Kämpfe!
Jesus hat Seinen Kindern zwar den Himmel versprochen,
aber nicht den Himmel auf Erden! Je inniger wir mit Ihm leben, umso
angefochtener und gesegneter dürfte das Leben werden. Adoniram Judson erhielt
seine Portion an Anfechtungen – und die war mächtig.
Immer wieder war es Einsamkeit, die diesen treuen Kämpfer
Gottes überkam. Seine engste Mitarbeiterin, Ermutigerin, Versteherin war seine
Frau, Anne. Die aber war zarter Natur und ihr machte das Klima mehr zu schaffen
als ihrem Mann. In einer Zeit besonderer Schwäche musste sie für mindestens 3
Monate in eine andere Stadt mit angenehmerem Klima. Sie fuhr mit dem Schiff los – und Adoniram
versank in Melancholie. Es gab keine Ablenkung, keine Treffen mit
amerikanischen Freunden, keine TV Filme, um auf andere Gedanken zu kommen. Die
Einsamkeit nagte an ihm. Dazu kam die Ablehnung der Mächtigen. Weder der Leiter
des nahegelegenen Klosters noch die politischen Gewalten wollten, dass er auch
nur über seinen Glauben sprach. Die Sprache durfte er erlernen, sie aber nicht
nutzen, um Jesus zu verkündigen.
Auch während dieser Zeit war er umgeben und wurde
manchmal besucht vom Leiter des Klosters. Es entwickelte sich zu einer
„Freundschaft unter Feinden“. Aber Judsons innere Kämpfen brachten den Boten
Jesu dazu, sich mit dem Buddhismus zu beschäftigen. Bot er nicht inneren
Frieden an, den er nicht besaß? Er bekannte in dieser Zeit: „Gott ist für mich der große Unbekannte. Ich glaube an ihn, aber ich
finde ihn nicht.“ In seiner Biographie heißt es: „Ein törichter
Wunsch zog durch Adonirams Seele. Ein buddhistischer Mönch wünschte er zu sein.
Dann würde er in tiefes Nachdenken versinken, das ruhevolle Bild Buddhas vor
sich sehen und im Anschauen das Unerreichbare, nie Gekannte, sehen und erleben.
Den Frieden? – Das ewige Glück? (…) Er faltete die Hände. Und im Gebet fand die
unruhige Seele den Heimweg aus törichten Wünschen und ruhte aus bei Gott.“

2 Frauen und 2 Kinder musste Adoniram Judson begraben.
Was das bedeutet –in einem fremden Land, einer fremden Lebensweise und einer
fremden Religion – das kann nur der nachzuempfinden versuchen, der Ähnliches
erleben musste. Seinen Schmerz bring Adoniram in den Worten zum Ausdruck:
Ich
bin allein in der weiten Welt. Meine
eigene liebe Familie habe ich begraben: eine in Rangun und zwei in Amherst. Was bleibt mir, als mich bereit
zu halten, den lieben Verstorbenen in diese gesegnete Welt zu folgen: "Wo
meine besten Freunde, meine Verwandten wohnen, wo Gott, mein Retter,
regiert."
Paulus schreibt in seinem 1. Brief an die Korinther (4:2):
Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt,
dass er treu erfunden wird.
Das wollte Judson, treu
sein und seinem Herrn von Herzen dienen. Gott hatte ihm nie den Himmel auf Erden
versprochen, aber den Himmel bei Jesus. Und dahin wollte er so viele wie
möglich mitnehmen. Dazu war er nach Burma gekommen, dazu blieb er in Burma und
bestritt die Kämpfe des Herrn.
Das Adoniram Judsons
Erfahrung keine außergewöhnliche war, zeigt der Bericht eines anderen Mannes,
der Jesus mit gleicher Hingabe diente. Paulus schreibt an die Korinther:
Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt; wir kommen in
Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung; wir werden verfolgt, aber nicht
verlassen; wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um; wir tragen
allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu
an unserem Leib offenbar wird. Denn wir, die wir leben, werden beständig dem
Tod preisgegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar wird an
unserem sterblichen Fleisch. (2 Korinther 4:8-11) In allem empfehlen wir uns als Diener Gottes: in viel standhaftem
Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, unter Schlägen, in
Gefängnissen, in Unruhen, in Mühen, im Wachen, im Fasten; (2 Korinther 6:4+5)
Aber wie Paulus (2 Timotheus 4:7+8) konnte
Adoniram Judson am Ende seines Lebens bekennen:
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben
bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir
der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir
allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben.
DAS zählt!