„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 24. Mai 2016

Anhaltendes Gebet um Erweckung (Gastbeitrag)

Jede Erweckung wurde hervorgebracht von dieser Art von Gebet. Oft kennen wir nur die sichtbare Seite der Erweckung: die bekannten Erweckungsprediger und ihre Geschichte. Aber jeder von ihnen war entweder selbst solch ein Beter oder hatte solche Beter in seiner Umgebung. 

Für den Erweckungsprediger Charles Haddon Spurgeon musste bereits in jungen Jahren eine extra große Halle gebaut werden, da er jeden Sonntag vor bis zu 10.000 Zuhörern predigte. Direkt unter dieser Halle aber war der Gebetsraum, in dem hingegebene Beter stundenlang um die Seelen der Zuhörer gerungen haben.

Charles Finney, der vermutlich größte Erweckungsprediger, den es je gab, war sich äußerst bewusst, was der Dienst von „Father“ Daniel Nash für ihn bedeutete. Nash fastete und betete oft Wochen vor einer Evangelisation mit einem Team - bis sich der Himmel öffnete.  Finney wusste, dass sein Predigen nichts bewirken konnte, bis der Heilige Geist auf die Versammlung ausgegossen wurde. Dann brauchte er nur noch auf das Kreuz hinzuweisen und Massen bekehrten sich. Um zu einem solchen Durchbruch zu kommen, beteten Nash und sein Team oft bis zur Erschöpfung.  Charles Finney nannte ihn „den Prinzen des siegenden Gebets“. Er hat „Father“ Nash oft erlebt, wie er nass geschwitzt und erschöpft aus Gebetslast und Gebetskampf kam, ihn anstrahlte und sagte: „Der Sieg ist da! Die Erweckung kommt!“ In dem Aufsatz „Keine Erweckung ohne Gebetsgeist“ schreibt Finney:

„Worin besteht der Gebetsgeist? In vielen und inbrünstigen Gebeten?  Nicht ausschließlich. Der Gebetsgeist ist ein beständiges Bekümmertsein und ein ununterbrochenes Ringen um das Seelenheil der Unbekehrten. Es ist etwas, was schier zu Boden drückt. Es ist dasselbe Gefühl, das ein Mensch empfindet, wenn er irgendeiner zeitlichen Angelegenheit wegen beunruhigt ist. Ein Kind Gottes, das diesen Gebetsgeist hat, ist um das Seelenheil seiner Mitmenschen bekümmert.  Seine Gedanken sind beständig damit beschäftigt, und es sieht aus und handelt wie einer, der eine schwere Last auf dem Herzen hat. Es denkt den ganzen Tag über daran und träumt des Nachts davon – mit einem Worte: es betet ohne Unterlass.“

Wollen wir Erweckung? Wie wäre es, wir würden darüber Buße tun, dass wir uns um private Angelegenheiten, um Gemeinde-„Projekte“ oder Finanzen sehr wohl heftig Sorgen machen – aber keine Last Gottes um das ewige Seelenheil von Menschen empfangen können? Sollten wir nicht den Herrn um Vergebung bitten, wenn wir wegen einer Rechnung nicht einschlafen können, es uns aber keine Minute unseres Schlafes raubt, dass Menschen um uns herum auf dem Weg in die ewige Hölle sind? Wenn wir es in Deutschland schaffen würden, eine Last Gottes für das Seelenheil von Menschen zu bekommen, dann würde diese Last anschließend Gebet und Glaube in einem Maß mobilisieren und kanalisieren, das Erweckung freisetzen wird.

Leseempfehlung: J. Paul Reno “Daniel Nash – Prevailing Prince of Prayer” (Revival Literature, 1989), Charles Finney “Keine Erweckung ohne Gebetsgeist” – der Artikel ist im Internet zu finden und besteht aus Auszügen aus der zweiten und vierten seiner berühmten Reden über Erweckung. Der ursprüngliche Text ist zu finden im Buch: Charles Finney, Über religiöse Erweckungen. Rede 1-12. Düsseldorf 1903. Hln. 291 S.

Quelle: www.tos.info/fileadmin/data/_TOS-info/2010/downloads/offensiv22webplus.pdf

Montag, 23. Mai 2016

Minderheiten

Mose und Aaron standen alleine vor dem Pharao und seinen Beratern – aber der Allmächtige war auf ihrer Seite und führte durch sie Sein Volk in die Freiheit.

Kaleb und Josua waren eine Minderheit unter den 12 Kundschaftern. Sie standen auf gegen Unglauben und für Gott. Nur sie durften ins verheißene Land.

Gideon besiegte mit nur 300 kaum bewaffneten Männern + Gott eine erfahrene, gut ausgerüstete Armee.

Simson besiegte als gottgeweihter Einzelkämpfer die ganze Führungselite seiner Feinde

Im Millionenvolk Israel fühlte sich der Prophet Eliah wie der Letzte seiner Art. Gott versprach ihm: Du bist nicht alleine. 7000 weitere Gläubige haben ihre Knie nicht vor dem Baal Götzen gebeugt.

Die drei Freunde Daniels waren die einzigen, die dadurch auffielen, dass sie das Götzenbild Nebukadnezars nicht anbeteten. Sie waren bereit, den höchsten Preis dafür zu zahlen – aber Gott rettete sie.

Kurze Zeit später war es ihr Freund Daniel, der nicht bereit war, der Masse zu folgen und seine Gebete zu unterlassen. Sein Weg führte in die Löwengrube – und wieder heraus.

Als Jesu Worte dem Durchschnittsvolk zu hart und zu deutlich wurden, verließen ihn ganze Scharen von Zuhörern und Jüngern. Nur eine Minderheit von 12 Jüngern blieb zurück (und der Herr veränderte später die Welt durch sie).

Der Weg zum Heil ist nicht der Weg der Mehrheit, sondern der Minderheit – so traurig das ist. Jesus lehrt in Matthäus 7:14: 

„Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, 
der zum Leben führt; 
und wenige sind es, die ihn finden.“

Zu einer Minderheit zu gehören ist nicht immer einfach. Aber zu DER Minderheit zu gehören, die in diesen Versen und Berichten beschrieben wird, ist eine Ehre. Lasst uns froh und zuversichtlich auf der Seite Jesu stehen. Mit Ihm sind wir eine scheinbare Minderheit, aber eine tatsächliche Mehrheit. Als feindliche Armeen die Stadt umzingelten, in der sich der Prophet Elisa mit seinem Diener aufhielt, zitterten dem Diener beim Anblick der Feinde die Knie. Elisa wusste, dass er mit den seinen in der (scheinbaren) Minderheit war. Aber dem ängstlichen Diener versicherte er (2. Könige 6:16):

Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind,
als derer, die bei ihnen sind!

Mit Jesus sind wir immer in einer scheinbaren Minderheit, aber immer in einer realen Mehrheit! Fasse Mut! Stell Dich ganz auf Jesu Seite. Es ist die Seite, die am Ende siegen wird!

Sonntag, 22. Mai 2016

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext heute:

Römer 6:1-11 
1 Was heißt das nun? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade sich noch mächtiger auswirken kann?  
2 Auf keinen Fall! Für die Sünde sind wir doch schon gestorben, wie können wir da noch in ihr leben?  
3 Oder wisst ihr nicht, dass alle von uns, die auf Jesus Christus getauft wurden, in seinen Tod mit eingetaucht worden sind?  
4 Durch die Taufe sind wir also mit Christus in den Tod hinein begraben worden, damit so, wie Christus durch die herrliche Macht des Vaters von den Toten auferweckt wurde, wir nun ebenfalls in dieser neuen Wirklichkeit leben.  
5 Denn wenn wir mit seinem Tod vereinigt worden sind, werden wir auch eins mit seiner Auferstehung sein.

6 Wir sollen also begreifen, dass unser alter Mensch mit Christus gekreuzigt worden ist, damit unser sündiges Wesen unwirksam gemacht wird und wir der Sünde nicht mehr wie Sklaven dienen. 
7 Denn wer gestorben ist, ist vom Herrschaftsanspruch der Sünde befreit.  
8 Wenn wir nun mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden.  
9 Wir wissen ja, dass Christus von den Toten auferweckt wurde und nie mehr stirbt. Der Tod hat keine Gewalt mehr über ihn.  
10 Denn sein Sterben war ein Sterben für die Sünde, und zwar ein für alle Mal. Aber sein Leben ist ein Leben für Gott. 
11 Auch ihr sollt von dieser Tatsache ausgehen, dass ihr für die Sünde tot seid, aber in Jesus Christus für Gott lebt. 
Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung.
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen.
(Quelle: HIER) 

Die Predigt zum Text kann Anfang der Woche HIER 
runtergelande oder online angehört werden!
 
 Herzliche Einladung zum Gottesdienst!  
 
Anbetung
Predigt
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst
Auf Wunsch Gebet
Heute wieder Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr
 
 Wir freuen uns auf Dich! 
 
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)  
57290 Neunkirchen-Zentrum

Sonntagszitat:
Die christliche Taufe ist keine Lizenz für den Himmel.  (Reinhard Mohnke)

Die Taufe kann uns nicht zu Christen machen. 
Wenn das äußerliche Zeichen keinen geistlichen Inhalt hat, 
dann besteht die Gefahr, 
dass es zu einem leeren Aberglauben herabsinkt.

(Walter Ian Thomas)

Samstag, 21. Mai 2016

Vom Vergessen

Kürzlich beim Frühgebet in unserer Gemeinde: „Herr, ich habe so manche vergessen. So viele Hunderte von Schriften sind rausgegangen und wir haben die Empfänger vergessen ...“

Preis dem Herrn, wenn wir so viele Schriften verteilen und so viele treffen, dass wir sie gar nicht alle im Gedächtnis behalten können. Das gefällt unserem Herrn und unser Zeugnis wirkt weiter. Die Literatur, die die Menschen von uns bekommen haben, wirkt weiter. Die DVDs, die Fremdlinge in unserem Land erhalten haben, bevor sie ausgewiesen oder umgesiedelt wurden – die wirken weiter. Auch was unser schwaches, gestammeltes Zeugnis denen gegenüber angeht, die unsere Worte nur zu einem Drittel verstehen gilt Jesu Verheißung aus 1 Korinther 15:58:

Deshalb bleibt fest und unerschütterlich im Glauben, liebe Freunde,
und setzt euch mit aller Kraft für das Werk des Herrn ein,
denn ihr wisst ja, dass nichts, was ihr für den Herrn tut, vergeblich ist.

Der, der mit 5 Broten und 2 Fischen 5000 Männer satt machte und noch 12 Körbe an Brot- und Fischresten übrig ließ, der kann auch das eine verständliche Drittel unserer Worte vermehren und ausreichen lassen.

Und während wir die meisten unserer Gegenüber vergessen, vergisst Gott nie. Er geht denen nach, die wir mit dem Evangelium erreicht haben. Er redet durch Wortfetzen, durch unsere Taten der Liebe, durch die mitgenommenen Schriften und DVDs. Er vergisst unsere Gegenüber nicht und geht ihnen nach.

Und unser Herr vergisst auch Seine Diener nicht. Fühlen wir uns nicht manchmal auf einsamem Posten? Auf verlorenem Posten? Auf sinnlosem Posten? Zu groß ist die Aufgabe, zu hoffnungslos die Situation und zu klein unsere Kraft? Wer solche Stunden nicht kennt, ist zu bemitleiden, denn Paulus sagt in 2 Korinther 12:9+10:

Und nun bin ich zufrieden mit meiner Schwäche,
damit die Kraft von Christus durch mich wirken kann.
Da ich weiß, dass es für Christus geschieht,
bin ich mit meinen Schwächen, Entbehrungen,
Schwierigkeiten, Verfolgungen und Beschimpfungen versöhnt.
Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark.

 Sich schwach zu fühlen kann ein Segen sein, weil es uns zu Jesus treibt. Und sich schwach zu fühlen bedeutet nicht, dass Jesus uns vergessen hat. Er kennt alle 7,5 Milliarden Menschen persönlich und mit Namen. Aber besonders kennt Er die mit Namen, die nach Seinem Namen genannt sind. Wir vergessen so manche – deswegen müssen wir uns nicht schlecht fühlen. Gott vergisst uns nie – deswegen dürfen wir uns freuen!

Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.
(Josua 1:5 & Hebräer 13:5)

Freitag, 20. Mai 2016

Um Hana und ihr verständlicher Hass

Noch einmal muss ich etwas weitergeben, das ich in der HMK Monatszeitschrift gelesen habe.

Als die Soldaten in ihr Haus eindrangen und ihren Ehemann wegzerrten, wollte man Um Hana vergewaltigen. Sie konnte mit ihren Kindern fliehen. Ihr Haus wurde niedergebrannt, ihr Mann 3 Monate lang weggesperrt und gefoltert, dann freigelassen. Im Ausland, in Jordanien, fand die Familie wieder zusammen. Hier lebten sie mit 5 Erwachsenen und 15 Kindern in einer Einzimmerwohnung und machten weiter schreckliche Erfahrungen.

Während Um Hana in ihrem Heimatland Syrien eine praktizierende Muslima gewesen war, stellte sie nun mehr und mehr den Islam in Frage und entschied sich schließlich mit ihrem Mann dazu, Jesus nachzufolgen. Ihr Zeugnis ist umwerfend. Um Hana bekennt:

„Als ich in Jordanien ankam, hasste ich fast jeden, der mir begegnete. Das ist nun anders. Ich empfinde plötzlich Liebe und kann vergeben – so, wie ich weiß, dass mir vergeben wurde. … Jesus machte Lazarus lebendig – und so auch mich. Jesus kann alles!“

Was für ein Zeugnis! Liebe stärker als (ihr verständlicher) Hass!

Diese Erfahrung ist nicht den Christen in der Verfolgung vorbehalten. Ein guter Freund von mir hat gesessen. Aufgewachsen in einem Kinderheim des „alten Schlags“ kam er in frühen Jugendjahren zu verschiedenen Pflegeeltern und schließlich zu seinen Eltern. Als er versuchte, seine Halbschwester umzubringen, kam er in den Knast und musste – ich glaube 2½ Jahre – Jugendknast wegen versuchtem Mord absitzen. Christen kümmerten sich um ihn, aber für ihn war es nur eine Frage der Zeit, bis dass sie ihn fallen lassen würden. Denn er hasste alle. Morgens saß er in der Straßenbahn – und hasste die Menschen die er sah. Dann begegnete er Jesus!

„Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann zeig dich mir!“ betete er eines Abends, als er in einem Buch gelesen hatte, dass da „so rumlag.“ Gott erhörte sein Gebet prompt. Am nächsten Morgen saß er in seiner Straßenbahn und fuhr zu seinem Ausbildungsplatz, als er merkte, wie der angestaute Hass seines Lebens in Liebe verwandelt war. Er hasst nicht mehr – er liebte! Von da an nahm sein Leben eine unglaubliche Wende.

Nicht immer haben Hass, Verachtung und Wut mit Verfolgung oder einer traumatisierten Kindheit zu tun. Aber auf der ganzen Welt kennen Menschen aus verschiedenen Gründen die Ketten von Hass und Bitterkeit. Um Hana beschreibt ihre eigene Befreiung von Hass und Tod mit den Worten: „Jesus machte Lazarus lebendig – und so auch mich. Jesus kann alles!“

Ja, Jesus macht frei! Er befreite Lazarus vom Tod. Er befreite Um Hana von ihrem (verständlichen) Hass. Er holte meinen Freund aus seinem aufgestauten Hass heraus. Lass es Dir heute von Jesus, dem Gottessohn und Befreier, zurufen:

„Lazarus*, komm heraus!“ (Johannes 11:43)

* Setz’ hier Deinen eigenen Namen ein

Donnerstag, 19. Mai 2016

Da kann ich nur von lernen!

Monatlich erhalte ich zwei Zeitschriften von Organisationen, die sich für verfolgte Christen einsetzen. Wenn immer ich diese Zeitschriften zur Hand nehme, werde ich gesegnet. Die Zeugnisse der Verfolgten machen Mut und lehren mich, wie ich unter Druck für Jesus leben kann. Ihnen wird alles genommen, was sie haben. Die Arbeit ihres gesamten Lebens, seien es Ersparnisse, ein Haus oder anderen Besitz … und ihre Gesundheit … ihre Vergangenheit … und ihre Zukunft … und oftmals noch ihre Liebsten. 

Ich stelle mich daneben – und bin beschämt. Ja, auch wir haben Nöte, Probleme, Krankheit, Trauer,  Arbeitslosigkeit, eine unglückliche Ehe, Probleme mit den Kindern …  Das muss niemand wegstecken, als gäbe es diese Nöte nicht. Und doch verblasst vieles (vielleicht nicht alles) im Vergleich zu denen, die keine erinnerungswürdige Kindheit oder kein ruhiges Alter haben. Oder solche, die mitten im Leben ganz neu bei Null beginnen müssen.

Solche Berichte und Zeugnisse von Gottes Durchtragen rücken vieles wieder ins rechte Licht. Ich werde wegen meinem Glauben ausgelacht? Na und? Andere werden ausgepeitscht. Ich werde verspottet und verleumdet? Na und? Andere werden verschleppt und vergessen. Ich gebe wegen meinem Glauben eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit auf? Na und? Andere verlieren Job und Einkommen und werden gebrandmarkt, damit niemand sie wieder einstellt.
Ich verliere Freunde wegen meiner Nachfolge Jesu? Na und? Andere verlieren ihre Familie – die einen, weil sie ausgestoßen werden, die anderen, weil ihre Lieben umgebracht werden.

Und dennoch haben viele dieser treuen Christen in der Verfolgung etwas, was ich mir wünsche. Nicht die Verfolgung wünsche ich mir. Nein! Aber die Jesus-Erfahrung dieser Gotteskinder. Die Geschwister in der Verfolgung lernen es, in einer Nähe zu Jesus zu leben, die mir oft fremd ist. Sie erfahren eine Liebe durch und zu Jesus, die ich mir wünsche. Sie kennen einen Eifer für die Sache Jesu, der mich beschämt.

Ich empfehle wärmstens die monatlichen Zeitschriften von Open Doors und Hilfsaktion Märtyrerkirche. Die Berichte in diesen Zeitschriften beschreiben keine Folterszenen und sollen niemandem Angst machen. Sie hetzen auch nicht gegen andere. Sie informieren sachlich über die Not der Verfolgten und ermutigen zum Gebet. Aber als Nebenprodukt ermutigen sie die Leser durch die Zeugnisse über die Liebe und die Macht Jesu. Hier einige Beispiele aus der Zeitschrift „Stimme der Märtyrer“:

„Wir haben gelernt, dass alles, was wir in dieser Welt erleben, uns hilft, Gott ähnlicher zu werden. Ich bin glücklich, ein Kind Gottes zu sein. Ich bin auch glücklich, die Tochter eines Mannes zu sein, der um Jesu willen im Gefängnis sitzt. Jesus wird alles zu einem guten
(Ca 19jährige Tochter von Pastor Haile Naigzhi, der seit 12 Jahren in Eritrea im Gefängnis sitzt)

Ohne Kreuz gibt es keine Krone. Diese Lektion kann man nicht aus Büchern lernen, und die meisten Menschen erfahren diese köstliche Lektion nie in ihrem Leben. Das Leben im Überfluss existiert nicht in der Komfortzone. Wenn das Gewürz nicht gemahlen wird, kann der Duft sich nicht entfalten; und wenn die Traube nicht im Trog zerstoßen wird, wird sie nie zu Wein. (Christ aus China)

Mohammad Yousuf Bhat bekehrte sich 1999 in Kaschmir vom Islam zu Jesus. Seitdem war er unermüdlich und furchtlos unterwegs, Jesus zu bezeugen. Am 1 Juli 2015 zerrte man ihn aus seinem Haus und ermordete ihn mit 7 Schüssen. Einmal hatte er erklärt: „Meine Familie hat mit sehr viel Verfolgung zu kämpfen. Mein Sohn ist gefoltert worden und auch meine Tochter. Aber diese Verfolgung betrifft nur unseren Körper. Innerlich füllt uns Jesus mit tiefem Frieden.“ Er wusste um die Mordabsichten und sagte vor seiner Ermordung über seine Verfolger: „Gott segne sie! Wir beten dafür, dass Gott ihnen die Augen für die Wahrheit öffnet. Wir beten für sie.“ „Immer, wenn ich abends die Sterne sehe, bete ich, dass es eines Tages auch so viele Gläubige im Kaschmirtal gibt.“

Möge Jesus auch in uns die uneingeschränkte Bereitschaft finden, Ihm unser alles zu geben.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Zum Teufel mit dem Hof

Lasst mich heute kurz einige Gedanken zu Hebräer 2:1+2 zusammenfassen, die Stefan Sauer am vergangenen Mittwoch in unserer Bibelstunde ausgeführt hat. In Hebräer 2:1 heißt es:

“Deshalb sollten wir desto mehr auf das achten,
was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten.“

Weshalb? Deshalb: weil Jesus so viel höher ist als die Engel, müssen wir auch um so viel mehr darauf achten, was Er sagt – wobei „achten“ mehr bedeutet als „zur Kenntnis nehmen“.
Dem „Achten“ muss eine Reaktion folgen. Eine Ampel nur zu beachten, aber nicht der roten Stop-Aufforderung zu folgen, hat ein fatales Resultat.

Im geistlichen Leben ist das „achten auf“ im Sinne von „Folgen, umsetzen“ extrem wichtig, denn es heißt: Wenn wir das Gehörte nicht umsetzten, gleiten (Luther: treiben) wir am Ziel vorbei. Das will hoffentlich niemand.

Dieses Wort „vorbeitreiben“ beschreibt ein Wegdriften, wenn der Halt fehlt. Tückisch, denn es geschieht von alleine, sobald wir den Halt verlieren. Wir müssen nichts dafür tun, um abzudriften. Ein Wegdriften in Verbindung mit Antriebslosigkeit.

Wenn wir nicht mehr auf Jesus achten, der höher ist als alles – wenn wir Jesus aus den Augen verlieren, dann gewinnen die Welt und andere Dinge Raum. Ganz von alleine. Ohne unser aktives zutun.  Wir wollen ja alle nicht extrem werden, sondern am liebsten Christen sein, die die geachtet werden und gut in die Welt hineinpassen. Irgendwann denken wir: „Das, was ich bis jetzt aus der Bibel gelernt habe, ist ein guter Stand. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Und das, was ich für den Herrn getan habe und tue, das ist auch genug.

Solche Einstellung würde man nicht als Abkehr von Jesus bezeichnen, aber es ist geistliche Trägheit. Das wird nicht funktionieren. Deshalb ist geistliche Faulheit für uns so gefährlich.

Zu faul zum Beten.  Zu träge zum Lesen. Zu achtlos für Gemeinschaft. Zu nachlässig, zum Geben. Zu bequem, um Schritte im Glauben zu wagen.

Wer sich da nicht irgendwo drunter stellen muss, sollte dem Herrn von Herzen dankbar sein.
Eine alte Geschichte erzählt von einem knorrigen und knurrigen Bauern, der mit allen im Streit lebte. Irgendwann verstarb der Mann und ein kurzesTestament mit einem Satz wurde in seinem Nachlass gefunden. „Ich vermache meinen gesamten irdischen Besitz dem Teufel.“

Da der letzte Wille eines Menschen i.d.R. sehr ernst genommen wird, musste sich ein Gericht mit dem Testament beschäftigen. Wie konnte man den Willen des Verstorbenen – zum Teufel mit dem Hof – umsetzen?

Vermutlich hatten zunächst einige an Feuer gedacht: Teufel, Hölle, Feuer... einfach alles abfackeln. Der Richter aber kam zu einem anderen Entschluss. Er entschied, dass es wohl am besten sei, wenn man den ganzen Hof dem Verfall überließe. Das Unkraut würde alles überwuchern. Der Wind würde langsam die Erde abtragen. Sonne und Regen würden den Gebäuden zusetzen. – Und so entschied das Gericht: Der beste Weg, dem Teufel etwas zu hinterlassen, ist der, dass man nichts tut.

Wenn wir unser geistliches Leben einfach so laufen lassen und sich selbst überlassen, gehen „Hof und Gebäude“ verloren. Durch „Nichts tun“ wird unser geistliches Leben überwuchert und erstickt, immer mehr abgetragen und zersetzt.  Darum, lasst uns auf Jesus achten, aktiv an Ihm festhalten, der über allem ist. Dann treibt niemand am Ziel vorbei, sondern in den sicheren Hafen.

Deshalb müssen wir sorgfältig auf das achten,
was wir gehört haben,
damit wir das Ziel nicht verfehlen. (Hebräer 2:1, NLÜ)

Die gesamte Bibelstunde zu Hebräer 2:1-9 ist Anfang nächster woche HIER zu hören (oder download). Heute Abend geht es um 19:30 Uhr weiter in Hebräer 2. Herzlich willkommen!

Dienstag, 17. Mai 2016

Geistlicher Kampf & Gebet

John Piper schreibt in seinem Buch "Weltbewegend"

Es gibt nicht einen Kriegsteil des Lebens und einen Friedensteil. Das Leben ist Krieg.Aber die meisten Menschen glauben das nicht in ihren Herzen. Die meisten Menschen zeigen durch ihre Prioritäten und durch ihr lässiges Herangehen an geistliche Dinge, dass sie glauben im Frieden zu leben, nicht im Krieg.

Im Krieg sind die Zeitungen voller Schlagzeilen darüber, wie es den Truppen geht. Im Krieg sprechen Familien über die Söhne und Töchter an der Front; sie schreiben ihnen und beten für sie mit tiefer Besorgnis über ihre Sicherheit. Im Krieg sind wir auf der Hut. Wir sind bewaffnet. Wir sind wachsam. Im Krieg geben wir das Geld anders aus - da ist Mäßigung, nicht als Selbstzweck, sondern weil es strategischere Arten gibt, Geld auszugeben als für neue Reifen zu Hause. Die Anstrengung des Krieges betrifft jedermann. Wir schnallen alle den Gürtel enger. Das Luxuskreuzschiff wird zum Truppentransporter.

Sehr wenige Leute bedenken, dass wir in einem größeren Krieg leben als dem 2. Weltkrieg oder irgendeinem vorstellbaren Atomkrieg. Wenige denken, dass Satan ein weit schlimmerer Feind ist als jeder irdische Gegner.
... Gebet ist dazu bestimmt, das Königreich in das fruchtlose Feindesland hinein auszuweiten.
Joh 15,16 Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, damit, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.
Das Fruchtbringen ist das Ziel. Zu diesem Zweck erhört der Herr die Gebete seiner Leute.
Mk 4,18-19 Und andere sind die unter die Dornen Gesäten, es sind die, die das Wort gehört haben, und die Sorgen der Zeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht.
Bevor wir uns überhaupt in der Sendung der Gemeinde engagieren können, müssen wir gegen den Betrug des Reichtums und gegen die Begierden nach den übrigen Dingen kämpfen. Wir müssen darum kämpfen, das Königreich über alles andere wertzuschätzen - das ist unser erster und dauernder Kampf. Das ist der Kampf des Glaubens. Dann, wenn wir einige Erfahrung in diesem Grundlegenden Kampf haben, schließen wir uns dem Kampf an, das Königreich zu allen Nationen zu tragen.

... Gebet ist das Funkgerät auf dem Schlachtfeld der Welt. Es meldet sich, um die genaue Zielposition in der Welt zu erfragen. Es meldet sich, um Luftunterstützung anzufordern. Es meldet sich, um Artilleriefeuer anzufordern, das einen Weg für die Panzer des Wortes Gottes freischießt. Es meldet sich, um das Wunder der Heilung der verwundeten Soldaten zu erbitten. Es meldet sich, um Versorgung für die Streitkräfte anzufordern. Und es meldet sich, um die benötigte Verstärkung anzufordern. (w)

John Piper: Weltbewegend / 3l Verlag Gmbh