„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Freitag, 16. April 2021

Herausforderungen

Manchmal gleicht unser geistliches Leben einem Labyrinth, in dem wir den Weg zwar kennen, denn er ist uns aufgzeichnet; aber es gibt so viele andere Angebote. Wege, die scheinbar leichterer, schneller oder erfolgversprechender sind. Es sind Irrwege, die uns herausfordern, aber sie sind nicht immer als solche zu erkennen.

 
Vor nicht ganz 20 Jahren wurden in der Zeitschrift „Discipleship“ (Jüngerschaft) die Ergebnisse einer interessanten Umfrage veröffentlicht. Interessant aus dem Grund, weil man vermuten kann, dass sich an den Ergebnissen nicht ausgesprochen viel verändert hat.

Von den Lesern der christlichen Zeitschrift wurde erfragt, welche Bereiche im Leben die größten Herausforderungen darstellten. Folgende 9 Bereiche wurden gelistet:

Die größten Herausforderungen für das geistliche Leben finden sich in den Bereichen:
    1. Materialismus
    2. Stolz
    3. Ichbezogenheit
    4. Faulheit
    5./6. Ärger, Bitterkeit und Sexuelle Lust (gleiche Punktzahl)
    7. Neid
    8. Völlerei
    9. Lügen

Wenn wir die Ergebnisse dieser Umfrage lesen, werden wir feststellen, dass sicher mehrere Bereiche auch zu den Top Herausforderungen für unser geistliches Leben zählen. Das ist weder schlimm noch erstaunlich. Auch wir Christen gehören zur in Sünde gefallenen Gattung „Mensch“, und Satan wird immer versuchen, uns zu Fall zu bringen. Anfechtungen zu erfahren, herausgefordert zu werden - das  ist an sich noch keine Sünde. In den Bereichen nachzugeben – darin liegt die Übertretung.

Der Zeitschriftartikel offenbarte aber noch mehr. 81%(!) der Umfrageteilnehmer stellten fest, dass Versuchungen dann stärker waren, wenn sie ihre Zeit mit Gott vernachlässigt hatten 57% waren anfälliger, wenn sie körperlich müde waren

Und auch betreffs Standhaftigkeit in Versuchung gab es Erfahrungen: Der Versuchung zu widerstehen gelang 84% der Befragten durch Gebet, 76% durch Vermeidung von kompromittierenden Situationen, 66% durch Bibelstudium und 52% durch Rechenschaftspflicht gegenüber einem Freund oder Seelsorger.

So, und was nun tun mit diesen Informationen? Hier einige Vorschläge:

Lies Dir die Liste noch einmal durch und sprich mit dem Herrn jeden Bereich durch. Konzentrier Dich dabei auf die Bereiche, die Dich persönlich herausfordern.

Wenn Du auf einem oder mehreren Gebieten besonders stark zu kämpfen hast, dann überleg, ob Du Jesus genug Zeit in Deinem Leben einräumst, Dich zu formen, zu verändern und zu prägen.

Und schließlich lies Dir noch einmal die Erfahrungen durch, die so vielen geholfen haben, in Herausforderungen standhaft zu bleiben. Überleg Dir, ob die eine oder andere Erfahrung bei Dir ausgebaut werden könnte / sollte.

Lass dich nicht vom Bösen überwinden,
sondern überwinde das Böse durch das Gute!

(Römer 12:21)

Aber in dem allem überwinden wir weit
durch den, der uns geliebt hat.

(Römer 8:31)

Donnerstag, 15. April 2021

Freundschaft

In seinem Buch über Tugenden berichtet W.J. Bennett über zwei Freunde, die miteinander unterwegs sind, als plötzlich ein Bär auftaucht. Bevor der Bär sie sah, flüchtete einer der beiden Freunde zu einem Baum, kletterte hoch hinauf und versteckte sich dort. Der andere konnte nicht mehr entkommen, warf sich flach auf den Boden und täuschte vor, tot zu sein.  

Der Bär kam auf ihn zu und schnupperte überall um ihn herum, aber der Todgeweihte hielt vollkommen still und hielt den Atem an. Man sagt nämlich, dass ein Bär eine Leiche nicht anrühren wird. Und tatsächlich – der Bär hielt ihn für eine Leiche und ging weg. Als die Luft wieder rein war, kletterte der andere Freund vom Baum herunter und fragte seinen Reisegefährten, was der Bär ihm denn zugeflüstert habe, als er sein Maul an sein Ohr legte. Der Freund antwortete: "Er sagte mir, ich solle nie wieder mit einem Freund reisen, der sich beim ersten Anzeichen von Gefahr aus dem Staub macht. "

Die Bibel hat nicht wenig über Freundschaft zu sagen. In den Sprüchen wird man fündig, wenn es in Kapitel 17:17 heißt:

Ein Freund liebt zu jeder Zeit,
und als Bruder für die Not wird er geboren.

In Zeiten der Not stellt Gott uns Menschen zur Seite, deren Aufgabe es ist, uns in unserer Not zu begleiten und den Kampf gemeinsam zu bestehen.

In Zeiten der Not Anderer möchte Gott aber auch uns den Bedürftigen zur Seite stellen. Unsere Aufgabe ist es, mit dem Andern durch seine Not zu gehen und mit ihm gemeinsam den Kampf zu bestehen.

Ein Freund liebt zu jeder Zeit, 
und als Bruder für die Not wird er geboren.

Wenn wir so leben, werden wir die Erfahrung machen, die in uns Sprüche 18,24 beschreibt:

Wer viele Gefährten hat,
der wird daran zugrunde gehen,
aber es gibt einen Freund,
der anhänglicher ist als ein Bruder.

Christen haben den Heiligen Geist, der uns befähigt, Freund und Bruder zu werden. Aber wir haben zusätzlich das herrliche Vorbild Jesu. Auch Er redet über Freundschaft und zeigt uns durch sein eigenes Leben, was Er damit meint (Johannes 15:13-15):

Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles verkündet habe, was ich von meinem Vater gehört habe.

Jesus nennt die Seinen Freunde. Er offenbart das größte Zeichen der Freundschaft: Er belehrt Seine Jünger nicht nur, sondern ist auch bereit, Sein Alles – Sein Leben für sie zu opfern.

Jesus hat nicht Sicherheit gesucht, als Elend und Gefahr drohten. Er hat sich auch nicht – wie im Beispiel oben – totgestellt. Jesus hat das Opfer als Zeichen Seiner Freundschaft gebracht, hat die Hand ausgestreckt zu jedem und uns eingeladen, zu Seinem Freundeskreis zu gehören.

Gleichzeitig hat Er uns in Seinem Wort den Maßstab gesetzt, dem wir folgen sollen:

Ein Freund liebt zu jeder Zeit,
und als Bruder für die Not wird er geboren.

Herr, wem möchtest Du dass ich heute Freund bin – nach Deinem Vorbild?

Mittwoch, 14. April 2021

Der Tod im Topf

In 2 Könige 4 wird uns über die Jünger der Propheten berichtet. Während einer Hungersnot sammelte einer von ihnen wildes Rankengewächs, um es in einem Gemüseeintopf  zu verwerten. Das Gewächs war allerdings giftig und verursachte Probleme – die scheinbar mit dem Tod enden konnten. Nur durch Gottes Eingreifen durch Seinen Propheten Elisa konnte das Problem gelöst (und sogar das Essen gerettet) werden.

Der Tod ist im Topf! Das ist ein gängiges Problem auch in vielen Christenleben und Gemeinden, die nicht bei dem bleiben, was sie kennen. Wenn die Grundlage des Wortes Gottes verlassen wird, wenn „Neues“ hinzugefügt und „Vertrautes“ weggelassen wird, dann ist der Tod im Topf!

John MacArthur berichtet von einer Gemeindealten Gemeinde in England, auf deren Eingangsschild zu lesen war: “Wir predigen Christus, den Gekreuzigten." Was für ein starkes Zeugnis, was für eine solide Grundlage.  

Nach einiger Zeit wuchs Efeu am Schild hoch auf und überwucherte die letzten 2 Worte. Jetzt las man noch: "Wir predigen Christus."

Der Efeu wuchs weiter. Bald war nur noch zu lesen: _ Wir predigen.

Dann, so MacArthur, war irgendwann das ganze Schild zugewachsen – und die Gemeinde starb!

Der Tod ist im Topf, wenn das Wort Gottes durch Menschenwort ersetzt wird, wenn biblische Lehre menschlichen Meinungen weichen muss, wenn die Predigt durch Politik erstickt wird.

Der Tod ist im Topf, wenn biblische Aussagen der Zeit angepasst und „neu“ verstanden werden. Was Jahrtausende klar und verständlich war, wird im Zeichen „neuer Erkenntnisse“ und „neuer Gesetzgebungen“ neu interpretiert. Aber genau damit holt man sich das giftige Rankengewächs ins Haus und ins Leben und schon ist der Tod im Topf.

Nicht wenige Christen sehnen sich nach Erweckung, nach neuem Leben und neuer Kraft. Die werden wir allerdings nur erfahren, wenn wir „unvergiftete Gemüsesuppe“ essen – das geistlich Bewährte behalten und auf das neue Unbekannte verzichten. Gott ist weder dabei, Sein offenbartes Wort zu erweitern, noch ist Er dabei, Sein offenbartes Wort zu korrigieren.

„Wir predigen!“ – das ist zu wenig! „Wir predigen Christus!“ – auch, denn welchen Christus predigen wir? „Wir predigen Christus, den Gekreuzigten!“ Damit folgen wir dem biblischen Vorbild des Apostels, der in 1 Korinther 1:23 bekennt:

Wir verkündigen Christus den Gekreuzigten, 
den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit;

und in 1 Korinther 2:2 fügt er hinzu:

 Denn ich hatte mir vorgenommen,
unter euch nichts anderes zu wissen als nur
Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.

Kein giftiges Rankengewächs soll unser Zeugnis ersticken und den Tod in unserem Gemeindetopf bewirken … oder in unserem persönlichen Leben mit Jesus. Wenn Jesus Mittelpunkt unseres Glaubens bleibt und Sein unverfälschtes Wort unser Fundament, dann bleibt unsere Gemeinschaft mit Jesus gesund und erweckt!

Dienstag, 13. April 2021

Start heute: 30 Tage Gebet für die islamische Welt!

In aller Welt beten hingegebene Christen ab heute 30 Tage lang für Anliegen zur Ehre Gottes in der islamischen Welt. Mach mit! Gott erhört Gebet. Die Anliegen für die 30 Tage kannst Du HIER herunterladen!

https://www.30tagegebet.de/fileadmin/_processed_/2/a/csm_Cover_Erwachsenenausgabe_0ca7a35152.jpg

Gottes Verheißungen im Buch der Sprüche

Das Buch der Sprüche ist ein herrliches Buch. Man muss es nicht im Zusammenhang lesen, denn es ist keine Geschichte, kein Bericht oder kein zusammenhängender Text. Es ist eine Sammlung von weisen, Gott-inspirierten Sprüchen, die hauptsächlich aus der Feder Salomos stammen. In 1 Könige 4:32 wird uns berichtet, dass Salomo 3000 Sprüche der Weisheit von sich gab, Ca 800 Verse sind im Buch der Sprüche festgehalten.

Dabei geht es themenmäßig um fast alles, was das Leben des Menschen angeht. Es ist durchaus lohnenswert, die 31 Kapitel zu lesen, am besten mit Buntstiften zum Unterstreichen in der Hand. Eine Farbe kann reserviert werden für viele Verheißungen, die sich verstreut im Buch finden. Heute sollen an dieser Stelle nur zwei gelistet werden.

Sprüche 18:10 gibt uns die bekannte, herrliche und in unserer Zeit sicher äußerst bedeutungsvolle Verheißung:

Der Name des Herrn ist ein starker Turm;
der Gerechte läuft dorthin und ist in Sicherheit.

Der Name des Herrn … was ist Sein Name? Wollten wir die alle auflisten, würde es eine lange Liste. Aber wir können stellvertretend einige der Namen Gottes erwähnen und erkennen, dass der Name – die Person – des Herrn uns tatsächlich in Sicherheit bringt, wie es Sprüche 18:10 verheißt:

  • Der Name „El shaddai“ – der Allmächtige – verheißt, dass der Herr alles in Bewegung setzen kann für die, die sich bei Ihm bergen!
  • Der Name „Jehovah-Raah“ – der Herr mein Hirte – verheißt, dass Er mich versorgt!
  • Der Name „Jehova Rapha“ – der Herr mein Heiler – verheißt, dass Er sich in Krankheit um mich kümmert!
  • Der Name “Jehova Tsidkenu” – der Herr meine Gerechtigkeit – verheißt, dass wir gerecht sind in Ihm!
  • Der Name “Jehova Mekoddishkem” – der Herr der mich heiligt – verheißt, dass in Ihm meine Heiligung zu finden ist.
  • Der Name “Jehova Jireh” – der Herr mein Versorger – verheißt Gottes Fürsorge für mich!

Und wir könnten mit unzähligen Namen und Bezeichnungen für Gott fortfahren. Alles Namen Gottes, die zum Ausdruck bringen, wie sicher wir in Seiner Gegenwart sind. Was ist Deine Not? Lauf zum Herrn. In Seinem Namen findest Du Schutz und Sicherheit.

Eine zweite Verheißung aus dem Buch der Sprüche soll hier auch noch erwähnt werden. Eine Verheißung, die sowohl im Alten, wie im Neuen Testament hundertfach Unterstützung findet. In Sprüche 28:13 heißt es:

Wer seine Schuld verheimlicht,
dem wird es nicht gelingen,
wer sie aber bekennt und lässt,
der wird Barmherzigkeit erlangen.

Gibt es Gewaltigeres? Gibt es Herrlicheres? Du darfst die Lasten Deiner Seele, die Leichen aus dem Keller Deines Lebens, Dein Versagen und Deine Unabhängigkeit vor Jesus dem Herrn bekennen, Dich davon abwenden und im Leben ganz neu durchstarten auf einem neuen Weg mit Jesus. Was für eine Verheißung aus dem Buch der Sprüche Salomos!

Montag, 12. April 2021

Anbetung (noch einmal)

Schade, dass das Wort „Anbetung“ zu einem so einseitigen Wort geworden ist mit so vielen falschen oder zumindest irreführenden Synonymen.

Am 26. März hatten wir uns an dieser Stelle schon einmal zu dem Thema Gedanken gemacht. Anbetung verknüpfen die (vielleicht) meisten Christen mit angenehmen Gefühlen, Musik und einer begrenzten Zeit der Sorglosigkeit. Leider schadet diese Vorstellung biblischer Anbetung mehr als sie nützt. Denn fehlen die angenehmen Gefühle, fehlt die Musik oder tragen wir eine Sorgenlast mit uns herum, ist Anbetung nicht angesagt. „Kein Bock“, „keine Kraft“ oder keine „Vision“ für die Anbetung Gottes. Das aber ist tragisch, denn wahre Anbetung Gottes ist nicht in unserem Gemütszustand oder unserer Laune gegründet.

Wenn Paulus und Silas um Mitternacht den Herrn unter Schmerzen im Gefängnis loben …
Wenn Hiob den Herrn preist, nachdem er Besitz und jedes seiner 10 Kinder verloren hat …
Wenn David sagt, dass er den Herrn loben WILL …

Dann belegt all das, dass unverfälschte Anbetung im Wesen Gottes und nicht im Gemütszustand des Anbeters gegründet sein muss.

Einen kleinen Nachschlag heute morgen zum Thema. In unserer Bibelstunde haben wir kürzlich in Hiob 40:5 die Aussage Hiobs gelesen:

Ich bin zu gering! Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!

Gerade zuvor hatte Gott 2 Kapitel lang Seine Größe und Schöpfermacht offenbart. Wie beeindruckend muss die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes sein, die den immer noch leidenden Hiob sagen lässt: „Ich will meine Hand auf meinen Mund legen!“

Das ist ein weiterer Aspekt der Anbetung: die Hand auf den Mund legen! Ein Bibellehrer schreibt dazu: "Vielleicht ist die ungewöhnliche Geste, die Hiob hier ausführt, eine der würdigsten Anbetungsgesten von allen: den Mund mit der Hand bedecken. Diese Handlung ist ein Zeichen totaler Unterwerfung. Man kann auf dem Angesicht liegen und weinen und immer noch plappern. Aber die Zunge aufzugeben – das bedeutet: alles hinzugeben"

So Hiob. Er legt seine Hand auf den Mund. Kein unbedachtes Reden mehr. Kein Singen, kein Tanzen, kein übermäßiges Freuen. Nur Staunen und Gott Gott sein lassen! Wahre Anbetung!

Einen weiteren Impuls zum Thema Anbetung gibt William Temple, der Erzbischof von Canterbury. Temple definierte Anbetung „als Belebung des Gewissens durch die Heiligkeit Gottes“. Für ihn bedeutet Anbetung die „Speisung des Geistes mit der Wahrheit Gottes“, und die Reinigung der Vorstellungskraft durch die Schönheit Gottes.“ Dazu kommt die „Öffnung des Herzens für die Liebe Gottes und die Hingabe des Willens an die Ziele Gottes.“

Das muss man einsinken lassen. Erfrischend! Eine Definitionen zum Thema Anbetung, die unseren Geist und unser Verständnis herausfordert und unseren Horizont erweitert. Aber ein wichtiger Schritt, damit wahre, biblische und Gott wohlgefällige Anbetung nicht verkümmert, sondern neu entdeckt und vertieft wird. Möge der Herr uns lehren, Ihn zu anzubeten.

Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Johannes 4:23+24)