„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Montag, 21. März 2016

Welchen Stimmen folgen wir?

In seiner Erzählung „Odyssee“ aus dem 8. Jahrhundert vor Christus erzählt Homer, wie sich sein Held an einen Schiffsmast binden ließ, um den verführerischen Lockgesängen der „Sirenen“ (Mischwesen aus Vogel und Frau) zu entgehen. Wer immer ihre Stimmen hörte, wurde unwiderstehlich zu ihnen hingezogen. Die Herrlichkeit ihrer Stimmen glich denen von Singvögeln. Die Spitzen ihrer Krallen denen der Raubvögel. Wer ihren Gesang hörte, musste ihren Worten folgen. Moderndes Fleisch und verbleichte Skelette blieben übrig.

“So gehorche nun, mein Sohn,
meiner Stimme und tue, was ich dir sage.“ (1 Mose 27:8)

Ein Bibelvers! Ein schöner Bibelvers! Aber selbst die Bibel gibt uns Beispiele von Menschen, die „die Stimme“ hörten, denen die Worte gefielen, und die in ihr Unglück rannten oder andere ins Unglück stürtzten.

Die Aussage aus 1 Mose 27:8 ist nicht etwa eine Aufforderung Gottes, obwohl sie Aussagen Gottes täuschend ähnlich klingt. Es ist die Aussage von Rebekka, die ihren Sohn Jakob anstiften möchte, Vater Isaak zu betrügen. Jakob hört auf ihre verführerischen, gut klingenden Worte und bringt viel Leid und Not über seinen Bruder, seinen Vater, sicher auch die Ehe seiner Eltern und nicht zuletzt sich selbst. Der falschen Stimme gefolgt – obwohl es die Stimme seiner eigenen Mutter war.

Es gibt viele solcher Beispiele in der Bibel. Die Schlange war ja ein von Gott geschaffenes Tier. Eva hatte berechtigterweise keine Angst vor ihr. Aber die Stimme, die durch die Schlange sprach, die war verführerisch. Nicht offen böse – scheinbar sogar wohlwollend. Aber Adam und Eva mussten feststellen, dass nicht alle wohlwollenden Stimmen ihr Bestes wollten.

Sogar Prophetenworte können irre führen. Ein Mann Gottes wurde mit einer Botschaft zum König Israels geschickt. Gott hatte diesem Propheten befohlen, zu fasten und einen anderen Rückweg zu wählen. Als er auf dem Rückweg war, kam ein zweiter Prophet und log. Er sagte: Ich bin auch ein Prophet wie du, und ein Engel hat durch das Wort des Herrn zu mir geredet und gesagt: Führe ihn zurück in dein Haus, damit er Brot esse und Wasser trinke! Er log es ihm aber vor. (1 Könige 13:18)  Der ungehorsame, gutgläubige Prophet starb kurze Zeit später, weil er Gott ungehorsam gewesen war.

Das ist gewaltig, denn einer Prophetenstimme schenkt man schnell Vertrauen.

Jona ist ein weiteres Beispiel. Er hörte nicht auf „Sirenen“, nicht auf eine Schlange und auch nicht auf einen falschen Propheten. Die Verführung, der er erlag, war viel subtiler: Es war die Stimme seines eigenen Herzens, geprägt von Angst, Stolz und Bitterkeit. Was Jona angeht ist das Ende der Jonageschichte nicht wirklich mutmachend.

Stehen wir also in Gefahr, durch unwiderstehliche Stimmen in die Irre geführt zu werden? Ja!
Stehen wir in Gefahr, wohlwollend klingende Verführerworte mit Gotteswort zu verwechseln? Ja!
Stehen wir auch in Gefahr, die Stimmen unseres Herzens als Gottes Stimme auszulegen? Ja!

Ja, ABER ... da ist dann noch Johannes 10:3-5:
"Die Schafe hören auf seine (des Hirten) Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm."

Je näher bei Jesus, umso unverwechselbarer Seine Stimme.
Je offener die Ohren für Ihn, umso verschlossener sind sie für anderes.

Lasst uns unsere Ohren verschließen für alle Sirenen, Verführungen, Scheinprophetien und Stimmen, die auf eigenen Herzensregungen beruhen. Lasst uns statt dessen unsere Ohren dem Guten Hirten Jesus zuwenden, auf Seine Stimme (vor allem durch Sein Wort) hören und Ihm folgen. Das ist völlig ungefährlich und endet immer im Überfluss Seines Segens.

Sonntag, 20. März 2016

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss
 
Predigttext heute:  
Matthäus 21:1-11
 
Matthäus 21:1-11:
1 Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, kurz vor Betfage am Ölberg, schickte Jesus zwei Jünger voraus. 
2 "Geht in das Dorf", sagte er, "das ihr dort vor euch seht! Gleich, wenn ihr hineingeht, werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie her.  
3 Sollte jemand etwas zu euch sagen, dann antwortet einfach: 'Der Herr braucht sie und wird sie nachher gleich wieder zurückbringen lassen.'"  
4 Das geschah, weil sich erfüllen sollte, was der Prophet gesagt hat:

5 "Sagt der Tochter Zion: Dein König kommt zu dir. / Er ist sanftmütig und reitet auf einem Esel, / und zwar auf dem Fohlen, / dem Jungen des Lasttiers."
6 Die beiden machten sich auf den Weg und führten alles so aus, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte.  
7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen. Dann legten sie ihre Umhänge über die Tiere, und er setzte sich auf das Fohlen. 
8 Sehr viele Menschen breiteten jetzt ihre Umhänge auf dem Weg aus, andere hieben Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg.  
9 Die Leute, die vorausliefen, und auch die, die Jesus folgten, riefen: "Hosianna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Hosianna, Gott in der Höhe!"  
10 Als Jesus in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Aufregung, und alle fragten: "Wer ist dieser Mann?"  
11 Die Menge, die Jesus begleitete, antwortete: "Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa."

Im Gottesdienst benutzen wir meist die Schlachter Übersetzung. 
Aus Copyrightgründen ist hier der leicht verständliche Text der NeÜ zu lesen. 
(Quelle: HIER)


Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Anbetung 
Predigt
Abendmahl (freiwillige Teilnahme) 
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst 
Auf Wunsch Gebet 
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr  
Wir freuen uns auf Dich! 
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)   
57290 Neunkirchen-Zentrum   



Sonntagszitat:
Oh Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens! 
Wo Hass ist, lass mich Liebe säen; 
wo Unrecht, Verzeihung; wo Zweifel, Glaube; 
wo Verzweiflung, Hoffnung; wo Finsternis, Licht 
und wo Trauer, Freude. 
(Franz von Assisi)

Samstag, 19. März 2016

Der Mann an der Spitze *

Je größer der Betrieb, umso unwahrscheinlicher, dass der einfache Mann an der Maschine den Mann an der Spitze persönlich getroffen hat oder treffen wird. Und das aus verschiedenen Gründen. Wie viele, die weltweit durch Microsoft ihr Brot verdienen, haben Bill Gates bereits die Hand geschüttelt? Oder welcher Aldi Angestellte, Marktleiter oder Regionalmanager hat schon mit Kurt oder Theo Albrecht zu Abend gegessen? Und dafür gibt es Gründe.
  • Der Mann an der Spitze ist einfach zu beschäftigt.
  • Der Mann an der Spitze interessiert sich wenig für den Angestellten, der das Dosenregal täglich auffüllt oder nach Ladenschluss den Boden wischt.
  • Der Mann an der Spitze möchte seine Persönlichkeit schützen und macht sich daher lieber unsichtbar anstatt sichtbar.
  • Der Mann an der Spitze möchte seine wenigen freien Minuten am Tag nicht mit "Otto Normalverbraucher" verbringen, auch wenn der für ihn arbeitet.
Es gibt viele zusätzliche Gründe. Egal, welchen Namen der Betrieb, die Organisation oder das Werk trägt, der Mann an der Spitze und der Mann an der Basis haben keine oder wenige Berührungspunkte.

BEI GOTT IST DAS ALLES ANDERS! "Hallelujah!" - das muss zuerst gesagt werden! Bei Gott ist das nicht nur anders, es ist das genaue Gegenteil! 180° anders!
  • Bevor Gott seinen Propheten Jesaja beauftragte, rief er ihn, begegnete ihm persönlich und offenbarte sich ihm in Seiner Macht und Herrlichkeit! (Jesaja 6)
  • Bevor Gott seinen Propheten Jeremia "einstellte", unterhielt er sich persönlich mit ihm, ermutigte ihn, rührte in an und bevollmächtigte ihn! (Jeremia 1)
  • Bevor Gott Hesekiel losschickte, ließ er ihn Seine Herrlichkeit und Majestät sehen und redete persönlich mit ihm. (Hesekiel 1)
  • Bevor Gott Paulus zum größten Heidenapostel aller Zeiten aussandte, begegnete er ihm auf mächtige, unerklärbare Weise, sprach mit ihm, beauftragte ihn und füllte ihn mit dem Heiligen Geist. (Apostelgeschichte 9)
Gottes Art und Weise, mit seinen "Arbeitern" umzugehen hat sich bewährt. Seit tausenden von Jahren verbreitet sich sein Werk - und wird in Ewigkeit nicht untergehen. Seine Arbeiter kennen Ihren "Herrn an der Spitze". Sie haben seine Herrlichkeit gesehen. Sie haben seine Berührung erfahren. Durch persönliche Unterhaltung mit dem Höchsten wissen sie um die Bedeutung und Dringlichkeit ihrer Arbeit. Und die Arbeit geht weiter, das Werk wächst und breitet sich aus.

Manchmal werden auch Arbeiter im Dienst für den Höchsten müde. Aber ihr Herr ist IMMER bereit für eine sofortige Begegnung, eine bestätigende Berufung, eine stärkende Berührung, eine neue Offenbarung seiner Herrlichkeit, eine frische Erfüllung mit der Kraft seines Heiligen Geistes. DAS IST UNSER HERR, DEM WIR DIENEN!

Hallelujah? - Hallelujah!

Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich! Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40:28-31)

(*) Die Begriffe "Mann" und "Frau" sind in diesem Beitrag durchweg austauschbar! (w)

Freitag, 18. März 2016

Was sagen mir verfolgte Christen?

Es ermutigt mich immer wieder, wenn ich die Monatszeitschrift von Open Doors (OD) durchlese. Letzte Woche habe ich das Monatsheft in meine Stille Zeit „hineingearbeitet“. (Fast) jeden Morgen habe ich das Heft zur Hand genommen und einen der verschiedenen Kurzartikel gelesen und für die Anliegen gebetet.
In Zeiten der Anfechtung, der (gewöhnlichen) Krankheit, des Verlusts oder des Kampfes habe ich es als hilfreich empfunden, mich mit den verfolgten Christen zu beschäftigen. Im Licht ihres Gottvertrauens, ihrer Dankbarkeit, ihrer Treue, ihrer Freude, ihrer Liebe, ihrer Hingabe oder auch ihrer Leidensbereitschaft bin ich immer wieder beschämt worden und habe gedacht, wie gut es mir in all meinen Nöten immer noch geht.

In verschiedenen Zeitschriften, die sich mit der Verfolgung von Christen beschäftigen, fallen mir Zitate auf, die hervorgehoben werden. Von denen sollen uns heute eine Anzahl daran erinnern, dass es uns gut geht und wir viel Grund zum Danken haben.

„Die Leute in Aleppo beten für Euch, denn Eure Fürsorge ist eine große Hilfe für sie. Danke!“ (Partner von OD in Syrien)

„Gott hat uns nach Syrien gestellt, weil wir hier eine Aufgabe haben. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit zu fliehen – obwohl ich es könnte. Viele fragen mich sogar, warum ich es nicht einfach tue. Aber ich weiß: Ich muss in Syrien sein. Psalm 91 hilft mir dabei.“ (Sarah)

„Jesus wird in die Dunkelheit eintreten und das Böse in Gutes verwandeln. Jesus tut aufregende Dinge im Libanon. Daran glaube ich.“ (Pastor Nabil)

„Durch die Widrigkeiten, die ihnen in ihrem Leben begegneten, reifte der Glaube der Männer und ihr Vertrauen auf Gott. Inmitten des Feuers bekam ihre Beziehung zu Gott tiefe Wurzeln. (Bischof von Erbil, Musa Al Shammany)

„Wir spüren zu jeder Zeit die positive Kraft Eurer Gebete. Das bedeutet uns sehr viel. Wir haben uns noch nie alleingelassen gefühlt von der Gemeinde Jesu in aller Welt. (Pastor Douglas, Irak)

„Viel zu lange schon leiden wir in Nordkorea, doch durch die Gebete und die Unterstützung von Christen überall auf der Welt werden wir jeden Tag ermutigt, Jesus weiter nachzufolgen.“ (nordkoreanischer Christ)

„Mein Glaube an Jesus ist mir so kostbar, dass ich ihn niemals aufgeben würde. Gott hat die ganze Erde und den Himmel erschaffen.“ (Arash aus Afghanistan, verachtet, verfolgt, gefoltert für Jesus)

Am Anfang war ich sehr wütend auf sie. Doch dann erkannte ich, dass auch Jesus geschlagen wurde und konnte so mein Leid ertragen. Weil Jesus mir vergeben hat vergebe ich auch meiner Mutter.“ (Hannah aus Myanmar, 2 Jahre verprügelt und verleugnet)

„Selbst, wenn es heute einen Bombenanschlag gibt, werden wir morgen weitermachen. Jesus sorgt für uns – das ist meine Hoffnung.“ (Christ aus Bagdad)

Geht es mir gut? Ja! Im Angesicht der Verfolgung meiner Geschwister, die den Verlust ihrer Güter, ihres Rufes und ihres Lebens gering achten für die alles übersteigende Freude eines Lebens für Jesus – im Angesicht dessen geht es mir gut!

Donnerstag, 17. März 2016

Erweckung – Haben / brauchen wir sie?

Ein interessanter Artikel erschien kürzlich im „Christian Post“, einem christlichen Nachrichtendienst. Darin wird berichtet, dass Saeed Abedini, der kürzlich freigelassene US/iranische Pastor, Studenten einer christlichen Universität befragte. Seine Frage lautete: „Gibt es Erweckung an Eurer Uni?“  Die Antwort des Studenten war: „Ich denke schon! Wir haben gute Anbetung, gute Bibelstudien und Menschen, die dem Herrn dienen.“

Abedini äußerte seine Wertschätzung. „Großartig!”, meinte er, “aber zu wenig, um als Erweckung zu gelten.”  Dann beschrieb er das Leben vieler Jungbekehrter im Iran. „Junge Gläubige im Iran beten mindestens fünf Stunden am Tag und sind bereit, ihr Leben für ihren Glauben zu opfern. Wenn du sie fragst, ob sie Erweckung in ihrer Mitte haben, antworten sie dir: ‚Nein, denn wir kennen die Bibel nicht gut, wir evangelisieren nicht genug und predigen nicht. Wir finden keine Gemeinde, zu der wir gehen können und das tut uns so leid!“

“In ihnen sehe ich Erweckung!” erklärt Abedini auf seiner Facebuchseite und beschreibt amerikanische (und deutsche) Christen mit den Worten: „Amerikanische (und deutsche) Christen besitzen so viel und sind so gute Menschen, aber wir brauchen immer noch Erweckung in unseren Herzen, die ‚auf-die-Knie-fallen-und-beten’ Art der Erweckung. Ich sehe solche, die meinen, sie hätten Erweckung – und haben sie nicht – und solche, die meinen, keine Erweckung zu haben – die haben sie. “

Das sind Worte, die überführen. Erweckung geschieht nicht in einem Kontext der Selbstzufriedenheit und des Wohlfühlens. Erweckung geschieht in einem Kontext der Bedürftigkeit und des Zerbruchs. Wo Menschen begonnen haben, anhaltend zu beten, wo ihnen das Angesicht Jesu wichtiger war als alles andere, wo sie das „Ego allein“ für das „Er allein“ eingetauscht haben, da wird die Grundlage für Erweckung gelegt. Trotzdem kann auch durch all diese Richtigkeiten keine Erweckung produziert werden. Sehr klar sagt Gott durch Johannes 3:8:

“Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen;
aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht.“

Erweckung kann nicht fabriziert oder gestellt werden, weder durch Anbetung, noch durch gute Lehre, noch durch viele Dienste. All das ist nicht zu verachten, aber kein Beweis für Erweckung. Zeichen von Erweckung ist der Sieg von „ER“ über „Ego“, der Zerbruch, den David suchte und erfuhr. Er bot Gott Opfer an, Dienst und Hingabe – aber das war nicht die Vorausetzung für Gottes Handeln. Dann betet David in Psalm 51:19:

„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist;
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz 
wirst du, o Gott, nicht verachten.“

Zerbrochene und zerschlagene Herzen tun weh. Sie gefallen zwar Gott, aber nicht uns. Manche Herzen schließen sich dann zu wie eine Muschel, um sich vor weiterem Zerbruch zu schützen. Schade, zerbrochene Herzen sind die Gelegenheit, dem Erwecker zu begegnen, seine heilende Salbe zu erfahren und die Heilung des Heilers aus erster Hand zu spüren.

„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist;
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, o Gott, nicht verachten.“
(Psalm 51:19)

Mittwoch, 16. März 2016

Die seltsamen Tage

Vorgestern durchlebte ich so einen seltsamen Tag. Es war mein „freier Tag“ - so ein „Pastorensonntag“, wie man sagt, der aber aus verschiedenen Gründen seltsam war. Zunächst konnte ich einmal ausschlafen – und wachte prompt mit Kopfschmerzen auf. Als nächstes stellte ich fest, dass ich noch müde war, obwohl ich ca. 3 Stunden länger geschlafen hatte als gewöhnlich. (Ich bin normalerweise Frühaufsteher.) In meiner Stillen Zeit las ich Verse, die ich nur schwer verstehen und einordnen konnte. Sie warfen mehr Fragen auf als sie beantworteten, und irgendwie wollte sich die Freude am Herrn gar nicht so recht einstellen.

Nun, dachte ich, das herrliche Wetter wird Dir sicher den Tag versüßen, und ich dankte dem Herrn, der seine Gnade über Gerechte und Ungerechte ausgießt, indem er die Sonne scheinen lässt über alle Menschen (Matthäus 5:45). Aber so richtig wollte die Freude trotzdem nicht durchbrechen.

Was macht man an solch seltsamen Tagen? Offensichtlich hat sie jeder, der Arbeiter im Betrieb, die Angestellte im Büro, die Mutter zu Hause – und offensichtlich sogar der Pastor (und nicht nur an seinem freien Tag). Wie gehe ich in solche Tage hinein?

Eine Pauschalantwort gibt es nicht. In der Regel bin ich bei „Hau-Ruck-Pauschal-Antworten“ immer eher skeptisch. Aber hier sind einige Erfahrungen, die ich an solchen Tagen gemacht und die mir geholfen haben. Nicht immer alle gemeinsam als „geistliches Hilfsbombardement“ – aber mal dieses, mal jenes und mal eine Kombination mehrerer.
  • Manchmal hilft es mir, mir Namen und Eigenschaften Jesu in Erinnerung zu rufen und mit Ihm darüber zu reden (Anbetung). Das belebt die Zellen in meinem Gehirn, die noch schlafen und denen momentan gar nicht bewusst war, welchen tollen Freund ich in Jesus habe! Nehemia 8:10 sagt immerhin:
„Die Freude AM HERRN ist eure Stärke!“
  • Manchmal ziehe ich im Gebet bewusst die geistliche Waffenrüstung an (Epheser 6:11-18). Besonders lege ich Wert auf den Helm des Heils, der mir gegeben ist um meine Gedanken und Emotionen zu beschützen und auf den Schild des Glaubens, der alle feurigen Pfeile des Teufels abfängt. Epheser 6:16+17a sagen uns:
„Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils…“
  • Manchmal hilft es mir, Gemeinschaft mit anderen zu suchen. Das lenkt ab von mir selbst und stärkt den Blick für andere! Philipper 2:3b+4 sagen uns:
„In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“
  • Und manchmal tut es auch einfach gut, einen Spatziergang zu machen, frische Luft zu tanken und sich an Gottes Natur zu erfreuen. Psalm 19:2 und 8:4+5 sagen:
„Der Himmel verkündet die Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?“
  • Schließlich gibt es die Tage, an denen sich der Nebel nicht so recht lichten mag. Dann bleibt mir, mich zu erinnern, dass auch an trüben Tagen der Herr GENAUSO nahe ist, wie an Sonnentagen (oder noch näher?). Daran halte ich mich fest, denn Psalm 23:4 sagt:
„Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite. Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich."

Wenn wieder mal so ein seltsamer Tag zuschlägt, wende doch einfach mal den ein oder anderen Ratschlag an und „schlag zurück!“ Gott segne Dich! (w)

Dienstag, 15. März 2016

Ergebnisse (2)

Letzten Dienstag waren an dieser Stelle 2 Beispiele von Gebetserhörungen zu lesen, die William MacDonald in seinem Buch „Nur bis zur Zimmerdecke?“ erwähnt. Um uns Mut zu machen, mit Freimütigkeit vor den Thron der Gnade zu kommen, sollen aus dem selben Buch zwei weitere Ergebnisse von Gebeten gelistet werden.  Quelle hier

Begegnung mit dem Autor

Das Gebet bewirkt Umstände, die nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit oder des Zufalls niemals entstehen würden. Das folgende Beispiel wurde in der Zeitschrift „NOW" wiedergegeben:

„Letztes Jahr ging eine Christin auf den Londoner Flughafen, um mit Fluggästen über Jesus Christus zu sprechen. Sie begegnete einer Stewardess und gab ihr ein Zeugnis; die Stewardess nahm Christus als ihren persönlichen Heiland an. Wenige Minuten später wurde der Flug jener Stewardess aufgerufen, und sie musste gehen. Das Mädchen wühlte in ihrer Handtasche und sagte: `Hier, lesen Sie das.' Es war ein Buch von Dr. Francis Schaeffer. Nachdem die Stewardess gegangen war, betete das Mädchen: `Oh Herr, bitte schicke doch einen Christen mit auf diesen Flug, der noch weiter mit ihr reden kann.' Später traf die Stewardess dann jenes Mädchen wieder und erzählte ihr, dass sie auf dem Klappsitz gesessen und das Buch gelesen habe, als ein Passagier anhielt und sie fragte: `Was halten Sie von diesem Buch?' ,Ich bin erst vor ein paar Minuten Christ geworden, deshalb kann ich es eigentlich nicht richtig verstehen', meinte sie. ,Nun, vielleicht kann ich Ihnen helfen', lautete die Antwort, ,mein Name ist Francis Schaeffer.` "


Von einem Schmetterling geführt

Viele von uns kennen die Enttäuschung und Verzweiflung, die uns überfällt, wenn wir etwas verloren haben und es nicht wiederfinden können. Erst ganz zum Schluss greifen wir dann zum Gebet, und der Herr leitet uns.

„Eine arme Witwe war überaus bekümmert, als sie eine große Rechnung erhielt, die sie bereits bezahlt hatte. Da sie die Quittung nicht finden konnte, hatte sie Angst davor, die Summe ein zweites Mal bezahlen zu müssen. Sie hatte fast ihr ganzes Vermögen bei der Beerdigung ihres Mannes ausgegeben, und deshalb betete sie jetzt ganz konkret, der Herr möge ihr zeigen, wo sie die Quittung wiederfinden könnte. Einige Tage später bekam sie unerwartet Besuch; jener Mann war beauftragt, das Geld zu kassieren. Da sie nicht bezahlen konnte, drohte er damit, sie vor Gericht zu bringen, wenn sie die Summe nicht in den nächsten Tagen begliche. Genau in diesem Augenblick flatterte ein Schmetterling zum Fenster hinein. Ihr Sohn begann, diesen Schmetterling zu jagen, um damit seine Sammlung für die Schule zu erweitern. Doch der Schmetterling flatterte hinter das Sofa. Da der Junge das schwere Möbelstück nicht allein wegrücken konnte, bat er den Mann, ihm zu helfen. Beim Verrücken des Sofas fiel plötzlich ein Zettel zu Boden. Die Witwe hob ihn auf und war ganz erstaunt, als sie sah, dass es die gesuchte Quittung war. Gott hatte ihr ernsthaftes Gebet wunderbar erhört."


Das hört sich unglaublich an! Ist es auch für alle, die nicht an die Macht eines wunderwirkenden, Gebete beantwortenden Gottes glauben. Es sind keine von mir erfundenen Geschichten, sondern Zitate von Begebenheiten, die in dem Buch des weltweit bekannten Bibellehrers, William MacDonald, zu lesen sind. Gebetserhörungen sind nun mal Wunder – Ereignisse, die sonst nicht so geschehen wären. Gott tut Wunder.

Fortsetzung heute in einer Woche!

Montag, 14. März 2016

ICH!

Da musste ich doch lachen, als eine Bekannte in einem Gebetstreffen letzte Woche ein Gebet zitierte, das so hoffentlich nie ausgesprochen wurde:

„Ich, Mein, Mich und Mir – Segne uns, Herr, alle Vier!“ 

Typisch? Untypisch? Abwegig? Nein, abwegig ist so ein Gebet nicht. Jakobus formuliert es zwar nicht mit diesen Worten, aber er beschreibt den Geist eines solchen Gebets, wenn er in Jakobus 4:3 erklärt:

„Ihr bittet und empfangt nichts,
weil ihr in übler Absicht bittet,
nämlich damit ihr's für eure Gelüste vergeuden könnt.“

Und mit diesem Vers und diesem Scheingebet stellt sich dem Jünger Jesu die Frage: Halten meine Gebete einer Prüfung stand? Für wen oder was bete ich eigentlich?

  • Um wessen Wohl geht es mir, wenn ich für meinen ungläubigen Ehepartner bete? Geht es mir um eine leichtere Ehe, um eine gerettete Seele, um die Verherrlichung Gottes?
  • Um wen geht es mir, wenn ich meine Lasten bei Gott ablege? Geht es mir um ein unbeschwerteres Leben, um mehr Lebensqualität, um ein Gott verherrlichendes Eingreifen?
Um wen oder was geht es in meinen Gebeten? Sicher gibt es Gründe, die eine duale Antwort zulassen. Wir dürfen für verlorene Menschen beten, damit sie in Ewigkeit gerettet werden – aber nicht die Rettung des Menschen muss im Mittelpunkt stehen, sondern die Verherrlichung Jesu. Wir dürfen auch sicher für unsere Gesundheit und die von Freunden beten, damit Not gelindert wird. Aber auch hier sollte unser erstes Ziel sein, dass Jesus Ehre und Dank erhält. Auch das Beten ist eingeschlossen in den Vers aus Kolosser 3:23:

Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen,
als für den Herrn
und nicht für Menschen,

So manches Gebet ist schön formuliert, ein Wohlklang für das Ohr, aber ein Missklang für Gott. Nicht, weil die falschen Formulierungen gebraucht wurden. Keine Sorge, das biegt der Heilige Geist schon hin. In Römer 8:26 schreibt Paulus:

„Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe.
Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen,
wie sich's gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein
mit unaussprechlichen Seufzern.“

Manches Gebet ist ein Missklang in Gottes Ohr, weil das Motiv nicht stimmt. Das Wort kling gut, das Herz, aus dem es kommt aber nicht. Der Pharisäer im Tempel rechnete Gott vor, wie gut er war und dankte dem Herrn, dass er besser war als jener Sünder. Missklang! 

„Ich, Mein, Mich und Mir – Segne uns, Herr, alle Vier!“ 

Demgegenüber steht das Gebet à la Johannes: „Herr, lass mich abnehmen, damit Du zunehmen kannst. Lass mich zerbrochen werden, damit Du aufgebaut werden kannst. Lass mich im Hintergrund agieren, damit Du gesehen wirst. Lass mich sterben, damit Du lebst! Herr, nicht ich – sondern Du“ (nach Johannes 3:30)