„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 6. Juni 2024

Der unkluge Baum

Nur auf Gott wartet still meine Seele; von ihm kommt meine Rettung. (Psalm 62:2)

Es war einmal ein Baum. Wunderschön, formschön, stark und stattlich sah er aus; aber dem äußeren Anschein kann man nicht immer trauen. Das konnte man auch im Fall dieses Baumes nicht, denn der Baum wusste innerlich, dass seine enorme Kraft zu schwinden begann. Bei starkem Wind hatte er gespürt, wie er bedrohlich zitterte, und er hatte ein verdächtiges Knarren gehört. Also nahm er sich klugerweise zusammen.

Mit viel Mühe wuchsen ihm ein oder zwei weitere Äste. Dadurch sah er anschließend stärker und sicherer aus als je zuvor. Aber als der nächste Sturm aufkam, brachen die Wurzeln fürchterlich, und ohne die Unterstützung eines freundlichen Nachbarbaums wäre er flach auf dem Boden gelegen.

Als sich der Baum von dem Schock erholt hatte, sah er seinen Nachbarn neugierig an. „Sag mal“, fragte er, „wie kommt es, dass du nicht nur standhaft geblieben bist, sondern mir sogar helfen kannst?“ „Oh“, antwortete der Nachbarbaum, „das ist einfach. Während du damit beschäftigt warst, neue Äste wachsen zu lassen, habe ich meine Wurzeln gestärkt.“

            Und Du, lieber Leser? „Wunderschön und stattlich“ – so mag Dich manch einer beschreiben. „Aktiv, stark und gesund!“ Aber in Deinem Inneren merkst Du, dass Deine geistliche Kraft zu schwinden beginnt. Der letzte Sturm hat Dich durcheinander gewirbelt und irgendein Knarren war zu hören … oder zu spüren. Nein, nicht für andere, aber für Dich.

Du hast ausgehalten, weitergemacht. Immer noch stattlich und schön. Du schafftest es sogar, noch zuzulegen. Der kleine Dienst hier, der etwas Größere dort. Ein zusätzliches Stündchen an diesem Tag, eine kleine Gefälligkeit an jenem Tag.

Aber auch die Stürme kamen immer wieder und eines Tages war es zu viel. Ein unerwarteter Sturm aus unerwarteter Richtung brachen Deine Wurzen ab und rissen Dich aus der Verankerung. Schieflage im Glauben!

Aber die anderen standen noch. Auch nach dem Sturm! Anstatt Äste wachsen zu lassen, die das äußere Ansehen aufbesserten, stärkten sie ihre Wurzeln – und waren für alle Stürme gerüstet.

Lieber Leser! Versäume es nie, Deine Wurzeln im Glauben zu stärken. Versäume keins der 4 wichtigen Standbeine des Glaubens zu stärken – allen voran den Austausch mit Jesus durch das Wort Gottes und Gebet. Du BRAUCHST es! DU brauchst es! Du brauchst das WORT GOTTES und das GEBET! Eine weitere Wurzel ist die Gemeinschaft der Heiligen, Deine Gemeinde. Keine oder unregelmäßige Gemeinschaft mit anderen Christen lässt Dein Wurzelwerk verkümmern und wird Dich schließlich schwächen. Und auch das Bezeugen Deines Glaubens ist ein weiteres Standbein, das zum „Glaubens-Wurzelwerk“ gehört.  Nur, wenn Deine Wurzeln im Glauben stark und verankert sind, wird der äußere Anschein Deines Glaubenslebens nicht trügen.

Sucht den Herrn und seine Macht, sucht seine Gegenwart alle Zeit. (1 Chronik 16:11)

Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! (Epheser 6:10)

Da machte sich Jonatan, der Sohn Sauls, auf und ging zu David nach Horescha und stärkte seine Hand in Gott. (1 Samuel 23:16)

Mittwoch, 5. Juni 2024

Immer, in allem und für alles?

„Seid dankbar IN allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes
in Christus Jesus an euch.“ (1 Thessalonicher 5:18)

„Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit FÜR alles,
 im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ (Epheser 5:20)

Manche Verse in der Bibel scheinen nicht inspiriert zu sein. Was hat sich Gott wohl dabei gedacht, als Er schreiben ließ, IN allem, FÜR alles und IMMER dankbar zu sein? Kann Er das so gemeint haben?

Der Prediger Alexander Whyte war bekannt für seine dankbaren Gebete von der Kanzel. Er fand einfach immer etwas, wofür er danken konnte. Eines Sonntagmorgens war das Wetter so trübe und der Himmel so verhangen, dass eines seiner Gemeindemitglieder bei sich selbst dachte: „Heute findet mit Sicherheit nicht mal unser Pastor einen Grund, wofür man an einem so miserablen Tag wie diesem dankbar sein kann!“ Zu seiner Überraschung begann Whyte sein Gebet mit den Worten: „Herr, wir danken dir, dass nicht alle Tage sind wie dieser!“

Scheinbar hat der Herr es doch so gemeint, wie Er es hat aufschreiben lassen. 
Scheinbar verlangt Er doch nichts von uns, das uns mit Seiner Hilfe unmöglich ist. 
Scheinbar kommt es beim Danken auf unsere Einstellung an. 
 
Das erkannte auch ein Autofahrer in den 70ger Jahren. Damals war das Benzin noch billig und der Service an den Tankstellen im Preis inbegriffen. Als unser Autofahrer an die (damals noch unüberdachte) Zapfsäule fuhr, schienen die Wasser der Sintflut zurückzukommen. Der Himmel tat sich auf zu einem gewaltigen Wolkenbruch. Nun, er saß im Trockenen, aber der Tankwart, der aus seinem Häuschen kam, der brachte ihn doch zum Erstaunen. Fröhlich pfeifend füllte der im strömenden Regen den Tank, nahm das Geld, ging zu seinem Häuschen, holte Wechselgeld und Quittung und brachte es dem wartenden Fahrer.  Bevor der losfuhr, bedankte er sich für die Bedienung und fügte entschuldigend hinzu: „Das tut mir echt leid, dass Sie für mich in diesem Wetter rausmussten.“ „Nun, das macht überhaupt nichts aus“, kam die Antwort. „Wissen Sie, als ich während des Krieges in einem Schützenloch steckte, da habe ich den Entschluss gefasst: ‚Wenn ich dieses Loch je lebend verlasse, werde ich mein Leben lang so dankbar sein, dass ich nie wieder über irgendetwas murren werde.’ Und das habe ich gehalten.“

Der Herr hat uns nicht nur aus einem Schützenloch gerettet. Er hat uns aus einem Leben der Sünde gerettet. Er hat uns aus der schlammigen Grube der Abartigkeiten gerettet. Er hat uns vor dem Feuerloch der Hölle gerettet.

Und Er hat uns ZU einem Leben in ewiger Dankbarkeit und Freude gerettet. Wenn wir nur die Augen aufmachen und ein wenig nachdenken, dann stellen wir fest: Wir können Ihn tatsächlich IN allem danken und FÜR alles dankbar sein. Gründe hat Er uns im Überfluss geschenkt.

„Ich will den Herrn laut preisen mit meinem Mund,
und inmitten vieler will ich Ihn rühmen!“ (Psalm 109:30)

Dienstag, 4. Juni 2024

Ein besonderer Vers aus dem Buch der Offenbarung

O nein! Ein (1) besonderer Vers aus diesem Buch? Kaum möglich! Wo wollte man beginnen?

Ich würde beginnen mit der Zusicherung aus Offenbarung 1:6:

Er hat uns zu seinem Reich und zu seinen Priestern gemacht, um Gott, seinem Vater, zu dienen. Gebt ihm Ehre bis in alle Ewigkeit! Er herrscht für immer und ewig! Amen.

… würde fortfahren mit der ernsten Ermahnung aus Offenbarung 2:6:

Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.

In Offenbarung 4:11 würde ich einstimmen in das Lob der 24 Ältesten:

Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

… und mich in Offenbarung 5:11+12 begeistern lassen durch den Millionenchor von Engeln:

Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend.

In Offenbarung 7:9+10 würde ich anbetend jubeln über die allumfassende Gnade Gottes:

Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus ALLEN Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm!

In Offenbarung 9 würde mich Vers 21 anspringen und entsetzen:

Und sie taten nicht Buße, weder über ihre Mordtaten noch über ihre Zaubereien noch über ihre Unzucht noch über ihre Diebereien.

Offenbarung 12:10 würde mir ein Lob entlocken, dass der Chefankläger aus dem Himmel verbannt werden wird:

Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus! Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht.

… und … und … und! Schließlich würde in den letzten Kapiteln die Himmelssehnsucht erwachen. Ich würde mich unendlich freuen auf die Erfüllung von Offenbarung 21:4:

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Und schließlich würde ich mich mit Johannes in Offenbarung 21:20 über Jesu Verheißung freuen und ausrufen:

Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. — Ja, komm, Herr Jesus!

Zu viele „besondere“ Verse in der Offenbarung. Welches ist Dein „besonderer“ Vers in diesem Buch? Hinterlasse doch mal einen Kommentar oder schreib mir über das Formular im Seitenfenster.

Damit beenden wir die Dienstagsserie "Ein besonderer Vers aus jedem Buch der Bibel".  Ab nächsten Dienstag beginnen wir mit einer neuen Serie.

Maranatha! Der Herr segne Dich!

Montag, 3. Juni 2024

Mein (kein) Zeugnis für Jesus?

Wer nun mich bekennt vor den Menschen,
den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.
(Matthäus 10:32)

Wie viel liegt es mir am Herzen, dass Jesus mich bekennen wird vor Seinem himmlischen Vater? Wie sollen wir Matthäus 10:32 überhaupt verstehen? Ich verstehe es auf zweierlei Weise.

Zum einen sagt uns die Bibel, dass Satan, der Feind Gottes und Seiner Kinder, die Auserwählten ständig vor dem himmlischen Thron anklagt. Das wird sich erst in Zukunft ändern, wenn Offenbarung 12:10 sich erfüllt, wo es heißt:

„Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder,
der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht.“

Bis dahin versucht Satan, uns im Himmel stinkend zu machen: ABER JESUS! Er wird für uns aufstehen, unser Anwalt, der sich zu denen bekennen wird vor Seinem himmlischen Vater, die sich zu Ihm bekennen. Danke Jesus!

Zum anderen werden wir alle einmal persönlich vor Ihm stehen. Wird Jesus dann sagen können: Ja, die gehören zu mir! Oder wird Er sagen müssen: Nein, die habe ich nie gekannt!

Tatsache ist, dass Jesus die vor Seinem himmlischen Vater bekennen wird, die Ihn vor den Menschen bekennen. Die verfolgte Gemeinde Jesu ist uns (Christen in der freien Welt) ein herausforderndes Zeugnis. Christen in der Welt der Verfolgung sollen Jesus verleugnen und zu ihrer alten Religion zurückkehren. Sie bekennen ihren Verfolgern gegenüber: „Wohin sollen wir denn zurückkehren?“
 
Ägyptische Kopten lassen ihren Babys oft ein Kreuz ans Handgelenk tätowieren, als lebenslanges äußeres Bekenntnis zu Christus.

Aber wie schwer fällt das Bekennen zu Hause, bei uns in der „freien“ Welt. Da ist die Freiheit zum Bekennen so groß, dass es uns unendlich schwer fällt. Den Kopf im Restaurant zu neigen, sodass es alle sehen: Da dankt einer seinem Gott – muss doch nicht sein, oder? Man kann doch auch „im Herzen“ dankbar sein. – Einen Anstecker an der Jacke oder einen Aufkleber irgendwo – ist das nicht zu billig?
Ein bedrucktes T-shirt könnte Anstoß erregen oder mich sogar als Fanatiker ausweisen. Und mit meinem Mund bezeugen – also das geht eigentlich gar nicht, denn wir wollen unseren Jesus ja niemandem aufzwingen.

Ja, bei uns in der freien Welt ist die Freiheit einfach zu groß, um frei zu bezeugen, zu wem wir gehören. Oder ist es unsre Menschenfurcht, die uns so reserviert sein lässt, wenn’s ums Bezeugen geht?

Quelle: hier
Wie wär’s, heute ein Traktat weiterzugeben; heute vor dem Essen dem Herrn zu danken, heute die Gelegenheit zum Zeugnis wahrzunehmen, sollte sich eine bieten. Wie wäre es, heute jemanden für kommenden Sonntag oder die nächste Gemeindestunde einzuladen? Schlagen wird Dich sicherlich niemand deswegen!

Sonntag, 2. Juni 2024

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

1. Mose 1:27-31

27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!
29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind. Sie sollen euch zur Nahrung dienen;
30 aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, allem, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben! Und es geschah so.
31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

Herzliche Einladung:

Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Die Bibel zeichnet die Heilsgeschichte Gottes
zwischen der Schöpfung und der Neuschöpfung.

(Augustinus)

In der Schöpfung macht Gott aus dem Nichts Etwas.
In der Vergebung macht er aus dem Etwas. Nichts.

(Arno Backhaus)

Samstag, 1. Juni 2024

"Verdammt noch mal!"

Was für eine Überschrift! Ob manch einer heute aus Protest auf das Lesen dieser Andacht verzichtet? Oder ob die Überschrift heute besonders viele zum Lesen animiert? „Wie kann ein Pastor - und sei er auch im Ruhestand - so etwas ins Internet stellen, auf Facebook darauf hinweisen und dann sogar damit noch eine Andacht überschreiben?“

Ob meine Erklärung als „gültig“ angesehen werden kann, muss jeder selbst beurteilen, aber es gibt eine. Hier ist sie: „Verdammt noch mal!“ ist kein Ausdruck meines Herzens, sondern ein Zitat, das mir in letzter Zeit bei immer mehr Kommentaren aufgefallen ist. Ob es der Politiker ist, der seine Rede vorliest, der Leserbriefschreiber, der sich über irgendeinen Artikel aus der Tageszeitung aufregt oder die Nachrichtensprecherin im öffentlichen Fernsehen zur besten Sendezeit. „Verdammt noch mal!“ – das muss einfach rein, das muss gesagt werden. Vielleicht verleiht dieser Kraftausdruck meinen Worten Bedeutung, Gewicht oder Aufmerksamkeit. Es scheint auf jeden Fall „in“ zu sein, seinen Worten mit ein bisschen Fluchen Nachdruck zu verleihen.

Viele Worte, die in der Umgangssprache mittlerweile ihren festen Platz gefunden haben, erregten in der Vergangenheit Aufmerksamkeit, wenn sie öffentlich ausgesprochen wurden. Heute fallen sie bestenfalls dann noch auf, wenn sie von Personen benutzt werden, von denen man sie nicht erwartet. Aber – HALT! Wieso eigentlich nicht? Wieso erweckt eine mit „Verdammt noch mal!“ überschriebene Andacht eines Pastors Aufmerksamkeit, wieso spitzt man die Ohren, wenn ein hoher Politiker im Fernsehen bestimmte Ausdrücke verwendet, die sonst im Alltag gang und gäbe sind?

Zumindest was uns Jesusjünger angeht, haben wir eine Begründung dafür aus der Bibel. Wir stehen in so mancher Frage in einem Dilemma. Wir wollen uns nicht so von der Welt unterscheiden, dass man uns gar nicht mehr ernst nimmt – und andererseits sollen wir uns von der Welt unterscheiden und nicht Finsternis, sondern Licht sein. Wo ist die Grenze?

Nicht in allen Fragen gibt die Bibel eine eindeutige Antwort. Oft ist es der in uns wohnende Heilige Geist, der uns in bestimmten Situationen führt. Andererseits gibt uns die Bibel viele hilfreiche Richtlinien, die uns helfen, Grenzen zu setzen, die den Unterschied machen. Wenn diese biblisch gesetzten Grenzen uns dann von der Welt ausgrenzen, dann lässt sich nichts daran ändern (es sei denn wir nehmen bewusstes Sündigen in Kauf). Betreffs „Verdammt noch mal!“ und anderen Kraftausdrücken hat manch einer eine Antwort gefunden durch folgende Bibelverse: (Hervorhebungen nicht im Original)

Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt! (Philipper 4:8)

Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, HERR, mein Fels und mein Erlöser! (Psalm 19:15)

Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit. (Sprüche 25:11)

Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss. (Sprüche 24:26) 

Der Herr, HERR, hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich erkenne, den Müden durch ein Wort aufzurichten. (Jesaja 50:4a)
 
Es ist einem Mann eine Freude, wenn er richtig antwortet, und wie wohl tut ein Wort zur rechten Zeit! (Sprüche 15:23)

„Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht!“ (Römer 12:14)

„Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war“ (Philipper 2:5)

Ein "Verdammt noch mal!" wirst Du morgen im Gottesdienst nicht hören! Dafür aber das reine und herrliche Wort des lebendigen Gottes. Dazu laden wir herzlich ein! 

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

Beginn: 10:30 Uhr 

Freitag, 31. Mai 2024

ALLES? – Wirklich? (2)

Vorgestern haben wir über 2 Petrus 1:3 nachgedacht, wo wir lesen:

 „Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend.“

 Die Erkenntnis Jesu schenkt uns alles, was wir im Leben und im Sterben brauchen. Wachsende Erkenntnis Jesu bedeutet wachsende Zufriedenheit. Mangelnde Erkenntnis Jesu bedeutet mangelnde Zufriedenheit. Wir dürfen in allen Lebenslagen und Lebensbereichen vertrauen und Gott handeln lassen.

Wir haben uns aber gleichzeitig die Fragen stellen müssen:

„Was aber ist mit den Christen, die hungern; und solchen auf der Flucht, mit nur den Kleidern, die sie am Leib tragen?“ 

„Was ist mit den Christen, die chronisch krank und in ständigen Schmerzen sind?“

Jesus belehrt uns in Matthäus 6:31-32:

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen?, oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? 32 Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt.

Und dann schließt er mit den Worten in Vers 33 ab:

Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!

Tatsache ist: Im Laufe der letzten Jahrtausende sind Tausende und Abertausende von Christen verhungert, verdurstet, getötet worden oder – bis heute – auf der Flucht und nur mit dem unterwegs, was sie am Leib tragen.

Als jemand ohne chronische Schmerzen, der alles besitzt, was er zum Leben benötigt, wäre eine 0-8-15 Antwort schnell gegeben. Jemand, der in einem Staat lebt, der helfen würde, wenn es eine lebensbedrohliche Notlage gäbe, hat leicht reden.

Tatsache ist aber auch, dass wir in der Bibel, in der Kirchengeschichte und bis in unsere Zeit Berichte und Zeugnisse von Menschen finden, die genau das erlebt haben: Jesus hat sie in Notzeiten auf wunderbare – teils übernatürliche – Weise versorgt. Es hat zu allen Zeiten solche gegeben, die durch die Kraft Gottes geheilt wurden. Aber es hat eben auch solche gegeben, die gestorben sind. Es hat solche gegeben, die chronisch krank geblieben sind. Timotheus war scheinbar einer von ihnen, denn Paulus gibt ihm einen medizinischen Rat. Paulus selbst war einer von denen, die mit einer Krankheit oder Behinderung leben mussten. Auch kannte er Hunger, Durst und Gefahren. Wieso trifft auch auf sie, und mit ihnen auf viele andere, die Zusage zu:  „Seine göttliche Kraft hat uns alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient!“? Paulus gibt die Antwort selbst in Philipper 4:11-13:

Nicht wegen des Mangels sage ich das; ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde. 12 Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. 13 Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.

Paulus war immer bestrebt, seinen Blick allein auf Jesus zu richten. In der Erkenntnis Jesu zu wachsen und nach dem Reich Gottes zu trachten war sein höchstes Ziel – sein Lebensziel. Diese Lebenseinstellung half ihm, im Hier und Jetzt zu leben, aber das Ziel: die Gemeinschaft mit Jesus in der Herrlichkeit – nie aus den Augen zu lassen. Darum konnte er selbst dann, wenn ihm alles Irdische genommen wurde, sagen, dass er in Jesus alles hatte, was er brauchte. Und – ob seiner Krankheit / Schmerzen / Behinderung geschuldet oder nicht – erklärt Paulus in Philipper 1:23:

Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich schon jetzt sterben, um bei Christus zu sein. Das wäre das Allerbeste!

Wer diese Zuversicht und frohe Gewissheit hat, kann einstimmen:

"Wen habe ich im Himmel außer dir? Und neben dir begehre ich nichts auf Erden! (Psalm 73:25) „Ja, durch die Erkenntnis Jesu hat Seine göttliche Kraft mir tatsächlich alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient.“ (nach 2 Petrus 1:3) „Denn lebe ich, so lebe ich dem Herrn, und sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn; ob ich nun lebe oder sterbe, ich gehöre dem Herrn.“ (nach Römer 14:8)