„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 21. September 2015

Aspekte zur Pilgerreise

Vor 9 Tagen ging die schockierende Nachricht über einen furchtbaren Unfall in Mekka um die Welt. Ein Riesenkran war auf die das Dach der großen Moschee gestürzt. Erst heute beginnt offiziell die diesjährige Pilgerreise (Hajj), die wieder über 2 Millionen muslimische Pilger nach Mekka bringen wird. Aber zur Zeit des Unfalls waren nach der amtlichen Nachrichtenargentur bereits 800.000 Pilger im Land. Viele waren zur Zeit des Unglücks beim Freitagsgebet in der Moschee, als sich der Kran durch das Dach bohrte. Das Resultat: deutlich über 100 Tote und weit über 200 Verletzte.

Fast jedes Jahr kommt es während der Pilgerreise zu tragischen Unfällen. 2006 kam es zu einer Massenpanik mit 350 Toten. 1990 starben sogar mehr als 1400 Menschen bei einer Massenpanik. Hunderte starben bei einem Anschlag mit Geiselnahme im Jahr 1979. Auch in den Jahren dazwischen starben immer wieder Pilger bei Unglücken.

Egal ob es muslimische Pilger sind, die auf der Hajj ums Leben kommen, oder ob es hinduistische Pilger sind, die alle 12 Jahre ihr Pilgerreise antreten und ihr Leben dabei verlieren – immer ist es eine traurige Nachricht. Wer über solche Tragödien Genugtuung oder Schadenfreude empfinden kann, ist krank. Wer keinen Gedanken an die Hunderte oder gar Tausende verlorener Seelen verliert, dem fehlt ein gutes Stück vom Herzen Jesu.

Aber die islamische Pilgerreise hat nicht nur über Unglück und Tod zu berichten. Die Hajj hat auch schon so manch einem Muslim zum Leben verholfen. Natürlich gehen diese Nachrichten nicht um die Welt. Im Gegenteil – sie müssen vorsichtig behandelt werden. Aber durch Träume und Visionen ist Jesus schon so manch einem Muslim erschienen. Es gibt Zeugnisse von ehemaligen Muslimen, die als Muslime nach Mekka gereist – und als Jünger Jesu in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Andere haben Begegnungen mit Jesus gehabt, die sie auf eine Suche nach Leben und Vergebung geschickt haben. Nach einer Zeit fiel dann auch bei ihnen die Entscheidung zur Nachfolge Jesu.

Leben für die einen, Tod für die anderen. Das Leben der einen darf uns erfreuen, der Tod der anderen muss uns entsetzen. Beides sollte uns anspornen, zu beten. Lasst uns beten, dass Gott auch in diesem Jahr den geistlichen Hunger vieler muslimischen Pilger stillt, indem Er ihnen begegnet und sich ihnen offenbart.

In den nächsten Tagen wollen wir gemeinsam über Aspekte der Hajj (islamischen Pilgerreise) nachdenken. Möge der Herr unsere Herzen erweichen und ansprechen und unsere Gebete für die islamische Welt intensivieren.

Betest Du mit?

Sonntag, 20. September 2015

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Predigttext: Jeremia 35:1-19
1 Das Wort, welches in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, vom Herrn an Jeremia erging, lautete folgendermaßen:
2 Geh zum Haus der Rechabiter und rede mit ihnen und führe sie ins Haus des Herrn, in eine der Kammern, und gib ihnen Wein zu trinken!
3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jeremias, des Sohnes Habazinjas, samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen und dem ganzen Haus der Rechabiter,
4 und ich führte sie in das Haus des Herrn, zur Kammer der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Kammer der Fürsten, oberhalb der Kammer Maasejas, des Sohnes Schallums, des Türhüters, lag.
5 Und ich setzte den Söhnen des Hauses der Rechabiter Krüge voll Wein und Becher vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
6 Da sprachen sie: Wir trinken keinen Wein, denn Jonadab, der Sohn Rechabs, unser Vater, hat uns geboten und gesagt: »Ihr sollt keinen Wein trinken, weder ihr noch eure Kinder, ewiglich;
7 ihr sollt auch kein Haus bauen, keine Saat bestellen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern euer Leben lang in Zelten wohnen, damit ihr lange lebt in dem Land, in dem ihr als Fremdlinge wohnt!«
8 So gehorchen wir nun der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns befohlen hat, und trinken keinen Wein alle unsere Tage, weder wir, noch unsere Frauen, noch unsere Söhne, noch unsere Töchter;
9 wir bauen auch keine Häuser, um darin zu wohnen, und besitzen weder Weinberg noch Acker und Saat,
10 sondern wir wohnen in Zelten und sind gehorsam und befolgen alles, was uns unser Vater Jonadab geboten hat.
11 Als aber Nebukadnezar, der König von Babel, ins Land heraufzog, da sprachen wir: »Kommt, laßt uns vor dem Heer der Chaldäer und vor dem Heer der Aramäer nach Jerusalem ziehen!« Und so wohnen wir jetzt in Jerusalem.
12 Da erging das Wort des Herrn an Jeremia folgendermaßen:
13 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Geh und sage zu den Männern Judas und zu den Einwohnern von Jerusalem: Wollt ihr euch das nicht zur Lehre nehmen, daß ihr meinen Worten gehorcht? spricht der Herr.
14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, die er seinen Kindern geboten hat, nämlich, daß sie keinen Wein trinken sollen, die werden gehalten; denn sie trinken keinen Wein bis zu diesem Tag und gehorchen so dem Gebot ihres Vaters. Ich aber habe zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und [immer wieder] redete, und ihr habt mir nicht gehorcht!
15 Und doch habe ich alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem ich mich früh aufmachte und sie [immer wieder] sandte, und habe euch sagen lassen: Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Taten, und folgt nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen, dann sollt ihr in dem Land bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe! Aber ihr habt eure Ohren nicht geneigt und nicht auf mich gehört.
16 Weil denn die Söhne Jonadabs, des Sohnes Rechabs, das Gebot ihres Vaters gehalten haben, das er ihnen gegeben hat, dieses Volk aber mir nicht gehorsam gewesen ist,
17 darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich bringe über Juda und über die Bewohner von Jerusalem all das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, weil sie nicht hören wollten, als ich zu ihnen redete, und nicht antworteten, als ich ihnen rief!
18 Aber zum Haus der Rechabiter sprach Jeremia: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht und alle seine Gebote bewahrt und nach allem gehandelt habt, was er euch geboten hat,
19 darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Es soll Jonadab, dem Sohn Rechabs, nie an einem Mann fehlen, der vor mir steht!
  

Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 
(parallel Kindergottesdienst)
 Predigt 
Anbetungszeit   
Einladung zum Mittagessen @ CCFG 
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst   
Beginn: 10:30 Uhr    

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)   
57290 Neunkirchen-Zentrum   

Sonntagszitat:
"Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, 
das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, 
dann können wir daraus schließen, 
dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.“ 
(C.S.Lewis)

"Ein halber Christ
ist ganzer Unsinn"
(Pastor Wilhelm Busch)

Samstag, 19. September 2015

Ich liebe Traditionen! (Ein Plädoyer für Tradition)

Manchmal stelle ich ein fast „militantes“ Verhältnis von Christen gegenüber Traditionen fest. Wie ein verbranntes Kind das Feuer scheut, so scheuen sich viele Jesusjünger davor, an  Überlieferungen festzuhalten. Nicht unbedingt, weil sie schlecht sind, sondern weil man verbrannt wurde. Andere lehnen bestimmte Traditionen ab, nicht weil sie schlecht sind, sondern weil diese in Kreisen gepflegt werden, die man ablehnt. Dabei sind Traditionen weder schlecht, nur weil es Traditionen sind, noch sind Traditionen im Prinzip unbiblisch.

Das lateinische Wort „tradere“ beinhaltet den Gedanken der Überlieferung oder Weitergabe – in sich selbst nichts Negatives. Der Apostel Paulus schreibt in 1 Thessalonicher 5:21:

Prüft alles, das Gute behaltet!

Hier haben wir nicht nur einen Vorschlag, sondern einen Auftrag. Was Gut ist, das sollen wir festhalten. Bei diesem Festhalten geht es nicht darum, „Asche zu bewahren“, sondern „das Feuer weiterzureichen“. Überlieferungen, die nicht im Konflikt zum geoffenbarten Willen Gottes stehen, müssen wir prüfen. Schlechte Traditionen zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie Gottes Macht im Leben Seiner Kinder hindern oder dass sie Leben ersetzen sollen, wo wahres Leben fehlt.

Wir alle leben mit Traditionen. Unsere Treffen am Sonntagmorgen gründen sich nicht auf ein explizites Gebot der Schrift, sondern auf eine Tradition, die es seit 2000 Jahren gibt und die es - so lange wie möglich - festzuhalten gilt. Die meisten christlichen Gemeinden oder Kirchen haben eine Gottesdienstform oder Liturgie, die in sich selbst nicht unbedingt falsch ist. Vielleicht wird sie von Anhängern anderer Gemeinden abgelehnt, aber selbst diese Kritiker kommen in der Regel aus Gemeinden, deren Gottesdienstablauf ein Maß an Tradition entwickelt hat.

Viele Traditionen bewahren Gutes, überliefern den angesammelten Erfahrungsreichtum vieler Generationen und vermitteln ein Maß an Sicherheit. Das ist durchaus positiv. Solche Traditionen liebe ich und plädiere für sie.  Erst wenn sie zu „totem Holz“ werden, das ohne Sinn und Zweck am Baum hängt – dann ist es Zeit, neuem Leben Raum zu machen. Die Gefahr liegt in der subjektiven Beurteilung der Frage: Was ist "totes Holz" und was ist lediglich "Holz, das ich ganz gerne tot sehen würde, weil es mir persönlich nicht gefällt"?

Jesus hatte bestimmte Gewohnheiten, die manchen Religiösen nicht gefielen. Er hielt dennoch daran fest. Paulus folgte Jesu Fußstapfen. Bestimmte Handlungen waren nicht vorgeschrieben, aber sie waren gut und wurden zu Gewohnheiten, die fortan regelmäßig praktiziert wurden.

Lassen wir uns durch persönliche Vorzüge, persönlichen Geschmack oder persönliche Negativerfahrungen nicht dazu verleiten, Traditionen grundsätzlich als „verwerflich“ einzuordnen. Lasst uns stattdessen alles prüfen und das Gute mutig behalten, auch wenn es unsere Vorlieben nicht vollständig trifft!

Wir laden herzlich ein zu unserem Gottesdienst, morgen um 10:30 Uhr, Bitzegarten 5 Neunkirchen. Natürlich haben auch wir ein paar Traditionen. Aber auf "totes Holz" versuchen wir zu verzichten. Herzlich willkommen!

Freitag, 18. September 2015

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt!

So lautet der lustige Spruch, den man nicht totzukriegen scheint.

Wahrheitsgehalt: fraglich. Zum einen macht Geld nicht nur „nicht glücklich“ sondern vielfach unglücklich, zum anderen bringt es viele Sorgen und Unruhen mit sich, wie das Leben von Paul Getty zeigt.

Paul Getty starb 1976. Er war reich! Steinreich! Paul Getty gründete die Getty Ölgesellschaft und war zu einer Zeit seines Lebens der reichste Amerikaner. Im Jahr 1966 war er angeblich die reichste Privatperson der Welt. Paul Getty konnte sich jeden – JEDEN – Wunsch erfüllen. War er glücklich oder zumindest sorglos? Kaum!

Paul Getty war als Geizhals bekannt. Er war 5x verheiratet und hatte fünf Söhne von vier verschiedenen Frauen. Nicht, dass er vier oder fünf Mal zum Witwer wurde. Nein, seine Frauen hielten es nicht bei ihm aus und bezeichneten ihn als brutal und geizig.

Wenige Jahre vor seinem Tod wurde sein Enkel entführt und Getty erhielt eine Lösegeldforderung über mehrere Millionen Dollar. Da er nicht an die Echtheit der Entführung glaubte, weigerte er sich, zu zahlen. Erst als Monate später das Ohr des Entführten mit der Post kam, war Getty bereit, soviel zu zahlen, wie er steuerlich absetzen konnte. Den Rest verlieh er – zu 4% verzinst – an seinen Sohn.

Der Enkel kam frei und wollte sich bei seinem Opa bedanken, der aber das Telefongespräch nicht annahm. Der Enkel verkraftete das Trauma seiner Entführung nie, wurde Suchtmittelabhängig und nahm sich im Februar 2011 das Leben.

Paul Getty starb mit 83 Jahren an Krebs. Beschrieben wird er von vielen als “der reichste, selbstsüchtigste und einsamste Mann der Welt. - In Jesaja 55:2 fragt Gott:

Warum solltet ihr euer Geld für etwas ausgeben, das kein Brot ist, euren Lohn für etwas, von dem ihr nicht satt werdet?

Geld macht nicht glücklich und bringt viel Unruhe ins Leben. Das beweisen unzählige Leben und die Geschichte der Welt und der Politik, so lange wir sie zurückverfolgen können.

Glück, Frieden und Leben kommen aus einer anderen Quelle.(w)

„Gott kennen ist Leben!“ (Leo Tolstoy)

Donnerstag, 17. September 2015

„Islam“ oder „is’ lahm“?

Heute haben wir den Fernseher ausgeschaltet. Es ging um das Flüchtlings- und Asylantenproblem in Deutschland. Nichts, was in unzähligen Nachrichtensendungen nicht schon ausführlich beschrieben worden wäre. Nichts, was nicht schon gesagt worden wäre, sei es pro-Flüchtling … contra-Flüchtling … pro-Asylpolitik … contra-Asylpolitik, sei es Lösungsvorschlag a, b, c oder d … oder waren wir schon bei Lösungsvorschlag o,p und q?

Die Debatte schmerzt. Der intelligenzlose Hass vieler Menschen ebenso. Das Leid der Hilfesuchenden schmerzt noch viel mehr.

In einer Zeitschrift, die uns dieser Tage ins Haus flatterte, las ich den Satz: „Das zentrale Problem ist nicht der ‚Islam’, sondern ein ‚is lahm’ gewordenes Christentum“.

Sicher sind es die Errungenschaften der westlichen Welt, die vielfach durch unser christliches Erbe entstanden und mit geprägt worden sind, die so viele Hilfesuchende anziehen. Das biblische Menschenbild fordert uns auf, den Bedürftigen zu helfen und die Fremdlinge zu lieben. Dazu gehören Menschen, die uns zurücklieben – und Menschen, die genau das nicht tun. Dazu gehören die christlichen Flüchtlinge, ebenso die aus islamischem Hintergrund, seien sie nominelle oder praktizierende Muslime. Muslime aber verunsichern Christen. Selbst nominelle Muslime verunsichern Christen. Hat der Mann einen Bart und die Frau trägt ein Kopftuch, geht schon (zumindest) das gelbe Warnlicht an. Das aber zeugt von einem „lahmen“ Christentum, einem gelähmten Glauben.

Biblischer Glaube streckt sich aus nach den Fremdlingen. Biblischer Glaube ist fest auf das Wort Gottes gegründet. Ist er es nicht, dann sucht biblischer Glaube danach, fest gegründet zu werden, um nicht lahm dazustehen, wenn er in Bewegung sein sollte. Was macht uns eigentlich unsicher? Was lähmt uns? Oft ist es die schiere Unfähigkeit, unseren Glauben artikulieren zu können. Solche Unfähigkeit ist für jeden Christen eine Schande und macht ihn lahm. Dies umso mehr, weil viele Gemeinden Lehrstunden anbieten, die den Glauben vertiefen. Auch ein lauwarmes Herz lässt uns unsicher und lahm werden in unserem Glauben. Wer irgendetwas mehr liebt als Jesus, kann nicht Sein Jünger sein. (Lukas 14:33) Wer nur ein wenig Rauch verbreitet, aber nicht brennt, muss sich nicht wundern, wenn Sein Licht nicht hell leuchtet und auf Jesus hinweist.

„Nicht der Islam ist das zentrale Problem, 
sondern ein ‚is lahm’ gewordenes Christentum“.

Der Theologe Karl Barth hat einmal treffend beschrieben, wie der Glaube vieler europäischer Christen lahm geworden ist. Er sagte:

Das „christliche Europa” kehrt unter dem Gelächter der Hölle
zu seiner ursprünglichen wilden Freiheit zurück.

Und damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenn sich ein (nach)christliches Europa mehr und mehr zu seinen vorchristlichen „Freiheiten“ wendet, aus denen Gott es ursprünglich einmal befreit hatte, dann erlahmt der Glaube. Wenn Christen zurückgehen zu ihren vorchristlichen Wurzeln, dann stirbt der Glaube. Wenn Christen ihr Profil verlieren und in der Welt nicht mehr klar als Jesusjünger erkannt werden und Widerspruch hervorrufen, dann lacht die Hölle, weil ein lahmes Christentum vielleicht noch schlimmer ist als gar keins.

Josua sagte zu seinem Volk, das glaubensmäßig am erlahmen war:

„Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt.
Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
(Josua 24:15)

Mittwoch, 16. September 2015

Israel, Abraham Lincoln und wir

Erstaunliche Worte las ich kürzlich, die am 30. März 1863 aus dem Mund des damaligen US Präsidenten, Abraham Lincoln, stammen. Er sagte:

„Es ist die Pflicht eines jeden Volkes, wie auch des Einzelnen, seine Abhängigkeit von der Allmacht Gottes einzugestehen und die in der Heiligen Schrift verkündete und durch die Geschichte durchweg bewiesene, großartige Wahrheit anzuerkennen, dass nur jene Nationen gesegnet sind, deren Gott der Herr ist. … Wir sind die Empfänger der auserlesensten Freigiebigkeiten des Himmels gewesen. Wir sind all diese Jahre in unserem Frieden und Wohlstand bewahrt worden. Wir sind in Zahlen, Reichtum und Macht gewachsen wie keine andere Nation jemals zuvor, DOCH WIR HABEN GOTT VERGESSEN. Wir haben die gnädige Hand vergessen, die unseren Frieden erhielt und uns vermehrte und bereicherte und stärkte; und wir haben uns in unseren trügerischen Herzen eingebildet, dass all diese Segnungen aus irgendeiner überlegenen Weisheit und Tugend unseres Selbst entsprungen seien. Von ungebrochenem Erfolg berauscht, wurden wir zu eigenständig, als dass wir die Notwendigkeit erlösender und erhaltender Gnade erkannt hätten; (wir wurden) zu stolz, um zu dem Gott, der uns geschaffen hat, zu beten! Es obliegt uns daher, uns vor der Macht, die wir erzürnt haben, (Gott) zu demütigen, unsere nationalen Sünden zu bekennen und für Milde und Vergebung zu beten.“ (Hervorhebungen durch mich)

Kaum zu fassen: Solche Worte aus dem Mund eines Politikers, eines Präsidenten! Nicht auszudenken, wenn ein Spitzenpolitiker solche Worte heute äußern würde. Und doch ist das Geschehen, was Lincoln vor über 150 Jahren beschreibt – das Gottvergessen – nicht neu.

In 5 Mose 32:15 lesen wir eine ähnliche, zusammengefasste Beschreibung über das Volk Israel. Dort sagt Gott:

Da wurden diese ehrenwerten Leute fett.
Sie wurden richtig rund und dick und meinten, 
Gott nicht mehr zu brauchen.
Sie wandten sich von ihrem Schöpfer ab und lachten über ihren Retter,
auf den sie sich zuvor noch fest verlassen hatten.

Auch Israel hatte eine glorreiche Vergangenheit! Ob es die herrliche Geschichte seiner  Gründungsväter war (Abraham, Isaak, Jakob) … ob die beeindruckende Befreiung aus der Sklaverei ... ob die mit Wundern gefüllten 40 Jahre der Wüstenwanderung oder die Erfahrungen Einzelner. So hatte Mose die Gesetze direkt aus Gottes Mund gehört. Josua hatte Israel durch gewaltige Siege und übernatürliches Eingreifen Gottes in das verheißene das Land geführt. David hatte sie als glorreicher König und Anbeter regiert, sein Sohn Salomo war der weiseste Mensch, den die Erde gesehen hat. Er baute den ersten und herrlichsten Tempel. Israel war von vorne bis hinten gesegnet: Politisch, materiell und geistlich!

Dann kamen sie in eine Abwärtsspirale, ähnlich wie das Volk, das Abraham Lincoln in seiner Rede anspricht. Gott sagt über Israel:

Sie wurden richtig rund und dick und meinten,
Gott nicht mehr zu brauchen.

Das ist der Anfang vom Ende. Aber Geschichte wiederholt sich – immer wieder! Was Gott über Israel sagt, sagt Abraham Lincoln in anderen Worten über seine eigene Nation. Und machen wir nicht alle die gleichen Erfahrungen in unserem eigenen Leben: bei all dem Segen wird Gott vergessen. Gottes Segnungen werden als Frucht eigener Leistung umgedeutet.

Es ist Zeit, auf den Teppich der Tatsachen runterzukommen, sich zu demütigen und Gott um Vergebung zu bitten. Das gilt uns Christen mehr als jedem anderen. Auch im Neuen Testament ruft Paulus dazu auf, wenn er in 1 Korinther 4:7 schreibt:

Was besitzt du, das du nicht empfangen hast?
Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich,
als wäre es dein eigenes Verdienst?

Sattheit und Stolz auf sich selbst haben Menschen immer an den Punkt gebracht, dass sie Gott vergaßen. Das war der Beginn des Strudels.

Lasst uns Stolz, Sattheit und Selbstgenügsamkeit vor Gott bekennen und Ihm danken, dass alles, was wir sind und haben, Ergebnis Seiner Gnade ist.

Dienstag, 15. September 2015

Herzleistung ... Herzschlag ... Herzschrittmacher

Die ganze Sache mit dem Herzen ging mir heute morgen durch den Kopf. Ich bin weder Medizinmann noch Mediziner. Wer daher medizinische Infos über sein Herz haben möchte, der muss sich wohl oder übel eine andere Webseite suchen. Meine Unkenntnis hindert mich allerdings nicht daran, gelegentlich über etwas nachzudenken, das ich nur laienhaft verstehe.

Herzen gibt’s viele – viele gesunde und viele kranke. Da gibts solche, die krank sind und dankbarerweise medizinisch unterstützt werden können und andere, die lebenslang kritisch instabil sind. Aber während wir – in äußerster Not – auf einen Arm, einen Fuß, ein Auge, sogar eine Niere oder vieles andere mehr verzichten können, geht ohne Herz gar nichts mehr.

Unser Körper braucht Sauerstoff. Den nehmen wir durchs Atmen ein. Er wird vom Blut durch das Hämoglobin gebunden und durch ein schlagendes Herz durch den Körper gepumpt. Hört das Herz auf zu schlagen, hört unser Leben auf.

Nicht nur Sauerstoff braucht unser Körper zum gesunden Funktionieren, sondern auch Vitamine, Mineralien und viele andere Substanzen. Durch das Blut werden diese in alle Richtungen unseres Körpers getragen. Lunge, Leber, Darm Gehirn, Haut, Muskeln und andere Gewebe sind davon abhängig, dass sie durch den Blutkreislauf mit diesen Nährstoffen versorgt werden. Hört aber das Herz auf zu schlagen, hört die Versorgung der Zellen mit dem Überlebenswichtigen auf – und unser Leben ist zu Ende.

Was für eine gewaltige Leistung das kleine, unsichtbare „Ding“ in unserer Brust bewirkt wird deutlich, wenn man bedenkt, dass es bei einem gesunden Menschen von Geburt bis zum Tod ununterbrochen schlägt, glücklicherweise ohne sich eine  Pause zu gönnen. Täglich schlägt unser Herz etwa 100.000 mal und pumpt dabei an die 10.000 Liter Blut durch den Körper. Hört das auf, hört unser Leben auf.

Auch im geistlichen Leben gibt es ein Herzstück der Jüngerschaft, das den Unterschied macht: Gebet! Nicht umsonst haben weise Menschen im Dienst Gottes gesagt, dass Satan über alles gebetslose Bemühen lacht, über alle Menschen-gemachten Predigen, über alles gebetslose Entscheiden und Studieren. Er lacht, wenn wir bis über die Ohren in Arbeit stecken; aber er zittert, wenn wir beten.

Ohne das Herzstück ist alles andere leblose Aktivität. Jesus lehrt in Johannes 3:6 und 6:63:

Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch;
und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.
Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts.
Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.

Auf unser Herz geben wir mehr acht als auf unsere Haare. Wenn die ausfallen, bedauern wir es – vielleicht. Wenn der Herzschlag ausfällt, gibts nichts mehr zu bedauern. Vernachlässigung kann tödlich sein. Darum sorgen wir uns um ein gesundes Herz.

Sollten wir uns nicht auch um ein gesundes, geistliches Herz sorgen? Jesus ruft uns durch Paulus zu (1 Thessalonicher 5:17): Betet ohne Unterlaß! Gemeint ist: beständig, ohne darin nachzulassen. Diese Pflege unseres geistlichen Herzstücks müssen wir erlernen. Das kommt nicht durch guten Willen, obwohl der Wille unbedingt dazugehört. Gute Laune ist nicht genug. Manchmal ist es schwer und fordert Überwindung. Meistens ist es aber viel eher eine Zeit der Erquickung.

Das kleine, unsichtbare „Ding“ in unserer Nachfolge: Gebet! Überlebenswichtig! Vernachlässigen wir es, wird alles andere sterben. Zu viele Christen laufen rum wie geistliche Zombies – scheinbar lebendig – aber ihrer Seele beraubt und eigentlich tot.

Um bei der Analogie zu bleiben: Gott hat uns Herzschrittmacher zur Verfügung gestellt. Manchmal schafft es das Herz nicht mehr, ohne Hilfe so weiterzupumpen, wie es nötig ist. Dann muss ein Herzschrittmacher her.

Für unser geistliches Herz stellt der Herr uns das gemeinsame Gebet als Herzschrittmacher zur Verfügung. Gemeinsam mit anderen zu beten, hilft uns, Schwächephasen zu überwinden und in starken Phasen stark zu bleiben.

Nicht ausschließlich, aber sicher auch in diesem Sinne dürfen wir Gottes Wort an uns verstehen:
Mehr als alles, was man sonst bewahrt,
behüte dein Herz!
Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.
(Sprüche 4:23)

Montag, 14. September 2015

Ganz nah dran

Im frühen 20. Jahrhundert vertrieben die Briten, Australier und die Neuseeländer die Türken aus Palästina. Der Weg durch die Wüste dauerte länger als die Wasservorrat ausreichten.

Die Wasserflaschen waren leer und die Sonne brannte ohne Erbarmen. Geier begleiteten den Zug. Die Köpfe der Männer dröhnten, die Augen waren blutunterlaufen, die Zungen angeschwollen, die Lippen brachen auf.  Wer die Kolonne verließ, wurde nie wieder gesehen. Mit dem Mut der Verzweiflung wollte man sich bis Sheria durchschlagen, wo man von Wasservorräten wusste. Würde man Sheria nicht vor Einbruch der Nacht erreichen, würden Tausende von Soldaten sterben. Es war ein Kampf ums Überleben. Als Sheria in Sicht kam, war das erste, das man sah, die großen Steinzysternen, die voll klaren, kühlen Trinkwassers waren.

Das Fließen des Wassers, das die Zysternen füllte, brachte die verdurstenden Soldaten fast um den Verstand. Dennoch beschwerte sich niemand, als der Befehl zur Aufstellung gegeben wurde. Die Prioritäten: Zuerst die Verwundeten, dann der Wachdienst, dann Truppe nach Truppe. Es dauerte 4 Stunden, bis der letzte Mann an Wasser gekommen war. Und die ganze Zeit waren sie nur 6 Meter von einer kleinen Steinwand entfernt, auf deren Rückseite Tausende von Litern Wasser waren.

Lange Zeit waren sie ganz nah gewesen – aber nicht an der Quelle.
Sie hatten es fast sehen können, sie konnten es hören – aber sie waren nicht an der Quelle. Es waren 4 lange Stunden des Durstes, der Qual und der Trockenheit – ganz nah an der Quelle.

Wie lange leidest Du – Du Jünger Jesu – schon Durst? Wie lange versuchst Du schon, den Durst Deiner Seele ohne Jesus zu löschen?
So nah dran – und doch nicht an der Quelle! Was für eine Qual, was für eine Trockenheit! Willst Du Dich nicht heute – nicht jetzt – aufmachen, die Tümpel hinter Dir lassen und das Leben beginnen, das Jesus Dir versprochen hat? Es liegt nicht an Jesus! DU must kommen! (w)