Kürzlich las ich den spannenden Roman von Angela Hunt „Es begab sich aber zu der Zeit ...“ eine
Erzählung über Maria und die Geburt Jesu. Während des Lesens wurde mir deutlich,
wie kostspielig es ist, von Gott erwählt zu sein.
Maria war erwählt, die Magd des Herrn zu sein. Das bedeutete
unter anderem: Schwangerschaft ohne verheiratet zu sein, Gerede, Unsicherheit,
wie der Verlobte reagiert – und schließlich die Aussage eines alten Propheten: „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel
und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – aber auch dir selbst wird ein
Schwert durch die Seele dringen —, damit aus vielen Herzen die Gedanken
geoffenbart werden.“ (Lukas
2:34+35)
Josef war erwählt, Pflegevater Jesu zu sein. Als er feststellte,
dass seine Verlobte schwanger war, geriet er in schwere Gewissensnöte: Sollte
er Maria steinigen lassen oder wegschicken? Nachdem Gott ihm begegnet war,
übernahm er Verantwortung für Maria und das Kind. Aber sein Leben war nicht
immer leicht, teilweise in Lebensgefahr.
Ähnlich erging es Paulus. Nachdem er Jesus begegnet war,
lautete die Prophetie Gottes über ihn: „Denn ich werde ihm
zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.“ (Apostelgeschichte
9:16)
Ging es den Jüngern besser, nachdem Jesus sie beauftragt hatte,
in aller Welt das Evangelium zu verkündigen? Kaum. Gleich von Anfang an
bedeutete ihre Erwählung Spott, Verfolgung, Gefängnis und oft auch den Tod.
Im Alten Testament war das nicht anders. Jakob war erwählt
von Gott, den Segen und die Verheißung des Messias weiterzutragen. Am Ende
seines Lebens sagt er zum Pharao: „Die ganze Zeit
meiner Fremdlingschaft beträgt 130 Jahre; wenig und böse sind meine Lebensjahre
gewesen, und sie erreichen nicht die Zahl der Lebensjahre meiner Väter in den
Tagen ihrer Fremdlingschaft.“ (1
Mose 47:9)
Mose wurde früh von Gott auf seine Erwählung zum Leiter
Israels vorbereitet. Mit 80 Jahren war es soweit – er führte Israel aus Ägypten und
leitete das Volk unter Gottes Führung 40 Jahre durch die Wüste. Aber nicht
selten schüttet er Gott sein Herz aus: „Habe ich denn
dieses ganze Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagst: Trag es an
deiner Brust, wie die Amme einen Säugling trägt, in das Land, das du ihren
Vätern zugeschworen hast? ... Und wenn du so an mir handeln willst, so töte
mich auf der Stelle, wenn ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich
mein Unglück nicht länger ansehen muss! (4 Mose 11:12+15)
Der Prophet Elia, einer der größten Propheten Israels, betet
völlig deprimiert nach einem großen Sieg für Gott: „Und er
erbat für sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, mein Leben,
denn ich bin nicht besser als meine Väter!“ (1 Könige 19:4)
Der erwählte, gesegnete Prophet Jeremia tat es ihm gleich, wenn
er betet: „Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren
wurde; der Tag, an dem mich meine Mutter zur Welt gebracht hat, sei nicht
gesegnet! Verflucht sei der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft gebracht
hat: »Dir ist ein Knabe geboren!«, der ihn hocherfreut sein ließ! ... Warum bin
ich doch aus dem Mutterschoß hervorgegangen, um Mühsal und Kummer zu sehen, und
damit meine Tage in Schande vergehen?“ (Jeremia 20:14,15+18)
Erwählt, Gott zu dienen und zu Gottes Lob zu leben – das ist
jeder, der Jesus seinen Herrn und Retter nennt. „Er hat
uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach
dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der
er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ (Epheser 1:5+6)
Lasst uns nie denken, dass die Nachfolge Jesus ein Hindurchschweben
durchs Leben sei. Von Paulus und seinem Team lesen wir: „Dabei
stärkten sie die Seelen der Jünger und ermahnten sie, unbeirrt im Glauben zu
bleiben, und sagten ihnen, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich
Gottes eingehen müssen.“
Und in seinem Brief an Timotheus bekräftigt Paulus diese
Aussage: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden
Verfolgung erleiden.“ (2 Timotheus 3:12)
Allerdings predigt Paulus auch, dass jede Stunde der Nachfolge Seiner Erwählten die Kosten wert ist:
Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der
jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns
geoffenbart werden soll.
Halleluja!