„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Montag, 10. Juli 2017

Warum sitze ich bei den Schweinen?

Wir alle kennen den biblischen Bericht vom verlorenen Sohn, der sich sein Erbe zu Lebzeiten seines Vaters auszahlen ließ, es mit Saufen und Huren vergeudete und sich dann in einem Saustall zum Schweinehüten wiederfand. Wie schlimm das für ihn gewesen sein muss und wie tief er gefallen war, kann man sich kaum vorstellen, denn Schweine waren höchst unreine Tiere in seiner Religion. Den Bericht über diesen jungen Mann finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 15. Dann heißt es in Vers 15, dass er in sich ging … zu sich kam.

Im Saustall hatte er Zeit zum Nachdenken und wird sich gefragt haben: „Warum sitze ich hier bei den Schweinen? Warum die gegenwärtige Misere?“ Die Antwort darauf hätte verschieden ausfallen können. Er hätte seine Freunde beschuldigen können. Die hatte er gehabt. Solange er geben konnte, solange war er willkommen. Solange er Partys schmeißen konnte, war er ihr Held. Aber als sein Geld zu Ende ging, wurden seine Freunde immer weniger, bis dass der Letzte weg war.   
Er hätte auch die Frauen beschuldigen können. Frauen hatte er zur Genüge gehabt. Warum hatten sie ihm das Geld aus der Tasche gezogen, warum immer wieder Liebe vorgespielt, solange er der zahlende Casanova war? Jetzt hatte er niemanden mehr.

Von alledem steht nichts im Wort Gottes. Für sein äußeres und inneres Elend beschuldigte er weder früheren Freunde, noch seine vielen Gespielinnen. Er suchte die Schuld alleine bei sich. „Warum sitze ich hier bei den Schweinen?“ beantwortete er sich selbst mit den Worten: „ich habe gesündigt gegen Gott und meinen Vater. Ich habe keine Gnade mehr verdient!

Heute stellen sich viele Menschen eine ähnliche Frage. „Warum sitze ich hier bei den Schweinen? Warum geht es mir so dreckig? Warum finde ich mich hier an diesem Ort, wo ich eigentlich gar nicht sein möchte? Wie konnte es soweit mit mir kommen?

Viele, die diese Frage stellen, beschuldigen Gott. „Warum lässt Gott das zu? Warum verhindert er es nicht?“ Man sucht die Schuld außerhalb sich selbst.
Andere würden Gott nie beschuldigen. Sie suchen die Schuld bei anderen Menschen – beim Chef, beim Kollegen, beim Nachbarn oder sogar beim Freund. Der Knecht, dem eine Millionenschuld vergeben wurde, scheint den Grund seiner Zahlungsunfähigkeit – zumindest zum Teil – in seinem Mitknecht gefunden zu haben, der ihm ein paar Cent schuldete. Auch Adam war schnell dabei, den Grund für seine Misere in Eva gefunden zu haben. Das war ein einfacher und bequemer Weg. Der verlorene Sohn reagierte ganz anders.

In Jesaja 55:6-11 stehen interessante Verse:

 Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, während er nahe ist! Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken; und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst — genau so soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe!

Nicht zu hören, was Gott im Himmel uns Menschen zu sagen hat, ist wohl der Hauptgrund für unsere Not im Leben. Das gilt für Menschen, die Gott kennen wie auch für den Rest.
Dazu kommt, dass wir es viel zu oft vernachlässigen, an Jesus abzugeben. Wir horten unsere Nöte, bis dass wir zusammenbrechen (mehr davon morgen). Die Jesajaverse hingegen helfen uns, ähnliche Positiverfahrungen zu machen, wie der verlorene Sohn:

Den Herrn suchen, solange Er zu finden ist. Das ist JETZT!
Ihn anrufen, während Er nahe ist. Auch JETZT!
Den verkehrten Weg verlassen (was nicht immer leicht ist) …
… und zu Gott umkehren – auch das ist JETZT!

Gott hat viel Gutes vor. Er möchte uns bei den Schweinen wegholen. Er möchte uns da wegholen, wo wir nicht hingehören. Er möchte uns zurückholen ins Vaterhaus und uns segnen mit Seinem Regen.

Sonntag, 9. Juli 2017

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss 

Predigttext heute
Esther 8:1-17
 
1 Noch am gleichen Tag schenkte König Xerxes der Königin Ester das Haus des Judenfeindes Haman. Mordechai aber erhielt Zutritt zum König, denn Ester hatte dem König mitgeteilt, wie er mit ihr verwandt war.  
2 Der König zog den Siegelring, den er Haman wieder abgenommen hatte, vom Finger und gab ihn Mordechai, und Ester setzte Mordechai zum Verwalter über Hamans Besitz ein. 
3 Doch dann musste sich Ester noch einmal an den König wenden. Sie fiel ihm zu Füßen, weinte und flehte ihn an, die Ausführung des Verbrechens zu verhüten, das Haman aus Agag gegen die Juden geplant hatte.  
4 Der König streckte ihr das goldene Zepter entgegen. Da erhob sich Ester, trat vor ihn hin  
5 und sagte: "Wenn es dem König recht ist, wenn ich seine Gunst gefunden habe, wenn die Sache dem König angemessen erscheint und ich in seinen Augen Gefallen gefunden habe, dann möge er den Erlass widerrufen, den Haman Ben-Hammedata aus Agag aufgesetzt hat, um die Juden in allen Provinzen des Reiches auszurotten.  
6 Denn ich kann es nicht mit ansehen, wie mein eigenes Volk ins Unglück gestürzt und vernichtet wird."  
7 Da sagte König Xerxes zu Königin Ester und dem Juden Mordechai: "Ich habe ja den ganzen Besitz Hamans Ester übergeben und ihn selbst am Pfahl aufhängen lassen, weil er die Juden vernichten wollte.  
8 Aber ein Erlass, der im Namen des Königs verfasst und mit seinem Siegel bestätigt ist, kann nicht widerrufen werden. Ihr könnt jedoch im Namen des Königs eine weitere Verfügung erlassen, wie ihr es für richtig haltet, und sie mit meinem Siegel bestätigen."  
9 So wurden damals – es war am 23. Juni – die Schreiber des Königs gerufen. Mordechai diktierte ihnen einen Erlass an die Juden und die Satrapen, die Statthalter und die Fürsten der Völker in allen 127 Provinzen von Indien bis Nubien. Er wurde jeweils in der Schrift und Sprache des einzelnen Volkes abgefasst und auch für die Juden in ihrer eigenen Schrift und Sprache.  
10 Geschrieben war er im Namen von König Xerxes und mit seinem Siegelring autorisiert. Dann wurde er durch Eilboten, die auf Pferden aus den königlichen Gestüten ritten, in alle Provinzen geschickt.  
11 Mit diesem Erlass gestattete der König den Juden in jeder Stadt, sich zum Schutz ihres Lebens zusammenzutun und alle, die ihren Frauen und Kindern Gewalt antun wollten, zu vernichten, umzubringen und zu beseitigen und ihren Besitz zu erbeuten.  
12 Das sollte in allen Provinzen des Reiches an demselben Tag geschehen, nämlich am 13. März.  
13 Eine Abschrift davon sollte in jeder Provinz als Gesetz erlassen werden, die allen Völkern eröffnete, dass die Juden sich für diesen Tag bereit halten sollten, sich an ihren Feinden zu rächen.  
14 Auf Anordnung des Königs machten sich die berittenen Eilboten sofort auf den Weg. Auch in der Oberstadt von Susa wurde der Erlass bekannt gemacht.  
15 Als Mordechai den König verließ, trug er ein königliches Gewand aus violettem Purpur und weißem Leinen. Er hatte einen Mantel aus Byssus und rotem Purpur an und eine große goldene Krone auf dem Kopf. Und die Stadt Susa war voller Jubel und Freude.  
16 Für die Juden war Licht und Freude, Jubel und Ehre entstanden.  
17 Auch in allen Provinzen, in jeder Stadt, überall wo der Erlass des Königs und sein Gesetz bekannt gemacht wurde, herrschte Freude und Jubel bei den Juden. Sie feierten mit Festtag und Festmahl. Und viele Nichtjuden aus den Völkern des Reiches bekannten sich zum Judentum, weil Furcht vor den Juden über sie gekommen war.
Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung.
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen.
(Quelle: HIER)

HERZLICHE EINLADUNG ZUM GOTTESDIENST

Anbetung & Predigt
Bildbeitrag Bosnienreise
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Auf Wunsch Gebet
Einladung zum gemeinsamen Mittagessen

Beginn: 10:30 Uhr
Wir freuen uns auf Dich!
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude) 
57290 Neunkirchen-Zentrum 
 
Sonntagszitat: 
 
Am Ende werden wir uns nicht 
an die Worte unserer Feinde erinnern, 
sondern an das Schweigen unserer Freunde.
 (Martin Luther King)
 
Es ist eine Sache, sich unter Gottes Hand zu beugen
und eine andere, sich voreinander zu beugen
(Unbekannt)

In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.  
(Gott in Philipper 2:3)

Samstag, 8. Juli 2017

Wohlgeruch mitten im Müll

Am vergangenen Mittwoch ging es in unserer Bibelstunde um die Frucht des Heiligen Geistes. Die wird beschrieben in Galater 5:22, wo es heißt:

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Während der Gebetszeit wurde eine der Beterinnen an eine Erfahrung erinnert, die sie nur Tage zuvor auf einer Gebetsreise in Bosnien gemacht hatte.

Sie erinnerte sich an einen Ort, an dem wir unseren VW Bus geparkt hatten, um für den Ort in Sichtweite und die ganze Region zu beten. Der Bus stand am Rande einer Müllhalde. Müllhalden tun sich da auf, wo immer man Müll hinwerfen kann – also praktisch überall. Wir verließen den Bus und folgten dem Geröllweg auf eine Anhöhe, von der aus wir den Ort überblicken konnten. Dort standen wir dann und nahmen Gottes Verheißungen in Anspruch, beteten um geöffnete Augen für die Menschen und um Jesu Segen für die verarmte Bevölkerung.

„Als wir da standen“, so Christina am vergangenen Mittwoch, „im Anblick des Ortes und all des Mülls, zog plötzlich ein angenehmer Geruch in meine Nase. Ich wusste zunächst gar nicht, was es war – nur, dass es ausgesprochen gut roch. Erst auf dem Rückweg zum Auto sahen wir, dass überall auf dem eher trockenen, kargen Boden Thymianpflanzen wuchsen und blühten. Gleich neben dem Müll.
 
Was für ein passendes Bild zum Thema des Abends: „Die Frucht des Heiligen Geistes“. Als Christen leben wir mitten in einer Welt, die zum Himmel stinkt. Überall Müll, wertloses Zeuges, alles Mögliche, das niemand mehr will. Kein schöner Ort. Aber mittendrin sind wir als Jesusjünger, die ihrem Meister nachfolgen und ein Wohlgeruch sind, in erster Linie für Ihn, aber auch für andere. Wie herrlich muss es für Menschen sein, wenn in einer lieblosen Welt Christen als Frucht des Geistes das Aroma der Liebe verbreiten, in einer ungeduldigen Welt das Aroma der Geduld, in einer traurigen, ernsten, notvollen Welt das Aroma der Freude.

Erkennen wir, warum es unabdingbar ist, mit dem Heiligen Geist Gottes erfüllt zu sein? Wir leben mitten in dieser Welt und werden ohne Seine Kraft nicht viel anders sein, als die Menschen um uns herum. Ohne die Fülle Seiner Kraft haben wir kein Aroma zu verbreiten. Aber erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes aus der Höhe können wir ein Wohlgeruch Gottes sein für Menschen, die im Müll dieser Welt leiden.

Lasst uns doch heute den Herrn bitten, dass die Frucht Seines Geistes die Menschen um uns herum erstaunt, erfreut und auf Jesus hinweist.

Morgen um 10:30 Uhr treffen wir uns, um Jesus anzubeten, auf Sein Wort zu hören, Gemeinschaft miteinander zu haben und uns gegenseitig Mut zu machen, Jesus nachzufolgen. Außerdem wird es einen kurzen Bericht mit Bildern über den Bosnieneinsatz geben. Jedermann ist herzlich willkommen.

Freitag, 7. Juli 2017

Handy & Bibel

1992 gab es in Deutschland das erste kommerzielle Handy in der Art, wie wir es heute kennen. Bis dahin kamen wir ohne aus. Vor 2000 Jahren (gleich mit dem Beginn der Gemeinde) begann Gott, uns sein Wort (NT) zu offenbaren. Bereits einige Tausend Jahre vorher offenbarte Er das, was wir hinführend zum NT wissen sollten. Gott wusste, was viele Menschen heute nicht (mehr) wissen: Der Mensch kann ohne Kommunikation mit Gott nicht bestehen. Folgenden Vergleich fand ich im Internet und er machte mich nachdenklich.

Hast Du Dich je gefragt, was geschehen würde, wenn wir mit unserer Bibel umgehen würden wie mit unseren Handys?
  • Was, wenn wir sie herumtragen würden in unseren Hand- und Hosentaschen?
  • Was, wenn wir mehrmals am Tag darin rumblättern würden?
  • Was, wenn wir umkehren würden, wenn wir sie vergessen hätten?
  • Was, wenn wir sie benutzen würden, um Botschaften durch den Text zu bekommen?
  • Was, wenn wir sie behandeln würden, als könnten wir nicht ohne sie leben?
  • Was, wenn wir sie unseren Kindern als Geschenk geben würden?
  • Was, wenn wir sie unterwegs auf Reisen benutzen würden?
  • Was, wenn wir sie in Notfällen heranziehen würden?
Recht hat er, der unbekannte Autor dieser Zeilen. Vieles im Leben hat heute einen höheren Stellenwert als Gottes Wort, auch bei uns Christen. Natürlich leben wir in einer anderen Zeit als Moses, David oder Paulus. Das aber verringert die Bedeutung des Wortes Gottes keineswegs – im krassen Gegenteil – es macht die Beschäftigung mit Gottes Gedanken umso wichtiger! Wir müssen wieder neu die Liebe und Begeisterung für die Kommunikation mit dem Allmächtigen entdecken, die die Schreiber der Bibel kannten – und die viele Christen in der Verfolgung erfahren.
  • Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet. (Ps 119:162)
  • Um Mitternacht stehe ich auf, um dir für deine gerechten Gesetze zu danken. (Ps 119:62)
  • Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort (Ps 119:9)
  • Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige (Ps 119:11)
  • Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe um Hilfe gerufen. Auf deine Worte habe ich gehofft.(Ps 119:147)
  • Das Wort Gottes hat die Kraft, von Sünde zu überführen (Apg 2:37)
  • Es hat die Macht, die Wiedergeburt zu bewirken (1 Pe 1:23)
  • Es hat die Macht, Glauben zu erzeugen (Rö 10:17)
  • Es schenkt Gewissheit des ewigen Lebens (1 Joh 5:13)
  • Es hat die Kraft, Freude hervorzubringen (Ps 119:162)
  • Es hat die Macht, zu verändern (Joh 17:17)
  • Es ist effektiv gegen Satan, Sünde und die Welt (Eph 6:17)
Herr, dein Wort, die edle Gabe,
diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe
und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist's nicht um tausend Welten,
aber um dein Wort zu tun.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700 - 1760) (w)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Wer bin ich?

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs starb Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg durch die Hand der Nationalsozialisten. Sein Gedicht: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ist weit bekannt, ist zitiert und vertont worden. Ein weiteres Gedicht gibt Einblick in das Herz eines Mannes, der im Herzen all die Fragen stellt, die ein angefochtener Christ sich selbst und seinem Gott stellt. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch in tiefster Not und dunkelster Todesstunde Gottvertrauen bis zum Ende möglich ist.

WER BIN ICH?

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest,
wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.
Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!
(aus: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung)
Möge Jesus auch Dir und mir in jeder Situation die Zuversicht und Gelassenheit geben, dass wir Sein sind, Ihm gehören und Er sich kümmern wird. Uns allen, die wir mit Jesus verbunden sind gilt Sein Zuspruch aus Hebräer 13:5:

»Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!«

Mittwoch, 5. Juli 2017

Afshin vom Terroristen zum Jesusjünger*

Hast Du schon einmal für einen Top Terroristen gebetet?“ – so ähnlich kam die Frage auf dem jährlichen Open Doors Tag im vergangenen Mai.  Lohnt das überhaupt bei diesen verbohrten Extremisten?“ mag sich mancher Christ fragen. Beruft Jesus Terroristen und Mörder in Seine Jüngerschar?

Afshin wuchs in einer schiitischen Familie auf.  Sein Großvater finanzierte den Bau von Moscheen und sein Vater war an der Revolution beteiligt, die im Jahr 1979 aus dem Iran eine islamische Republik machte. So trat Afshin in die Fußstapfen seiner Vorfahren, als er mit 12 Jahren in die iranische Hisbollah eintrat. »Ich tat alles, was in meiner Macht stand, um Allah zu dienen«, erzählt er. »Ich wollte für ihn leben. Ich wollte für ihn sterben.« Doch dann nahm sein Leben eine entscheidende Wende.

Als er 14 Jahre alt war, wurde Afshin Teil eines Exekutionskommandos – in der festen Überzeugung, damit Allah zu gefallen. Dann machte ihm sein Großvater den Vorschlag, in die USA zu gehen, um aus seiner Sicht irregeführte Christen zum Islam zu bekehren. Afshin reiste zunächst nach Pakistan aus, wo er für zweieinhalb Jahre blieb und weiter den Islam studierte. Auf seinem weiteren Weg kam er 1989 nach Malaysia, wurde dort aber wegen gefälschter Ausweispapiere verhaftet und ins Gefängnis gebracht.

Afshin war fest entschlossen: Wer auch immer ihn verraten hatte, Afshin würde ihn finden und töten.  Doch dann kam er mit einem Mitgefangenen ins Gespräch, der ihn ins Nachdenken brachte. »Du bist hier, weil Gott dich hierher gebracht hat«, sagte der Mann. Afshin war ehrlich verblüfft. Jemand wollte ihn über Gott belehren? Ihn, der den Koran immer und immer wieder in zehn Tagen von vorn bis hinten durchgelesen hatte? »Das ist nicht der Gott, von dem ich spreche«, erklärte der andere auf Afshins Nachfrage hin. »Ich rede von Jesus.«

Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, sprang Afshin auf ihn zu, um ihn mit einem Fausthieb zu Boden zu stoßen. Im letzten Moment wurde er von einem anderen Gefangenen zurückgehalten. »Bist du verrückt?«, sagte dieser zu dem Christen, während er Afshin festhielt. »Der ist bei der Hisbollah. Willst du etwa sterben?«

In dem Bestreben, seinen christlichen Mitgefangenen vom Islam zu überzeugen, verstärkte Afshin in der darauffolgenden Zeit seine religiösen Bemühungen. Er betete und fastete noch mehr als zuvor und studierte den Koran noch intensiver. Doch eines Nachts, während er zu Allah betete, wurde er von einem bösen Geist heimgesucht.  Schlagartig wurde Afshin klar, dass der Dämon ihn umbringen würde. Er rief Allah an, doch der böse Geist verschwand nicht; im Gegenteil, er schien immer näher zu kommen. Panik stieg in Afshin auf. Er begann, Koransuren zu zitieren, aber auch das brachte ihm nicht die erhoffte Hilfe. Schließlich konnte er kaum mehr atmen und rief voller Angst: »Gott, hilf mir!«

»In dem Augenblick, in dem ich das sagte, hörte ich eine Stimme«, berichtet Afshin.  »Die Stimme sagte: ›Bete im Namen Jesu!‹ Ich dachte nicht einmal darüber nach, ich war völlig verzweifelt. Also öffnete ich meinen Mund und sagte einen Satz, den ich nicht selbst formuliert hatte: ›Jesus, wenn du die Wahrheit bist, dann zeige dich mir!‹« Daraufhin verschwand der böse Geist.

Wie konnte das sein? Wie konnte Jesus etwas bewirken, was Allah nicht möglich gewesen war, wenn Allah doch der Mächtigste war? Die Fragen ließen ihn nicht mehr los, so sehr er sich auch darum bemühte, sie abzuschütteln. Nach zwei Wochen betete er: »Gott, gib mir ein Zeichen!  Zeige mir die Wahrheit!« Als er den Glauben an Gott schon ganz aufgeben wollte, spürte er, wie Gottes Gegenwart plötzlich seine Zelle erfüllte. »Ich wusste sofort: Jetzt bin ich in Schwierigkeiten. Gott ist heilig und gerecht – und ich bin es nicht. Ich verkroch mich in eine Ecke des Raumes, vergrub mein Gesicht in den Händen und rief immer wieder: ›Vergib mir!‹ Ich hatte keine Hoffnung, aber dann fühlte ich eine Berührung auf meiner Schulter und hörte: ›Ich vergebe dir.‹«

Afshin konnte es nicht fassen. Das war ein anderer Gott als der, den er bisher gekannt hatte. Also fragte er: »Wer bist du, der mir vergibt?« Die Stimme antwortete: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.« – »Wie heißt du?«, fragte Afshin weiter. – »Jesus Christus.« An diesem Tag wurde aus dem hingegebenen Muslim ein begeisterter Verkündiger des Evangeliums.

»Der Name Jesu ist mächtig. Dieser Name verändert Leben.« Davon ist Afshin überzeugt. Er hat Gottes wunderbares Wirken erlebt, aber auch starken Widerstand. »Sie haben  oft versucht, mich zu töten. Ich wurde geschlagen und angespuckt, aber das ist ein Privileg für mich. Denn wenn ich Jesus nicht hätte, dann hätte ich auch all diese Probleme nicht.« Sein eigener Vater wollte Afshin umbringen, als dieser ihm von Jesus erzählte. Er hatte das Messer schon in der Hand, doch Afshin konnte ihm entkommen. Inzwischen folgt sein Vater ebenfalls Jesus nach, genauso wie seine beiden Brüder. Auch sie sind zu Dienern Christi geworden.

Darum lasst uns beten für die, die Jesus mit Gewalt ablehnen und lasst uns denen verkündigen, die sich gegen Ihn sperren. Jesus hat bisher noch jede Nuss knacken können.

Dienstag, 4. Juli 2017

Gebet im 2 Buch Samuel

Sicher gibt es viele verscheidene Gedanken zum Thema Gebet im 2. Samuelbuch, in dem viele Episoden aus Davids persönlichem Leben und aus seinem Leben als König berichtet werden. Drei Verse möchte ich zitieren:

In 2 Samuel 6:5 heißt es von David:

Und David und das ganze Haus Israel tanzten vor dem Herrn
mit allerlei Instrumenten aus Wacholderhölzern,
mit Zithern und mit Harfen und mit Tamburinen
und mit Rasseln und mit Zimbeln.

Auch das darf sein, wenn wir den Herrn loben und preisen. Wir dürfen tanzen und ordentlich Krach machen … halt, da kommt noch was: … tanzen und ordentlich Krach machen – SOLANGE ES DEN HERRN ERFREUT UND EHRT! Ich war in Gemeinden, in denen der Tänzer oder die Tänzerin alle Aufmerksamkeit auf sich zog – und damit von Jesus weg. Was von Jesus ablenkt ist immer kontraproduktiv. Wenn Tanzen den anderen den Blick auf Jesus verstellt, dann tanz vor Ihm zu Hause in deinem Zimmer. Wenn der Lärm Jesus übertönt oder mehr die Ohren schmerzt als an Jesus erfreut, dann ist es zu laut. Aber beides – Lautstärke und Tanz können durchaus unkonventionelle Mittel des Gebets sein – wie uns Gottes Wort deutlich macht.

Als nächste Stelle möchte ich 2 Samuel 22:50 zitieren, wo es heißt:

Darum will ich dich, o Herr, loben unter den Heiden
und deinem Namen lobsingen,

Darum erfordert die Frage: Warum? In den Versen zuvor beantwortet David diese Frage: Weil Gott uns geholfen hat, weil Er uns unseren Feinden entkommen ließ – ja, uns sogar über unsere Widersacher erhoben und den Sieg geschenkt hat, weil Er uns errettet hat vor den Gewalttätigen – darum will David Ihn unter den Heiden loben. Der Vers lässt uns fragen: „Was hat der Herr für uns getan?“ Ja, was hat der Herr eigentlich für Dich getan? Viel zu leicht vergessen wir, was Er im Alltag für uns getan hat. Nimm Dir eine Minute, und überlege, wofür Du Ihm heute danken kannst!

Als letztes soll 2 Samuel 7:27 gennt werden, wo es heiß:

Denn du, HERR Zebaoth, du Gott Israels,
hast das Ohr deines Knechts geöffnet und gesagt:
Ich will dir ein Haus bauen. 
Darum hat dein Knecht sich ein Herz gefasst,
dass er dies Gebet zu dir gebetet hat.

Mein Lieblingsvers in diesem Dreiergespann aus drei Versen. Wieder finden wir das Wort „Darum“ und fragen „Warum?“ Warum hat sich David ein Herz gefasst, zu Gott zu reden? Weil Gott das Ohr Davids für Gottes Verheißungen geöffnet hatte. David hatte Gott verstanden, Seine Verheißung gehört und war durch Gottes Verheißung ermutigt worden, mit seiner Bitte zu Gott zu kommen. Wenn wir unsere Bitten im Glauben auf Gottes Verheißungen stützen können, dann haben wir das beste Fundament, für zuversichtliches Gebet. Welche Verheißungen Gottes hast Du für Deine Gebete? Halte Gott seine Verheißungen im Gebet vor und  vertraue auf Ihn. Er wird handeln!

Montag, 3. Juli 2017

Mistkäfer

Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“
(Ps 103,2)

In der Gegend war ein stattliches Rudel Hirsche gesichtet worden, so erzählte mir kürzlich jemand in der Gemeinde. Verschiedenen Wanderern waren sie wiederholt aufgefallen. Die Nachbarskinder wollten natürlich auch gerne die Herde sehen. Darum setzte die Familie eine Wanderung während der Dämmerung an. Mehrere Stunden verbrachten sie im Wald, liefen die Wege ab, schlichen sich an die Lichtungen heran und saßen ruhig auf verschiedenen Ruhebänken. Nichts! Kein Hirsch zu sehen. Nicht einer!

Als man spät abends zu Hause um den Tisch saß, vermuteten die Eltern eine große Enttäuschung im Herzen der Kinder. „Kids, es tut uns leid, dass wir den ganzen Abend nichts gesehen haben. Wir hätten es euch von Herzen gewünscht!“ „Oh,“ kam die Antwort der Kinder, „das war doch ein herrlicher Spatziergang. Wir haben zwar keine Hirsche entdeckt, aber habt ihr denn nicht gesehen: der ganze Weg war voller Mistkäfer.“

Als ich die Geschichte hörte, musste ich denken, wie oft es mir im Leben mit Jesus ähnlich geht wie diesen Eltern? Wir sind unterwegs und haben bestimmte Vorstellungen, was uns Freude und Erfüllung bringen würde. Wir meinen zu wissen, was das Beste für uns ist und was uns das Leben schuldet. Wir sind überzeugt, was es braucht, um uns und andere froh zu machen. Wir wären dankbar – natürlich wären wir dankbar – wenn ‚unsere’ Vorstellungen sich erfüllen würden. Aber so manches Mal werden wir enttäuscht. Warum eigentlich?

Viel zu oft beißen wir uns so an unsren Erwartungen fest, dass wir viel von dem übersehen, was Gott an (anderen) Freuden und an Gutem in unser Leben hineinlegt. Anstatt uns zu grämen, das „große Rudel Hirsche“ nicht gesehen zu haben, dürfen wir uns über die vielen „kleinen Mistkäfer“ freuen. Nur die übersehen wir so leicht.

Wir haben einen großen Gott, dessen größtes Werk zu unserer (und Seiner) Freude die Wundertat Jesus am Kreuz war, die durch das Wunder des leeren Grabes vollendet wurde. Wenn das Wunder nicht reicht, uns einen permanenten ‚Freudenspiegel’ im Herz zu halten, wird auch eine ‚große Herde Hirsche’ uns nichts bieten können. Nichts ist größer als Jesu Geschenk der Vergebung, des neuen Lebens und der zukünftigen, ewigen Herrlichkeit bei Ihm. Dazu bereitet Gott uns in Abständen immer wieder durch ein „großes Rudel Hirsche“ große Freude. Aber lasst uns nicht all die vielen täglichen „Mistkäfer“ übersehen, die Er in unseren Weg krabbeln lässt. Lasst uns nicht durch unrealistische Erwartungen ständiger „großer Hirschrudel“ die vielen herrliche „Mistkäfer“ übersehen, die Gott uns tagtäglich schenkt und durch die Er uns froh machen möchte.

Die Bibel ruft uns in Philipper 4:4 zu:

„Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“

Nicht Seine Güte zu uns nicht zu vergessen und Ihm immer wieder zu danken wird den „Freudenspiegel“ in Deinem Herzen aufrecht erhalten. Probier’s aus!