„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 5. Januar 2017

Silberschmelze

Kürzlich erhielt ich die Whatsapp eines Freundes, die mich zur heutigen Andacht inspirierte. Hier, etwas überarbeitet, die Gedanken eines Silberschmieds zu seiner Arbeit:

“Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen;
er wird die Söhne Levis reinigen und sie läutern 
wie das Gold und das Silber;
dann werden sie dem Herrn Opfergaben darbringen in Gerechtigkeit.“ (Maleachi 3:3)

Dieser Bibelvers verwunderte einige Frauen in einem Bibelkreis, und sie fragten sich, was diese Aussage wohl über den Charakter und das Wesen Gottes offenbart.

Eine der Frauen bot an, sich über den Prozess des Läuterns von Silber schlau zu machen und der Gruppe beim nächsten Treffen von dem Ergebnis zu berichten.

In derselben Woche rief diese Frau einen Silberschmied an und machte einen Termin, um ihm bei der Arbeit zuzusehen. Sie erwähnte nichts von dem Grund ihres Besuches und ließ den Mann in dem Glauben, es sei nur ihre Neugier über den Prozess des Läuterns von Silber.

Als sie den Silberschmied bei der Arbeit beobachtete, hielt dieser ein Stück Silber über das Feuer und ließ es aufheizen. Er erklärte, dass man beim Läutern von Silber das Silber in die Mitte des Feuers halten muss, wo die Flammen am heißesten sind, um alle Unreinheiten hinweg zu brennen.

Die Frau dachte darüber nach, dass Gott uns auch über so einen glühenden Punkt hält. Dann dachte sie wieder über den Vers nach, in dem es heißt “Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen."

Sie fragte den Silberschmied, ob es wahr sei, dass er die ganze Zeit vor dem Feuer sitzen bleiben musste bis das Silber geläutert sei.

“Ja“, kam die Antwort des Schmieds, „ich muss sogar nicht nur dabei sitzen blieben, sondern ich darf auch meine Augen nicht von dem Silber wegwenden, solange es sich im Feuer befindet. Wenn das Silber einen Augenblick zu lange im Feuer bleibt, wird es zerstört.“

Die Frau war einen Augenblick still. Dann fragte sie: „Woher wissen Sie, wann das Silber vollständig geläutert ist?“

Der Schmied lächelte und antwortete: „Oh, das ist leicht. Sobald ich mein Spiegelbild darin sehen kann.“

Gott ist der Schmied, wir sind das Silber. Läuterung bewirkt gerechte Opfergaben, die Gott gefallen. Auch wenn wir die Hitze des Feuers spüren – oder gerade dann – dürfen wir uns daran erinnern, dass Gottes Augen auf uns gerichtet sind. Er beobachtet uns aufmerksam und wachsam, um mehr und mehr Sein Spiegelbild in uns zu sehen.

Egal, durch welches Feuer Du auch momentan gehen magst – es hat zum Ziel, Jesus am Ende dieses Prozesses klarer in diese Welt hinein zu projizieren.

„ Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen;
aber nun hat mein Auge dich gesehen.”
(Hiob an Ende seiner schweren Prüfung)

Herzliche Einladung zu unserer CCFG Gebetsnacht, übermorgen,  Samstag, 19:30 Uhr bis ...? Wir beginnen mit einem Anbetungsabend, geben die Möglichkeit, Jesus durch Zeugnis und Erlebnisberichte Ehre zu geben und werden mit Anbetung, Fürbitte und Liedern einige Stunden in der Gemeinschaft mit Jesus verbringen. Abwechslung, kurze Pausen und Zwanglosigkeit sollen auch denen helfen, die zum ersten Mal an einer solchen Veranstaltung teilnehmen möchten. Jeder kommt und geht, je nach Kraft. Müdigkeit und Wunsch. Herzlich willkommen!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Von Blinden, Schultern und Händen

Vergangenen Sonntag saß ich in einer befreundeten Gemeinde unter den Zuhörern. Der eingeladene Gastredner erzählte im Laufe seiner Predigt von der Beobachtung eines Indientouristen.

Indien ist ein dichtbesiedeltes Land. Nicht alle Menschen haben Häuser, in denen sie schlafen. Für manche spielt sich das Leben buchstäblich auf der Straße ab. Die Märkte der Städte sind in der Regel immer überfüllt. Wir kennen das Bild der überfüllten Märkte und Straßen Indiens, auf denen sich nicht nur Menschen tummeln, sondern auch fliegende Händler, Kühe, Bettler, Autos, Fahrräder, Motorräder und Rikschas. Indien. In diesem Gewühl berichtet der Beobachter von einem hohen, grellen Ton, der scheinbar immer näher kommt. Erst kann er nicht ausmachen, von wo er kommt, dann sieht er es: Einige Meter entfernt ist eine ganze Gruppe Blinder unterwegs. Zügig gehen sie durch die Menschenmenge, die ihnen Platz macht. – Aber wie kann das sein – eine Gruppe Blinder, mitten im Gewühl?

Als der Beobachter näher hinschaut, erkennt er an der Spitze des Zuges eine Art Führer, der den Zug leitet. Dieser Führer ist nicht blind. Er kann sehr wohl sehen und weiß auch sehr genau, wo der Weg hingehen soll. Er kennt das Ziel und den Weg dorthin. Dieser Führer hat den ersten Blinden im Zug fest an der Hand. Auf dessen Schulter wiederum ruht die Hand des zweiten Blinden in der Reihe. Auf dessen Schulter ruht die Hand des dritten. Und so sind alle weiteren miteinander verbunden. Aber vor allem: So sind alle mit dem verbunden, der sehen kann, Weg und Ziel kennt und alle sicher hinbringen kann. Ohne ihn wäre diese Reise nicht möglich.

Illustrationen, die das Leben schreibt. Die Bedeutung für uns ist unübersehbar: Solange unsere Verbindung gesichert ist zu dem, der sehen kann, der Weg und Ziel kennt, so lange brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

In Johannes 14 finden wir ein interessantes Gespräch zwischen Jesus und Thomas. Jesus sagt: “Wohin ich aber gehe, wißt ihr, und ihr kennt den Weg.“ Darauf antwortet Thomas: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen?“ Jesus erwidert: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“

Jesus sagt: Ihr kennt den Weg.
Thomas verneint: Wie können wir den kennen?
Jesus erklärt: Ich bin der Weg!

Wir sind manchmal wie Thomas – oder die Blinden in Indien. Wir sind unselbstständig, unsicher, ohne die rechte Sicht für den Weg und ohne ein Ziel vor Augen. Dabei sind wir längst auf dem Weg, wenn wir mit Jesus verbunden sind. Thomas war auf dem Weg – und, wie ein Blinder, erkannte er Ihn nicht. Der Weg ist eine Person: Jesus, unser Blindenführer. Wenn wir nur mit Ihm verbunden sind, sind wir richtig. Wenn die Hand eines Blinden auf die Schulter Jesu gelegt wird, dann übernimmt Er die Führung. Die Liederdichterin, Hedwig von Redern schreibt:

Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl;
das macht die Seele still und friedevoll.

Leg Deine Hand auf die Schulter Jesu.
Vertraue Seiner Führung, wenn Du Führung brauchst für den nächsten Schritt!
Vertraue Seiner Fürsorge, wenn Du Fürsorge brauchst!
Vertraue Seiner Kraft, wenn Du schwach bist!
Vertraue Seinem Schutz, wenn Du Schutz brauchst.
Vertraue Ihm! Alle, die Ihre Hand auf Seiner Schulter haben, kommen sicher ans rechte Ziel!

Dienstag, 3. Januar 2017

Platzanweisung

Welchen Platz wird Gott in diesem Jahr in Deinem Leben einnehmen? Nicht gemeint in dem Sinn: „Wirst Du auch in diesem Jahr an Gott glauben?“ oder „Wirst Du Dich auch in diesem Jahr als Christ – oder sogar als Jünger Jesu – bezeichnen?“. Nein, gemeint ist die Frage in dem Sinn, welchen Platz Gott in diesem Jahr in Deinem Leben haben soll. Das klingt vielleicht zu abstrakt – darum soll die Frage hier ein wenig entschlüsselt werden:

  • Welchen Platz hatte Gott im vergangenen Jahr, wenn es darum ging, täglich auf Seine Stimme zu hören? Welchen Platz soll Gottes Stimme dieses Jahr erhalten?
  • Welchen Platz hatte Gott im vergangenen Jahr, wenn es darum ging, sich mit Ihm zu unterhalten? War es eine tägliche Audienz mit Gott oder hatte es eher die Form von Stoßgebeten? Welchen Platz soll die tägliche Audienz mit Gott dieses Jahr erhalten?
  • Welchen Platz hatte Gemeinschaft mit anderen Christen im vergangenen Jahr? War es Familie oder war es Pflicht? Welchen Platz soll die Gemeinschaft mit Gottes Volk dieses Jahr erhalten?
  • Welchen Platz hatte ein bestimmter Dienst für Jesus im vergangenen Jahr? Habe ich Ihm in irgendeiner Weise treu gedient, oder habe ich nur konsumiert? Welchen Platz soll (m)ein Dienst für Gott in diesem Jahr erhalten?
Das sind Fragen, wenn es darum, welchen Platz Jesus in diesem Jahr in meinem Leben einnehmen wird. Zu viele liebe und gutmeinende Christen übersehen, dass ihre Beziehung zu Jesus die wichtigste und die wertvollste Beziehung im Leben und im Sterben ist, die darum am meisten gepflegt werden muss. Weil Jesus unseren Augen (noch) verborgen ist, die Menschen um uns herum aber nicht, und weil wir unsere Arbeit, unseren Besitz und auch unseren gesunden oder kranken Körper tagtäglich vor Augen haben, darum stehen wir in Gefahr, dem Zweitwichtigsten den wichtigsten Platz einzuräumen. Jesus und unsere Beziehung zu Ihm läuft dann bestenfalls parallel zu den anderen Dingen des Lebens, wahrscheinlich sogar eher unter „wenn noch Zeit und Kraft ist …“

Zwei von CCC entwickelte Illustrationen verdeutlichen das:
     
A                                                                           B
Beide Bilder illustrieren das Leben von Christen. Da, wo ich selbst mein Leben ordne, Platz 1 einnehme (A) und Jesus nur Teil meines Lebens ist – etwas, das halt dazugehört – da herrscht Chaos und Jesus spielt keine (wirkliche) Rolle. Ich möchte ihn zwar nicht verpassen, aber er soll auch nicht regieren.  Da, wo ich die Lebensführung und Herrschaft an Jesus abgegeben habe (B), wo Er den ersten Platz eingenommen hat, da kehrt Frieden ein.

Vielleicht hat Jesus bereits den ersten Platz in deinem Alltag. Preis dem Herrn! Wache darüber, dass es so bleibt, und 2017 wird ein Jahr des Segens für Dich werden. Vielleicht ist Er aber auch nur ein „Teil“ Deines Lebens. Das ist zu wenig! Lass Ihn regieren, gib Ihm Deine Zeit, Deine Kraft und Dein Alles – und am Ende des Jahres wirst Du es gar nicht mehr anders wollen!

Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. 
(Philipper 1:21)

Herzliche Einladung zu unserer CCFG Gebetsnacht am kommenden Samstag, 19:30 Uhr bis ...? Wir beginnen mit einem Anbetungsabend, geben die Möglichkeit, Jesus durch Zeugnis und Erlebnisberichte Ehre zu geben und werden mit Anbetung, Fürbitte und Liedern einige Stunden in der Gemeinschaft mit Jesus verbringen. Abwechslung, kurze Pausen und Zwanglosigkeit sollen auch denen helfen, die zum ersten Mal an einer solchen Veranstaltung teilnehmen möchten. Jeder kommt und geht, je nach Kraft. Müdigkeit und Wunsch. Herzlich willkommen!

Montag, 2. Januar 2017

Zuversichtlich ins neue Jahr!

Euch allen ein gesegnetes 2017!

In London gibt es den Garrick Club – einen Club für Schauspieler, Künstler und Schriftsteller. Dort waren auch der Dramatiker Frederick Lonsdale und der britische Schauspieler, Symour Hicks, Mitglieder.

Lonsdale lag im Streit mit einem weiteren Mitglied des Clubs. Sie stritten ständig und kamen nie dazu, ihre alte Freundschaft wieder zu erneuern. Am Silvesterabend geht Symore Hicks zu auf seinen Kollegen Lonsdale zu und fordert ihn auf, sich doch mit dem Anderen zu versöhnen. Hicks sagte:

„Es ist doch wirklich unhöflich, zu einem solchen Zeitpunkt so kalt und unfreundlich zu sein. Geh jetzt zu ihm hin und wünsche ihm ein frohes Neues Jahr.“

Tatsächlich: Lonsdale steht auf, geht quer durch den Raum zu seinem Gegner und spricht mit ihm. Er sagt: “Ich wünsche dir ein frohes Neues Jahr!” – Aber nur ein einziges!”

Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle ein frohes und gesegnetes Neues Jahr – und nicht nur eins. Ich wünsche Euch noch viele gesegnete und gute Jahre mit Jesus!

Keiner von uns kann in die Zukunft sehen. Jeder von uns hat Vorstellungen, was uns in diesem Jahr Freude machen wird, jeder weiß aber auch, dass es nicht nur Freudentage geben wird.

Auch der Apostel Paulus kannte die Licht- und Schattenseiten des Lebens – vielleicht besser als wir. Paulus kannte überschwängliche Freude im Herrn, aber er schreibt auch von seinen Nöten. Trotzdem glaube ich, dass Paulus jedes Jahr als frohes, neues Jahr erfuhr. In 2 Kor 6:10 bezeugt er:

Unser Herz ist voll Leid, und doch erleben wir ständig neue Freude.
Wir sind arm, aber wir machen andere reich.
Wir besitzen nichts und haben doch alles.

Paulus scheint im Großen und Ganzen ein rundum zufriedener Zeitgenosse gewesen zu sein. Wenn ihm am Silvesterabend jemand ein „frohes Neues“ gewünscht hat, dann hat er wahrscheinlich etwas gesagt wie: „Werd' ich haben! Verlass Dich drauf!“


Paulus hatte an die Korinthergemeinde geschrieben: (2 Kor 3:18)

Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht
die Herrlichkeit des Herrn an und wir werden so
verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern.

Das war für Paulus gegeben: zunehmende Veränderung in Jesu Bild.

„Wir werden verwandelt in sein Bild
von einer Herrlichkeit zur andern!“

Wenn Paulus ins neue Jahr ging, hatte auch er Nöte und Charakterschwächen, die er mitnahm. Aber er wusste: Jesus will mir Wachstum und Veränderung geben. Ihm ist nichts unmöglich.Paulus wusste: „Gott arbeitet an mir. Ich werde verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern!“

Gelöst und zuversichtlich! Auch wir können entspannt und zuversichtlich ins neue Jahr gehen, denn auch uns gilt die Zusage, an die Paulus die Korinther erinnert:

„Gott arbeitet an uns und möchte uns verwandeln
in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern!"

Ich freue mich auch in diesem Jahr über Zeugnisse, wie der Herr Euch durch diese Seite gesegnet hat. Gerne auch über die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular im Seitenfenster!

Sonntag, 1. Januar 2017

Gesegnetes 2017

Liebe Blogfreunde,
ich bin immer wieder überrascht über die Anzahl der Freunde, die diese Blogseite besuchen. Danke für Euer Interesse. Danke für alles Feedback. Und einen besonderen Dank an alle, die gelegentlich ein Gebet für die Andachten auf dieser Seite zum Himmel schicken. Der Herr erhört.

Euch allen wünsche ich ein gesegnetes und frohes neues Jahr. Wie das Jahr sich entwickeln wird, bleibt für jeden von uns offen. Gott wird sich nicht entwickeln. Er ist und bleibt derselbe treue, barmherzige und gnädige Gott, mit einen großen Herzen zu retten und zu lieben!
Gesegnetes 2017!

Nächster Gottesdienst @ CCFG: Sonntag, 8. Januar!

Heute findet in unserer Gemeinde kein Gottesdienst statt. Wir laden ein zu Gemeinden in der Umgebung. Den Jahresbeginn-Gottesdienst feiern wir bei uns heute in einer Woche am 8. Januar 2017. Wenn Du gemeindlich ungebunden bist, komm' doch einfach mal vorbei. Wir freuen uns!

HUMORVOLLE  NEUJAHRSWÜNSCHE EINES  GEMEINDEPASTORS

Ich wünsche mir für das Neue Jahr:

… einen großen Spiegel,
in dem jeder seine eigenen Fehler erkennen kann!

… einen lauten Wecker,
um die vielen Sonntagsschläfer wachzurütteln!

… einen Omnibus,
um die Daheimgebliebenen zur Kirche zu befördern;

… eine Rolltreppe,
um alle Türsteher nach vorne zu bringen;

… recht viel Heftpflaster,
um so manche Zunge im Zaum zu halten;

… ein Paket Brillen,
für die Kurzsichtigen;

… Nadeln und Zwirn,
um zerissene Ehebande wieder zu flicken;

… eine Laterne,
um manchem abends rechtzeitig heimzuleuchten;

… einen Kühlschrank,
für alle Hitzköpfe meiner Gemeinde;

… mir selbst genügend Demut,
um der Versuchung solcher Wünsche nicht zu erliegen;

… allen aber ein Meer von Liebe und Güte und Geduld, um auch
im Neuen Jahr Frieden miteinander zu haben.
(Quelle:  Pfarrnachrichten, Bistum Hildesheim)

Sonntagszitat: 

Wir haben keine Geheimrezepte für das neue Jahr, 
wir müssen nichts Neues erfinden, 
sondern nur nicht aufhören, die alte Botschaft zu verkünden, 
 weniger mit Worten als durch das liebevolle Zeugnis des Lebens.
(adaptiert von Franz König)

Samstag, 31. Dezember 2016

Vorsätze

Und? Wie hältst Du es mit Vorsätzen? Ich kenne solche, die vehement dagegen sind. Für sie sind Vorsätze Quatsch, gesetzlich, kindisch ... oder sonst was. Akzeptiert! Nicht jeder muss die gleiche Meinung haben! – Andere finden Vorsätze hilfreich. Man muss ja nichts übertreiben. Näme ich mir vor, jeden Tag einen Bibelvers zu lernen, wäre das zum Scheitern verurteilt. Jede Woche einen – würde (bei mir) auch nicht funktionieren. Aber vielleicht monatlich einen – das wären zwar nur 12 im Jahr, aber am 31.12.2017 hätte ich 12 Verse mehr im Herzen als heute. Vielleicht einen Versuch wert.

Seit Jahren gehe ich (erfolgreich) mit dem Vorsatz ins neue Jahr: „Keine Tageszeitung, bevor ich nicht die Bibel gelesen habe.“  Gesetzlich? Nicht im Geringsten! Hat ja niemand angeordnet, sondern es ist eine persönliche Entscheidung. Ähnlich, wie der Wecker mir morgens hilft, mich zu disziplinieren und aufzustehen, so hilft mir mein Vorsatz, das Wichtigste zur Hauptsache zu machen und die Nebensache hinten anzustellen.

Kürzlich las ich eine lustige, aber nachdenkenswerte Liste. Sie ist lustig, weil man sich durchaus in den „Erklärungen“ wiederfinden kann. Dabei klingt alles so logisch und nachvollziehbar. Hier ist die Liste, überschrieben mit: „Vorsätze eines Rückfälligen“

JANUAR: Ich nehme mir hiermit vor, ab diesem Jahr zur Kirche zu gehen. Aber ich beginne erst im Februar damit. Erst müssen mal Ferien und Urlaub vorüber sein. Die sind immer recht anstrengend, wie jeder weiß.
FEBRUAR: Das Wetter ist schrecklich. Ich fange an, wenn es etwas wärmer wird. Ich hab einfach zu dünnes Blut in dieser Jahreszeit.
MÄRZ: Gehe grade durch ständige Krankheit und Erkältungen. Ich muss mich von all diesen Viren fernhalten. Man muss da echt vorsichtig sein.
APRIL: Ostern! Diese Menschenmengen. Man kriegt nicht mal mehr einen gescheiten Platz. Aber mich wird sowieso niemand vermissen. Es sähe zudem blöd aus, wenn ich nur an Ostern auftauchen würde.
MAI: Den ganzen Winter über hab ich kaum das Haus verlassen. Jetzt wird das Wetter endlich besser ... außerdem ist es die Zeit verschiedener Familientreffen.
JUNI: Ich werde warten, bis unser Baby etwas älter ist. Wie in aller Welt können Eltern ihre gerade mal zwei Wochen alten Babys in den Gottesdienst mitbringen und dann nie einen Sonntag verpassen?
JULI: Mann, ist das Wetter toll!!! Wir haben ja immer noch die Hütte am See und das Boot, das wir sonntags nutzen dürfen.
AUGUST: Der Pastor macht Urlaub. Er wird es nie rauskriegen, wenn ich jetzt nicht da bin. Die Gastredner hab ich eh nie gemocht. Aber wenn der Pastor dann zurück ist, dann ...
SEPTEMBER: Schulanfang. Also Ferien und Urlaub haben mich total zurückgeworfen in meiner Arbeit. Muss unbedingt noch mal Oma besuchen, bevor der Winter kommt.
OKTOBER: Die Blätter sehen sowas von herrlich aus. Ich kann Gott ja genausogut im Freien anbeten; im Winter sitzen die Kinder dann sowieso wieder den ganzen Tag im Haus.
NOVEMBER: Mein Herz fließt über mit Dankbarkeit. Die letzten Möglichkeiten, noch ein paar Besuche zu machen, bevor es auf den Straßen glatt wird.
DEZEMBER: Was für ein Irrenhaus. Sobald diese Stresszeit vorbei ist, werde ich beginnen, mit meiner Familie zur Kirche zu gehen. Wir werden gleich am ersten Sonntag des neuen Jahres damit beginnen. Für das neue Jahr nehme ich mir vor ...

Lustig, oder? Und nachdenkenswert, oder? Ich wünsche Euch allen, dass Ihr die Niederlagen, Ausreden und Verfehlungen von 2016 hinter Euch lassen könnt. Freut Euch an den Begegnungen und Erfahrungen mit Gott im vergangenen Jahr. Vertraut Jesu Einladung und Seiner Gnade. Gebt Ihm im neuen Jahr alle Zeit in Eurem Leben, die Er möchte. Wer Jesus so an erste Stelle setzt, wird es niemals bereuen, sondern am 31.12.2017 mit Freude und Dankbarkeit zurückblicken!

Freitag, 30. Dezember 2016

Der 30. Dezember

Die meisten der 392 Eintragungen in Wikipedia für den 30. Dezember sind heute bedeutungslos – zumindest für die meisten von uns.

  • Am 30.12. 39 n. Chr. wurde der römische Kaiser Titus geboren
  • Am 30.12. 1066 geschah das Massaker von Granada, ein Massaker an dem jüdischen Wesir in Granada und 4000 seiner Landsleute.
  • Am 30.12. 1632 ergab sich Freiburg (Breisgau) im Dreißigjährigen Krieg den schwedischen Truppen.
  • Am 30.12. 1806 besetzt Russland die Stadt Baku, nachdem das Osmanische Reich den Krieg erklärt hat.
  • Am 30.12. 1918 beginnt der Gründungsparteitag der KP.
  • Am 30.12. 2006 stirbt der irakische Diktator, Saddam Hussein.
  • Am 30.12. 2015 wird Giorgi Kwirikaschwili zum neuen Präsidenten Georgiens gewählt.
Diese Ereignisse, so schrecklich oder bedeutungsvoll sie einmal waren, sind heute nur noch relativ wertlose Randnotizen. Momentan ein bisschen wichtiger mag der Geburtstag von Berti Vogts oder der Rockmusikerin Patti Smith sein, die beide noch leben und am 30. Dezember 1946 geboren wurden. Bei Tiger Woods war es 29 Jahre später am 30. Dezember 1975. Und Giorgi Kwirikaschwili ist seit dem 30. Dezember 2015 Premierminister in Georgien.  

Ereignisse in der Welt und in unserem Leben kommen und gehen. Manche lassen deutliche Spuren zurück, manche nur eine Randnotiz, die meisten sind wie ein Lufthauch, der kommt und vergeht. Aber während die Geschichtsbücher unserer Welt nur den Bruchteil allen Geschehens aufnehmen, nehmen die „Geschichtsbücher des Himmels“ auch die Unscheinbarkeiten auf, die vielleicht nur Dir und Gott bekannt sind. So heißt es in Matthäus 10:42:

Und wer einem dieser Geringen
auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt,
weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch:
Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.

Und in Hebräer 6:10:

Denn Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen
und die Liebe, die ihr zu seinem Namen bewiesen habt,
indem ihr den Heiligen gedient habt und dient.

Du magst (hoffentlich) nie den Ausbruch eines Krieges oder eine Naturkatastrophe miterleben! Du magst nie den Ruhm eines Berti Vogts, eines Tiger Woods oder einer Patti Smith erreichen. Dein Gesicht mag nie auf einem Plakat erscheinen, Dein Name nie in einem Geschichtsbuch, nicht mal in einer Zeitung. Aber der 30. Dezember kann für Dich im Himmel als Erinnerungstag festgehalten werden, der in der Ewigkeit nicht unbelohnt bleiben wird – und vielleicht ein Tag des Segens für die Menschen, denen Du heute begegnest.

In einem alten Lied heißt es:

Die Zeit ist kurz, o Mensch, sei weise
und wuchre mit dem Augenblick;
Nur einmal machst du diese Reise,
laß eine gute Spur zurück!

Du kannst nicht eine Stunde halten:
Eh´ du es merkst, ist sie entflohn;
Die Weisheit rät´ dir, Treu zu halten,
den Treuen winket hoher Lohn.

Sieh, wie dem Tor die Zeit verrinnet
mit Essen, Trinken, Scherzen, Ruh´n:
Der Kluge wirket und gewinnet,
erfüllt die Zeit mit Gutes tun.

Drum, Heiland, lehr´ mich meine Jahre
zu Deinem Dienste einzig weih´n;
Von heute an bis zu der Bahre
für jenes Leben Samen streu´n.
(Bernhard Harder,1832 – 1884)