„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Mittwoch, 3. Juli 2024

Dein "Scherflein"

Eine alte Geschichte zeigt, dass Gott die Großen und die kleinen Dinge sieht – und die Herzen der Menschen.

Bereits im Alten Testament nimmt Gott bei den Opfergesetzen Rücksicht auf die Armen, die sich keine größeren Opfergaben erlauben können. Nicht, dass Gott keine Opfer von ihnen möchte. Im Gegenteil! Aber Er möchte unsere Opfer aus frohem und dankbarem Herzen. Und Er achtet auf unsere Opfer; Er sieht jeden Pfennig. In Lukas 21 lesen wir:

Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. 2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; 3 und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle! 4 Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.

In einer Stadt wurde einst ein stolzes Münster gebaut. Der Bischof rief die Gläubigen auf, Opfer für eine besondere Glocke zu spenden. Dafür brachte eine Witwe eine kleine Silbermünze. Mehr hatte sie nicht. Ein Priester nahm die Gabe mit geringschätziger Miene entgegen und kaum hatte die alte Frau den Raum verlassen, warf er ärgerlich die Münze aus dem Fenster, mit den Worten: „Ein Bettelpfennig vom Bettelvolk. Was soll eine so kleine Gabe für eine so große Glocke!“

Die Glocke wurde schließlich gegossen. Doch als sie fertig war, gab sie nur einen ganz dumpfen Ton von sich. Niemand konnte sich das erklären; darum flehte der Bischof Gott an, er möge ihm die Ursache zeigen. Tatsächlich, eines Nachts wurde ihm im Traum die Sache mit der Silbermünze der armen Witwe gezeigt.

Der Bischof ließ den Priester kommen und stellte ihn zur Rede. Dann gingen beide hinaus in den Garten und suchten, bis sie die kleine Silbermünze wiederfanden. Der Bischof ließ die Glocke einschmelzen und gab dem flüssigen Metall unter Gebet die Münze bei. Es erfolgte ein neuer Guss und die neue Glocke läutete rein und klar über die Dächer der Stadt.

Wie weit die Geschichte ins Reich der Legenden reicht, ist unbekannt. Aber sie illustriert die absolute Wahrheit aus Lukas 21: Gott übersieht unsere Gaben nicht, und seien sie noch so klein.  Noch so klein“ in den Augen der Zuschauer. Immerhin gab die Witwe in Lukas 21 mehr, als vermutlich jeder Leser dieser Zeilen je gegeben hat. Sie gab nach Jesu Worten nicht aus ihrem Überfluss. Sie gab vielmehr trotz ihrer Armut “alles, was sie zum Lebensunterhalt besaß.“ Vermutlich wusste sie nicht, wo sie am Abend das Essen hernehmen sollte. Warum hatte sie so viel gegeben? Das sagt die Bibel nicht. Aber dass sie es mit mürrischem Herzen gegeben hat, ist höchst unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie geben wollte, mit frohem Herzen geben wollte, alles für Gottes Sache geben wollte. Sie konnte sich ausrechnen, dass ihre zwei Scherflein nicht viel würden ausrichten können. Also gab sie eben alles“alles, was sie zum Lebensunterhalt besaß.“ Nicht viel für den Betrachter, aber alles für die Witwe. Und Jesus lobt sie vor den Menschen und erklärt: “Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle!“

Wie es der Witwe wohl ergangen ist. Vermutlich gibt uns Gott in Maleachi 3:10 die Antwort, wo Er zu Seinem Volk spricht:

Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

Auch im Neuen Testament finden wir einen Hinweis, wie es der Witwe wohl ergangen sein könnte. In Galater 6:7 lehrt Gott: Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

Darum lasst uns weder richten über (für uns) scheinbar kleine Opfer der anderen.
Lasst uns nicht entmutigt sein, wenn uns unser eigenes Opfer gering erscheint.
Und lasst uns großzügig geben nach dem Vorbild der Witwe, selbst wenn es in den Augen anderer nur ein Bettelpfennig ist.

Dienstag, 2. Juli 2024

Die Könige Judas (3) Salomo

Wie schön wäre es, wenn wir uns heute mit dem gesegnetsten, gottesfürchtigsten und weisesten Mann aller Zeiten beschäftigen könnten. Wer das heute tatsächlich ist oder war (Jesus ausgenommen) weiß natürlich niemand. Aber Salomo hätte es sein können. Er war der letzte der drei Könige Judas, die nicht nur über Juda regierten, sondern über das gesamte Reich Israel, das nach Salomo in ein Nordreich (Israel) und ein Südreich (Juda) zerfiel. Dabei hatte Salomo einen vielversprechenden Anfang, von dem u.a. 2 Chronik 1 berichtet (2 Chronik 1:7-12):

In jener Nacht erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was ich dir geben soll! 8 Und Salomo sprach zu Gott: Du hast an meinem Vater David große Gnade erwiesen, und du hast mich an seiner Stelle zum König gemacht. 9 So lass nun, Herr, o Gott, dein Wort an meinen Vater David wahr werden! Denn du hast mich zum König gemacht über ein Volk, das so zahlreich ist wie der Staub auf Erden. 10 So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, damit ich vor diesem Volk aus- und einzuziehen weiß. Denn wer kann dieses dein großes Volk richten? 11 Da sprach Gott zu Salomo: Weil dir das am Herzen liegt und du nicht um Reichtum, Güter und Ehre noch um den Tod deiner Feinde noch um langes Leben gebeten hast, sondern um Weisheit und Erkenntnis, damit du mein Volk richten kannst, über das ich dich zum König gemacht habe, 12 so sei dir nun Weisheit und Erkenntnis gegeben! Dazu will ich dir Reichtum, Güter und Ehre geben, wie sie kein König vor dir gehabt hat, noch nach dir haben soll!

 Was für einen gewaltigen Blankoscheck stellt Gott hier dem jungen König aus. Und was für eine weise Bitte bringt Salomo vor. Gott erhört; und weil Ihm Salomos Bitte so gut gefällt, legt Er noch obendrauf, was viele andere vielleicht von Ihm erbeten hätten. Ich denke, Gott wollte Salomo auf diese Weise auch bestätigen, dass göttliche Weisheit immer mehr wert ist als irdischer Reichtum, Güter und Ehre. Trotzdem …

Trotzdem WAS? Trotzdem stellt sich die Frage, warum Salomo und das Reich Israel in einem so tragischen Zustand waren, als Salomo starb … und warum das ganze Land in eine so grundverkehrte Richtung lief.

Jemand meinte einmal nüchtern: „Salomo hätte besser um ein gehorsames Herz gebeten!“ Richtig! Was nützt Gottes Weisheit, irdischer Reichtum, menschliche Ehre und die Güter der Welt, wenn ein ungehorsames Herz das Leben regiert? Dann erhebt sich das Herz, sonnt sich in Menschengefälligkeit und wird träge im Vertrauen auf – und der Abhängigkeit von Gott. Wenn die göttliche Weisheit zur Verfügung steht, aber nicht gefragt oder angewendet wird, zerfällt das Leben und mit ihm oft das Umfeld. So erfuhr es der letzte König des ungeteilten Israel. Und wie kam es dazu? Gottes Wort berichtet in 1 Könige 11:1-8 über schier unglaubliche Schritte, die König Salomo trotz göttlicher Weisheit unternahm:

Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische, 2 aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden! An diesen hing Salomo mit Liebe. 3 Und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz. 4 Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. 5 So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Gräuel der Ammoniter. 6 Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herrn nicht völlig nach wie sein Vater David. 7 Auch baute Salomo eine Höhe für den Kemosch, den Gräuel der Moabiter, auf dem Berg, der östlich von Jerusalem liegt, und für den Moloch, den Gräuel der Ammoniter. 8 Und ebenso machte er es für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.

Sex, Götzendienst und Menschengefälligkeit; und hätte man Salomo gefragt, ob er den Herrn, den Gott Israels, noch lieben würde, hätte er vermutlich mit dem Brustton der Überzeugung geantwortt: „Ja!Natürlich!“ . Sex, Götzendienst und Menschengefälligkeit hatten sein Urteilsvermögen geblendet und sein gesegnetes, weises Herz in ein ungesegnetes, ungehorsames Herz verwandelt.

1 Könige 11:9: Da wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abgewandt hatte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war.

Salomos Herrschaft wurde angefochten, durch andere Könige und durch seine Untergebenen. Sein Reich teilte sich nach seinem Tod.

Bis heute warnt Gott Seine Gemeinde davor, Sex, Götzendienst, Menschengefälligkeit oder irgendetwas anderes höher zu achten als Ihn, den Allmächtigen!

Bis heute segnet der Herr Seine weltweite Gemeinde durch das Leben Salomos, als er noch ein Vorbild im Glauben war.

Bis heute segnet Gott die Welt durch Worte göttlicher Weisheit, die Er durch Salomo hat niederschreiben lassen und in Seinem Wort festgehalten hat.

Bis heute möchte Gott Seine Kinder segnen. Lasst uns Ihn um ein gehorsames Herz bitten!

Montag, 1. Juli 2024

Andrew Murray - Leben und Gebet

Der folgende Beitrag über Leben und Gebet stammt von dem schottischen Geistlichen, Andrew Murray, der zwischen 1828 und 1917 aktiv war. Sein erwecklicher Einfluss setzt sich durch seine Schriften bis heute fort. Sprachlich nicht immer der Stil des 21. Jahrhunderts. Inhaltlich voll zutreffend für uns heute. Lass den Inhalt von Murrays Worten auf Dein Herz wirken.
 
„Unser Leben hat einen großen Einfluss auf unser Gebet, wie unser Gebet andererseits auch unser Leben beeinflusst. Das ganze Menschenleben ist sozusagen eine an die Natur oder die Welt gerichtete Bitte um Befriedigung seiner Bedürfnisse oder seines Trachtens nach Glück und Wohlergehen. Dieses natürliche Verlangen kann so stark sein in einem Menschen, der zu Gott betet, dass die Worte des Gebets, die sein Mund spricht, nicht vernehmbar sind, weil sie von dem Schrei des Herzens nach den Dingen dieser Welt übertönt werden.

Das Leben übt einen mächtigen Einfluss auf das Gebet, habe ich gesagt. Ein weltliches Leben, in dem man sich selbst sucht, macht das Gebet kraftlos und die Erhörung unmöglich. Bei vielen Gotteskindern ist ein Kampf zwischen Leben und Gebet, und ersteres behält die Oberhand.

Umgekehrt kann das Gebet aber auch einen mächtigen Einfluss auf das Leben ausüben. Gebe ich mich im Gebet völlig meinem Gott hin, so kann es den Sieg über das Fleisches- und Sündenleben davontragen. Das ganze Leben kann unter die Kontrolle des Gebets gebracht werden. Das Gebet kann das ganze Leben umgestalten und erneuern, weil es den Herrn Jesus und den Heiligen Geist in dasselbe hereinruft und hereinnimmt, um es zu reinigen und zu heiligen. Viele meinen, sie müssten sich mit ihrem mangelhaften Geistesleben aufraffen, mehr zu beten.

Sie verstehen nicht, dass das Gebetsleben nur in dem Maße zunehmen kann, als das Geistesleben kräftiger wird. Gebet und Leben sind unzertrennlich miteinander verbunden. Wie meinst du: Was wird mehr Einfluss auf dich ausüben - ein fünf oder zehn Minuten langes Gebet oder der in den Lüsten der Welt verbrachte ganze Tag? Wundere dich nicht, wenn dein Gebet keine Erhörung findet. 

Der Grund mag leicht darin liegen, dass Leben und Gebet bei dir um die Oberhand kämpfen und dein Herz sich mehr dem Leben hingibt als dem Gebet. Lerne darum die wichtige Lektion: „Mein Gebet muss mein ganzes Leben regieren.“

Was ich im Gebet von Gott erbitte, ist nicht in fünf oder zehn Minuten abgetan, sondern ich muss sagen lernen: „Ich habe von ganzem Herzen gebetet.“ Nur wenn das, was ich von Gott haben möchte, mir wirklich den ganzen Tag ein Herzensanliegen ist, ist der Weg für die Erhörung gebahnt.

O welche heilige Macht ist das Gebet, wenn es von Herz und Leben Besitz nimmt! Es bewahrt einen in beständiger Gemeinschaft mit Gott, so dass man in Wahrheit sagen kann: „Ich harre deiner den ganzen Tag.“ Achten wir nicht nur sorgfältig auf die Länge der Zeit, die wir im Gebet mit Gott verbringen, sondern auch darauf, dass unser Gebet kräftig von unserem ganzen Leben Besitz nimmt."

Sonntag, 30. Juni 2024

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

4. Mose 21:4-9 & Johannes 3:14-21

4. Mose 21:5 Und das Volk redete gegen Gott und gegen Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt, damit wir in der Wüste sterben? Denn hier gibt es weder Brot noch Wasser, und unsere Seele hat einen Ekel vor dieser elenden Speise!
6 Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, sodass viel Volk in Israel starb.
7 Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den Herrn und gegen dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns wegnimmt! Und Mose bat für das Volk.
8 Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen; und es soll geschehen, wer gebissen worden ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben!
9 Da machte Mose eine eherne Schlange und befestigte sie an dem Feldzeichen; und es geschah, wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.

 Johannes 3:14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
15 damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
19 Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
20 Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.

 Herzliche Einladung:

Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Schau doch auf den Erlöser, der an das Kreuz erhöht!
Gewiss, das ist dir besser, als wenn´s ans Klagen geht.
(Johann Michael Hahn)

Es gibt begnadete Maler, die mit wenigen Strichen
eine ganze Landschaft festhalten können.
Ich glaube, in dieser Kunst ist auch die Heilige Schrift Meisterin.
Sie sagt nur ein paar Worte; aber es will uns scheinen,
als hätte sie mit einem Schlage uns alle und unsere Lage erfasst.

(Johannes Busch)

Samstag, 29. Juni 2024

Morgenwache, aber wie?

Wenn wir freitagmorgens in unserer Gemeinde zum Frühgebet zusammenkommen, bedeutet das für einige von uns, vor 5 Uhr aufzustehen, sei es, um rechtzeitig da zu sein, um Kaffee zu kochen oder sich um das (anschließende) Frühstück zu kümmern. Frühgebet um 6 Uhr morgens bedeutet für (fast) alle von uns eine kurze Nacht.

Ich bin genügend Menschen begegnet, denen man anmerkt, dass es ihnen nicht leicht fällt, früh aufzustehen, um täglich eine persönliche Zeit mit Jesus zu verbringen. Ich bin aber noch mehr Menschen begegnet, denen man anmerkt, dass sie keine tägliche, regelmäßige Zeit mit Jesus verbringen. Glaubt mir: man merkt es.
Ein Meister am Klavier wurde gefragt, wie oft er seine Fähigkeiten trainieren müsse. Seine Antwort war klar: „Ich spiele jeden einzelnen Tag. Wenn ich auch nur einen Tag aussetze, merke ich es sofort. Wenn ich zwei Tage nicht spiele, merkt es meine Frau. Wenn es dann drei Tage werden, merkt es das Publikum.“

Einen Tag ohne den persönlichen Austausch mit Jesus hinterlässt Spuren. Je länger oder je unregelmäßiger unsere persönlichen Zeiten mit Jesus sind, umso mehr wird das uns selbst und anderen deutlich. Obwohl es nicht gesetzlich eine Zeit früh am Morgen sein muss, macht es Sinn, die Zeit mit Jesus für den Morgen zu planen – oder zumindest einen Teil dieser Zeit. Am Morgen ist der Tag unverbraucht und meine Gedanken sind weniger gefüllt von den Lasten des Tages, als das abends der Fall ist. Morgens kann ich die kommenden Stunden des Tages vor Gott ausbreiten, mir Rat und Wegweisung holen und meine Schritte – die mir bekannten und die unbekannten – vor Gott ausbreiten. Jesus traf sich morgens mit Seinem Vater, um sich Kraft für den Tag zu holen.

Trotzdem muss gerechterweise festgestellt werden, dass es sowohl Frühaufsteher wie Nachteulen gibt. Was kann nun eine Nachteule dafür tun, zumindest ein Viertelstündchen in der Frühe mit ihrem Herrn zu verbringen. Hier ein paar subjektive Überlegungen:

  1. Fördere Deinen Hunger und Durst nach Gott! Hunger und Durst haben schon so manch einen vom Schlaf aufwachen lassen oder buchstäblich den Schlaf geraubt. Wenn Du nicht hungrig bist nach Gemeinschaft mit Jesus, wird es Dir kaum gelingen, aus dem Bett zu kommen, um Gemeinschaft mit Jesus zu haben!
  2. Entscheide Dich, ob es der Film am Abend wert ist, gesehen zu werden, wenn Du deshalb morgens zu müde bist und darum auf die Zeit mit Jesus verzichten musst. Das Gleiche trifft zu auf gesellige Abende oder andere Beschäftigungen. Es läuft immer auf dasselbe hinaus: Wie wichtig ist mir meine Zeit mit Jesus und das daraus wachsende geistliche Leben?
  3. Mach es zum festen Vorsatz, keine Zeitung zu lesen und keinen Fernseher anzustellen, bevor Du nicht das Neuste von Jesus gehört hast. Das hört sich fast gesetzlich an. Aber wichtige Dinge im Leben erfordern Vorsätze. Ein Sportler wird seinen Körper freiwillig bestimmten Gesetzen unterwerfen, weil ihm der Erfolg wichtig ist. Er würde das niemals als Gesetzlichkeit bezeichnen, sondern als Vorsatz für den Erfolg.
Zeit mit Jesus ist nie verlorene Zeit, sondern Zeit, die für unser Leben als Jünger unumgänglich ist. Verbringst Du regelmäßig Zeit mit Jesus, wird die Welt es merken. Tust Du es nicht, wird sie es auch merken. 
 
 Ich freue mich über dein Wort wie einer, 
der große Beute findet. (Psalm 119,162)
 
Lass mich früh deine Gnade hören, 
denn auf dich vertraue ich! 
Lass mich den Weg erkennen, auf dem ich gehen soll, 
denn zu dir erhebe ich meine Seele. (Psalm 143:8)

Freitag, 28. Juni 2024

(Ver)tröster

An einem der Männerabende in unserer Gemeinde fiel mir während der Andacht eine Aussage besonders auf und gefiel mir auf Anhieb gut. Gesagt wurde:

Gott hat uns keinen Vertröster verheißen, sondern einen Tröster!

Wie ätzend war der Satz für uns als Kinder, wenn uns gesagt wurde: „Damit musst Du warten, bis Du groß bist.“ Das war immer sehr lange – egal wie alt wir waren. Auch als Jugendlicher war es schwer akzeptierbar, wenn gesagt wurde: „Damit musst Du wohl noch warten, bis Du Dir selbst was dazu verdienen kannst.“ Und selbst als Erwachsener hört man hier und da den (vielleicht) gut gemeinten Rat: „Warten Sie doch einfach noch ein Jahr und beurteilen Sie dann neu, wie die Lage aussieht!

Alle diese Aussagen sind Aussagen, die vertrösten. Die Vertröster meinen es möglicherweise gut, helfen aber nicht unbedingt unserer Ungeduld, unserer Situation oder unserer Zukunftsplanung.

Gott geht anders mit uns um, und wer mit Jesus lebt, erfährt die Verheißung Gottes in der Realität des Alltags. Im Johannesevangelium spricht Jesus immer wieder zu Seinen Jüngern von dem Tröster, den Er zu ihnen senden wird:

Johannes 14,16-18:
„Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“

Johannes 14,26: 
„Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Johannes 15,26:
„Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“

Johannes 16,7:
„Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“

Herrliche Worte! Zum einen, weil Jesus selbst nicht vertröstet, sondern tröstet. Noch ist Er bei den Jüngern. Noch ist Er ihr Lehrer, Hirte und Tröster. Er wird sie verlassen – und doch nicht verlassen! Er lässt sie keineswegs alleine, nicht wie Waisen zurück. Seinen Heiligen Geist wird Er senden, den Tröster, den Beistand. Und die Beschreibung des Werkes des Trösters macht deutlich, welchen gewaltigen Trost Er bringen wird:
 
-         Er wird in Ewigkeit bei ihnen sein – selbst über den Tod hinaus!
-         Er wird nicht nur – wie Jesus – BEI ihnen, sondern IN ihnen sein!
-         Er wird die Gegenwart Jesu in ihnen manifestieren!
-         Er wird sie erinnern und belehren, was Jesus sie gelehrt hat!
-         Er wird ihnen Jesus bezeugen!
-         Er wird sie trösten!

Wer all das tut, was Jesus hier auflistet, kann gar kein Vertröster sein. Er ist Tröster, Er tröstet und in Seiner Gegenwart fühlen wir uns wohl.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Vollbeschäftigung?

Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut,
sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten,
gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit,
gegen die geistlichen Mächte der Bosheit
in den himmlischen Regionen. 
(Epheser 6:12)

Der Teufel hatte eine weltweite Versammlung einberufen. In der Eröffnungsansprache sagte er zu seinen Dämonen: "Wir können die Christen nicht davon abhalten, in die Gemeinde zu gehen. Wir können sie auch nicht davon abhalten, die Bibel zu lesen und dadurch die Wahrheit zu erkennen. Wir können sie aber davon abhalten, dass sie eine persönliche Beziehung voller Liebe zu Jesus entwickeln und beten. Wenn sie dieses Verhältnis zu Ihm gewinnen, ist unsere Macht über sie gebrochen. Und wenn sie beten, sind wir in Gefahr. Also, lasst sie in ihre Gemeinden gehen. Lasst ihnen ihren Lebensstil, aber stehlt ihre Zeit, sodass sie diese Liebesbeziehung zu Jesus Christus nicht aufbauen können ‑ und auf keinen Fall ‑ beten! Das ist mein Auftrag an euch, ihr Engel der Unterwelt. Lenkt sie davon ab!"

"Wie sollen wir das anstellen?", fragten seine Dämonen.

"Beschäftigt sie ständig mit der ganzen Fülle unwichtiger Nebensächlichkeiten des alltäglichen Lebens und denkt euch immer wieder etwas Neues aus, um ihre Gedanken zu beherrschen", antwortete der Teufel. "Verleitet sie dazu, dass sie viel ausgeben, viel verbrauchen und verschwenden, viel ausleihen und ausborgen. Überredet die Ehefrauen, sich ganz auf ihren Beruf zu konzentrieren und unendliche Stunden an ihrem Arbeitsplatz zu verbringen. Und überzeugt die Ehemänner davon, jede Woche sechs, am besten sieben Tage zu arbeiten, jeden Tag 10 bis 12 Stunden. Nur so können sie sich ihren sinnlosen Lebensstil leisten.

Haltet sie davon ab, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und für sie zu beten. Wenn ihre Familien schließlich auseinandergebrochen sind, wird ihr Zuhause keinen Schutz mehr bieten. Stopft ihre Köpfe so voll, dass sie die sanfte, leise Stimme des Heiligen Geistes nicht mehr hören können. Verführt sie dazu, ständig das Radio oder den Kassettenrekorder einzuschalten, wenn sie Autofahren. Seht zu, dass unermüdlich der Fernseher, der Videorecorder, den CD­-Player und die Computer in ihrer Nähe laufen. Das wird allmählich ihre Gedanken vergiften, und die Einheit und Verbundenheit mit dem Reich Gottes und mit Christus zerstören.

Überschwemmt die Frühstückstische mit Zeitungen und Zeitschriften. Hämmert ihnen 24 Stunden lang am Tag die neuesten Nachrichten ein. Bedeckt die Straßen mit Schildern und Plakaten für irgendwelche Produkte, und redet ihnen ein, dass sie diese unbedingt zum Glücklichsein brauchen. Überflutet ihre Briefkästen mit Werbung, mit Angeboten von Gratis-Produkten und Diensten, die falsche Hoffnungen hervorrufen. Bildet in den Zeitschriften und auf den Titelseiten schöne, gut geformte Models ab, damit die Ehemänner immer mehr glauben, dass äußere Schönheit entscheidend ist und sie ihre Frauen unattraktiv finden. Auch das wird dazu beitragen, die Familien ganz schnell zu zerstören.

Lasst sie auch im Urlaub nicht zur Ruhe kommen. Gebt euch alle Mühe, sie ständig abzulenken und zu beschäftigen, sodass sie erschöpft und voller Unruhe zurück zu ihrer Arbeit gehen. Seht zu, dass sie sich nicht durch Spaziergänge und Wanderungen an der Natur erfreuen und auf keinen Fall etwa Gottes Schöpfung bewundern. Schickt sie stattdessen in Vergnügungsparks, Discos, in Sportveranstaltungen, Konzerte und ins Kino. Euer Ziel muss sein, dass sie beschäftigt, beschäftigt und noch einmal beschäftigt sind. Dass sie nur ja keine Zeit mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und mit Gott verbringen!
 
Und wenn sie sich mit anderen Christen treffen, dann lasst sie nicht über Gott sprechen, sondern füllt ihre Gespräche mit Klatsch und Small Talk, sodass sie sich mit einem schlechten Gewissen und ungutem Gefühl verabschieden. Vor allem sage ich auch immer wieder, haltet sie davon ab, dass sie Zeit zum Beten finden. Zeit, um Gott zu loben und zu preisen. Ich kann das Gejaule nicht ausstehen, es macht mich wahnsinnig!

Lasst ja nicht ab in euren Bemühungen. Sie müssen immerzu überbeschäftigt sein, damit sie keine Evangelisation veranstalten und Seelen für Jesus gewinnen können. Liefert ihnen für diesen angeblichen Mangel an Zeit so viele gute Entschuldigungen, dass sie sich keine Kraft mehr von Gott holen. Bald werden sie aus ihrer eigenen Kraft leben und ihre Gesundheit, ihre Familie und Gott für die Sicherheit, das Ansehen vor der Welt und für ein gutes Gehalt opfern. Es wird funktionieren!"

Es war wirklich ein Plan! Die Dämonen gingen eifrig an ihre Aufgaben, verführten überall die Menschen, noch beschäftigter und noch mehr gehetzt zu werden, überall und nirgends hinzugehen, überstimuliert und überschwemmt zu sein. Sie hatten nur noch wenig Zeit für ihren Gott oder ihre Familien. Sie hatten keine Zeit mehr, sich auf die Macht Gottes zu konzentrieren, der ihr Leben ändern könnte.

Soweit die Geschichte eines unbekannten Verfassers. Dazu passt abschließend der Ratschlag, den ein Freund von mir einmal seinen Schülern gab:

„Bereite Satan heute mal ordentliche Kopfschmerzen!"
 
So unterwerft euch nun Gott!
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch!

(Jakobus 4:7)