Politik finden wir
überall in der Bibel. Bibelverse oder biblische Begriffe werden von allen
möglichen Politikern und Bewegungen zitiert, oft natürlich ohne den
Zusammenhang zu beachten. Dann greift man einen Vers auf, spannt ihn vor das
politische Wägelchen und zieht los, laut tompetend und zitierend. Dass der Vers
etwas ganz anderes meint, spielt dabei keine Rolle. Beispiel gefällig?
In den 1980er
Jahren kaperte die Friedensbewegung die Aussage „
Schwerter zu Pflugscharen“, machte die Aussage populär und
demonstrierte damit gegen Krieg und für Abrüstung. Bis heute wird diese Formulierung
als Symbol für Frieden benutzt. Der Prophet Micha beschrieb damit allerdings
weder seine eigene (alttestamentliche) Zeit, noch prophezeite er über unsere
(heutige) Zeit. Er sagte die Umwandlung von Schwertern zu Pflugscharen voraus
für eine immer noch zukünftige Zeit, wenn Jesus, der Messias, die Herrschaft
übernehmen wird.
Auch die Frage nach
dem Wohl einer Nation wird divers beantwortet. Demokratien, Diktaturen,
Monarchien ... sie alle haben ihre eigenen Vorstellungen, davon, wie man ein
Volk am besten regiert und eine zufriedene Nation aufbaut. Zu ihren
Vorstellungen gehören unterschiedliche Philosophien:
Die einen meinen, dass ein Volk unmündig ist und mit eiserner Hand regiert werden muss.
Andere verstehen sich als Repräsentanten des Volkes, zu dessen Wohl sie regieren sollten.
Wieder andere Regenten geben Freiheit, solange sie immer noch davon profitieren.
Und so gibt es
Länder mit unterschiedlichem Lebensstandard des Volkes, oft stark bedingt durch
ihre Regenten und ihr eigenes Verhalten.
Die Bibel äußert
sich mit erstaunlicher Klarheit, wie das Wohl eines Volkes erreicht werden
kann. In Sprüche 14:34 heißt es:
Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute
Verderben.
Interessant ist,
dass die Forderung nach Gerechtigkeit sich nicht speziell an die Regierenden richtet
und auch nicht speziell an die, die regiert werden. Die Forderung nach
Gerechtigkeit richtet sich an beide: Volk und Leiter des Volkes. Der Fingerzeig
auf den jeweils anderen bei Schuldzuweisung ist demnach völlig fehl am Platz.
Es bedarf keines
Politikwissenschaftlers, um festzustellen, dass sowohl im Volk, wie auch auf
Regierungsebene das biblische Verständnis von Gerechtigkeit immer mehr abnimmt –
und das weltweit. Die Terrorstaaten der Welt machen, was sie wollen und die
Staaten, die sich demokratisch nennen, werden in unserer Zeit immer wieder auf
harte Proben und vor harte Herausforderungen gestellt. Nicht selten gebiert
dabei Böses das Böse.Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute
Verderben.
Kein Wunder, dass
es mit den Völkern der Welt – so scheint es – nicht bergauf, sondern eher
bergab geht.
Und wir? Wir Christen?
Wie verhalten wir uns? Drei Vorschläge aus Gottes Wort, über die nachdenken
sollten:
1.
Wir
streben nach Gerechtigkeit, ohne uns in den Streitigkeiten der Politik zu
verlieren. Unser #1 Bürgerrecht ist im Himmel, nicht auf der Erde. Daher gilt unsere
erste Loyalität dem „Herrscher des Himmels“. Alles, was von Ihm und unseren Verpflichtungen Ihm gegenüber ablenkt, müssen wir ablegen; auch übermäßige
Ereiferung im Land unserer Fremdlingschaft.
2.
Wir beten
und suchen dadurch der Stadt Bestes. Das sollte Israel damals tun, als sie in
der Fremde waren und das sollen wir heute tun, wenn wir aufgefordert werden, für
die Regierenden zu beten.
3.
Wir lassen
unser Licht leuchten und verstehen uns als Salz der Erde, das berufen ist, der
Welt die himmlische Würze zu bringen, die sie so dringend nötig hat.
Damit haben wir
alle Hände voll zu tun, sind im Willen Gottes und arbeiten in unserem Einflussbereich
mit daran, Gottes Gerechtigkeit zu verkünden und Sein Reich zu bauen.
Gerechtigkeit erhöht
ein Volk;
aber die Sünde ist
der Leute Verderben.
(Sprüche 14:34)