Sorry, Ihr Lieben, dieser Eintrag war gestern bereits mal für einige Stunden online - aus Versehen. Falls Ihr gestern nur diesen Eintrag gelesen habt, schaut einfach nochmal den nächsten Artikel an, den "echten" von gestern. :-)
Das
kurze Buch Ruth im Alten Testament ist ein schönes, mutmachendes Buch – und das
in mehr als einer Hinsicht. Nicht nur die wunderbaren Fügungen und Führungen des
Herrn, nicht nur die Gnade Gottes zu Juden und Heiden, nicht nur Gottes Handeln
mitten im Leid, nicht nur der Hinweis auf das Werk des kommenden Retters, nicht
nur die Tatsache, dass Ruth tatsächlich mit ihrem Mann Boas zu den Ahnen Jesu
gehört. All das ist bereits überwältigend. Aber als wir Anfang der Woche während
der Familienandacht auf die Person Ruth stießen, wurde uns ihre Hingabe und
Liebe zu Gott ganz neu bewusst.
Ruth
war eine Moabiterin, eine Heidin. Sie war mit Götzen aufgewachsen. In einer
Familie, in der Blutsverwandtschaft alles bedeutete. Ähnlich, wie in vielen
Ländern Afrikas, des Mittleren und Nahen Ostens, Südamerikas und Asiens bis
heute. Nicht Ausbildung, Position oder Lebensstandard bilden die Grundlage für
Sicherheit und Wohlbefinden, sondern das Eingebundensein in Familie und Volk.
Durch
ihre Heirat mit einem Ausländer wird Ruth bereits Naserümpfen im eigenen Volk hervorgerufen
haben. Sie hatte einen jüdischen Wirtschaftsflüchtling geheiratet und lebte
jetzt mit ihm. Auch eine weitere Moabiterin, Orpha, heiratete einen Juden – den
Bruder von Ruths Mann. Noch bevor eine der beiden Frauen schwanger wurde, kam
ungeheures Leid über die jüdische Familie mit ihren angeheirateten
Moabiterinnen. Sowohl die beiden Ehemänner, starben, wie auch ihr Vater.
Trauer
… Trauer … TRAUER!!! Jetzt waren die drei Frauen alleine: Naomi, die Mutter der
verstorbenen Ehemänner, hatte nicht nur ihren Mannes verloren, sondern auch
ihre beiden Söhne. Ruth und Orpha ihre Männer. Drei Witwen! Keine gute Situation in
einer Kultur, in der Witwen normalerweise durch ihre Söhne versorgt wurden.
Keine der drei Frauen hatte Söhne – oder Töchter. Naomi zog es zurück nach
Israel, wo sie noch Bekannte und einige Verwandte hatte. Sie riet ihren
Schwiegertöchtern, auch wieder zu ihren Elternhäuser zurückzukehren. Orpha sah
das als eine schmerzhafte, aber auch als die beste Lösung und willigte ein.
Ruth hingegen antwortete
(Ruth
1:16+17):
Dringe nicht in mich, dass ich dich verlassen und mich
von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo
du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott
ist mein Gott! 17 Wo du stirbst, da sterbe auch ich, und dort will
ich begraben werden; der HERR tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht
der Tod allein uns scheiden soll!
Ruth
hatte sich entschieden, ihre größte Sicherheit, ihre Kultur, ihr Land, ihr
eigen Fleisch und Blut: ihre Familie – hinter sich zu lassen, um mit ihrer
Schwiegermutter in das Land ihres Gottes zu ziehen und dem Gott Israels zu
dienen – bis zum Tod.
Das
ist beeindruckend. Ruth gab alles auf. Vermutlich reisten sie und ihre Schwiegermutter
mit nicht viel mehr als was sie an hatten und tragen konnten. Ruth kannte keine
Menschenseele im anderen Land – aber sie ging, denn sie wollte dem Gott Israels
dienen.
Solche
Biographien, besonders, wenn diese Leute – wie Ruth – tatsächlich gelebt haben,
beschämen mich, fordern mich aber gleichzeitig heraus. Wenn ich nicht bereit
bin, für den Gott Israels, den Gott der Bibel, für Jesus, meinen Retter, alles zu
geben, dann hat die Heidin Ruth Gott besser gekannt als ich.
Ich
möchte mich inspirieren lassen, Jesus alles zu geben, nichts zurück zu halten, Ihm
vorbehaltlos zu dienen und Ihm 24/7 zur Verfügung zu stehen. Ruth erfuhr definitiv
die Verheißung von Matthäus 19:29:
Wer sein Leben findet, der wird es verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!
Welch
ein Segen!