„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 18. Januar 2023

Neues

Die Verse in Jesaja 43:15-19 scheinen fast einen Widerspruch zu beinhalten. Da heißt es:

15 Ich, der Herr, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König. 16 So spricht der Herr, der einen Weg im Meer bahnt und einen Pfad in mächtigen Wassern, 17 der Streitwagen und Rosse ausziehen lässt, Heer und Macht — da liegen sie miteinander, stehen nicht mehr auf; sie sind erloschen, wie ein Docht verglommen: 18 Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! 19 Siehe, ich wirke Neues, jetzt sprosst es hervor; solltet ihr es nicht wissen? Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde.

Klar und deutlich fordert der Herr uns auf, nicht mehr zurückzublicken, nicht mal an das Vergangene zu denken. Auf das Neue sollen wir schauen, auf das, was der Herr neu begonnen hat und was bereits sprosst und im Wachsen begriffen ist.

Herrliche Worte! Mut machende Verheißungen! Tröstender Neuanfang. Darauf wies Stefan uns vorgestern beim Männerabend hin. (Mann – Du hast es verpasst? Sorry für Dich! Mach Dir einen Vermerk in den Kalender: nächster Männerabend: 20. Februar!). Aber die Verheißung, Neues aufwachsen zu lassen gilt allen: Männern und Frauen, alt und jung! Aber, halt mal! Macht Gott nicht genau das Gegenteil in den ersten Versen? Blickt Er nicht zurück? Zitiert Er nicht das Frühere, erinnert an das Vergangene?

Hier die Lösung dieses (scheinbaren!) Widerspruchs:
Schau nicht zurück auf Dein Versagen, auf Deine Niederlagen, Deine Sünden und Dein Unvermögen! Lass es hinter Dir. Gedenke nicht!
Im Gegenteil: Erinnere Dich an Gottes Möglichkeiten, an Gottes Siege, an Gottes liebevolle Vergebung Deiner Schuld und an die vielen Beweise von Gottes Allmacht.

Fazit: Schau nicht zurück auf die entmutigenden Episoden Deines Lebens, aber erinnere Dich immer wieder an das mutmachende Eingreifen Gottes in der Vergangenheit und halte daran fest, dass Er ein Gott ist, der sich nicht ändert.

Und wenn Du von nun an nach vorne schaust und Ausschau hältst nach dem Neuen, das der Herr aufwachsen lässt, dann übersieh nicht, dass dieses Neue etwas Außergewöhnliches ist. Wie oft „vertrauen“ wir dem Herrn für kleine Dinge, die – falls der Herr nicht tätig wird – wir auch selbst in die Hand nehmen können. Aber der Herr möchte etwas ganz Anderes schaffen:

ð Wege in der Wüste

ð Ströme in der Einöde

Das ist eigentlich das, was man nicht erwartet, wo man wenig Einfluss drauf hat. Wege in der Wüste? Ströme in der Einöde? Könnten wir das bewerkstelligen, wenn´s der Herr nicht tut? Keine Chance! Entweder Er tut’s oder es geschieht nichts – keine Veränderung, nichts Neues!

Wenn Jesus unser Herr, unser Gott und König ist (Vs 15), dann dürfen wir in der Gegenwart leben und mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft gehen. Dann dürfen wir Großes von Ihm erwarten, denn das Alte ist vergangen; siehe alles ist neu geworden!

Rufe mich an, so will ich dir antworten
und dir große und unfassbare Dinge verkünden,
die du nicht weißt.

(Jeremia 33:3)

Wir laden herzlich ein zur Bibelstunde heute Abend. In Lukas 19 gibt es 2 Gruppen von Menschen, die sich um Jesus herum aufhielten. Zu welcher Gruppe gehörst Du? Außerdem Abendmahl (Teilnahme freiwillig), Anbetung, Gebet, Gemeinschaft. Herzlich Willkommen! 

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 19:30 Uhr

Dienstag, 17. Januar 2023

Ein besonderer Vers aus … dem 1. Buch Mose

Heute wollen wir mit einer neuen Dienstagserie beginnen. In jedem der 66 Bücher der Bibel wollen wir dienstags das Augenmerk auf einen besonderen Vers legen. Natürlich sind alle Verse der Bibel „besonders“, aber je einen der „Besonderen“ wollen dienstags hervorheben.

Im 1. Buch Mose gäbe es natürlich haufenweise „Besonderes“. Viele denken vielleicht, heute würde 1 Mose 3:15 zitiert oder 49:10. Man könnte auch die überaus herrliche Verheißung an Abraham aus 12:1-3 erwähnen. Aber es gibt einen anderen Vers, der mich immer wieder anspricht.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal eine Todesanzeige in der Lokalzeitung gelesen habe, in der der heutige Vers zitiert wird. Er passt! Ich könnte ihn mir in meiner eigenen Todesanzeige vorstellen. Zugegeben: Er ist ein wenig aus dem Zusammenhang zitiert, aber er passt einfach.

Als Abraham seinen Knecht nach Haran schickte, um dort eine Frau für seinen Sohn Isaak zu holen, ging Gott diesem Knecht voraus. Gleich am Ankunftstag in Haran zeigte ihm der Herr, wer Isaaks Braut werden würde. Am nächsten Morgen wollte sich der Knecht aufmachen, um mit der jungen Frau zurückzureisen zu Abraham und Isaak. Natürlich war die Familie des Mädchens über eine so schnelle Trennung nicht erfreut und wollte die Abreise hinauszögern. Darauf antwortet Abrahams Knecht in 1 Mose 24:56:

Haltet mich nicht auf,
denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben.

Was für eine herrliche, passende Aussage für das Leben eines Menschen, der mit Jesus unterwegs ist und sich dem Lebensende naht. Du und ich – vorausgesetzt wir gehören zu Jesus – sind auf einer Reise mit Jesus. Er führt uns Seine gnädigen Wege, gibt uns Gnade auf dem Weg mit Ihm und bringt uns sicher und mit Sicherheit ans Ziel. „Tod, wo ist Dein Stachel? Hölle, wo ist Dein Sieg?“ (1 Korinther 15:55)

Aber wir müssen diesen herrlichen Vers nicht auf unser Lebensende beschränken. Wenn wir mit Jesus unterwegs sind, wenn wir an Seiner Hand durchs Leben gehen, darf jeder von uns bekennen: „Der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben!“ Natürlich ist es richtig, dass wir manches Mal auch durch Zeiten gehen, wo das Licht Seiner Gnade unseren Augen und Gefühlen verborgen bleibt. Aber ist es deswegen nicht da? David singt in Psalm 23 von Gottes Gegenwart – selbst im finsteren Tal. Wenn Gottes Wort uns versichert, dass unser Hirte auch im finsteren Tal, in finsteren Zeiten und im Leid bei uns ist, dann dürfen wir auch dann im Glauben ausrufen und bekennen: „Der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben!“

Ist es keine Gnade Gottes auf unserer Lebensreise, wenn unser Hirte – obwohl der Feind uns ins Angesicht faucht und uns Angst machen möchte – trotzdem einen Tisch für uns bereitet? Im Angesicht unserer Feinde!

Wenn Du mit Jesus unterwegs bist, dann lass Dich durch nichts und niemanden aufhalten, denn dann hat der Herr Gnade zu Deiner Reise gegeben – egal, wie sich der gegenwärtige Reiseabschnitt gerade anfühlt. Seine Gnade genügt!

Montag, 16. Januar 2023

Heute! Männerabend @ CCFG - 19:30 Uhr!

 Heute, wie jeden 3. Montag im Monat treffen wir uns als Männer um 19:30 Uhr zu Andacht, Anbetung und Abendessen.

Komm! Bring Freunde mit! 

Wir freun uns über jeden, der dabei ist!

Gib nie auf!

Wieviel könnt Ihr noch ertragen, von meinen Leseproben aus Nik Ripkens Buch "Gottes unfassbare Wege"? Ein Satz der immer wieder vorkam war der Rat eines verfolgten Christen an den Autor: 

"Gib nie in der Freiheit das auf, was wir in der schlimmsten Verfolgung nie aufgegeben haben - unser Zeugnis von der Macht und Auferstehung Jesu Christi!"


Wow! Eigentlich denkt man doch genau umgekeht: Wenn Christen in der Verfolgung die Auferstehung Jesu bezeugen, dann werden Christen in der Freiheit das doch erst recht tun. Wenn Christen Jesus verkündigen unter Leiden, dann werden Christen ohne Leiden es doch erst recht tun.

Aber es ist umgekehrt. Wer unter Druck und Verfolgung aus Glaubensgründen lebt, der erlebt auch die Kraft dessen, um dessentwillen er verfolgt wird. Er hat keinen Ausweg, keine Ablenkung und keine andere Kraftquelle. Christen bezeugen: Die Verfolger haben mir alles genommen: Meine Familie, meinen Besitz, meine Gesundheit – alles! Aber der Glauben in meinem Herzen war mein Triumpf. Den konnte mir niemand nehmen. Da kam niemand dran.

Die Gefahr der Freiheit ist, dass die Verfolgung auf subtile Weise kommt. Manchmal sind die Freuden des Lebens für unser Zeugnis gefährlicher als die Folterknechte. Manchmal sind die falschen Freunde für unsere Beziehung zu Jesus eine größere Gefahr als die gefährlichen Feinde. Manchmal ist Reichtum und Erfolg für unsere Nachfolge ein größeres Hindernis als Gesetze.

Während meiner Bibelschulzeit sagte mir ein russlanddeutscher Mitschüler, der nach Deutschland hatte ausreisen dürfen: „Ja, es war hart in der Sowjetunion und wir mussten leiden für unseren Glauben. Aber hätte ich die Wahl noch einmal, wüsste ich nicht, ob ich den gleichen Schritt wieder machen würde. Die Freiheiten hier sind eine größere Versuchung als die Verfolgung unter dem Kommunismus.“

"Gib nie in der Freiheit das auf,
was wir in der schlimmsten Verfolgung nie aufgegeben haben
- unser Zeugnis von der Macht und Auferstehung Jesu Christi!"

Ich möchte mich von den Geschwistern belehren lassen, die in der schlimmsten Verfolgung am Zeugnis von der Macht und Auferstehung Jesu festgehalten haben. In der gottgeschenkten Freiheit, in der wir leben, wollen wir am Zeugnis von Jesus festhalten und es hineintragen in eine gleichgültige und dennoch hungrige Welt.

Verkünde das Wort Gottes.
Halte durch, ob die Zeit günstig ist oder nicht.
überführe, weise zurecht,
ermahne mit aller Langmut und Lehre!
(2 Timotheus 4:2)

Sonntag, 15. Januar 2023

Herzliche Einladung zum Gottesdienst! (Abschlussgottesdienst der Allianzgebetswoche)

 Heute wieder mit Sonntagszitat!

 Predigt:
Psalm 126:1-6
"Mit Tränen säen - mit Freuden ernten!"

1 Ein Wallfahrtslied. Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.
2 Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel; da sagte man unter den Heiden: »Der Herrhat Großes an ihnen getan!«
3 Der Herr hat Großes an uns getan, wir sind fröhlich geworden.
4 Herr, bringe unsere Gefangenen zurück wie die Bäche im Negev!
5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
6 Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben.

Anbetung - Predigt 
Zeugnis - Gebet - Abendmahl
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"Welche Freude, bei der Ernte mithelfen zu dürfen 
und an Gottes Wirken beteiligt zu sein."
(Dwight L. Moody)

Samstag, 14. Januar 2023

Diener, Belohnungen & Kronen … und die Füße Jesu

snapshot youtube
Das Bild im heutigen Blogeintrag faszinierte mich, als ich es gestern fand und erinnerte mich gleich an eine ganze Reihe Bibelverse. Die Besitzer herrlicher, wertvoller Kronen legen ihre Kronen nieder zu den Füßes dessen, dessen Krone im Mittelpunkt des Bildes zu sehen ist. Nachdem sie ihre Kronen abgelegt haben, stehen oder knien sie in Anbetung zu den Füßen dessen, den sie anbeten und würdigen.

Mich ermutigen Bibelverse, die uns verheißen, dass unser Leben und Wirken für Jesus nicht vergeblich ist (1 Korinther 15:58). Mich ermutigen Verse, die verheißen, dass der Herr unser Beten hört (Matthäus 7:7), unsere Tränen aufbewahrt (Psalm 56:9) und unser Mühen belohnt (1 Korinther 3:8).

Ganz konkret belehrte Jesus Seine Jünger, dass Menschen, die für Jesus leben, Lohn erwarten dürfen. Wie dieser Lohn aussieht – darüber sagt die Bibel wenig. Eine Art des Lohnes oder der Anerkennung sind Kronen. Jakobus 1:12 beschreibt die Krone des Lebens für solche, die Anfechtungen erdulden und sich bewährt haben. In 1 Petrus 5:4 wird die Krone der Herrlichkeit erwähnt für solche, die leitend in Gottes Herde tätig waren. In Offenbarung 3:11 scheint es um eine Krone für solche zu gehen, die in Verfolgung ausgehalten haben. Allerdings sind Kronen nicht der einzige Lohn, auf den sich Gotteskinder freuen dürfen.

Interessant im Zusammenhang mit Dienst für Jesus und unserem himmlischen Lohn sind die Verse aus Offenbarung 4:9-11:

Und jedes Mal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 so fallen die 24 Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sprechen: 11 Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

Jeder darf sich freuen auf die Belohnung, die Jesus allen verheißen hat, die mit und für Ihn leben. Wäre Freude und Eifer unangebracht, hätte Jesus sicher darüber geschwiegen. Umso erstaunlicher die Tatsache, dass die Ältesten ihre Kronen zu Jesu Füße werfen und Ihn anbeten.

Erst im Himmel werden wir erkennen, dass die Würde, Herrlichkeit und Majestät Jesu so gewaltig ist, dass Leben für Ihn keines Versprechens einer Belohnung bedarf. Was wir hier auf der Erde an Dienst für Jesus tun oder in welchem Maß an Hingabe wir für Ihn leben, bearf (eigentlich) keines weiteren Versprechen. Denn all unser Dienst und all unsere Hingabe verblassen im Glanz Seiner Majestät, Würde und der Erhabenheit Jesu. Das Gewicht Seiner Herrlichkeit lässt das Gesamtgewicht all unserer Dienste und Hingaben verblassen und schmelzen.

Bis dahin wollen wir uns freuen und auch motivieren lassen durch den Lohn, den Jesus denen verheißen hat, die für Ihn leben, denn das war sicher Seine Absicht, als Er uns all die herrlichen Verheißungen gegeben hat.

Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. (Matthäus 5:11+12)

Morgen findet der Abschlussgottesdienst der Allianzgebetswoche (auch) in unserer Gemeinde statt. Wir laden herzlich ein - gemeinsam mit anderen Geschwistern - den auferstandenen Jesus anzubeten und Ihm zu begegnen.

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Freitag, 13. Januar 2023

Gott als Kumpel?

In diesen Tagen höre ich durch das 2. Buch Mose. Immer wieder werde ich erinnert, wie detailliert Gottes Anweisungen sind; Anweisungen, die heute zwar nicht mehr gültig sind, die aber doch das heilige Wesen Gottes beschreiben. Unmengen an Gold sollen für Gottes Haus, den Tempel, verarbeitet werden. Nur das Beste soll verwertet und hergestellt werden. Der Tempel sollte als Prunkstück auf die Majestät, Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes hinweisen. Ich frage mich, ob mein Naserümpfen über den Prunk in manchen Kirchen meines Umfelds berechtigt ist. Scheinbar ist Prunk an sich nicht verwerflich, sofern dadurch Gott geehrt und Seine Heiligkeit gewürdigt wird. Selbst die Kleidung der Priester wurde bis ins Detail vorgeschrieben, und die würdige Dienstkleidung war deutlich unterscheidbar von der Alltagskleidung.

Während des Lesens kamen mir Aussagen in den Sinn, die ich später im 3. Buch Mose und im 1. Petrusbrief fand:

Ich, der Herr, bin es, der euch aus Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein. Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin. (3. Mose 11:45)

»Teile dem ganzen Volk der Israeliten Folgendes mit: ›Ihr sollt heilig sein, weil ich, der Herr, euer Gott, heilig bin. (3. Mose 19:2)

Heiligt euch und seid heilig, denn ich bin der Herr, euer Gott. (3. Mose 20:7)

Ihr sollt für mich heilig sein, weil ich, der Herr, heilig bin. Ich habe euch aus allen anderen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört. (3. Mose 20:26)

Aber jetzt sollt ihr in allem, was ihr tut, heilig sein, genauso wie Gott, der euch berufen hat, heilig ist. Denn er hat selbst gesagt: »Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin!« (1 Petrus 1:15+16)

Warum legten sich mir die Verse über die Vorschriften Gottes und Seine Heiligkeit so aufs Herz? Vermutlich weil ich beobachte, wie viele Christen sich über die Jahre von der Heiligung entfremden. Natürlich hat Jesus uns Gott nahegebracht. Jesus war „Gott zum Anfassen“. Er hat uns Brüder und Freunde genannt. Wir sind Gottes Kinder. Das „erhöht“ uns, aber es sollte Gott nie dahin erniedrigen, dass Er unser Kumpel wird.

Vielfach wird Gottes wunderbare Liebe und Seine unbegreifliche Gnade zur Entschuldigung für einen kumpelhaften Umgang mit Gott. Wir reden vom „Boss“, von „unserem Alten“ oder von „Dem da oben“, als sei der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs einer von Vielen. Wir fragen gar nicht mehr groß, was der Heiligung schadet und einem „heiligen Lebenswandel“ im Weg steht. Niemand möchte gesetzlich sein. Niemand möchte anders sein. Niemand möchte Pharisäer sein. Also passen wir uns an.

Quelle: printerest
In Gottes Wort haben wir verschiedene Berichte von Menschen, die mit der Heiligkeit Gottes konfrontiert wurde. Wenn immer das der Fall war, waren sie kurz vorm Sterben oder in Todesangst. Jesaja dachte, er müsse sterben und nachdem Johannes in der Offenbarung eine Vision des heiligen, erhabenen Retters sehen durfte, heißt es in Offenbarung 1:7a: „Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot.“

Dieser Johannes war 3 Jahre mit Jesus unterwegs gewesen. Er hatte mit ihm gegessen, geredet, argumentiert (?), ihm Vorschläge gemacht, gelacht und vielleicht auch geweint. Er war der Jünger, den Jesus liebte. Jesus und er waren Freunde. Aber dieser Johannes ist es auch, der wie tot zu Jesu Füßen fällt, weil er erkennt, WIE erhaben, allmächtig und heilig Jesus ist.

Vermutlich haben die erfahrenen Visionen dem alten Apostel Johannes – wie zuvor dem jungen Jesaja – enorm geholfen, in der Heiligung zu wachsen, den Unterschied zwischen heilig und unheilig zu erkennen und zu akzeptieren. Vermutlich hat es auch ihren Willen gestählt, der Heiligung von Herzen nachzujagen (Hebräer 12:14) und sie veranlasst, mal wieder Inventur zu machen und zu fragen: Was passt hinein in mein Leben … in mein Auftreten, in meinen Alltag … und was nicht? Jesus ist nicht unser Kumpel, sondern unser Freund und Bruder, aber auch unser Herr und unsere heilige Majestät.

Aber jetzt sollt ihr in allem, was ihr tut, heilig sein, genauso wie Gott, der euch berufen hat, heilig ist. Denn er hat selbst gesagt: »Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin!« (1 Petrus 1:15+16)

Donnerstag, 12. Januar 2023

Was für eine Antwort!

Kürzlich habe ich aus dem Buch „Gottes unfassbare Wege“ von Nik Ripken zitiert. Als ich es vor JAhren las, war ich tief beeindruckt.

An einer anderen Stelle im Buch erzählt er von einem Christen, der ein Wunder biblischen Ausmaßes erlebte, als ihm die kommunistische Regierung erlaubte, in England Theologie zu studieren. Als er nach 3 Jahre in der „freien“ Welt in sein kommunistisches Heimatland zurückkehrte, versammelte er die einheimischen Pastoren und berichtete ihnen: „Das einzig wirklich Wichtige, das ich in England gelernt habe, ist, dass wir frei sind. Wir sind frei, weil unsere Freiheit von Gott kommt und nicht von unserer Regierung. Wir müssen endlich anfangen, diese Freiheit zu leben.“

Eigentlich ein beschämender Satz aus dem Munde eines Menschen, der bereit ist sein Leben für den Glauben zu geben. Das einzige, was er in der „freien“ Welt gelernt hat ist, dass er auch in seinem Heimatland frei ist, weil Freiheit von Gott kommt und von keiner Regierung gegeben oder genommen werden kann.

Wie frei bin ich eigentlich? Wie frei bist Du? Gottes Wort sagt uns:

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. (Johannes 8:36)
  
Als Nachfolger Jesu bin ich also frei. Nicht frei zu sündigen oder frei, zu tun, was ich will. Nein, frei, Gott zu gehorchen. Zu tun, was Er möchte und zu lassen, was Ihm missfällt und für beides meine Stimme zu erheben und dafür aufzustehen.

Ich habe mich gefragt, ob ich erkannt habe, was dieser Pastor erkannt hat. Ich bin frei, Gott zu gehorchen, Ihm zu folgen und Jesus zu bezeugen – egal, ob das erwünscht ist oder nicht.

Vor Jahren sagte mir ein Freund, dass ein Grund für die Abwesenheit von Verfolgung in Deutschland sicher der ist, dass wir Christen gelernt haben, die Wahrheit für uns zu behalten.

Wir vertreten die Ehe von einem Mann und einer Frau, 
- aber wir predigen es nicht.
Wir sind für das Leben, 
- aber wir verteidigen es nicht.
Wir lehnen außereheliche Sexualität zwischen Mann und Frau ab, 
- aber wir haben uns ans Gegenteil gewöhnt und nehmen es stillschweigend hin.
Wir glauben an den Absolutheitsanspruch des Evangeliums, 
- missachten aber seine Dringlichkeit
Wir glauben an die Existenz von Himmel und Hölle, 
- reden aber nur vom Himmel.

Und ich frage mich, ob es sein kann, dass mein Freund Recht hat? Wir behalten zu viele Wahrheiten stillschweigend für uns, um niemandem weh zu tun. Das würde bedeuten: Ich lebe nicht wirklich in der Freiheit, zu der Jesus mich befreit hat. Ich bin gebunden von Angst, Menschengefälligkeit und Furcht vor Verlust von Freunden, Ehre oder Anerkennung.

Der Pastor hatte es erkannt: Wir sind frei, weil unsere Freiheit von Gott kommt und nicht vonm unserer Regierung. Wir müssen endlich anfangen, diese Freiheit zu leben.“

Wenn es unsere verfolgten Geschwister verstehen, dann wollen wir es auch verstehen. Jesus hat auch uns befreit. Nicht nur von Sünde und Schuld, auch von Menschenfurcht und Stolz.

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest
und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
(Galater 5:1)