„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Samstag, 12. Juni 2010

Dein Einsatz für verfolgte Christen am kommenden Dienstag

Als „exotisch“, „skurril“ oder auch als „mysteriös“ wird der WM-Teilnehmer Nordkorea in den Medien beschrieben. Schockierend ist die Tatsache, wie unkommentiert die Teilnahme dieses Landes in den Medien hingenommen wird. Es hat schon Staaten gegeben, die aufgrund ihres totalitären und  menschenverachtenden Regimes nicht an einer WM teilnehmen durften, z.B. das diesjährige Gastgeberland, Südafrika. Wenn die Weltöffentlichkeit die Teilnahme eines Staates wie Nordkorea unkommentiert hin nimmt, spricht sie ihm so mit – gewollt oder ungewollt – ihre Berechtigung aus. Das hat nichts mit Fußball zu tun, aber mit eklatanten Menschenrechtsverletzungen. Es geht nicht darum, ob Nordkorea Fußball spielen soll oder nicht – sondern darum, wie sehr Menschen in diesem Land leiden. Aus diesem Grund haben ein paar Christen einen Infostand bei der Stadt Siegen für den Zeitpunkt des ersten Nordkorea-Spiels beantragt und mit Wohlwollen genehmigt bekommen.
 

Am Dienstag, 15. Juni, haben wir von 16:00 - 20:30 Uhr einen Stand in der Kölner Straße in Siegen, Höhe Berliner Bär. Wir möchten  auf die Situation in Nordkorea aufmerksam machen. Dazu haben wir Info-Material von Open Doors und einen eigenen kleinen Flyer. (angepasst aus einer mail von D.E. aus der CCS)

Komm raus! Mach mit! Auch wenn Du nicht weißt, was Du sagen sollst. Stell dich einfach beim Infotisch dazu. Wenn nicht die ganze Zeit, dann einen Teil der Zeit. Steh auf für Deine Geschwister in Nordkorea. Vielleicht wünschen wir uns auch irgendwann, dass jemand für uns aufsteht.

Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, 
die mißhandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.
(Hebräer 13:3)

Freitag, 11. Juni 2010

Ein Experiment - mach mit!

Stell dir vor, Du bist alleine in einem Raum. Schließ für einen Moment die Augen - HALT! Noch nicht! Erst wenn Du fertig gelesen hast. Stell Dir außerdem vor, Du bist taub, blind und stumm (Das gibt's!. Beispiel: Helen Keller).

Was für eine Hoffnung hast Du? Die Hoffnung, dass jemand kommt und sich mit Dir unterhält? Wie wolltest Du verstehen? Das jemand kommt und Dir das Licht erklärt? Wie solltest Du es je erkennen? Das jemand kommt und Dich kennen lernen möchte? Wie solltest Du von Dir erzählen? - Es sei denn, die Ursachen deiner Behinderungen werden erkannt und sind behandelbar, gibt es kaum eine Möglichkeit der Veränderung. Bis vor einigen Jahrzehnten war das fast immer der Fall. Keine Hoffnung auf eine Lösung. So ist es bei vielen physischen Gebrechen.

Die Bibel sagt uns, dass der Mensch ohne Gott blind und taub ist, und dass seine Sünde eine Kommunikation mit Gott nicht zulässt.

  • "Der Satan, der Gott dieser Welt, hat die Gedanken der Ungläubigen so verblendet, dass sie das herrliche Licht der Botschaft nicht wahrnehmen können." (2 Korinther 4:4)
  • "Wer Gott zum Vater hat, der hört, was Gott sagt. Ihr aber habt Gott nicht zum Vater, und deshalb hört ihr auch seine Worte nicht." (Johannes 8:47)
  • "Nein, eure Sünden sind eine Schranke, die euch von Gott trennt. Wegen eurer Sünden verbirgt er sein Antlitz vor euch und will euch nicht mehr hören." (Jesaja 59:2)

Das erscheint ziemlich hoffnungslos. Sie können nicht sehen - meinen aber zu sehen. Ja, Menschen ohne Verbindung zu Gott halten sich für recht weit- und umsichtig. Sie können nicht hören - meinen aber, das Leben richtig verstanden zu haben. Aber unter den vielen Stimmen ist Gottes Stimme nicht dabei. Und die Kommunikation mit ihm scheitert an der Mauer der Sünde.

Das Gemisch geistlich taub-stumm und blind zu sein ist wesentlich gefährlicher als das physische Gegenstück. Gefährlicher, weil man es meistens nicht bemerkt und weil es - unbehandelt - in alle Ewigkeit fortgesetzt wird. Aber: für geistliche Taub- Blind- und Stummheit gibt es eine Lösung - anders als es die Regel im physischen Bereich ist. Jesus sagt:

"Ich bin das Licht der Welt! Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Johannes 8:12)
Kommt erst einmal Licht in das Leben eines Menschen, kann er beginnen sich umzuschauen und zu erkennen. Dann möchte Jesus auch das Ohr öffnen, die Stimme Gottes zu hören und ein neues Lied in den Mund legen, zum Lob Gottes.

"Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
" (Jesaja 50:4-5)

Dem Beispiel Jesu folgend, wollen wir nicht aufhören, die Blinden auf das Licht hinzuweisen und den Tauben das Evangelium zu predigen. Denn geistliche Blindheit und Taubheit können geheilt werden, wenn Menschen erst einmal ein wenig Licht hineinlassen und ein wenig zuhören. Damit sind die ersten Schritte getan. Gott hat es bei uns, seinen Kindern, ja auch bewirkt.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Die Frage des weinenden Propheten …

Der "weinende Prophet" wird Jeremia auch genannt. Immer wieder hatte er ernste Botschaften Gottes an ein Volk, das nicht hören wollte. In Kapitel 2 lässt Gott das abtrünnige Volk fragen:

"Was haben eure Väter denn Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und dem Nichtigen nachgegangen und zunichte geworden sind? Und sie haben nicht gefragt: Wo ist der Herr, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt und uns durch die Wüste geleitet hat, durch ein wildes und zerklüftetes Land, durch ein dürres und totes Land, durch ein Land, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt?" (Jeremia 2:5-6)

Hatte Israel etwa Unrecht an Gott gefunden? Hatte Gott sie belogen, hinters Licht geführt? War er der Erfüllung Seiner Prophezeiungen nicht nachgekommen? Hatte Er den Gnadenhahn zugedreht oder sie ungerecht behandelt? Irgendwas musste doch schief gelaufen sein, denn jetzt liefen sie Nichtigem nach (5), waren zunichte geworden (5) und fragten nicht mehr nach Gott (6). Was hatte Gott ihnen denn getan, dass sie diesen Weg eingeschlagen hatten?

Offensichtlich haben sie kein Unrecht an Ihm gefunden, denn ihre Antwort bleibt aus. Und Du? Und ich? Lasst uns mal versuchen, etwas zu finden, wofür wir Gott anklagen könnten. (Verschwende aber nicht zuviel Zeit damit!)

Wenn weder Israel, noch Du, noch ich Gott wegen irgendeinem Unrecht auf die Anklagebank bringen können, warum? - WARUM? … entfernen wir uns dann immer wieder von Ihm und laufen Nichtigem nach? Hat Gott uns belogen, hinters Licht geführt? Kommt er der Erfüllung Seiner Prophezeiungen nicht nach? Hat Er den Gnadenhahn zugedreht oder uns ungerecht behandelt? Warum laufe ich Nichtigem nach, fülle mein Leben mit dem, was wertlos, sinnlos und freudlos ist?

Vielleicht ist die Antwort in Jeremia 2:6 zu finden. Da heißt es:

"Und sie haben nicht gefragt: Wo ist der Herr…?"

Man wirft Gott vielleicht gar kein Unrecht vor. Man ignoriert Ihn einfach eine Weile, dann wird Er vernachlässigt, dann vergessen.  Bereits in 5 Mose gibt es Hinweise auf diese Gefahr:

"Als aber Jeshurun (Israel) fett ward, wurde er übermütig. Er ist fett und dick und feist geworden und hat den Gott verworfen, der ihn gemacht hat. Er hat den Fels seines Heils gering geachtet" (5 Mose 32:15) "Niemand ist gleich dem Gott Jeschuruns, der zu deiner Hilfe am Himmel einherfährt und auf den Wolken in seiner Majestät." (5 Mose 33:26)

Gottes Volk hat einen unvergleichlichen Gott, dem niemand in der sichtbaren und unsichtbaren Welt das Wasser reichen kann, der Seinem Volk hilft, es nährt, pflegt und hütet. Das ist kein Unrecht, für dass man Gott anklagen könnte. Aber Gottes Hirtenarbeit führt immer wieder dazu, dass Seine Schafe "dick und fett" werden, sich was auf sich selbst einbilden, ihren Hirten gering achten und schließlich verwerfen. Nicht Unrecht Gottes, sondern Desinteresse an Gott, weil es Seinem Volk plötzlich durch die Hand des Hirten so gut geht. Desinteresse führt Gottes Volk ins Unglück.

Nicht zu vergessen, dass ER es war und ist, der uns (alles nach Jeremia 2:6): aus der Sklaverei der Sünde befreit hat, der uns in den Wüsten des Lebens versorgt(e), der uns in wilden und zerklüfteten Abschnitten unseres Lebensweges begleitet(e), der uns in toten und dürren Zeiten mit lebendigem Wasser belebt(e)  - all das nicht zu vergessen, sondern Ihm in Demut dafür zu danken heute, morgen und in der Zeit danach - das wird unsere Augen auf Jesus fesseln, in unseren Herzen die Dankbarkeit bewahren und uns nahe beim Hirten halten.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Gib nicht auf!

Vorgestern war in der Tageszeitung zu lesen, dass Claudia Pechstein weiterkämpft. Seit der ersten Jahreshälfte 2009 kämpft sie um ihre Rehabilitation von Dopingvorwürfen als Eisschnellläuferin. Eine Verhandlung jagt die andere, eine Instanz die nächste. Beim letzten Urteil dachte man, der Schlussstrich sei gezogen, aber mittlerweile tun sich sogar wieder mehrere Möglichkeiten des Weiterkämpfens auf. Das Wort "Resignation" oder "Aufgeben" scheint in Claudia Pechsteins Vokabular nicht zu existieren. Irgendwo beneidenswert.

Wofür kämpft diese junge Frau so unermüdlich? Sie würde uns sichere mehrere Gründe nennen, zum Beispiel, um ihren guten Ruf, um Rehabilitation, um die Erlaubnis, wieder an Wettkämpfen teil zu nehmen und für Gerechtigkeit. Alles noble Ziele, für die sich der Einsatz lohnt.

Ich werde erinnert an Elia, der nach einem gewaltigen geistlichen Kampf (den er erfolgreich gewann) in eine tiefe Depression fällt und aufgeben möchte. Müde betet er zum Herrn:

"Es ist genug! So nimm nun, Herr, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter!" (1 Könige 19:4)

Dem Propheten Jona geht es ganz ähnlich. Auch er betet nach einem großen Sieg:
 
"So nimm nun, Herr, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben." (Jona 4:3)
Immer wieder hat es Menschen gegeben, die in Verzweiflung aufgegeben haben. Und bei vielen Schicksalen fällt es nicht schwer, mitzufühlen. Aufgegeben, weil die Krankheit als unheilbar gilt. Aufgeben wegen Überforderung. Aufgegeben, weil alle mich verlassen haben. Aufgegeben, weil die Enttäuschung unerträglich ist. Aufgegeben, weil das Erlebnis zu traumatisch war. Aufgegeben, weil man einfach kein Licht im langen Tunnel sieht.

Allein die Tatsache steht: Aufgeben ist keine Lösung. Auch auf die Gefahr hin, dass viele die Geschichte kennen, möchte ich sie trotzdem noch einmal erzählen - die Geschichte der zwei Frösche, die auf einem Bauernhof vor lauter Neugierde der Versuchung nicht widerstehen können, in einen Eimer zu springen. Leider stellte sich heraus, dass das keine so gute Idee war, denn der Eimer war halb gefüllt mit Milch. Da schwammen die Frösche nun in Milch, konnten aber nicht mehr aus dem Eimer springen, da die Wände zu hoch und zu glatt waren. Der Tod schien vorprogrammiert. Der eine der beiden Frösche war verzweifelt. "Wir müssen sterben", jammerte er "hier kommen wir nie wieder heraus." Und er hörte auf zu Schwimmen, da alles ja doch keinen Sinn mehr hatte. Der Frosch ertrank in der Milch. Der andere Frosch aber sagte sich: "Ich gebe zu, die Sache sieht nicht gut aus. Aber aufgeben werde ich deshalb noch lange nicht. Ich bin ein guter Schwimmer! Ich schwimme, so lange ich kann."
Und so stieß der Frosch kräftig mit seinen Hinterbeinen und schwamm im Eimer herum. Immer weiter. Er schwamm und schwamm und schwamm. Und wenn er müde wurde, munterte er sich selbst immer wieder auf. Tapfer schwamm er immer weiter. Und irgendwann spürte er unter seinen Füßen eine feste Masse. Ja tatsächlich - da war keine Milch mehr unter ihm, sondern eine feste Masse. Durch das Treten hatte der die Milch zu Butter geschlagen! Nun konnte er aus dem Eimer in die Freiheit springen.

Auch als Christen sind wir manchmal versucht, alles hinzuwerfen und aufzugeben. Vielleicht nicht den Glauben selbst, aber die Hingabe, den Dienst, den Einsatz im Gebet, unser Zeugnis, die Gemeinschaft, den Kampf gegen die Sünde. Als der erste Frosch aufgab, war alles verloren. Der zweite machte weiter - ohne zu wissen, was geschehen würde - und gewann!

Christen machen nicht weiter ohne zu wissen, was geschehen wird. Der Herr selbst verspricht uns:

"Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." (1 Korinther 15:58)
Das säkulare Gegenstück zu diesem Bibelvers wäre: "Wer aufgibt, gewinnt nie!  Wer gewinnt, gibt nie auf!"

Gib nicht auf! Als Jesusjünger hast Du jemanden, Jesus Christus, der Dir immer wieder Kraft und Mut geben möchte, weiterzumachen. Reich Ihm die Hand! Sein Weg führt immer zum Sieg!

Dienstag, 8. Juni 2010

Kein Probelauf!

Nachdem ich morgens auf dem Weg ins Büro meine Frau an ihrem Arbeitsplatz abgesetzt habe, drücke ich oft das Autoradio an. Kurz vor 6:00 Uhr läuft die 4 Minuten Andacht auf WDR2.  Um ehrlich zu sein, für freikirchliche Ohren gewöhnungsbedürftig. Trotzdem drängt es mich immer wieder zum Zuhören. Letzte Woche erhielt ich eine Inspiration, als es um unser Leben und Probeläufe ging. Letztere gibt's nämlich gerade NICHT für unserem Leben.

Eigentlich wird jedes Produkt, das Qualität aufweisen soll, auf Herz und Nieren geprüft. Wenn es um eine neue Brotsorte geht, fängt der Bäcker sicher nicht sofort mit einer Massenproduktion an. Er testet erst einmal die Akzeptanz des neuen Produktes unter den Kunden. Wenn es eine Erneuerung in der Welt der Computer gibt, werden erst einmal einige Prototypen ausprobiert um alle Funktionen zu optimieren. Wenn die Formel 1 neue Motoren oder Reifen einsetzen möchte, gibt es mit Sicherheit genügend Testläufe, um sicher zu gehen, dass die Erneuerungen auch wirklich Fortschritte - und keine Rückschläge bringen.

So könnte man weiter aufzählen. Kein Gebiet, in dem man Qualität bewahren oder verbessern möchte, kommt ohne Probelauf aus. Das muss so sein. Nur, für den Bereich, der für uns Menschen am allerwichtigsten ist, gibt es keinen Probelauf: für unser Leben. Die Bibel sagt:

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."  (Psalm 90:12)

Auch Psalm 39:5 belehrt uns in diese Richtung:

"Lass mich mein Ende wissen, o Herr, und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin!"

Das könnte einem Angst machen. Jede Begegnung am heutigen Tag ist buchstäblich einzigartig - kein Probelauf. So wie sie abläuft, so wird sie gespeichert. Jede Entscheidung meines Lebens ist einmalig. Kein Testlauf möglich. Berufswahl, Wahl des Wohnorts,  Partnerwahl, keine Versuchsläufe vorgesehen. So wie es abläuft, so wird es sein. Keine Rückspulfunktion. Kein zweiter Versuch, der den ersten wie ungeschehen macht.

Aber … ABER … ABER:

Auch wenn kein Probelauf, kein Rückspulen und kein Löschen vorgesehen ist, es gibt da eine Funktion, die Gott uns anbietet: Vergebung und Neuanfang! Immer wieder lesen wir in der Bibel Verse wie die folgenden:

  • Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!  (Offenbarung 21:5)
  • Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues, jetzt sprosst es hervor; solltet ihr es nicht wissen? Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde. (Jesaja 43:18+19)
  • Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! (2. Korinther 5:17)
Keinen Probelauf und auch keine Rückspulfunktion. Aber einen Neuanfang! Das bietet Gott uns an. Einen Abschluss des Vergangenen, Vergebung aller Schuld und einen Neubeginn! Nicht nur das! Einen Neubeginn, bei dem ER die treibende Kraft sein möchte, die alles zu einem guten und gelungenen Ende bringt.

Dein und mein Leben - heute, morgen und in Zukunft - ist kein Probelauf. Es ist das Original! Lassen wir Jesus die treibende Kraft in unserem Leben sein.

Montag, 7. Juni 2010

Wenn man doch noch mal jung wäre …

Gelegentlich hört man diesen Satz, gelegentlich sagt man ihn selbst - jedenfalls fängt man in meinem Alter damit an. Fast wäre er mir wieder über die Lippen gekommen, als ich die Zeitschrift UNIDOS von CEC las, einer südamerikanischen, missionarischen Jüngerschaftsbewegung. (www.cecweb.de)

CEC feierte in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen. Über 2200 Teilnehmer kamen aus Südamerika, Gesamtteilnehmerzahl: 2500. Besucher kamen aus über 20 verschiedenen Ländern, die meisten aus der nicht-westlichen Welt.

Was mich besonders bewegt hat sind Zeugnisse junger Teilnehmer wie diese:
  • A.O. aus Paraguay lebt in Spanien und … verzichtete auf ihren Urlaub im August
  • 144 Stunden … investierten M. und G. Sie reisten von Peru 6 Tage mit dem Auto, überquerten dabei die Anden in Chile …
  • C. aus Argentinien kündigte ihre Arbeitsstelle um … dabei sein zu können. Sie bekam sonst keinen Urlaub.
  • S.V. aus Chile kam mit nur noch 0,55 Cent. Um seine Busrückfahrt nach Hause kaufen zu können, suchte er auf der Straße Arbeit.
  • J.P. aus Bolivien verkaufte ihre CDs, Bücher, Schuhe und Kleidung, bis sie kaum noch was zum Anziehen hatte. Sie verkaufte nicht nur Kaffee, sondern alles was sie hatte: Dabei kamen 628 Euro zusammen.
Extrem? Eifrig? Verrückt? Unverantwortlich? Begeistert? Hingegeben?  Wenn ich über das Handeln dieser jungen Leute nachdenke, die zum großen Teil nicht aus unseren - vergleichsweise immer noch reichen -  sicherheitsorientierten, Ländern kommen, dann kommt mir die Vermutung, dass wir hier bei uns etwas verloren haben.

Aber nicht nur jungen Menschen gilt Jesu Aussage:

"Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir" (Matthäus 16:24)

Nicht nur den Menschen aus der Zweiten und Dritten Welt gilt Jesu Wort:

"So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat." (Lukas 14:33)

Nun, "Wenn man doch noch mal jung wäre!" - dann hätte man (vielleicht) mehr Glauben, weniger Wurzeln, weniger Besitz, mehr Abenteuerlust, weniger zu verlieren ...

Ich frage mich, was das Durchschnittsalter der Zuhörer war, die diese Worte direkt aus Jesu Mund hörten. Mit Sicherheit waren es Kinder, Jugendliche, Menschen mittleren Alters und ganz alte. Frauen, Männer, Verheiratete, Ledige, Berufstätige und Arbeitssuchende. Ein repräsentatives Gemisch.

Was uns (vor allem uns, aus der "Ersten Welt") heute schwer fällt, ist die Bereitschaft, uns selbst zu verleugnen, das Kreuz auf uns zu nehmen, und zu entsagen. Das hat nichts mit unserem Alter zu tun, sondern mit unserem Herzen. Nichts mit Umständen, sondern mit Glauben. Nichts mit Überlegungen, sondern mit Liebe. Ich möchte den Ausspruch: "Wenn man doch noch mal jung wäre" in diesem Zusammenhang eher nicht gebrauchen. Viel lieber möchte ich die Zeugnisse der Konferenzteilnehmer und die Worte Jesu als positive Herausforderung ansehen und mich einreihen in die Gruppe derer, die bereit sind, zu folgen. Nicht auf das Alter kommt es an, sondern auf das Herz!

Freitag, 4. Juni 2010

Ich hoffe ja nur …

Wie oft hören wir diese oder ähnliche Worte in allen möglichen Situationen. Der Abiturient "hofft ja nur," dass die Klausur diesmal besser ausgefallen ist. Der Arbeiter in der Fabrik "hofft ja nur," dass in seinem Betrieb keine Arbeitsstellen gestrichen werden. Der Rentner "hofft ja nur," dass es dieses Jahr nicht wieder eine Nullrunde geben wird.

Das ist so eine Sache mit der Hoffnung. Manch ein Mensch befindet sich "zwischen Hoffen und Bangen."  Ein anderer hofft gegen alle Logik. Aufgeben möchte man nicht so schnell, denn bekanntlich "stirbt ja die Hoffnung zuletzt." Hat man dann doch das Handtuch geworfen, geht's oft in allen Bereichen des Lebens bergab.

Von Hoffnung redet man im Allgemeinen, wenn man sich nicht ganz sicher ist, oder wenn man sich gar nicht sicher ist - und trotzdem nicht aufgeben möchte. Hoffnung brauchen wir Menschen zum Leben, zum Weitermachen.

Die Geschichte wird von einem Bibelübersetzer erzählt, der schon jahrelang unter den Papuas in Neu-Guinea gearbeitet hatte. Bei der Übersetzung des Wortes Gottes konnte er einfach nicht das passende Wort für "Hoffnung" finden. Es schien dieses Wort in der Stammessprache nicht zu geben. Lange suchte er nach einem Begriff, bis ihm ein trauriger Anlass zu Hilfe kam. Eines Tages starb sein neugeborenes Baby, das er zu Grabe tragen musste. Ein Papua Junge, der ihn dabei aufmerksam beobachtete, meinte zu dem Missionar: "Ich sehe dich gar nicht weinen," worauf er die Antwort erhielt: "Warum sollte ich denn weinen? Unser Sohn ist bei Gott im Himmel. Wir werden ihn wieder sehen." "Ja," murmelte der Junge gedankenvoll, "davon habe ich gehört."Ihr Christen seht über den Horizont hinaus."  Das war die Antwort! "Über den Horizont hinaussehen!" das war der Begriff, mit dem das Wort Hoffnung übersetzt werden musste.

Dieser Begriff: "über den Horizont hinaussehen" drückt aus, was hinter der christlichen Hoffnung steckt. Es ist mehr als ein Strohhalm, an den man sich klammert, um nicht unter zu gehen. Christliche Hoffnung ist die von Gott gegebene Fähigkeit, über die Jetztzeit hinweg zu sehen, nicht nur bis zum Horizont, sondern darüber hinaus. Die Frage stellt sich natürlich: Wie soll das gehen? Wie ist so etwas möglich? Die Antwort liegt in den begründeten Verheißungen und Zusagen Gottes. 1 Petrus 1:3 nennt uns den Grund unserer Hoffnung:

Jetzt haben wir eine lebendige Hoffnung, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.

Römer 5:5 und Hebräer 6:19 bestätigen uns, dass unsere Hoffnung nicht ein vages Wünschen ist, sondern eine feste Zuversicht und Halt im Leben

Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. (LÜ)Diese Zuversicht ist wie ein starker und vertrauenswürdiger Anker für unsere Seele. Sie reicht hinter den Vorhang des Himmels bis in das Innerste des Heiligtums Gottes. (NL)

Unsere Glaubenszuversicht hat also nichts mit einer vagen Hoffnung zu tun, die oft nicht mehr ist als bloßes Wunschdenken. Unsere Hoffnung blickt "über den Horizont hinaus," hin zu Jesus, der auf uns wartet, der uns jeden Schmerz auf Erden vergessen lassen wird und der bereits jetzt in uns lebt durch die Gegenwart seines Geistes. Das gibt uns Halt und festes Vertrauen, auch bereits hier auf Erden.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Erfolgreiche und unerfolgreiche Suchen

Vor einigen Wochen wurde wieder mal eine Sendung ausgestrahlt, in der es um die Suche nach dem Ende des Universums ging. Ich meine, mich zu erinnern, dass man „ziemlich nah dran“ war. Wenn man allerdings verschiedenen Artikel der vergangenen Jahre Glauben schenkt, (Focus, Die Welt, Spiegel, etc) expandiert das All immer schneller und wird niemals enden. Auch die ewige Existenz von Zeit und Raum ist damit sichergestellt. Trotzdem sucht und forscht man weiter.

Wir Menschen sind immer auf der Suche. Im kosmischen Bereich (Ende des Universums), im medizinischen Bereich (Krankheitsursachen und Behandlungsmethoden), im philosophischen Bereich (Sinnfragen, Ursprungsfragen), im Unterhaltungsbereich (DSDS, Grand Prix) – und selbst im sportlichen Bereich sucht unser Fußball Bundestrainer zur Zeit noch die besten Leute für die bald beginnende WM. Wir Menschen sind auf der Suche! Allein die Garantie zu Finden ist uns in der Regel nicht gegeben. Das Ende des Universums bleibt durch die ständige und rasante Expansion illusionär. Die Philosophie wird nie zu allgemeingültigen Antworten finden und ob Jogi Löw wirklich die Besten der Besten für die Nationalmannschaft findet, wird sich zeigen. Einstimmigkeit wird es in dieser Frage auch nicht geben.

Vieles, das wir Menschen suchen, werden wir nie finden. Vieles brauchen wir auch nicht zu finden. Die Suche stillt lediglich unsere Abenteuerlust oder dient dazu, unseren Wissensdurst zu löschen. Dagegen gibt es anderes, das wir wirklich brauchen, nach dem viele aber gar nicht von Herzen suchen. Dazu gehören Vergebung, Frieden, echtes Glück, Freude, Gewissheit etc.) Zu oft gibt man sich mit oberflächlichen, zeitlich begrenzten Scheinantworten zufrieden.

Die Bibel spricht von einer Suche, an deren Ende garantiert der richtige Fund steht. Gott sagt:

„Sucht mich, so werdet ihr leben!“ (Amos 5:4)

Nicht nur Amos wusste davon, auch der Prophet Jeremia spricht diese Wahrheit aus:

„Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich euch.“ (Jeremia 29:13+14a)

Gott zu suchen, Jesus zu suchen hat die Verheißung des Erfolgs. Sicher, Halbherzigkeit disqualifiziert! Und viele „verstehen Gott nicht mehr“, der doch „versprochen hat, sich finden zu lassen.“ Richtig, Gott hat es versprochen; aber die Verheißung gilt denen, die Ihn von ganzem Herzen suchen.

Ich stelle mir eine Familie vor, die am sonnigen Ostermorgen im Vorgarten nach den versteckten Ostereiern sucht. Zwei Teenagern ist die Suche peinlich. Was werden die Nachbarn denken, oder die Freunde? Kinderzeugs. Halbherzig, mit den Händen in den Hosentaschen, schlendern sie durch den Garten und geben den blassen Anschein, sich an der Suche zu beteiligen. Ganz anders die beiden 6 und 7 Jährigen. Voll Eifer und mit ganzer Energie suchen sie jeden Zentimeter des Gartens ab, bis jedes bunte Ei im Körbchen liegt. Wer sie gefunden hat, ist offensichtlich.

Unser Herr hat uns versprochen:

„Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich euch.“ (Jeremia 29:13+14a)