Paulus schreibt in 1 Korinther 9:20-23 die herausfordernden
Worte:
Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit
ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als
wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne; 21 denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich
ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus
gesetzmäßig unterworfen –, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. 22 Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich
die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise
etliche rette. 23 Dies aber tue ich
um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.
Das sind gewaltige Worte, demütige Worte, Worte eines
echten, durch Gottes Gnade erfolgreichen und sich selbst verleugnenden
Missionars. In der Mission dürfen diese Worte und dieses Vorbild des Apostels nicht
übergangen werden. Gleichzeitig dürfen sie weder in der Mission, noch im
eigenen Land missinterpretiert werden. Während die eine Gefahr darin besteht,
mit dem Evangelium gleichzeitig eine fremde Kultur überzustülpen, ist die
andere Gefahr, sich den unbiblischen Elementen einer fremden Kultur anzupassen.
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Wie hat das eigentlich Jesus gemacht? Er kam aus dem Himmel
und hätte jedes Recht gehabt, so aufzutreten, wie es einem Gott entspricht,
sich zu kleiden, wie es einem König entspricht, alle möglichen Rechte
einzufordern, wie es einem Herrscher entspricht und ein ganzes Heer von Dienern
um sich herum zu haben und sie für alle mögliche Zwecke einzuspannen. Diese und mehr Rechte hätte Jesus gehabt! Aber die forderte Er nicht ein. Er kam, hielt seine Gleichheit mit Gott nicht wie einen Raub
fest, entäußerte sich selbst und wurde Mensch, mit allen Einschränkungen, die
wir auch kennen. Er war hungrig, durstig, müde und schmerzempfindlich. Er
kannte Angst, Traurigkeit und Freude, und Er lernte die Sprache des Volkes, dem
Er zunächst einmal diente. Die oben zitierten Bibelverse bezeugen, dass Paulus dem
Beispiel Jesu folgte.
Gleichzeitig war Jesus nicht immer Kultur-konform. Es gab
Situationen, in denen Er anders, ganz anders handelte, als es die Kultur, in
der er lebte, erwartete.
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Kurz vor Seinem Tod legte Er Seine Kleider ab,
band sich eine Schürze um und übernahm den Dienst des geringsten Haussklaven: Er wusch
die Füße der Jünger. Kulturell undenkbar, und Er wurde zunächst auch (sicher
nicht nur) von Petrus dafür gescholten.
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Bereits vorher hatte Er den "Fauxpas" begangen, im
Haus eines stadtbekannten Sünders zu essen, in kulturell unangemessener Gesellschaft.
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In der männerdominierten, jüdischen Kultur verhinderte
Er die Steinigung einer Ehebrecherin, beschämte die religiösen Führer und wies sie in ihre
Schranken. Kulturell undenkbar.
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Johannes 4 berichtet, wie Er mit einer Frau
umging. Er und sie allein an einem Brunnen. Er spricht sie an – eine unmoralische
Frau und eine Samariterin noch dazu.
Nein, Jesus war nicht immer Kultur-konform. Wo es dem Bau des
Reiches Gottes diente und wo Er keine Kompromisse mit dem heiligen Willen
Seines himmlischen Vaters einging, da überschritt Er kulturelle Grenzen und
ließ Sein Licht in der Finsternis leuchten.
Gleichzeitig hat Jesus sich nie einer anderen Kultur
angebiedert. Er hat sich nie gefragt, wie Er es schaffen könnte, dass die
pharisäische Kultur der religiösen Führer Ihn akzeptieren und auf Ihn hören
würde. Er hat sich nie gefragt, wie Er der Jugendkultur Seiner Zeit gefallen
könnte, damit man Ihm eine Chance gab. Er hat sich auch nie gefragt, wie Er sich
mit den Randgruppen identifizieren könnte, damit sie Ihm zumindest mal zuhören
würden.
Weder hat Jesus an allen kulturellen Gegebenheiten der
damaligen Kultur festgehalten, noch hat Er sich Subkulturen angebiedert. Jesus
ging konsequent Seinen Weg:
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Im täglichen Leben war Er ein unbescholtenes Vorbild
für Alt und Jung, für Reich und Arm, für Insider und Outsider
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Im täglichen Reden sprach Er kompromisslose klare Worte, die jeder verstehen konnte, der zuhörte und verstehen wollte.
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In täglichen Entscheidungen zeigte Er weises Vorgehen,
das manchmal die kulturellen Normen überschritt, aber nur dann, wenn es dem Bau
des Reiches Gottes diente.
Jesu Leben, Reden und Handeln bezeugte, was Paulus sich
später zum Motto machte:
„Ich bin allen alles geworden, damit ich auf
alle Weise etliche rette. Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an
ihm teilzuhaben.“ (1 Korinther
9:22b+23)