„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 23. November 2016

Dranbleiben

Am vergangenen Mittwoch begann Stefan die Bibelstunde mit einem Zitat des Physikers Werner Heisenberg, der sagte: "Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."

Es folgte die Erinnerung, dass das herrliche Glaubenskapitel – Hebräer 11 – an solche gerichtet ist, die die Treffen ihrer Gemeinde noch nicht aufgegeben hatten, sondern immer noch das Verlangen besaßen, im Glauben weiterzukommen. Darum kamen sie sich regelmäßig zusammen.

All die Frauen und Männer der Bibel, deren Glauben uns in Hebräer 11 beschrieben wird, waren solche, die wenig Kraft besaßen und auch immer wieder versagten, die aber dranbleiben wollten. Hebräer 11 ist kein Aufputschmittel für solche, für die das geistliche Leben Nebensache ist, und die nach einem „Kick für zwischendurch“ hungern, sondern Zuspruch und Hoffnung für die, die dranbleiben wollen. Denn darum gehts im Leben mit Jesus. Es geht nicht um einen Anfang, den ich mal gemacht habe, als ich „Jesus in mein Leben aufgenommen habe“, nur um das Ticket nach oben in der Tasche zu haben. Zu viele vertrauen auf eine solche eher selbstbezogene Halbbekehrung, anstatt den Sack zu zu machen und mit einer Entscheidung für Jesus auch die Herrschaft an Jesus abzutreten. Beides gehört zusammen. Glauben bedeutet anzunehmen um dranzubleiben.

In vielen Beispielen in Hebräer 11 geht es nicht um Glaubenserfahrungen, die einfach waren. Es waren Erfahrungen, die großen Verlust im Fall von Enttäuschung gebracht hätten. Abraham wurde nicht herausgefordert zu glauben, dass am nächsten Tag die Sonne scheinen würde, damit er die Gartenarbeit fertigstellen konnte. Das wäre keine Herausforderung gewesen. Noah glaubte nicht, dass der Herr ihm ein paar freiwillige Zimmerleute schicken würde, damit seine Arbeit erleichtert würde. Nein! Die Glaubensbeispiele spielten sich schon auf anderen Ebene ab. Es waren Prüfungen auf Herz und Nieren.

Abraham sollte glauben, dass Gott Wunder tun würde. Abraham hatte die Verheißung, dass der Messias durch Isaak kommen sollte. Abraham sollte Isaak töten. Er musste glauben, dass Gott das erste Wunder einer Totenauferweckung vollbringen würde. Und Abraham glaubte!

Auch der erwähnte Glaube Josefs verwundert. Nicht sein Gottvertrauen im Gefängnis oder sein Glaubensgehorsam im Hause Potiphar wird als Beispiel erwähnt, sondern die Tatsache, dass er an einer Verheißung festhielt, die Gott Jahrzehnte zuvor Abraham gegeben hatte, nämlich, dass Israel nach jahrhundertelanger Sklaverei wieder in das verheißene Land zurückkehren würde. Darum befahl der sterbende Josef, ihn nicht zu begraben. Seine Gebeine sollten bei der zukünftigen Rückkehr Israels mitgenommen werden. Das ist für uns heute eine Sache, die uns eher nebensächlich erscheint. Damals aber ein großer Glaubensschritt, denn Israel war zu der Zeit noch nicht einmal versklavt.

Gott prüft und stärkt den Glauben derer, die dranbleiben wollen; nicht selten, indem Er uns auffordert, das schier „Unmögliche“ zu glauben. Wenn unsere Welt untergeht, wenn alles in uns und um uns herum zerbricht und fällt, dann dürfen wir uns im Glauben an Ihn halten und Seiner Verheißung aus Römer 8:28 vertrauen:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, 
alle Dinge zum Besten dienen,
denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. 

Hebräer 11 hat uns erneut gezeigt, dass wer auf Gott vertraut und dranbleibt, nicht enttäuscht wird. Nicht damals und nicht heute!

Heute Abend gehts weiter mit den nächsten Versen in Hebräer 11. Komm, sei dabei. Bleib dran! 19:30 Uhr @ CCFG

Vorschau auf morgen Abend @ CCFG:
 Jedefrau herzlich willkommen!

Dienstag, 22. November 2016

Von Kerben und Narben

Wer nicht nur die Andachten liest, sondern auch die Kommentare, die alle paar Wochen mal kommen, wird feststellen, dass Ali’s Kommentare (meist zu Gebetsthemen) immer wieder mal den Weg in eine neue Andacht finden.  Letzten Dienstag schrieb er ein Zitat von Leonard Ravenhill, dem Evangelist und Autor, der sich viel mit dem Thema Erweckung und Gebet beschäftigt hat. Über Edward Payson, der auch „der betende Payson“ genannt wurde, heißt es, dass es sein Gebetsleben war, das ihn bekannt machte. Er betete „ohne Unterlass“, schreibt ein Biograph. Er „studierte Theologie auf seinen Knien. Viel seiner Zeit verbrachte er buchstäblich flach auf dem Boden, mit der offenen Bibel vor sich – und erflehte die Erfüllung von Gottes Verheißungen.“

Tja, das ist so eine Sachen mit dem Knien. Früher habe ich beim Beten oft gekniet. Heute eher selten. Unter meinem Sessel liegt ein dickes Kissen, das das Beten auf Knien weicher und erträglicher macht. Aber – ich benutze es kaum. Dabei bin ich überzeugt, dass das demütige Gebet nicht überholt ist. Allerdings nützt alles Beten auf Knien nichts, wenn unser Herz nicht vor Gott gebeugt ist. Besser ein kniendes Herz und keine gebeugten Knie, als ein ungebeugtes Herz und gebeugte Knie.

Ravenhill’s Zitat, das Ali schrieb, zeigt, dass Payson ein gebeugtes Herz und gebeugte Knie hatte. Ravenhill schreibt:

„Edward Payson von Portland hatte einen harten Holzboden in seinem Gemach und nachdem er starb, fand man darin zwei lange Kerben, direkt an seinem Bett. Als sie seinen Leichnam wuschen, entdeckten sie zwei große Narben an seinen Knien. Payson hatte so lange Gebet und Fürbitte geleistet bis er die Male in den Boden grub.“

Ich schlage nicht vor, dass wir alle ab sofort auf harten Holzfußböden knien und so lange beten, bis unsere Knie vernarbt sind und Kerben in den Boden gegraben haben. Lasst uns klein anfangen. Lasst uns anfangen, Gebet zu einer täglichen Gewohnheit zu machen – 5 Minuten am Tag. Und wenn Du bereits 5 Minuten betest, bete 10 Minuten. In ganz bequemer Haltung. Lasst uns lernen zu beten – alleine und in Gemeinschaft. Nach dem Gottesdienst sind lebendige Gebetsstunden der Gemeinde die wichtigsten Gemeindestunden. Gottes Wort ermutigt uns und fordert uns auf, gemeinsam vor Gottes Thron zu kommen. Ohne anzufangen wird das nichts. Mach einfach mal einen Anfang – am Besten heute.

Zitate von Edward Payson:

Meine größten Leiden und Sorgen kamen
durch meine fehlende Bereitschaft, „nichts“ zu sein,
was ich aber bin –
und durch mein Bemühen, „etwas“ zu sein.

Ich hatte nie das Recht,
einem Sünder irgendetwas zu sagen –
außer, wenn mein eigenes Herz zerbrochen war.

Montag, 21. November 2016

HEUTE!


Glaubenshelden oder Glaubensmomente?

Hebräer 11 ist vielleicht eins der anschaulichsten Kapitel im Neuen Testament. Es erinnert an so viele der alttestamentlichen Personen, die wir gerne als Glaubenshelden bezeichnen. Das Kapitel zu lesen mag verschiedene Reaktionen in uns auslösen. Die einen werden sagen: „WOW! So möchte ich auch glauben und werden. Die Kämpfe Gottes kämpfen und für Jesus von Sieg zu Sieg eilen!“ Die anderen sagen: „Das bewirkt nur Frust. So werde ich nie. Ich heiße Michael und nicht Mose, oder – ich heiße Sabine und nicht Sarah. Hebräer 11 zieht mich nur runter.“  

Am 23. Oktober predigte Andreas in unserer Gemeinde. Es ging um Gideon, der auch in Hebräer 11 erwähnt wird. Bei mir hängen blieb u.a. der Gedanke: Auch all diese „Glaubenshelden“ waren nicht die, die ohne Niederlagen und Schwächen blieben. Aber sie hatten Glaubensmomente, von denen in Hebräer 11 berichtet wird. Oh! Das macht Mut. Ich fühle mich nicht als Held, aber ich gehöre demselben Herrn und der sieht mich vielleicht ganz anders als ich mich selbst sehe.

Gideon fühlte sich unfähig, schwach, klein, unnütz, verängstigt und vor allem für Gott völlig  unbrauchbar. Aber seine Selbsteinschätzung war falsch. Gott beschreibt ihn ganz anders. Als „tapferen Helden“ bezeichnet Gott Gideon. Der fühlte sich nicht danach. Nein, als Glaubenshelden konnte er sich nicht sehen. Und er hatte auch seine schwachen Zeiten. Aber: Gott bezeichnet ihn als tapferen Helden und schenkt ihm einen Glaubensmoment, der ihn dann Eingang finden lässt in Hebräer 11.

Preis dem Herrn! Zum einen bin ich nicht der, für den ich mich halte. Ich bin der, für den Gott mich hält. Einer der Predigtpunkte besagte genau das: Wir müssen uns so sehen, wie GOTT uns sieht!

Preis dem Herrn! Zum anderen muss ich nicht ein geistliches Dauerhoch erleben oder in einer geistlichen Überwelt leben, um Gott dienen zu können. Auch ich darf mit Jesus leben und Glaubensmomente erfahren, die mein Leben prägen, stärken und erfüllen werden. Vielleicht sollten wir viel mehr danach streben, Glaubensmomente mit Jesus zu haben als danach, zu Glaubenshelden zu werden. Nicht Helden, die immer gut drauf waren, ständig Wunder über Wunder erlebten und dadurch zu etwas Besonderem wurden, sondern Gläubige mit besonderen Glaubensmomenten, die am Ende Gott die Ehre gaben.

Das ist überschaubar, nicht frustrierend sondern etwas für mich, einen ganz normalen Christen, der trotz viel Versagen einfach nur sein Bestes für Jesus geben möchte.

Mach doch einfach mal mit. Nicht im Streben, zu einem Glaubenshelden für Jesus zu werden, aber in dem Verlangen, immer mehr Glaubensmomente mit Jesus zu erleben.

Sonntag, 20. November 2016

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext heute:
Römer 12:9-21
 
9 Liebe muss echt sein, ohne Heuchelei! Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest! 
10 Seid einander in herzlicher geschwisterlicher Liebe zugetan! Übertrefft euch in gegenseitigem Respekt! 
11 Werdet im Fleiß nicht nachlässig, lasst den Geist Gottes in euch brennen und dient so dem Herrn!
12 Freut euch, weil ihr Hoffnung habt, bleibt standhaft in Bedrängnis, seid treu im Gebet! 
13 Nehmt Anteil an den Nöten der Gläubigen und helft ihnen! Bemüht euch um Gastfreundschaft! 
14 Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht! 
15 Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen! 
16 Seid miteinander auf dasselbe Ziel bedacht! Strebt nicht hoch hinaus, sondern lasst euch auch von geringen Dingen in Anspruch nehmen! Haltet euch nicht selbst für klug! 
17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Bemüht euch um ein vorbildliches Verhalten gegenüber jedermann!  
18 Soweit es irgend möglich ist, und soweit es auf euch ankommt, lebt mit allen Menschen in Frieden!  
19 Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: "Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben!" 
20 "Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du ihn zutiefst beschämen.  
21 Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten!"
 
Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung. 
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen. 
(Quelle: HIER)  
Die Predigt kann Anfang der Woche HIER runtergeladen oder online angehört werden!
   
Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 
(parallel Kindergottesdienst) 
Anbetungszeit 
Predigt
 AnschließendMittagessen @ CCFG
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Beginn: 10:30 Uhr  
Wir freuen uns auf Dich!  
 
Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude) 
57290 Neunkirchen-Zentrum
 
Sonntagszitat:


Je ärmer unsere Bruderliebe, desto weniger lebten wir offenbar 
aus Gottes Barmherzigkeit und Liebe. (Dietrich Bonhoeffer)

Nächstenliebe ist immer kostenlos für den, der sie empfängt, 
aber nie für den, der sie verschenkt. (Detlev Fleischhammel)
 
Gastfreundschaft und Nächstenliebe sind 
Gradmesser echten Christseins. (Peter Hahne)

Samstag, 19. November 2016

Shabaz

Vorgestellt wurde er mit Shabaz. Ob das sein richtiger Name ist, weiß ich nicht, denn über Shabaz wurde eine „Fatwa“ ausgerufen. Wer immer Shabaz findet und tötet, hat etwas Gutes vollbracht. Es wird keine Strafverfolgung geben, es werden keine Fragen gestellt – im Gegenteil, der Mörder kann mit einer reichen Belohnung rechnen.

Shabaz ist Musiker in einer Anbetungsband. Von ganzem Herzen, mit Inbrungst und Feuer dient er seinem Herrn. Am vergangenen Samstag war er einer der Redner auf dem Open Doors Jahrestag, den ich per Livestream in Siegen miterlebt habe.

Lediglich eine verschwindende Minderheit von 3% der Bevölkerung in Pakistan sind Christen irgendeiner Prägung. Sie werden verfolgt. Die islamische Regierung und Bevölkerung gewöhnen sich nicht etwa an die Anwesenheit der paar Christen im Land. Nein, Verfolgung nimmt zu, seit den vergangenen 10 Jahren extrem. In den letzten 5 Jahren hat es zunehmend Morddrohungen und Morde gegeben.

Im Jahr 2009 schrieb die pakistanische Regierung die Kirchengemeinden des Landes an und bot ihnen Lizenzen für Waffen an, denn – so sagten die Offiziellen: „Wir können euch nicht beschützen!“ gemeint war wohl: „Wir wollen euch nicht beschützen!“ Die Polizei schaut weg, wenn Christen verprügelt, sie und ihre Häuser angezündet werden. Entführungen von christlichen Mädchen zur Sklaverei oder Zwangsverheiratung mit Moslems ist nichts außergewöhnliches.

Shabaz gab Zeugnis, wie die Gemeinden das „Angebot“ der Regierung ablehnten. Sie bevorzugen es, ihre Feinde weiterhin zu lieben, statt zu töten Der Pakistani bezeugte, wie er selbst in einer Lebensphase mit Hass und Mordgedanken kämpfte. Gott bearbeitete und formte sein Herz. Er wurde bereit, zu lieben, statt zu hassen, zu vergeben, statt zu vergelten.

Sein Bruder war eines Tages zur Schule gerufen worden, in der seine Kinder unterrichtet wurden. Der Bruder wurde seither nie wieder gesehen.
Shabaz’ eigene Kinder werden selbst von den „besten Freunden“ verhöhnt und verspottet. Und wie Shabaz, so geht es tausenden von Eltern in Pakistan. Ein Leben in ständiger Angst einer Minderheit, die von Morden, Entführungen, Folter und falschen Beschuldigungen bedroht ist.

„Wir lieben noch immer!“, sagte Shabaz am vergangenen Samstag. "Das ist nicht einfach. Aber Jesus nachzufolgen ist ein radikaler Ruf. Und wir wollen Ihm nachfolgen."

Es waren bewegende Worte an jenem Nachmittag, ein Nachmittag, der mich neu vor die Frage stellte: „Wie radikal bin ich bereit, zu lieben, zu vergeben und Jesus nachzufolgen?“ Aber das Leben und das frohe Zeugnis eines pakistanischen Christen unterstreicht die Aussagen der Bibel:

„Jesus radikal nachzufolgen ist es alles wert!" (w)

Freitag, 18. November 2016

Kommt drauf an …

Kürzlich las von einem Mann, der zu Fuß unterwegs war. Plötzlich überquerte eine schwarze Katze die Straße von links nach rechts. „Oh,“ fürchtete sich der Mann, „was für ein Unglück wird mir heute wohl begegnen?“ Seine Angst verflog nicht und später unterhielt er sich mit einem Freund. „Was denkst Du wird mein Schicksal sein, nachdem ich dieser Katze begegnet bin?“ Völlig gelassen kam die Antwort: „Kommt ganz drauf an, ob Du eine Maus bist oder nicht!“

Menschen haben Angst. Top Ängste der Deutschen sind derzeit Terrorismus, die  Flüchtlingsthematik und politische Entwicklungen. Angst ist normal und oft auch eine von Gott gegebene Schutzfunktion. Trotzdem möchte Gott nicht, dass wir von Angst bestimmt werden.

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Jesus bestätigt, dass unsere Welt das Potential hat, zu ängstigen. Niemand muss sich deshalb schlecht fühlen. Jesus bietet aber auch an, unsere Ängste durch Trost zu ersetzen. Diese Worte hat Jesus nicht an solche gerichtet, die sich von Ihm zurückzogen oder Ihn links liegen ließen. Alle aber, die sich in Seiner Nähe aufhielten, hörten die Einladung: ‚Seid getrost. Ich bin bei Euch. Ich bin stärker als alles, was Euch Angst macht.’ Alle „Wenn’s und Aber’s“, alle Ängste müssen verblassen in der Gegenwart dessen, der ein guter Hirte ist. Sich nicht fürchten zu müssen ist kein Vorschlag Jesu, sondern eine feste Zusage, eine Versprechung Jesu an alle, die Ihm folgen! Wir könnten das Gespräch der beiden Freunde umformulieren. Du fragst: „Was denkst Du, wird mein Schicksal sein?“ Die Antwort lautet: „Kommt ganz darauf an, ob Du zu Jesus gehörst oder nicht!“

Wer Jesus hat, dem steht der Himmel offen. Wer Jesus hat, hat einen Anwalt, einen Fürsprecher, einen Hirten, einen Freund und noch viel mehr. Friedrich von Bodelschwingh hat einmal gesagt: „Beten heißt: sich aus der Angst der Welt aufmachen und zum Vater gehen.“ Ohne Jesus geht das nicht. Aber wer zu Jesus gehört, der darf sich aufmachen, heraus aus der Welt der Angst und aus der Angst der Welt. Der darf sich aufmachen in die Gegenwart des Vaters und bei Ihm abladen und zur Ruhe kommen. Aber selbst solche, die zu Jesus gehören, müssen sich aufmachen. Furchtlosigkeit und zur Ruhe kommen sind keine Automatismen. Wir müssen uns aufmachen, und kommen. Dann wird Angst und Ruhelosigkeit besiegt.

Donnerstag, 17. November 2016

Der Wille Gottes

Alle, die Jesus lieben und Ihm nachfolgen, legen höchsten Wert darauf, Gottes Willen zu erkennen und zu tun. Aber alle, die Jesus lieben und Ihm nachfolgen wissen auch, dass das nicht immer ganz so einfach ist. Wie erkenne ich den Willen Gottes? Was ist der Wille Gottes?

Kürzlich steckte mir meine Frau einen Zettel zu, auf dem sie sich Auszüge aus dem exzellenten Buch „Sehnsucht nach dem unsichtbaren Gott“ von Philip Yancey notiert hatte.

In diesem Buch weist Yancey darauf hin, dass Gottes Wille nicht pauschal als „Sein Wille“ bezeichnet werden sollte. Yancey unterscheidet dreierlei.

  1. Gottes beabsichtigter Wille.
„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung,
dass ihr euch der Unzucht enthaltet“ (1.Thessalonicher 4:3)

Das bedeutet nicht, dass Gott uns dazu zwingt oder jeder Christ 100% seines Lebens in dieser Heiligung verbringt. Aber das ist Gottes Wille und unser Ziel! Weiter ist es Gottes erklärter Wille , dass alle Menschen gerettet werden:

„Denn er will, dass alle Menschen gerettet werden
und seine Wahrheit erkennen.“ (1.Timotheus 2:4)

Das bedeutet nicht, dass alle Menschen am Schluss gerettet werden (Allversöhnung), sondern es offenbart das Herz und den Willen Gottes. Um dieses Ziel zu erreichen hat er alle – aber auch jede (!) nötige Voraussetzung geschaffen. Und dann, bevor Er zurück zum Vater ging, hat er Seine Gemeinde beauftragt, dieses Ziel Gottes zu ihrer Hauptsache zu machen.

Diese beiden Beispielverse über unsere Heiligung und die Rettung aller Menschen weltweit gehören zum beabsichtigten, erklärten Willen Gottes,

  1. Gottes umstandsbedingter Wille 
Gottes umstandsbedingter Wille bedeutet, dass Gott sich auf die Umstände einstellt. Manchmal vermasseln wir es gründlich, oder? Hindert das Gott? Nein! Weil Gott es nicht nötig hat, uns zu zwingen, stellt Er sich auf Umstände ein, die , z.B., durch unseren Ungehorsam entstanden sind.

Jona hätte ein Schiff Richtung Ninive nehmen können. Aber er war ungehorsam. Also sandte Gott einen Sturm und einen Fisch, der Jona auf Umständen ans rechte Ziel brachte.
Israel hätte in relativ kurzer Zeit die Wüste von Ägypten nach Kanaan durchqueren können. Aber ihre Herzenshärtigkeit schuf Umstände, auf die Gott sich mit Leichtigkeit einstellte. Gottes Wille sucht sich seinen Weg.

  1. Gottes endgültiger Wille
Besonders tröstlich ist die Tatsache, dass Gott mit uns zu Seinem Ziel kommt. Er hat uns gerettet, damit wir etwas sind zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit. Wie oft kommt uns da etwas zwischen – wie wir meinen! Unsere Arbeit, Krankheit, Menschen, Sorgen, massive Probleme, Ablenkungen, Niedergeschlagenheit, Rückschläge und so vieles mehr. Ergebnis: Fragen, Zweifel und Suchen nach dem Willen Gottes in alledem. Hier hilft uns ein Vers, der uns über den endgültigen Willen Gottes belehrt – selbst in all diesen Situationen: Römer 8:28

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen, 
denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Diese Gedanken mögen uns nicht unbedingt helfen, wenn wir in konkreten Angelegenheiten nach Gottes Willen fragen. Aber sie können uns sehr wohl helfen, in die richtige Richtung zu schauen und zu erkennen, dass Gott definitiv Seinen Willen offenbart hat.