„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 25. Juli 2017

Gebet im 2. Buch Samuel

Im 2 Buch Samuel haben wir lange Gebete, in denen David’s Reden mit Gott aufgeschrieben wurde. In 2 Samuel 7:27 betet er:

Darum hat dein Knecht sich ein Herz gefasst,
dass er dies Gebet zu dir gebetet hat.

Was könnte man nicht alles aus diesem Satz machen. Zum einen formuliert David, dass er sich „ein Herz gefasst hat.“ Besagt das, dass es David manchmal mulmig wurde, mit Gott zu reden? So verstehe ich diese Worte. Nicht umsonst lagen die Menschen, die Gott gut kannten, oft vor Ihm auf den Knien. Und wer Ihn noch besser kannten, lag vor Ihm auf seinem Angesicht. Davids Gebet drückt etwas aus von der Ehrfurcht, deren Gott würdig ist. Natürlich dürfen wir zu Gott kommen, wie wir sind. Natürlich hat Jesus uns Freunde, Schwestern und Brüder genannt. Natürlich ist da diese Herzlichkeit, wie sie nur zwischen Vertrauten möglich ist. Aber Jesus ist nicht unser Kumpel, er ist unser Retter, Meister und Herr. Mose fiel auf sein Angesicht und Jesaja dachte, er müsse sterben. Und auch im Leben Davids, des Mannes nach Gottes Herzen, gab es Zeiten, in denen er sich ein Herz fassen musste, mit Gott zu reden, weil er einen Moment die Größe Gottes sehen durfte und erkannte, wie klein er daneben war.

Sicher wird es uns genauso gehen. Wenn Gott nicht mehr als unser Kumpel, unser „Buddy“ ist, werden wir kaum ein Bild Seiner Größe, Macht und Herrlichkeit erfassen. Wir werden nie nachvollziehen können, dass sich ein Mensch manchmal ein „Herz fassen“ muss, um mit Gott zu reden. Suche Ihn, suche Jesus, lerne Ihn besser … und immer besser kennen. Lasst uns Ihn bitten, uns Jesaja 6 Momente zu schenken. Dann werden sicher auch wir manches mal wie David formulieren: „Ich habe mir ein Herz gefasst, zu Gott zu reden.“

Aber noch etwas fällt auf an Davids Gebet. Er sagt: „DARUM habe ich mir ein Herz gefasst …“ und wir fragen berechtigterweise: „Warum?“

Im Anfang des Kapitels heißt es, dass der Frieden vor Feinden, den Gott David und seinem Reich geschenkt hatte, dazu führte, dass David Gott einen Tempel bauen wollte. Gott hatte andere Pläne und erklärt David, dass sein Nachkomme Ihm das Haus bauen soll, nicht David selbst. Und dann schließt Gottes Wort an David mit der Aussage über Salomo:

„Aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen,
wie ich sie habe weichen lassen von Saul,
den ich vor dir weggenommen habe.
Aber dein Haus und dein Königtum
sollen beständig sein in Ewigkeit vor mir,
und dein Thron soll ewiglich bestehen.“
(2 Samuel 7:15-16)

DARUM! Darum „fasste David sich ein Herz“ – weil er so überwältigt war von Gottes Gnade und Seinem unverdienten Segen, sowohl für ihn selbst wie auch für seinen Sohn Salomo nach ihm, wie auch für die nachfolgenden Generationen. Das verschlug König David dermaßen die Sprache und brachte ihn dermaßen auf den Boden der Demut, dass er sein Gebet nur noch als „sich ein Herz fassen“ beschreiben konnte. Das beschreibt eine tiefe Ehrfurcht vor einem großen und barmherzigen Gott, aber auch eine heilige Freude, zu Ihm kommen zu dürfen.

Auch Du darfst Dir ein Herz fassen und zu Gott kommen im Gebet. Du darfst staunen vor Ihm und über Ihn und doch mit ganzer Vertrautheit zu Ihm kommen und mit Ihm reden, wie man mit einem Freund und Bruder redet. Davids Vorbild in 2 Samuel ermutigt uns zu solchen Gebeten.

Montag, 24. Juli 2017

Hornhautverkrümmung

Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich Brillenträger, unter anderem wegen einer angeborenen Hornhautverkrümmung. Bei einer Hornhautverkrümmung werden Lichtstrahlen als Strich und nicht punktförmig auf der Netzhaut abgebildet. Das führt zu teilweise unscharfem und verschwommenem Sehen, sowohl in der Nähe, wie auch in der Ferne. Damit muss ich leben!

In seinem interessanten Buch „Das Leben, nach dem Du Dich sehnst“ schreibt John Ortberg von einer „Hornhautverkrümmung der Seele“. Die Beschreibung einer solchen Krankheit dürfte sich zwar in keinem medizinischen Nachschlagwerk finden, dafür aber in der Bibel. In Matthäus 7:1-5 lehrt Jesus darüber, wenn Er sagt:

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet,
werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß,
mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden.
Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders,
und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen:
Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen!
— und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge,
und dann wirst du klar sehen,
um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!

Ortberg schreibt, dass so ein „Balken“ eine Hornhautverkrümmung der Seele darstellt, weil sie unsere Sichtweise verschwimmen und unscharf werden lässt. Jesus, so Ortberg, diagnostiziert diese Krankheit bei denen, die stolz waren auf ihre geistliche Überlegenheit. Sie waren die Gerechten, stolz und ohne Liebe. Die anderen waren die Sünder, die Prostituierten und die Betrüger. Das Beispiel vom Pharisäer mit seiner seelischen Hornhautverkrümmung und dem Sünder im Tempel macht deutlich, dass die scheinbar „großen Sünder“ besser und klarer sehen, als die, die meinen, ihnen helfen zu müssen.

Irgendwie scheinen Jesu Worte anzudeuten, dass jeder von uns einen Balken im eigenen Auge hat. Irgendwie scheint Er anzudeuten, dass wir trotz dieser seelischen Hornhautverkrümmung scharfsinnige Urteile fällen, ohne zu merken, dass wir falsch liegen. Und irgendwie scheint Jesus eine Handlungsreihenfolge aufzustellen, die vor dem Richten warnt und mit dem Aufräumen bei sich selbst beginnt.

Ortman schlägt zwei Fragen vor, um eine neue, klarere Sichtweise zu bekommen:
Erstens: „Warum habe ich getan, was ich getan habe?“
Zweitens: „Was war das Ergebnis meiner Sünde?“

Und dann schließt Ortberg den Beitrag über seelische Hornhautverkrümmung ab mit Gedanken zur heilenden Gnade Gottes. Wie gut, dass ich – und Du – und alle Menschen uns von der heilenden Gnade Gottes anrühren lassen dürfen. Gottes heilende Gnade entfernt den  Balken aus meinem Auge und lässt mich vorsichtig und milde mit dem Splitterchen im Auge meines Nächsten umgehen. Vor allem wird es mir den Blick schärfen für die buchstäblich unbeschreibliche Gnade Jesu. Im Blick Seiner großen Gnade wird alles andere klein und erhält göttliche Perspektive!

Sonntag, 23. Juli 2017

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss 

Predigttext heute
Esther 9:17-32

17 Das geschah am 13. März. Am 14. März hatten sie Ruhe und feierten diesen Tag mit einem fröhlichen Festmahl.  
18 Die Juden in Susa hatten sich jedoch am 13. und 14. März zusammengetan und kamen erst am 15. März zum Feiern.  
19 So kam es, dass die Juden in den unbefestigten Orten auf dem Land schon den 14. März als Feiertag begehen, Festmahle feiern und sich gegenseitig Geschenke machen.  
20 Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war, und schickte Schreiben an alle Juden im Reich des Xerxes, nah und fern.  
21 Darin ordnete er an, dass sie jährlich den 14. und 15. März festlich begehen sollten,  
22 zur Erinnerung an die Tage, an denen die Juden Ruhe vor ihren Feinden hatten, und an den Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude und ihre Trauer in Jubel verwandelt hatte. Diese Tage sollten als Festtage mit fröhlichen Mahlzeiten begangen werden, an denen man sich gegenseitig Geschenke macht und auch die Armen nicht vergisst.  
23 Nach Mordechais Anordnung wurde das zum festen Brauch.  
24 Denn der Judenfeind Haman Ben-Hammedata aus Agag hatte den Juden die Ruhe nehmen und sie völlig vernichten wollen. Zur Bestimmung des entscheidenden Tages hatte er das Pur, das Los, geworfen.  
25 Doch als der König die Sache durchschaute, ordnete er in einem Schreiben an, dass der böse Plan gegen die Juden auf Haman selbst zurückfallen sollte. Zusammen mit seinen Söhnen wurde er am Pfahl aufgehängt.  
26 Deshalb nennt man diese Tage Purim nach dem Wort Pur. Wegen dieses Briefes und ihrer eigenen Erfahrung  
27 machten die Juden es sich zur Pflicht und erklärten es zum unveränderlichen Brauch für sich, für ihre Nachkommen und für alle, die sich ihnen anschließen würden, diese beiden Tage jährlich zur festgesetzten Zeit in vorgeschriebener Weise zu feiern.  
28 Diese Tage sollten in Erinnerung bleiben und gefeiert werden in jeder Generation, in jeder Familie, in jeder Provinz und in jeder Stadt. Diese Purimtage sollten bei den Juden nie vergessen werden, und die Erinnerung daran sollte auch bei ihren Nachkommen nie aufhören.
29 Die Königin Ester, die Tochter von Abihajil, und der Jude Mordechai schrieben nämlich noch einen zweiten Brief, in dem sie mit allem Nachdruck das Purimfest zur Pflicht machten.  
30 Der Brief richtete sich an alle Juden in den 127 Provinzen des Xerxes in treuer und aufrichtiger Gesinnung.  
31 Er legte das Datum der Purimtage fest, wie es der Jude Mordechai und die Königin Ester angeordnet und wie sie es für sich selbst und ihre Nachkommen zur Pflicht gemacht hatten. Das Schreiben enthielt auch die Vorschriften für das Fasten und Klagen, das dem Fest vorausgeht.  
32 Der Befehl Esters machte diese Purimvorschriften zur Pflicht. Ihr Wortlaut wurde auf einer Urkunde festgehalten.
Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung.
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen. (Quelle: HIER)

HERZLICHE EINLADUNG ZUM GOTTESDIENST
Anbetung & Predigt
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Auf Wunsch Gebet 
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen

Beginn: 10:30 Uhr
 Wir freuen uns auf Dich!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum 

Sonntagszitat: 
 
Der Baum auf dem Berge nimmt hin, 
was das Wetter auch bringen mag. Er kann nur eins tun: 
seine Wurzeln so tief wie möglich treiben 
und bereit werden, standzuhalten. 
Unsere Wurzeln sind in dir, Herr. 
So halten sie fest in jedem Sturm, 
der an Leib, Seele und Geist rüttelt.(Corrie ten Boom)
 
Das ganze Tun des Predigers ist dazu bestimmt, 
die Menschen daran zu erinnern, 
dass die Zeit kurz, der Tod gewiss und die Ewigkeit lang ist.
(John Henry Newman)

Samstag, 22. Juli 2017

Die Päckchen der Anderen

Heute schon gestöhnt? Wir alle stöhnen gelegentlich. Viele stöhnen oft. Manche sind Dauerstöhner. Das ist ein weltweites Phänomen. Und scheinbar hat jedes Land seine eigenen Geschichten, die Stöhner zu kurieren. Aus Indien stammt die folgende Geschichte:

In einem indischen Dorf stand einmal ein uralter, starker Baum.

Eines Tages ging die Einladung an alle Dorfbewohner, alle ihre Sorgen, Nöte und Probleme gut zu verpacken und  an diesen Baum zu hängen. Die einzige Bedingung war, dafür ein anderes Paket mitzunehmen.

Der Andrang war groß, ein ständiges Kommen und Gehen. Zu Hause öffneten alle die fremden Pakete. Aber überall machte sich Bestürzung breit, denn die Sorgen und Probleme der anderen schienen deutlich größer als die eigenen!

Und so kam es, dass alle schnell wieder zurückliefen zu dem alten Baum und statt der fremden schnell wieder die eigenen Päckchen an sich nahmen. Dann gingen sie zufrieden nach Hause.

Es hat Situationen gegeben, in denen es mir ähnlich ging. Meine Probleme schienen sooo groß und sooo schwer. Nöte schienen kein Ende zu nehmen. Meine Päckchen schienen so unerträglich, dass ich begann, zu den Anderen zu schauen. Aus der Ferne schienen ihre Päckchen kleiner, leichter und hübscher – bis dass ich näher kam und erkannte, dass ihre Päckchen bereits Pakete waren.

Trotzdem brauchen wir unsere Nöte und Lasten nicht klein zu reden. Wir haben tatsächlich das Angebot, sie einzutauschen – und gleichzeitig die Garantie, was Leichteres zu bekommen.

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11:29-30)
 
 Das sind die Worte Jesu, die Er denen zuruft, die Ihm folgen. Er lädt uns ein, unsere Lasten zu Ihm zu bringen und sie bei Ihm abzugeben. Egal ob diese Lasten aus Sünden bestehen – die Er vergeben will, oder ob sie aus Problemen bestehen, bei deren Lösung Er uns Weisheit geben möchte. Manchmal bestehen unsere Päckchen aus Schmerzen, die Er lindern möchte oder aus Ängsten, die Er vertreiben möchte. Wichtig für uns ist, dass wir tatsächlich tun, wozu Er einlädt: Kommen! Seine Last ist leicht. Der Tausch wird uns erquicken.
 
Schau nicht neidisch auf die Probleme anderer. Du hast ihre Päckchen noch nicht getragen und weißt nicht, wie schwer sie sind. Komm statt dessen zu Jesus, dem Lastenträger. Bring alles zu Ihm, folge Ihm nach – und Du wirst erfahren: DAS erfrischt! (w) 
 
Morgen feiern wir bei uns Gottesdienst! Du bist herzlich eingeladen! Und bring Dein Päckchen mit. Du kannst es bei Jesus abgeben. Gerne helfen wir Dir dabei.

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr (parallel Kindergottesdienst) 

Freitag, 21. Juli 2017

Hinter den Mauern

Kürzlich war ich im Gespräch mit einer Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst. 200 Überstunden hatte sie angesammelt in der letzten Zeit. Die konnte sie sich nicht mal ausbezahlen lassen. Sie konnte sie nur freinehmen. Das aber ging nicht, da ja zu wenig Personal diese vielen Überstunden erst hervorgerufen hatten.

Ähnliche Informationen erfuhr ich, als eine alte Dame in die Notlage kam, einen Pflegedienst zu benötigen. Eine Organisation sagte ab, weil sie „voll“ waren. Eine andere Organisation versprach, zurückzurufen, rief aber nie zurück. Irgendwie kam die Dame dann durch eine dritte Organisation zum Ziel.

Bisher hatte ich nie Augen für die Not derer, die ambulante Hilfe brauchen noch für die Not derer, die diesen Bedürftigen helfen. Erst jetzt werden meine Augen langsam geöffnet für den Stress und die Not der Menschen auf diesem Gebiet. Wie viele Kranke, Alte und Bedürftige sitzen hinter Mauern und warten auf Hilfe, die sie dringend nötig haben. Von Außen scheint alles gut zu laufen. Von außen sieht man die Probleme nicht.

Meine Gedanken gehen weiter, über die Alten und Schwachen hinaus zu den Vielen, die hinter Mauern Schutz oder Versteck suchen, und die auch ihre Lasten zu tragen haben, Lasten der Einsamkeit, des Unverstandenseins, der Überbelastung, der Bedürftigkeit und vieler anderer Laster. Weitgehend ungesehen leben sie ihr Leben und tragen ihre Lasten, obwohl Jesus ihr Leben sein möchte und ihnen ihre Lasten abnehmen möchte.

Ich denke an Erwin. Ab und zu besuche ich ihn. Ob er einen Freund hat, weiß ich nicht. Wenn ich an seine Türe im Sozialwohnheim klopfe, hat er immer die Vorhänge zu, den Fernseher an und die Luft verbraucht. Erwin kommt aus einem anderen europäischen Land und spricht gut deusch, aber er hat einen Sprachfehler, der ihn fast unverständlich macht. Und so lebt er hinter seiner Mauer, allein. Und wie ihm geht es vielen. Nur kennen wir sie nicht, sehen wir sie nicht – ebenso wenig wie ich die Not der Alten und Bedürftigen gesehen habe, bis ich Kontakt zu ihnen und zum Pflegepersonal bekam.

Gut das Gott sieht. Er sieht dich und Deine Not, egal, ob Du Dich hinter Deine Mauer zurückgezogen hast oder offen damit umgehst. Gott sieht Dich, versteht Dich und kommt mitten hinein in Deine Situation. David – anders, als man es von einem König erwarten würde – kam oft in große Nöte. Aber er bezeugt in Psalm 18:30:

Mit meinem Gott über die Mauer springen.

Was für David gilt, gilt auch Dir, denn zum Überspringen von Mauern kommt es auf Gott an, nicht auf uns.

Gott sieht außer Dir aber auch den anderen, der sich mit seiner Not verkrochen hat. Oder vielleicht auch nicht verkrochen hat, aber einfach keine Chance sieht oder keinen Menschen hat, mit dem er darüber reden kann. Hier kommst Du ins Spiel. Gott möchte Dich gebrauchen, um denen Hoffnung zu bringen, die alleine sind. Gott möchte Dich zu „Deinem Erwin“ senden. Vielleicht, zu einer Person, die seit langem krank ist, alt, nicht mehr im Gottesdienst war, mit (un)bekannten Problemen kämpft. Gott möchte Dich gebrauchen, indem Du jemanden besuchst, vielleicht anrufst, eine Mahlzeit mit ihm teilst oder ihm einen Brief schreibst.

Bitte Gott, Die „Deinen Erwin“ zu zeigen. Aber warte nicht zu lange und zweifle nicht, wenn Gott dir „Deinen Erwin“ zeigt.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Licht!

Beeindruckend und schrecklich im Ergebnis ist ein Kampf der Amerikanischen Marine während des Zweiten Weltkriegs im Nordatlantik. Es tobte ein heftiger Kampf der Marine mit den Schiffen und U-Booten der feindlichen Armeen. Die Nacht war dunkel und der Admiral eines Flugzeugträgers schickte sechs Flugzeuge auf den Weg, um nach feindlichen Zielen Ausschau zu halten. Gleichzeitig wurde eine totale Stromabschaltung auf dem Schiff angeordnet, um dem Feind kein Ziel zu geben. Als die sechs Aufklärungsflugzeuge zum Landen zurückkehrten, war das wegen der Dunkelheit an Bord des Schiffes unmöglich. Dringende Bitten, die Lichter der Landestreifen für einen kurzen Moment anzuschalten, um eine Landung möglich zu machen, wurden abgelehnt. Es dauerte nicht lange, bis die sechs Flugzeuge ihr Benzin verflogen hatten und eins nach dem anderen in die kalten Atlantikfluten stürzten. Die sechs Piloten kamen ums Leben.

Diese Begebenheit illustriert ein zweifaches. Zum einen wird für jeden Menschen die Zeit kommen, wenn die Lichter ausgehen werden, die eine sichere Landung in der Ewigkeit möglich machen. Die Bibel sagt, dass Gott langmütig ist und von großer Güte. Die Tatsache, dass jemand überhaupt noch über Zeit, Ewigkeit und seine Seele nachdenkt, ist ein Zeichen der Güte Gottes. Aber Gottes Wort sagt auch, dass die Einladung und das Anklopfen Jesu nicht ewig dauern werden. Die Bibel beschreibt Situationen, in denen Türen zur Rettung zugehen und Menschen zu spät aufwachen, um gerettet zu werden. Mindestens einmal heißt es im Wort Gottes, dass jemand mit Tränen die Buße suchte, aber durch Herzenshärtigkeit den richtigen Zeitpunkt verpasst hatte. Der Bericht des Flugzeugträgers illustriert, wie wichtig es ist, zu landen, solange noch die Möglichkeit besteht und das Licht leuchtet. Wenn Du Dein Leben noch nicht bei Jesus „geparkt“ hast, dann ist es höchste Zeit, denn Du kennst nicht den Moment, wenn die Türe für Dich unabänderbar ins Schloss fällt und die Lichter ausgehen.

Der Bericht aus dem Zweiten Weltkrieg illustriert noch eine weitere Wahrheit: Wie überlebenswichtig für andere ist es für uns Christen, dass wir unser Licht leuchten lassen! Jesus sagt in Matthäus 5:14 

„Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt,
die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben.“

Christen, die echte Christen sind, weil sie Jesus kennen, werden ihr Licht nicht unter ihr Bett oder in einen Schrank stellen. Sie werden es leuchten lassen, damit andere ihr Leben in Sicherheit bringen können. Wie viele „Piloten“ sind abgestürzt, weil die Lichter, die ihnen den Weg zur Sicherheit hätten leuchten sollen, abgeschaltet waren.

Lass Dein Licht nicht abgeschaltet sein. Heute, ja, am heutigen Tag wirst Du Menschen begegnen, die in der Dunkelheit rumkurven und den sicheren Landeplatz nicht finden. Lass Dein Licht für Jesus leuchten!

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten,
damit sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.
(Matthäus 5:16)

Mittwoch, 19. Juli 2017

Poustinikkis

Gestern ging es um Gedanken aus John Ortbergs Buch „Das Leben, nach dem Du Dich sehnst“ zum Thema „Rückzug in die Einsamkeit.“ Ortbergs nächster Gedanke bringt uns zu den Poustinikkis. Schon davon gehört?

Die Poustinikkis sind Menschen der russischen Kirche, die ihr Leben dem Gebet gewidmet haben. Es sind nach Ortberg Menschen, die die Einsamkeit suchen, aber nicht in der Isolation leben. Da sie für die Not ihrer Nächsten immer ansprechbar sind, halten sie ihre Türen unverschlossen. Werden sie kontaktiert, stehen sie mit Rat, Tat und Gebet zur Verfügung. Diese „heiligen Männer“ leben in einer anderen Welt. Poustinikkis geben ihren Besitz den Armen, tragen (im Sommer) ein einfaches, knöchellanges Gewand und einen Leinenbeutel, der kaum mehr enthält als einen Laib Brot, etwas Salz, ein wenig Wasser und ein Buch – die Bibel. Diese liest er auf seinen Knien, weniger interessiert an wissenschaftlichen Fragen oder Analysen – mehr interessiert an einigen Sätzen oder einem Kapitel, das er liest, darüber meditiert und es Wurzeln schlagen lässt in seinem Leben.

Poustinikki strahlen immer die Freude des Herrn aus – so sagen die, die Poustinikkis kennen. „Ein trauriger Poustinikki“, so ihre Aussage, ist ein Heuchler und ein Lügner.

Heftig! Herausfordernd! Herrlich! – Aber eben auch recht asketisch. Wir können uns kaum vorstellen, ein Leben in solchen Entsagungen zu führen. ‚Unnötig, unweise und unvernünftig’ heißt es in einem Artikel. Aber gleichzeitig heißt es weiter: Eins ist sehr klar: Ein Poustinikki machte Nägel mit Köpfen und lebte, was er predigte. Die Güter der Welt hielt er nur ganz locker fest, jederzeit bereit loszulassen, wenn er meinte, es sei seines Herrn Wille.’

Poustikkinis passen nicht in unsere Kultur und Zeit. Christen auch nicht. Auch wir verspüren (hoffentlich) dieses Ziehen im Herzen, ganz für Jesus, unsern Herrn, da zu sein und unbeschwert von den Dingen der Welt Ihm und den Menschen zu dienen. Und vielleicht ist es gerade das, was es braucht, um zur Ruhe zu kommen und Freude zu finden in unserem Leben mit Jesus.

In ihrem Buch zum Thema schreibt Catherine Doherty, dass ein solches Leben anfängt, indem man einen verlassenen, einsamen, ruhigen Platz aufsucht zum Gebet. Aber nicht nur das Reden zu Gott sondern auch das sich öffnen und Hören auf Gott gehört dazu. Schlussendlich ist es ein Dauerleben in enger Gemeinschaft mit Gott und Dienst am Nächsten, sei es in der Einsamkeit oder im Leben in der Gesellschaft.

Ebenso wenig, wie ich glaube, dass das Asketentum der frühen Kirche oder das Mönchtum des Mittelalters der biblischen Nachfolge Jesu entsprechen, ebenso wenig glaube ich, dass wir uns heute wie Poustinikkis zurückziehen sollten. Aber ich meine, dass uns die Ernsthaftigkeit all dieser Gruppen eine Herausforderung sein kann, Jesus mit all unserer Kraft, all unserem Besitz, all unserer Zeit und von ganzem Herzen zu dienen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr – und das, bis dass Er uns heimholt.

Das ist genau, was Gott uns in Römer 12:1+2 zuruft – andere Worte, gleicher Sinn:

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, 
angesichts der Barmherzigkeit Gottes,
dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges,
heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: 
Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!
Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern 
lasst euch in eurem Wesen verwandeln 
durch die Erneuerung eures Sinnes, 
damit ihr prüfen könnt, was der gute 
und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

Dienstag, 18. Juli 2017

Rückzug in die Einsamkeit

In seinem Buch „Das Leben, nach dem Du Dich sehnst“ schreibt John Ortberg über Hektik als Übel unserer Zeit. Als Teil der Korrektur schreibt er über das perfekte Leben Jesu, der immer wieder Zeiten der Einsamkeit suchte. Ortberg schreibt:

Zu Beginn seines Dienstes zog sich Jesus für längere Zeit in die Wüste zurück, um zu fasten und zu beten. … Dieses Muster zeigt sich auch in den letzten Tagen seines Lebens, als er sich zum Gebet in den Garten Gethsemane zurückzog. Er beendete seinen Dienst so, wie er ihn begonnen hatte: allein vor Gott. … Einsamkeit ist quasi der Schmelzofen der Veränderung. (S. 94/95)

Durch sein Beispiel ermutigt uns Jesus, Zeiten der Stille, des Rückzugs und der Einsamkeit zu suchen, um der Hektik des Alltags entgegenzuwirken. Hier und da 5 reflektive Minuten am Tag, gelegentlich einen Tag des Rückzugs oder auch ein Wochenende. Im Leben Jesu sehen wir es immer wieder und wenn Er nicht ohne Zeiten der Stille und des Rückzugs auskam, wie viel weniger wir. Zu Seinen Jüngern sagte Jesus nach einer anstrengenden Zeit des Dienstes:

Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort  
und ruht ein wenig! (Markus 6:31)

In unserer Zeit ist Einsamkeit ein eher gefürchtetes Wort. Stille, Rückzug und „Alleinsein mit Gott“ erscheinen oft mehr bedrohlich als erbaulich. Und doch ist genau das die Medizin, die Jesus Seinen Jüngern verordnet. An zwei oder drei Episoden in meinem Leben erinnere ich mich, in denen ich mich für einige Tage zurückgezogen habe in die Einsamkeit mit Gott. Dabei stellte sich heraus, dass solche „Einsamkeit“ nicht einsam ist oder einsam macht, sondern eine Tiefe der Gemeinschaft beinhaltet, die sonst eher selten erfahrbar ist.

Im Stress unseres Lebens hat Gott oft keinen – oder nur noch einen untergeordneten Rang. Wie oft kann man hören: „Ich kann nichts daran machen. Ich habe zu viel Stress im Leben.“ In Ausnahmefällen mag das sogar stimmen. In den meisten Fällen jedoch wählen wir die Hektik und den Stress über den Rückzug in die Einsamkeit mit Gott. Wir wertschätzen unseren Status Quo, den es aufrecht zu erhalten gilt, über unsere Beziehung mit Gott, dem wir behaupten zu gehören. Ein Rückzug in die Einsamkeit würde uns so gut tun! Die Stimme Gottes wieder neu erkennen würde so viele andere Stimmen in uns zum Schweigen bringen. Die Gemeinschaft mit Gott wieder neu lieben, schmecken und genießen würde alle anderen Geschmäcker und „Leckerbissen des Lebens“ so fade schmecken und so unattraktiv aussehen lassen. Aber es geht nicht ohne den Rückzug in die Einsamkeit (mit Gott).

Darf ich Dich ermutigen, Dich täglich 15 Minuten in die Einsamkeit mit Gott zurückzuziehen? 15 Minuten aus 1440 Minuten am Tag (nur) für Jesus – das sollte doch zu machen sein, oder? Es wird nicht klappen ohne festen Willen und festen Plan. (Schreib mir über das Kontaktformular im Seitenfenster, wenn Du konkrete Vorschläge brauchst) Aber wenn Du erst einmal merkst, wie Dein Alltag sich durch Zeit mit Jesus verändert, wirst Du es nicht mehr missen wollen. Jesu Medizin gegen die Hektik des Alltags ist sein Angebot:

Komm, Du allein abseits an einen einsamen Ort
und ruhe ein wenig! (nach Markus 6:31)