„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 29. Januar 2018

Hätte Gott ...

In unserem Gottesdienst lesen wir durch das erste Kapitel der Apostelgeschichte. 11 Namen von Jüngern werden uns in Vers 13 aufgelistet. Wir schauen uns die einzelnen Jünger näher an. Alles normale Menschen wie wir. Dann spulen wir vorwärts und schauen uns ihr Ende an (wie es Tradition, Überlieferung und Kirchengeschichte berichten). Alle werden mächtig von Gott gebraucht. Die meisten international. Fast alle sterben den Märtyrertod.

Nach dem Gottesdienst kommt eine junge Frau auf mich zu. Sie stellt eine interessante und berechtigte Frage: „Diese Jünger waren Gott so treu und gehorsam; Gott konnte sie so gut in aller Welt gebrauchen. Warum hat Gott ihren Märtyrertod zugelassen, anstatt ihr Leben zu beschützen, zu verlängern und sie bis ins hohe Alter zu gebrauchen?“

Wir sprachen ein wenig über den Sinn des Leidens, das uns oft so sinnlos erscheint. Gott „tickt“ anders als wir.

So hoch der Himmel über der Erde ist,
so viel höher sind meine Wege als eure Wege
und meine Gedanken als eure Gedanken. 
(Jesaja 55:9)

Gottes Logik ist anders als unsere. Die geistliche Welt funktioniert anders als die Welt, in der wir körperlich leben. Und in allem dürfen wir wissen, dass Er nie einen Fehler macht und nie eine Fehlentscheidung trifft.

Mir fielen die Worte des Redners ein, den ich am Tag zuvor auf einer Männerfreizeit gehört hatte. Es ging um das Leben Josefs, der viel leiden musste, der ungerechterweise litt – nach dem Willen Gottes. Aber Gott verfolgte einen Plan. Hätte Gott anders gehandelt, hätte es zu einer geistlichen Katastrophe kommen können. Der Redner schloss ab mit den Worten:

-         Hätte Potiphars Frau Josef nicht fälschlicherweise der versuchten Vergewaltigung beschuldigt, wäre er nie ins Gefängnis gekommen.
-         Hätte Josef nicht im Gefängnis gesessen, hätte er nie die Bediensteten des Pharao kennengelernt.
-         Hätte Josef die Bediensteten des Pharao nie kennengelernt, hätte er nie ihre Träume interpretieren können.
-         Hätte Josef nicht die Träume der Bediensteten korrekt interpretiert, wäre er nie dem Pharao vorgestellt worden.
-         Wäre Josef nie dem Pharao vorgestellt worden, hätte er nie dessen Träume korrekt interpretieren können.
-         Hätte Josef nicht die Träume des Pharao interpretiert, wäre er nie Governeur von Ägypten geworden.
-         Hätte Josef die Governeursverantwortung nicht erhalten, hätte er das Land Ägypten nicht retten können.
-         Hätte er Ägypten nicht gerettet, wäre auch sein Vater Jakob mit seiner Großfamilie aus Kanaan nicht nach Ägypten gekommen und gerettet worden.
-         Hätte Jakobs Familie kein Getreide in Ägypten kaufen können, wären sie in Kanaan verhungert.
-         Wäre Jakobs Familie in Kanaan verhungert, wäre der Messias nie gekommen, der durch Jakobs Familie kommen sollte und musste.
-         Wäre der Messias nicht gekommen – die Welt wäre auf ewig ohne Hoffnung.

Wäre ... Hätte Gott ... alles Hypothesen. Aber sie zeigen uns hier im Fall von Josefs Leben, dass Gott Seine Hand in allem hat, dass Seine Gedanken und Wege tatsächlich immer höher und weiser sind als unsere Gedanken. Wir dürfen wissen, dass Gott NIE einen Fehler macht.

Erscheinen meines Gottes Wege
mir seltsam rätselhaft und schwer
und gehn die Wünsche, die ich hege,
still unter in der Sorgen Meer,
will traurig schwer der Tag verrinnen,
der mir nur Schmerz und Qual gebracht,
dann will ich mich auf eins besinnen,
dass Gott nie einen Fehler macht.

Wenn mir zu hoch des Herrn Gedanken,
zu tief der Brunnen seiner Huld,
wenn alle Stützen haltlos wanken,
die Kraft mir fehlt und die Geduld,
wenn gar mein Blick kein Ziel mehr findet
bei banger tränenreicher Wacht,
ein Glaubensfünklein dennoch kündet,
dass Gott nie einen Fehler macht.

Wenn über ungelösten Fragen
mein Herz verzweiflungsvoll erbebt,
an Gottes Liebe will verzagen,
weil sich der Unverstand erhebt,
dann darf ich all mein müdes Sehnen
in Gottes Hände legen sacht
und dieses sprechen unter Tränen,
dass Gott nie einen Fehler macht.

Drum still, mein Herz, und lass vergehen,
was irdisch und vergänglich heißt.
Im Lichte droben wirst du sehen,
dass gut die Wege, die er weist.
Und müsstest du dein Liebstes missen,
ja ging's durch kalte, finstre Nacht,
halt fest an diesem sel'gen Wissen,
dass Gott nie einen Fehler macht.
 
Herbert Sack (1902-1942/43)
Niedergeschrieben vermutlich im November 1942 in Stalingrad. 
Am 22. des Monats begann die Einkesselung durch die Rote Armee

Sonntag, 28. Januar 2018

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext heute
Apostelgeschichte 2:1-13

1 Als der Pfingsttag anbrach, waren alle wieder beieinander. 
2 Plötzlich setzte vom Himmel her ein Brausen ein. Es klang wie das Tosen eines heftigen Sturms und erfüllte das ganze Haus, in dem sie zusammensaßen.  
3 Sie sahen etwas, das wie Feuerzungen aussah, sich zerteilte und sich auf jeden Einzelnen von ihnen setzte.  
4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen auf einmal an, in fremden Sprachen zu reden, so wie es ihnen der Geist eingab. 
5 Zu dieser Zeit hielten sich gottesfürchtige jüdische Männer aus aller Welt in Jerusalem auf.  
6 Als dann dieses Geräusch entstand, lief die Menge zusammen. Fassungslos hörte jeder die Apostel in seiner eigenen Sprache reden.  
7 Außer sich vor Staunen riefen sie: "Sind denn das nicht alles Galiläer, die hier reden?  
8 Wie kann es sein, dass wir sie in unserer Muttersprache hören?  
9 Wir sind hier Parther, Meder und Elamiter. Wir kommen aus Mesopotamien, aus Judäa, Kappadozien, Pontus und aus der Asia,  
10 aus Phrygien, Pamphylien, Ägypten und aus der Gegend um Zyrene in Libyen. Dazu kommen noch die hier ansässigen Römer, egal ob gebürtige Juden oder zum Judentum Übergetretene.  
11 Selbst Kreter und Araber sind hier. Wie kann es nur sein, dass wir sie in unseren eigenen Sprachen von den großen Taten Gottes reden hören?" 
12 Sie waren bestürzt. "Was ist das nur?", fragte einer den anderen ratlos und erstaunt.  
13 Einige allerdings sagten spöttisch: "Die haben nur zu viel vom süßen Wein getrunken."


Anbetung
Predigt
 (parallel Kindergottesdienst)
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst
Auf Wunsch Gebet
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen 
  Beginn: 10:30 Uhr 

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude) 
57290 Neunkirchen-Zentrum


HERZLICH WILLKOMMEN! 
Wir freuen uns auf Dich!

Sonntagszitat:
Und berauscht euch nicht mit Wein, 
was Ausschweifung ist, 
sondern werdet voll Geistes;
(Epheser 5:18)

Samstag, 27. Januar 2018

Gesund

Karl Menninger war ein erfolgreicher, amerikanischer Psychiater. Aus seiner Erfahrung heraus soll er einmal gesagt haben: „Wenn ich die Kranken in den psychiatrischen Kliniken davon überzeugen könnte, dass ihre Sünden vergeben sind, könnten 75% der Patienten am nächsten Tag die Klinik verlassen.“

Wie viele Psychiater diesem berühmten Arzt zustimmen, weiß man nicht. Aber er hat eins richtig erkannt: ein schlechtes Gewissen macht krank! Wenn dieses schlechte Gewissen dann noch berechtigt ist, hat Menninger erst recht Recht. Wie viel Not kommt durch Streit, Hass oder Bitterkeit. Wie viele Narben wurden hinterlassen durch böse Worte, Neid oder Zorn. Der eine wird verletzt – ihm werden Lasten aufgeladen. Der andere verletzt und lädt sich selbst die Last eines schlechten Gewissens auf.

Aber solche krankmachenden Lasten möchte Jesus uns abnehmen. Er trägt nicht umsonst den Titel „Retter und Erlöser“.

Der Prophet Jesaja schreibt über Jesus (Jesaja 60:1-4):

Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen,
die zerbrochenen Herzen zu verbinden,
zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit,
den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen;
zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn
und einen Tag der Rache unsres Gottes,
zu trösten alle Trauernden, zu schaffen den Trauernden zu Zion,
dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer,
schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden,
dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«,
»Pflanzung des Herrn«, ihm zum Preise.
Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen
und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten;
sie werden die verwüsteten Städte erneuern,
die von Geschlecht zu Geschlecht zerstört gelegen haben.

Ja, Jesus macht zerbrochene Herzen gesund, Er befreit Gefangene, löst Gebundene. Jesus baut wieder auf, was zerstört wurde, und was verwüstet ist, stellt Er wieder her. Und Jesus selbst lädt ein und sagt (Matthäus 11:28):

„Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt,
ich will euch Ruhe schenken.“

Bring Jesus Deine Not! Jesus nimmt Lasten ab! Jesus vergibt unser Versagen (unsere Sünden). Er schenkt uns einen frischen Start und begleitet uns auf dem Rest unseres Lebenswegs. Diesbezüglich darfst Du ganz gesund werden!

Lass Dich einladen zu unserem Gottesdienst, morgen, um 10:30 Uhr.

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (gegenüber dem Medizinischen Zentrum)
57290 Neunkirchen
HERZLICH WILLKOMMEN!

Freitag, 26. Januar 2018

ACHTUNG! HEUTE, 20 UHR @ CCFG:

Erster Frauenabend im neuen Jahr. Austausch, Anbetung, Snack, Gemeinschaft.
Komm, und bring Freundinnen mit!

Schäm Dich ruhig!

Scham ist ein kostbares Gut, das uns immer mehr verloren geht. Was vor 100 Jahren undenkbar war, war vor 50 Jahren normal. Was vor 50 Jahren undenkbar war, war vor 25 Jahren Standard. Was vor 25 Jahren illegal war, ist heute erlaubt. Was man vor 10 Jahren noch nicht wagte, wird heute provokativ vermarktet. Und das auf allen Ebenen: Privat, in den Medien und im öffentlichen Leben. Scham wird nicht nur abgebaut, Scham wird verlacht und teilweise als schädlich bezeichnet.

Dabei geht es nicht nur um Scham in moralischen Fragen. Da ist der Verfall seit einem halben Jahrhundert rasant. Es geht um Scham allgemein.

Wikipedia definiert Scham unter anderem mit einem "Gefühl der Verlegenheit oder Bloßstellung, das sowohl durch Verletzung der Intimsphäre auftreten als auch auf dem Bewusstsein beruhen kann, durch unehrenhafte, unanständige oder erfolglose Handlungen sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben."

Verständlicherweise, wo soziale Erwartungen und Normen abgebaut werden, werden auch bestimmte Handlungen nicht länger als "unehrenhaft, unanständig oder erfolglos" definiert. Das Gefühl der Verlegenheit oder Bloßstellung verblasst.

Scham ist unangenehm, peinlich. Scham hilft dem Menschen, bestimmte Handlungsweisen zu überdenken, zu vermeiden oder zu ändern. Scham ist biblisch!

In Jeremia sagt Gott über sein Volk:

"Schämen sollten sie sich, weil sie Gräuel verübt haben! Aber sie wissen nicht mehr, was sich schämen heißt, und empfinden keine Scham. Darum werden sie fallen unter den Fallenden; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie stürzen! spricht der Herr."  (Jeremia 6:15)

Demnach hat es schon früher einmal eine Zeit gegeben, in der Gott seinem Volk vorwarf: "Sie wissen nicht mehr, was ‚sich schämen' heißt."  Das war kein Kompliment! Gott hat damit nicht gemeint, dass sie endlich die Zwänge der Gesellschaft abgelegt und zur Freiheit durchgebrochen waren. Im Gegenteil! Die Gott gegebene Scham, das Gefühl der Verlegenheit, der Bloßstellung durch Handlungen, die Gottes Wort entgegenstanden, war verloren gegangen. Das bezeichnet Gott nicht als einen lobenswerten Weg der Freiheit sondern einen gefährlichen Weg, vor dem gewarnt werden musste. "Darum werden sie fallen unter den Fallenden; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie stürzen!"

Verlust der Scham über unser Abweichen von den Maßstäben Gottes ist gefährlich. "Schämen sollen sie sich," sagt Gott. Scham, gegründet auf dem Wort Gottes ist Gott-geschenkt und Gott-gewollt. DIESE Scham abzulegen, auch wenn die Welt uns dazu drängt, wird für unseren Glauben tödlich sein! (w)

Donnerstag, 25. Januar 2018

Die Macht der Liebe Gottes

Heute vor einer Woche saß ich in der Allianzgebetsstunde, als mein Freund Stefan über Jona lehrte. „Gott will alle!“ – so lautete das Thema, das ihm gegeben war. Schon die ersten zwei Verse, die Stefan aus dem Jonabuch vorlas, packten mich:

„Und das Wort des Herrn erging an Jona,
den Sohn Amittais, folgendermaßen: Mache dich auf,
geh nach Ninive, in die große Stadt, und verkündige gegen sie;
denn ihre Bosheit ist vor mein Angesicht heraufgekommen!“

Ninive war die Hauptstadt des Weltreiches Assyrien, bekannt und gefürchtet für ihre Grausamkeit, zu brutal, um sie hier zu beschreiben. Gottlos, menschenverachtend, brutal, gefürchtet ... unterirdisch. Ihre Grausamkeit und Bosheit war vor Gott gekommen.

„Endlich!“ könnte Jona gedacht haben. „Die haben es seit langem verdient, durch Gottes gerechtes Gericht vom Erdboden gefegt zu werden.“ Aber Gottes Ziele waren andere. Er wollte sie für ihre mit Worten nicht zu beschreibenden Grausamkeiten nicht richten – Er wollte sie retten.

Ninive war eine Stadt im heutigen Mosul, der ehemaligen Hochburg des IS. Plünderungen, Folterungen, Kreuzigungen, Vergewaltigungen und Schändungen aller Art wurden durch diese Terrorgruppe verübt – und ihre Bosheit ist vor Gottes Angesicht gekommen. Aber: Der Herr will nicht richten – noch nicht! Er will retten! Gottes Herz offenbart sich wenn Er in Hesekiel 33:11 spricht:

“So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr:
Ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen,
sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg
und lebe! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen!“

Gottes Herz ist ein Retterherz. Solchen, denen Menschen das Gericht Gottes wünschen, denen wünscht Er die Rettung. Selbst den Heiden in Ninive, die nicht mal nach Ihm fragten. Was für ein Ansporn, unsere Herzen in Einklang zu bringen mit dem Retterherz Jesu und zu beten für solche, die laut oder leise, friedlich oder gewaltsam, uns einschließend oder auslassend gegen unseren Herrn und König rebellieren! Er will retten. Er sendete Jona damals und sendet uns heute, um Seine Botschaft von Liebe, Vergebung und ewigem Heil den Schlimmsten zu bringen.

Abraham kommt in den Sinn. Gott hatte betreffs des Sündenpfuhls von Sodom und Gomorrha zu ihm gesagt:

Das Geschrei über Sodom und Gomorra ist groß,
und ihre Sünde ist sehr schwer.
Darum will ich hinabsteigen und sehen,
ob sie es wirklich ganz nach dem Geschrei über sie getrieben haben,
das vor mich gekommen ist, oder ob nicht; ich will es wissen!
(1 Mose 18:20+21)

Auch hier war die Frucht reif für die Gerichtsernte. Aber – wir kennen den Bericht – Abrahams Retterherz verband sich mit Gottes Retterherz und Gott war bereit, zu retten. Ninive tat Buße. In Sodom und Gomorrha wurden keine Bußfertigen gefunden.

Was bewegt ist die Tatsache, dass da, wo das Gericht verdient und überfällig scheint und nach unserer Auffassung heftig ausfallen sollte – da, wo Bosheit und Unmenschlichkeit so brutal und laut geworden sind, dass ihr Gestank im Himmel angekommen ist – dass Gott trotzdem immer (noch) lieber retten als richten möchte. Dass Er auf unser Gebet für die Schlimmsten der Schlimmen wartet und dass – wie im Fall Ninives – es zu einer Rettung von Millionen von Seelen kommen kann, die tiefste Strafe verdient gehabt hätten.


Und der HERR ging vor seinem (Moses) Angesicht vorüber und rief:
Der HERR, der HERR, der starke Gott,
der barmherzig und gnädig ist,
langsam zum Zorn
und von großer Gnade und Treue.
(2 Mose 34:6)

Mittwoch, 24. Januar 2018

Psalm 23: Herr und Hirte

 
Liebe Leser,
 
heute möchte ich Euch ermutigen, einfach mal über Gottes Wort zu meditieren und "Gottes Wort zu beten". 

Lies Dir die einzelnen Verse Vers für Vers durch. Denk darüber nach, was das für Schafe bedeutet - nicht nur Vers für Vers, sondern Satz für Satz. Dann wende es auf Dich an, was es für Dich als Schaf in Jesu Herde bedeutet. Und dann fass Deine Gedanken in Worte - Worte der Anbetung, des Gebets und des Dankes. Ersetz "Der Herr ist ..." mit "Du, Herr bist ...", "Er ..." und "Sein ..." mit "Du ..." und "Dein ..."  
 
Wenn Du das noch nie gemacht hast, wirst Du eine ganz neue Gebetserfahrung machen. Vielleicht kann sogar das Bild Dir helfen, Deine Gedanken zu inspirieren. Auch die Einteilung unten kann Dir helfen, Deine Gedanken zu unterteilen und keinen Teil zu übersehen. 
Der Herr segne Dich!
 
1 Ein Psalm Davids. 
Der HERR ist mein Hirte; 
mir wird nichts mangeln.
  
2 Er weidet mich auf grünen Auen 
und führt mich zu stillen Wassern.
 
 3 Er erquickt meine Seele; 
er führt mich auf rechter Straße 
um seines Namens willen.
 
 4 Und wenn ich auch wanderte 
durchs Tal der Todesschatten, 
so fürchte ich kein Unglück, 
denn du bist bei mir; 
dein Stecken und dein Stab, 
die trösten mich.
 
 5 Du bereitest vor mir einen Tisch 
angesichts meiner Feinde; 
du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, 
mein Becher fließt über.
  
6 Nur Güte und Gnade werden mir folgen 
mein Leben lang, 
und ich werde bleiben im Haus des HERRN 
immerdar.
 
Danke, mein Herr und Hirte!

Dienstag, 23. Januar 2018

Gebet im Buch Amos

Wenn man sich im Buch Amos auf die Suche macht, findet man mehr zum Thema Anti-Gebet, als zum Thema Gebet. Dabei dürfen wir sicher sein, dass Gebet unerwähnt vorhanden ist. Wo immer Gott durch sein Bodenpersonal am Werk ist, da ist auch Austausch zwischen den Boten und ihrem Auftraggeber vorausgesetzt. Aber dieser Austausch, dieses Gebet bleibt im Buch Amos unerwähnt. Erwähnt wird Gebet, das als Gebet gedacht ist, aber keins ist.

Die Verse, die das am deutlichsten hervorheben, finden wir in Kapitel 4:4 und Kapitel 5:23.

„Geht nur nach Bethel und sündigt,
und in Gilgal sündigt noch mehr!
Bringt nur jeden Morgen eure Opfer und am dritten Tag eure Zehnten!“

Bethel war das Anti-Jerusalem in Samarien. Hier opferte man den Baalen, hier rief man die heidnische Götter an und vermischte den wahren Glauben an den Schöpfergott Israels mit dem dunklen Glauben an fremde Nichtgötter. Auch in Gilgal waren die Götzen der Heiden nicht unbekannt. Aber man dachte, synkretistisches (vermischtes) Beten sei immerhin besser als gar keins und decke außerdem alle Eventualitäten ab.

Amos belehrt uns: Wessen Beten sich nicht ausschließlich auf den lebendigen Gott der Bibel konzentriert – nur auf Ihn – der betet nicht, sondern sein Gebet wird zur Sünde, sein Opfer zum Gestank und seine Gabe eine Farce.

Im nächsten Kapitel wird Gott noch deutlicher. Israel dachte, ihre Loblieder würden dem Herrn gefallen. Lob ist Teil unseres Gebets, ob wir es aussprechen oder singen. Das aber lernen wir manchmal so gut, dass musikalische Qualität die Reinheit verdrängt. Gott sagt durch Amos in Kapitel 5:23:

„Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder,
und dein Harfenspiel mag ich nicht hören!“ (Schl)

Oder:

 „Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises!
Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören. (NLÜ)

 „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an!“ – so muss sich der Prophet in 1. Samuel 16:7 von Gott belehren lassen. Hier belehrt Gott Israel mit anderen Worten: Der Menschen hört das Lob der Lieder und der Instrumente, Gott aber hört das Lob des Herzens. Wenn das Lob des Herzens fehlt, wie zur Zeit Amos’ und es wird ersetzt durch Lieder und Harfenmusik, dann mag es lieblich klingen in den Ohren der (An-)Beter, aber es ist nicht mehr als der Lärm eines Antigebets in den Ohren des heiligen Gottes.

Amos lehrt uns wenig bis nichts darüber, wie wir beten sollen. Aber es belehrt uns über das, was wir als Gebet verstehen könnten, vielleicht praktizieren und was doch kein Gebet ist.

Gebetsvermischung, die Götter anderer Nationen einbezieht, interreligiöses Gebet, ist Antigebet, das den heiligen, allein wahren Gott entehrt und von Ihm als Sünde bezeichnet wird. Und (An-)Beter, die mit Pauken und Trompeten, mit Volumen und Harmonien Qualität erzeugen … aus ungebrochenen Herzen – deren Anbetung mag Verehrung finden bei Menschen, ist aber verwerflicher Lärm bei Gott.

Ernste Gedanken diesmal zum Thema Gebet aus dem Buch Amos. Aber wenn wir all die herrlichen, mächtigen, göttlichen Verheißungen zum Thema „Gebet“ in der Bibel in Anspruch nehmen und erfahren wollen, dann wollen wir uns auch unter die Worte Gottes durch den Propheten Amos stellen und unsere Gebete prüfen, dass sie rein, Jesus-orientiert und aus heiligen Herzen kommen.