Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen;
denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen
wird, welche ihn suchen. (Hebräer 6:11)
Eine vermutlich eher erstaunliche Stärkung meines
Glaubens erfahre ich durch den Blick in die Welt – in die „böse Welt“ – genauer gesagt: der Blick auf die Bosheit der
Menschen. Seltsamer Grund für Glauben, oder?
Dass wir in einer ungerechten und leidvollen Welt leben,
ist uns allen klar. Krankheit macht vor niemandem halt. Junge und Alte, Reiche
und Arme haben die gleichen Krankheiten, unter denen sie leiden, die sie oft
ihr Leben lang tragen müssen – oder an denen sie sogar sterben. Katastrophen machen
auch keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, Europäer oder Asiaten,
Ungebildeten und Intellektuellen. Und selbst Verbrechen treffen alle Ebenen der
menschlichen Gesellschaft.
Regelmäßig höre ich mir Podcasts der Organisation „OpenDoors“ an, die sich mit Christenverfolgung weltweit beschäftigt und darauf
aufmerksam macht. Was in manchen dieser Podcasts berichtet wird, übersteigt den
Durchschnitt des Leids und der Gewalt.
Ähnliches gilt für diktatorische Regime wie die in
Nordkorea oder Somalia. Ähnliches muss über Terrorgruppen gesagt werden, die in
zahllosen Ländern der Welt wehrlose Bevölkerungen ganzer Landstriche terrorisieren.
Es ist richtig, dass es diese überproportionalen,
gefühllosen Gewaltexzesse schon immer gegeben hat. Man denke nur an die
Foltermethoden der Assyrer (und anderer Nationen) in der Antike, die Gräuel des 30-jährigen Krieges oder der Hitler-
Pol
Pot- oder Stalinzeit. Aber wie kann es sein, dass Menschen ihren Mitmenschen auf
eine bestialische Weise begegnen, die selbst in der Tierwelt nicht zu finden
ist? Wie kann es sein, dass Menschen Freude daran haben, anderen
das Leben zu verderben und auf die undenkbarsten Weisen zu nehmen?
Die Bibel gibt Antwort darauf
(1 Mose
6:5; Römer 3:10-18):
Als aber der Herr sah, dass die Bosheit des
Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken
seines Herzens allezeit nur böse.
»Es ist keiner
gerecht, auch nicht einer; 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach
Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da
ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! 13 Ihre Kehle ist ein
offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen;
14 ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, 15 ihre Füße eilen, um
Blut zu vergießen; 16 Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, 17 und den Weg des
Friedens kennen sie nicht. 18 Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.«
Diese und viele andere Verse erklären die Fähigkeit des
Menschen zu aller Art von Bösem und jeglicher Unfähigkeit, das vor Gott Gute zu
tun. Dazu kommt, dass der Mensch, der nicht Gott zum Vater hat, Satan zu Vater
hat (Johannes 8:44). Wenn Satan nun ein
williges Werkzeug findet, kommt zur gefallenen Natur des Menschen noch einmal
diabolische Mächte hinzu. Anders sind die teuflischen Hass- und Gewaltaktionen
kaum zu erklären.
Diese, in der Bibel bereits erwähnte teuflische Verdorbenheit,
erklärt das unmenschliche, unirdische Verhalten, dass wir in immer mehr
Regionen der Welt feststellen müssen.
Auf diesem dunklen Hintergrund unterirdischer Bosheit
leuchtet die überirdische Liebe, Gnade, Treue, Sanftmut, Vergebung ... Gottes
umso himmlischer und übernatürlicher.
Es fällt mir schwer, zu erklären, warum mir gerade diese
Gedanken helfen, an Gott zu glauben. Aber so ist es. Wer beides verkraften kann
– die unterirdische Bosheit Satans und die übernatürliche Liebe Gottes, dem sei
das Open Doors Video im Seitenfenster empfohlen.
Übermorgen dann noch ein paar ermutigende Nachgedanken zum heutigen
Eintrag. Der Herr segne Euch!