„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Freitag, 8. Mai 2020

Gott, gib mir ...

Wer dieses Gebet ursprünglich geschrieben und vermutlich auch gebetet hat, ist nicht mit Sicherheit geklärt. Verschiedene Namen werden ins Feld geführt, darunter Franz Hengsbach, Dietrich Bonhoeffer, Ignatius von Loyola und Franz von Assisi. Wahrscheinlicher aber stammt das Gebet aus der Feder und dem Herzen des amerikanischen Pfarrers, Reinhold Niebuhr. Er betete – und vor allem die ersten 3 Bitten fanden weite Verbreitung als Zitat:

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

  Einen Tag nach dem anderen zu leben,
  einen Moment nach dem anderen zu genießen.
  Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren,
  sie anzunehmen, wie Jesus es tat:
  diese sündige Welt, wie sie ist,
  und nicht, wie ich sie gern hätte,
  zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst,
  wenn ich mich Deinem Willen hingebe,
  sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge
  und im nächsten Leben für immer überglücklich.
  Amen.

In einer Zeit, in der wir bombardiert werden mit dem Schrei nach Veränderung und der Notwendigkeit zur Veränderung sind uns doch oftmals die Hände gebunden. Christen können dankbarerweise auch mit gebundenen Händen beten. Aber manches Leid, manche Not steht außerhalb unseres Einflussbereichs. Paulus konnte die Sklaverei im römischen Reich nicht abschaffen. Das war auch nicht sein göttlicher Auftrag. Aber er half sowohl christlichen Sklaven wie auch christlichen Besitzern, einander anzunehmen und sich biblisch zu verhalten.

Obwohl die Juden es hofften, war Jesus nicht gekommen, um das römische Reich auf den Kopf zu stellen und Caesar, Herodes oder Pilatus Paroli zu bieten. Sein Auftrag war ein geistlicher, der eines Seelenretters. Und auch die anderen Apostel, die sich tatsächlich im Namen und Auftrag Jesu in alle Himmelsrichtungen verbreiteten, mussten mancherlei Unannehmlichkeiten auf sich nehmen. Aber sie erlaubten es sich nicht, ihre Gelassenheit über Dingen, Widerständen oder Personen zu verlieren, die nicht änderbar waren.

Andererseits gingen sie mit dem Mut und der Bereitschaft von Märtyrern ans Werk, wenn es darum ging, Situationen anzugehen, die notwendige Veränderungen erforderten zur Ehre Jesu. Paulus fand so klare Worte, dass in ganz Kleinasien der Absatz von Götzenbildern sank, weil immer mehr Menschen zum Glauben an Jesus fanden. Die Apostel scheuten keine Leiden, das Leben aus Gnade über dem Leben aus dem Gesetz heraus zu lehren. Oft mit hohen Kosten.

Immer aber spielte Jesus die Hauptrolle. Musste etwas verändert werden, damit das Reich Gottes gebaut würde – und lag die Mitarbeit dazu in ihrer Macht als Zeugen Jesu Christi – dann packten sie mit an. Ging es nicht um Jesus, oder lag es außerhalb ihres Auftrags, dann konzentrierten sie ihre Kraft auf das, wozu sie berufen waren. Ob es ihnen manchmal schwer fiel, das eine zu tun und das andere zu lassen? Dazu schweigt die Bibel. Wir wissen es nicht!

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen,
lebt in Gottes Gerechtigkeit,
und er wird euch all das geben, was ihr braucht.
(Jesus in Matthäus 6:33; NLB)

Eine gute Nachrichte (aktualisiert: 8.5.20) gibts HIER

Donnerstag, 7. Mai 2020

Eine lehrreiche, hinduistische Legende

Eine alte, hinduistische Geschichte erzählt von einem Tigerjungen, das von Ziegen aufgezogen wurde. Das Junge lernte, Gras zu fressen, zu meckern und sich wie eine Ziege zu benehmen.

Eines Nachts griff ein echter Tiger die Ziegen an, und die stoben in alle Richtungen auseinander. Nur das Tigerjunge weidete und blökte wie eine Ziege, hatte aber keine Angst.

Der alte Tiger brüllte: "Was machst du hier und lebst bei diesen feigen Ziegen?" Er packte das Junge am Nacken, zog es zu einem Teich und sagte: „Schau, wie sich unsere Gesichter im Wasser spiegeln! Jetzt weißt du, wer du bist und wo du hingehörst.“

Der Tiger nahm das Junge mit nach Hause und brachte ihm bei, wie man Tiere fängt, Fleisch frisst, brüllt und sich wie ein Tiger verhält. So entdeckte das Tigerjunge sein wahres Selbst.

Eine nette Geschichte … mit Lektion. Lasst uns gemeinsam zum klaren Wasser des Wortes Gottes gehen und hineinschauen. Lasst uns sehen, was das Wort Gottes zurückspiegelt, wenn wir hineinschauen:

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung;
das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!
(2 Korinther 5:17)

So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Vollmacht,
Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
(Johannes 1:12)

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet,
der euch aus der Finsternis berufen hat
zu seinem wunderbaren Licht.
(1 Petrus 2:9)

Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder
durch den, der uns geliebt hat.
(Römer 8:37)

So, geschafft! Wir haben uns vom Wort Gottes widerspiegeln lassen, was wir durch Jesus heute sind: Eine neue Kreatur, Kinder des lebendigen Gottes. Wir sind auserwählte, königliche Priester, heilig, Gottes Eigentum und berufen, unseren Retter zu bekennen. Und das alles als solche, die durch Jesus mehr als Überwinder sind.

Das offenbart uns der Spiegel des Wortes Gottes. Das sind Gottes Gedanken über uns. Aber ACHTUNG! Es gibt eine Gefahr (Jakobus 1:23+24):

Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist
und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen,
der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut;
denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon
und vergisst von Stund an, wie er aussah.

Was Du im Spiegel des Wortes Gottes gesehen hast, solltest Du nicht vergessen. Das schwächt! Es zu behalten – das stärkt! 
Sei der Du bist - durch Jesus!

Mittwoch, 6. Mai 2020

Zwischenruf!

Obwohl Pastor Olaf Latzel mittlerweile zu den Anklagen Stellung bezogen hat und die Verleumdungen als unbegründet zurückgewiesen hat, verbreiten die Medien immer noch bewusst Unwahrheiten über ihn, sicher auch, um das Feuer der Verfolgung gegen ihn und seine Gemeinde am Brennen zu halten.

Allerings läuft mittlerweile auch eine Petition zu seiner Unterstützung - eine der zur Zeit erfolgreichsten Petitionen über "openpetition.eu". Wer mehr Information wünscht sich an der Petition beteiligen möchte, findet sie HIER!

Jesus im Römerbrief

Der Römerbrief ist der erste Brief des Paulus, den wir in der Anordnung des Neuen Testaments finden. Martin Luther bezeichnete den Römerbrief als

„das rechte Hauptstück des Neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium, welcher wohl würdig und wert ist, dass ihn ein Christenmensch nicht allein Wort für Wort auswendig wisse, sondern täglich damit umgehe als mit einem täglichen Brot für die Seele; denn er kann nimmer zu viel und zu gründlich gelesen oder betrachtet werden. Und je mehr er behandelt wird, desto kostbarer wird er und umso besser schmeckt er“.

Ich will ehrlich sein: Ich kenne den Römerbrief nicht auswendig, habe ihn allerdings auch schätzen und lieben gelernt, denn Jesus springt uns an von jeder Seite und aus jedem Kapitel des Briefes.

Martin Luther war ein gebildeter Augustinermönch, der aber vergeblich die Vergebung und Gnade Gottes zu erwirken versuchte. Er lebte in Selbstverleugnung und Selbstkasteiung und in ständiger Angst vor dem zornigen und gerechten Gott, bis Gott ihm durch Römer 1:17 begegnete, wo es heißt: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“.

Der Römerbrief beschreibt Jesus als den Gerechten im Gegensatz zu Adam, dem Gefallenen. Im Römerbrief begegnete Luther – und seit ihm Millionen anderer Menschen – Jesus.

Wir haben Frieden mit Gott durch Jesus (5:1)
Jesus ist für Gottlose gestorben (5:6)
Jesu Blut hat uns gerechtfertigt vor Gott (5:9)
Jesus hat uns, die Feinde Gottes, mit Gott versöhnt (5:10)
Jesus hat uns Gnade und Gnadengeschenk Gottes zukommen lassen – und das in überströmendem Maß (5:15)
Jesus hat uns zu Mitregenten gemacht mit Ihm (5:17)
Jesu Gerechtigkeit verhilft uns zu ewigem Leben (5:21)

All diese Segnungen kommen aus nur einem Kapitel, in dem wiederholt gesagt wird, dass Jesus nicht geizt. Er beschenkt im Überfluss.

Auch die anderen Kapitel sind voll mit Beschreibungen der Segnungen durch Jesus:

Jesus hat uns zur Freiheit befreit (7:4)
Jesus hat uns außerhalb jeder Verdammnis gebracht (8:1)
Jesu Liebe ist unzerstörbares Bindeglied zwischen Gott und uns (8:39)
Jesus hat alle Seine Kinder verbunden zu einem Leib (12:5)
Jesus möchte unsere „Kleidung“ sein. Wir sollen uns mit Ihm umgeben (13:14)

Es lohnt sich, den Römerbrief einfach mal durchzulesen, den Namen Jesu oder Titel, Christus, zu unterstreichen und zu finden, was wir alles allein im Römerbrief über Ihn lernen. Kein Wunder, dass selbst die Entstehung der Heiligungsbewegung im 19. Jahrhundert auf das intensive Studium von Römer 6-8 zurückgeführt wird. Und auch die Reformation ist sicher eine Frucht dieses Briefes.

Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbart
aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht:
"Der Gerechte aber wird aus Glauben leben."
(Römer 1:17)

Unser Jüngerschaftsabend beschäftigt sichzwar nicht mit dem Römerbrief, aber auch die Person des Epaphroditus im Philemonbrief ist ein toller Hinweis auf das, was Jesus aus unserem Leben machen kann. Sei doch (in unserem Livestream) mit dabei!

Jüngerschaftsabend @ CCFG
Heute, 19:30 Uhr
im Livestream, über: www.ccfg.de

Dienstag, 5. Mai 2020

Es muss nicht Viganella

Bereits gestern haben wir nachgedacht über den Auftrag Jesu, ein Licht in der Dunkelheit zu sein. Heute noch einmal ein paar Gedanken dazu, illustriert durch zwei Spiegel. (Der Beitrag: "Jesus im Römerbrief" kommt morgen)

Wer diesen Blog regelmäßig liest, kennt die Geschichte von Viganella, dem 166 Seelen Dorf, 1012 m hoch in den italienischen Alpen.

Bis vor einigen Jahren galt Viganella als dunkelster Ort Italiens. Der Ort liegt unter der Sonnengrenze und in den Wintermonaten ist die Sonne für rund 3 Monate nicht zu sehen! Im norwegischen Rjukan gibt es eine ähnliche Situation. Dort muss man im Winter für 7 Monate im Jahr auf Sonne verzichten. 
 
In beiden Orten wurden große Riesenspiegel montiert, die die Zentren mit gespiegeltem Licht versorgen. Die Plätze werden erhellt, erwärmt und damit zu einem beliebten Treffpunkt (vielleicht nicht gerade in diesen Monaten).
 
Als Jünger Jesu sollen wir unseren Platz bei Jesus einnehmen und Ihn reflektieren. Wie Spiegel werden wir erhellt – und erhellen wiederum andere. Nimm Deinen Platz als Jünger Jesu nicht unter dem Bett ein oder unter dem Scheffel, sondern neben Jesus auf dem Leuchter. 
 
Sicher fühlt sich jetzt so manch einer schlecht und denkt: „Ich werde nie ein Riesenspiegel Gottes, der ein ganzes Dorf erhellt und erwärmt.“ 
 
Vielleicht nicht – wahrscheinlich nicht! Weder Du, noch ich. Aber das müssen wir auch gar nicht, wie dieser Bericht illustriert: 
 
Im schottischen Glasgow machte ein Mann einen Spatziergang in den engen Straßen der Stadt. Die Straßen waren  extrem eng und die Häuser ganz hoch. Das bisschen schottische Sonne erreichte gerade die eine Seite des Bürgersteigs. Sie andere Straßenseite blieb im Schatten. Dann entdeckte der Spatziergänger einen Jungen, barfuß, runtergekommen und mit einem kleinen abgebrochenen Stückchen Spiegel in seiner Hand.  
 
Mit der Spiegelscherbe fing er einige Sonnenstrahlen auf und reflektierte sie zu einem bestimmten Punkt auf der Schattenseite der Häuser. Der Spatziergänger schlenderte zu dem Jungen und sagte: „Na , Kurzer, was machst Du denn da?“  „Schauen Sie da drüben das Fenster,“ – kam die Antwort des Jungen. „In dem Zimmer da drüben liegt mein kleiner Bruder seit seinem Unfall vor zwei Jahren auf dem Rücken. Und das Zimmer ist auf der falschen Seite der Straße, um Sonne abzukriegen. Ich versuche immer ein bisschen Sonne mit meinem kleinen Spiegel aufzufangen und in sein Zimmer hineinzuschicken. 
 
Verstehst Du das? Leuchte für Jesus in der Dunkelheit. Du must kein Riesenspiegel sein. Eine kleine Spiegelscherbe reicht, solange sie das Sonnenlicht reflektiert. Lass Dein Licht leuchten für Jesus. Erwarte nichts von Dir selbst, aber alles von Ihm! Leuchten geschieht durch kleine Schritte:
-         ein weitergegebenes Traktat
-         ein freundliches Wort
-         ein stilles – oder auch lautes – Gebet
-         ein schlichtes Zeugnis (flüssig oder gestammelt)
-         ein Gebet vor dem Essen in der Öffentlichkeit
-         eine scheinbar kleine Hilfeleistung im Namen Jesu 
 
SO soll euer Licht leuchten vor den Leuten,
daß sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.  
(Matthäus 5:16)