte Er! Hat Gott Seinem Diener je erklärt, warum manche Dinge anders gelaufen sind als erhofft? Nicht, dass wir wüssten. Dazu ist unser Herr auch nicht verpflichtet. Schlechte Dinge geschehen auch im Leben guter Menschen. Auch in Deinem und meinem Leben. An uns ist es, zu vertrauen und uns im Leben und im Sterben, in Gewinn und in Verlust – wie William Carey – an dem Vers aus Römer 8:28 festzuhalten:

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen.“

Die Entscheidung, daran festzuhalten und die Kraft, danach zu leben, muss wachsen. Sie wächst in der lebendigen, täglichen Gemeinschaft mit Jesus.

Dienstag, 5. Mai 2026

Biographie: William Carey

Als „Vater der modernen Mission“ wird William Carey immer wieder bezeichnet. Am 17. August 1761 wird Carey in eine Handwerkerfamilie hineingeboren. Gemeinsam mit vielen Geschwistern wuchs er in einer einfachen, aber geordneten und gebildeten Familie auf. Schon früh interessierte er sich für die Natur, für Sprachen und den Glauben.

Als 14-jähriger machte er eine Ausbildung zum Schuster. Mit etwa 18 Jahren bekehrt er sich nach einer bewegenden Predigt, lässt sich taufen und schließt sich danach einer Baptistengemeinde an, die ihn 7 Jahre später zu ihrem Pastor beruft.

Carey interessierte sich für die Reisen des Entdeckers James Cook und war außerdem ungewöhnlich sprachbegabt. Zunächst war es Französisch und Latein, wie auch die biblischen Sprachen Hebräisch und Altgriechisch, die ihn faszinierten.

Es war seine Schrift „Eine Untersuchung über die Pflicht der Christen, Mittel zur Bekehrung der Heiden einzusetzen“ aus dem Jahr 1876 und seine Predigt im Jahr 1892, die zur Gründung der „Baptist Missionary Society“ (Baptistischen Missionsgesellschaft) führte.

Schließlich hielt es Carey nicht mehr in England. Am 17. Mai 1793 reiste er nach Bengalen im Nordosten Indiens aus. Zu seinen unterstützenden Gemeinden sagte er: „Wenn Ihr das Seil festhaltet, werde ich hinuntersteigen, um nach den Verlorenen zu suchen. Er begann mit nur 6 Personen, die sich bereit erklärten, „das Seil festzuhalten“ – will heißen: ihn zu unterstützten. Er blieb über 40 Jahre in Indien und setzte dank dieser 6 treuen Unterstützer die ganze moderne Missionsbewegung in Gang. Sein Motto lautete: „Erwarte Großes von Gott und unternimm Großes für Gott!“

Der Anfang der Arbeit war allerdings holprig, da nach einer Satzung der „Britischen Ostindien Kompanie“ nicht missioniert werden durfte. Auch starb in dieser Zeit sein 5-jähriger Sohn, worauf seine Frau eine Psychose entwickelte, wovon sie sich nicht mehr erholte. Dann allerdings kam es nach einigen Jahren zur ersten Bekehrung eines Gurus. Carey zog um in Dänisch kontrolliertes Gebiet und wurde dort in verschiedenen Bereichen aktiv.

Zunächst lehrte er als Professor in Kalkutta, war allerdings auch unentwegt beschäftigt mit der Übersetzung der Bibel in die verschiedenen Sprachen der Inder und einige andere asiatische Sprachen. Dafür erarbeitete er sich eine ganze Bibliothek an Wörter- und Grammatikbüchern, kaufte eine Druckerei und ließ kostspielige Punzen (Buchstabenstempel) in jenen Sprachen herstellen. Während seiner 40+ Jahre in Indien übersetzte Carey die Bibel in 6 Sprachen und Bibelteile in weitere 29 asiatische Sprachen. Andere Quellen sprechen von insgesamt 44 Sprachen.

Bei alledem demütig und Christus zentriert zu bleiben muss wohl als besondere Segnung angesehen werden. Wegen seiner bescheidenen Herkunft und seiner Arbeit als Schuster wurde er auch in Indien zunächst gedemütigt und verachtet. John MacArthur erzählt, dass Carey bei einem Festessen von einem Nobelmann angesprochen wurde, der abschätzend zu ihm sagte: „Herr Carey, ich habe gehört, dass Sie einst als Schuhmacher gearbeitet haben.“ „Nein, nein, mein Herr“, antwortete Carey, „ich war kein Schuhmacher, nur ein Schuster. Ich habe lediglich repariert.“

»Gott widersteht den Hochmütigen;
den Demütigen aber gibt er Gnade«.

(Jakobus 4:6)

Das durfte William Carey erfahren. Ohne Bachelor und Master-Abschlüsse, ohne Titel und Referenzen hat er das, was er war und hatte in Gottes Hand gelegt – und Gott hat etwas daraus gemacht. Heute gibt es eine William Carey Universität sowohl in Shillong / Indien, wie auch in Hattiesburg / USA. Am 9. Juni 1834 starb William Carey in der Westbengalischen Stadt Serampore.

Montag, 4. Mai 2026

Quellen

Vielleicht gehörst Du zu den wenigen, die heute Morgen wunschlos glücklich aufgewacht sind. Glaub mir, es sind WENIGE! Die meisten von uns sind aufgewacht und kurze Zeit später wurden ihnen die ersten Dinge bewusst, die sie nötig haben. Was hast Du heute nötig?

Brauchst Du Kraft?
Brauchst Du neue Freude?
Brauchst Du inneren Frieden?
Brauchst Du äußeren Frieden?
Brauchst Du Gesundheit?
Brauchst Du Heilung der Seele?
Brauchst Du Geduld?
Brauchst Du Weisheit?
Brauchst Du jemanden, der zuhört?
Brauchst Du Liebe?
Brauchst Du Freundlichkeit?
Brauchst Du einen Ausweg?
Brauchst Du Vergebung?
Brauchst Du Selbstbeherrschung?
Brauchst Du Befreiung?
Brauchst Du Nahrung?
Brauchst Du Finanzen?
Brauchst Du Trost?
Brauchst Du Licht?
Brauchst Du Wärme?
Brauchst Du Gemeinschaft?
Brauchst Du Ermutigung?
Brauchst Du Mut?
Brauchst Du Leben?
Brauchst Du Verständnis?
Brauchst Du Halt?
Brauchst Du Ruhe?

In Psalm 87:7 wird uns gesagt, wo all dies zu finden ist:

Und die Menschen werden tanzen und singen: `Alle meine Quellen sind in dir!’“

Es ist natürlich, dass wir überall suchen. Fast alle Menschen suchen ihre Bedürfnisse überall und nirgends zu stillen. Als Jesusjünger ist unsere erste Station der Herr. In Ihm finden wir unsere Quellen und durch Ihn werden wir zu den richtigen Orten geleitet. Geh, finde Deine Quelle heute in Ihm!

Sonntag, 3. Mai 2026

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!


Matthäus 6:5-8

5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn sie stellen sich gern in den Synagogen und an den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.
6 Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. 
 
Herzliche Einladung zum Gottesdienst

Anbetung Gebet - Predigt
Gemeinschaft

Gemeinsames Mittagessen

 Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

„Jesus kommt es nicht auf die Quantität,
sondern auf die Qualität des Betens an.
Gott misst meine Frömmigkeit nicht in Minuten,
sondern an meiner inneren Haltung.“
(Karl Albietz)

"Gebt mir betende Mütter und ich rette die Welt."
(Augustinus)

Samstag, 2. Mai 2026

Wer oder was ist liebenswert?

Wer oder was ist liebenswert? Kleine Kinder, wenn sie schlafen, lachen oder friedlich spielen! Teenies, wenn sie gut gelaunt, gut drauf und in guter Gesellschaft sind! Junge Ehepaare, wenn sie glücklich, begeistert und voller Energie sind! Alte Menschen, wenn sie zufrieden, einigermaßen gesund und Omi/Opi-haft sind.

Ok, das ist sehr subjektiv, überspitzt und pauschalisiert. So ist das Leben nicht. Stimmt! Aber auch wenn „das Leben“ nicht so ist, tendieren wir doch dahin, so oder zumindest ähnlich zu denken und zu empfinden. Was oder wer schön, pflegeleicht und angenehm ist, empfängt viel eher unsere Liebe als das oder der, der unattraktiv, unsozial und unangenehm ist. Das stimmt doch, oder? So sind wir Menschen nun mal gestrickt – zumindest die meisten von uns.

Preis dem Herrn! – bei Gott ist das genau umgekehrt. Gut so, sonst hätte Er niemanden, den Er lieben könnte, denn wir alle irrten ziellos umher, liebten die Sünde und hatten wenig Liebenswürdiges zu bieten. In Titus 3:3-4 schreibt Paulus:

„Auch wir waren früher unwissend und ungehorsam. 
Wir ließen uns in die Irre führen 
und wurden zu Sklaven vieler Wünsche und Leidenschaften. 
Unser Leben war voller Bosheit und Neid. 
Wir hassten die anderen, und sie hassten uns.  
Doch dann zeigte Gott, unser Retter,
uns seine Freundlichkeit und Liebe.“

Der Vers sagt doch nichts anderes, als dass Gott uns Seine Liebe und Freundlichkeit erwies, als wir noch gegen ihn rebellierten. Wer hat so etwas schon gehört? Aber dieser Vers ist keine Ausnahme. In Römer 5:8 steht inhaltlich genau das Gleiche:

Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, 
dass Christus für uns gestorben ist, 
als wir noch Sünder waren.“

Das war nicht nur Liebe mit Worten – das war Liebe in der Tat. Menschlich und theologisch nicht ganz korrekt ausgedrückt besagt das: Bevor Gott die Garantie hatte, dass der Tod Seines Sohnes irgendein positives Resultat haben würde – bevor Er wusste, ob irgendjemand an Seinem Gnadengeschenk interessiert war, zahlte Er den Preis am Kreuz.

Gottes Liebe begann nicht, nachdem wir durch Seine Gnade zu Seinen Kindern wurden, sondern als wir noch in Rebellion und Gleichgültigkeit steckten und der Sünde hinterherliefen; als wir noch gar kein Bedürfnis nach einem Retter verspürten und die zerstörerische Sünde noch scheinbar gut schmeckte. Da liebte Er uns bereits bis zum Tod.

„Lasst uns Ihn lieben, weil Er uns zuerst geliebt hat.“ (1 Johannes 4:19)

Freitag, 1. Mai 2026

1. Mai - Tag der Arbeit

Nicht nur in Deutschland – auch in vielen anderen Ländern der Welt, ist der 1. Mai der Tag der Arbeiterbewegung. Am 1. Mai 1886 wurde in den USA zu einem Generalstreik aufgerufen, um verschiedene Anliegen der Arbeiterbewegung durchzusetzen. 30 Jahre zuvor hatte es bereits Streiks der Arbeiter in Australien gegeben. 1886 wurde der Streik ausgeweitet. Es kam zu Gewalttätigkeiten mit vielen Toten und Verletzten. 3 Jahre später wurde der 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterbewegung erklärt. Im Jahr darauf gab es Massenstreiks und Massendemonstrationen weltweit. In Deutschland wurde der 1. Mai 1933 zum Feiertag. Bis heute wird er genutzt, um für Rechte und Forderungen der Arbeiter zu demonstrieren.

Christ und Arbeit – ein wichtiges, brisantes und mitunter heikles Thema. Denn Christen sind immer für Gerechtigkeit, haben gleichzeitig aber auch einen anderen Blickwinkel, aus dem sie Arbeit betrachten. Natürlich arbeiten wir Christen für unser täglich Brot. Natürlich arbeiten die meisten Christen als Arbeiter oder Angestellte für ihren Arbeitgeber. Aber bei Jesusjüngern kommt eine weitere Komponente hinzu, die in allen Fragen unsere Einstellung prägt. Eine Komponente, die uns unterscheidet von solchen, die sich nicht als Jünger Jesu verstehen. 

So weist Paulus in 1 Korinther 10:31 darauf hin, dass alles, was wir tun, wir zur Ehre Gottes tun sollen:
 
 Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut
 — tut alles zur Ehre Gottes! 
 
Das ist ein starkes Wort, denn auch Christen arbeiten in Systemen, in denen Ungerechtigkeit herrscht. Auch Christen finden sich in Situationen, in denen sie ungerecht behandelt, unterbezahlt oder gemobbt werden. 1 Korinther 10:31 beschränkt den Auftrag, alle unsere Arbeit zur Ehre Gottes zu tun, nicht auf solche, die in gerechten Arbeitsverhältnissen stehen. Christen schweigen nicht zu Ungerechtigkeit, aber sie begegnen Ungerechtigkeit nur mit gerechten Mitteln. Sie begegnen Lieblosigkeit mit Liebe, und sie folgen den Fußstapfen Jesu, der manches Mal zur Ehre Gottes den Mund aufmachte, aber auch oft Unrecht in Geduld ertrug und sich auf Wichtigeres besann.
 
Manchmal wird dieser Weg schwer. Auch für Jesus bedeutete das (Er-)Tragen von Ungerechtigkeit eine Last. Manchmal möchten wir lieber ausbrechen. Manchmal sehnen wir uns vielleicht sogar danach, einen „geistlichen“ Dienst zu tun, „vollzeitig“ für Jesus zu arbeiten, um der Ungerechtigkeit der säkularen Arbeitswelt zu entfliehen. Vielleicht ging dieser Wunsch auch dem Arbeiter durch den Kopf, der auf Martin Luther zukam. „Wie kann ich Gott wirklich dienen?“ war seine Frage an den Reformator. „Was ist Deine Arbeit?“ wurde er von Luther gefragt. „Ich bin ein Schuhmacher,“ kam die Antwort. Er war völlig überrascht, als Luther ihm eine unerwartete Antwort gab:  "Wenn Du Gott wirklich dienen willst, dann mach gute Schuhe und verkaufe sie zu einem gerechten Preis!“
 
Luther forderte den Mann nicht auf, „christliche Schuhe oder Schuhe mit Fisch-Symbol“ zu machen. Er forderte ihn nicht auf, seine Arbeit zu kündigen und Mönch zu werden. „Tue, was du tust vor Gott und für Ihn und lebe in Gerechtigkeit!“ 
 
1. Mai – Tag der Arbeiterbewegung. Wenn dieser Tag uns bewegt, als Jesusjünger in unserem Beruf für Jesus zu arbeiten und Ihm durch Wort und Tat Ehre zu bereiten, dann haben wir mehr erreicht als viele derer, die der Ungerechtigkeit durch Ungerechtigkeit oder Gewalt begegnen!

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, 
das tut alles im Namen des Herrn Jesus 
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
(Kolosser 3:17)

Donnerstag, 30. April 2026

Heute ein wichtiger Gebetsaufruf

Durch die Veröffentlichungen von "Open Doors" ist einigen vielleicht die Situation in Indien bekannt. Hier ein Bericht und dringlicher Aufruf zum Gebet - besonders für diesen Tag:

Indien: Ultimatum für Christen – Gebetsaufruf

Stammesführer fordern Christen zur Rückkehr zum Hinduismus auf

(Open Doors, Kelkheim) – Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh haben Anführer indigener Stämme bei zwei Treffen die Christen aus den Stämmen aufgefordert, bis zum 30. April zum Hinduismus zurückzukehren. Zunächst wurden im Fall einer Weigerung rechtlichen Schritte und Massenproteste angedroht, am gestrigen 28. April war auch von der Zerstörung von Kirchen die Rede. Angesichts des Ultimatums und des extremen Ausmaßes von Gewalt gegen Christen in Indien bitten wir dringend um Gebet für die Christen in Chhattisgarh.

Straßenszene in Chhattisgarh (Symbolbild)
Straßenszene in Chhattisgarh (Symbolbild)

Drohung: Abriss von Kirchen, rechtliche Konsequenzen, Ausgrenzung von Pastoren

Der Bundesstaat Chhattisgarh ist ein Brennpunkt der Christenverfolgung. Bereits im Februar 2026 berichteten wir von der wachsenden Zahl öffentlicher „Rückbekehrungs“-Events („Ghar Wapsi“) dort. Im vergangenen Jahr gab es einen breit angelegten Aufruf zur Gewalt gegen Christen, bevor es zu einer Entspannung der Situation kam. Zuvor hatten Christen in aller Welt dafür gebetet.

Nach einem ersten Treffen am 19. April folgte ein weiteres am 28. April, bei dem Vertreter von 18 Dorfräten in der Ortschaft Pipalwand/Bezirk Bastar die Forderung nach Rückbekehrung aller Christen zum Hinduismus bis zum 30. April bekräftigten. Sie drohten zudem, die Kirchen in den 18 Dörfern abzureißen; die Dorfpriester würden den zuständigen Pastoren den Zutritt zu den Dörfern verwehren.

Auslöser der angespannten Situation war eine Versammlung im Dorf Chhotedongar/Bezirk Narayanpur am 19. April. Dort hatte „Sarva Adivasi Samaj“ (eine bedeutende Organisation, die Stammesgemeinschaften vertritt) mit Unterstützung extremistischer Hindu-Gruppen rund 800 Dorfbewohner zusammengerufen – ähnlich dem gestrigen Treffen am 28. April. Gemeinsam forderten die Versammelten alle indigenen Christen dazu auf, zu ihrem traditionellen Glauben zurückzukehren. Vertreter der „Sarva Adivasi Samaj“ drohten den Verweigerern mit rechtlichen Konsequenzen und beriefen sich dabei auf einen Gesetzentwurf zur Religionsfreiheit von Chhattisgarh aus dem Jahr 2026.

„Glaubenswechsel werden von der Gemeinschaft nicht toleriert“

Vertreter mehrerer Dörfer beklagten bei dem Treffen, dass die Versuche, Menschen von ihren traditionellen Bräuchen und ihrem Glauben an Stammesgottheiten abzubringen, in der Region stetig zunehmen. Sie erklärten, Bekehrungen [zum christlichen Glauben] würden von der Gemeinschaft nicht toleriert. Gleichzeitig forderten sie strenge Maßnahmen gegen alle Konvertiten. Der Hauptredner betonte, dies sei nicht nur eine religiöse Frage, sondern auch eine Frage der sozialen Existenz.

Nicht alle schaffen es, dem Druck zu widerstehen

Solche Treffen finden regelmäßig statt, um Strategien zur Rückbekehrung derjenigen zu entwickeln, die zum christlichen Glauben übergetreten sind. Vertreter der Sarva Adivasi Samaj forderten die Verwaltung auf, unverzüglich einzugreifen, um den Frieden und die Traditionen in der Region zu bewahren. Aufgrund des zunehmenden sozialen Drucks haben mittlerweile einige Familien ihre Bereitschaft bekundet, sich einer „Ghar Wapsi“-Zeremonie zu unterziehen. Andere Christen leben Berichten zufolge in Angst vor groß angelegten Protesten und Zwangsbekehrungen.

In dieser extrem herausfordernden Situation brauchen die christlichen Stammesangehörigen in Chhattisgarh unsere Gebete.

Bitte beten Sie für die Christen in Chhattisgarh:

  • für die Christen unter den Stammesvölkern, insbesondere für die Neubekehrten, dass sie dem enormen Druck standhalten und an Jesus festhalten können.
  • für die Behörden, dass sie gerechte Entscheidungen treffen und sich nicht politisch vereinnahmen oder beeinflussen lassen.
  • für die Christen unter den Stämmen in ganz Indien, besonders aber in dieser Region: dass sie im Glauben gestärkt werden, sich frei zum Gottesdienst versammeln und das Böse durch Gutes überwinden können.