„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 12. August 2024

Alles durch Jesus – nichts ohne Ihn!

Schon eine interessante Überschrift, oder? Nichts ohne Jesus? Tatsache ist, dass die Sonne jeden Morgen aufgeht, gottlose Regierungen im Amt bleiben und das Frühstück morgens bei den meisten Menschen auf dem Tisch steht – auch, ohne dass sie an Jesus glauben. Wiedergeborene Christen – solche, die Jesus konsequent nachfolgen – sind eine Minderheit. Nichts ohne Jesus … alles durch Ihn?

Sicher kann man über diese Aussage diskutieren. In einer solchen Diskussion würden Atheisten und bibelgläubige Menschen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Menschen, die Jesus glauben und sich an Seinem Wort orientieren, wissen, dass nichts auf der Welt geschehen kann, ohne das Wissen, die Führung oder die Duldung Gottes. Kein Vogel kann vom Himmel fallen ohne den Willen Gottes.

Heute im Gottesdienst predigte mein Freund Uwe über Apostelgeschichte 16 und mir wurde wieder neu so bewusst, wie selbst – oder gerade – im geistlichen Bereich die absolute Notwendigkeit der Gegenwart und des Wirkens Gottes unabdingbar und sichtbar ist. Paulus war unterwegs für den Herrn. Die ganze Welt stand ihm als Missionsfeld offen. Es gab noch keine „christlichen Länder“. Die ganze Welt bestand noch aus „unerreichten Volksgruppen“. Trotzdem war es der Herr selbst, der Paulus durch den Heiligen Geist genau dahin führte, wo die Herzen vorbereitet waren. Nicht Paulus bestimmte die Route, sondern Jesus (Apostelgeschichte 16:6-9):

Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen. 7 Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. 8 Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas. 9 Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!

Was und wo Paulus wirkte, war durch Jesus geführt. Ohne Ihn wäre Paulus in der Provinz Asia steckengeblieben oder in Bithynien. Aber Jesus führte ihn durch Seinen Geist an den Platz, der für den Dienst und die geistliche Ernte vorbereitet war. Aber auch die Ernte war das Werk Gottes. Alles durch Ihn, nichts ohne Ihn, wie Apostelgeschichte 16:14 deutlich macht:

Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.

Ich bin sicher, dass Paulus seinen Dienst immer wieder im Gebet in Jesu Hände gelegt hat, ebenso wie die Menschen, die er noch nicht kannte, die aber durch ihn das Evangelium hören würden. Und das Evangelium, die Botschaft von Jesus, verkündigte Paulus. Aber es war der Herr, der den Menschen das Herz öffnete. Das dürfen auch wir vom Herrn erbitten und erwarten, dass Er die Herzen derer öffnet, zu denen Er uns führt und die durch uns das Evangelium hören. Unsere Verantwortung ist der Gehorsam: zu beten, zu glauben, zu gehen und zu verkündigen. Jesu Werk ist es, Herzen zu öffnen und zu retten.

Paulus predigte in Philippi, was Satan gar nicht passte. Eine dämonisierte Wahrsagerin belästigte ihn so sehr, dass Paulus sie ansprach. Aber es war nicht etwa der Name des großen Apostels, der den Sieg über die Dämonen behielt und die Magd von den Quälgeistern befreite. Es war der Name Jesu, der diesen Sieg vollbrachte, wie Apostelgeschichte 16:18 zeigt:

Und dies tat sie viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.

Das sind nur einige von vielen Hinweisen, dass Jesus für allen Segen in Apostelgeschichte 16 zuständig ist. Würde man Ihn aus dem Kapitel entfernen, hätten wir eine leere Seite vor uns.

Auch Du und ich dürfen damit rechnen, dass Jesus uns heute gebrauchen und durch uns wirken möchte. An uns ist es, Ihm im Glauben und Gehorsam zu folgen, wie Er uns führt und unseren Tag Ihm  im Gebet anzuvertrauen. An Ihm ist es, in und durch uns zu wirken zum Bau Seines Reiches und zu Seiner Ehre!

Gebet für einen neuen Tag!

Lieber Herr,

Soweit ist diese ganze Woche wirklich gut angelaufen.  Ich habe nicht schlecht über andere geredet! Ich habe meine Geduld nicht verloren, ich war niemandem gegenüber geizig, ich war nicht lästig, selbstsüchtig oder aufdringlich. Für all das bin ich sehr dankbar. Aber Herr, in einigen Minuten werde ich mich aus dem Bett quälen – und dann brauche ich wohl wesentlich mehr Hilfe!

Wie sehr die Welt am Montagmorgen um 6:00 Uhr doch in Ordnung sein kann – VOR dem Aufstehen! Dann beginnt das normale Leben. Vermutlich hat der oben erwähnte Beter genau das Richtige getan: er hat gebetet. Hoffentlich war dieses Stoßgebet nicht alles, was er an Vorbereitungszeit für ein Leben in der Nachfolge mit Jesus verbracht hat. Aber ein guter Anfang allemal.

Auch diese Woche wird Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Siege und Niederlagen bringen. Das wissen wir alle. Einige unserer Herausforderungen kennen wir bereits, andere werden kommen und uns überraschen. Nichts muss uns umwerfen. Aber wie bereiten wir uns auf eine Woche im Sieg vor?

In Epheser 6 heißt es in den Versen 12-19:

Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen,

Das ist einer von verschiedenen Bibelabschnitten, die zur Beantwortung der Siegesfrage herangezogen werden können. Ich habe einen Freund, der seit vielen Jahren, vielleicht Jahrzehnten, diesen Bibeltext Morgen für Morgen durchbetet. Morgen für Morgen zieht er die Waffenrüstung an, Teil für Teil, bis er die ganze Rüstung trägt. Muss es verwundern, dass er als ein siegreicher, dankbarer – nicht vollkommener, aber geistlich gesunder Mensch durchs Leben geht?

Wenn Du Dich heute Morgen mit einem Stoßgebet um Gottes Hilfe für den Tag oder die Woche aus dem Bett gequält hast, dann war das ein guter Anfang. Nimm Dir ein paar zusätzliche Minuten. Sprich mit Jesus über die geistliche Waffenrüstung und zieh sie an, denn der Feind Jesu, der auch unser Feind ist, wird angreifen. Darauf können wir uns verlassen.

Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus
und offenbart den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns 
an allen Orten!
(2 Korinther 2:14)

Samstag, 10. August 2024

Last und Freude des Pastors

Aus unbekannter Quelle wird berichtet, dass ein älterer Prediger eines Sonntagmorgens vor dem Gottesdienst von einem seiner Diakone zurechtgewiesen wurde. „Pastor“, sagte der Mann, „mit Ihrer Predigt und Ihrer Arbeit kann etwas nicht stimmen. In einem ganzen Jahr ist nur eine Person zur Gemeinde hinzugekommen, und das ist noch ein Junge.“

Der Pastor hörte zu, seine Augen wurden feucht, seine dünne Hand zitterte. „Ich sehe das auch alles“, antwortete er. „Aber Gott weiß, dass ich alles versucht habe, meine Pflicht zu tun.“ An dem Tag stand der Pastor mit schwerem Herzen vor seiner Gemeinde. Als er die Predigt beendet hatte, verspürte er den starken Wunsch, sein Amt abzugeben und zurückzutreten.

Nachdem alle anderen gegangen waren, kam jener Junge zu ihm und fragte: „Denken Sie, wenn ich hart für eine Ausbildung arbeite, könnte auch ich Prediger werden – vielleicht Missionar?

Wieder stiegen dem Pfarrer Tränen in die Augen. „Ah, das heilt den Schmerz, den ich fühle“, sagte er. „Robert, ich sehe Gottes Hand. Möge Gott dich segnen, mein Junge. Ja, ich glaube, Du wirst einmal ein Prediger.

Robert Moffat (1795-1883)
Viele Jahre später kehrte ein betagter Missionar aus Afrika nach London zurück. Sein Name wurde mit Ehrfurcht ausgesprochen. Adelige luden ihn zu sich nach Hause ein. Er hatte der Gemeinde Jesu viele Seelen hinzugefügt und sogar einige der wildesten Stammesführer Afrikas erreicht. Sein Name: Robert Moffat; derselbe Robert, der viele Jahre zuvor an jenem Sonntagmorgen in der alten schottischen Kirche mit dem Pastor gesprochen hatte.

Wie oft fragt sich (D)ein Pastor: „Was wird meine Predigt wohl bewirken? Kann Gott durch mich arbeiten? Ist mein Bestes für Jesus genug für Sein herrliches Reich?

Berichte wie dieser erinnern uns daran, worauf Gott Wert legt
(1 Korinther 4:2):

Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt,
dass er treu erfunden wird.

Nicht Können, kluge Worte oder Selbstvertrauen. Treue zur Berufung, mit der wir berufen sind, egal ob das ein Pastorendienst oder irgendein anderer Dienst ist.

Ganz ähnlich kam Charles Spurgeon zum Glauben und schließlich in den Dienst. Während eines schlimmen Schneesturms konnte er als junger Mensch seine Kirche nicht besuchen. Also besuchte er eine andere Kirche. Dort fiel, wegen des Sturmes, allerdings der Pastor aus und ein ungelehrter Diakon musste predigen. Er wusste nicht mehr zu sagen als ständig Jesaja 45:22 zu wiederholen:

“Schaut auf mich, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde;
denn ich bin Gott und keiner sonst!“


Dann fügte er hinzu: „Es ist Christus, der spricht: ‘Ich bin im Garten der Todesangst, schütte meine Seele aus. Ich hänge am Holz, sterbe für Sünder.  Schaut auf mich! Schaut auf mich!'"

Das ist alles, was Du tun musst. Ein Kind kann schauen. Jeder, der fast Geisteskrank ist, kann schauen. Niemand muss studieren, wie man schaut! Egal, wie schwach oder arm jemand ist – er kann schauen. Und wenn er schaut, ist das Versprechen, dass er leben soll.  In diesem Gottesdienst, durch die unbeholfenen Worte eines ungelehrten Diakons, kam Spurgeon zum Glauben.

Manchmal fühlt es sich nicht so an, als würde unser Dienst für Jesus Sinn machen, Frucht bringen oder in irgendeiner Weise nützlich sein. Aber wie es sich anfühlt, ist völlig unwesentlich. Wesentlich ist, dass wir treu sind in unserer Berufung / Aufgabe, die Gott uns gegeben hat und Seinem Wort vertrauen
(1 Korinther 15:58):

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!

„Herr, hilf uns, treu zu sein. Dann gib uns die Gnade, die Ergebnisse dir zu überlassen. Amen!“

Freitag, 9. August 2024

Was siehst Du?

Wenn Du heute schon Nachrichten angeschaut hast – oder es noch tun wirst – was siehst Du? Oder wenn Du die Tageszeitung aufschlägst – was liest Du? Hier ein paar mögliche oder sogar wahrscheinliche Vorschläge – je nachdem, wie intensiv Du die Nachrichten verfolgst:

  • Gewaltproteste in England
  • Tote bei Hoteleinsturz
  • Tote und Verletzte bei Drohnenangriff in Donezk
  • Enorme Verluste auf beiden Seiten der russisch-ukrainischen Front
  • Ganz-nächtlicher Raketenalarm in Tel Aviv
  • Flüchtlingslager in Gaza getroffen; Hunderte Tote
  • Iran schwört Israel baldige und mörderische Rache
  • Flüchtlingsboot gesunken; 129 Tote, darunter 32 Kinder
  • Musikkonzerte wegen Terrorgefahr abgesagt
  • Sicherheitslage in Deutschland angespannt
  • Hackerangriff auf Verteidigungsministerium

Genug! (… von Unruhen in Bangladesch, Sudan, Somalia, Nigeria, Mali … ganz zu schweigen, ebenso wie von dem Leid durch zerbrochene Ehen, Abtreibungen, Kinderarbeit, Missbrauch etc.).

Tatsache ist, dass ich immer wieder Menschen treffe, die ganz aufgehört haben, Nachrichten zu schauen. Zu deprimierend! Zu hoffnungslos! Und doch kann niemand dem Trend der Zeit entfliehen. 

Heute Morgen hörte ich mir Jesaja 32 an und wurde neu erinnert, ermutigt und begeistert, mich nicht an der Gegenwart satt zu sehen, sondern an Jesus. Ich wurde aufgefordert, nach vorne und nach oben zu schauen. DAS ist unsere Blickrichtung als Christen. Das lässt unsere Grundstimmung anders sein als die der Menschen, die Jesus nicht kennen. Freu Dich auf die fest zugesicherte Zukunft, wie sie in Jesaja 32 verheißen ist:

Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren, und Fürsten werden gemäß dem Recht herrschen; 2 und ein Mann wird sein wie ein Bergungsort vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Unwetter, wie Wasserbäche in einer dürren Gegend, wie der Schatten eines mächtigen Felsens in einem erschöpften Land. 3 Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr zugeklebt sein, und die Ohren der Hörenden werden aufhorchen; 4 und das Herz der Unbesonnenen wird Einsicht gewinnen, und die Zunge der Stammelnden wird geläufig und verständlich reden. 5 Der gemeine Mensch wird dann nicht mehr ein Edler heißen, und der Betrüger wird nicht mehr vornehm genannt werden. (…)

15(…) bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird. Dann wird die Wüste zum Fruchtgarten, und der Fruchtgarten wird wie Wald geachtet werden. 16 Und das Recht wird sich in der Wüste niederlassen und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen; 17 und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit auf ewig. 18 Und mein Volk wird in Wohnorten des Friedens wohnen, in sicheren Wohnungen und an sorglosen Ruheorten.

Gut, die „Theologen“ werden jetzt sagen: ‚Das sind doch Verse über das 1000-jährige Friedensreich‘. Richtig! Aber das ist die Zeit, die vor uns liegt. Egal welche Millenniums-Theologie wir vertreten: Diese Verse beschreiben die Zukunft und bestätigen damit, dass die Zeit, in der wir leben und leiden, abgelöst wird von einer Zeit der Freiheit von Leid und Not.

Bei allen Nachrichten, die derzeit auf uns niederprasseln – DARAUF sollten wir unseren Blick richten: Auf Jesus, unseren König, der in Gerechtigkeit regieren wird. Auf eine Erde, die unter Seiner Herrschaft (aber nicht früher) blühen und ihren Ertrag bringen wird. Darum wollen wir es den Jüngern Jesu gleichtun, von denen es in Matthäus 17:8 heißt:

Als sie aber ihre Augen erhoben,
sahen sie niemand als Jesus allein.

Schau auf Jesus! Er ist unser Friede!

Donnerstag, 8. August 2024

Vergebung

Gestern las ich einen bedrückenden Beitrag über Vergebung auf FB. Viele Meinungen, viele Verletzungen, viel Festhalten - aber in alledem nur eine Lösung: JESUS! 

Mir fällt die Geschichte vom alten Martin ein. Der alte Martin lag im Sterben. Jahrelang hatte er mit Walter, seinem Nachbarn, im Streit gelebt. Aus bester Freundschaft hatte sich eine erbitterte Feindschaft entwickelt. Als er nun merkte, dass sein Ende nahe war, ließ er Walter rufen, um sich mit ihm zu versöhnen. Als der Nachbar ins Krankenzimmer trat, erklärte ihm Martin, dass er nicht in Frieden in die Ewigkeit hinübergehen könne, mit dem jahrelangen Streit zwischen den beiden Ex-Freunden.

Dann, zögernd und mit äußerster Mühe, bat Martin um Vergebung für all die bösen Worte und Taten, die von ihm ausgegangen waren. Er sicherte Walter auch Vergebung zu für dessen Vergehen. Alles schien wunderbar – bis zu dem Moment, als Walter das Zimmer verlassen wollte. Als dieser die Türe aufmachte, um zu gehen, hörte er Martins Stimme hinter sich: „Aber denk dran: sollte ich mich wieder erholen, gilt das alles nicht mehr!

Der eine wird über diese Geschichte lachen, der andere erschrocken sein. Aber sind unsere Regungen nicht manchmal ganz ähnlich, wenn es darum geht, unserem Nächsten zu vergeben? Wer so handelt, schadet sich selbst. Bitterkeit und Unversöhnlichkeit machen krank! Gott zeigt uns, was wahre Vergebung ist und wie Vergebung funktioniert. Er zeigt es uns daran, wie Er selbst vergibt. Wahre Vergebung, Vergebung wie Gott vergibt, offenbart Er uns in Jesaja 43:25:

„Ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen,
und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken!”

Nach diesem Muster sollen auch wir vergeben. Das ist auch die Art und Weise, wie Jesus unsere Sünden vergibt. Sehnst Du Dich nach echter, himmlischer Vergebung, nach einem neuen Start und Annahme bei Gott. All das findest Du bei Jesus. Dem, der es ernst meint, vergibt Er 100% und schenkt neues Leben.
 

 

Mittwoch, 7. August 2024

Wie werde ich verändert?

Der Theologe und Missionar Stanley Jones (1884-1973) erwähnt eine interessante Illustration:

Wenn ein Stück rohes Eisen, das noch ungebraucht in der Schmiede herumliegt, reden könnte, dann würde es sagen: "Ich bin schwarz, ich bin kalt, ich bin hart!" Und es hätte recht!

Nun aber lege man dieses selbe Stück Eisen ins Feuer eines Schmelzofens. Man warte ein wenig, bis das Feuer seine Macht über das Eisen bewiesen hat und würde die verwunderte Aussage hören: "Die Schwärze, die Kälte, die Härte ist weg! Ich bin völlig verändert. Jetzt bin ich rot statt schwarz, glühend statt kalt und biegsam statt hart. Nun bin ich brauchbar geworden für meine Bestimmung!"

Würde sich das Eisen selber rühmen? Nein, es würde sich des Feuers rühmen, durch das es vollkommen umgewandelt wurde.

 

Stanleys Illustration erinnert an zweierlei:

Der Mensch ist von Natur kalt und hart gegenüber der Gnade Gottes. Wenn ihn aber der Herr mit der Kraft des Blutes Jesu anrührt, wenn Jesu Blut ihn reinigt, wenn er von Gottes Liebe erfüllt wird, dann verschwindet, was von Natur aus war.

Gereinigt und unserer Bestimmung zugeführt, gehört die Ehre nicht dem Menschen, sondern dem Herrn! Aber noch eine andere Parallele drängt sich auf.

Wie kalt und hart ist oft unser (wiedergeborenes) Herz dem Herrn und Seinen Plänen gegenüber. Wie oft sind wir alles andere als formbar, brennend und brauchbar für Jesus! Gottes Wort lehrt, dass der Herr das Feuer der Anfechtung und des Leides dazu gebraucht, uns formbar und brennend zu machen. Es hilft uns, in unserer Bestimmung zu leben:

Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; 13 sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. 14 Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. (1 Petrus 4:12-14)

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, 3 da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. 4 Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. (Jakobus 1:2-4)

Das Feuer des Leides und der Anfechtung sind Gnadenmittel unseres liebenden Gottes, uns zu reinigen, zu heiligen und zuzubereiten. Wie die Entfernung eines tödlichen Tumors mit unangenehmer oder gar schmerzhafter Behandlung zu tun hat, so beinhaltet die Veränderung unseres Lebens zur Ehre Gottes mitunter Zeiten der Anfechtung und des Leids.

Aber auch dann gelten die Mut machenden, herrlichen Aussagen aus dem Römerbrief:

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. (Römer 8:18)

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8:28)

Dienstag, 6. August 2024

Die Könige Judas – Joram

Jehosaphat ist ein beeindruckender König. Gläubig, hingegeben, konsequent und mit vielen Gotteserfahrungen regierte er 25 Jahre lang über Juda. Wie kann es sein, dass sein Sohn Joram völlig andre Wege geht und das Königszepter nach nur 8 Jahren wieder abgeben muss?

Die Berichte in den Bibelbüchern über ihn sind kurz. In 2 Könige gerade mal 9 Verse. Darum hier der ganze Bericht. Gott hat nicht sonderlich viel über Joram zu sagen (2 Könige 8:16-24):

Und im fünften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, als Josaphat noch König von Juda war, wurde Joram, der Sohn Josaphats, König in Juda. 17 Er war 32 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte acht Jahre lang in Jerusalem. 18 Und er wandelte auf dem Weg der Könige von Israel, wie es das Haus Ahabs tat; denn die Tochter Ahabs war seine Frau, und er tat, was böse war in den Augen des Herrn. 19 Aber der Herr wollte Juda nicht verderben um seines Knechtes David willen, wie er ihm verheißen hatte, ihm unter seinen Söhnen allezeit eine Leuchte zu geben. 20 Zu seiner Zeit fielen die Edomiter von der Oberherrschaft Judas ab und setzten einen König über sich. 21 Da zog Joram nach Zair und alle Streitwagen mit ihm; und er machte sich auf bei Nacht und schlug die Edomiter, die ihn und die Obersten über die Streitwagen umzingelt hatten, sodass das Volk in seine Zelte floh. 22 Dennoch fielen die Edomiter von der Oberherrschaft Judas ab bis zu diesem Tag. Auch Libna fiel zu jener Zeit ab. 23 Was aber mehr von Joram zu sagen ist, und alles, was er getan hat, ist das nicht geschrieben im Buch der Chronik der Könige von Juda? 24 Und Joram legte sich zu seinen Vätern und wurde bei seinen Vätern begraben in der Stadt Davids; und Ahasja, sein Sohn, wurde König an seiner Stelle.

Joram hatte noch sechs Brüder, aber als Erstgeborener folgte er seinem Vater auf den Thron. Es gibt verschiedene Hinweise, was zu seinem gottlosen Leben geführt hat und geführt haben könnten. König Ahab regierte über den gottlosen Norden Israels und war einer der gottlosesten Könige dort. Joram heiratete Ahabs Tochter. Die verführte ihren Mann zum Götzendienst. – WARUM? – Warum zog Joram sie nicht hin zum lebendigen Gott Israels, sondern sie zog Joram hin zu den toten Götzen der Heiden? 

Vielleicht deshalb, weil es immer schwieriger ist, jemanden nach oben hochzuziehen, als jemanden nach unten runterzuziehen. In wie vielen Ehen hat der gläubige Partner den ungläubigen zum Herrn führen können? In wie vielen Ehen war es umgekehrt? Diese Erfahrung machte auch Joram.

Die Abkehr vom lebendigen Gott und Seinen guten Wegen zerstörte alles in ihm, was gut war. Im Parallelbericht in 2 Chronik 21 wird zusätzlich berichtet, dass er alle seine Brüder ermordete. Die Folge seines Abfalls von Gott war, dass das Land politisch unstabil wurde, Götzendienst und Hurerei sich aber nicht nur im Königspalast, sondern auch unter dem Volk sich ausbreiteten.

Unsagbares Leid brach über Joram, seine Familie und sein Volk herein. Feindliche Armeen brachen ins Land ein, raubten und plünderten, entführten seine Frauen und Söhne, außer Joahas, seinem Jüngsten. Zu guter Letzt wurde Joram krank, litt zwei Jahre an einer schlimmen Darmkrankheit, die sich schließlich nicht nur intern, sondern auch extern bemerkbar machte. Unter furchtbaren Schmerzen starb König Joram und wurde ohne die üblichen Königsehren von einem Volk begraben, das ihm keine Träne nachweinte. Was für ein elendes, bemitleidenswertes Schicksal! Was war falsch gelaufen?

  • Joram hatte sich seine Frau unter denen ausgesucht, die dem Gott seiner Väter nicht folgten.
  • Er folgte schließlich den gottlosen Wegen anderer Völker, nicht nur passiv, sondern aktiv.
  • Er mordete, hurte und verführte durch sein missgeleitetes Leben auch viele andere.

Das war sicher alles nicht sein Ziel gewesen, als er die Königswürde übernommen hatte. Aber er hatte bewusst Wege eingeschlagen und Taten geplant, die dem Wort des lebendigen Gottes und Segenspenders entgegenstanden.

Die praktische Lektion liegt auf der Hand (5 Mose 11:26-28):

Siehe, ich lege euch heute den Segen und den Fluch vor: 27 den Segen, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, gehorsam seid, die ich euch heute gebiete; 28 den Fluch aber, wenn ihr den Geboten des Herrn, eures Gottes, nicht gehorsam sein werdet und von dem Weg, den ich euch heute gebiete, abweicht, sodass ihr anderen Göttern nachfolgt, die ihr nicht kennt.