„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 6. September 2016

Anbetung (2)

Nur ein kurzer Gedanke aus Jack Hayfords Buch „Worship the King“. Es geht um den priesterlichen und königlichen Dienst als Anbeter Gottes – zu Hause und im Dienst. Pastor Hayford schreibt auf Seite 110*: 

Lasst uns davon ausgehen, dass Aaron täglich die Familiennamen der (12) Stämme auf (dem Ephod) auf seinen Schultern vor den Herrn getragen hat. Wenn das „Fürbitte“ bedeutet (s. 2 Mose 28:12), dann hält die Herrlichkeit des Neuen Bundes mindestens genauso viel für alle, die täglich mit Anbetung und den Namen ihrer Familie vor den himmlischen Thron kommen.

Aaron eilte mit Weihrauch mitten ins Lager und in das dort wütende Gericht. Wenn das bedeutet, dass dadurch die Plage angehalten wurde (s. 4. Mose 16:46-50), dann ist es weder unwahrscheinlich noch anmaßend zu erwarten, dass der Weihrauch des Gebets und der Anbetung, den das Volk Gottes heute darbringt, einen Rückgang der Zerstörung bewirken kann, die unsere Städte und Nationen zerreißt. (* Eigenübertragung)

Nachdenkenswert! Lasst uns unsere Augen auf unseren großen Herrn richten, Ihn anbeten und alles von Ihm erwarten. Lasst uns die Anbetung Jesu mitten im Gericht Gottes praktizieren. Lasst uns die Namen, die der Herr auf unsere Schultern und Herzen gelegt hat, mit Anbetung und Glauben an einen gnädigen und großen Gott vor Seinem himmlischen Thron aussprechen – und sehen, was Er wirken wird.

Montag, 5. September 2016

Anbetung (1)

Anbetung, Lobpreis, ‚Worship’ ist seit Jahren in aller Munde. Dabei ist in der Regel von dem kleinen, musikalischen Teil die Rede, der zu unserem Leben mit Jesus gehört. Natürlich ist Anbetung weit, weit mehr. Aber Anbetung im heutigen sprachlichen Gebrauch dreht sich meistens um den Teil, der mit Noten, Instrumenten und Singen zu tun hat. Streng genommen haben Christen dann schon immer angebetet. Aber auch hier besteht ein Unterschied. Anbetung wird oft am Text dessen definiert, was gesungen wird. Sind es Gebete, ist es unter Umständen Anbetung. Sind es Aussagen, Beschreibungen oder Aufforderungen, fällt es eher in den Bereich „Liedersingen“. Auch die musikalische Begleitung – Keyboard, Drums, Bass, Gitarre – oder Orgel und Posaunen können erstaunlicherweise die Entscheidung beeinflussen, was Anbetung oder sogar gute Anbetung ausmacht – und was lediglich „Singen“ ist. Ich stelle bei mir selbst fest, wie stark ich von meiner Zeit und Kultur geprägt bin.

Anbetung ist so viel mehr. Gehen wir von dem heute beliebten englischen Begriff „Worship“ aus, der – zumindest im außer-angelsächsischen Sprachraum – bevorzugt für „Anbetung“ benutzt wird, finden wir einen interessanten Vers in Römer 12:1, wo es heißt:

“Therefore, I urge you, brothers and sisters, in view of God’s mercy, 
to offer your bodies
as a living sacrifice, holy and pleasing to God 
- this is your true and proper worship.”(NIV)

Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes,
eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, 
Gott wohlgefälliges Opfer,
was euer vernünftiger Gottesdienst ist. (EÜ)

Was im Englischen richtigerweise mit „Worship“ (Anbetung) übersetzt wird, wird im deutschen mit Gottesdienst übersetzt. Natürlich wird in beiden Übersetzungen deutlich, dass der Dienst für Gott, dass Anbetung, nicht ohne Opfer geschehen kann.

Abrahams Gang mit Isaak zum Berg Moriah, wo er sein Liebstes, seinen Sohn auf den Altar legte und das Messer erhob, um ihn zu opfern – das war Gottesdienst. Das war Anbetung pur – ohne Lied, ohne Musik und ohne Glücksgefühl – aber pur! Es bedeutete die Aufgabe seiner selbst, seines Verstehens seines Überlegens. Ich kann mir vorstellen, dass es Anbetung unter Tränen war. Aber es war Anbetung! Es war ein „sich Fallen lassen“ in dem Wissen, dass Gott keine Fehler macht und ein völliges Vertrauen und Stillehalten in Ihm.

Anbetung ist ein faszinierendes Thema, ein schönes Thema, ein Gefühlsthema – wobei die  mit Anbetung verbundenen Gefühle die Knie nicht immer nur tanzen lassen, sondern sie auch oft in die Beuge bringen.

Eine meiner Urlaubslektüren in diesem Jahr war das Buch „Worship His Majesty“ von Pastor Jack Hayford. Aus diesem Buch sollen diese Woche einige Passagen weitergeben werden, die mich beeindruckt und angesprochen haben. Jack Hayford ist Anbetungsleiter und Pastor.

Lasst uns diese Woche unser ganzes Leben (Stimmbänder, Augen, Ohren, Herz, Hände, Füße, Verstand, Emotionen …) für Gott einsetzen. So wird unser Leben ein lebendiges und heiliges Opfer sein - ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist Anbetung, wie sie sein soll.

Sonntag, 4. September 2016

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext heute:
Römer 10:21-11:21

10:21 Über Israel aber sagt er: "Den ganzen Tag habe ich meine Hände nach einem Volk ausgestreckt, das ungehorsam und widerspenstig ist."

11:1 Ich frage nun: "Hat Gott sein Volk etwa verstoßen?" Auf keinen Fall! Ich bin ja selbst ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams aus dem Stamm Benjamin. 
2 Nein, Gott hat sein Volk nicht verstoßen. Er hat es doch von Anfang an erwählt. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift von Elija sagt, als er sich bei Gott über das Volk beklagt?  
3 "Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre niedergerissen. Ich allein bin übrig geblieben und nun wollen sie auch mich noch töten." 
4 Und was gab Gott ihm zur Antwort? "Ich habe 7000 Männer für mich übrig gelassen, die sich nicht vor dem Götzen Baal auf die Knie geworfen haben."
5 So ist es auch jetzt: Gott hat einen Rest von seinem Volk übrig gelassen, einen Rest, den er aus Gnade ausgewählt hat –  
6 aus Gnade, also nicht aufgrund von Werken, sonst wäre die Gnade ja nicht mehr Gnade.
7 Was heißt das nun? Was Israel erstrebt, hat nicht das ganze Volk, sondern nur der ausgewählte Rest erlangt. Die Übrigen sind starrsinnig geworden,  
8 wie die Schrift sagt: "Gott hat einen Geist der Betäubung über sie kommen lassen. Sie haben Augen, die nicht sehen, und Ohren, die nicht hören, und so ist es bis zum heutigen Tag." 
9 Und David sagt: "Ihre Opfer sollen ihnen zur Schlinge und zum Fangnetz werden, zur Falle und zum Strafgericht. 
10 Ihre Augen sollen erblinden, dass sie nichts mehr sehen, und ihr Rücken soll sich beugen unter der ständigen Last."
11 Nun frage ich: "Sind sie etwa gestrauchelt, um nie wieder aufzustehen?" Auf keinen Fall! Vielmehr hat ihr Fehltritt den anderen Völkern die Rettung gebracht, um die Juden wiederum eifersüchtig zu machen.  
12 Wenn nun schon die Welt durch ihren Fehltritt reich gemacht wurde und ihr Verlust für die anderen Völker einen großen Gewinn brachte, was wird es dann erst sein, wenn Israel in voller Zahl umkehrt?
13 Euch Nichtjuden aber sage ich: Als Apostel für die Völker bin ich froh über meinen Dienst. 
14 Denn vielleicht kann ich dadurch mein eigenes Volk eifersüchtig machen und einige von ihnen retten.  
15 Denn wenn schon die Verstoßung Israels der Welt die Versöhnung mit Gott brachte, was wird dann erst Israels Wiederannahme bringen? Nicht weniger als dass Tote lebendig werden.  
16 Wenn das erste Brot der neuen Ernte Gott geweiht ist, dann ist alles Korn dieser Ernte geheiligt. Wenn die Wurzel des Baumes Gott geweiht ist, dann sind es auch die Zweige.
17 Nun sind einige Zweige ausgebrochen worden, und du wurdest als neuer Zweig unter die übrigen eingepfropft. Obwohl du von einem wilden Ölbaum stammst, hast du jetzt Anteil am Saft aus der Wurzel des edlen Ölbaums.  
18 Du hast keinen Grund, verächtlich auf die anderen Zweige herabzusehen. Und wenn du es dennoch tust, sollte dir klar sein: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! 
19 Vielleicht wirst du nun sagen: "Die Zweige sind ja herausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werden konnte."  
20 Das ist richtig. Aber dass sie ausgebrochen wurden, lag an ihrem Unglauben. Und du hast deinen Stand nur durch den Glauben. Sei also nicht überheblich, sondern pass auf, dass es dir nicht genauso geht.  
21 Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, warum sollte er dann dich verschonen?
22 Du siehst hier also die Güte und die Strenge Gottes: Seine Strenge gilt denen, die sich von ihm abgewandt haben, aber seine Güte gilt dir, sofern du dich auf seine Güte verlässt; sonst wirst auch du herausgeschnitten werden. 
23 Doch auch die anderen Zweige können wieder eingepfropft werden, vorausgesetzt, sie halten nicht an ihrem Unglauben fest. Gott hat sehr wohl die Macht dazu.  
24 Denn wenn du aus dem wilden Ölbaum, zu dem du von Natur aus gehörtest, ausgeschnitten und gegen die natürliche Ordnung in den edlen Ölbaum eingepfropft wurdest, wie viel leichter wird es dann sein, die Zweige, die natürlicherweise zum edlen Ölbaum gehören, wieder an ihre Stelle einzupfropfen.
Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung. 
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen. 
(Quelle: HIER) 
 
Die Predigt kann Anfang der Woche HIER runtergeladen
oder online angehört werden!

 Herzliche Einladung zum Gottesdienst! 

Anbetung
  Predigt 
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst
Auf Wunsch Gebet 
Einladung zum Mittagessen  
Beginn: 10:30 Uhr
Wir freuen uns auf Dich!  
 
Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)  
57290 Neunkirchen-Zentrum

Die Menschen, die Gott gebraucht hat, 
um den Lauf der Geschichte zu ändern, 
waren ein Haufen Nichtsnutze und Versager, 
die nicht aufgrund ihrer Leistung, 
sondern in Gottes sprichwörtlich 
offenen Armen 
Hoffnung gefunden haben.
(Max Lucado)

Lass Jesus, den Auferstandenen, in dein Leben.
Warst du auch fern, mach nur einen Schritt zu ihm hin:
Er erwartet dich
mit offenen Armen.
(Jorge Mario Bergoglio)

Gott, der Vater, wartet
mit offenen Armen
auf die Heimkehr seiner Kinder.
Und was muss ich tun? Ganz einfach:
Ich muss heimkehren zum Vater!
(Hans Peter Royer)

Samstag, 3. September 2016

Herr, ist das nicht zu viel verlangt?

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. (Matthäus 5:43)

Ist das überhaupt möglich? Dem, der sich beim Aldi vordrängelt, dem kann man vielleicht nach einer bissigen Bemerkung oder einem entsprechenden Blick noch vergeben. Dem, der seine Bananenschale in unser Blumenbeet wirft auch noch. Aber einem echten Feind…? Hab ich den überhaupt? Pastor Richard Wurmbrand, der selbst im kommunistischen Rumänien für Christus gefoltert wurde, erzählt:

Ich will Ihnen von einem Mann erzählen, der mit mir im Gefängnis war. Er war ein Pastor und hieß Demitri. Die Wärter schlugen mit einem Hammer auf seine Wirbelsäule ein. Als sie eine bestimmte Stelle trafen, wurde er gelähmt. Er konnte nur noch seinen Hals bewegen, sonst nichts.

Sie können sich vorstellen, was für eine große Tragödie das ist. Wenn Sie in einem Spital oder daheim sind, haben Sie wenigstens eine Frau, eine Mutter oder eine Schwester, die sich um Sie kümmert. Aber wie sollten wir ihn pflegen? Es gab kein fließendes Wasser in der Zelle, um ihn zu waschen. Es gab keine Bettwäsche, die wir wechseln konnten. Er lag da in seinem Schmutz. Er konnte noch nicht einmal seine Hand ausstrecken, um einen Becher Wasser zum Munde zu führen. Die anderen Insassen, die laufen und arbeiten konnten, mußten draußen Zwangsarbeit verrichten. Sie kamen erst am Abend zurück, und so lange mußte er auf seinen Becher Wasser warten.


So lag er einige Jahre lang im Gefängnis. Es war wie die Hölle auf Erden. Schließlich wurde Demitri entlassen. Er war wieder bei seiner Familie und seinen Freunden. Kein Arzt konnte ihm helfen, aber jetzt hatte er liebevolle Hände, die ihn pflegten. Aber immer noch konnte er weder Hand noch Fuß bewegen.


Eines Tages klopfte jemand an seine Tür. Es war der Kommunist, der ihn zum Krüppel geschlagen hatte. Er sagte: "Mein Herr. Glauben Sie nicht, daß ich gekommen bin, um Sie um Vergebung zu bitten. Es gibt keine Vergebung für das, was ich getan habe - weder auf Erden noch im Himmel. Sie sind nicht der einzige, den ich so gefoltert habe. Sie können mir nicht vergeben. Nein, niemand kann mir vergeben. Noch nicht einmal Gott. Mein Verbrechen ist zu groß. Ich bin nur gekommen, um Ihnen zu sagen, wie leid mir das tut, was ich getan habe. Von hier will ich dann fortgehen und mich erhängen. Das ist alles." Er wendete sich zum Gehen.


Da sagte der gelähmte Bruder, Demitri, zu ihm: "Mein Herr, in all den Jahren habe ich niemals so sehr bedauert, meine Arme nicht bewegen zu können, wie heute. Ich würde sie so gerne ausstrecken und Sie umarmen. Seit Jahren habe ich für Sie Tag um Tag gebetet. Ich liebe Sie von ganzem Herzen. Ihnen ist vergeben!"
(Quelle: Stimme der Märtyrer Nr. 4/2006)

Manchmal ist es hilfreich, über den Tellerrand hinauszublicken und denen einen Blick zu gönnen, die in schwierigeren Situationen stecken als man selbst. Das bringt Perspektive in das eigene Erleben und illustrieren nicht selten, dass Gott nicht nur meint, was Er sagt, sondern auch die Kraft zum Gehorsam dann gibt, wenn wir sie brauchen.

Der Vers aus Matthäus 5:43 und das Zeugnis von Richard Wurmbrand forden mich heraus, meine "kleinen Feinde" zu lieben. Am vergangenen Wochenende hörte ich einen Satz von einem ehemaligen Missionar, der unter Moslems das Evangelium verkündigt hat. Er sagte:

"Wir können nicht unseren Feinden das Evangelium verkündigen. Wir müssen sie lieben."

Nachdenkenswert!

Herzlich laden wir ein zu unserem Gottesdienst. Morgen, um 10:30 Uhr in der Calvary Chapel Freier Freund, Bitzegarten 5, 57290 Neunkirchen. Wäre schon, wenn wir uns sehen würden. (w)

Freitag, 2. September 2016

Gottes Gesetz (2)

Gestern haben wir festgestellt, dass das Gesetz Gottes heilig und gut ist, dass es nicht die Sünde bewirkt, aber die Sünde offenbart. Das Gesetz knipst das Licht an und macht den Dreck der Sünde offenbar. Ja, es reizt die Sünde, sich zu regen und aktiv zu werden. Eindrücklich die Illustration eines Bibellehrers. Er erzählt:

Vor einigen Jahren besuchte mich eine kleine Gruppe junger Männer und Frauen aus Arizona. Sie gehörten zu versch. Indianerstämmen, die mich in Kalifornien besuchten. Einer von ihnen war ein junger Navajo Indianer mit ungewöhnlich scharfer Intelligenz. Eines Sonntagabends begleitete er mich zu unserem Jugendtreffen. Sie sprachen über das spezielle Thema von Gesetz und Gnade, waren aber nicht sehr klar darüber, und schließlich wandte sich jemand an den Besucher aus Arizona und sagte: "Ich frage mich, ob unser indianscher Freund etwas darüber zu sagen hat."

Der erhob sich und sagte: "Nun, meine Freunde, ich habe sehr sorgfältig zugehört, denn ich bin hier, um alles zu lernen, was ich lernen kann, um es mit zurück zu nehmen zu meinem Volk. Ich verstehe nicht alles, was Ihr redet, und ich glaube nicht, dass IHR selbst alles versteht, was Ihr redet. Aber lasst mich sehen, ob ich dieses „Gesetz und Gnade Ding“, erklären kann.

Ich denke, es verhält sich folgendermaßen: Als mein Bibellehrer u. Pastor mich und meine Freunde aus meiner Heimat hierher gebracht hat, hatten wir die längste Eisenbahnfahrt, die ich je gehabt habe. Wir sind in Barstow ausgestiegen, und da hab ich den schönsten Bahnhof und das schönste Hotel gesehen, das ich je gesehen habe. Ich ging überall herum und entdeckte an einem Ende ein Zeichen, "Bitte nicht auf den Boden spucken!“ ' Ich schaute auf das Zeichen und sah dann auf dem Boden, wie viele dort hingespuckt hatten. Und bevor ich wusste, was ich tat, hatte ich auch dahin gespuckt. Ist das nicht seltsam, wo das Zeichen doch sagte: ‚Spucken verboten'?

Dann fuhren wir weiter nach Oakland und gingen zu d. Wohnung der Dame, die mich heute zum Essen eingeladen hat. Ich war im schönsten Zuhause, in dem ich je gewesen bin. So schöne Möbel u. so herrliche Teppiche, dass ich es nicht wagte, darauf zu treten. Ich setzte mich in einen bequemen Stuhl und die Dame sagte: "Setzen Sie sich ruhig, ich gehe und sehe, ob das Essen fertig ist."

Sie ging und ich schaue mir all die schönen Bilder an, das Piano ... und gehe in den Zimmern umher. Ich suche nach einem Schild ... ein Schild mit den Worten: "Spucken verboten!" aber wie ich auch suche, ich kann in den beiden herrlichen Zimmern nicht ein solches Zeichen entdecken und denke nur: „Wie schlimm! So ein schönes Zuhause und Menschen spucken überall rum – zu schade, dass sie kein Verbotsschild aufstellen!" Und ich gehe umher und schaue mir überall den Teppich an.

Dabei stelle ich fest, dass da niemand gespuckt hat. Seltsam! Wo das Schild sagt: ‚Nicht spucken!’ da spucken sie alle rum. Wo aber kein Schild steht, wie in diesem schönen Zuhause, da spuckt keiner!

Jetzt verstehe ich! Das Schild ist das Gesetz, aber innerhalb des Zuhauses regiert die Gnade. Alle lieben ihr schönes Zuhause, und sie wollen es sauber halten. Sie brauchen keine Schilder, um ihnen das zu sagen. Ich glaube, das erklärt das Verhältnis von Gesetz und Gnade."

Das Gesetz schafft die Sünde nicht- die ist längst da. Aber es weckt die Sünde auf.
In unserer Stadt auf den Philippinen wurde am Jahresfest die „Todeswand“ aufgebaut. Eine Art Holzfass, 10 Meter hoch und 15+ Meter Durchmesser – und da fuhren dann hochtourige Motorräder rum (horizontal) – und schnappten sich in 10 Metern Höhe noch Geldscheine, die ihnen die Zuschauer hinhielten.

Sie wollten die Grenze ausreizen – oder sogar noch überwinden.
Das Gesetz zeigt uns die Grenze – und uns Menschen kitzelt es, auszuprobieren, wie weit wir gehen können.

Durch Gottes Gesetz erkennen wir die Sünde, die dann richtig auflebt ... die uns so weit wie möglich von Gott wegbringen will und uns so unempfindlich wie möglich Gott gegenüber machen will. Die Sünde lebt auf und unsere Unwissenheit stirbt.

Paulus erklärt in Römer 7:7: „Ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz!“

Und weil Paulus die Macht Sünde in seinem Leben erkannte, wandte er sich an Jesus. Der brach diese Gewaltherrschaft und setzte sich selbst auf den Thron.

Wer Jesus auf dem Thron des Lebens hat, kann nicht mehr von der Sünde regiert werden.
Wer unter dem göttlichen Gesetz der Gnade lebt, ist frei von den Forderungen des Gestzes.

Wer die Predigt zum Thema (Römer 7:1-13) hören möchte, findet sie hier!)

Donnerstag, 1. September 2016

Gesetz … Gnade … Sünde …

Römer 7 ist sicher das herausforderndste Kapitel des Römerbriefes. Da schreibt Paulus in den  Versen 8+9:  Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig.

Wie können wir das verstehen? Ist das Gesetz sündig? Verleitet das Gesetz zur Sünde? Ein Bibellehrer sagte sehr richtig:

Das Gesetz ist das Licht, das aufzeigt, wie schmutzig der Raum ist.
Das Gesetz ist NICHT der Besen, der den Raum reinigt.

Das Gesetz hat eine höchst wichtige Verantwortung der Vorarbeit: Es zeigt den Dreck auf! Es kann Sünde nicht verhindern – ebensowenig wie das Licht den Dreck verhindern kann.
Das Gesetz zeigt an – es weckt die todbringende Sünde auf und lockt sie aus der Versenkung.

In Florida soll es ein Hotel gegeben haben – direkt an einem See. Weil das Management besorgt war, dass die Hotelgäste vom Balkon aus angeln würden, ließ man an den Balkongeländern Schilder anbringen mit der Aufschrift: „Bitte nicht vom Balkon aus Angeln!“

Sobald die Schilder angebracht waren, hatten viele Gäste nichts anderes mehr zu tun, als vom Balkon aus zu angeln. Durch das Senkblei an den Angeln gingen Fensterscheiben kaputt und die Leute, die ihr Zimmer jeweils unter den Anglern hatten, wurden immer wieder belästigt. Wie löste man das Problem?

Ganz einfach: Man montierte die Verbotsschilder ab – und keiner angelte mehr vom Balkon. Verstehen wir den Vers 9 jetzt?  Als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig.

Dass Sünde nicht durch das Gesetz geschaffen, sondern nur geweckt – und sogar gereizt wird, kennen wir von den Kindern. Sie reizen aus, wie weit sie gehen können.
Die Aufforderung: „Fass das Glas nicht an“ ist für viele Kinder unwiderstehlich, und sie arbeiten sich trotz wiederholter Warnungen an das Glas heran – einfach nur um zu sehen, wie weit sie gehen können.

Das Gesetz zeigt uns die Grenze – und uns Menschen kitzelt es, auszuprobieren, wie weit wir gehen können.

Durch Gottes Gesetz erkennen wir die Sünde, die dann so richtig auflebt und uns so weit wie möglich von Gott wegbringen will und uns so unempfindlich wie möglich Gott gegenüber machen will. Die Sünde lebt auf, und unsere Unwissenheit stirbt.

Das Gesetz ist also nichts Schlechtes. Es ist gut. Es ist das Licht, das uns zeigt: Da ist Dreck, der Dreck muss weg.  Paulus erklärt in Vers 12: „So ist nun das Gesetz heilig, u. das Gebot ist heilig, gerecht u. gut.“

Den herrlichen und befreienden Satz in diesem Zusammenhang lesen wir in Römer 7:6:

“Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden,
da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden,
so dass wir im neuen Wesen des Geistes dienen
und nicht im alten Wesen des Buchstabens.“

Wer zu Jesus gehört, ist frei von den Forderungen und Anschuldigungen des Gesetzes; frei, der Sünde dienen zu müssen und frei, endlich von Herzen Jesus dienen zu können.

Morgen noch einen Nachschlag zum Thema!

Mittwoch, 31. August 2016

HEUTE ABEND @ CCFG - 19:30 Uhr

Glaubst Du das?

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen,
denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8:28)

Das sind Worte, die man sich zu Herzen nehmen sollte und mit denen man vorsichtig umgehen sollte. Durch diese Worte ist unglaublich viel Segen in die Welt gekommen – aber auch so einiges an Leid. Am Besten ist es, wenn wir diesen Vers auswendig lernen, ihn in guten Zeiten verinnerlichen und Gott immer wieder dafür danken und Ihm sagen, dass wir ihn glauben – und uns dann in schweren Zeiten daran festhalten. Der Vers findet sich im Neuen Testament. Aber über 1500 Jahre vorher hatte Josef das bereits begriffen.

Josef wuchs unter suboptimalen Umständen auf. Einige Zeit war er das Nesthäkchen in der Familie, bis sein Bruder Benjamin geboren wurde. Allerdings starb dabei die Mutter, die auch Josefs Mutter war. Je älter Josef wurde, umso schwieriger wurde sein Verhältnis zu seinen 10 älteren Brüdern. Schließlich war der Geschwisterfrieden dahin. Jede Seite hätte – berechtigte oder unberechtigte – Vorwürfe an die andere Seite auflisten können.

Die Brüder hätten Josef vorwerfen können: Du bist ein Papasöhnchen und ein Faulenzer. Du wirst bevorzugt, kriegst mehr als wir, bist ein Träumer, bist stolz und petzt alles nur Erdenkliche über uns dem Vater. Wir hassen Dich!

Josef hätte sagen können: Ihr redet respektlos von unserem Vater, seid bitter und grenzt mich aus. Ihr seid hartherzig, habt Mordabsichten, plant Menschenhandel, seid Heuchler und Lügner!

Der Hass der Brüder bringt tatsächlich das totale Zerwürfnis. Die Brüder betreiben tatsächlich Menschenhandel und verkaufen Josef in die Sklaverei. Jahrzehnte später hat sich das Blatt gewendet. Jetzt sitzt Josef am (weitaus) längeren Hebel und seine Brüder bibbern nur noch aus Furcht vor seiner Rache. Und hier kommt Josefs Verständnis von Römer 8:28 zum Tragen. Als die Brüder vor ihm auf die Knie fallen und sich als Josefs Knechte bezeichnen, sagt Josef:

Fürchtet euch nicht! Bin ich denn an Gottes Stelle?
Ihr gedachtet mir zwar Böses zu tun;
aber Gott gedachte es gut zu machen, um es so hinauszuführen,
wie es jetzt zutage liegt, 
um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten.
So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen!
(1 Mose 50:19-21)

Keine Spur von Groll, keine Spur von Rache, keine Bitterkeit, keine Erwartungen irgendwelcher Reparaturleistungen. Nichts! Josef hatte erkannt, dass Gott die Jahrzehnte des Grolls gegeneinander und alle gegenseitigen Schuldzuweisungen eingebaut hatte in Seinen Plan. Nicht dass Josefs Petzerei oder der Hass der Brüder Gottes Wille oder entschuldbar gewesen wären. Nein! Aber Gott hatte einen Plan und hatte menschliche Unvollkommenheit und sogar Fehltritte auf geradezu göttliche Weise in Seinen Plan eingebaut. Genial! Und tröstend, denn auch wir dürfen uns daran festhalten und darin ruhen: GOTT KANN!

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen,
denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. (Römer 8:28)

Glaubst Du das?