„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 12. Mai 2021

Im Dunkeln vertrauen!


Gott im Licht zu vertrauen ist nichts.
Ihm aber im Dunkeln zu vertrauen
- das ist Glaube! (Spurgeon)

Das ist ein heftiger Ausspruch des großen Predigers Spurgeon. Aber nach etwas Überlegen – so wahr!

Im Licht können wir alles sehen, was vor uns liegt, was hinter uns liegt und was uns von allen Seiten umgibt. Wir sehen den Himmel mit Gottes Hand über uns und erkennen das Felsen-Fundament, das uns trägt.

Wenn Du heute in so einer gesegneten Situation bist, nimm sie nicht leichtfertig, nimm sie nicht locker! Präg Dir die absolute Tragfähigkeit Deines Fundaments ein. Lass Dir das Bild der Hand Gottes über Dir ins Herz brennen. Erkenne den Weg vor Dir – und vor allem die Tatsache, dass Dein Hirte vor Dir hergeht. Blick auch zurück und lerne die Begegnungen mit der Treue und Hilfe Gottes in der Vergangenheit auswendig. Denk in solchen Situationen nicht, dass Dein Glaube immer stark und Deine Anfechtungen immer unbedeutend sein werden. Denk dran, dass Du Gott heute im Licht vertraust, wenn alles relativ einfach ist.

Wer mit Gott im Licht unterwegs ist, kann sicher sein, dass auch finstere Tage kommen. Nicht Tage, in denen uns Jesus, das „Licht der Welt“, verlässt. Aber in Tagen in denen es so scheint, als habe Er uns verlassen. Wer sich in den Tagen des Lichts die Gegenwart, Güte, Verheißungen und Treue Gottes nicht eingeprägt hat, wird in den Tagen der Finsternis wenig haben, an das er sich klammern kann. „Jesus im Dunkeln zu vertrauen – das ist Glaube!“ sagt Spurgeon. Neben anderen bringen das die beiden Männer Hiob und Habakuk zum Ausdruck.

Hiob sitzt in allertiefster Finsternis. Undurchdringbare Finsternis. Wie ein Blinder im fensterlosen Verlies. Aber er bekennt (Hiob 13:15 HfA):

Gewiss wird Gott mich töten, dennoch vertraue ich auf ihn!

Ähnlich bezeugt der Prophet Habakuk (3:17+18 / HfA) sein Vertrauen, obwohl er nichts sieht:

Noch trägt der Feigenbaum keine Blüten, und der Weinstock bringt keinen Ertrag, noch kann man keine Oliven ernten, und auf unseren Feldern wächst kein Getreide; noch fehlen Schafe und Ziegen auf den Weiden, und auch die Viehställe stehen leer.
Und doch will ich jubeln, weil Gott mich rettet, der Herr selbst ist der Grund meiner Freude!

Freund, lass Dich ermutigen! Auch in der Dunkelheit ist der Herr bei Dir. Nicht anders als sonst. Genauso nah! Genauso treu! Genauso aufmerksam! Genauso liebend!

Er wird Dich nicht verlassen noch jemals von Dir weichen! (Hebräer 13:5)

Wir laden ein zur Bibelstunde heute Abend um 19:30 Uhr - live und im Stream. Informationen dazu gibt es HIER für Präsenz und HIER für den Livestream.


 

Dienstag, 11. Mai 2021

Gottes Verheißungen im Buch Jeremia

 
Jeremia, der Prophet der Tränen, auch „der weinende Prophet“ genannt. Warum eigentlich? Da bieten sich viele Antworten an.

Als junger Mann wurde er berufen, ohne die Erfahrung der Ablehnung als Prophet Gottes gemacht zu haben. Abgelehnt aber wurde er. Man nahm ihn gefangen, setzte ihn auf Wasser und Brot, steckte ihn in einen Brunnen, wo er teilweise im Schlamm versank. Welch gefühlte Gottverlassenheit.

Seine Botschaft lehnte man ab, aber er predigte unentwegt. Er ließ die Worte Gottes aufschreiben. Der König ließ sie sich vorlesen, um sie dann voll Verachtung zu verbrennen.

Das Volk hörte nicht auf Jeremia, warf ihm Verrat vor und musste schließlich den Gang in die Gefangenschaft nach Babylon antreten. Ein Rest durfte im Land bleiben, rebellierte aber gegen die Besatzer und floh anschließend nach Ägypten – entgegen Gottes Wort durch Jeremia.

Ich habe mich gefragt, ob sich Jeremia manchmal gewundert hat, wofür er überhaupt gelebt hat. Er konnte das Unheil nicht aufhalten und das Volk tat genau das Gegenteil von dem, was Jeremia ihnen im Namen Gottes predigte.

Aber Jeremia hatte auch Verheißungen an das Volk. In Jeremia 3:3 verheißt Gott:

Denn siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda wenden werde, spricht der Herr; und ich werde sie wieder in das Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe, und sie sollen es in Besitz nehmen.

Was für eine herrliche Verheißung, auf die sich das Volk besinnen durfte, als sie in Gefangenschaft waren, wie Gott es hatte verkündigen lassen.

Allerdings war das ja nicht die letzte Wegführung. 70 n.Chr. wurde Jerusalem gründlich zerstört und das jüdische Volk, das seit Hunderten von Jahren wieder im Land lebte, wurde wiederum zerstreut – diesmal in alle Welt. 1945 sammelte es sich wieder aus aller Welt und ist bis heute zu einem starken Volk im Mittleren Osten geworden – ganz wie es in Jeremia 23:3 verheißen ist:

Und ich selbst werde den Überrest meiner Schafe sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe; und ich werde sie wieder zu ihren Weideplätzen bringen, dass sie fruchtbar sein und sich mehren sollen.

Aber damit nicht genug. Für die Zukunft Israels ist dem Volk eine Verheißung geschenkt, die sich noch nicht erfüllt hat, sich aber mit derselben Präzision erfüllen wird, wie alle anderen. In Jeremia 3:17 wird über die zukünftge Zeit verheißen:

Zu jener Zeit wird man Jerusalem »Thron des Herrn« nennen, und alle Heidenvölker werden sich dorthin versammeln, zum Namen des Herrn, nach Jerusalem, und sie werden künftig nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen.

Gottes Verheißungen sind 100% zuverlässig. Damit es heute aber nicht nur um Verheißungen geht, die sich konkret an Israel richten, hier noch eine Verheißung, die zwar auch an Israel ausgesprochen wurde, die aber auch dem Volk Gottes im Neuen Testament – uns – gilt:

Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; und wandelt auf dem ganzen Weg, den ich euch gebieten werde, damit es euch wohlergehe!  (Jeremia 7:23)

Montag, 10. Mai 2021

Mission? – Was geht mich das an?

Um es mit einem Wort zu beantworten: Alles!

„Aber ich bin nicht berufen!“ sagst Du. Doch! sagt Gott!

„Wann und wie?“ fragst Du. In Matthäus 28:18-20, Markus 16:15, Lukas 24:46-28, Johannes 20:21 oder auch Apostelgeschichte 1:8 – um nur ganz wenige der klaren Aussagen Gottes aufzuzeigen. Die Bibel ist voll davon.

 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. 19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. (Matthäus 28:18-20)

Diese Worte Jesus galten allen seinen Jüngern. Interessanterweise freuen sich heute alle über Jesu Allmacht im Himmel und auf Erden (Vs 18). Alle nehmen in Anspruch, dass Er bei ihnen ist bis an Ende der Weltzeit (Vs 20) – aber nur ein Bruchteil eines Prozents macht es sich zu Aufgabe, hinzugehen und – alle Völker! (Vs 19) - zu Jüngern zu machen. Es scheint aber, dass Jesus diese 3 Verse in einem untrennbaren Zusammenhang gesprochen hat.

„Aber ich habe keinen persönlichen Ruf bekommen!“ Doch! Sagt Gott!

Es ist interessant – traurig interessant! Aufforderungen mit Verheißungen, die uns gefallen, sind uns kein Problem. Da wird kein ‚persönlicher‘ Ruf benötigt; z.B.: Matthäus 7:7 oder Matthäus 11:28:

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so
werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid,
so will ich euch erquicken!

Gerne bitten wir, um zu empfangen. Gerne kommen wir, um erquickt zu werden. Das ist eine ‚allgemeine‘ Aufforderung mit anschließender Verheißung – für jeden der bittet und kommt.

Wenn es aber darum geht, in alle Welt zu gehen – oder auch nur mit persönlichen Opfern und aller Kraft mitzuarbeiten, dass alle Völker erreicht werden, dann brauchen viele diesen seltsamen, ‚persönlichen‘ Ruf.

Warum beten wir: „Herr, zeige mir, welchen Arbeitsplatz / welches Studium Du für mich hast!“ – und überlassen es Gott, uns einen „mysteriösen“ Ruf in die Mission zu geben, den wir schon lange haben. Stattdessen können wir beten: „Herr, ich nehme Deinen Ruf in die Welt an. Wenn ich was anderes arbeiten / studieren soll, mach es mir klar!“

Manch einer hat die Chance verpasst, so zu beten. Das Leben ist zu einem Großteil gelaufen. Solche Menschen können beten: „Herr, ich möchte Missionare großzügig in alle Welt senden, wie Du mich in Römer 10:13-15 aufforderst. Sollte ich zu viel geben, zeige es mir!“

Mission geht uns alle an! Der Herr hat uns Leben geschenkt, um für Ihn zu leben. Er hat uns das Heil geschenkt, um Ihm zu dienen. Er hat uns Mittel geschenkt, um sie für die Ewigkeit einzusetzen. Keins seiner Kinder ist davon ausgeschlossen. Mission geht uns alle an. Alle gleich viel; jeden mit einem etwas anderen Schwerpunkt, aber jeden ganz. Unser Ziel ist es, 100% für Jesus zu leben und darauf hinzuarbeiten, dass 100% der Menschen von Jesus hören*. Wenn daraufhin die „Vollzahl der Heiden“ (Römer 11:25) eingeht, dann haben wir mit Jesu Kommen unser höchstes Ziel erreicht!

Sonntag, 9. Mai 2021

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

 

Heute wieder mit Sonntagszitat:

Predigttext:
Offenbarung 18:1-24

1 Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.
2 Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel.
3 Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden.
4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!
5 Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.
6 Vergeltet ihr, wie auch sie euch vergolten hat, und zahlt ihr das Doppelte heim gemäß ihren Werken! In den Becher, in den sie euch eingeschenkt hat, schenkt ihr doppelt ein!
7 In dem Maß, wie sie sich selbst verherrlichte und üppig lebte, gebt ihr nun Qual und Leid! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen!
8 Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet.
9 Und es werden sie beweinen und sich ihretwegen an die Brust schlagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben und üppig gelebt haben, wenn sie den Rauch ihrer Feuersbrunst sehen;
10 und sie werden von ferne stehen aus Furcht vor ihrer Qual und sagen: Wehe, wehe, du große Stadt Babylon, du gewaltige Stadt; denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen!
11 Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft,
12 Ware von Gold und Silber und Edelsteinen und Perlen und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei Tujaholz und allerlei Elfenbeingeräte und allerlei Geräte aus wertvollstem Holz und aus Erz und Eisen und Marmor,
13 und Zimt und Räucherwerk und Salbe und Weihrauch und Wein und Öl und Feinmehl und Weizen und Vieh und Schafe und Pferde und Wagen und Leiber und Seelen der Menschen.
14 Und die Früchte, nach denen deine Seele begehrte, sind dir entschwunden, und aller Glanz und Flitter ist dir entschwunden, und du wirst sie niemals mehr finden.
15 Die Verkäufer dieser Waren, die von ihr reich geworden sind, werden aus Furcht vor ihrer Qual von ferne stehen; sie werden weinen und trauern
16 und sagen: Wehe, wehe!, die große Stadt, die bekleidet war mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen!
17 Denn in einer Stunde wurde dieser so große Reichtum verwüstet! Und jeder Kapitän und die ganze Menge derer, die auf den Schiffen sind, und die Matrosen, und alle, die auf dem Meer arbeiten, standen von ferne
18 und riefen, als sie den Rauch ihrer Feuersbrunst sahen: Wer war der großen Stadt gleich?
19 Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd: Wehe, wehe!, die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meer hatten, reich gemacht wurden durch ihren Wohlstand! Denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden!
20 Freut euch über sie, du Himmel und ihr heiligen Apostel und Propheten; denn Gott hat euch an ihr gerächt!
21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf, wie ein großer Mühlstein, und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hingeschleudert und nicht mehr gefunden werden!
22 Und der Klang der Harfenspieler und Sänger und Flötenspieler und Trompeter wird nicht mehr in dir gehört werden, und kein Künstler irgendeiner Kunst wird mehr in dir gefunden werden, und der Klang der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden;
23 und das Licht des Leuchters wird nicht mehr in dir scheinen, und die Stimme des Bräutigams und der Braut nicht mehr in dir gehört werden. Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde, denn durch deine Zauberei wurden alle Völker verführt.
24 Und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen gefunden und aller derer, die hingeschlachtet worden sind auf Erden.
 
Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:10:30 Uhr

Du bist herzlich willkommen, live dabei zu sein. Bitte die Corona- Hinweise beachten!

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten! (bitte Aktualisierung beachten) 

HIER geht's zum Livestream für alle, die lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
Sonntagszitat:  
 
"Die allerdunkelsten Wege Gottes, 
die wir hier am wenigsten verstehen, 
werden einmal in der Ewigkeit 
im allerhellsten Licht seiner ewigen Liebe strahlen."
(Friedrich von Bodelschwingh)
 
"Was mich erschreckt, 
ist nicht die Zerstörungskraft der Bombe, 
sondern die Zerstörungskraft, die aus dem Herzen kommt. "
(Albert Einstein)

Samstag, 8. Mai 2021

Am Schuh dienen

Wenn jemand der Erste sein will,
so sei er von allen der Letzte und aller Diener! (Markus 9:34)

Jesus ... Hudson Taylor (Eintrag letzten Mittwoch) ... Es hat im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Menschen gegeben, die durch ihr Leben gezeigt haben, was "Dienen" bedeutet.

Wo immer über Reihenfolge, Rank und Position des Ersten diskutiert wird, da ergibt sich zwangsläufig die Position des Zweiten, Dritten bis hin zur Position des Letzten. Da liegt der Haken für uns, oder?

Die meisten von uns wissen: Wir werden nie die Größten und die Ersten sein. Wir werden nie die besten Köche, Krankenschwestern, Redner, Sänger, Vertreter oder Verkäufer sein – und damit können wir leben ... solange wir nicht die Letzten sind.

Aber genau das lehrt Jesus, wenn es ums Dienen geht, und Er lebt es vor. Was echten, biblischen, Jesus-orientierten Dienst angeht, sagt der Herr:

Dienet dem Herrn mit Freuden. Dient einander.
(Ps. 100:2; 1 Pe 4:10)

Das hat der weltberühmte Evangelist und Gründer des Moody Bible Institute, Dwight L. Moody, praktiziert. Moody lebte im 19 Jahrhundert und es wird erzählt, wie eine große Gruppe europäischer Pastoren an einer von Moodys Bibelkonferenzen teilnahm. Wie sie es von Hotels in Europa gewöhnt waren, stellten sie nachts ihre Schuhe vor die Zimmertüre der Unterkunft, damit sie bis zum nächsten Morgen vom Personal gesäubert würden.

Nur: Weder war dies Europa, noch gab es Schuhputzjungen in dieser Unterkunft.

Nachts ging Moody durch die Unterkunft, sah die Schuhe und entschloss sich, seine europäischen Brüder nicht in Verlegenheit zu bringen. Er erwähnte dies gegenüber einigen Bibelschülern – angehende Pastoren – die ihn nur komisch anschauten oder eine fromme Ausrede hatten. Was macht Moody?

Moody geht zurück, sammelt alle Schuhe ein, bringt sie in sein Zimmer und hier – alleine in seinem Zimmer – fängt der berühmteste Evangelist der Welt an, Schuhe zu putzen.

Die Begebenheit ist nur dadurch bekannt geworden, dass ein Freund Moodys unverhofft in sein Zimmer kam.

Als die Europäer am nächsten Morgen ihre Zimmertüren öffneten, fanden sie ihre Schuhe sauber und blankgeputzt ... und sie haben nie erfahren, von wem, weil Moody es selbst nie jemandem erzählt hat.

Ist es verwunderlich, dass Moody einer der bekanntesten und größten Evangelisten aller Zeiten wurde? Ein Mann mit dem Herzen eines Dieners, bereit, der Unterste zu sein – und Gott machte ihn groß.

Aber hat sich Moody denn durch sein Handeln nicht zur Fußmatte aller gemacht? Nein! Er hat nur getan, was Jesus sagt, was auch wir tun sollen: dienen!
Aber hat Moody sich denn nicht zur Lachnummer oder zum Spott aller gemacht? Nein! Er hat nur getan, was Jesus sagt, was wir tun sollen: dienen!

Und Gott ließ ihn eines der besten Bibelseminare gründen
... ließ Tausende zum Glauben kommen
... und wirkt bis heute Segen durch Moodys Arbeit vor 200 Jahren.

Ein Kinderlied lehrt die Kleinen:
 
Wenn Du groß werden möchtest im Reich Gottes
Lerne es, aller Diener zu sein.

Jesus lehrt die Kleinen und die Großen:
 
 Wenn jemand der Erste sein will,
so sei er von allen der Letzte und aller Diener! (Markus 9:34)

Freitag, 7. Mai 2021

Hörst du noch – oder siehst du schon?

Katharina Kopp hat in der CCFG an den Hiob Bibelstunden teilgenommen, die wir in unserer Gemeinde durchgenommen haben. Daraus ist folgende Poesie in Haiku* Form entstanden. Im Text lässt sie Hiob zu Wort kommen, der sicher vielen von uns aus dem Herzen spricht. Mit Genehmigung stelle ich ihre Gedanken hier ein. Das Original findet sich in ihrem Blog HIER.

 

 Hörst du noch – oder siehst du schon?

Hab so viel gehört,
Von dir, dem Weltenschöpfer.
Doch nix verstanden.

Geklagt, gejammert,
Verzweifelt nach dir gesucht.
Hörst du mich, mein Gott?

Du fragtest Vieles,
Auch ich weiß keine Antwort
Auf deine Fragen.

Begreif' es langsam:
Hörensagen reicht nicht aus.
Mein Verstand zu klein.

Staunend bleib' ich steh'n,
Deine Wunder anzuseh'n.
Großes wirkst nur du!

Größer als alles,
Unendliche Weite bist du,
Der alles erdenkt.

Wer gleicht dir jemals?
Ursprung, Anfang und Ende,
Niemand kann's ergründen!

Klein bin ich vor dir,
Weich wie Ton in deiner Hand,
So harre ich aus.

Weglaufen geht nicht,
Denn auch dort wartest du schon!
Kein Weg führt vorbei.

Die Enden der Welt,
Gesehen hab' ich sie längst.
Alles ruht in dir!

Der Ozean brodelt,
Wenn der Ewige befiehlt,
Den Tiefen des Meers.

Du redest ein Wort,
Alles entsteht wunderschön,
Fassen kann ich's nicht.

Nichts ist dir zu schwer,
Was du dir vornimmst, geschieht.
Mein Kopf ist zu klein.

Verstehen geht nicht,
Hörensagen reicht nicht aus,
Viel zu groß bist du.

Sehen werd ich dich,
Ergründe deine Tiefe.
Antwort bist nur du!

Satt kann ich werden,
Beim Anschau'n deines Bildes,
Wenn ich erwache.

 * Haiku: traditionelle japanische Gedichtform

Donnerstag, 6. Mai 2021

Ein Kuss, der Karriere inspirierte

Benjamin West wurde am 10. Oktober 1738 in den USA geboren. Er wurde zu einem der ersten Maler Amerikas, die internationale Aufmerksamkeit erhielten. Und es war ein Kuss, der ihn in diese Richtung schickte und auf den Weg der Malerei brachte.

West berichtet, dass er eines Tages auf seine jüngere Schwester aufpassen musste. Selbst noch ein Kind, suchte er im Haus nach Beschäftigung und fand einige Behälter mit bunter Tinte. Voller Tatendrang und in der Hoffnung, seiner Mutter eine Freude zu machen, begann er, ein Porträt seiner Schwester Sally anzufertigen.

Kinder und Tinte …!

Es dauerte nicht lange, da war das Blatt und er selbst voller Tinte. Als die Mutter heimkam, fand sie ein Chaos vor. „Das ist ja Sally!“ rief sie freudig aus, während sie das Chaos ignorierte und das Bild anschaute. Dann nahm sie ihren Sohn und drückte ihm stolz lächelnd einen Kuss auf die Wange. Dieser mütterliche Kuss des Stolzes – eine Kleinigkeit für die Mutter – war der erste Schritt zur Entwicklung eines großen Malers!

War sich die Mutter dessen bewusst? Nicht, wenn es Ihr Sohn nie erzählt hätte! Wäre West zur Malerei und zu Ruhm gekommen ohne diesen Kuss? – Kann man heute nicht mehr sagen. Was man aber sagen kann ist, dass der Kuss der Mutter in seinem Leben einen gewaltigen Unterschied gemacht hat und den Jungen in die richtige Richtung sandte.

In der Bibel wird auch vom Küssen gesprochen. Mehrmals heißt es, wie in Römer 16:6:

Grüßt einander mit einem heiligen Kuss! Es grüßen euch die Gemeinden des Christus.

Das war die damalige Grußform – Männer grüßten Männer, Frauen die Frauen. Sicher würden heute andere Formen eingesetzt. Aber es wird sowohl im Beispiel von Benjamin West, wie auch im Wort Gottes deutlich: Es geht um den Umgang miteinander.

Darum nehmt einander an, gleichwie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes! (Römer 16:6)

Wie kann so ein „einander annehmen" denn aussehen, damit es etwas im Anderen bewirkt und ihn zu etwas „Großem“ macht im Reich Gottes?

Johannes 15:12 erklärt uns: Durch Liebe!

Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.

Epheser 4:32 fordert auf: Durch Vergebung!

Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

1 Thessalonicher 4:18 sagt: Durch tröstende, ermunternde Worte!

So tröstet nun einander mit diesen Worten!

1 Petrus 4:10 ermutigt: Durch Dienst aneinander!

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.

Wenn wir aufeinander achthaben, uns gegenseitig dadurch anspornen, dass wir einander lieben, vergeben, ermutigen und dienen – dann ist die Wahrscheinlichkeit riesig, dass Gott uns gebraucht, um den nächsten geistlichen „Benjamin West“ zu formen, den der Herr gebrauchen kann, Menschen ein herrliches Bild von Jesus vor Augen zu malen.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Am Besen dienen

In Markus 9 streiten sich die zwölf Jünger, wer der Erste ist, der Größte der 12 Großen.
Das Thema ist tragisch genug. Tragischer noch, dass es diskutiert wurde, unmittelbar nachdem Jesu Sein Leiden, Sterben und Auferstehen vorausgesagt hatte. Letzteres verstanden die Jünger nicht. Für sich selbst als Größten zu argumentieren, das verstanden sie sehr wohl.

Als Jesus sie anspricht, erklärt er ihnen, wie sie zum Größten werden können. „Ihr wollt die Ersten sein? Hier ist der Weg, wie man an die Spitze kommt.“ Und dann sagt Er ihnen:
 
Wenn jemand der Erste sein will, 
so sei er von allen der Letzte und aller Diener!
(Markus 9:34)

Spätestens jetzt werden sich alle Jünger gewünscht haben, das Thema nie angesprochen zu haben. Von ALLEN der Letzte? ALLER Diener? Was meinte der Meister wohl damit?

Jesus machte es ihnen vor. In Johannes 13 lesen wir, wie Er sich zum Letzten machte. Und damit ist tatsächlich gemeint: zum Untersten, zu dem, hinter dem niemand mehr in der Hackordnung kommt. Jesus führte tatsächlich die Arbeit des niedrigsten, letzten Sklaven aus: Er wusch seinen beschämten Jüngern die Füße.

Und was bedeutet es für uns heute, „aller Diener zu sein?“

Nun, dienen ist ja nicht schlimm – sofern es im geschäftsmäßigen Sinn geschieht. Jeder „Dienstleister“ arbeitet für seinen Vorteil, seinen guten Namen, das Vorwärtskommen und einen guten Bekanntheitsgrad seines Geschäfts. Aber solch einen Dienst hat Jesus nicht gemeint.

Auch viele Christen verstehen „Dienst“ so richtig falsch. Der Prediger wird als Gastprediger eingeladen, um „am Wort zu dienen.“ Das Lobpreisteam „dient“ dem Herrn, indem es die Gläubigen in die Gegenwart Gottes bringt. Noble Dienste, sichtbare Dienste, die auch gerne zur Ehre der „Diener“ als solche bezeichnet werden. „Am Wort dienen“ ... „am Klavier dienen“ ... ... warum eigentlich nicht „am Besen dienen“? Oder „am Kochtopf dienen“? Ich bin sicher, dass so mancher treue Diener am Kochtopf und am Besen in der Ewigkeit mal besser dastehen wird als der Diener am Pult oder am Mikrophon.

Wer der Erste sein will, soll von allen der Letzte sein. Neben unserem größten Vorbild, Jesus, gibt es Zeitgenossen der Kirchengeschichte, die biblisches „Dienen“ vorgelebt haben. Einer davon ist Hudson Taylor, der Gründer der Überseeischen Missionsgemeinschaft.

Bildquelle: HIER
Der englischen Familie Taylor wurden im frühen 19. Jahrhundert zwei Söhne geboren.
Der Ältere machte sich auf, um sich einen Namen zu machen. Durch Politik und Einfluss wollte er groß und berühmt werden. Der Jüngere, Hudson Taylor, entschied sich, sein Leben Jesus zu geben. Später schreibt er: ‚Nun erinnere ich mich, wie ich mich, mein Leben,  meine Freunde, mein alles, vorbehaltlos auf dem Altar dem Herrn geweiht habe. Ich empfand, daß ich in der Gegenwart Gottes war, und einen Bund mit dem Allmächtigen einging.’
  
Mit dieser Hingabe machte sich Hudson Taylor auf in Richtung China und einer ungewissen Zukunft. Warum? Um zu dienen! Das Ergebnis ist bekannt: Hudson Taylor ist als einer der größten Missionare und Gründer der Überseeischen Missionsgemeinschaft weltweit bekannt.

Was aber wurde aus seinem älteren Bruder, der auszog, sich einen Namen zu machen? An ihn gibt es kein bleibendes Andenken. Er wurde bekannt als "der Bruder von Hudson Taylor."

Wenn jemand der Erste sein will,
so sei er von allen der Letzte und aller Diener!
(Markus 9:34)
 
Wir laden ein zu unserem Zeugnisabend, jeden ersten Mittwoch im Monat! Beginn: 19:30 Uhr. 
Präsent: Bitzegarten 5, 57290 Neunkirchen / Livestream: HIER
HERZLICH WILLKOMMEN!