„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 12. August 2014

„Freund, da wächst Gras auf Deinem Pfad!“

In einem alten Andachtsbuch war folgendes zu lesen:

In einem Landesteil Afrikas waren die ersten Christen für ihr eifriges Gebet bekannt. Ja, jeder der Gläubigen hatte seinen kleinen, privaten Gebetsort außerhalb des Dorfes wohin sie sich zurückzogen, um mit Gott im Gebet allein zu sein. Die Dorfbewohner erreichten ihren kleinen Gebetsort über ihre eigenen Trampelpfade durch den Busch.

Wenn Grass über einen Pfad zu wachsen begann, war es offensichtlich, dass die Person, der dieser Pfad gehörte, nicht mehr eifrig war im Gebet. Da diese Christen sich umeinander kümmerten und um das geistliche Wohl des anderen besorgt waren, entwickelte sich ein einzigartiger Brauch. Wenn irgendjemand einen überwachsenen Gebetspfad sah, würde er oder sie zum Eigentümer dieses Pfades gehen und ihn liebevoll warnen: „Freund, da wächst Gras auf Deinem Pfad!“
 
Die Christen in Afrika hatten es richtig erkannt: Gebet ist kein Ehrenamt. Gebet ist Auftrag.  In Lukas 18 nimmt Jesus sich extra Zeit, um Seinen Jüngern das klar zu machen.

 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis,
um ihnen zu zeigen, daß es nötig ist,
allezeit zu beten und nicht nachlässig zu werden. (Vs 1)

Sie hatten allerdings noch etwas erkannt: Gebet ist keine Zwangsarbeit, Gebet ist Freude – zumindest dem, der betet. Das bezeugt auch der Apostel Paulus, der an die Philipper schreibt:

Ich bete immer für euch und tue es mit frohem Herzen. (1:4)

Der Gebetspfad des Paulus war immer frei von Gras und anderem Wildwuchs. Auch ich möchte mich von den afrikanischen Geschwistern fragen lassen: „Wächst da Gras auf meinem Gebetspfad?“

Gleichzeitig möchte ich die Frage an Dich weitergeben. Wie schaut Dein Gebetspfad aus? Gut genutzt und frei von Gras?  Manch einer sagt sich: Beten habe ich nie gelernt. Lern es mit anderen. Lerne es diese Woche in der Gebetsstunde Deiner Gemeinde. Setz’ Dich einfach dazu; höre zu; bete im Herzen mit und beginne so, das Beten zu lernen. Wenn in Deiner Gemeinde keine Gebetsstunde angeboten wird, bitte jemanden, mit Dir zu beten. Und wenn selbst das nicht klappt, dann komm, lerne und bete mit uns. Infos zu Treffpunkten und Zeiten unserer Gemeinde HIER


Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist

und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet

für alle Heiligen. (Epheser 6:18)

Montag, 11. August 2014

Immer diese Warnungen

„Höre, mein Volk, ich will dich warnen. Israel,
wenn du mir doch gehorchtest!“ (Psalm 81:9)

Davon gibts schon viele – sehr viele! Warnungen im Wort Gottes. Manchmal Kapitelweise am Stück. Im Alten – wie im Neuen Testament.

Ist das wirklich nötig? Diese ständigen (!) Warnungen? Ist es nicht ätzend, dasselbe immer wieder zu hören?

Manchmal reagieren wir wie jemand, dem die Eltern sagen: „Nun komm nicht mit dem Auto heim, wenn Du getrunken hast. Ruf an und wir holen dich“.  Reaktion: ‚Ach Mama, du nervst’
Oder: „Vergiss nicht, heute pünktlich heimzukommen. Wir sind bei meiner Mutter eingeladen!“ Reaktion: „Ach Frauchen, Du nervst!“

Es ist so nötig, manches immer wieder zu wiederholen, auch dann, wenn es uns nicht unbedingt passt. Jesus mag sagen: „Wendet Euch nicht ab, denn wenn ihr euch abwendet werdet ihr verlieren!“ Und wir mögen antworten: „Ach, Herr Jesus, du nervst“
Reagiert Petrus nicht so? Jesus sagt Seinen Jüngern: „Ihr werdet euch alle an mir ärgern“.
Petrus antwortet: „Ach Jesus, was sagst Du denn?  ... Ich doch nicht!“

Israel im Aten Testament und wir heute sind umgeben von einer Kultur, die mit biblischen Werten nichts anfangen kann. Dabei hat es in der Kirchengeschichte immer wieder Zeiten gegeben, in denen Gottes Maßstäbe geschätzt wurden. Nicht immer in der besten Art und Weise – aber dennoch respektiert:

-         Ehrfurcht vor Gott und vor dem Glauben stand über dem Recht, alles sagen und jeden Glaubenden beleidigen zu dürfen. Das ist heute anders!
-         Ehrfurcht vor Gott und Seinem Wort stand über dem, was Gottes Wort als unmoralische, sündige Praktiken beschreibt. Das ist heute anders!
-         Ehrfurcht vor Gott verbot die kommerzielle Nutzung von Pornographie. Heute kann man kaum ein Emailprogramm online öffnen, ohne vorher durch einen Pornodschungel zu müssen. Prostitution ist quasi legalisíert.
-         Der arbeitsfreie Sonntag, der sich an dem biblischen Ruhetag orientiert und zum Wohl des Menschen und zur Anbetung Gottes eingeführt wurde, wird jetzt zum Wohl der Wirtschaft, des Wohlstandes und der Vereine wieder geopfert.

Das sind die Gründe, warum Gott immer wieder warnen muss. Aber es gibt auch betreffs Gottes Warnungen durchaus sehr positive Aspekte.


-         Je mehr wir Gottes Güte vor Augen haben, Seiner Wunder gedenken, Seine Verheißungen nicht vergessen und Ihn und Sein Wort im Herzen halten – je weniger bedürfen wir Seiner Warnungen.
-         Wenn wir auf dem guten Weg gehen, werden uns die Warnungen gar nicht mehr stören.
-         Wenn wir auf dem guten Weg sind, dann empfinden wir die Warnungen nicht mehr als warnende Entscheidungshilfen, sondern nur noch als coole Erinnerung und Bestätigung, dass wir auf dem richtigen und heilsamen Weg sind.
 
Laß den guten Weg zur Routine werden, zu einer guten Gewohnheit, dann sind die Warnungen 
nur noch positive Bestätigungen des richtigen Wegs.

Sonntag, 10. August 2014

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Morgens besuchte er mit seinen Eltern den Gottesdienst. Er war noch ein kleiner Junge, aber er verstand sehr wohl, worum es in einem Gottesdienst gehen soll. Abends kniete er neben seinem Bett, schloss die Augen und betete: „Lieber Gott, wir hatten so eine gute Zeit heute morgen im Gottesdienst, aber ich hätte wirklich gewünscht, wenn Du auch da gewesen wärst!“

Autsch! AUTSCH! – Und doch zehntausendfach so wahr!

Auch heute treffen sich wieder überall auf der Welt Gottes Kinder. Ihre Gottesdienste haben eine Vielzahl von Formaten und ich behaupte mit Überzeugung: Gott kommt mit jedem Format zurecht. In jedem Gottesdienst dienen Menschen Gott und Gott sieht nicht das Äußere, nicht die Form, die Liturgie, die Deko, Tradition, die Gewänder, die Art der Instrumente oder die Körperhaltung. Kurz: 1 Samuel 16:7:

Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist,
der Herr aber sieht das Herz an!

Und obwohl Gott durch die äußeren Umstände hindurch in unsere Herzen sieht, kann es sein, dass wir GOTTES-dienst feiern, und Er gar nicht anwesend ist. Wir haben wirklich eine gute Zeit. Die Musik ist toll, die vorgetragene Rede wohl überlegt, der Pastor enthusiastisch, Tee oder Kaffee hinterher lecker und die Gemeinschaft angeregt. Aber alles ohne die Gegenwart Jesu. Er fehlt – und der junge Knirps in der Eingangsgeschichte hatte es gemerkt.

Wenn Gemeinde sich um all das Schöne, das Funktionierende, die Festlichkeit, die Emotionen oder die Ermutigung zur Nächstenliebe dreht und all das ohne Jesus möglich ist, dann fehlt Er auch. Wo man meint, Ihn nicht zu brauchen, wo man Ihn nicht inbrünstig einlädt, da drängt Er sich auch nicht auf.

In Apostelgeschichte 2:42 wird uns biblischer Gottesdienst vorgestellt, in dem Gott zu finden ist. Hier lesen wir von 4 wichtigen Gottesdienst-Elementen: Gemeinschaft mit Jesus und miteinander, Verkündigung des Wortes Gottes, Gemeinsames Abendmahl (d.h.: gemeinsames Gedenken an Jesu Werk) und Gebet. Diese Elemente – alle in inniger Gemeinschaft mit Jesus – garantieren Seine Gegenwart in unseren Gottesdiensten.

Als CCFG ist es uns ein Anliegen, dass Jesus in jedem unserer Gottesdienste gegenwärtig ist. Wir laden jeden herzlich ein, mit Gott und uns Gemeinschaft zu haben und mit uns Gottesdienst zu feiern. Herzlich willkommen!

GOTTESDIENST: 10:30 Uhr
im Bitzegarten!

FEIER MIT UNS!

Wir singen, beten, hören auf Gottes Wort
 Wir haben Gemeinschaft
und anschließend
ein gemeinsames Mittagessen
 
Wir laden alle herzlich ein!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum

Samstag, 9. August 2014

BETET!

Betet für die Situation im Nordirak. Betet für den Erhalt der Freiheit für das Evangelium in diesem Kurdengebiet. Betet für die, die auf der Flucht sind und täglich dem Tod ohne Hoffnung und ohne Christus ins Auge sehen. BETET!

Was solls?

Wenn man durch die Propheten im Alten Testament liest, tun einem viele dieser Männer leid. Oft über Jahrzehnte hinweg haben sie Gottes Botschaft der Liebe und Warnung hinaus gerufen – oft über Jahrzehnte ohne Erfolg. Sie riefen zur Umkehr – das Volk kehrte nicht um. Sie riefen zur Konsequenz – das Volk blieb oberflächlich. Sie riefen zur Veränderung – das Volk erhielt den Status Quo. Nicht wenige von ihnen wurden gesteinigt, zersägt oder gefoltert. Aber sie blieben nicht still, sie mussten die Wahrheit sagen.

Heute geht es den Boten Gottes in vielen Ländern der Welt besser, was ihre Sicherheit angeht. Allerdings nicht in allen Ländern. Und was die Resultate angeht gleicht eine Zeit der anderen. Beispiel: Alkohol. (Bitte trotzdem weiter lesen)

Mahner hat es zu allen Zeiten gegeben. Mose hat gewarnt – ohne durchschlagenden Erfolg. Jesaja hat gewarnt – ohne durchschlagenden Erfolg. Paulus hat gewarnt – ohne durchschlagenden Erfolg. Durch die Kirchengeschichte hindurch bis in unsere heutige Zeit hat Gott Seine Boten gesandt – und bis heute ist der Erfolg mäßig. Trotzdem haben wir viel Grund, dankbar zu sein. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen bereit sind, auf Gottes Reden und Angebot einzugehen – und sie werden frei. Gottes Wort verspricht:

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. (Johannes 8:36)

Aber viele hören das Angebot Gottes nicht, viele wollen es nicht hören und wieder andere bilden sich ein, es nicht hören zu müssen.

In den Jahren 2000 – 2009 ist die Zahl der Alkoholvergiftungen um 112% gestiegen. Jeder 5.(!) Todesfall in der Altersgruppe der 35-65jährigen ist die Folge überhöhten Alkoholkonsums. Etwa jeder 9. Bürger trinkt Alkohol in riskanter Weise. All das könnte man (vielleicht) noch irgendwo wegstecken – vor allem, wenn ich nicht unmittelbar betroffen bin. Erschreckend ist allerdings die Tatsache, dass der Alkoholkonsum auch in den christlichen Gemeinden ein hohes Ansehen genießt. Reinhard Lahme vom „Blauen Kreuz“ (evangelischer Verband für Suchtkrankenhilfe) sagt: „Genusstrinken ist angesagt zu jeder Gelegenheit und keiner traut sich, Nein zu sagen.“ Nach seinen Angaben hat jeder 8. Teilnehmer einer Veranstaltung ein Alkoholproblem. „Wenn Alkohol qualmen würde, hätten wir bald ähnliche Gesetze wie beim Nikotin“, so Lahme. (Quelle: IDEA)

Alkohol ist ein Problem der deutschen Gesellschaft – ein großes, ein verheimlichtes und ein verleugnetes. Wer seine Stimme erhebt, wird nicht selten belächelt, beleidigt und als extrem beschimpft. 
WAS SOLLS?

Verbietet die Bibel Alkohol? Nein, aber sie warnt! Sie warnt solche, die alles unter Kontrolle haben und sich warnen lassen. Sie warnt auch solche, die dabei sind, die Kontrolle zu verlieren, gerade das aber verleugnen. Und sie fordert Jesusjünger auf, den Schwachen ein Schwacher zu werden. Für Paulus hieß das, Verzicht zu üben. Christen, die Jesus lieben, trumpfen nicht mit ihren Freiheiten auf sondern sind rücksichtsvoll. Sie verzichten lieber permanent, als auch nur einmal jemanden zu Fall zu bringen.

Wir leben in einer Zeit, die nach Frauen und Männern sucht, die gegen den Strom schwimmen – denen die laute oder stille Hilfestellung für Schwache wichtiger ist als die eigene Freiheit oder der eigene Genuss. Frauen und Männer, die so radikal frei sind, dass sie sich Grenzen setzen um anderen zu helfen. Solche Freiheit ist unpopulär und verkannt – und darum so rar!

Freitag, 8. August 2014

Glauben und Güter

Im Bericht über Jesu Begegnung mit dem reichen Jüngling in Markus 10 bring Jesus zum Ausdruck, dass es eine grundlegende Verbindung gibt zwischen unserem geistl. Leben und wie wir über Geld und Güter denken.

Randy Alcorn sagt: Wir mögen versuchen, Glaubensleben und Güter zu trennen, aber Gott sieht sie untrennbar verbunden. Anfangs sah Georg das genauso.

Als gläubiger, junger Mann verstand Georg die untrennbare Verbindung zwischen Glauben und Geld. Eines Tages erzählte er seinem Pastor, wie er Gott versprochen hatte, 10% seines Einkommens zu geben. Der Pastor freute sich, dass zu hören und sie beiden Männer beteten gemeinsam, dass der Herr die Karriere des jungen Mannes segnen würde. Zu der Zeit verdiente der junge Mann 60 Euro die Woche – und gab treu 6 Euro für den Herrn. Nach einigen Jahren war sein Einkommen derart gestiegen, dass er jede Woche 600 Euro dem Herrn gab. Eines Tages besucht er den Pastor seiner Gemeinde und fragt ihn, ob er nicht von seinem Jugendversprechen befreit werden könne. Jede Woche 600 Euro, 10% seines Verdienstes, dem Herrn zu geben, sei wohl doch etwas viel.  Der gewitzte Pastor gab ihm zur Antwort: „Ich sehe keinen Weg, wie Du von Deinem Versprechen befreit werden kannst. Aber wir können Gott bitten, Dein Einkommen auf 60 Euro zu reduzieren, dann hast Du kein Problem mehr, 6 Euro pro Woche zu geben.“

Glauben und Güter - eine untrennbare Verbindung. Wer Geld und Güter liebt, nährt eine bittere Wurzel. In 1 Timotheus 6:10 warnt Paulus:

"Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, 
nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind 
und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben"

Der reichen Jüngling war auf keinem schlechten Weg. Er hielt sich nach bestem Wissen und Gewissen an Gottes Wort und hatte ein herzliches Verlangen, gerettet zu werden. Allerdings hatte er einen "toten Winkel" in der Betrachtung seines Lebens: Seine Güter waren ihm lieber als sein Gott. Das hatte er vorher gar nicht gemerkt. Erst als Jesus es ihm sagte. Und er war nicht bereit, das zu ändern. 

Viele Menschen heute haben einen ähnlichen "toten Winkel". Sie wollen wirklich gerne gerettet werden und im Glauben wachsen. Aber irgendetwas Undefinierbares steht ihnen im Wege. Beim reichen Jüngling war es sein Wohlstand. Bei vielen Menschen heute ist es das gleiche Hindernis. 

Bei anderen ist es etwas anderes. Jesu simple Antwort ist: 
Akzeptiere dein Hindernis
Gib es auf
Folge mir kompromisslos nach

"Denn was hülfe es dem Menschen, 
wenn er die ganze Welt gewönne 
und nähme an seiner Seele Schaden?"
(Markus 8:36)

Donnerstag, 7. August 2014

Gegen das Vergessen

Gottes Wirken zu vergessen ist fatal. Israel vergaß immer wieder. Die Jünger vergaßen immer wieder. Die Gemeinde Jesu durch die Kirchengeschichte hindurch hat immer wieder vergessen. Und mir geht es keinen Deut besser. Wenn immer ich Gottes mächtiges Wirken vergesse, ist das fatal. Darum warnen sowohl Mose, wie auch der Psalmist vor dem Vergessen. 
 
“Nehmt euch jedoch in Acht! Vergesst niemals, 
was der Herr für euch getan hat. 
An diese Dinge sollt ihr euch erinnern, solange ihr lebt,
 und ihr sollt euren Kindern und Enkeln davon erzählen.“  
 (5 Mose 4:9; NLÜ)

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, 
was er dir Gutes getan hat!“ (Ps 103:2) 

Auf was für einen gewaltigen Segen kann jeder Nachfolger Jesu zurückblicken! Was für gewaltige Verheißungen hat Gott uns geschenkt! Und doch vergessen wir immer wieder.  

Am 1 September 1923 wurde Japan durch ein verheerendes Erdbeben verwüstet. Das tragische Canto Erdbeben dauerte über 3½ Stunden, forderte 143.000 Menschenleben und allein in Yokohama lagen mehr als 100.000 Verstümmelte, Verwundete und Sterbende in den Straßen.

Amerika war geschockt und berührt. In kürzester Zeit war ein ganzer Konvoi von Schiffen unterwegs nach Japan. Neueste medizinische Versorgung, Nahrung, Kleidung, Ärzte, Krankenschwestern und Freiwillige waren unterwegs, den Bedürftigen zu helfen. Mehr als zehn Millionen Dollar wurden bar geschickt, um die Not zu lindern.

Die gebrochene Nation begann, ihr Imperium wieder aufzubauen und ein 5-Worte Telegramm wurde berühmt (in Deutsch 6 Worte). Japan sandte ein Telegramm, vom Kaiser selbst unterzeichnet, ans Weiße Haus in Washington. Der Inhalt lautete schlicht und dankbar:
„Amerika, wir werden es nicht vergessen.“

Weniger als eine Generation später stand die ganze Welt fassungslos vor einer weiteren, noch viel größeren Tragödie. Am 7. Dezember 1941 lag die große amerikanische Pazifikflotte in Hawaii vor Anker, als die Kampfflugzeuge aus Japan über den Hafen flogen. Ihr einziges Ziel: Zerstörung, Vernichtung, Ausrottung.

Sie waren unerbittlich. Ein Schlachtschiff nach dem anderen sank. Wer versuchte, in Sicherheit zu schwimmen, wurden beschossen. Seeleute verbrannten im schwimmenden Öl, Tausende ertranken.

Das Ganze nur 18 Jahre nachdem US Hilfsschiffe Japan in größter Not geholfen hatten.  „Amerika, wir werden es nicht vergessen.“  Aber Japan hatte vergessen!  –  4 Jahre später unterschrieben sie ihre bedingungslose Kapitulation. Ein schrecklicher Preis des Vergessens.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, 
was er dir Gutes getan hat!“ (Ps 103:2)

Wer sich das Erinnern an die Güte und die Wohltaten des Herrn zur Gewohnheit und zum Lob werden lässt, braucht sich nicht zu fürchten. Erinnere Dich an das, was Er Dir Gutes getan hat und danke Ihm dafür!

Mittwoch, 6. August 2014

Urplötzlich

In 1 Petrus 5:7+8a ruft uns Gott durch Petrus zu:

“Seid nüchtern und wacht!
Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher
wie ein brüllender Löwe
und sucht, wen er verschlingen kann;
dem widersteht, fest im Glauben“

Löwen, wie auch andere Raubtiere, sind auf der Pirsch, wenn sie hungrig sind. Dabei beachten sie verschiedene Taktiken, um ihre Gegenwart zu verbergen. Natürlich sind sie leise, machen sich so klein wie möglich, bleiben manchmal regungslos stehen und achten darauf, sich gegen die Windrichtung anzuschleichen. Und dann sind sie urplötzlich da – aus einer Richtung, von der man es kaum erwartet.

Anfechtungen haben eine ähnliche Vorgehensweise sie kommen urplötzlich aus einer Richtung, aus der man es nicht meint.

Hans-Werner war mit seiner Frau unterwegs in einem Einkaufszentrum. Nun stand seine Susi schon seit 10 Minuten an der Kleiderstange mit den Sommerkleidern, die vor einem Geschäft aufgestellt war ... und vorbei kommt eine junge, hübsche Frau in kurzem, figurbetonendem Kleid. Hans-Werners Augen beginnen zu wandern bis die junge Dame verschwunden ist. Dann, urplötzlich und ohne Vorwarnung, kommen die Worte seiner Frau aus der anderen Richtung. Sie schaute nicht mal von ihren Sommerkleidern auf, als sie fragte: „Und? War das den Ärger wert in dem Du jetzt steckst?” 

Aus der Richtung, die kurz zuvor noch so still und unscheinbar gewesen zu sein schien, hatte er weder Anfechtungen noch Ärger erwartet. Leider ist die Auflösung der Geschichte unbekannt ...

Ähnlich ergeht es einem Fremden, der auf der Durchreise durch einen kleinen Ort einen unscheinbaren „Tante Emma“ Laden betritt. Schon als er auf die Ladentür zugeht, leuchtet ihm ein Schild entgegen: „Gefahr! Vorsicht! Hund!”

Drinnen entdeckt er einen harmlosen alten Jagdhund auf dem Boden, der neben der Kasse schläft. Der Fremde schmunzelt und fragt den Filialleiter: "Ist, das der Hund, vor dem die Leute sich hüten sollen?" "Ja, das ist er", antwortete der Gefragte.
Jetzt ist der Fremde noch mehr amüsiert. "Der sieht aber nicht gerade wie ein gefährlicher Hund aus. Warum in aller Welt hängt die Warnung da an der Tür?"
"Nun", antwortet der Besitzer, "bevor ich das Schild in die Tür gehängt habe, sind die Leute andauernd über ihn gestolpert!“

Die Gefahr, die uns zu Fall bringen will, kommt aus einer Ecke, aus der wir sie nicht erwarten. Auch Satan. Er kommt aus Ecken und zeigt sich in Zeiten, in denen wir ihn nicht erwarten – immer mit dem Ziel, uns zu schaden.

„Dem widerstehet fest im Glauben!“ ruft Gott uns zu. Sein Wort für bare Münze zu halten und zu akzeptieren, dass Satan uns heute verschlingen will – und uns dann im Glauben fest an Jesus zu halten – das wird uns den Sieg bringen.

Wer sich nahe genug beim Lamm Gottes aufhält, fürchtet keinen brüllenden Löwen.