„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 24. Juli 2024

Eine der schwierigsten Aufforderungen …

"Man muss seinen Feinden vergeben,
aber nicht, bevor sie gehängt wurden.“

(Siegmund Freud)

Ertragt einander und vergebt einander,
wenn einer gegen den anderen zu klagen hat;
gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr.

(Paulus in Kolosser 3:13)

„Kultiviere Nachsicht,
bis dein Herz eine gute Ernte davon hervorbringt.
Bete für eine kurze Erinnerung an alle Unfreundlichkeit.“

(Charles H. Spurgeon)

Wenn ihr aber nicht vergebt,
so wird auch euer Vater im Himmel
eure Verfehlungen nicht vergeben.

(Jesus in Markus 11:26)

Einige der herausforderndsten Worte Jesu an uns sind sicher die, unseren Feinden, Neidern, Gegnern und dergleichen zu vergeben. Nicht nur einmal, sondern wiederholt hat Jesus uns dazu aufgefordert und deutlich gemacht, dass einander zu vergeben kein Wahl- sondern ein Pflichtfach ist. Höchst bemerkenswert sind Seine Worte in Matthäus 6:14-15:

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Klar lässt sich dieser Vers im Licht der Bibel erklären. Er lässt sich auch wegerklären, verdünnen, neutralisieren. Man kann ihn aber auch stehen – und sich warnen lassen, wie wichtig Vergebung ist.

Nicht nur hat Jesus zu Vergebung aufgerufen. Er hat uns Vergebung am Kreuz vorgelebt und zwar auf einer weitaus höheren Ebene, als wir es jemals tun könnten. Zusätzlich hat er uns in Seinem Wort ein herrliches Beispiel gegeben, dass es tatsächlich möglich ist, zu vergeben, wie Er uns vergeben hat. Niemand kann über den Tod des Stephanus lesen, ohne an Jesu Tod erinnert zu werden.

Vergebung ist nichts, was Menschen leichtfällt. Die ganze Weltsituation zeugt davon, die Situation in unserem Land zeugt davon und die Situation in Deinem und meinem Leben ebenso. Der Grund dafür ist, dass Vergebung nicht menschlich ist, sondern göttlich. Wohl dem, der die Macht der Vergebung erkannt hat. So wird von dem früheren US-Präsidenten, Abraham Lincoln berichtet, dass Mitarbeiter einmal mit Vorwürfen an ihn herantraten und fragten: „Warum bestehen Sie darauf, mit ihren Feinden Freundschaft zu schließen? Sie sollten versuchen, sie zu zerstören.“ Lincolns sanft Gegenfrage lautete: „Zerstöre ich nicht meine Feinde, wenn ich sie zu meinen Freunden mache?“ Der Schriftsteller Emerson sagte über Lincoln: „Sein Herz war so groß wie die Welt, aber darin war kein Platz für die Erinnerung an ein Unrecht.“

Philipp der Gute, Herzog von Burgund im 15. Jahrhundert, wurde einmal von einigen seiner Makler bedrängt, einen geistlichen Würdenträger zu bestrafen, der ihn schlecht behandelt hatte. Philipp der Gute lehnte ab mit den Worten: „Es ist eine schöne Sache, sich in der eigenen Macht zu rächen; aber es ist eine schönere Sache, sie nicht zu nutzen.“

Ähnlich die Worte Gottes in Römer 12:19 an uns:

Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«.

Darum, ja DARUM lasst uns vergeben, wie ER uns vergeben hat! Vergebung befreit!

Dienstag, 23. Juli 2024

Die Könige Judas - Asa

König Asa, der 3 König Judas, der 6 König seit König Saul, wird zu den wenigen Königen des Reiches gezählt, die ungeteilt dem Herrn folgten (1 Könige 15:9):

… Doch war das Herz Asas ungeteilt mit dem Herrn sein Leben lang.

Unter anderem zeugt seine lange Königsherrschaft von 41 Jahren von seiner Gottesfurcht. König Asa zeichnet sich aus als kompromissloser Gegner und Bekämpfer des Götzendienstes in Juda. Nicht nur, dass er die Stätten der Götzenverehrung niederreißen ließ (2 Chronik 14:2):

Denn er entfernte die fremden Altäre und die Höhen und zerbrach die Gedenksteine und hieb die Aschera-Standbilder um;

Er wendet sich auch ohne Ansehen der Person gegen diejenigen, die den Tempeldienst stärken oder Gewinn dadurch erlangen (1 Könige 15:12+13):

Denn er schaffte die Tempelhurer aus dem Land und entfernte alle Götzen, die seine Väter gemacht hatten. 13 Dazu setzte er auch seine Mutter Maacha ab, sodass sie nicht mehr Gebieterin war, weil sie ein Götzenbild der Aschera gemacht hatte. Und Asa rottete ihr Götzenbild aus und verbrannte es am Bach Kidron.

Aber Abschaffung und Zerstörung des Bösen ist nur die eine Seite. Die andere Seite – und die praktizierte Asa auch – war die Wiederherstellung und Erneuerung des Guten (2 Chronik 15:8+18)

Als nun Asa diese Worte und die Weissagung des Propheten Oded hörte, fasste er Mut, und er schaffte die Gräuel hinweg aus dem ganzen Land Juda und Benjamin und aus den Städten, die er auf dem Bergland von Ephraim erobert hatte, und er erneuerte den Altar des Herrn, der vor der Halle des Herrn stand. (…) Und er brachte das, was sein Vater geheiligt und was er selbst geheiligt hatte, in das Haus Gottes, nämlich Silber, Gold und Geräte.

Asas gesegnete Friedenszeit nutzte der weise König zum Bau befestigter Verteidigungsstädte und zur Errichtung einer starken Armee.

Irgendwann während seiner Herrschaft kam es zur militärischen Herausforderung durch den Kuschitenführer Serach. Der zog mit einem Millionenheer gegen Asa in den Krieg. Asa handelte weise, wie in 2 Chronik 14:10 zu lesen ist:

„Herr, bei dir ist kein Unterschied, zu helfen, wo viel oder wo keine Kraft ist. Hilf uns, Herr, unser Gott, denn wir verlassen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir gegen diesen Haufen gezogen! Du, Herr, bist unser Gott! Vor dir behält der Sterbliche keine Kraft!“

Asa wusste, wem er vertrauen konnte. Er hatte die Götzen aus Holz oder Metall ausgerottet und hatte darum jetzt den Blick frei für den Einen, der wirklich helfen kann! Und Gott enttäuschte ihn nicht.

Und dann wurde er älter und das Alter hat bekanntlich seine Macken – nicht nur bei König Asa, sondern bis heute. Starrsinn, Beratungsresistenz und Vergesslichkeit gehören zu diesen leidvollen Macken. Als Asa eines Tages durch den König von Israel bedroht wird, hat er anscheinend vergessen, dass Gott auch in ausweglosen Situationen den Sieg schenken kann. Anstatt zu beten, wie er es vorher getan hatte, lesen wir jetzt (2 Chronik 16:2+3):

Da nahm Asa aus dem Schatz im Haus des Herrn und im Haus des Königs Silber und Gold und sandte zu Benhadad, dem König von Aram, der in Damaskus wohnte, und ließ ihm sagen: 3 Es besteht ein Bund zwischen mir und dir, zwischen meinem Vater und deinem Vater; siehe, ich sende dir Silber und Gold; geh hin, brich deinen Bund mit Baesa, dem König von Israel, damit er von mir abzieht!

Asas Plan ging auf, war aber nicht mit Gott abgesprochen. Außerdem hatte er sich am Eigentum Gottes vergriffen. Als der Prophet Hanani im Auftrag Gottes den König ermahnt, wird dieser sehr unwillig. Ob auch seine Krankheit damit in Verbindung stand, geht nicht ausdrücklich aus Gottes Wort hervor. Aber es heißt: (2 Chronik 16:10+12):

Aber Asa wurde zornig über den Seher und warf ihn ins Gefängnis; denn er zürnte ihm deswegen. Asa unterdrückte auch etliche von dem Volk zu jener Zeit. (…) Und Asa wurde krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr seines Königreichs, und seine Krankheit war sehr schwer; doch suchte er auch in seiner Krankheit nicht den Herrn, sondern die Ärzte.

Und die Lektion für uns? Ich entnehme heute zweierlei:

1.     Ein ungeteiltes Herz für Jesus bringt Freude, Kraft, Sieg und Segen.

2.     Vorsicht vor Starrsinn und Beratungsresistenz im Alter. Sie können einem gesegneten Leben einen negativen Nachhall geben.

Der Herr segne Deinen Tag!

Montag, 22. Juli 2024

Das Gebet für die Kuh

In einer vergangenen Ausgabe der Wochenzeitschrift IDEA wurde von Baptisten in Indien berichtet, die sogar für Kühe beteten, die im Hinduismus als heilig verehrt werden. Mit erstaunlichen Folgen, wie es heißt. IDEA schreibt: 

„Davon berichtete der Baptistenpastor Prassana Kumar (Uppada/Bundesstaat Andhra Pradesh) auf der Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), die vom 13. bis 16. Mai in Kassel stattfand. Am Anfang seines Missionsdienstes sei er in den Dörfern nicht immer willkommen gewesen, so Kumar. Oft hätten ihn wütende Bewohner vertrieben. Einmal sei er auf eine Gruppe gestoßen, die um eine kranke Kuh herumstand. Einige hätten gesagt, sie liege im Sterben. Der Pastor wurde aufgefordert, zu seinem Gott um Heilung für das Tier zu beten. Kumar betete mit nicht allzu großem Vertrauen und ging dann schnell nach Hause. Am nächsten Morgen kam der Besitzer der Kuh zu ihm. Kumar hatte Angst, dass die Kuh gestorben sei und die Männer ihn verprügeln wollten. Stattdessen habe der Bauer ihm Milch der Kuh gebracht und sich für das Gebet bedankt. Sie sei über Nacht genesen. Das sprach sich schnell herum und führte dazu, dass die Baptisten eine Gemeindearbeit starten konnten. Seit 1981 hat Kumar in der Region 35 Gemeinden mit rund 3000 Mitgliedern gegründet.“ 

Solche Berichte polarisieren. Eine atheistische Webseite stellt diese Nachricht ein, um sich lustig zu machen und die Leser zum Lachen zu bringen. Den 3000 Christen in Indien tut das nicht weiter weh. Sie haben eine andere Art Lachen in ihrem Herzen. Sie haben die Macht und Geduld Gottes erfahren und neues Leben gefunden.

Und wir Christen in Deutschland? Wir Christen in der „christianisierten, nachchristlichen“ Welt?

Wir wollen uns ermutigen lassen, auch mit „kleinem“ Glauben zu kommen und unseren großen Gott um große Dinge zu bitten. Er verspricht in Matthäus 17:20:

„Denn wahrlich, ich sage euch: 
Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn,
so würdet ihr zu diesem Berg sprechen:
Hebe dich weg von hier dorthin!
und er würde sich hinwegheben;
und nichts würde euch unmöglich sein.“ 

Wir wollen uns nicht länger zieren, auch für seltsame Anliegen zu beten, sofern ihre Erhörung Gott Ehre bringen kann.

Wir wollen wieder anfangen, unseren Glauben zu bezeugen, und zwar nicht in eigener Kraft, sondern unter Gebet, Gebet für die Menschen, denen wir Jesus bezeugen, und Gebet für alles, was Jesus Ehre bringen und verherrlichen kann – selbst für „heilige Kühe“.

Zu den schwerwiegendsten Problemen unserer christianisierten Welt gehört sicher unsere Gebetslosigkeit. Wie oft meinen wir, es ohne Gottes Hilfe zu schaffen?! Wir haben das Geld, wir haben die Redner, die Instrumente, die Methodik, die Medien und die Werbung – und dennoch tut sich wenig bis nichts. Der indische Evangelist Kumar betete im entscheidenden Moment nicht mal für Seelen, sondern für eine kranke Kuh.

Lasst uns neu die Kunst des einfachen Gebets erlernen. Gebet um Seelen, Gebet um Kraft, um Weisheit und vielleicht sogar für kranke Kühe oder kranke Menschen. Lasst uns neu lernen, mit Einfalt und Glauben zu beten – sei er noch so klein. Lasst uns wieder beten!

Sonntag, 21. Juli 2024

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

Richter 5:31

"Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne,
wenn sie aufgeht in ihrer Macht!"
 

 Herzliche Einladung:

Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Abendmahl - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Verdunkle nie aus Mitgefühl mit dem Leid anderer
dein eigenes Leben.
Sei lieber du der Sonnenstrahl, der in ihre Dunkelheit leuchtet.

(Teresa von Avila)

Jesus Christus selbst leuchtet als Licht 
am Ende des Schmerzenstunnels. 
Er ist das Ziel und der Grund unserer Freude im Leid.
(John Piper)

Samstag, 20. Juli 2024

Warum Jesus erkennen?

Die Bibel gibt den Auftrag, Menschen zu Jesus zu führen und sie zu Jüngern zu machen. Das zeigt, dass ein gerade gläubig gewordener Mensch nicht gleich als „geistlich Erwachsener“ gesehen werden kann. Bereits in seinem ersten Brief schreibt der Apostel (1 Petrus 2:2):

Seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst.

Wie Kinder von Milch zu fester Speise heranwachsen müssen, müssen Christen von der grundlegenden Lehre der Errettung zu den tieferen Schichten des Glaubens hinwachsen. Das aber ist leider nicht immer der Fall. Der Schreiber des Hebräerbriefes klagt (Hebräer 5:12+13):

Denn obgleich ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr es wieder nötig, dass man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein Unmündiger.

Im normalen Leben als Nachfolger Jesu geht es also darum, im Glauben, im Verstehen der Bibel und in der Erkenntnis Jesu zu wachsen. Leider wird das von vielen Christen vernachlässigt. Man ist ja „gerettet“, hat das Notwendige verstanden und ist in der Regel zu beschäftigt mit dem Diesseits, um sich mit dem Jenseits zu beschäftigen.

Warum verlassen viele Jesus wieder, nachdem sie scheinbar „Christen“ geworden sind?

Warum kämpfen so viele mit Zweifeln und Kompromissen?

Warum sind viele so überwältigt von den Nöten und Leiden unserer Zeit?

Petrus scheint in seinem 2 Brief zumindest eine Teilantwort darauf zu geben: Es fehlt an der „Erkenntnis Jesu“. Klar – man weiß und akzeptiert: Er ist Gottes Sohn. Er starb und auferstand für uns. Er ist im Himmel und bereitet Seinen Nachfolgern dort einen Platz vor. Er liebt uns, möchte uns segnen und … und … und: Das elementare Verständnis ist da. Aber die Erkenntnis Jesu geht über elementares Wissen hinaus. Hier einige Verse aus dem 2. Brief des Petrus, die erläutern, warum das ständige Wachstum in der Erkenntnis Jesu so wichtig ist:

Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus! (2 Petrus 1:2)

Je besser wir Jesus kennenlernen, umso mehr haben wir Anteil an Gottes Gnade und Frieden.

Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, (2 Petrus 1:3)

Durch die Erkenntnis Jesu nehmen wir zu an einem Gott wohlgefälligen Leben.

Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen sind, aber wieder darin verstrickt und überwunden werden, so ist der letzte Zustand für sie schlimmer als der erste. (2 Petrus 2:20)

Je besser wir Jesus kennenlernen, je widerstandsfähiger werden wir gegenüber den Versuchungen der Welt.

Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. (2 Petrus 3:18)

Eine Aufforderung, die bis zu unserem Tod Gültigkeit behält: Wachst in der Gnade und Erkenntnis Jesu. Ihn immer besser erkennen – das macht uns zu reifen Christen, fest im Glauben, leuchtend in der Dunkelheit, siegreich in Versuchungen.

Wer meint, er wisse genug über Jesus, ist Ihm vermutlich noch nicht begegnet. Denn wer Ihm einmal begegnet ist, kann nicht genug von Ihm kriegen.

Morgen in unserem Gottesdienst geht es wieder um einen bestimmten Aspekt aus der Biografie des Lebens Jesu. Zu unserem Gottesdienst um 10:30 Uhr laden wir herzlich ein!