„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 8. November 2022

Namen, Titel und Eigenschaften Gottes – W

Die nächsten beiden Wochen werden schon zu einer Herausforderung, wenn es um die Buchstaben X und Y geht. Aber der Buchstabe W scheint unerschöpflich, wenn es um Titel, Namen und Eigenschaften Gottes geht.

Natürlich kommen die Begriffe zunächst in den Sinn, die wir immer wieder besingen und im Gebet erwähnen. Aber gerade deshalb – weil sie so häufig benutzt werden – verlieren sie manchmal ihre Tiefe, ihre Schönheit und ihren Umfang. Zu den gängigen Eigenschaften und Namen gehören Begriffe wie Weg, Wahrheit, Wunderbar (als Name und als Eigenschaft), würdig, weise, wahrhaftig, die Wurzel Davids, das Wort, das Wort Gottes, das Wort des Lebens. Alle diese Begriffe sind uns geläufig – oft zu geläufig, und es mag die Zeit wert sein, über diese bekannten Namen oder Eigenschaften ein paar Minuten nachzudenken und zu überlegen: Warum sind diese Beschreibungen wertvoll für mich?

Aber es gibt durchaus Titel oder Wesenszüge Gottes mit „W“, die nicht so geläufig sind vielleicht sogar den einen oder anderen überraschen werden. So lesen wir in Psalm 22:6-9:

Zu dir riefen sie und haben Rettung gefunden; auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. 7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8 Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf: 9 »Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn befreien; der soll ihn retten, er hat ja Lust an ihm!«

Psalm 22 galt den Juden als messianischer Psalm. Mehrere Verse werden im Neuen Testament in Bezug auf Jesus zitiert. Ist Dir das „W“ Wort in den zitierten Versen aufgefallen?

Gut, in Zeiten des Tierschutzes mag man es kaum schreiben, aber einen Wurm würden die Meisten als relativ wertloses Tier einstufen. Man kann wenig bis nichts damit anfangen – bestenfalls an Hühner verfüttern. Würmer sind eher verachtet oder werden von vielen als eklig angesehen. Prophetisch beschreibt der Psalmist das gefühlte Elend Jesu am Kreuz und legt ihm die (inspirierten) Worte in den Mund: „Ich aber bin ein Wurm und nicht ein Mann.“

In Seiner Hilflosigkeit, Zerschlagenheit, Gottverlassenheit – in Seinem Zertretensein und Seinem Entstelltsein durch alles Leid wird Jesus hier als „Wurm“ bezeichnet. Der Mensch-gewordene Gott – erniedrigt zu einem „Wurm“.

Auch mit dem „Wind“ wird Gott in Verbindung gebracht. Jesus bringt den Wind in Verbindung mit dem Heiligen Geist, wenn Er in Johannes 3:8 erklärt: Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.

Als dann der Heilige Geist an Pfingsten kam, war das auch in Verbindung mit Wind, wie wir in Apostelgeschichte 2:2-4a lesen: Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. 4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt

Auch dem Propheten Elias begegnete Gott in einem sanften Säuseln des Windes.

Herrlich und aussagekräftig auch die Aussage in Johannes 15:1: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.

Jesus ist der Weinstock mit dem wir als Reben verbunden sein dürfen, der uns versorgt mit allem, was wir brauchen und zu dem reifen lassen möchte, was Seiner würdig ist. Und unser himmlischer Vater ist der Weingärtner, der nichts lieber sieht, als dass die Reben voll im Saft stehen und der Weinstock Frucht tragen. Weinstock und Weingärtner meinen es gut – nur gut –  mit den Reben.

„Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob!“

Ja, würdig ist Er! Würdig ist Er unseres Lobes!

Montag, 7. November 2022

Vogelfänger

Von August Gottlieb Meissner aus dem 18. Jahrhundert stammt die Geschichte über den Lockvogel. 

Ein Vogelsteller hatte seinen Herd bereitet und sein Fangnetz ausgelegt. Dazu hatte er einen Lockvogel gesetzt, der vortrefflich singen konnte.

Die Vögel in der Nachbarschaft hörten den herrlichen Gesang des Lockvogels, flogen herbei und sahen das im Netz leuchtende Futter. "Was für ein Überfluß an Speisen hier liegt“, sagten die Vögel zueinander. „Und wie freundlich uns unser Geselle, dem selbst so wohl ist, uns dazu einlädt! Diese gute Gelegenheit wollen wir sicher nutzen"; und damit stürzten sie sich auf das reichlich ausgestreute Futter.

Kaum hatten sie aber zu fressen begonnen, fiel das Garn, und sie verloren Freiheit und Leben.

Nur ein Vogel hatte sich abseits gehalten. Ihm rief jetzt der Lockvogel zu: "Wer hat dich allein so klug gemacht, daß du nicht näher gekommen bist?" "Nun, eine einfache Lehre meines Vaters“, antwortete der Angesprochene. „Sohn," sagte er oft zu mir, "wenn man dir etwas Verlockendes zeigt, gar so schön anzusehen und gar so leicht zu erlangen, so hüte dich; denn allzu oft liegt Betrug im Hinterhalt.“

Auch die Bibel spricht von Vogelfängern. Gott klagt durch den Propheten in Jeremia 5:26:

“Denn unter meinem Volk finden sich Gottlose;
sie liegen auf der Lauer, ducken sich wie Vogelsteller;
sie stellen Fallen, um Menschen zu fangen.“

Vogelsteller sind demnach in diesem Fall Gottlose (selbst innerhalb des Volkes Gottes), die nur ein Ziel haben: Menschen in die Gefangenschaft zu führen. Das mag eine Gefangenschaft in unbiblischen Sonderlehren sein oder eine Gefangenschaft unter einer Lehre, die nicht falsch ist, aber überbetont wird. Vielleicht ist es auch eine Gefangenschaft unter verschiedenen Gesetzen, die Gott so, wie sie von den Vogelstellern gelehrt werden, gar nicht offenbart hat. Es gibt sogar Menschen, die in unbiblischen „Freiheiten“ gefangen sind, d.h., die sich außerbiblische Freiheiten herausnehmen, die Gott nie für sie bestimmt hat.

Vogelsteller – innerhalb und außerhalb der Gemeinde Jesu – wollen in Gefangenschaft führen. Gott hat nie – NIE – diese Gefangenschaft für Seine Kinder vorgesehen. Darum ruft Er uns in Sprüche 6:5 zu:

Rette dich aus seiner Hand wie eine Gazelle und
wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers!

Oh!? Bei wem liegt denn da die Verantwortung zur Rettung? Man könnte meinen, bei uns selbst. Aber das stimmt nicht ganz! Bei uns liegt eine TEIL-Verantwortung. Wir retten uns aus der Hand des Vogelstellers, indem wir uns ZU JESUS retten. Er, unser Retter, nimmt uns dann unter Seine Fittiche, wie eine Henne ihre Küken. Der Psalmist erklärt in Psalm 91:3:

Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers
und vor der verderblichen Pest.

Satan, die Welt und unser Fleisch (unsere gelernte Unabhängigkeit von Gott) präsentieren uns täglich herrliches „Futter“, verlockendes Material, dass unser Leben leichter, schöner, erfüllter, satter und bunter macht. Aber in alle diesen Angeboten gibt es viel Kleingedrucktes. Und dabei geht es immer um Gefangenschaft. Wie heißt es in der Fabel:

„Wenn man dir etwas Verlockendes zeigt, gar so schön anzusehen und gar so leicht zu erlangen, so hüte dich; denn allzu oft liegt Betrug im Hinterhalt.“

Laufe heute zu Jesus! Lebe heute im Licht Jesu. Rette Dich heute zu Jesus. Bei Ihm ist Freiheit, wahre Sättigung und erfülltes Leben!

Sonntag, 6. November 2022

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat!

 Predigttext:
Kolosser 4:5+6

5 Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb der Gemeinde sind, und kauft die Zeit aus!
6 Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.
Anbetung - Gottes Wort 

Anbetung - Predigt
Gebet - Gemeinschaft
Einladung zu gemeinsamem Mittagessen!
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"Wenn man das Wort Gottes pflichtmäßig und mechanisch liest, wird man nicht viel Nutzen davon haben. Ich habe erst von der Zeit an Segen vom Bibellesen gehabt, als ich angefangen habe, die Bibel mit dem Fragezeichen der Selbstprüfung zu lesen. Dadurch wird das Wort lebendig und persönlich, wenn man sich beim Lesen des Wortes fragt: Habe ich das? Weiß ich das? Tue ich das? Will ich das? Wenn man so das Wort Gottes liest, dann fängt über dem Lesen der Herr an, mit uns zu reden. So kommt man, ohne dass man es merkt und weiß, ins Gebet hinein.
(Ernst Moderson)

Samstag, 5. November 2022

ALLES …

Alles, was ihr tut, das tut von Herzen,
als für den Herrn und nicht für Menschen.
(Kolosser 3:23) 

Es mag vor etwa 100 Jahren gewesen sein, da lebte ein Junge namens Harry. Der arbeitete für einen schottischen Schuhmacher namens Ian. Harrys Hauptaufgabe war, Leder für Schuhsohlen auszuklopfen und zu trocknen. Es kam ihm vor wie eine endlose Arbeit. Viele Male hätte er am liebsten hingeschmissen.

Was seine Aufgabe noch schlimmer machte, war die Tatsache, dass er immer wieder am Laden eines anderen Schusters vorbeikam. Wenn er durch dessen Fenster schaute, bemerkte er, dass dieser Schuster die Sohlen überhaupt nicht ausklopfte, sondern sie aus dem Wasser nahm, und, feucht wie sie waren, auf den Schuhen festnagelte. Eines Tages wagte sich Harry in diesen Schusterladen hinein und fragte scheu: „Ich sehe, dass Sie die Sohlen festnageln, während sie noch nass sind. Sind die genauso gut, als wären sie ausgeklopft worden?“

Der Schuster warf dem Jungen einen gemeinen Blick zu und antwortete: „Auf diese Weise bringen die Leute die Schuhe umso schneller zu mir zurück, mein Junge!“

Der Junge erzählte seinem Arbeitgeber von dem Vorfall und deutete an, dass er vielleicht Zeit verschwendete, das Leder so sorgfältig zu trocknen. Der ehrliche Schuster unterbrach seine Arbeit, öffnete seine Bibel zu Kolosser 3:23 und las: „Was ihr tut, tut alles zur Ehre Gottes.“

„Harry“, sagte er dann, „ich schustere Schuhe nicht nur für die 50 oder 75 Cent, die ich von meinen Kunden bekomme. Ich tue dies zur Ehre Gottes. Ich erwarte, jeden Schuh, den ich jemals repariert habe, in einem großen Haufen vor dem Richterstuhl Christi zu finden, und ich möchte nicht, dass der Herr an jenem Tag zu mir sagt: ‚Ian, das war eine schlechte Arbeit. Du hast hier nicht dein Bestes gegeben.‘ Ich möchte, dass er sagen kann: ‚Gut gemacht, guter und treuer Diener‘“

In Kolosser 3 ab Vers 18 geht es um unsre Ehen, um möglicherweise ätzende Eltern und stressige Kinder und um Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und diese Lebensbereiche werden eingerahmt durch Vers 17 und Vers 23:

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
(Kolosser 3:17)
 

Alles, was ihr tut, das tut von Herzen,
als für den Herrn und nicht für Menschen.
(Kolosser 3:23)

In jedem dieser Bereiche geht es nicht um den Blickwinkel eines Ehetherapeuten, eines Diplomerziehers, eines DGB Handbuchs oder eines Arbeitgeberverbandes.

Tips aus deren Blickwinkel mögen nicht alle schlecht sein. Aber die Hinweise in unserem Text aus dem Wort Gottes sind allesamt gut. Sie bieten die Hilfe an, die über allen andern steht und die verbindlicher für uns ist als alle anderen Angebote. Alle andern Angebote müssen sich messen lassen an dem, was uns Gottes Wort als Grundlage gibt.

In allen unseren Lebensbereichen, den oben erwähnten und denen außerhalb der oben erwähnten gilt als Erfolgsregel:

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
(Kolosser 3:17)

Freitag, 4. November 2022

Warum noch beten?

Was ist schon der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten,
und was nützt es uns, ihn anzurufen?«
(Hiob 21:15)

Ich lese und höre gerne alles Mögliche zum Thema „Gebet“. Aber es beschämt mich immer, darüber zu reden, obwohl es leichter ist, darüber zu reden oder zu schreiben. In meinem eigenen Leben besteht noch gewaltiges Potential nach oben.

Ermutigt werde ich immer durch Zeugnisse, wenn Menschen berichten, wie sie aufgrund von Gebet Jesus erfahren haben. So las ich, dass die 1870er Jahre im US Bundesstaat Minnesota / USA auch ‚Heuschreckenjahre‘ genannt werden. 1873 fraßen riesige Schwärme von Heuschrecken alle Bohnen und Tabakpflanzen weg, dazu die halbe Getreideernte.

Entgegen den Vermutungen überlebten die Heuschreckenlarven den strengen Winter. Im nächsten Jahr fraßen sie die Bohnen, den Mais und die Kartoffelfelder ab. Das setzte sich fort.

Viele Siedler verließen Minnesota … zu früh! Denn 1877 rief John Pillsburry, der Gouverneur des Bundeslandes, einen Tag des Fastens und Betens aus. Das klingt heute unvorstellbar. Kein Landesvater, kein Ministerpräsident würde heute einen landesweiten Bet- & Fastentag ausrufen. Hat’s denn damals was gebracht?

Der nächste Tag wurde hell und sonnig. Die Temperaturen im April stiegen auf Hochsommerwerte. Die Menschen waren am Boden zerstört, als sie feststellten, dass Milliarden von Heuschreckenlarven durch die ungewöhnliche Hitze schlüpften.

Aber am vierten Tag fiel die Temperatur derart, dass in der Nacht Frost den ganzen Bundesstaat überzog. Ergebnis: All die Eier und Larven überlebten nicht und die bereits flugbereiten Heuschrecken zogen in Riesenschwärmen ab. GEBET hatte Gewaltiges bewirkt!

Jeder von uns hat Fragen über das Gebet. Aber das beunruhigt Gott nicht und es verstört oder ärgert Ihn auch nicht!

Eines der großen Mysterien des Glaubens ist, dass Gott möchte, dass wir beten und mit ihm über alles sprechen, obwohl Er bereits alles weiß. Warum also noch beten?

Ruben Torrey lebte im 19. Jahrhundert und nannte u.a. folgende Gründe für das Gebet:

  1. Weil es einen Teufel gibt und das Gebet ein von Gott festgelegter Weg ist, ihm zu widerstehen (Epheser 6:12, 13,18).
  2. Weil das Gebet Gottes Weg ist, um von ihm zu bekommen, was wir brauchen (Lukas 11,3-13; Jakobus 4,2).
  3. Weil das Gebet das Mittel ist, das Gott für uns bestimmt hat, um „Gnade und Hilfe zu finden in Zeiten der Not“ (Hebräer 4,16).
  4. Weil Gebet mit Danksagung Gottes Weg ist, uns von Angst zu befreien und „Gottes Frieden“ zu empfangen (Phil 4,6.7).

Wie ermutigend, dass Jesus nicht zornig war auf Petrus, Jakobus und Johannes, als sie im Garten Gethsemane Schliefen, statt beteten. Wie tröstlich, als die Jünger in Matthäus 8 zu Jesus um Hilfe schrien und Er ihnen half – obwohl Er sie hinterher Kleingläubige nennt.

Diesseits der Ewigkeit werden sicher nicht alle unsere Fragen betreffs Gebet beantwortet werden. Aber diesseits der Ewigkeit dürfen wir weiterbeten – trotz unserer Fragen … trotz unserer Zweifel … trotz unserer Schwachheiten.

Unser Gott ist gnädig, geduldig und Er hört uns in unserer Schwachheit!

 Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.
Jakobus 5:16b