„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 11. Juni 2018

Wie Jesus

Interessant im Leben alter Menschen ist die Tatsache, dass sie nach vielen Jahrzehnten der Ehe einander so gut kennen, dass es nicht vieler oder lauter Worte bedarf, keiner perfekten Sehschärfe und keiner Erklärung, um einander zu erkennen. Man sagt, dass Freunde und Verwandte bei Schwerhörigen laut und deutlich reden müssen, manchmal unangenehm laut. Der Ehepartner des Schwerhörigen aber muss den Ton seiner Stimme kaum heben. Seine Stimme wird erkannt. Sie hat sich mit allen Eigenarten und Nuancen so in Gehör und Herzen eingebrannt, dass eine Veränderung der Lautstärke nicht nötig ist.
 
Mütter erkennen ihre Kinder aus der Ferne an der Art und Weise ihrer Bewegungen. Blinde erkennen ihre Mitmenschen am Geruch ihres Parfüms oder an ihren Schritten. Manche Menschen erkennen ihre Freunde an deren Gang. All diese Merkmale helfen es Menschen, andere Menschen zu identifizieren und sie aus der Masse der Anderen herauszuspüren.

Als Christen haben wir auch Erkennungsmerkmale. Je länger wir mit Jesus unterwegs sind, umso mehr färbt Sein Leben auf unser Leben ab. Wenn nicht, sind wir nicht wirklich mit Ihm unterwegs. Wenn man uns lange genug ins Gesicht schaut oder hinterherschaut – wenn man uns lange genug beobachtet – dann sollte man feststellen können – und ich meine nicht am Kirchgang – „Dieser gehört auch zu dem Nazarener!“ 
Zu viele treten den wöchentlichen oder gelegentlichen Kirchgang an – erinnern aber dabei mehr an die Kirche als an Jesus.

Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der geht wie Jesus, der zu Seinen Jüngern sagte: 
Begebt euch nicht auf die Straße der Heiden (Matthäus 10:5)
Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der schaut wie Jesus, der sagte:
Hebt eure Augen auf und seht die Felder an; sie sind schon weiß zur Ernte. (Johannes 4:35)
Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der redet wie Jesus, der sagte:
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor. (Matthäus 11:36)
Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der arbeitet wie Jesus, der sagte:
Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Johannes 20:21)
 Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der dient demütig wie Jesus, der sagte:
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe. (Johannes 13:15)
Wer lange genug mit Jesus unterwegs ist, der liebt wie Jesus, der sagte:
Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 15:12; 13:35)

So soll es sein! Wir sind mit Jesus in allen Bereichen des Leben unterwegs. Nichts klammern wir aus. Und je länger unsere Verbindung mit Ihm, je stärker das Verlangen des Jüngers, zu werden wie sein Meister, je intensiver die Bewunderung des Kleinen für den Großen – umso mehr werden wir uns bewegen wie Er, uns umschauen wie Er, reden wie Er, arbeiten wie Er, demütig dienen wie Er, lieben wie Er, und riechen wie Er - denn wir sollen ein Wohlgeruch sein für Gott – und das war der Sohn Gottes in Vollkommenheit für Seinen Vater: ein Wohlgeruch.

Sein wie Jesus – das soll uns nicht frustrieren, sondern positiv herausfordern und anspornen. Jeder von uns fällt täglich. Aufstehen werden nur solche, deren Verlangen stark genug ist, Jesus-ähnlicher zu werden. Dazu möchte ich Dir heute Mut machen.

Immer mehr von dir, immer mehr, 
immer mehr sein wie du, immer mehr.
Immer mehr deine Worte verstehen, 
deine Werke tun, oh Herr, immer mehr.

Sonntag, 10. Juni 2018

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Predigttext:
Apostelgeschichte 8:1-4

1 Saulus war mit dieser Hinrichtung völlig einverstanden. Und von diesem Tag an wurde die Gemeinde in Jerusalem schwer verfolgt, sodass die Gläubigen sich über ganz Judäa und Samarien zerstreuten. Nur die Apostel blieben in der Stadt. 
2 Einige fromme Juden bestatteten den Stephanus und veranstalteten eine große Trauerfeier. 
3 Aber Saulus wollte die Gemeinde vernichten. Überall durchsuchte er die Häuser der Gläubigen und ließ Männer wie Frauen gewaltsam abführen und ins Gefängnis bringen.
Verfolgung als Missionsstrategie Gottes 

4 Die zerstreuten Gläubigen aber machten das Evangelium bekannt.

CALVARY CHAPEL FREIER GRUND
Lieder - Gebet - Gottes Wort!
parallel Kindergottesdienst!
Gemeinschaft!
Anschließend gemeinsames Mittagessen!

Beginn: 10:30 Uhr

Nachmittags: erster CCFG SCHLASO
(SCHöner LAnger SOnntag:
Kaffeetrinken, Spielen, Reden, Spatzierengehen ...)

Wir laden alle herzlich ein!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum


Sonntagszitat: 
Die Kirche schreitet auf ihrem Pilgerweg 
bis zum Ende der Dinge unbeirrbar voran, 
zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes
(Augustinus von Hippo)

Der Lohn eines heiligen Lebens sind nicht Villen und Yachten, 
sondern Verfolgung und Ausgrenzungen
 (Markus Spieker) 

Verfolgung ist einfach der Zusammenprall 
zweier unvereinbarer Wertesysteme.(John Stott)

Samstag, 9. Juni 2018

Rückblickend ...

Wir alle, die wir zu Jesus Christus gehören, glauben an ein Leben nach dem Tod. Wir alle glauben, dass der Tod lediglich eine Türe ist vom Diesseits ins Jenseits. Wie es genau aussehen wird auf der anderen Seite, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass es herrlich sein wird. Trotzdem bleiben Fragen. Nicht Fragen, die uns verunsichern - eher Fragen, die uns nachdenklich stimmen. Eine solche Frage kam mir kürzlich über den Weg:

"Wenn ich eines Tages "auf der anderen Seite" aufwachen werde, worüber werde ich mich rückblickend freuen? Werde ich mich freuen können über die Bekenntnisse, die ich von meinem Herrn Jesus weitergegeben habe? Werde ich mich freuen über Hilfe, die ich anderen angeboten habe, über ein Lächeln, das andere erfreut und freundliche Worte, die anderen durch den Tag geholfen haben?"

Interessant ist, dass all diese Dinge, über die ich mich im Himmel gerne rückwirkend freuen würde, geschehen können, ohne dass mir irgendwelche Kosten entstehen würden.

Andererseits inspiriert mich der Gedanke an den Himmel auch zu der Frage, woran ich mich rückblickend hoffentlich nicht erinnern muss.

"Ist es die Meinungsverschiedenheit mit dem Ehepartner wert, über Stunden an Bitterkeit festzuhalten? Habe ich mich meines Glaubens und meines Zeugnisses von Jesus geschämt? Ist es das erfahrene Unrecht am Arbeitsplatz wert, den Ärger mit nach Hause zu nehmen? Ist mein (vielleicht berechtigter) Ärger das böse Wort wert, das den Anderen bestenfalls herausfordert, vielleicht sogar beleidigt?"

Der Gedanke an "die andere Seite" hat etwas für sich. Der Herr hat uns mit so viel Gutem ausgerüstet: Millionen von Nerven und Muskeln, die uns das Lächeln möglich machen, einen Mund der viele freundliche Worte - und sogar Segen aussprechen kann, Hände, die helfen, Ohren, die zuhören und Füße, die Bedürftige besuchen können. Das diese Liste nicht vollständig ist, ist uns allen klar. In Matthäus 19 lesen wir von einem Mann, der auf eine Reise ging. Seinen Dienern gab er Geld mit den Worten:

"Handelt, bis ich wiederkomme!"  (Lukas 19:13)

Gott hat auch Dich und mich reich beschenkt. Ich meine nicht unbedingt, mit Geld, aber mit Talenten, Zeit, Kraft, Gesundheit, Intelligenz, Ideen und vielen anderen Schätzen. Und Jesus ruft auch uns zu: "Handelt, bis ich wiederkomme!"

Heute, jetzt, ist die Zeit, zu "handeln," - d.h., einzusetzen, was Gott uns gegeben hat. "Wenn wir eines Tages "auf der anderen Seite" aufwachen werden, worüber werden wir uns rückwirkend freuen?

Lasst uns doch heute ganz bewusst etwas von dem einsetzen, das Gott uns geschenkt hat. Lasst es uns einsetzen, damit Jesus sich heute freut - und wir, wenn wir einmal "auf der anderen Seite" Rückblick halten.(w)

Gottesdienst morgen um 10:30 Uhr
CCFG
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
HERZLICH WILLKOMMEN!

Freitag, 8. Juni 2018

Standhaft bleiben

Standhaft bleiben! Dazu ruft uns Gottes Wort auf:

„Seid wachsam und steht fest im Glauben! Seid entschlossen und stark!“
„Gewinnt eure Seelen durch euer standhaftes Ausharren!“
„Wenn wir standhaft ausharren, so werden wir mitherrschen; wenn wir verleugnen, so wird er uns auch verleugnen;“
„Das soll jene, die zu Gott gehören, ermutigen, alles geduldig zu ertragen und bis zum Ende standhaft zu bleiben, alle, die Gottes Gebote halten und auf Jesus vertrauen.“
( 1 Korinther 16:13; Lukas 21:19; 2 Timotheus 2:12; Offenbarung 14:12)

Standhaft zu bleiben wird in den Tagen vor Jesu Wiederkunft immer schwerer. Was Christen sagen und glauben und was sie tun wird zunehmend kritisch betrachtet. Drei aktuelle Beispiele:

In den letzten Tagen ging die Nachricht durch die Medien, dass die rechtskonservative Regierung in Ungarn Gesetze gegen Flüchtlingshelfer auf den Weg bringen will. Danach sollen Organisationen und Einzelpersonen strafrechtlich verfolgen, die illegal eingereisten Flüchtlingen helfen. Organisationen, die Flüchtlingen helfen, sollen in Zukunft mit einer 25% Strafsteuer auf ihre Spendeneingänge belegt werden. Außerdem sind hohe finanzielle Strafen bis hin zu Gefängnisstrafen geplant. Neben der Hilfe für illegale Flüchtline soll auch Druck und Verbreitung von Informationsmaterial bestraft werden. Gefängnisstrafen gehen bis zu einem Jahr. Verkehrte Welt!

Mit über 66% stimmten die Iren im Mai für eine Reform ihres Abtreibungsgesetzes. Nun plant die Regierung bis zum Jahresende, Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche zu legalisieren. Klar, dass die Regierung von allen Seiten Applaus erhält. „Ein Meilenstein für die körperliche und sexuelle Selbstbestimmung“ nannte die grüne Europapolitikerin Terry Reintke das Ergebnis – und meinte natürlich nicht das schutzbedürftige Kind sondern die (un)verantwortlichen Erwachsenen. Menschen sangen und tanzten in den Straßen Irlands aus Freude über die Öffnung des Tores zur Tötung Ungeborener. Verkehrte Welt!

Ebenfalls im vergangenen Mai entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass auch in Deutschland eine Vielehe unter Umständen möglich ist. Dabei ging es um die Einbürgerung eines Mannes mit zwei Frauen. Das mag alles noch in den Kinderschuhen stecken, aber was heute durch eine Ausnahmeregelung toleriert wird, wird morgen gesetzlich erlaubt.Verkehrte Welt!

Das ist die Welt, in der wir als Jünger Jesu zurechtkommen müssen – und möchten. Wir haben die beste Botschaft der Welt – aber sie eckt an. Wir können Kompromisse eingehen und das Evangelium verwässern. Wir können die Worte der Bibel relativieren. Aber relativiertes Gotteswort ist nicht mehr Gottes Wort. Besser ist es, standhaft zu bleiben, entschlossen und stark. Besser ist es, uns kompromisslos auf Jesus Seite zu stellen, die Freude seines Heils zu erfahren und in der Kraft des Heiligen Geistes für Jesus zu leben. Für Jesus zu leben schließt lieben ein, Gott und den Nächsten zu lieben. Das wird kosten. Aber das Ergebnis wird es wert sein.

Um ähnliche Gedanken, um den Segen der Standhaftigkeit und die Frucht der Verfolgung wird es auch übermorgen in unserem Gottesdienst gehen. Dazu laden wir herzlich ein.

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (gegenüber Ärztezentrum)
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr
(parallel Kindergottesdienst) 

Herzlich Willkommen!

Donnerstag, 7. Juni 2018

Von Händlern, Kaufleuten und uns

Wir sind dankbar für viele Länder, in denen Christen die Mehrheit stellen. Es sind vielfach Länder, in denen der Demokratieprozess weiter fortgeschritten ist als in Ländern mit anderer Religionsmehrheit. Allerdings muss auch zugegeben werden, dass es kein wirklich „christliches“ Land auf der Erde gibt. Es gibt zwar christianisierte und nachchristliche Länder, aber sie zeichnen sich oft durch viel Unchristliches aus, wie etwa Unmoral, Materialismus und Gottlosigkeit.

Es bewegt mich immer seltsam, wenn ich Berichte von Ländern lese, in denen der Islam Fuß gefasst hat. In der momentanen Ausgabe des Gebetsheftes „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ werden allein 4 Länder namentlich erwähnt, in die der Islam durch moslemische Händler gebracht wurde. Diese 4 Länder sind Thailand, mit einem moslemischen Bevölkerungsanteil von 5%, dann Kenia mit 11,1%, Brunei mit 67% und die Komoren im Indischen Ozean mit 99%. Sie alle wurden missioniert durch reisende Händler, die ihren islamischen Glauben ernst nahmen, bezeugten, ausstreuten und heute eine Millionenfrucht ernten.

Dies sind nicht die einzigen Länder. Auch in Indonesien, den Philippinen, Südindien, Sri Lanka, Äthiopien, Tansania, Westafrika, dem Senegal und anderen Gebieten fasste der Islam Fuß – durch Händler! Diese berufstätigen Kaufleute lebten ihren Glauben und bezeugten ihn bei der Arbeit. Manche wurden sesshaft, heirateten, unterrichteten ihre Kinder und ihre  angeheiratete Verwandschaft – und legten auf diese Weise eine Grundlage für das Heimischwerden des Islam. Es waren keine ausgesandten Missionare. Es waren Berufstätige, deren Job sie in Länder mit anderen Religionen brachte. Berufstätige, die ihren Glauben nicht zu Hause ließen, sondern mitnahmen, bezeugten und Jünger machten. Heute spricht niemand mehr über ihren Handel oder ihren Beruf. Aber heute sieht man die Frucht ihres Zeugnisses.

Auch Jünger Jesu sind unterwegs. Sie sind unterwegs an ihren Arbeitsplätzen in Deutschland. Sie sind unterwegs auf ihren Reisen im In- und Ausland. Sie sind nicht als ‚Missionare’ einer Gemeinde ausgesandt. Aber sie sind als Boten Gottes unterwegs, ausgesandt von Gott persönlich, der in Matthäus 28:19 sagt:

So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker!

Und weiter in 2. Timotheus 4:2:

Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen.

Muslimische Kaufleute nahmen dies ernst und haben weltweit den Samen des Islam gesät.

In unserer Zeit macht das Christentum ca 2,3 Mrd. der 7,6 Mrd. Menschen aus. Dazu gehören alle Schattierungen des Christentums und alle christlichen Sekten. Evangelikale machen lediglich knapp 8% der Weltbevölkerung aus, ca 550 Millionen.

Wie zur Zeit Jesu gibt es weiterhin viel zu tun für alle, die Jesus von Herzen nachfolgen, für alle, die an die ewige Rettung oder ewige Verlorenheit jedes Menschen glauben. Die meisten von uns werden das nie „vollzeitig“ tun. Lasst es uns tun wie die oben erwähnten islamischen Händler – während wir mit beiden Beinen im Leben und im Beruf stehen, zur gelegenen und zur ungelegenen Zeit, zu Hause oder auf Reisen. Vielleicht kriegen wir dabei auch schon mal einen Tritt vors Schienbein. Das zu verhindern hat Jesus uns nicht versprochen. Aber Frucht hat Er uns versprochen, auch wenn wir uns schwach fühlen. Wer sät, der WIRD ernten!

Mittwoch, 6. Juni 2018

Bericht: Entführt - Vergewaltigt - Schwanger!

"Wie soll ich dieses Kind jemals lieben?“ Mit dieser Frage musste sich die junge Christin Esther* beschäftigen, für die, vor gut eineinhalb Jahren, die schrecklichste Zeit ihres Lebens endete. Die junge, nigerianische Christin war wie so viele andere von Boko-Haram entführt worden und hatte Monate des Terrors im Sambisa-Wald erlebt, dem Rückzugsquartier der islamistischen Gruppe im Norden Nigerias. Doch in ihrem Heimatdorf warteten weitere Herausforderungen auf sie – denn Esther trug ein Kind in sich.

OPEN DOORS setzt sich seit vielen Jahrzehnten für verfolgte Christen ein. Folgender Artikel erschien in ihrer Webseite. 

Die Entführer hatten alles daran gesetzt, ihre Gefangenen zu Muslimas zu machen. Wo Versprechungen und Privilegien keine Wirkung zeigten, gingen sie zu Drohungen und Einschüchterungen über. Doch Esther war fest entschlossen, unter allen Umständen an Jesus festzuhalten. Unter Tränen berichtet sie: „Ich weiß nicht, wie viele Männer mich vergewaltigt haben …“ Und nach einer Pause weiter: „Ich hasste mich selbst immer mehr. Manchmal war ich so wütend auf Gott … aber ich konnte ihn einfach nicht verleugnen. Immer wieder dachte ich an seine Zusagen, dass er mich nie verlassen wird.“ Als sie schwanger wurde, fragte sie sich: „Wie soll ich dieses Kind jemals lieben?“

Nachdem das Militär sie befreit hatte, erlebte Esther in ihrem Heimatdorf Ablehnung. Eine „Boko-Haram-Frau“, noch dazu schwanger – „selbst meine eigenen Großeltern beschimpften mich.“ Am schlimmsten traf sie jedoch, dass viele Dorfbewohner ihre Tochter nach der Geburt nicht „Rebecca“ nannten, sondern abfällig „Boko“. In dieser Phase wurde Esther zu einem Traumaseminar von Open Doors eingeladen. Dort wurden die Teilnehmerinnen eines Tages aufgefordert, all ihre Schmerzen und Nöte auf einen Zettel zu schreiben und symbolisch ans Kreuz zu heften. „Als ich das tat, war es, als ob ich all meine Trauer Gott abgab. Ich fühlte mich innerlich ganz leicht. Später verbrannte die Leiterin alle Zettel; da spürte ich, wie all meine Sorgen und die Schande endgültig verschwanden.“

Inzwischen geht es Esther und der kleinen Rebecca gut. Sie sind ein Beispiel von Gottes heilender Liebe und Gnade. Auch wenn bis heute nicht alle Dorfbewohner die beiden willkommen heißen, ist Esther mit sich und ihrer Vergangenheit im Reinen. Sie sagt über die kleine Rebecca: „Sie ist für mich mitten in meiner Traurigkeit zur Freude und zum Lachen geworden.“

Esther durfte die Verheißung Gottes aus Jeremia 31:13 persönlich erfahren:

Ich will ihre Trauer in Freude verwandeln
und will sie trösten und erfreuen in ihrem Kummer.

Unzählige Menschen haben diese Verheißung Gottes in ihrem Leben erfahren. König David schreibt in den Psalmen:

„Du hast mein Klagelied in einen Freudentanz verwandelt.
Du hast mir die Trauerkleider ausgezogen
und mich mit einem Festgewand bekleidet. (30:12)

Viele Jahre später verheißt Gott durch den Propheten Jesaja:

 „Seine Wege habe ich gesehen und werde es heilen.
Und ich werde es leiten und ihm Tröstungen gewähren
und seinen Trauernden die Frucht der Lippen schaffen.
Friede, Friede den Fernen und den Nahen!, spricht der Herr.
Ich will es heilen. (Jesaja 57:18+19)

Auch im Neuen Testament verspricht Jesus den Seinen höchstpersönlich:

 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen;
und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit
soll in Freude verwandelt werden. (Johannes 16:20)

Dabei kommt es nicht darauf an, was unsere Traurigkeit erzeugt hat. Wer Jesus nachfolgt, wer sich entscheidet, Ihm treu zu bleiben, dessen Traurigkeit wird zweifelsfrei in Freude verwandelt werden. Esther hat es erfahren, ebenso wie David und Millionen Christen mit ihnen. Und wir dürfen mit Jesus die gleiche Erfahrung machen!

Heute Abend kommen wir im Gemeindesaal zu unserem Jüngerschaftsabend zusammen. Wir singen für Jesus, reden mit Gott, hören auf Gott und auch voneinander, was Jesus in unserem Leben tut. Wir würden uns freuen, wenn Du dazu kommst.

CALVARY CHAPEL FREIER GRUND
Bitzegarten 5 (gegenüber dem Ärztehaus)
57290 Neunkirchen  
Beginn: 10:30 Uhr

HERZLICH WILLKOMMEN!

Dienstag, 5. Juni 2018

Gebet im Johannes Evangelium

Die größten und vielleicht vertrautesten Verheißungen über Gebet kommen direkt aus dem Mund des Sohnes Gottes. Sie werden uns zugerufen durch die Evangelien. Johannes schreibt mehrmals über das Gebet „im Namen Jesu“. Er schreibt:

Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen,
das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn.
Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen,
so werde ich es tun. (14:13+14)
Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten;
bittet, so werdet ihr empfangen,
damit eure Freude völlig wird! (16:24)

Da stellt sich natürlich die Frage: „Was bedeutet es, im Namen Jesu zu beten?“ In manchen Kulturkreisen betet man und schließt das Gebet mit den Worten: „Dies beten wir im Namen Jesu.“ Reicht das? Reicht es, die Formel: „im Namen Jesu“ an ein Gebet zu hängen, um dann tatsächlich im Namen Jesu gebetet zu haben? Anders gefragt: Ist ein Gebet, das nicht ausdrücklich „im Namen Jesu“ beendet (oder begonnen) wird, von vorneherein unbiblisch und daher unwirksam? Was bedeutet es, im Namen Jesu zu beten?

Beten im Namen Jesu bedeutet, in der Autorität Jesu zu Gott zu kommen. Nicht weil wir … sondern weil Jesus …! Niemand kann sich ohne die Autorität Jesu aufmachen, um vor Gottes Thron zu erscheinen. Diese Autorität Jesu erhalten wir als solche, die Ihm nachfolgen. Wir kommen im Namen Jesu, weil Er uns schickt. Er hat uns den Auftrag des Gebets gegeben.

Beten im Namen Jesu bedeutet, uns auf die Macht Jesu und Seine Rechte zu verlassen. Wir kommen in Schwachheit, aber mit dem Recht, das Jesus uns gegeben hat. Und wer Jesus nachfolgt, der „sucht“ Sein Herz, der sucht Jesu Willen und kann darum vertrauensvoll und freimütig zu Gott kommen, im Namen des mächtigen und berechtigten Retters.

Der Theologe und Bibellehrer A.W. Pink (†1952) sagte einmal: „Wenn wir wirklich im Namen des Herrn Jesus zum Vater beten, ist es, als ob Christus selbst der Bittende wäre."
Wir kommen also wie ein kleines Kind an der Hand unseres großen Retters zum Thron der Gnade und bringen das vor, was Jesus möchte und Ihm gefällt. Um wirksam im Namen Jesu zu bitten ist es darum wichtig, das Herz Jesu, das Wesen Jesu und Sein Wort zu kennen. Dann können wir so bitten, als sei Christus selbst der Bittende. „Im Namen Jesu“ ist eine Herzenseinstellung, keine Formel am Ende unseres Gebets. Nutzen wir diese Worte, dann als Erinnerung für uns selbst, nicht um Gott zu überzeugen.

Im Namen Jesu zu beten bringt Segen. Johannes nennt in diesen 2 Versen allein 4 Segnungen:

  • Er will unsere Gebete erhören (2x)
  • Dadurch soll der Vater verherrlicht werden
  • Wir werden empfangen
  • Dadurch soll unsere Freude vollkommen werden
Jesu Worte über Gebet sollen uns nicht frustrieren. Sie sollen uns Mut und Freude machen, in seinem Namen zu Gott ins Allerheiligste zu kommen, unsere Bitten bei Ihm abzuladen und dann gesegnet unseren Weg zu gehen. Nutz die Einladung Jesu, in Seinem Namen zu beten, gesegnet zu werden und den Vater im Himmel zu verherrlichen.

Montag, 4. Juni 2018

Die Macht des Kreuzes

Nein! Wir Christen beten das Kreuz nicht an. Wir beten Gott an! Gott, den Vater, der Jesus gesandt hat, weil Er die Welt so geliebt hat. Wir beten Jesus den Sohn an, weil Er Sein Leben für uns gegeben hat, und wir beten den Heiligen Geist an, weil Er uns die Augen geöffnet und unsere Herzen von der Wahrheit überführt hat. Den dreieinigen Gott beten wir an, kein Kreuz.

ABER: auch in unserem Gemeindesaal hängt ein Kreuz. Wir haben es nie angebetet, aber es dient als ständiges Symbol und Erinnerung. Wir singen über das Kreuz. Wir singen von der Kraft des Kreuzes, von der Herrlichkeit des Kreuzes, von der Liebe zum Kreuz – und wir meinen damit nicht das Kreuz selbst, sondern den, der am Kreuz für uns starb. Kein Kreuz hat eine magische Wirkung in sich selbst. Aber der, der am Kreuz gestorben und als Sieger hervorgegangen ist – der hat eine Wirkung erzielt. Keine magische, sondern eine göttliche, eine wirksame. Darum singen wir zu Recht, das wir unsre Lasten zum Kreuz bringen sollen – gemeint ist: zu Jesus. Wir singen davon, dass wir das Kreuz lieben – gemeint ist immer Jesus, und das, was Er am Kreuz für uns getan hat.

Markant ist: das Kreuz ist leer! Und gerade diese Tatsache gibt uns großen Grund zur Dankbarkeit. Das leere Kreuz steht für den auferstandenen, lebendigen Sohn Gottes: Jesus, unseren Herrn! Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Galater (6:14):

“Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen,
als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus,
durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“

Und woran erinnert uns das Kreuz Jesu, dass es so prominent ist als Symbol? Durch den Mann am Kreuz haben wir
  • Freiheit von begangenen Sünden
  • Freiheit der Macht der Sünde
  • Freiheit von den Folgen der Sünde (Gericht und Verurteilung)
Selbst Heilung ist beim (Mann am) Kreuz zu finden. In 1 Petrus 2:24 zitiert der Apostel Jesaja 53:5, wo es heißt:

Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz,
damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen;
durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

Und der Psalmist erklärt (103:2+3):

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt
und heilt alle deine Gebrechen;

Christen sollten hier ganz nüchtern und gleichzeitig gläubig sein. Diese verheißene Heilung kann durchaus auf der Erde stattfinden, oder sie kann teilweise stattfinden. Aber das hat der Herr nicht für jeden Fall verheißen. Garantiert aber hat Er, dass Heilung auf jeden Fall stattfinden wird, wenn wir bei Ihm „zu Hause“ ankommen. Auch für dieses Ergebnis des Kreuzes dürfen wir dankbar sein.

Für das Kreuz war Jesus gekommen. Am Kreuz hat Er den Tod besiegt und den Sieg durch Seine Auferstehung besiegelt. Ohne das Kreuz …
  • könnten wir unseren Glauben aufgeben
  • wäre Jesus heute kein tragender Eckstein für unser Leben
  • könnten wir alle weiteren Segnungen vergessen
  • wäre ein Leben mit Ihm unvorstellbar
  • gäbe es keine Gebete und keine Erhörungen
  • gäbe es keine Hoffnung und keine Ermutigung
  • gäbe es keine Zukunft und keinen Himmel
  • gäbe es keine eine Rettung und keine Herrlichkeit  

  • würde nur ewige Hoffnungslosigkeit auf uns warten
Das Kreuz ist untrennbar mit uns Christen und unserem Glauben verbunden. Paulus sagt in 1 Kor 1:18:
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen,
die verlorengehen;
uns aber, die wir gerettet werden,
ist es eine Gotteskraft;

Danke für das Kreuz, Herr!