Bisher ging es um mehrere verschiedene Personen aus dem Alten Testament, die alle Wüsten im Leben durchquerten mussten – Sandwüsten und auch emotionale und geistliche Wüsten. In ihrer aller Leben wurden die Zeiten in der Wüste zu Zeiten der Begegnung mit Gott. Heute sollen 2 weitere Personen folgen, die Sand- und andere Wüsten kannten, in denen sie Gott begegneten. Diesmal sind wir im Neuen Testament unterwegs.
Johannes dem Täufer! Von ihm heißt es in Matthäus 3:1+3:
In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa … Das ist der, von welchem geredet wurde durch den Propheten Jesaja, der spricht: »Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!«
Johannes der Täufer ist jedem Bibelleser bekannt. In der Wüste verkündigte er das Kommen des Messias. In der Wüste rief er zu Buße und Umkehr auf, und in der Wüste ließen sich Scharen von Menschen taufen. Für ihn war die Sandwüste keine Tragödie. Hier wirkte Gott durch ihn. Aber später geriet sein geistliches Leben in eine Wüste – so gewaltig, dass er an seiner eigenen Botschaft zu zweifeln begann. Um der Gerechtigkeit willen sitzt er ohne Aussicht auf Freilassung im Gefängnis. Nach Matthäus 11:3 sendet er Boten zu Jesus, mit der Frage: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
Johannes blieb seinem Glauben und seinem Gott treu. Er starb als Märtyrer und Jesus ehrt ihn mit den Worten (Matthäus 11:10+11):
„Dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.« 11 Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er.
Ja, Johannes kannte Wüstenzeiten, und in den Wüstenzeiten wandte er sich an Jesus, erfuhr von Ihm Antworten auf seine Zweifel und Fragen und wurde (ohne dass er selbst es wusste) von Jesus hoch gelobt.
Philippus! Auch er kannte Wüstenzeiten. Oft denken wir, dass die „Helden“ Gottes so mit Gott verbunden waren, dass sie nie Situationen erfahren mussten, die wir heute erleben. Über Philippus heißt es in Apostelgeschichte 8:6-8:
Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus vielen Besessenen aus mit großem Geschrei, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es kam große Freude auf in jener Stadt.
Ein reich gesegneter Dienst! Viele geistlich hungrige Menschen! Zeichen und Wunder! Heilungen und Befreiungen! Philippus war der Gesegnete des Herrn in Samaria!
UND DANN SCHICKT GOTT IHN IN DIE WÜSTE!
Führte jemand seinen Dienst weiter? Brachte jemand anders die geistliche Ernte ein? Die Bibel schweigt darüber. Jesus beendet den Dienst des Philippus und schickt ihn auf eine einsame Straße in der Wüste. Dort begegnet er nicht nur einem Beamten aus Äthiopien, sondern auch Gott. Denn Gott fügt alles so, dass es sofort zu einem geistlichen Gespräch kommt, dass der Beamte zum rettenden Glauben an Jesus findet und sich sogar gleich taufen lässt. Manchmal befinden sich Menschen in einer Wüste und fühlen sich von Gott beraubt. Aber Gott beraubt Seine Kinder nicht! Manchmal führt Er uns in die Wüste, um uns zu zeigen, dass Er auch in der Wüste Derselbe ist.
Morgen werden wir die „Wüstenzeiten“ mit Teil 5 abschließen. Uns allen möchte ich zurufen: Lasst uns auch in den Wüstenzeiten an dem Einen festhalten, den wir in den guten Zeiten des Lebens als gerecht und treu kennengelernt haben.