„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 4. Mai 2021

Gottes Verheißungen im Buch Jesaja

Im Gegensatz zum Buch des Hohenlieds können wir nicht behaupten, dass es heute „kompliziert“ wird. Jesaja versorgt uns mit einer Fülle von Verheißungen. Ehrlicherweise müssen wir zugeben, dass sie zunächst für das Volk Gottes im alten Bund, für Israel, gegeben wurden. Wenn wir sie aber lesen – und heute wollen wir einfach mal die Verheißungen Gottes ohne viel kommentieren auf uns regnen lassen – dann stellen wir fest, dass sie sich durchaus auch anwenden lassen auf das Volk Gottes des neuen Bundes, die Gemeinde Jesu.

Jesaja 53:5 sticht als Kapitel natürlich hervor. Die herrliche Verheißung lautet: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Heute möchte ich Verheißungen in eine andere Richtung betonen. Alles Verheißungen, die der großartigen Verheißung folgen sollen, die wir in Jesaja 43:2 finden:

Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.

Verbinde beim Lesen die folgenden Verheißungen mit diesem Vers 2 aus Kapitel 43. Kleiner Tipp: Halte inne nach jedem Vers und lies ihn noch einmal betend, dankend, bittend oder lobend.

Jesaja 40:29
Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

Jesaja 40:31
Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 41:10
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!

Jesaja 41:13
Denn ich, der Herr, dein Gott, ergreife deine rechte Hand und sage dir: Fürchte dich nicht; ich helfe dir!

Jesaja 54:10
Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, dein Erbarmer.

Jesaja 54:17
Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteilwird, spricht der Herr.

Jesaja 61:1+2
Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Rache unseres Gottes, und um zu trösten alle Trauernden.

Der Herr segne Dich mit der Erfahrung dieser Verheißungen!

Montag, 3. Mai 2021

Dem Mörder vergeben

Mittlerweile ist es mehrere Jahre her, dass unsere Gemeinde einen Abend zum Thema Vergebung angesetzt hatte. Eingeladen war Ursula Link aus Freiburg. 

Es war Gottes Abend! Ein unvergessliches Lebenszeugnis einer Mutter, die durch die Hölle auf Erden musste, als ihre 16jährige Tochter einem brutalen Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Es war ein jahrelanger Kampf durch den die Rednerin und ihre zweite Tochter gingen, gespickt mit Depressionen, suiziden Gedanken, abgrundloser Hoffnungslosigkeit.

Was Medizin, Religion, Sucht, Gespräche und Therapien nicht vermochten, vermochte Jesus. Er kam als letzte Lösung, nachdem sich alles andere als ineffektiv gezeigt hatte. Jesus kam nicht, um zurechtzuweisen, zu korrigieren oder notdürftig zu flicken. Jesus kam, um zu heilen!

Ursula Link erfuhr die heilende Hand Jesu in ihrem Leben wie zu Zeiten des Neuen Testaments. Behutsam versorgte Er ihre Wunden, heilte ihren Schmerz, belebte ihre Gefühle und zog sie in Seine Nähe.

Jesus machte ihr auch deutlich, dass endgültige Heilung nicht möglich war, ohne Vergebung auszusprechen. Ursula kam an den Punkt, an dem sie dem Mörder ihrer Tochter von Herzen vergeben konnte. Durch ihren christlichen Einsatz unter Strafgefangenen war es ihr sogar möglich, dem mittlerweile todkranken Mörder ihrer Tochter zu begegnen, ihm Vergebung auszusprechen und ihn zum Glauben an Jesus zu führen. 14 Tage später verstarb der Mann. Ein erinnerungswürdiger Satz aus Ursula Links Mund: „Er ist jetzt im Himmel und dort wahrscheinlich bereits meiner Tochter Steffi begegnet. Und ich bin sicher, dass auch Steffi sich so sehr darüber freut!“

Ein unvergesslicher Abend. Das Zeugnis von Ursula Link kann man online anhören oder HIER kostenlos herunterladen.

Erfahrungen der Vergebung müssen nicht einzigartig bleiben. Wieviel Depression, Krankheit, Zerbruch, Not und Hoffnungslosigkeit, weil Christen nicht bereit sind, Groll, Hass, Bitterkeit und Verletztheit an Jesus abzugeben und anderen zu vergeben. Es sind schon ernste Worte, die Jesus Seine Jünger lehrt. Zunächst lehrt Er sie beten:
Und vergib uns unsere Schulden, 
wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. 
 (Matthäus 6:12)

Dann belehrt Er sie:
 „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, 
so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. 
Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, 
so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“  
(Matthäus 6:14+15)

Komisch, dass uns diese Worte so wenig erschrecken und so tatenlos lassen. Ursula Link fand Vergebung durch Gottes Gnade und dann fand sie die Kraft, durch Gottes Gnade zu vergeben.

Am Ende des Abends musste ich mir sagen: Wenn diese Frau durch Jesu Kraft dem Mörder ihrer Tochter vergeben – und ihn zu Jesus führen konnte, dann muss es möglich sein, denen von Herzen zu vergeben, die uns verletzt haben.

Sonntag, 2. Mai 2021

ZWISCHENRUF. "Lobpreis Protest" ...?

Ich bin mir nicht sicher, wie ich meine emotionale Reaktion beschreiben soll. Entsetzt? Angewidert? Erbost? Es grenzt in meinem Empfinden an Gotteslästerung.

In den USA gibt es eine Bewegung, angeführt von dem Anbetungsleiter Sean Feucht, die mittelst des Lobes Gottes gegen Corona Einschränkungen arbeitet und aktiv gegen bestehende Gesetze rebelliert. Dabei fallen mir Beschreibungen auf, die ich nur ungerne in einem Atemzug aussprechen würde. So wird Feucht als „Lobpreisleiter und Aktivist“ bezeichnet. Natürlich kann man behaupten, dass Jesus das auch war. Aber hätte Er sich selbst so bezeichnet?  Eine weitere Kombination, die Jesus sicher nicht für sich in Anspruch genommen hätte ist die Aussage Feuchts, dass er die (amerikanische) Gemeinde zu Erweckung aufruft und sich zur politischen Lage äußert.

Feuchts 1-Jahr-alte Bewegung nennt sich “Let Us Worship” (Lasst uns anbeten) – als Reaktion auf die COVID-19 Einschränkungen für Gemeinden. An den Veranstaltungen nehmen Hunderte von Menschen teil. Als die Stadt Seattle sein Konzert in einem Park absagte und den Park schloss, ignorierte man das und hielt den Event in einer Seitenstraße ab. In Nashville erhielt Feucht keine Erlaubnis für sein Konzert, führte sein Konzert dennoch mit tausenden Teilnehmern – dicht an dicht – durch. „COVID“ Lobpreis – wie der Artikel überschrieben ist.

Der Bericht widert mich an. Anbetung hat mit Gott zu tun und mit Ihm alleine! Nicht mit COVID! Nicht mit Politik! Nicht mit Persönlichkeiten. Das aber scheint in dieser Bewegung genau der Punkt zu sein, wie es ein Pastor aus Nashville beschreibt: „Es scheint hier mehr um Sean zu gehen und weniger um Jesus!“

Ja! Wir brauchen Erweckung! Nicht nur Amerika, sondern auch Deutschland. Deutschland vielleicht noch viel mehr. Aber eine Erweckung durch „Lobpreis-Protest“ gibt es nicht! Hier wird ein pseudo-frommes Mittel zum politischen Zugpferd und zum Megafon der eigenen Unzufriedenheit gemacht. Darauf liegt kein Segen Gottes!

Ja! Wir alle brauchen Erweckung! Aber die beginnt nie durch Protest; die beginnt immer durch Buße und Gebet. Erweckung beginnt, indem die Gemeinde auf ihre Knie geht (zumindest im Herzen) und ihre Sünden bekennt – nicht, indem sie auf die Straße geht und  die Sünden anderer kritisiert.

Ja! Wir brauchen Erweckung, wo Christen wieder neu einander lieben, einander annehmen, einander ermutigen, JESUS zu folgen und miteinander beten und nicht großen Namen oder coolen Rednern nachrennen.

Bis heute (2 Mai 2021) hat COVID-19 über 3.195.000 Menschen das Leben gekostet oder dabei mitgeholfen. Das ist eine unvorstellbare Zahl und unvorstellbares Leid für noch viele Millionen mehr. Aber bis heute (2 Mai 2021) hat COVID-19 noch größeres Unheil angerichtet. Unzählige Gemeinden sind zerstört. Christen sind entzweit. Christen haben den Namen Jesu nicht verehrt, sondern Ihn in den Schmutz gezogen. Tausende von Christen vergessen ihren von Gott gegeben Auftrag, setzen sich für oder gegen COVID-19 ein, kämpfen für ihre Überzeugungen und veranstalten „Lobpreis-Proteste“.

Möge der Herr Seine Kinder segnen, die – oft in weniger entwickelten Ländern – ihrem Auftrag nachkommen, von Jesus reden und Ihn bezeugen. Und möge Er alle, die sich nach Erweckung sehnen, auf die Knie bringen, statt zu protestieren!

[Wenn] mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen. (2 Chronik 7:14)

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

 

Heute wieder mit Sonntagszitat:

Predigttext:
Offenbarung 17:1-18
 
1 Und einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, kam und redete mit mir und sprach zu mir: Komm!, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt,
2 mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben, und von deren Wein der Unzucht die, welche die Erde bewohnen, trunken geworden sind.
3 Und er brachte mich im Geist in eine Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.
4 Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen; und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht,
5 und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.
6 Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu; und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.
7 Und der Engel sprach zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau sagen und des Tieres, das sie trägt, das die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat.
8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen; und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist.
9 Hier ist der Verstand [nötig], der Weisheit hat! Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt.
10 Und [es] sind sieben Könige: Fünf sind gefallen, und der eine ist da — der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben.
11 Und das Tier, das war und nicht ist, ist auch selbst der achte, und es ist einer von den sieben, und es läuft ins Verderben.
2 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Reich empfangen haben; aber sie erlangen Macht wie Könige für eine Stunde zusammen mit dem Tier.
13 Diese haben einen einmütigen Sinn, und sie übergeben ihre Macht und Herrschaft dem Tier.
14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie besiegen — denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige —, und mit ihm sind die Berufenen, Auserwählten und Gläubigen.
15 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.
16 Und die zehn Hörner, die du auf dem Tier gesehen hast, diese werden die Hure hassen und sie verwüsten und entblößen, und sie werden ihr Fleisch verzehren und sie mit Feuer verbrennen.
17 Denn Gott hat ihnen ins Herz gegeben, seine Absicht auszuführen und in einer Absicht zu handeln und ihr Reich dem Tier zu geben, bis die Worte Gottes erfüllt sind.
18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die Herrschaft ausübt über die Könige der Erde.
 
Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:10:30 Uhr

Du bist herzlich willkommen, live dabei zu sein. Wegen neuer Auflagen bitte die Corona- Hinweise beachten!

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten! (bitte Aktualisierung beachten) 

HIER geht's zum Livestream für alle, die lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
Sonntagszitat:  
 
"Tu nichts, was du nicht tun würdest, 
wenn Jesus kommt. 
Geh nirgendwo hin, wo du nicht sein möchtest, 
wenn Jesus kommt."
(Corrie ten Booom)
 
"Der Herr Jesus Christus kommt wieder! 
Er könnte jeden Moment hier sein! 
Er könnte heute kommen! 
Es geht hier nicht um die törichte Behauptung, 
dass Er heute kommen wird. 
Es geht auch nicht darum, 
ein bestimmtes Datum für Seine Ankunft festzusetzen, 
was genauso töricht und falsch wäre; 
und doch tun viele es. 
Es ist die nüchterne Feststellung einer Tatsache, 
um Seelen aus ihrer Gedankenlosigkeit 
und ihrem Gleichmut zu reißen 
und sie auf das klare Zeugnis 
von Gottes einzigem Wort hinzuweisen, 
dass der Herr Jesus wiederkommen wird, 
und es könnte heute sein."
(Arno Clemens Gaebelein)

Samstag, 1. Mai 2021

Tag der Arbeit

Verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig treibt
(Jeremia 48:10a / SchlÜ)
Verflucht sei, wer meinen Auftrag nachlässig ausführt!
(Jeremia 48:10a / HfA)

Wie hat er sich wohl gefühlt – jener Christ in Prag, der im Herbst 1968 dem jungen Jan Palach versprach, ihm ein Neues Testament vorbeizubringen. Sie hatten miteinander geredet. Jan Palach schien am Evangelium interessiert zu sein und nahm das Angebot gerne an.

Jan Palach wurde am 11. August 1948 in Prag geboren. Er studierte an der Karlsuniversität in seiner Heimatstadt. Im Herbst `68 hörte er das Evangelium und wartete auf ein Neues Testament. Am 16. Januar 1969 übergoss er sich mit Benzin und zündete sich aus Protest gegen den Einmarsch der Sowjetunion und die Niederschlagung des Prager Frühlings an. 3 Tage später starb er in einem Krankenhaus.

Und der junge Christ, der das NT versprochen hatte? Er war voller guter Absichten, ließ aber Wochen verstreichen, bevor er das Neue Testament überhaupt besorgte. Dann schob er es immer wieder auf, es vorbeizubringen. Wer will diesen Mann verurteilen? Ich kann es nicht, weil mich die Situation zu sehr an Begebenheiten aus meinem Leben und Umfeld erinnert. Aber man kann es auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin sagt der Herr durch Jeremia auch zu uns:

Verflucht sei, wer meinen Auftrag nachlässig ausführt!
(Jeremia 48:10a / HfA)  

Der Bibellehrer, William MacDonald, schreibt zu diesem Vers:

Das Werk des Herrn ist so wichtig, dringend, erhaben und ehrfurchtgebietend, dass ein Fluch auf jedem liegt, der es nachlässig tut. Gott, der das Beste will und auch verdient, kann Faulheit, Zögern, Halbherzigkeit und schlampige Methoden nicht ertragen. Wenn wir an die unendlich wichtigen Dinge denken, um die es geht, wundert uns das nicht.

Gute Vorsätze sind nicht genug. Es wird oft gesagt, dass die Straßen der Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert sind. Aber durch sie wird die Arbeit nicht getan. Sie müssen in Taten umgesetzt werden. Im folgenden einige Möglichkeiten, wie das geschehen kann:

  1. Lehnen wir es niemals ab, wenn der Herr uns deutlich macht, eine x-beliebige Tat oder einen Dienst für Ihn zu tun. Wenn Er Herr ist, haben wir ihm ohne Wenn und Aber zu gehorchen.
  2. Schieben wir die Sache niemals auf. Verzögerungen sind tödlich. Sie rauben anderen Hilfe und Segen und erfüllen uns mit Schuld und Gewissensbissen.
  3. Tun wir es sorgfältig. „Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue mit deiner Kraft“ (Prediger 9,10). Wenn es überhaupt zu tun wert ist, dann ist es auch wert, gut getan zu werden.

Schließlich: Tun wir es zur Ehre Gottes. „Ob ihr nun esset oder trinket oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Korinther 10,31).

Amy Carmichael (1867-1951, englische Indienmissionarin und Dichterin) war erfüllt mit der Gesinnung: „Die Gelübde Gottes sind auf mir. Ich kann mich nicht aufhalten, mit Schatten zu spielen oder irdische Blumen zu pflücken, bis ich mein Werk getan und darüber Rechenschaft abgelegt habe.“

1. Mai – Tag der Arbeit. Und während wir uns für gute Arbeitsbedingungen einsetzen und viele sogar an ihrem freien Tag dafür auf die Straße gehen, demonstrieren und kämpfen, lasst uns als Christen jeden Tag mit Eifer für Jesus unser Bestes geben. Lasst uns nicht müde – und nicht abgelenkt werden – weder durch Corona, noch durch Dinge, die uns nicht passen, noch durch Ersatz, den wir leicht finden, um den Dienst für den Herrn zu ersetzen. Lasst uns das Werk des Herrn nicht lässig –  sondern eifrig treiben und Seinen Auftrag nicht vernachlässigen.

Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr,
wenn er kommt, bei der Arbeit finden wird.
(Matthäus 24:46)
 
Wir laden herzlich ein zu unserem Live- und Online Gottesdienst! Morgen um 10:30 Uhr im Bitzegarten 5 in Neunkirchen / Siegerland. Oder im Stream. Infos dazu im Seitenfenster.

Freitag, 30. April 2021

Kann es geschehen?

Immer wieder haben sich Menschen gefragt? Wie soll das werden? Wie kann das geschehen?

Abraham und Sarah fragten sich ihr Leben lang: Schwangerschaft bei Unfruchtbarkeit? Wie kann es geschehen?
König Jehosaphat fragte sich im Anblick einer unzählbaren militärischen Übermacht: Wie kann es geschehen?
Jesus redete von einem Kamel, das durchs Nadelöhr passt, und die Jünger fragen berechtigterweise: Wie kann das geschehen?
Maria erfährt, dass sie schwanger werden soll, ohne je mit einem Mann geschlafen zu haben. Verständlich, dass sie fragt: Wie kann das geschehen?

Auch Serubbabel hatte scheinbar diese Frage. Die Fundamente des Tempels waren gelegt. Aber da war noch so unendlich viel Geröll und Schutt und es schien nicht mehr weiter zu gehen. Der Tempel sollte auf jeden Fall gebaut werden, aber wie konnte das geschehen.

Der Herr gibt die Antwort in Sacharja 4:6
 
„Nicht durch Macht und nicht durch Kraft,
sondern durch meinen Geist!
spricht der Herr der Heerscharen.“

Sind das die Worte, die Du heute hören musst? Gott bringt damit zum Ausdruck: Nichts, aber auch gar nichts ist Ihm unmöglich!  Wie reagieren wir darauf? Nun, zum einen könnten wir fälschlicherweise denken:
Super! Es kommt nicht auf uns an. Wir können uns zurücklehnen und „Gott mal machen lassen“. Nun, ganz so ist es nicht. So hat Gott das auch nicht gemeint. Die biblischere Reaktion wäre: Wir geben uns auf und Jesus hin – in dem Wissen, dass nur ein GANZopfer Jesus gefällt. Halbopfer, halbe Sachen, Unverbindlichkeit – dazu hat Jesus nie eingeladen. Im Gegenteil! Uns ganz aufgeben und Jesus ganz hingeben, das ist der biblische Weg. Mit ganzem Einsatz für Ihn brennen, wie eine Kerze sich aufopfern, um für Ihn zu leuchten – das aber mit dem Wissen, dass Sein Geist es ist, der alle Frucht geschehen lässt. Das ist unser Weg. Das ist das Wort Sacharjas an Serubbabel.  Und dann sagt Sacharja weiter in Kapitel 4:7:

„Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel sollst du zur Ebene werden!
Und er wird den Schlussstein hervorbringen unter lautem Zuruf: 
Gnade, Gnade mit ihm!“

Berge kennen wir alle. Vielleicht erscheint Dein Leben momentan wie eine Bergbesteigung. Da sind Spannungen, Krankheiten, Frust, Rechnungen und andere Schwierigkeiten.

Hast Du schon versucht, das Ganze mal an Gott abzugeben und es seinem Geist zu überlassen? Nicht, dass Du die Hände in den Schoss legst und nichts tust. Nein! Du tust Deinen Teil hingebungsvoll, vor allem betest Du mal ordentlich, regelmäßig und mit allem Vertrauen auf Gott, das Du aufbringen kannst – und dann lässt Du mal Gottes Geist machen, was Er möchte. Durch Gottes Geist wird so manch ein großer Berg zur Ebene.

Das fordert zwar von uns, dass wir dem Herrn vertrauen, Seinen Verheißungen vertrauen, uns auf Seinen Geist verlassen und nicht auf das „Jetzt“, sondern das versprochene Endergebnis blicken. Aber wo wir unsere Berge in Gottes Hände legen, da sollen sie zu Ebenen werden.

Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden!
Und das Unebene soll zur Ebene werden und das Hügelige zur Talebene! 
(Jesaja 40:6)

Donnerstag, 29. April 2021

Singen im Herzen!

Redet zueinander mit Psalmen
und Lobgesängen
und geistlichen Liedern!
Singt und spielt dem Herrn
in eurem Herzen!
(Epheser 5:19)

Es gibt viele Gründe, nicht in das Loblied für Gott einzustimmen. Manche finden Singen peinlich. Die einen meinen, den Ton nicht zu treffen, die anderen meinen, es sei nicht „cool“.

Manchmal verbietet uns eine schmerzhafte Halsentzündung das Singen und das Reden. Ganz aktuell ist das hörbare Mitsingen sogar offiziell verboten. Wohlgemerkt: nicht das Gotteslob ist verboten. Könnte man ja auch nicht kontrollieren. Nicht mal das Mitsingen ist verboten. Es geht lediglich um das laute Mitsingen, wie wir es gewöhnt sind. Eigentlich ein interessanter Selbsttest: Lobe ich Gott nur, wenn ich es laut – wie immer – tun kann, oder lobe ich ihn ebenso von Herzen im Herzen, wenn es mit den Lippen mal nicht möglich ist?

Manchmal fällt uns das gesungene Gotteslob auch deshalb schwer, weil wir durch schwere Zeiten gehen. Hiob war sicher nicht nach Singen zumute, als er dort saß, einsam und mit Schmerzen in der Asche.

Kürzlich las ich einen Artikel, in dem der Autor den oben erwähnten Vers zitierte und alle aufforderte, allezeit ein Lied mit sich zu tragen. Dabei macht es gar nichts aus, ob wir es im Herzen oder auf den Lippen haben. Gerade in den schweren und dunklen Zeiten entfalten Lieder, die Gott uns schenkt, eine heilsame Wirkung.

Pastor James H. Brookes erzählt von einem Besuch im Haus eines Freundes. Irgendwann fiel ihm das melodische Singen eines Vogels auf. Allerdings war es nicht das gewöhnliche Zwitschern eines Vogels, wie man es gewöhnt ist. Es ähnelte vielmehr den Klängen einer schönen Melodie. Zuerst erkannte Brookes gar nicht, woher es kam. Erst als er sich im Raum umsah, entdeckte er einen schönen Dompfaff in einem Käfig.

Die Dame des Hauses erklärte, es sei dem Vogel nachts beigebracht worden, so zu singen. Der Lehrer wiederholte die Noten immer und immer wieder, bis der Vogel sie nachahmen konnte. Möglich war das nur, weil es nachts dunkel im Haus war und die Aufmerksamkeit des Vogels nicht abgelenkt wurde.

Einige der bekanntesten und gesegnetsten Kirchenlieder sind Lieder, die in der Nacht entstanden sind, unter Schmerzen, in Trauer, Leid und Entbehrungen. Ebenso sind einige der tiefsten Anbetungslieder unserer Zeit solche, die in Notzeiten entstanden sind oder davon handeln.

Auch  der Psalmist spricht vom Lied in der Nacht, das nicht einfach „nur“ ein Lied ist, sondern ein Gebet zum lebendigen Gott (Psalm 42:9):

Am Tag wird der Herr seine Gnade entbieten,
und in der Nacht wird sein Lied bei mir sein,
ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.

Die dunkelsten Stunden sind oft die Stunden, in denen Gott uns am nächsten kommt. Nicht immer merken wir das in der Stunde der Not. Aber rückblickend erkennen wir, dass die Gott-gesandte Dunkelheit uns ein herrliches Lied ins Herz geschrieben hat, dass uns den Rest unseres Lebens prägen wird.

Halte still, wenn Du den Weg nicht mehr siehst. Der Herr kann aus jeder Not ein Lied komponieren. Auch aus Deiner!

Richtigerweise belehrt Elihu den leidenden Hiob (35:10):

Aber man denkt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer,
der Loblieder gibt in der Nacht

Wir wollen daraus lernen und beten:

Herr, offenbare Du Dich,
der Du Loblieder gibst
auch in meiner Nacht!

Mittwoch, 28. April 2021

Hiob & Annie Johnson Flint

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Am Heiligabend 1866 wurde Annie Johnson Flint in New Jersey / USA geboren. 3 Jahre später starb ihre Mutter bei der Geburt ihres zweiten Kindes. Der Vater gab seine beiden Kinder in die Obhut einer Witwe. Es wurde ein unglückliche Situation für alle. Zwei Jahre später wurden Annie und ihre kleine Schwester von einem gläubigen Ehepaar adoptiert. Kurz darauf starb ihr Vater. Sie übernahm fortan den Namen ihre Adoptiveltern.

Im Alter von 8 Jahren traf sie bei einer Erweckungsversammlung eine klare Entscheidung für Jesus. Sie war sehr naturverbunden, las viel und entdeckte ihre Liebe und Fähigkeit zur Poesie. Ihr Charakter war geprägt von Fröhlichkeit, Optimismus und Großzügigkeit, andererseits kannte sie auch Phasen der Bitterkeit und der mangelnden Geduld.

Nach ihrer Schulausbildung, als junge Frau, unterrichtete sie in einer Schule am Ort, wurde aber bald dermaßen von Arthritis geplagt, dass sie nicht weiter unterrichten konnte. Ihre Adoptiveltern starben, ihre jüngere Schwester war schwächlich und Annie abhängig von der Pflege anderer. Es war in dieser Zeit, dass sie begann, ihre Gabe der Poesie zu entwickeln und zu nutzen. Karten, kurze Geschichten und 6000 Lieder machten sie weltweit bekannt.

Aber Ihre Kosten stiegen. Zeitweise musste sie eine Krankenbetreuung für sich anstellen. Hohe Arztrechnungen mussten bezahlt werden und der Verkauf ihrer Werke war nicht gleichbleibend stabil. Ähnlich wie bei Hiob wusste niemand außer ihr und Gott, wie stark sie unter den Krankheit und zunehmenden Komplikationen litt. Ein Bericht schreibt: „Mehr als 40 Jahre lang gab es kaum einen Tag, an dem sie keine Schmerzen hatte. 37 Jahre lang wurde sie zunehmend hilflos. Ihre Gelenke waren steif geworden, obwohl sie den Kopf drehen konnte und unter großen Schmerzen ein paar Zeilen auf Papier schrieb. Aber lange vor diesen Jahren der Hilflosigkeit hatte sie ihre einzige große Bestätigung von Gott erhalten, die alle ihre Zweifel zerstreute. 

Im Alter kamen Krebs und Wunden durch langes Liegen hinzu.

In machtvoller Weise hat Annie Johnson Flint ihren Glauben ausgedrückt und durch ihre poetische und literarische Arbeit verbreitet. Segensspuren davon sind bis heute erkennbar. Besonders eindrucksvoll beschreibt sie ihr Festhalten und unerschütterliches Vertrauen in einem Lied, dass auch ins Deutsche übersetzt wurde und weiter unten abgedruckt ist.

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Annie Flint starb mit schweren körperlichen Leiden, aber mit festem Vertrauen und tiefer Zufriedenheit in Jesus im Alter von 65 Jahren.

Hiobs Erfahrung des Leids war eine andere. Ihm schenkte Gott Befreiung von seinen Schmerzen schon hier auf der Erde. Aber auch sein Leben wurde durch sein Leiden dramatisch verändert. Heute Abend schließen wir das Studium des Buches Hiob ab und laden herzlich dazu ein! Beginn: 19:30 Uhr (Achtung: Die Ausgangssperre ist von 21 auf 22 Uhr geändert. Wir haben dankbarerweise keinen Druck mehr betreffs rechtzeitigem Heimkommen.)

Hier das erwähnte Lied „Er gibt Dir mehr Gnade, wenn Sorgen sich mehren“ von Annie Johnson Flint:


Er gibt Dir mehr Gnade, wenn Sorgen sich mehren.
Er schenkt dir mehr Kraft, wenn die Arbeit dich drängt.
Vermehrt sich der Kummer, mehrt sich sein Erbarmen,
mit härterer Prüfung mehr Frieden Er schenkt.

Chorus

Seine Liebe ist unendlich, Seine Gnade unermesslich,
Seine Kraft, Seine Weisheit unbegreiflich sie sind,
unergründlich ist der Reichtum, den wir haben in Jesus,
davon gibt Er, und gibt Er und gibt Er stets mehr.

Wenn wir unser Leben fast nicht mehr ertragen,
wenn wir ganz erschöpft, eh' die Arbeit getan,
sind wir ganz am Ende mit unseren Kräften,
dann soll'n wir erfahren, dass Er helfen kann. 

Wenn glaubend wir beten, will er uns erhören,
wenn wir Ihm vertrau'n, werden Wunder wir sehn,
wenn wir Ihm gehorchen, wird den Segen Er mehren,
wenn wir Ihn hier lieben, werden wir ihn einst seh'n.