„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 26. Juli 2023

Wunder gibt es immer wieder

Mit diesem Lied kam Katja Ebstein 1970 auf Platz 3 des Eurovison Song Contest. Im Lied gehts um Glück, Liebe und das Leben.

Wunder wünschen wir uns alle. Der eine braucht Finanzen, der andere Gesundheit, der Dritte ganz etwas anderes. Nur: Wunder lassen sich nicht kaufen. Es gibt sie auch nicht wie Sand am Meer. Und trotzdem ist unser Gott ein Gott der Wunder tut. In Psalm 77:15 freut sich der Psalmist:

„Du bist der Gott, der Wunder tut;
du hast deine Macht erwiesen an den Völkern!“

Wer Wunder braucht, der sollte sich an Jesus wenden. Wer übernatürliches Eingreifen braucht, der wende sich an Jesus. Wer eine Machterweisung Gottes benötigt, der wende sich an Jesus!

In einer Ausgabe der DMG Zeitschrift „DMG informiert“ erzählt eine Missionarin von einem Briefkastenwunder. Ihr Gehalt kommt durch Spenden zusammen. Um grünes Licht zur Ausreise nach Afrika zu erhalten, fehlen noch mehrere Tausend Euro. Der Flug ist gebucht – wohlgemerkt: im Glauben an einen wunderwirkenden Gott. Sie wendet sich an Gott, bespricht ihr Bedürfnis nach einem Wunder mit Ihm. Das erste Wunder geschieht: Gott antwortet! Er spricht ihr zu:

„Werft nun euer Vertrauen nicht weg!
 Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft.“
(Hebräer 10:35)

Dann geschieht das zweite Wunder! Sie schreibt: „Auf einmal hatte ich inneren Frieden und die Gewissheit, dass Gott mich rechtzeitig und gut versorgen würde.“  Allerdings zahlte dieser innere Frieden nicht für das Flugticket. Aber dann geschieht das dritte Wunder! Sie schreibt:
„Am nächsten Morgen fand ich einen Umschlag mit vielen tausend Euro in meinem Briefkasten – anonym, nur mit einem computergeschriebenen Zettel, dass die Spende für meine Arbeit bestimmt sei.“

Jesusjünger auf der ganzen Welt erleben ähnliches – mit oder ohne Geld.

Ja, Wunder gibt es immer wieder. Aber Gott verschleudert sie mit Sicherheit nicht wie Billigware. Er schenkt sie als Antwort auf Gebet. Er schenkt sie offen und deutlich oder in einer Verpackung, in der sie manchmal zunächst gar nicht als Wunder zu erkennen sind. Aber solche, die mit ihren Anliegen zu Gott kommen, seien es große oder kleine Anliegen, denen wird Gott begegnen. Er ist der Gott, der Wunder tut; Er hat Seine Macht erwiesen – und tut es bis heute.

Dienstag, 25. Juli 2023

Ein besonderer Vers aus dem Propheten Hesekiel

Das Buch Hesekiel ist eins der Bücher, die man nicht lesen kann wie eine Geschichte. Botschaften des Gerichts und der Gnade wechseln sich ab und zwischendrin immer wieder mysteriöse Visionen und seltsame Handlungen des Propheten.

Aber wusstet Ihr auch, dass Gott, der Herr, sich im Buch Hesekiel als der beste Herzspezialist aller Zeiten offenbart? Um das zu erklären müssen wir einige Verse zitieren, bevor wir den besonderen Vers lesen.

Zunächst möchte Gott als guter Arzt vor einer Operation unser Einverständnis. Er manipuliert nicht über unsere Köpfe hinweg und zwingt uns nicht zu unserem Guten. Gott möchte unsere „Unterschrift“, unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Ihm. In Hesekiel 18:31 lesen wir:

„Werft von euch alle eure Vergehen,
mit denen ihr euch vergangen habt,
und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!
Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel?“

Sterben wollen wir natürlich nicht! Also geht es darum, die Vorbereitung für den Erhalt eines neuen Herzes zu in Gang zu setzen: Sünden loszulassen, weit von uns zu werfen – vielleicht vor allem das Grundübel der Gleichgültigkeit und Widerspenstigkeit.

Wenn diese OP Vorbereitung beendet ist, das Bekennen und Loslassen der Sünde – und damit die „Unterschrift“ zur OP gegeben, dann führt der allmächtige Gott den kardiologischen Eingriff durch, den Hesekiel in Kapitel 36:26 – unser besonderer Vers für heute – beschreibt:

„Und ich werde euch ein neues Herz geben
und einen neuen Geist in euer Inneres geben;
und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen
und euch ein fleischernes Herz geben.“

 Gott wird und kann ein Herz erneuern. Er repariert nicht, er näht nicht, verbindet nicht notdürftig und bepflastert nicht – Er tauscht aus!

Das alte Herz für ein neues.
Das steinerne Herz für ein fleischernes.
Das tote Herz für ein lebendiges.
Das kalte Herz für ein emotionales.
Das geistlose Herz für ein geisterfülltes.

Das macht Gott! Das kann Gott! Darin hat Er Erfahrung. Immerhin hat Er unsere Herzen erschaffen. Er weiß, wie ein gesundes Herz funktionieren soll.

Und wenn wir dann, nach erfolgreicher Operation durch den Schöpfer, ein neues Herz erhalten haben und die Augen aufschlagen, dann werden wir ganz neu Seine Herrlichkeit erkennen und Seine Stimme hören – die Stimme des Guten Hirten!

Brauchst Du heute den Dienst des Kardiologen für Dein (geistliches) Herz?

„Und ich werde euch ein neues Herz geben
Und einen neuen Geist in euer Inneres geben;
und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen
und euch ein fleischernes Herz geben.“
(Hesekiel 36:26)

Montag, 24. Juli 2023

WANN kommt Jesus wieder?

Was haben die folgenden Jahreszahlen gemeinsam: 1248, 1306, 1689, 1792, 1836, 1844, 1914, 1936, 1960, 1974, 1981, 1988, 1989, 1992, 1994 und 2011? Sie alle stehen für Jahre, in denen die Menschen das zweite Kommen Christi vorhersagten. Und die Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig. Offensichtlich sind alle diese Jahre und Vorhersagen verstrichen, ohne dass sich die „Prophetien“ erfüllt haben. In Matthäus 24:36 lehrt Jesus: 

Im jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater.

Niemand auf der Erde kennt den genauen Zeitpunkt des Kommens Jesu. Was wir aber wissen ist Folgendes: Das Kommen Christi wird unerwartet und dramatisch sein. So beschreibt Petrus diesen besonderen Tag (1 Petrus 3:10):

„Aber der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht, an dem die Himmel mit großem Lärm vergehen und die Elemente in glühender Hitze schmelzen werden; und die Erde und die Werke, die darin sind, werden verbrannt werden.“

Paulus zeichnet ein ähnliches Szenario in 1 Thessalonicher 5:2:

Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

Jesu Kommen wird plötzlich und unversehens sein. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass damit nur Schrecken verbunden sein wird. „Plötzlich“ kann etwas Negatives bedeuten – wenn zum Beispiel eine plötzliche Springflut Verderben bringt oder ein plötzlicher, unerwarteter Donner uns erschrickt. Plötzlich kann aber auch etwas durchaus Positives sein – wenn durch eine dunkle Wolkendecke plötzlich die Sonne mit ihren warmen Strahlen durchbricht oder es plötzlich klingelt und lieber Besuch vor der Tür steht.

Wenn Jesus plötzlich und unverhofft wiederkommt, werden die Menschen eine von zwei Erfahrungen machen. Für die einen wird sein plötzliches Erscheinen Schrecken und Angst zur Folge haben. Alles was sie erst in weiter Zukunft erwartet hatten oder was sie sogar ins Reich der Fabeln verwiesen hatten – ist unverhofft zur Realität geworden. Und sie sind nicht vorbereitet.

Für die anderen wird es der herrlichste Moment ihres Lebens sein. Das Leben in der Fremde (auf der Erde) hat ein plötzliches Ende und das Leben in der Heimat (im Himmel mit Jesus) beginnt. Alles Beschwerliche ist beendet. Das Leben in ultimativer Freiheit, Freude und Unbeschwertheit hat begonnen.

Das plötzliche, unverhoffte Kommen Jesus steht noch aus. Wann Jesus wiederkommt, weiß niemand. Dass Er wiederkommt, wissen alle, die zu Ihm gehören. Und für sie ist es ein Grund der Zuversicht und der frohen Erwartung, die sie – mit uns – rufen lässt:

„Maranatha! Komm, Herr Jesus!“

Sonntag, 23. Juli 2023

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigtthema:
Gottes Vision für Seine Gemeinde / Dienst
 
Apostelgeschichte 2:42: "Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten." 
 
Johannes 13:1-17: Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
2 Und während des Mahls, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
3 da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging,
4 stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich;
5 darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.
6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?
7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen.
8 Petrus spricht zu ihm: Auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.
9 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt!
10 Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
11 Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe?
13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch.
14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen;
15 denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.
16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat.
17
Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!


  Lobpreis - Gottes Wort 
Gebet - Gemeinschaft
Anschließend gemeinsames Mittagessen! 
Beginn: 10:30 Uhr

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 

57290 Neunkirchen-Zentrum
 
Herzlich Willkommen! 
Sonntagszitat:

"Gott dienen, das ist Freiheit."
(Augustinus)
 
"Es mag der Teufel sein oder es mag Christus sein, 
aber du wirst jemandem dienen müssen."
(Bob Dylan)

Samstag, 22. Juli 2023

Morgen ist Gottes (dienst) - Tag

Morgen ist Gottes(dienst) - Tag. Nicht für jeden. Für manche ist es ein Tag, an dem man endlich mal zum Rasenmähen, Autowaschen oder Tapezieren kommt.

Für andere ist es der arbeitsfreie Tag, an dem man endlich mal ausschlafen, lange frühstücken und den Vormittag stressfrei genießen kann.

Andere wiederum freuen sich auf einen Tag in der Natur, im Freibad, bei Verwandten oder mit Besuchern in den eigenen 4 Wänden.

Der Besuch eines Gottesdienstes wird für immer mehr Menschen überflüssig. Auch Christen – Jesus Nachfolger – sehen den regelmäßigen, sonntäglichen Gottesdienst nicht unbedingt als verpflichtend an. Und das zu recht, denn der Herr hat Seine Jünger nicht dazu „verdonnert“, an einem Gottesdienst teilzunehmen. Allerdings sagt Hebräer 10:25 schon sehr deutlich:

„Und lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie einige es tun, sondern ermutigt und ermahnt einander, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näher rückt!“

Die ersten Christen verstanden die regelmäßigen Treffen keineswegs als Pflichtveranstaltung oder Strafe. Für sie war es eine Stärkung dessen, was im Leben am Wichtigsten war: ihr Glaube. Es war die Gemeinschaft mit Geschwistern und mit Jesus selbst. Es war eine Zeit, in der Jesus ihren Seelen diente und sie Jesus und ihren Geschwistern dienten. Es war ihnen ein Anliegen, Zeit mit Jesus und Geschwistern zu verbringen, denn ihr Leben gehörte nicht ihnen, sondern Jesus.

Ich möchte Dich, lieber Leser, ermutigen, morgen den Gottesdienst Deiner Gemeinde zu besuchen. Lass alles andere zweitrangig sein. Nimm Deinen Besuch mit in die Gemeinde. Frühstücke einfach eine halbe Stunde früher. Verzichte auf das, was Dich von der Gemeinschaft mit Jesus und den Geschwistern abhalten will, und tue all das nicht, weil Du musst, sondern weil es Jesus gefällt und es für Deine geistliche Gesundheit unumgänglich ist.

Wenn Du Dich gerade im Urlaub befindest, erinnere Dich an das Vorbild Jesu. Er war überall zu Hause, was den Glauben anging. Manchmal war er in der Synagoge Seiner Heimatstadt, Nazareth, manchmal in Kapernaum und wenn in Jerusalem, dann war er am Sabbat sicher im Tempel zu finden. Nicht aus Gesetzlichkeit, sondern weil es Sabbat war, der Tag des Herrn.

Gib dem Gottesdienstbesuch am Sonntag einen festzementierten Platz in Deiner Woche. Mach ihn zu einer heiligen Gewohnheit. Nicht, weil Du musst oder aus Gesetzlichkeit, sondern weil Du Jesus liebst, Ihm nachfolgen möchtest und der Herr es für Dein Wachstum im geistlichen Leben vorgesehen hat.

Der Herr segne Dich!

Freitag, 21. Juli 2023

Hausgans oder Wildgans?

Antoine de Saint-Exupery erzählt von einer Gruppe zahmer Gänse, deren Horizont nie weiter reichte als ihr Stall, ihr Fresstrog und der Weg zum Weiher. Das war ihre Welt.  

Wenn zur Zeit des herbstlichen Vogelflugs Schwärme von Wildenten und Wildgänsen über ihre Köpfe hinweg ziehen, bleibt ihnen das nicht verborgen. An einem sonnigen Herbsttag zieht eine Kette von Wildgänsen in Dreiecksform über den Weiher, und es entsteht eine nervöse Bewegung unter den Hausgänsen. Sie beginnen, mit den Flügeln zu schlagen, die allerdings das Fliegen nie gelernt haben. Sekundenbilder entstehen in ihren kleinen Gänsehirnen. Bilder der Sehnsucht nach Wäldern, Seen und Bergen, nach geheimen Flugrouten, die zum Aufbruch in die Ferne locken. Der Ruf der Wildgänse weckt lang verschüttete Emotionen. Aber man ist zahm geworden und hat sich an das Leben in Gefangenschaft gewöhnt. Der Versuch zu fliegen bricht nach wenigen Augenblicken ab.

Die Freiheit der Wilden, die Unabhängigkeit der Zugvögel bleibt Wunschdenken und gerät erneut in Vergessenheit.

Eine einleuchtende und gleichzeitig traurige Geschichte. Und zehntausendfach nacherlebt von Jesusjüngern auf der ganzen Welt. Zur Freiheit wurde ihnen Leben gegeben. Paulus schreibt:
 
„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht.“  
(Galater 5:1)

Als uns Jesusjüngern Leben gegeben wurde, war es ein Leben in und für die Freiheit. Wir wurden befreit, um zu fliegen. Zu Beginn war das eine große Freude. Aber dann vergaßen viele, dass Jesus uns durch Paulus warnt:

„Steht nun fest
und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“
(Galater 5:1)

Und das geschieht leider so oft und so schnell. Gesetzlichkeit, Egoismus, Exklusivität, Irrlehre und andere Gründe führen uns zurück in die Trostlosigkeit und Enge der Sklaverei. Und da ist es schwer, wieder heraus zu kommen. Ist eine Wildgans erst einmal eingefangen, wird sich wohl zähmen lassen. Man beschneidet ihre Flügel, mästet sie bis zur Fettleibigkeit setzt und füttert sie eine Weile unter einem Gitter. Bevor man sich versieht, hat sie ihre Freiheit verloren. Eine zahme, harmlose Hausgans dann wieder zu einer Wildgans auszuwildern – das gerät selten.

Jesusjünger – bewahr’ Dir Deine Freiheit, zu der Christus Dich befreit hat. Schätze sie! Halte sie hoch! Lass Dir nicht die Freude an Deiner Beziehung zu Deinem Befreier rauben. Hüte Dich vor den Hausgänsen, die Dich in ihr Gittergehege locken wollen. Du bist zu Höherem berufen! (Johannes 8:36; Galater 5:1)

„Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ 
„Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht .Steht nun fest
und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!"

Donnerstag, 20. Juli 2023

Was sonst noch geschah …

Mehrmals im Monat erhalte ich ein Akref Email – Rundschreiben* (Arbeitskreis für Religionsfreiheit - Menschenrechte - verfolgte Christen der Evangelischen Allianz in Deutschland) Die Beiträge sind zusammengesucht aus verschiedenen Publikationen und werden mit Quellenangabe versandt. Ich lese es nicht immer, aber immer und nicht immer ganz, aber immer wieder. Es gibt einen guten, nüchternen Überblick über viele negative und einige positive Entwicklungen.  Hier einiges in stichwortartigen Auszügen:

London – In Großbritannien hat eine Bank das Konto eines Geistlichen geschlossen, nachdem er kritisiert hatte, dass das Geldinstitut im Juni für die Transgender-Ideologie geworben habe. Das berichten britische Medien. Bei dem Betroffenen handelt es sich um den pensionierten anglikanischen Pfarrer und Gründer des britischen evangelikalen Netzwerks „The Filling Station“ (Die Tankstelle)

Marseille – In der südfranzösischen Stadt Marseille ist eine Kirche Ziel von Vandalismus geworden. Das berichtet unter anderem das Online-Nachrichtenmagazin „Evangelical Focus“. Nach Angaben des Pastors der freikirchlichen Philadelphia-Gemeinde habe der Einbrecher Türen aufgebrochen und Fenster eingeschlagen. Der Gottesdienstraum sei verwüstet worden. Im Gebäude habe der Angreifer Botschaften wie „Jesus ist nicht Gott“ und „Der letzte Prophet war Mohammed“ hinterlassen. Der Sprecher der Evangelischen Allianz in Frankreich, Romain Choisnet (Paris), bekundete seine Solidarität sowie „Unterstützung und seine Gebete für den Pastor und seine Frau, die durch diesen Angriff am Boden zerstört sind“. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Haiti Port au Prince: G9-Banden bedrohen Ordensleute. "Die Situation wird zunehmend schwierig, die Banditen kommen immer wieder. Gestern kamen sie in voller Stärke und es war wirklich schlimm, weil sie nicht friedlich gesinnt waren. Während sie sonst kommen, um zu reden, kamen sie diesmal, um zu drohen. Am Nachmittag musste ich ihnen umgerechnet 30.000 Dollar in Reis, Öl und Bohnen abliefern. Ich habe versucht zu verhandeln, aber sie drohen weiterhin damit, unser Haus auszulöschen", berichtet Schwester Marcella Catozza, einer Franziskanerin in Port-au-Prince, die einen beherzten Appell an die auf der Insel anwesenden Kamillianer-Missionare richtete und um Unterschlupf im „Foyer Bethléem“ bat, für die Unterbringung von Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis 10 Jahren, die die Schwestern in ihrem Haus betreuen.

Iran: Zwei Pastoren erneut angeklagt. Freunde von Yousef Nadarkhani und Abdolreza (Matthias) Haghnejad bitten um Gebet, nachdem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie wegen nicht näher genannter Sicherheitsvorwürfe vor Gericht erscheinen müssen. Zwei Mitglieder derselben religiösen Bewegung hatten bei den iranischen Behörden Beschwerde gegen sie eingelegt. Am 9. Juli wurde Matthias im Zusammenhang mit einer ursprünglich 2012 verhängten sechsjährigen Haftstrafe in ein Gefängnis in Minab im Süden Irans verlegt. Gegen das Urteil war 2014 erfolgreich Berufung eingelegt worden, es wurde jedoch 2020 wieder in Kraft gesetzt. Matthias wurde im Januar 2023 verhaftet, um die Haftstrafe in seiner Heimatstadt Bandar Anzali anzutreten. Matthias wurde die Möglichkeit verwehrt, sich von seiner Frau und seiner Tochter zu verabschieden, bevor er mehr als 1.600 Kilometer an den neuen Ort verlegt wurde. Im Jahr 2017 wurde Yousef Nadarkhani zu 10 Jahren Gefängnis und zwei Jahren internem Exil im Süden des Irans verurteilt, weil er "durch die Verbreitung von Hauskirchen und die Förderung des zionistischen Christentums gegen die nationale Sicherheit gehandelt hatte." Die Strafe wurde später in einem Revisionsverfahren herabgesetzt. Yousef wurde im Februar 2023 begnadigt, aber die Begnadigung schloss die noch zu vollstreckende Verbannungszeit aus.

Nigeria: Das Morden geht weiter. Mindestens 12 Menschen wurden am 8. Juli bei nächtlichen Angriffen auf zwei christliche Gemeinden in der Mangu Local Government Area (LGA) im nigerianischen Bundesstaat Plateau getötet. Islamistische Kämpfer werden verdächtigt, die Angriffe auf Farinkasa Kerana und Sabon Gari verübt zu haben, bei denen Häuser in Brand gesetzt wurden, so dass die Bewohner fliehen mussten. Das Blutvergießen ereignete sich weniger als einen Monat, nachdem mutmaßliche Islamisten am 13. Juni bei Angriffen auf zwei Dörfer in Mangu LGA 14 Menschen getötet hatten.

Lieber würden wir solche Berichte ausblenden, oder. Sie schmerzen, sind unangenehm, ängstigen. Aber Jesus fordert in Hebräer 13:3 auf:

Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.

Und durch Jakobus 1:2 sagt uns der Herr:

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet,

Auch Petrus zieht in 1 Petrus 1:6 eine Verbindung zwischen Anfechtung und Freude

Freut euch deshalb von Herzen! Vor euch liegt eine große Freude, auch wenn ihr für eine Weile viel erdulden müsst.

Und Paulus liefert in Römer 8:18 die Erklärung ab:

Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.

Die Verfolgung und der Druck auf gläubige Christen werden sich wohl nicht mehr verringern. Im Gegenteil: sie werden zunehmen. Aber für uns gilt: Keine Angst! Freude! Am anderen Ende wartet der Herr! Und: Betet mit Danksagung!

In diesem Sinne!

* kann kostenlos bestellt werden unter: redaktion@akref.de

Mittwoch, 19. Juli 2023

Räsänen, Latzel und wir

Vor über 1 1/2 Jahren wurde an dieser Stelle zum Gebet für die frühere finnische Innenministerin Päivi Räsänen aufgerufen. Die Christin war wegen angeblicher Hassrede angeklagt worden.

Am 1. April letzten Jahres konnte, ebenfalls hier im Blog, über ihren Freispruch berichtet werden. Die Staatsanwaltschaft ging allerdings in Berufung jetzt geht die „moderne Inquisition“ weiter. In einem Artikel der Akref Nachrichten vom Juli 2023 heißt es:

Die Christdemokratin äußerte sich in einer Pressemitteilung im Vorfeld zu ihrem Strafverfahren wegen angeblicher Hassrede. Die Berufungsverhandlung soll vom 22. bis 24. August stattfinden. Zum Hintergrund: Die finnische Generalstaatsanwältin Raija Toiviainen hatte im April 2021 Anklage gegen Räsänen erhoben. Diese hatte in der Vergangenheit mehrfach öffentlich geäußert, dass praktizierte Homosexualität aus biblischer Sicht Sünde sei. Konkret geht es in dem Prozess unter anderem um eine 2004 verfasste Broschüre mit dem Titel „Er schuf sie als Mann und Frau – Homosexuelle Beziehungen stellen das christliche Menschenbild infrage“, sowie um einen Tweet und ein Radiointerview aus dem Jahr 2019. Räsänen war am 30. März 2022 von einem Bezirksgericht in Helsinki in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft legte gegen den Freispruch Berufung ein. 

Die frühere Ministerin kritisierte in der Pressemitteilung die lange Verfahrensdauer von mehr als einem Jahr: „Ich wurde mehrmals verhört, insgesamt mehr als 13 Stunden auf einer Polizeistation, ich wurde ins Kreuzverhör genommen und zwei Tage lang vor dem Bezirksgericht angeklagt, weil ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen habe.“ 

Räsänen: "Ich habe niemanden verleumdet, bedroht oder beleidigt!"

Räsänen vertritt nach eigenen Worten in ihren Reden und in der Broschüre die klassische christliche Auffassung von Ehe und Sexualität. „Ich weise die Behauptung, ich hätte jemanden verleumdet, bedroht oder beleidigt, entschieden zurück, und ich habe in meinen Äußerungen keine derartigen Formulierungen verwendet.“ Weiter betonte sie, dass jeder Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sei. „Die biblische Lehre ist jedoch eindeutig, dass sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe gegen Gottes Willen sind, ebenso wie gleichgeschlechtliche Beziehungen.“ Von diesem Standpunkt werde sie nicht abrücken. Zugleich betonte sie, dass jeder Mensch vor Gott sündig sei. „Die Lösung für die Sünde besteht nicht darin, ihre Realität zu leugnen, sondern die Gnade Gottes durch das Erlösungsopfer Jesu anzunehmen.“ Sie vertraue darauf, dass der Prozess in Gottes Hand liege und einen Sinn habe. Ferner sei sie bereit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Glaubensfreiheit auf allen notwendigen gerichtlichen Ebenen zu verteidigen: „Notfalls auch vor dem Obersten Gerichtshof Finnlands und danach vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.“ 

Räsänen ist seit 1995 Mitglied des finnischen Parlaments.

Bildquelle: HIER
Nicht nur die finnische Politikerin, auch der deutsche Pastor Olaf Latzel aus Bremen steht in diesem Jahr erneut vor Gericht, nachdem die Staatsanwaltschaft Berufung gegegen seinen Freispruch eingelegt hatte. Vor Jahren waren ihm Aussagen über Homosexualität und Gendergaga in einem gemeindeinternen Eheseminar als Hassrede ausgelegt und vorgeworfen worden. Bestürzend ist die Tatsache, dass sich selbst der damalige EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm gegen Latzel wandte, u.a. mit den Worten: "Jesus steht für eine radikale Menschenliebe. Sie ist das genaue Gegenteil der Intoleranz, die aus den Worten von Olaf Latzel spricht." Mehr als hundert weitere Bremer Pastoren und Kirchenbeschäftigte sprachen sich gegen Latzel aus und bezeichneten ihn als "fundamentalistischen Hassprediger.“

Lasst uns beten:

- dass der Freispruch im Prozess gegen Päivi Räsänen bestätigt wird

- dass der Freispruch im Prozess gegen Olaf Latzel bestätigt wird

- dass der Herr uns allen ebensoviel Mut gibt wie Räsänen und Latzel, für die Wahrheit auzustehen und dass wir es mit Liebe und in der Kraft des Heiligen Geistes tun.