„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 20. Februar 2023

4 Euro gegen Einsamkeit

Jahre lang lag sie tot in ihrem Schlafzimmer, bevor sie entdeckt wurde. Unsere Lokalzeitung berichtete davon, dass eine Seniorin nach 8 Jahren Funkstille gefunden wurde. Im Laufe der Jahre waren Wasser und Strom in ihrer Wohnung wegen unbezahlter Rechnungen abgestellt worden. Eine Ausrede hatten Nachbarn auch parat: „Man kann wohl kaum etwas machen, wenn die Leute wie Einsiedler leben.“  Von ihren Verwandten isoliert war die Frau vermutlich seit einem Familienstreit. Offensichtlich wurde sie nicht vermisst. Wie groß muss die Einsamkeit der Frau gewesen sein, die in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre?

Wir brauchen die Einsamkeit nicht unter den Toten zu suchen. Einsamkeit ist ein Problem der Wohlstandsgesellschaft. Eine amerikanische Versicherungsgesellschaft berichtete, dass die einsamsten Menschen Amerikas Hochschulstudenten sind. Das überrascht! Die nächste Gruppe ist die der Geschiedenen, gefolgt von Sozialhilfeempfängern, ledigen Müttern, Studenten vom Land, Hausfrauen und den Alten.

Sicher ist diese Untersuchung nicht 1:1 auf unser Land übertragbar. Ähnlich wird es aber auch bei uns sein. Offensichtlich zieht sich das Problem der Einsamkeit durch fast alle Bevölkerungsgruppen und muss auch da als gegeben gelten, wo man es nicht vermutet.

Charles Swindoll illustriert, wie einsam Menschen sein können. Er berichtet von einer Zeitungsanzeige in Kansas, in der jemand anbietet: „Ich werde Ihnen 30 Minuten zuhören, ohne einen Kommentar, für nur 4 Euro.“

Swindoll bestätigt, dass sich die Anzeige wie ein Scherz anhört, aber völlig ernst gemeint war. Rief jemand an? Und ob! Es dauerte nicht lange, bis diese Person 10 bis 20 Anrufe pro Tag erhielt. Die Einsamkeit war so schneidend, dass einige bereit waren, alles für eine halbe Stunde in Gemeinschaft zu versuchen.

Wenn Einsamkeit immer sichtbar wäre, sähe alles anders aus. Lachen ist keine Garantie. Schon Salomo wusste:

Auch hinter einem Lachen kann sich ein trauriges Herz verbergen
und das Lachen vergeht und der Kummer bleibt. (Sprüche 14:13)

Sicher werden wir alle heute Menschen begegnen, hinter deren froher Fassade sich ein trauriges Herz verbirgt. In den meisten Fällen wird es kaum oder gar nicht sichtbar werden. Das Äußere mag lachen, während das Innere weint. Das Herz mag schreien, aber es wird ein stummer Schrei sein.

Großzügig Liebe verteilen – kann das ein Angebot der Hilfe sein? Ein freundliches Wort, ein Kompliment, eine Aufmerksamkeit, eine gemeinsame Tasse Kaffee, eine Umarmung, ein Telefonanruf, ein gemeinsames Gebet. Es gibt so viele Möglichkeiten! Einige werden es ablehnen. Sie lassen niemanden an sich ran. Andere werden es ignorieren. Ihr Bedarf an Liebe und Aufmerksamkeit ist scheinbar gesättigt. Aber für andere wird es ein Schritt in Richtung Heilwerden sein, Balsam für die Emotionen, Medizin für die Seele.

Gott ist verschwenderisch mit Seiner Liebe zu uns, damit wir uns ihrer erfreuen können und sie dann großzügig an andere weitergeben können. Auch heute!

Sonntag, 19. Februar 2023

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat!

 

Johannes 13:34+35 und 15:13:

34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
15:13 Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde. 
 
Anbetung - Predigt 
Gebet - Abendmahl
Gemeinschaft
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade an, 
die Gegenwart seiner Liebe und die Zukunft seiner Fürsorge."
(Augustinus)

"Wie wunderbar ist es, eine sichere Zukunft zu kennen, 
zu wissen, dass der Himmel auf uns wartet."
(Corrie ten Boom)

Samstag, 18. Februar 2023

Richtet gerecht!

Gestern und vorgestern ging es an dieser Stelle um Jesu Warnung an Seine Nachfolger, nicht zu richten. Und doch stellt sich die Frage: Gilt das immer und in jeder Situation? Die Antwort gibt Johannes 7:24: „Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.“

Hier werden wir sogar aufgefordert, zu richten. Allerdings nicht nach dem, was vor Augen ist … nicht nach unserer Beobachtung … nicht nach unserer Meinung oder Beurteilung. Wer richtet hat allein eine Grundlage: die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Wer andere der Sünde bezeichnet, muss dies mit dem Wort Gottes begründen können. Das „Gefühl“, dass jemand im Recht oder Unrecht ist, ist zu wenig. Nicht unser Gefühl, unsere Interpretation oder unsere Meinung ist ausschlaggebend, sondern allein Gottes Wort.

Wir dürfen und sollen beurteilen, was Gottes Wort beurteilt. Urteilt Gottes Wort, dass eine Sache Sünde ist, urteilen wir auch und nennen es Sünde. Urteilt die Bibel, dass etwas nicht von Gott verurteilt wird, verurteilen wir auch nicht.

Natürlich gibt es Grauzonen, auch in der Interpretation verschiedener Bibelstellen. Das sollte uns allerdings nicht in eine ungeistliche Toleranz hineinlocken, sondern sollte uns motivieren, Gottes Wort zu studieren. Und wenn wir uns ein Urteil in einem Graubereich bilden müssen, dann lasst uns lieber zur Schrift hin irren, als von ihr weg.

Beim Urteilen im biblischen Sinn geht es nicht um das VERurteilen, sondern um BEurteilen. Dazu fordert uns Jesus auf. Das wollen wir tun, auf der Grundlage des Wortes Gottes und mit Seiner Liebe im Herzen. 

Wir laden herzlich ein zu unserem Gottesdienst:

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: Sonntag, 10:30 Uhr

Freitag, 17. Februar 2023

Langsam zum Zorn

Ich muss noch einmal auf unser Thema von gestern zurückkommen. Es ging um den Richtgeist, vor dem Jesus uns warnt. In Lukas 6:37 lehrt Jesus:

Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden!

Was man immer wieder feststellen kann ist die Tatsache, dass da gerichtet wird, wo jemandem etwas nicht gefällt. Städteplaner werden dann als „untalentierte Zementklötze“ tituliert, Schulleiter als „eingebildete Hobbyphilosophen“ und Politiker als „Penner“, „Idioten“ oder „Kriegstreiber“.

Bereits die Wortwahl beinhaltet Hass und Zorn. Und solche Wortwahl ist eines Jüngers Jesu nicht würdig. Nochmal: Eine solche Wortwahl ist eines Jüngers Jesu nicht würdig!“ – denn sie ist unseres Meisters unwürdig!

Jünger Jesu orientieren sich weder am Vokabular der Welt und schon gar nicht an ihrem Wesen. Jünger Jesu orientieren sich an den Redevorgaben der Bibel, z.B. an Kolosser 4:6:

Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.

Wo das Wort der Gnade nicht hinpasst, da sind wir besser still. Besser nichts sagen und unsere Meinung für uns behalten, als uns dem Vokabular der Welt anpassen und mit Hass und Beleidigungen um uns werfen. Das ist unseres Meisters unwürdig!

Nicht nur unserer Wortwahl, auch unser Wesen orientiert sich nicht am Stil dieser Welt, selbst wenn die Welt uns das Recht dazu gibt. (Sie gibt uns zu vielem das Recht, wozu Gott uns kein Recht gibt!) Jünger Jesu orientieren sich am Wesen Jesu, am Wesen Gottes. Und was ist das für ein Wesen? Was ist das für eine Natur, die wir in uns tragen? 2 Mose 34:6 erklärt:

Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue;

Langsam zum Zorn!

Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; (Jakobus 1:19)

Langsam zum Zorn!

Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! (Matthäus 11:29)

Sanftmütig und von Herzen demütig!

Darauf liegt die Verheißung der Ruhe, des Friedens. Liebe Geschwister! Ob im Gespräch mit Kollegen, ob in den sozialen Medien oder in der Diskussion mit Freunden, Feinden oder Andersdenkenden – lasst uns nie im Zorn agieren! Lasst uns weder das Vokabular, noch das Wesen der Welt adoptieren. Lasst uns vielmehr im Wesen Gottes leben, langsam zum Zorn, langsam zum Reden, groß an Gnade, barmherzig, treu, demütig und sanftmütig von Herzen. Das mag der Welt (und vielleicht sogar uns selbst) als Schwäche erscheinen. Aber in den Augen Gottes ist es wohlgefällig und segenswürdig.

Möge der Herr Dir und mir Gelingen schenken.

Donnerstag, 16. Februar 2023

Der Kampf des Nachtpfauenauges

Die Larfe des Nachtpfauenauges ist in einem flaschenförmigen Kokon eingesponnen. Um der herrliche Schmetterling zu werden, der er sein soll, muss sich das Insekt durch den engen Flaschenhals des Kokons zwängen. Das ist ein stundenlanger Kampf.

Insektenkundler haben festgestellt, dass der natürliche Druck, dem der Falter ausgesetzt ist, eine lebensspendende Kraft in die Flügel des Insektes hinein massiert.
 
Nun kommt jemand, der die scheinbar endlosen und unnnötigen Leiden und Kämpfe des Falters verkürzen möchte. „Ich werde dieser leidenden, hilflosen Kreatur helfen“, sagt er sich, holt eine kleine Schere und schneidet die letzten Fäden des seidenen Kokons durch, um dem Falter Schmerzen und Mühe zu ersparen. Was passiert? Das Nachtpfauenauge wird nie nützliche Flügel entwickeln. In der kurzen Zeit, die es überlebt, krabbelt es auf der Erde rum, anstatt sich mit den regenbogenfarbenen Flügeln in die Luft zu erheben.

Not, Leiden und Anfechtungen haben nicht zum Ziel, uns zu zerstören. Sie sind Teil des liebevollen Planes Gottes, uns mehr wie Jesus zu machen, Teil des Lehrplans Gottes für uns. Das geht nicht über Nacht, aber durch Gottes Gnade ist der Triumph groß.

Jemand hat es mit einer Schule verglichen: Die höchste Ausbildungsstätte Gottes ist die Universität der Anfechtungen und Leiden. Alle großen Diener Gottes haben an dieser Universität studiert. Wenn Du ein Werkzeug Gottes bist und einen Dienst hast für Gott, dann wirst Du durch Gottes Schulen gehen. Und viele der wichtigsten Lektionen kommen durch Anfechtungen und Leiden.

Die Frage ist natürlich: Will ich das überhaupt? Oder verzichte ich im Angesicht dieser Schulung lieber darauf, ein brauchbares Werkzeug Gottes zu werden? Nun, wer auf diese Frage antwortet: Lieber nicht Gott dienen und dafür auch nicht leiden, der hat Gott und Sein Werk noch nicht erkannt. Es ist, als spräche das schlüpfende Nachtpfauenauge: „Ich wähle die einfachere Variante, die ohne Leiden.“ Und das Ergebnis dieser Variante ist: ein kurzes, kümmerliches Dasein. Ein gefährliches Dasein. Ein Leben ohne Herrlichkeit, das an der Bestimmung vorbeigeht.

Nein! NIEMALS!

Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist,
schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit. 
 (2 Korinther 4:17)

Glücklich ist, wer die Bewährungsproben besteht 
und im Glauben festbleibt.
Gott wird ihn mit dem Siegeskranz, dem ewigen Leben, krönen. 
Das hat er allen versprochen, die ihn lieben.  
(Jakobus 1:12)
Quelle: wiki commons

Mittwoch, 15. Februar 2023

Richtgeist

Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden! (Lukas 6:37)

Wie wichtig ist uns dieser Bibelvers aus dem Mund Jesu … wenn es darum geht, dass andere uns nicht richten und verurteilen. Wie schmerzhaft ist es, wenn der Stab über uns gebrochen wird, ohne dass die Fakten bekannt sind.

Und umgekehrt? Können wir uns in die Situation derer versetzen, die (vor)verurteilt werden? Gehören wir vielleicht selbst zu denen, die nicht das Gute im Nächsten annehmen, sondern das Schlechte und schnell sind mit ihren Urteilen?

Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant einen Teller Suppe. Behutsam trägt sie die dampfende Köstlichkeit an einen Stehtisch und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke: Den Löffel hatte sie vergessen.

Als sie zum Tisch zurückkehrt, steht dort doch tatsächlich einer jener Leute aus Afrika, schwarzes Kraushaar, bunt gekleidet wie ein Paradiesvogel – und löffelt die Suppe. Zuerst schaut die Frau ganz verdutzt; denn aber besinnt sie sich, lächelt ihn an und beginnt, ihren Löffel zu dem seinen in den Teller zu tauchen. Sie essen gemeinsam.

Nach der Mahlzeit – unterhalten konnten sie sich kaum – spendiert der junge Mann ihr noch einen Kaffee. Er verabschiedet sich höflich. Als die Frau gehen will und unter den Tisch zur Handtasche greifen will, findet sie nichts – alles weg. Also doch! Ein gemeiner, hinterhältiger Spitzbube. Ich hätte es mir gleich denken können! Eine Gemeinheit! Enttäuscht mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist spurlos verschwunden.

Aber am Nachbartisch erblickt sie einen Teller Suppe ohne Löffel, inzwischen kalt geworden. Und unter dem Tisch hängt ihre Handtasche. Eine Anekdote ...

... aber so passend; so treffend. Ob die (innere) Verurteilung sich auf Menschen anderer Sprachen und Nationalitäten bezieht, auf Menschen anderer Hautfarben oder Kulturen, auf Christen anderer Prägung, auf Politiker anderer Parteien, auf Menschen eines anderen sozialen Standes (höher oder tiefer) …! Es gibt so viele Möglichkeiten, zu richten und zu verurteilen. Dabei verurteilen wir vorzugsweise solche, denen wir uns überlegen fühlen oder denen wir irgendwie verpflichtet sind.

Was für ein herrliches Zeugnis gibt uns Jesus! Zu der Ehebrecherin (für Christen heute eine Kardinalssünde) sagt Jesus in Johannes 8:11: „So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!“

Von Beginn an – wie auch in den Ankündigungen im Alten Testament – erscheint Jesus als sanftmütig, mitfühlend. Er geht nicht vom Guten im Menschen aus, denn Er weiß, dass der Mensch verdorben und sündig ist. Aber in unvergleichlicher Sanftmut nimmt er sich derer an, die verdorben und sündig sind. Ja, Jesus redet vom Gericht, dass auf jeden Menschen wartet. Aber heute ist nicht der Tag des Gerichts. Heute ist der Tag des Heils. Dazu lädt Jesus ein.

Und auch, wenn Er, als Richter, bereits heute richten dürfte, so sagt Er doch Seinen Jüngern:

Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden! (Lukas 6:37)

Nicht unser – aber Gottes Gericht ist gerecht und gut. Darum wollen wir Ihm das Richten und Urteilen überlassen. Wir hingegen wollen – im Geist und in der Sanftmut Jesu – einladen zum Heil in Ihm!

Herzliche Einladung zu unserer Bibelstunde, hete um 19:30 Uhr. Wir freuen uns über jeden, der kommt!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Herzich Willkommen!