„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 28. April 2015

Die Presse hat ihr nächstes Opfer

Es ist ruhig geworden um Olaf Latzel, den mutigen Bremer Pastor, der vor modernem Götzendienst, Vermischung christlicher und heidnischer Inhalte und unbiblischem Pluralismus gewarnt hatten. Nein nein, er hatte nicht gehetzt. Im Gegenteil! Er hatte sich ausdrücklich gegen Hetze gestellt, zur Nächstenliebe aufgerufen und erklärt: Wir müssen auch die Moslems schützen, wenn sie angegriffen werden. Gehetzt wurde gegen ihn von anderer Seite: Presse, Medien, Nichtchristen, Pseudochristen und sogar wiedergeborene Christen nahmen Anstoß an Latzels Predigt, die nicht der „politische Korrektheit“ Genüge tat, die von Christen gefordert – ihnen gegenüber aber selten praktiziert wird. Mittlerweile ist es still geworden um den Bremer Pastor. Vielleicht auch darum, weil er von Christen aus aller Welt viel Zuspruch erfuhr und seine Gemeinde aufgrund der medialen „Werbung“ gewachsen ist.

Jetzt hat die Presse ihr nächstes Opfer gefunden. Der evangelikale und international bekannte Fernsehprediger der ARCHE aus Hamburg, Wolfgang Wegert, steht jetzt am Pranger. In einer Predigt am 19. April hatte er u.a. gesagt, dass alle Menschen Sünder sind und jeder Mensch Schuld trage an seinem Tod. Das gelte für solche im Altersheim ebenso wie für solche, die bei einem Flugzeugunglück umkommen.

Mit der zeitlichen Nähe zum Absturz der German Wing Maschine und den dadurch verbundenen Trauerfeiern stürzten sich die Medien, allen voran die Boulevardpresse, auf diese Aussagen und interpretierten die christliche Predigt in nichtchristlichem Verständnis.

Wegert hatte nicht Bezug genommen auf einen bestimmten Flugzeugabsturz, ebensowenig, wie auf ein bestimmtes Altenheim. Er hatte nicht gelehrt, dass eine persönliche Einzeltat Schuld sei am Ableben irgendeines Menschen. Es ging vielmehr um die „Erbsünde“ – die sündhafte Natur aller Menschen. Aber biblisches Denken kann nur verstanden werden von denen, die sich mit der Bibel beschäftigen. Eine B...zeitung hilft da wenig.

Tatsache ist und bleibt, dass alle Menschen Sünder sind:
„Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes“ „Es ist keiner gerecht, auch nicht einer“ (Römer 3:23+10)

Tatsache bleibt weiter, dass der Lohn für die Sünde, der Tod ist. Das hat Wolfgang Wegert gemeint.
Zu Adam und Eva sagte Gott: “Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“ (1 Mose 3:17)
Paulus schreibt: “Deshalb, wie durch "einen" Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“ (Römer 5:12)
Und Jakobus fügt hinzu: „Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“ (Jakobus 1:15)
In diesem Sinne predigen auch wir mit Paulus (Römer 6:23a): „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod“

Das kann man uns jetzt im Mund umdrehen oder anders deuten, als es gesagt wurde. Nichts ändert die Tatsache, dass jeder von uns irgendwann – wegen unserer Sünde – sterben muss.

Aus diesem Grund ruft uns Gottes Wort in Amos 4:12 zu:
„Mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen!“

Der Psalmist nimmt es sich zu Herzen und betet: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90:2)

Und Gottes Wort sagt uns, wie wir uns vorbereiten können:
“Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11:25)
„Die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6:23b)

Jeder Mensch muss sterben, weil wir gesündigt haben. Niemand muss ewig sterben, denn durch den Glauben an Jesus empfangen wir ewiges Leben.

Daran wird niemand etwas rütteln. Daran wird niemand vorbeikommen. Das werden wir verkündigen, bis Jesus wiederkommt!

Hast DU das ewige Leben durch Glauben an Jesus?

Montag, 27. April 2015

Gott erleben!

Samstag durchgehend Regen, ebenso Sonntag und Montag. Drei Tage Dauerregen, so zeigte es die Wetterapp auf meinem iphone Anfang der Woche für Samstag, gestern und heute an.  Man konnte es kaum glauben, denn Anfang der Woche war es noch fast frühsommerlich warm. Aber die Wetterberichte in Radio, Fernsehen und Internet äußerten sich regnerisch.

Warum war das interessant? Weil gestern unsere erste Taufe in diesem Jahr stattfinden sollte. Wir taufen im Freien in einem Taufbecken vor dem Gemeindehaus. Also fingen wir an zu beten – die Wetterangaben änderten sich nicht. In unseren Gebetstreffen und privaten Gebeten erbaten wir eine Wetteränderung – aber was kam, war zu wenig. Ich denke, an Freitag änderten sich die Vorhersagen zu: Samstag unbeständig (beginnend in der Nacht vom Freitag auf Samstag), Sonntag Regen. Der Samstag kam – es war trocken. Auf, im und um das Gemeindehaus wurde fleißig gearbeitet. Zwischendurch nieselte es mal ein wenig, aber das war erträglich. Am Nachmittag gab es einen ordentlichen Schutt aber dann – ja: das Zeichen der Wetterapp für Sonntag änderte sich von Dauerregen zu „Sonne und Regen“. Wunderbar – aber noch zu wenig, da unsicher. Also: weiterbeten! Nicht, dass Gott vergessen würde, aber ich weiß, dass ich Ihn an Elia „erinnert“ habe, der betete, und es regnete nicht für 3 Jahre, dann betete er wieder und der Regen kam zurück. Und dann habe ich Gott gesagt, dass wir keine 3 Jahre Regenpause brauchen, sondern nur 1 Tag. Andere haben sicher ähnlich gebetet.

Samstagabend – und die Freude war groß: Das Zeichen der Wetterapp wechselte von Regen und Sonne zu: „kein Regen“, nur bewölkt. Fantastisch. Über Nacht regnete es nicht! Vor der Gemeinde war es am Sonntagmorgen trocken! Alles wurde aufgebaut, das Becken gefüllt. Der Gottesdienst fand, wie immer, in den Gemeinderäumen statt. Herrliche Anbetungszeit, herrliche Zeugnisse und eine kurze Predigt über die Bedeutung der Taufe mit Einladung zum Glauben an Jesus. Um 12 Uhr ging’s nach draußen. Alles trocken! Als wir ins Becken stiegen, kamen die ersten Tropfen, obwohl der Himmel nicht dunkel war. Es waren so wenige, dass es kaum auffiel. Beim letzten – beim LETZTEN! Täufling kam etwas mehr Regen, allerdings zu wenig für Schirme oder Abwandern der Besucher. Erst, als der letzte Täufling aus dem Wasser stieg, fing es mehr an zu regnen.

Dieser Regenguss wurde dann so heftig, dass jeder froh war, zum Mittagessen in der Coffeebar im Trockenen zu sein. Es blieb der einzige Regenguss am Sonntag. Draußen scheint die Sonne und Gott scheint zu sagen: „Der Regenguss, der innerhalb von 5 Minuten nach der Taufe begann, war von mir, damit jeder weiß: Ich habe den Regen zurückgehalten bis ihr fertig wart. Das Ganze war kein Zufall, sondern minutiös geplant!“

Und wir sagen: Danke, Herr!  Das war eine eindrucksvolle Lektion für anhaltendes Gebet, das erhört wird, wenn wir uns auf Jesus verlassen.

Die Taufpredigt kann von unserer Gemeindewebseite (hier klicken) runtergeladen oder online angehört werden.

Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir,
und er betete inständig, dass es nicht regnen solle,
und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht im Land;
und er betete wiederum;
da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.
(Jakobus 5:17+18)

Sonntag, 26. April 2015

Herzliche Einladung zum Taufgottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Predigttext: Römer 6:1-11
(Textauszug) 

1 Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen, damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr Gnade zu schenken?
2 Natürlich nicht! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?
3 Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind?
4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.
5 Da wir in seinem Tod mit ihm verbunden sind, werden wir auch in der Auferstehung mit ihm verbunden sein;
6 Unser früheres Leben wurde mit Christus gekreuzigt, damit die Sünde in unserem Leben ihre Macht verliert. Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr;
7 denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.
8 Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, 9 Wir wissen, dass Christus von den Toten auferstand und nie wieder sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
10 Er starb ein für alle Mal, um die Sünde zu besiegen, und nun lebt er für Gott.
11 Deshalb haltet daran fest: Ihr seid für die Sünde tot und lebt nun durch Christus Jesus für Gott!


Herzliche Einladung zum Gottesdienst!
 (parallel Kindergottesdienst) 
Anbetung 
Predigt mit Zeugnissen
Sofort im Anschluss: Taufe
Gemeinsames Mittagessen und Kaffeetrinken
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Auf Wunsch Gebet   
Beginn: 10:30 Uhr   
Wir freuen uns auf Dich! 

Calvary Chapel Freier Grund   
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)  
57290 Neunkirchen-Zentrum
   
 Sonntagszitat:

Es sind nicht die äußeren Handlungen 
einer Taufe, Firmung oder Kommunion, 
die den Menschen mit Gott versöhnt. 
Die Versöhnung liegt allein in der Buße 
und Bekehrung zu Jesus Christus.
 (Walter Mauerhofer)  

Samstag, 25. April 2015

Auch andern ging es so (Depri-Jeremia, Teil 2)

Gestern haben wir gesehen, dass selbst große Propheten, wie Jeremia einer war, in Depris versinken konnten. Jeremia fand eine hilfreiche Medizin: Er breitete alles vor Gott aus, nannte Situationen beim Namen. Er meditierte über Gott ... und kam ins Singen!

Allerdings hat Jeremia nicht den Rest seines Lebens singend verbracht. Sein Leben wurde nicht einfacher. Vermutlich starb er als Märtyrer. Aber Gott gab ihm immer wieder ein neues Lied auf seine Lippen.

Nicht immer wendet sich Niedergeschlagenheit innerhalb von 3 Bibelversen zu einem Lied. Im Fall von Hiob brauchte es ein ganzes Buch – aber dann sang auch er:

Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen,
aber nun hat mein Auge dich geseh’n ...

Christen, die durch Zeiten der Niedergeschlagenheit gehen, dürfen Mut fassen. Manche schämen sich und denken: „Solch eine Niedergeschlagenheit, so eine Depression darf mir als Christ doch eigentlich gar nicht zustoßen.“ Das Gegenteil ist der Fall. Viele gottesfürchtige Menschen in der Bibel waren aus den verschiedensten Gründen abgrundtief betrübt, ja, sogar selbstmordgefährdet. (Keiner von ihnen verübte Suicid!) Und es waren nicht nur Menschen zur Zeit der Bibel, die diese seelischen Kämpfe hatten.

Martin Luther kämpfte mit Depressionen! Einmal schrieb er:
  •  „Mehr als eine Woche lang war ich den Toren der Hölle und des Todes nahe. Ich zitterte an allen Gliedern. Christus war mir verloren. Ich war hin- und hergeschüttelt von Verzweiflung und Gotteslästerung.“
C.S. Lewis, Autor der „Chroniken von Narnia“ und vieler anderer Bücher litt unter Depressionen. Ebenso John Wesley, Erweckungsprediger und Gründer der Methodistischen Kirche. Georg-Friedrich Händel, Komponist des Messias Oratoriums, galt als depressiv. Auch Charles H. Spurgeon aus England, Prinz der Prediger genannt wegen seiner gewaltigen und fruchtbaren Predigten, schreibt über eine Zeit in seinem Leben:
  • "Vor einigen Jahren kam eine furchtbare Depression über mich. Es ging mir nicht gut, mein Herz verzagte. Ich litt körperlich, aber viel mehr noch seelisch, denn mein Geist war überwältigt.“
Man könnte viele andere namhafte Personen aus dem Reich Gottes nennen, die wie Jeremia, mit viel Schwermut und Leid durchs Leben gehen mussten.

Aber Gott war ihr erster Ansprechpartner in Zeiten der Not. Wie Jeremia sprechen sie Ihm ihr Vertrauen aus.
  • Du, Herr, stehst mir bei wie ein mächtiger Held!
  • Du allmächtiger Gott kennst mich ganz genau!
  • Dir, Herr, habe ich meinen Fall anvertraut!
  • Singt dem Herrn und lobt ihn, denn ER rettet!
Das Gegenmittel gegen Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit –im Alltag und im Dienst für Jesus ist: FOKUS!

Für Jeremia war es der Blick auf den Gott, der ihn gerufen hatte!
Für uns ist des der Blick auf Jesus, der uns gerufen – und gerettet hat!

Richte den Blick nur auf Jesus! 
Schau voll in Sein Antlitz hinein!
Und die Dinge der Welt werden seltsam trüb
und im Licht Seiner Herrlichkeit klein!

Freitag, 24. April 2015

Der Depri-Jeremia

Ich beneide Jeremia nicht um den Inhalt seiner Predigten. Ich beneide ihn auch nicht um den Herzenszustand seiner Zuhörer. Erfolglosigkeit im Dienst blieb auch bei einem großen Propheten wie Jeremia einer war nicht ohne Spuren. In seinen Predigten hört sich Jeremia sehr mutig an. Aber in Jeremia 20: 7+8 lässt er uns in sein Herz blicken: 

O Herr, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen. Du hast mich überwältigt und den Kampf gewonnen. Für alle Welt bin ich zur Zielscheibe des Spottes geworden - tagaus, tagein. Wann immer ich auch rede, immer muss ich rufen: »Gewalt und Zerstörung kommt über euch!« Die Worte des Herrn haben mir nur Schmach und Schande eingebracht.

Innerlich ist Jeremia ein gebrochener Mann; nicht zerbrochen oder zerstört – aber gebrochen. Er trauert, er kämpft, er weint, er fühlt sich schwach, depressiv! Wie aber reagiert Jeremia in solch einer Zeit heftigster Anfechtungen, Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit? 

Aber der Herr steht mir zur Seite. Er ist ein starker Held. Darum müssen meine Feinde stolpern und können mich nicht besiegen. Voller Enttäuschung müssen sie einsehen, dass ihre Pläne misslungen sind. Sie erleiden eine Schmach, die ewig unvergessen bleiben wird. Herr, Allmächtiger, der du den, der sich zu dir hält, bis ins tiefste Innere prüfst: Lass mich erleben, wie du Rache an ihnen nimmst, denn ich habe meine Sache in deine Hände gelegt. Singt Lieder für den Herrn und lobt ihn! Denn er rettet den Armen aus der Gewalt seiner Feinde. (Jeremia 20:11-13)

Jeremias Gegenmittel gegen Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit – im Alltag wie auch im Dienst für Jesus ist:  FOKUS!

In seiner Mutlosigkeit reißt er seine Augen weg und blickt auf zu Gott! Wie für andere auch, etwa: Elia, Hiob, Hannah – hatten fand auch Jeremia bei Gott Hilfe. Das redet zu uns heute: Bei all den vielen Möglichkeiten, die wir heute haben, vergessen wir manchmal unsern ersten Ansprechpartner für alle Nöte: Gott. Jeremia hatte gar keinen anderen – also wendet er sich an Gott. Er erinnert sich und spricht diese Erinnerung als Gebet und Vertrauenserklärung vor Gott aus:
  • Vs 11: Du, Herr, stehst mir bei wie ein mächtiger Held!
  • Vs 12: Du, Herr, allmächtiger Gott, du prüfst die Menschen, die dir dienen, du kennst sie ganz genau.
  • Dir, Herr, habe ich meinen Fall anvertraut!
Und dann sehen wir in Vs 13, wohin es führt, wenn Gott unser erster Ansprechpartner in der Not ist.
  • Singt für den Herrn und lobt ihn! Denn er rettet den Armen aus der Gewalt boshafter Menschen.
Hört sich das noch nach Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit an, nach Aufgeben oder Hinschmeißen?

Wenn Niedergeschlagenheit und  Mutlosigkeit dein Herz erfüllen wollen, dann gib NICHT auf und schmeiß' NICHT hin. Wenn  solche Gedanken kommen, musst Du es machen wie Jeremia.
Du MUSST Gott suchen.
Wenn Hoffnungslosigkeit dich überkommt: Du MUSST Gott suchen (musst im Sinne von: darfst! ... kannst ... DAS ist der Weg!)
Jeremia flieht zum Herrn, mediert darüber, was der Herr ihm bedeutet, fasst sein Leid in Worte und breitet es vor dem Herrn aus ... und kommt vom Klagen in die Anbetung und ins Singen!

Vielleicht erscheint dir das fremd und unrealistisch, vielleicht wie eine Formel, ein frommes Klischee. Wenn so, dann wirst Du nie vom Gegenteil überzeugt werden, bis dass Du es selbst ausprobiert hast.  Mach's wie Jeremia. Und wenn Du es alleine nicht schaffst, such Dir jemanden, der Jesus gut kennt und geht den Jeremiaweg gemeinsam.

Donnerstag, 23. April 2015

Kieselsteinchristen

Kieselsteinchristen? Was ist das denn nun schon wieder? Das ist das Schlagwort, das mir in den Sinn kam, als wir am vergangenen Samstag das Flachdach unseres Gemeindehauses von Kieselsteinen befreiten. Die Hauptarbeit war bereits 3 Wochen vorher erledigt worden – so dachten wir. Es waren nur noch wenige qm Kies, die entfernt werden mussten. Aber die hatten es in sich!

Über 20 Jahre lang hatten diese Kieselsteine auf dem Dach verbracht. Immer an derselben Stelle. Sie hatten Sonne und Sturm gemeistert und sich nicht vom Fleck bewegt. Immer, wenn die Teerpappe unter ihnen durch die brütende Sommerhitze aufgeweicht wurde, drückte das Gewicht der Kieselschicht die untersten Kiesel tiefer in die Dachpappe hinein. Dazu kamen über 20 Jahre Staub, der auf und um die Kiesel fiel und mit dem nächsten Regen in die Ritzen gespült wurde. Und so wurden nicht nur einzelne Steine, sondern ganze Kieselflächen tief in Teerpappe und Staubschicht einzementiert. Und das musste jetzt weg.

Es war harte Arbeit, Muskelarbeit, Knochenarbeit, aber wir haben es geschafft. Manche Steine waren so fest in Dreck und Teer verankert, dass sie durch die Schaufeln förmlich durchgeschnitten wurden. Die Hälfte kam weg, die Hälfte blieb. Und während wir uns mühten, kam mir der unübersehbare Vergleich zu Kieselsteinchristen.

Kieselsteinchristen sind oft schon lange am selben Ort. Sie haben Stürme und Hitze gemeistert, sind unbeweglich geblieben und sind stolz darauf. Aber besser wäre es für sie gewesen, wenn der Wind, der weht, wo Er will, sie ein bisschen hin und her geweht hätte. Dann wären sie jetzt nicht so tief gesunken, hinein in den Teer der Unbeweglichkeit, in die Klebrigkeit der Gesetzlichkeit oder in Steifheit aus Angst vor Veränderung. Ja, hätten sie den Wind, der weht, wo Er will, an sich ran kommen lassen, dann hätte der Staub der Tradition und das grüne Moos der Selbstzufriedenheit sie nicht so leicht mit ihrem Schleier überziehen können. So aber ähneln sie auffallend den Kieselsteinen auf unserem Gemeindedach.

Ach, wie störrisch diese Steine waren; wie sie uns das Leben und die Arbeit erschwert haben. Hätten sie den Wind, der weht, wo Er will, mal über sie hinweg und auf sie herab blasen lassen, dann wären sie kooperativ gewesen, was die Arbeit am Hause des Herrn anging. So aber waren sie Hindernisse, die das Werk am Haus des Herrn verlangsamten, unnötige Kräfte kosteten und Frust und Blasen hervorriefen.

Viele Steine ließen sich irgendwie, mit viel Arbeit, Zeit und Mühe entfernen aus dem klebrigen Grund, in dem sie gefangen waren. Andere zerbrachen, weil sie festhalten wollten, was nicht mehr für sie gedacht war.

Die Kieselsteine haben zu mir gesprochen. Ich möchte NICHT werden, wie sie. Ich möchte nicht festkleben, weder im Teer der Gesetzlichkeit noch in einer Ansammlung von unnötigen Traditionen. Ich möchte auch nicht dulden, dass eine Staubschicht von Gleichgültigkeit oder Schläfrigkeit sich auf mich legt. Viel lieber will ich Ausschau halten und mich ausstrecken nach dem immer wiederkehrenden Wind, der weht, wo Er will, und der Erfrischung und Leben bringt. Es ist der Wind, der mich bewegt, manchmal etwas durchrüttelt und die neue Staubschicht immer wieder mal wegbläst. Außerdem verhindert dieser Wind, dass ich irgendwo festklebe oder unbeweglich werde, „weil es immer schon so war“.

“Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen;
aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht.
So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“
(Johannes 3:8)

Mittwoch, 22. April 2015

Auf alle mögliche Weise ...

Höchst interessante Berichte und packende Gebetserhörungen fand ich in einer alten Ausgabe von „DMG informiert“, der Veröffentlichung der DMG. In mehreren Artikeln ging es um Kommunikation. Im Leitartikel weist Monika Mench darauf hin, dass weltweit 67 Millionen Kinder keine Schulbildung haben. Die globale Finanzkrise erreicht auch Entwicklungsländer, und führt dazu, dass Kinder aus der Schule abgemeldet werden. Geht es so weiter, steigert sich bis 2015 die Zahl der Kinder, die weder lesen noch schreiben können auf 72 Millionen. Vor drei Jahren waren 796 Millionen Erwachsene Analphabeten (17% der erwachsenen Weltbevölkerung); zwei Drittel davon Frauen. 

Wie verkündigt man diesen Menschen das Evangelium? Sicher nicht durch Verteilen von Bibeln, Traktaten oder Bibelfernkursen.

Diesselbe Monatsausgabe berichtet über die Arbeit unter Beduinen. Diese Frage hat mich oft bewegt: Wie bringen wir Beduinen die Botschaft von Jesus; Volksgruppen, die sich ein paar Monate an einer Oase aufhalten und dann wieder weg sind. Ja, das gibt es noch! Während Lesen und Schreiben nicht die beherrschenden Kommunikationsformen unter Beduinen sind, sind Handys alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Nicht nur Handys – Smartphones! (Nicht mal ich habe bis heute eins!) Über diese Smartphones – so der Bericht – kommt Schlechtes in die Oasen, aber auch viel Gutes. Eine biblische Hörgeschichte in mp3 Form war der Renner unter einigen der Beduinen. Per Bluetooth gelingt die Verbreitung von Handy zu Handy. In einer Kultur, in der Hören und Erzählen die vorherrschende Form der Kommunikation ist, braucht es nicht lange, bis die Geschichten verinnerlicht sind und weitererzählt werden.

Im Leitartikel schreibt Monika Mench, dass 2/3 der Weltbevölkerung die schriftliche Form der Kommunikation (Buch, Zeitschrift, etc.) nur wenig oder gar nicht gebrauchen, dass aber die Medien wie Radio, Internet, Fernsehen und Ähnliches weite Verbreitung finden.

Wenn ich so etwas lese, muss ich daran denken, dass es in den ersten Jahrhunderten keine Bibel gab, wie wir sie kennen: 66 Bücher, schön gebunden. Das meiste lief über Predigten in Gemeinden und durch persönliches Zeugnis. Erst seit Luther begann die Bibel ihren Triumphzug. Bis dahin war die geisterfüllte Predigt und das persönliche Zeugnis gefragt.

In 1. Korinther 9:19-23 schreibt Paulus beeindruckende Worte:
Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne; de­nen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen –, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.

Die Frage ist nicht: Sollte man Internet, Handy oder mp3 zur Verkündigung nutzen, oder sollte man bei der bekannten Art der Predigt bleiben und Bibeln verschenken? Paulus hätte geantwortet: „Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.“ Das eine tun – das andre nicht lassen. Lasst uns nicht an den Möglichkeiten vorübergehen, die Gott uns heute schenkt. Luther hat das auch nicht getan. Lasst uns auf alle Weise Jesus verkündigen – durch Predigten, alle möglichen Medien – und unser gelebtes und gesprochenes Zeugnis!

Dienstag, 21. April 2015

Leonard Ravenhill: „Gebet“ (Teil 6/Schluss)

Heute geht es um den letzten Eintrag unsere „Leonard Ravenhill Gebetsserie.“ Ich meine, das Thema heute geht von allen Themen am meisten unter die Haut. Hier Ravenhills Beitrag:

Warum haben wir keine Erweckung?

In den Bergen von Wales gibt es einen Ort, an dem sich drei oder vier junge Männer, nur achtzehn bis neunzehn Jahre alt, Nacht für Nacht zum Gebet versammelten. Sie taten alles Menschenmögliche, um durch anhaltendes Gebet die Voraussetzungen zu schaffen, damit Gott Erweckung schenken konnte.

Wenn Sie in Ihrer Gemeinde Erweckung wünschen und meinen, dass sie ohne jegliches Opfer, jegliche Unbequemlichkeit kommt, dann können Sie es vergessen. Erweckung hat ihren Preis.

Es gibt einen einfachen Grund dafür, warum wir keine Erweckung in unserem Land haben: Wir sind damit zufrieden, ohne Erweckung zu leben. Wir trachten nicht nach Gott, wir trachten nur nach Erlebnissen, nach großangelegten Evangelisationen, nach besonderen Wohltaten Gottes.

In 4. Mose 11 betet Mose zu Gott: "Warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst? Ich vermag das Volk nicht allein zu tragen, es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber."

Sind Sie bereit, so für ihr Volk einzutreten? Lieben Sie Ihr Volk so, dass Sie sagen würden: "HERR, gib uns eine Erweckung oder töte mich!"? Patrick Henry betete: "HERR, gib mir Freiheit oder den Tod!" Meinen Sie nicht, dass Sie endlich so entschieden beten sollten, "HERR, gib uns Erweckung oder lass mich sterben!"?

In 1. Mose 30 geht Rahel zu Jakob und fleht verzweifelt: "Schaffe mir Kinder, oder ich sterbe." Sind Sie bereit, Gott so dringlich um die Geburt geistlicher Kinder - um Bekehrung und Wiedergeburt in Ihrem Volk zu bitten?

Wir haben gesagt, dass Gebet Dinge verändert. Aber nein. Gebet verändert nicht Dinge, sondern Menschen! Und durch veränderte Menschen verändert Gott Dinge. Wir möchten am liebsten die Arbeit einem Engel überlassen. Aber Gott sagt: "Tue du es - aus meinem Vermögen und aus meiner Kraft!"

Wir müssen werden wie Hanna, die fastete und betete und mit ihrer Not zum Herrn kam.

Jesus, der Sohn Gottes, machte das Gebet zu seiner Gewohnheit. Paulus wusste sich trotz seiner Herkunft und seiner Intelligenz vom Gebet abhängig, weil er seine Schwachheit erkannt hatte.

David, der König, nannte sich selber einen elenden Menschen und schrie zum HERRN.

Hanna betete um einen Sohn und wurde die Mutter eines Propheten. Die Gebete einer Handvoll junger Männer lösten eine Erweckung aus.

Es gibt nichts, was mehr Veränderung schafft als das Gebet.

Wollen Sie nicht heute damit beginnen?