„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kontrolliert - von was?

Heute schließen wir die Gedanken zu Pfingsten erst einmal ab. Pfingsten erinnert uns Christen daran, dass es mehr gibt im Leben mit Jesus als ein geistliches „Dahintuckern“. Es gibt mehr als einen Anfang, den wir mit Jesus machen – die Wiedergeburt – bei der wir versiegelt werden mit Seinem Geist auf den Tag der Erlösung. Es gibt mehr als einen Anfang mit Jesus, obwohl solch ein Anfang das Wichtigste und Ausschlaggebendste ist. Ohne den ersten Schritt können keine weiteren Schritte folgen.

Leider bleiben viele Christen beim ersten Schritt stehen. Sie möchten in den Himmel kommen. Wer von denen, die an Himmel und Hölle glauben, möchte das nicht? Sie sind auch bereit, ein ‚Christenleben’ zu leben. Aber sie haben wenige Vorbilder, was ein biblisches Christenleben ist und orientieren sich daher an Tradition und an ihrer Umgebung. Das ist zu wenig. Epheser 5:18 gibt uns Orientierung für ein Christenleben, wie Christus es sich für uns gedacht hat:

„Und berauscht euch nicht mit Wein,
woraus ein unordentliches Wesen folgt,
sondern lasst euch vom Geist erfüllen.

Der Vers bietet uns eine Gegenüberstellung, in der es zunächst um Wein geht. Wir tun gut daran, diesen Vers wörtlich zu nehmen und uns zu fragen: Bin ich erfüllt mit Wein oder mit dem Geist? Ein Kommentator erklärt:

Wer mit Wein gefüllt ist, ist vom Alkohol überwältigt
Wer mit dem Geist gefüllt ist, ist vom Geist Gottes überwältigt
Wer mit Wein gefüllt ist, den kontrolliert der Alkohol
Wer mit dem Geist gefüllt ist, den kontrolliert der Geist Jesu
Wer abgefüllt ist mit Wein, bei dem wird sein Schlimmstes offenbar
Wer erfüllt ist mit dem Heiligen Geist – bei dem wird Jesus offenbar.

Was die Frage übermäßigen Wein(Alkohol-)genusses angeht, ist die Antwort klar. Aber wir können auch von anderen Dingen – sogar von externen – erfüllt sein.

Ich kann von permanenter Trauer oder Unversöhnlichkeit überwältigt sein.
Ich kann vom Fernsehen, meinem Computer oder meinem iphone kontrolliert sein.
Hass oder Rachegelüste können das Schlimmste in mir hervorbringen.

Wenn wir nicht dahintuckern wollen nach dem Vorbild unserer Umwelt, wenn wir nicht überwältigt oder kontrolliert sein wollen von etwas, das am Ende enttäuscht, dann sollten wir Epheser 5:18 wörtlich nehmen und uns mit dem Heiligen Geist erfüllen lassen.

Das Vakuum in unserem Leben möchte gefüllt werden. Gott möchte es mit dem Wertvollsten füllen: mit Sich selbst. Darum sagte Er: „Lasst euch vom Geist erfüllen“  Wer Gottes Aufforderung folgt, in dessen Leben wird die Fülle des Heiligen Geistes die Frucht des Heiligen Geistes wachsen und blühen lassen: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5:22) Herrlicher geht’s nicht!

Daran hat uns Pfingsten erinnert: Wir müssen erfüllt werden mit dem Heiligen Geist! Wir brauchen die Kraft aus der Höhe, die Kraft Gottes! Heute, morgen – und immer wieder!

Dienstag, 10. Juni 2014

Ursache und Wirkung (3)

Vor 14 Tagen haben wir begonnen, Ausschnitte aus Stuart Robinsons Buch „Den Preis im Gebet bezahlen“ zu zitieren und zu kommentieren. Heute soll Teil 3 folgen.

In der Apostelgeschichte gibt es 36 Hinweisstellen zum Gemeindewachstum, 21 davon sind im Zusammenhang mit Gebet. Wir alle würden es lieben, in jeder Gemeinde der Welt Wachstum, wie es damals zu Pfingsten und gleich danach war, zu sehen. Der Schlüssel zu den damaligen Geschehnissen ist in der Apostelgeschichte 1,14 zu finden, wo es heißt: „Sie alle waren in beständigem Gebet miteinander versammelt“. (…) 

Das Wort, das hier gebraucht wird, bedeutet „eifrig engagiert sein, hingegeben sein, beharrlich an einer Sache festhalten, aufmerksam daran teilnehmen“. Und dies (…) bedeutet, dass diese Praxis unaufhörlich fortgesetzt wurde. Das gleiche Wort und die gleiche Wortart wird in der Apostelgeschichte 2,42 gebraucht: „Sie widmeten sich selbst dem Gebet.“ Auch im Kolosser 4,2 benutzt Paulus wieder das gleiche Wort in der Befehlsform: „Gebt euch selbst dem Gebet hin!“ Die meisten bedeutsamen Wachstumsbewegungen in der Kirche in ihrer Geschichte griffen diese Befehlsform auf.

In der Geschichte
Wenn wir die Biographien von William Carey, Adoniram Judson, David Livingston, Hudson Taylor oder anderen lesen, sehen wir, dass der anfängliche Schub für ihr Lebenswerk durch Gebetsbegegnungen kam.

Vor etwa einem Jahrhundert leitete John R. Mott eine außergewöhnliche Bewegung, die als die Christliche Studentenbewegung bekannt wurde. Sie war unter den College- und Universitätsstudenten und brachte in einem Zeitraum von 30 Jahren 20.000 hauptberufliche Missionare hervor. John Mott sagte, dass die Quelle für dieses erstaunliche Erwachen in vereintem Fürbittegebet liegt. Diese Missionare wurden nicht nur angeworben und unter Gebet ausgesandt, ihre Arbeit wurde auch durch Gebet getragen.

Hudson Taylor erzählte die Geschichte eines Missionarehepaares, das für zehn Stationen verantwortlich war. Sie schrieben an ihre Sekretärin in der Heimat und bekannten ihren absoluten Mangel an Fortschritten. Sie baten die Sekretärin, dringend Fürbitter für jede Station zu finden. Nach einer Weile schmolz der Widerstand in sieben von diesen Stationen, geistliche Erweckung brach aus und die Gemeinden wuchsen stark. Aber bei drei Stationen gab es keine Veränderung. Als sie beim nächsten Urlaub nach Hause kamen, klärte die Sekretärin das Geheimnis auf. Sie hatte es nur  geschafft, für sieben der zehn Stationen Fürbitter zu finden. S. D. Gordon zieht daraus den Schluss (1983:40): „Das größte, was jemand für Gott und Menschen tun kann, ist zu beten.“  

Luther, Calvin, Knox, Latimer, Finney, Moody, all die großen Männer Gottes, praktizierten Gebet und Fasten, um die Wirksamkeit des Dienstes zu steigern. John Wesley war so beeindruckt von solchen Beispielen, dass er nicht einmal eine Person zum Dienst ordinieren wollte, die nicht damit einverstanden war, jeden Mittwoch und Freitag mindestens bis 4 Uhr nachmittags zu fasten.  (…)

Diese Menschen scheinen etwas kapiert zu haben, worüber wir hier (…) kaum etwas wissen. Wir sind so beschäftigt und so aktiv. Wir strengen uns so an, etwas Gutes aufzubauen und es zum Laufen zu bringen. Aber es scheint nicht viel zu wachsen oder auf Dauer viele Leben zu verändern. Wieso? Ich meine, die Antwort haben wir weiter oben gelesen:

Das Versammeln zum gemeinsamen, eifrigen, engagierten, hingegebenen, beharrlichen Gebet. „Die meisten bedeutsamen Wachstumsbewegungen in der Kirche in ihrer Geschichte griffen diese Befehlsform auf“ heißt es weiter oben.

O, wie wir uns danach sehnen, dass Gemeinde wächst – zuallererst in die Tiefe, dann in die Breite, im Ort, im Land – bis in alle Welt. Über die Voraussetzung dafür haben wir heute gelesen. Machst Du mit?

* Quelle: Stuart Robinson –  Den Preis im Gebet bezahlen – Einleitung zum Buch: S 3; © Stuart Robinson

Montag, 9. Juni 2014

Wieviel PS hat der Heilige Geist in deinem Leben?

Auf dem Grundstück eines alten Mannes in Oklahoma wurde Öl gefunden. Sein Leben lang war dieser Mann arm gewesen und hatte ums Überleben gekämpft. Die Entdeckung des Öls machte ihn über Nacht zu einem wohlhabenden Mann. Seine erste Anschaffung war ein Auto: ein riesiger Cadillac, ein amerikanisches Statussymbol über weite Teile des 20. Jahrhundertes. Er wollte das längste Auto im Kreis besitzen und montierte darum noch einmal 4 Ersatzreifen auf den Kofferraum.

Jeden Tag zog er sich schick an und rollte in seinem Cadillac durch sein verstaubtes Städtchen. Er wollte jeden sehen und von jedem gesehen werden. Und weil er so ein liebenswerter alter Opa war, drehte er sich in alle Richtungen, um den Leuten zuzuwinken.

Interessanterweise hat er nie jemanden oder irgendetwas umgefahren. Grund dafür waren die beiden Pferde, die er vor sein wunderbares Auto gespannt hatte und die ihn zogen. Mit Auto und Motor war zwar alles in Ordnung.  Aber der alte Mann hatte das Autofahren nie gelernt. Er hatte nie gelernt, den Schlüssel ins Schloss zu stecken und zu drehen. Unter der Motorhaube ruhten über 100 PS, aber der alte Mann war mit den 2 PS zufrieden, die er vor sein Auto gespannt hatte.

Der Teufel freut sich – wenn das einem Teufel mal möglich ist – wenn Gläubige mit einem 2 PS Glauben dahintuckern und fast stille stehen, obwohl  sie Zugang haben zu einer Kraft, die unvergleichlich viel höher liegt.

Tuckerst Du in deinem Christenleben so dahin, oder hast Du den „Tiger im Tank“, wie es eine alte Werbung ausdrückt?

Gottes Wort verspricht Kraft, wenn der Heilige Geist die Kontrolle übernimmt. Lukas schreibt in Apostelgeschichte 1:8:

“Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist;
und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem
als auch in ganz Judäa und Samaria
und bis an das Ende der Erde.“

Da ist nicht die Rede von einem Dahintuckern. Da ist die Rede von der „dunamis“ – Kraft des Heiligen Geistes, der „Dynamit“ – Kraft des Geistes Jesu. Wo diese Kraft nicht nur in uns schlummert, sondern uns erfüllt und lebendig macht, da wird die ganze Welt bewegt.

Über die Erfahrung dieser Kraft lehrt Jesus in Lukas 11:9-13:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.
Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet;
und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn,
wenn der ihn um einen Fisch bittet,
eine Schlange für den Fisch biete? 
Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet,
einen Skorpion dafür biete? 

Wenn nun ihr, die ihr böse seid,
euren Kindern gute Gaben geben könnt,
wie viel mehr wird der Vater im Himmel

den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Gestrige Predigt zum Thema HIER

Sonntag, 8. Juni 2014

Herzliche Einladung zum Pfingstgottesdienst!

Heute mit Sonntagszitat zu Pfingsten

Henrietta Mears lebte und wirkte vornehmlich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Bekannt wurde sie als „geistliche Mutter“ und Lehrerin vieler evangelikal geprägter Verkündiger. Henrietta Mears suchte und betete eine ganze Zeit um die Taufe mit dem Heiligen Geist. Andere würden es die „Erfüllung mit dem Heiligen Geist“ oder die „Kraft aus der Höhe“ nennen. Worte hin oder her, Mears suchte die Bevollmächtigung ihres Sonntagschuldienstes durch die Kraft des Geistes Gottes. Sie betete, fastete, suchte Gebetstreffen auf, wartete. Sie tat alles – und fühlte nichts! Dann wurde ihr eines Tages bewusst, dass der Empfang der Kraft aus der Höhe ebenso ein Glaubensschritt ist wie der Empfang der Vergebung. So betete sie erneut um die Ausrüstung mit Kraft – und legte sich schlafen. Nichts geschah. Am nächsten Morgen lebte sie weiter wie bisher. Keine besondere Erfahrung, Extase oder sonstiges. Das Gleiche am folgenden Tag. Dann kam der Sonntag.

Mears lehrte wie gewohnt ihre Sonntagschulklasse – und über die Hälfte der Kinder bekehrten sich. Im Laufe der Jahre hat ihre Arbeit und ihr Leben hunderte von christlichen Vollzeitarbeitern hervorgerufen. Billy Grahams Leben wurde maßgeblich von ihr beeinflusst. Aber ihre Bevollmächtigung mit Kraft von oben verlief recht unspektakulär.
In unserem Gottesdienst geht es heute um dieses wichtige und herrliche Pfingstthema:

DIE TAUFE MIT DEM HEILIGEN GEIST
   
GOTTESDIENST: 10:30 Uhr
im Bitzegarten!
FEIER MIT UNS!

Wir singen, beten, hören auf Gottes Wort 
und haben Gemeinschaft miteinander

Unser Gebetsteam steht für persönliche Gebete bereit

 Heute kein gemeinsames Mittagessen
 
Wir laden alle herzlich ein!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum

Sonntagszitat: 
"Es ist eine Sache, wiedergeboren zu sein durch den Heiligen Geist, es ist eine andere Sache, die noch hinzukommen muß, getauft zu sein mit dem Heiligen Geist. Dies geht klar aus dem fünften Vers im ersten Kapitel der Apostelgeschichte hervor. Jesus sagt ihnen: "Ihr sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen." Es ist ganz klar, daß sie in dieser Weise bis dahin noch nicht getauft waren. Sie waren aber durch die Kraft des Heiligen Geistes wiedergeboren."  (Ruben R. Torrey)

Samstag, 7. Juni 2014

Gefährliches Pfingsten?

Halford Luccock berichtet von Lorenzo de'Medici, den großen italienischen Stadtpolitiker. Gleichzeitig setzte er sich für Kunst ein und war äußerst stolz auf seine verschiedenen Kunstspektakel, die er den Bürgern von Florenz bot.

Seine Produktionen beinhalteten einige erstaunlich realistische, religiöse Veranstaltungen, die in der Kirche aufgeführt wurden. Aber an einem Pfingstfest ging er dann doch einen Schritt zu weit. Lorenzo setzte echtes Feuer ein, um das Herabkommen der Feuerzungen auf die Apostel beim ersten Pfingstfest zu illustrieren. Dabei fing die Bühne Feuer und vor den Augen der gesamten Besucher brannte die Kirche bis auf die Grundmauern ab.

Das Feuer Gottes kann nicht imitiert werden. Es kann nicht produziert werden. Die Kraft, das Feuer des Heiligen Geistes kommt von oben, Gott-gesandt, nicht Mensch-gemacht. Mensch-gemachte Imitationen gehen immer in die Hose. Gottes Feuer dagegen ist Segen Pur. So schreibt John Wesley, der Gründer der Heiligungsbewegung und der Methodistischen Kirche:

"Ungefähr um 3 Uhr morgens, als wir anhielten im Gebet, kam die Kraft Gottes mächtig auf uns nieder, so dass viele von uns vor überströmender Freude laut schrien und auch zu Boden fielen. Sobald wir uns von der Furcht und Verwunderung ob der Gegenwart seiner heiligen Majestät ein wenig erholt hatten, brachen wir mit einer Stimme aus: Wir preisen Dich, o Gott, wir bekennen, dass Du der Herr bist!"

Es heißt, dass Wesleys Predigten nach dieser Erfahrung noch durchschlagender waren als vorher.

Charles Finney erlebte im 19. Jahrhundert ähnliches. Seine Begegnung mit dem Heiligen Geist beschreibt er als „Geistestaufe“. Andere würden einen anderen Ausdruck benutzen, wie etwa: Bevollmächtigung oder „Erfüllung mit dem Heiligen Geist!“ Finney schreibt:

"Ich empfing eine mächtige Taufe mit dem Heiligen Geist. Ohne die geringste Erwartung, ohne auch nur einen Gedanken gehabt zu haben...kam der Heilige Geist auf mich hernieder in einer Weise, dass es mich nach Leib und Seele zu durchdringen schien...wie Fluten flüssiger Liebe...wie der Odem Gottes...keine Worte können die Liebe schildern, die in mein Herz ausgegossen wurde. Ich weinte laut vor Freude und Wonne und musste meinen Gefühlen schließlich durch lautes Schreien Ausdruck geben..."

Wahrscheinlich wünschen wir uns alle Erfahrungen mit Gott, die einen bleibenden, spürbaren Eindruck hinterlassen. Nicht immer sind Begegnungen mit dem Heiligen Geist so von Emotionen begleitet, wie in diesen und anderen Beispielen.  Immer aber sind Gott-geschenkte Begegnungen mit dem Heiligen Geist Begegnungen des Segens und der Ausrüstung zum Dienst. Denn der Pfingstsegen ist klar definiert. Es geht nicht um Gefühle, Auswüchse oder emotionale Wellness. Es geht um Ausrüstung mit Kraft zum Zeugnis und zu einem Leben für Jesus. Ist das die Folge einer Begegnung mit dem Heiligen Geist, dann ist es Segen. Alles andere muss als Imitation eingestuft werden.

„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;
denn sie sollen satt werden.“ (Matthäus 5:6)

Freitag, 6. Juni 2014

Theoretiker oder Praktiker?

Die Geschichte erzählt von einem Mann und einer Frau – ein Ehepaar – die es beide zum Doktortitel geschafft hatten. Er hatte intensiv und an den besten Universitäten studiert, viele Bücher gewälzt und wurde mit einem Doktor der Theologie belohnt. Auch seine Frau hatte lange und intensiv studiert, immer wieder Praktika eingeschoben und mit einem Doktor der Medizin abgeschlossen.

Abends klingelt es an der Türe. Die Hausangestellte öffnet und der Besucher – wie so oft – fragt nach dem Doktor. Die interessante Antwort der Hausangestellten war: ‚Möchten sie den Doktor, der predigt – oder den der praktiziert?“ Gemeint war: Möchten Sie den Theoretiker – oder den Praktiker?

Auch im geistlichen Leben gibt es den Unterschied zwischen Theoretikern und Praktikern.
Der Heilige Geist macht Theoretiker zu Praktikern!

Theoretiker und Praktiker – Charles Spurgeon, einer der größten Prediger Englands im 19. Jahrhundert, auch Prinz der Prediger genannt, schreibt:

Stellen wir uns vor, wir sehen eine Armee in Position vor einer Festung aus Granit. Die Armee erklärt uns, dass sie beabsichtigt, die Festung einzurennen – und wir fragen, „Wie?“
Sie verweisen als erstes auf eine Kanonenkugel. Nun, die hat aber keine Macht in sich selbst. Sie ist schwer, vielleicht 200 Kg oder mehr; wenn alle Männer in der Armee sie gegen die Festung schleudern würden würde sie keinen Eindruck machen.
„Richtig,“ sagen die Soldaten. „Aber seht die Kanone!"
„Ok – aber auch die hat keine Kraft. Da kann ein Kind darauf reiten, ein Vogel kann sich in die Öffnung hocken. Es ist eine Kanone, und nichts mehr.“
„Aber schaut euch das Pulver an!“ sagt die Armee.
„Nun – auch im Pulver liegt keine Macht! Ein Kind kann es verschütten; ein Spatz kann darin rum picken.“
Wenn allerdings machtloses Pulver und ein machtloser Ball in eine machtlose Kanone gesteckt werden und ein einziger, kleiner Feuerfunke darauf fällt, dann braucht es weniger als einen Augenblick und das Pulver wird zum Feuerblitz, die Kanonenkugel zum Donnerschlag, der zerstört, als käme er direkt vom Himmel.

Und dann macht Spurgeon die Bemerkung: 
So ist es mit der Kirche in unseren Tagen, wir haben die Instrumente, die wir brauchen zur Zerstörung von Festungen, aber, oh, für das Feuer vom Himmel"

Man kann alles theoretisch auf der Reihe haben – auch im geistlichen Leben – Aber ohne das Feuer von oben bleibt es Theorie ohne Praxis! Genau dieses Feuer hat Jesus verheißen:

„Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. (…) Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ (Apostelgeschichte 1:5+8)

Genau an Pfingsten erfüllten sich Jesu Worte:
„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an "einem" Ort beieinander. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete“ (Apostelgeschichte 2:1+4-14)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Extrem für Gott?

Nathan Barlow lebte von 1912 bis 2004. 1945 reiste er mit seiner Frau und vier Kindern von Amerika nach Afrika, wo er als Missionar und Arzt in Äthiopien diente. Dr. Barlow ist in einigen südlichen Gebieten bis heute eine Legende. Er wagte alles, schwierige Verfahren und Operationen, an die sich niemand sonst im Land traute. Seine Hauptleidenschaft galt jedoch dem Bau des Reiches Gottes.

Als er Kontakt zum Murzi Stamm bekam, wütete dort das Gelbfieber. Viele starben. Sprachbarrieren machten eine vernünftige Kommunikation fast unmöglich. Aber es gelang ihm, den Einheimischen eines zu vermitteln: „Ich habe keine Medizin gegen Gelbfieber. Aber in meinem Blut habe ich Medizin (Impfstoff). Mein Blut kann euch entweder heilen oder töten. Ohne mein Blut werdet ihr wahrscheinlich sterben. Ich gebe es euch gerne!" Alle nahmen sein Angebot dankend an.

Durch IV spendete Dr. Barlow soviel Blut, dass es ihn an den Rand der Ohnmacht brachte. Das war typisch für ihn. Am nächsten Morgen hatte sich das Serum vom Blut getrennt und er injizierte es unter Gebet den Stammesleuten, die ihn besuchten. Alle überlebten. Auf seine Bitte hin wurde diese Handlung erst nach seinem Tod bekannt.

Ein anderer Bericht erzählt von furchtbaren Zahnschmerzen, die Dr. Barlow einmal hatte. Um einen Zahnarzt zu finden, musste er leider weit fliegen. Mit klaren Worten erklärte er dem Zahnarzt, dass er nie wieder wegen seiner Zähne die Missionsstation verlassen wolle. Die Konsequenz war, dass er sich alle Zähne ziehen und eine Prothese herstellen ließ.

Erst kürzlich habe ich von Nathan Barlow gelesen und dann im Internet mehr über ihn erfahren. Lasse ich mir jetzt alle Zähne ziehen? Nein. Aber ich lasse mich inspirieren von denen, die vor mir hergegangen sind – hingegebene Zeugen Jesu Christi, die keine Opfer – ich meine KEINE Opfer – scheuten. Die Zeit, die Gott ihnen auf Erden geschenkt hatte, um Sein Reich zu bauen, war zu kostbar, um sie zu vertun. Das Saatkorn ihres Lebens haben sie gut eingesetzt – in der Erde dieser Welt sind sie der Welt gestorben – zu einer Pflanze für Jesus geworden und haben Frucht für ihn gebracht. Extrem für Gott? Wahrscheinlich schon, in den Augen vieler, die Gott nicht kennen. Aber nicht extrem in Realität. Gott ist unser Alles wert!

Ich bin noch nicht da – aber dahin möchte ich kommen! Kommst Du mit? (W)

Mittwoch, 4. Juni 2014

Einsatz für das Recht auf Leben = Folter?

Im vergangenen Monat erschienen an einem Tag (12. Mai 2014) gleich mehrere Artikel zum Thema Folter, einige davon mit Recht.
 
Am 12 Mai veröffentlichte Amnesty International in Verbindung mit einer neuen Kampagne gegen Folter einen Bericht, der 141 Länder der Welt nennt, aus dem glaubwürdige Folterberichte vorliegen. Die Aufzählung der Foltermethoden soll dem Leser hier erspart bleiben. Ziel der Folterungen sind u.a. Einschüchterungen und Erpressung von Geständnissen.*

Am selben Tag berichtet das ACLJ davon, dass das Eintreten für das Recht auf Leben als Folter bezeichnet wurde. Im UN Committee gegen Folter stellten Fragesteller das Eintreten für das Recht auf Leben in Frage. Die Anfrage, so das ACLJ, sei ein weiterer Schritt der radikalen Abtreibungslobby, Lebensrechtsgruppen zu kriminalisieren.*

Das „Zentrum für das Recht zur Reproduktion“ (CRR) sandte bereits im April einen Brief an das UN Kommittee gegen Folter und behauptete, dass Kirchenführer in der Bewegung für  Lebensrecht durch ihre Ablehnung der Abtreibung „Folter verewigt“ hätten.

Verstehen wir das? Eine radikale Abtreibungsorganisation fördert das wahllose Töten hilfloser Babys. Gleichzeitig drängen sie die UN dazu, diejenigen als Folterer zu brandmarken, die sich für das Leben der Ungeborenen einsetzen.

Der Angriff richtet sich primär gegen den Einsatz für das Leben durch die katholische Kirche. Grundsätzlich sind aber alle betroffen, besonders Christen, die sich für das Lebensrecht einsetzen.  Abtreibung hat nichts mitmenschliches an sich, wie Berichte, Beschreibungen und Dokumentationen beweisen. ACLJ schreibt weiter: „Wenn irgendjemand Folter fördert, dann ist es die Abtreibungsindustrie selbst. Aber in unserer verdrehten Welt, in der oben unten und unten oben ist, da wird Abtreibung zum „fundamentalen Lebensrecht“ und Redefreiheit zum Lebensrecht wird zur „Förderung von Folter.“


“Verdrehte Welt” ist sicher die richtige Bezeichnung für unsere Zeit. Nicht nur auf dem Gebiet von Abtreibung vs Lebensrecht, sondern auch auf zahllosen anderen Gebieten. Eine antibiblische Kultur ist entstanden, hat Wurzeln geschlagen und breitet sich aus. Und wir Christen sind mittendrin. All das muss uns weder überraschen, noch „fertig machen“, noch lähmen. Die Bibel sagt uns das vorher. 

„Das aber sollst du wissen, 
daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden.
Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein,
 prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen;
sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; 
 dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, 
deren Kraft aber verleugnen sie. 
Von solchen wende dich ab!“ (2 Tim 3:1-5)

Und unsere Reaktion als Christen? Nun einige biblische Reaktionen kommen in den Sinn:
„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens“ (1 Tim 6:12)
„Zieh einher für die Wahrheit in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen.” (Psalm 45:5)
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Markus 12:31)
„Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und dem Bedürftigen lasst Gerechtigkeit widerfahren!“ (Psalm 82:3)

Jesusjünger machen nicht nur für die Wahrheit ihren Mund auf. Sie machen auch ihre Herzen auf und werden aktiv. Jesusjünger verurteilen die Praxis der Abtreibung und kämpfen für das ungeborene Leben, wie es Jesus getan hätte. Gleichzeitig setzen sie sich in Barmherzigkeit ein für solche, die durch eine Abtreibung gegangen sind, die anschließend Hilfe brauchen und suchen, die mit Schuld und Trauer nicht mehr zurechtkommen. Jesusjünger lieben sie im Namen Jesu und laden sie ein: „Bei Jesus findet jeder Frieden für seine Seele!“ Und schließlich lieben und kümmern sich Jesusjünger um Hilfesuchende, die durch Schwangerschaft in Not gekommen sind und begleiten sie bis zur Geburt und darüber hinaus.

Nein, wir foltern nicht. Wir helfen in Liebe und im Namen Jesu und arbeiten in Seinem Namen!