„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Dienstag, 21. August 2012

Was macht das schon für einen Unterschied?

Frühmorgens an einem sonnigen Tag lief ein kleiner Junge am Strand entlang. In der Nacht hatte die Flut hunderte von Seesternen angespült, die jetzt im Sand lagen und starben. Fleißig begann der Junge, einen Seestern nach dem anderen aufzuheben, zum Wasser zu tragen und ins Meer zurück zu werfen.

Aus einiger Entfernung beobachtete ein Besucher das Kind. Erst als er näher kam, erkannte er, was den Jungen veranlasste immer wieder zwischen Strand und Wasserkante hin und her zu laufen. Nach einiger Zeit erreichte er den Jungen und meinte etwas spöttisch: "Junge, denk doch mal nach! Du hast hier einen kilometerlangen Strand, der mit Seesternen übersät ist. Deine Bemühungen sind vergebens. Es macht keinen Unterschied, ob Du die Seesterne zurückwirfst oder nicht.

Ohne seinen Blick vom Strand abzuwenden, bückte sich der Junge erneut, nahm einen weiteren Seestern in seine Hand, trug ihn zum Wasser und warf ihn hinein. "Für diesen macht es schon einen Unterschied!" sagte er zu dem Mann, und bückte sich nach einem weiteren Seestern.

Zehn Aussätzige hatte Jesus geheilt. Alle waren gesund - und ihren Familien zurück gegeben worden. Einer aus zehn kam zurück, um sich bei Jesus zu bedanken. War es die Heilung wert? Tausenden hat Jesus auf wunderbare Weise geholfen. Er hat sie geheilt, befreit, gespeist, gerettet, gelehrt - aber es war kaum eine handvoll Nachfolger, die ihn bis zum Kreuz begleiteten. War es alles der Mühe wert?

Wer nur auf Quantität schaut, der wird sich irgendwann sagen: Mein kleiner Beitrag ist der Mühe nicht wert. Meine paar Worte können nichts ausrichten, meine paar Euro die Not nicht lindern, meine paar Handgriffe das Werk nicht vollenden, meine paar Gebete den Berg nicht bewegen. Wir alle stehen in Gefahr, gelegentlich so zu denken. Aber Gott sieht das anders.

Nur ein paar unbeholfene Worte von Andreas brachten Nathanael zu Jesus. Nur ein paar Cent einer Witwe waren mehr als all die Scheine der anderen. Nur eine Stunde im Weinberg des Herrn brachte volle Bezahlung durch den Weinbergsbesitzer. Jesus belehrt uns:


"Wer in kleinen Dingen treu ist, 
wird auch in großen treu sein." (Lukas 16:10)

Und genau diese Treue im Kleinen ist es, die Jesus sucht. Paulus schreibt in 1 Korinther 4:2:

Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, 
als dass sie für treu befunden werden.

Lasst uns nicht immer nur auf die Quantität achten. Die ist manchmal im Vergleich zum Bedarf wirklich gering. Alle Mühe scheint dann wertlos und wir fragen uns: "Für wen macht unser kleiner Einsatz schon einen Unterschied?" Nun, vielleicht gerade für den einen, der es am Nötigsten hat.

Weil Jesus nicht nur an Quantität gedacht hat, bin ich heute gerettet. Darum möchte ich Ihm auch nicht das Wenige vorenthalten, das ich habe. (Whg.v.29.3.10)

Montag, 20. August 2012

Der Schein trügt!

Der beladene, zum Camper umgebaute Minibus bog ab und befuhr den einzigen noch offenen Flecken des Campingplatzes. Vier Kinder sprangen aus dem Camper und begannen fieberhaft alles Material abzuladen und die Zelte aufzubauen. Dann eilten die Jungen in den nahegelegenen Wald, um Brennholz fürs Lagerfeuer zu sammeln. Gleichzeitig halfen die beiden Mädchen ihrer Mutter, Campherd und Grill aufzubauen, funktionstüchtig zu machen und den Kochutensilien den richtigen Platz zuzuordnen.

Ein Campnachbar kriegte seinen Mund vor Erstauenen nicht mehr zu und sprach schließlich den Vater an: „Guter Mann, DAS ist eine perfekte Illustration guter Teamarbeit.“ Die Antwort des Vaters war kurz und bündig: „Ich habe ein System: Keine geht zur Toilette, bis alles aufgebaut ist!"

So gehts auch! Aber der Schein trügt. Was wie gute Teamarbeit aussieht, ist notwendiges Übel. Was wie viele fleißige Hände aussieht, die alle eifrig und selbstlos das Gemeinwohl suchen, ist schlussendlich der Gedanke an sich selbst.

Ein Beispiel von vielen.

Den Pharisäern ging es ähnlich. Rein äußerlich sah bei ihnen alles perfekt aus. Ihre Gewänder, ihre Kopfbedeckungen, ihre Gebetsriemen, ihre Bärte – alles stimmte und jeder hielt sie für tief religiös und (fast) vollkommen. Aber sie waren Heuchler, Schauspieler. Der äußere Eindruck trog! Jesus sagt zu ihnen in Matthäus 23:27:

Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler,
dass ihr getünchten Gräbern gleicht, 
die äußerlich zwar schön scheinen,
inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind!

Der Schein trügt. Außen Hui, innen Pfui!

Für diese Wahrheit brauchen wir weder auf den Campingplatz zu gehen, noch in die Zeit Jesu zurück zu reisen. Außen hui, innen pfui spielt sich in unserer Zeit, in unserer Nachbarschaft – vielleicht in unserem Leben tagtäglich ab. Manche Menschen sind sorgsam bestrebt, ihr Image zu wahren. Blos kein falsches Wort, keine falsche Handlung. Blos keinen Anlass geben, etwas Schlechtes von mir zu denken. Und so tun sie alles, um Menschen zu gefallen und ein sauberes „Hui Image“ zu wahren, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünschen, als endlich aus dem Schaufensterdasein auszubrechen, das wirkliche Pfui loszuwerden – und echt sein zu dürfen!

Hier ist die Hammernachricht:

Jesus kennt Dich. Alle Schauspielerei hat Er LÄNGST durchschaut – und liebt Dich trotzdem, immer noch! Und Er möchte nichts lieber, als Dir zu helfen, echt zu sein. Kein Heucheln mehr, kein frommes Schein-Dasein mehr, keine Leichen mehr im Keller. Er hilft Dir, alles ans Licht zu bringen; nicht unbedingt für alle sichtbar, aber für Dich befreiend.

Manchmal kann es ganz hilfreich sein, gemeinsam mit einem Seelsorger im Gebet vor Gott zu kommen, manchmal reicht ein persönlicher Austausch mit Jesus.

Hör auf zu schauspielern! Lass Dein Pharisäergewand hinter Dir! Wirf Deine Maske weg. Tritt ein in die Freiheit, zu der Jesus Dich berufen hat!

Sonntag, 19. August 2012

Warum laden wir Dich zum Gottesdienst ein?

(heute wieder mit Sonntagszitat)

Ja, warum eigentlich? 

Unzählige Christen gehen heute morgen zum Gottesdienst. Viele sogar zweimal, weil es in ihrer Gegend so üblich ist. Und warum?
„Sonntags geht man eben zum Gottesdienst!“
„Das gehört halt dazu!“
„Sollen die Nachbarn denken, wir wären Heiden?“
„Wir sind gute Christenmenschen.“
„Sonst denken die andern, wir seien schlechte Christen.“

So und anders lauten viele der gewöhnlichen Reaktionen. Es gibt auch Antworten in eine andere Richtung:
„Das tut mir gut.“
„Ich singe gerne.“
„Meine Freunde gehen auch dahin.“
„Da gibts nachher Kirchenkaffee, Tee oder Mittagessen.“

Na ja, besser als die erste Antwortgruppe. Aber immer noch sehr korrekturbedürftig. Egal ob man das englische Wort für Gottesdienst benutzt: „Worship Service“ (= Anbetungsdienst) oder das deutsche Wort: Gottesdienst – egal! Ehrlicherweise muss man feststellen, dass es bei beiden gar nicht um uns selbst geht, weder um unsere Vorlieben, noch um unsre Nachbarn, Freunde oder unseren Ruf. Nein! Es geht um Gott! Ihm zu dienen und Ihn anzubeten, darum geht es im Gottesdienst. Ihn zurückzubringen ins Zentrum, Ihm den Platz zu geben und zu festigen, den Er haben sollte: den Mittelpunkt unseres Lebens – darum geht es im Gottesdienst. IHN unseren Kindern nicht vorzuenthalten, sondern IHN den Kleinen als Priorität in unserem Leben vorzustellen – darum geht es im Gottesdienst. Kraft und Kraftstoff zu tanken, damit wir in der folgenden Woche für Jesus leben, unseren Ehepartner durch Jesus lieben und Satan im Namen Jesu widerstehen können – alles zur Ehre Gootes – darum geht es im Gottesdienst. Nicht um UNS, sondern um IHN!

Wir laden Dich ein, mit uns Gott zu dienen. Komm einfach mal vorbei!

Calvary Chapel Freier Grund 
Am hohen Rain 20
57290 Neunkirchen
10:30 Uhr *

Jesus möchte Dir begegnen, und wir auch! Schau doch mal rein!

 
Sonntagszitat:

Du bist einzigartig! Nie hat es jemanden wie Dich gegeben! Nie wird es je wieder so jemanden geben wie Dich! Niemand hat all Deine Talente, Deine Vorzüge, Dein Aussehen, alles in eine Person zusammengepackt. Warum nicht?  Weil Gott selbst Dich in Deiner Art geschaffen hat. Weil Gott für Dein Leben einen einzigartigen Plan hat (Autor unbekannt, bearbeitete Eigenübersetzung)

* Wenn Du bereits zu einer Gemeinde gehörst, in der Gottes Wort gelehrt wird und in der Du Dich zu Hause fühlst, gilt die Einladung natürlich dorthin.

Samstag, 18. August 2012

Wenn Gott tot wäre

Im Studierzimmer des großen Reformators, Martin Luther, wird es still. Immer mehr hatte er sich zurückgezogen, hatte Arbeit und Gebet aufgegeben. Wortkarg und von Zweifeln geplagt gibt er sich einer tiefen Schwermut hin. Seine Ehefrau, Katharina von Bora, die ihren Mann immer unterstützte und tröstet, auch in den dunklen Stunden, macht sich Sorgen - bis ihr eine brillante Idee kommt.

Völlig in schwarze Trauerkleidung gekleidet, tritt sie in Luthers Arbeitszimmer und setzt sich an seinen Tisch. "Wer ist gestorben?" kommt die erschrockene Frage ihres Mannes. "Gott ist gestorben!" antwortet Katharina. "Wenn du nicht mehr arbeitest, nicht mehr betest, sprichst und singst, dann ist Gott tot und hat keine Macht." Diese Antwort trifft den Reformator im Herzen. Sorgen und Nöte haben ihm den Blick auf die Wahrheit versperrt: Jesus lebt! Warum verzagen? Jesus hat überwunden, der Sieger von Golgatha! Warum lebte er, Luther, als sei Gott tot und machtlos?

Das war das Ende der Nacht. In Luther ging wieder neu die Sonne der Hoffnung auf. Er konnte wieder lachen, wieder froh seiner Arbeit nachgehen.

In einem alten Lied aus den frühen Jahren der Jesus People Bewegung in Deutschland heißt es:

Mohammed starb im Jahre 632, er wurde 62 Jahre alt.
Buddha sprach: "Die Wahrheit hab ich leider nicht gefunden!"
dann wurde auch sein Körper kalt.

Doch Jesus lebt, Jesus lebt!
Sein Grab ist leer, sein Grab ist leer.
Sag, warum hast Du keine Hoffnung mehr?
Sein Grab ist leer!

Es gibt kein Grab, zu dem wir pilgern könnten.
Kein Mausoleum hat den Heiland der Welt!
Die Frau im Garten damals, sie fand keinen Toten.
Jesus ist der, der den Sieg behält.

Denn Jesus lebt, Jesus lebt!
Sein Grab ist leer, sein Grab ist leer.
Sag, warum hast du keine Hoffnung mehr?
Sein Grab ist leer!
Sein Grab ist leer!


Die Aussage: "Gott ist tot!" brachte Luther zum Lachen. Die Tatsache: "Das Grab ist leer!" besiegte seine Schwermut und Kraftlosigkeit. Wenn Gott tot wäre, wäre alles sinnlos. Aber: JESUS LEBT!

"Wenn der Glaube an Christus nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die elendesten Menschen auf der Welt. (…) Nun aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. (...) Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist Dein Sieg?" (1 Kor 15:19-20a+55) (Whg.v. 2010)

Freitag, 17. August 2012

Das längste Konzert der Welt

Gehst Du gerne zu Konzerten? Egal welcher Art. Klassik, Rock, Pop, Blues, Jazz, Anbetung, Chor, Posaune – nenne, was Du möchtest. Magst Du Konzerte? Besuchst Du manchmal eins?

Ehrlich, mitunter ist man ja froh, wenn es vorüber ist. Ich bin schon auf Konzerten gewesen, die ich kurz nach Konzertbeginn wieder verlassen habe. Andererseits hat es mir auch manchmal leid getan, wenn die Vorführung schon wieder zu Ende war. Dem kann jetzt vielleicht abgeholfen werden.

Ich gehe davon aus, dass es für etliche der Blogleser keine Quizfrage mehr ist, wo das längste Konzert der Welt stattfindet. Die Antwort ist:  In Halberstadt (Harz) in der St. Burchadi Kirche. In DEUTSCHLAND! Das Orgelstück Organ2 / ASLSP wurde im Jahr 1987 von dem Musikexperimenteur John Cage geschrieben. Das Stück soll so langsam wie möglich gespielt werden (As SLow aS Possible). Die Vorführung begann im Jahr 2001 mit einer Pause von 17 Monaten, dann hörte man einen ersten Ton, der sich seitdem ca einmal im Jahr ändert. Das Stück ist für 639 Jahre komponiert und kommt somit im Jahr 2640 zu seiner finalen Note – leider zu spät für Dich und für mich! Im vergangenen Monat war der Notenwechsel für 2012. Der nächste findet am 5. Oktober 2013 statt. Bitte schon mal vormerken! Die Kirche und der Tag und Nacht immerwährende Orgelton lockt viele Touristen an, aber immer nur für eine begrenzte Zeit. Soooo interessant ist das Konzert dann auch wieder nicht.

Ich freue mich auf ein anderes Konzert. DAS Konzert wird der Hammer sein – nein – der absolute Hammer! In Offenbarung 7:9+10 heißt es:

Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, 
die niemand zählen konnte,
aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen;
die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, 
bekleidet mit weißen Kleidern, 
und Palmzweige waren in ihren Händen. 
Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, 
und bei dem Lamm!“

Du sagst: das ist doch kein Konzert! Die sprechen doch alle. Ok, dann ist es halt ein Rapkonzert oder ein Sprechkonzert oder sonst was, jedenfalls ein Konzert. Ich glaube, dieses Konzert ist das Beste, was es je gegeben hat und je geben wird. Hier ist meine (teilweise biblisch begründete, teilweise menschlich ausgemalte) Vorstellung von diesem Konzert:
  • Eine unüberblickbare Menschenmenge
  • Aus ursprünglich allen möglichen religiösen Hintergründen
  • ... und kulturellen Hintergründen
  • Alle gerettet durch das Blut des Lammes, Jesus
  • Alte und Junge
  • In weißen Gewändern, die je nach Lichtreflektion eine unglaubliche Farbenpracht in den Gewändern entfalten
  • ... vor allem bei den Anbetern aus Afrika, Südamerika und Asien
  • Eine Sprachvielfalt von fast 7000 Sprachen
  • Eine Musikvielfalt von Chor (Deutschland) über Jodeln (Schweiz) über Kehlkopfsingen (Mongolei) über Bayuk (Philippinen) über – ach, was auch immer.
  • Nachdem die Palmzweige so lange und intensiv geschwungen sind, dass sie auseinander fallen, nehmen Teilnehmer ihre kulturspezifischen Musikinstrumente zur Hand: Pfeifen, Oboen, Klangstäbe, Trommeln, Kolintangs, Panflöten, Orgeln, Geigen, Mbiras, Tiquins und vielleicht sogar Harfen.
Das himmlische ist: Das alles passt zusammen, erfreut das Herz, erhebt Gottes Lamm und endet nie! Immerwährender Lobpreis aus immerwährend anbetenden Herzen. Nicht jedes Jahr ein neuer Ton – NEIN – jede Sekunde eine neue Vielfalt ewigen Lobpreises in immerwährender göttlich kontrollierter, himmlischer Extasse (gr.: Verzückung).

Nenn mich verrückt. Ich freu mich drauf!

Donnerstag, 16. August 2012

Glanz ist nicht Größe

James R. Sizoo schreibt die tiefsinnigen Worte: „Niemand soll Glanz mit Größe verwechseln. Applaus ist nicht gleich Ruhm. Bekannt zu sein bedeutet nicht automatisch bedeutungsvoll zu sein. Der Mann der Stunde ist nicht unbedingt der Mann der Ewigkeit. Ein Stein mag glitzern, aber das macht ihn nicht zum Diamanten. Menschen mögen Geld haben, aber dass macht sie nicht erfolgreich.
Es sind in Wirklichkeit die „unwichtigen“ Menschen, die die Geschichte der Welt lenken. Die größten Kräfte des Universums sind nie spektakulär. Ein Regenguss im Sommer ist wirksamer als ein Orkan, aber niemand schreibt darüber. Die Welt würde schnell aussterben, ohne die Treuen, die Loyalen und die Hingegebenen, deren Namen weder geehrt noch besungen werden!“*

Hat er nicht recht? Und die Bibel bestätigt genau diese Aussage.
  • Den Demütigen aber gibt er Gnade. (aus Sprüche 3)
  • Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden. (Matthäus 23:10)
  • "Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade." (Jakobus 4:6)
  • „Das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist.“ (1 Korinther 1:28)
Zusätzlich gibt Gottes Wort uns Beispiele für solche, die wichtige Dienste getan haben, aber kaum bekannt sind. Da ist die arme Witwe, die als Vorbild dient für großzügiges Geben. Da ist Publius, der Paulus beherbergte, als er auf Malta strandete. Da sind die Geschwister der Gemeinde aus Rom, die dem gefangenen Paulus entgegeneilen und ihm eine Riesenfreude und Ermutigung gewesen sein müssen. Da ist das namenlose Mädchen, das Naeman auf den Gott Israels hinwies. Da ist der unbekannte Junge, der die wenigen Brote und Fische an Jesus weitergab – und Jesus speiste damit Tausende.

Und heute? In einer Welt, die nicht genug Klatschblätter und Shows produzieren kann? Was gilt heute? Gilt der kleine Arbeiter was, der treu seiner Verantwortung nachkommt, weil er Jesus liebt? Gilt der Kunde (einer aus Tausend) etwas, wenn er beim Bezahlen ein Traktat weitergibt? Gilt der Nachbar was, wenn er Trauernde besucht und für sie betet? Gelten die Eltern was, die ihre Kinder zu Jesus hin erziehen in einer Welt, die alles versucht, sie gegen Jesus zu erziehen? Giltst Du etwas?

Wie sehr sind wir doch versucht, auf das Glamouröse zu blicken, das Glitzernde, das mit Rang, Namen, Titel und Ruhm! Wie sehr sind wir versucht, uns zu vergleichen!

Hätte die Witwe sich mit den Reichen verglichen, hätte sie wohl nie etwas eingelegt und wäre folglich nie Millionen von Bibellesern zum Segen geworden.
Hätte der Junge auf seine paar Nahrungsmittel geblickt und gerechnet, wieviele davon satt würden, hätte er sie wohl nie an Jesus abgegeben.
Hätte das Mädchen auf ihre Stellung als Sklavin geschaut anstatt auf ihren Gott, wäre Naeman wohl nie gesund geworden.

Mach Dich nicht kleiner, als Du bist! Mach Dich nicht zu weniger als Gott Dich gemacht hat!
Wirf Deinen Minderheitskomplex von Dir (oder ist es falsche Demut?). Gott möchte und kann Dich gebrauchen! Heute!

* J.R.S. Zitat übersetzt & bearbeitet

Mittwoch, 15. August 2012

Radikale

Vor einigen Wochen sah ich eine Reportage über einen religiösen Fanatiker, der in Bonn einen Polizisten mit dem Messer verletzte. Im Interview erklärte ein Leiter dieser Gruppe, dass man radikal und bis zum letzten Atemzug für die Religion kämpfen würde.

Auch wir Christen sind radikal – radikal anders! Unser „Leiter“, Jesus Christus hat auch uns zur Radikalität aufgerufen – aber eben anders. Er hat uns aufgerufen, radikal zu lieben. In Matthäus 5:44 sagt Jesus: „Liebt eure Feinde!“ In Lukas 6:27 sagt Er: „Tut Gutes denen, die euch hassen!“ In Markus 11:25 heißt es: „Vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt,“ und in Jesaja 58:7: „Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf!“ All das ist extrem radikal, geschieht im Namen der Liebe Jesu und ist heilsam für unseren Nächsten.

Die Bibel berichtet von vier Freunden, die ihren gelähmten Kumpel zu Jesus bringen wollten. Leider waren alle Zugänge versperrt zu dem Gebäude, in dem sich Jesus aufhielt. Zu viele Menschen wollten Jesus sehen. Aber die vier Männer ließen sich nicht lumpen. Sie stiegen auf das Flachdach, öffneten es und seilten den Gelähmten samt Liegematte ab, genau vor Jesu Füße. Der Gelähmte wurde heil an Leib und Seele. Es war die Radikalität der Liebe, die sich nicht abhalten ließ, das Gute für den Nächsten zu suchen und ihn zu Jesus zu bringen.

Ja, wir Christen sind auch radikal – aber eben anders! Jesus hat uns radikal verändert, unser altes Leben gegen ein neues ausgetauscht, unsere Sünden vergeben und unsere Herzen mit Seiner Liebe erfüllt. Darum können auch wir jetzt radikal lieben!

Lieb' heute radikal!

Dienstag, 14. August 2012

Haß bestimmte mein Leben

Der heutige Eintrag ist ein bisschen länger. Uwe und ich sind Freunde seit Bibelschulzeiten in den 70ger Jahren. Sein Zeugnis hat mich immer fasziniert und berührt. Ich möchte Euch teilhaben lassen an seinem Leben. Seine Lebensgeschichte beweist: Gott kann ALLES!

Uwe berichtet (ungekürzt weitergegeben; Quelle: hier)

Mein Leben? Das war im Anfang sehr hoffnungslos. Ich dachte niemals, dass ich noch einmal richtig leben würde.

Die ersten vierzehn Jahre musste ich im Kinderheim ver­bringen, und so sah ich doch alles als ziemlich sinnlos an. Ich wurde oft geschlagen und dachte, ohne Eltern kann ich eigentlich niemals glücklich werden. Ich hatte meine ganze Hoffnung darauf gesetzt, dass endlich meine Mutter käme und mich aus diesem Heim holen würde.

Als sie mich nach diesen vierzehn Jahren tatsächlich ge­holt hatte, dachte ich: Ja, jetzt hast du das Leben, deine Probleme kannst du jetzt sagen und Frieden finden. Doch gleich am Anfang merkte ich, dass wir uns überhaupt nicht verstanden. Meine Eltern fühlten sich überfordert, und ich konnte das nicht verste­hen. Und so fing ich an, meine Eltern mehr und mehr zu hassen. Ich machte ihnen Vorwürfe, dass sie mich ins Heim gesteckt hatten und dass sie mir doch nicht das ersehnte Leben gaben.

Nun suchte ich Freunde, die mir auf die Frage nach dem Sinn des Lebens eine Antwort geben konnten. Immer wieder bekam ich die gleiche Antwort zu hören: Suche das Vergnügen! Such dir eine Frau, bau dir ein Haus, verdiene dein Geld, und dann wirst du Vergnügen haben. Als ich dann aber die Leute beobachtete, erkannte ich, dass auch die nicht zufrieden waren. Und da versuchte ich selbst, mein Le­ben zu leben.

Ich haute oft von zu Hause ab, und immer wieder brachte mich die Polizei zurück. Ich versuchte, mei­ne Probleme im Alkohol zu ertränken. Aber all das half nichts. Das ging dann so weit, dass ich die ganze Gesell­schaft hasste, wie ich meine Eltern hasste. Schließlich ver­suchte ich, meine eigene Halbschwester umzubringen. Da­für kam ich dann anderthalb Jahre ins Irrenhaus.

In dieser Zeit haben mich Psychologen und Psychiater untersucht und mir immer wieder die Frage gestellt, war­um ich das getan hätte. Ich gab ihnen ständig zur Antwort: Ich sähe einfach keinen Sinn in diesem Leben; mir sei so viel Schlechtes angetan worden, jetzt sei auch ich bereit, anderen Schlechtes anzutun. Sie gaben mir Pillen, die mir helfen sollten. Aber sie hal­fen nicht. Ich wusste genau, dass ich das Böse wollte, dass ich nur zerstören wollte. Dagegen half mir keine Pille.

Nach dieser Zeit in der Psychiatrischen Klinik kam ich ins Gefängnis. Ich wurde wegen versuchten Mordes zu zweieinhalb Jahren verurteilt. Im Gefängnis dachte ich auch wieder: Ja, jetzt ist dein Leben vorbei. Du sitzt hier ohne Hoffnung, hast keine Eltern, keine Schwester mehr und keinen, der dich überhaupt haben will. Am besten ist es, du nimmst nach deiner Entlassung so viel Rauschgift, dass du endlich kaputt bist. Und so fing ich schon im Ge­fängnis an, Drogen zu nehmen. Im ersten Moment war es immer ein sehr gutes Gefühl, aber danach hatte ich un­heimlich viel Angst und stellte fest: Das hilft dir auch nicht weiter.

Nachdem ich neun Monate gesessen hatte, kamen Menschen, die so taten, als wollten sie mir helfen. Ich dachte: Na ja, die wollen das mal versuchen, wollen gute Vorsätze wecken, und später wird die Sache dann doch zu Ende sein.

Aber diese Leute sagten, sie seien Christen. Jesus Chri­stus habe ihnen Leben gegeben, und ich brauchte auch die­sen Jesus Christus. Das war mir ganz neu. So etwas hatte ich noch nie ge­hört. Ich dachte: Das kann doch nicht möglich sein! Jesus gibt es nicht, sonst hätte er mir schon längst geholfen. Dann kamen diese Leute wieder und wieder, und als es für mich neun Monate später so weit war, gaben sie mir ein Zimmer mit Familienanschluss und auch eine Arbeit.

Nach meiner Entlassung begann ich tatsächlich mit einer Aus­bildung als Großhandelskaufmann. In dieser Zeit versuch­te ich wieder, meine Weltanschauung durchzusetzen: Es war die totale Sinnlosigkeit. Dabei machte ich meinem Chef so viele Schwierigkeiten wie nur möglich. Ich arbeite­te sehr langsam oder fast gar nicht. Der gute Mann verlor die Geduld mit mir, und am Ende hassten wir uns nur noch.

Ich ging notgedrungen in »unsere« Gemeinde, wo im­mer wieder von Jesus gesprochen wurde. Ich beobachtete die Leute und die Familie, in der ich lebte, und staunte einfach über ihre Geduld. Drei Monate lang hatte ich kaum ein Wort mit ihnen gesprochen und nur »ja« oder »nein« geantwortet, das war alles. Aber diese Leute haben mich nicht rausgeschmissen; sie haben mir nicht alles vor die Füße geworfen, sondern sie sagten: Jesus liebt dich!

So habe ich dann auch versucht, diesen Jesus kennen zu lernen. Das hatte ich vorher noch nie getan. Ich hatte auch noch nie in der Bibel gelesen. Aber ich wusste, dass ich dies einmal tun musste. So begann ich, Jesus zu suchen, und nahm ihn schließlich an, indem ich zu ihm betete. Und dann nahm er mich an. Er wurde mein persönlicher Herr und Heiland. Ich bekannte ihm meine Sünden und sagte ihm alles, was mich bedrückte.

Was ich mir nie vorstellen konnte, geschah: Jesus erneu­erte mein Leben! Eines Tages auf dem Weg zur Arbeit merkte ich, dass in mir eine Veränderung vorgegangen war. Ich erlebte einen Frieden in meinem Herzen, wie ich das vorher nicht gekannt hatte. Die bösen Gedanken waren auf einmal verschwunden. Ich begann nun, wirklich zu ar­beiten. Ich öffnete mich mehr und mehr den Menschen, was ich vorher nicht getan und wohl auch nicht gekonnt hatte. Ich schloss mit meinen Eltern wieder Frieden und auch mit meiner Schwester, sie auch mit mir, soweit ih­nen das möglich war.

Mit vielen un­bewältigten Problemen ging ich immer wieder zu Jesus, und er half, sie zu lösen. Vermutlich sah er meine Armut und Hilflosigkeit und dass ich ganz offensichtlich Hilfe brauchte. Nach drei Jahren schloss ich mit Erfolg meine Ausbildung ab. Nach kurzer Zeit lernte ich ein Mädchen kennen, das ich später heiratete.

Mit meiner Frau und unserer Tochter le­be ich nun im südlichen Teil Österreichs. Uns ist es wichtig von Jesus Christus zu erzählen, und von dem was er in unserem Leben getan hat. Dass wir für Gott in dieser Welt wirken können - für Gott, der trauriges, hilfloses Leben verändern will - das gibt unserem Leben einen Sinn und eine große Freude

Soweit das Lebenszeugnis von Uwe. Gibt es hoffnungslose Fälle bei Gott? Nein! Nie! Gott kann!