„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 7. April 2015

Leonard Ravenhill: „Gebet“ (4/5)

In unserer „Leonard Ravenhill Gebetsserie“ geht es am heutigen Dienstag um den Befehl zu Beten. Befehle mögen wir alle nicht gerne. Aber Gott macht uns keine Vorschläge, sondern ruft uns mit klaren Worten auf. Hier der nächste Abschnitt von Ravenhills Artikel.

Der Befehl zum Beten

Einmal traf ich auf einer Konferenz Dr. Raymond Edmond vom Wheaton College, einen der bedeutendsten christlichen Lehrer in den Vereinigten Staaten. Er berichtete von einer Erfahrung, die er als Missionar in Uruguay gemacht hatte. Er war noch nicht lange dort, als er todkrank wurde. Er war dem Tod so nahe, dass man schon ein Grab geschaufelt hatte. Große Schweißtropfen standen auf seiner Stirn, und in seiner Kehle war schon ein Todesröcheln zu hören. Plötzlich setzte er sich im Bett kerzengerade auf und sagte zu seiner Frau: "Bring mir meine Kleider!" Niemand konnte erklären, was geschehen war.

Viele Jahre später erzählte er diese Geschichte in Boston. Nach der Veranstaltung kam eine kleine, alte Frau auf ihn zu. Sie hielt ein schmales Büchlein mit umgeknickten und teilweise abgestoßene Ecken in den Händen und fragte ihn: "An welchem Tag lagen Sie im Sterben? Wie spät war es da in Uruguay? Und wie spät war es in Boston?" Als er es ihr vorrechnete, hellte sich ihr runzeliges Gesicht auf. Sie zeigte auf ihr Buch und sagte: "Da steht es, sehen Sie? Um 2 Uhr morgens hat Gott zu mir gesagt: "Steh auf und bete; der Teufel versucht Raymond Edmond in Uruguay umzubringen." Und sie war aufgestanden und hatte gebetet.

Duncan Cambell, Evangelist auf den Hebriden, erzählte ein Erlebnis. Er hörte, wie ein Bauer auf seinem Feld für Griechenland betete. Danach fragte er ihn, warum er gebetet habe. Der Mann sagte: "Ich weiß es nicht. Ich hatte eine Last auf dem Herzen, und Gott sagte: 'Bete, denn in Griechenland ist jemand in einer schlimmen Lage.' Ich betete, bis ich Erleichterung fühlte." Zwei oder drei Jahre danach saß der Bauer in einer Versammlung und hörte einem Missionar zu. Der Mann beschrieb eine Zeit vor ca. 2 bis 3 Jahren, in der er in Griechenland arbeitete. Er war in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Die beiden Männer verglichen ihre Aufzeichnungen und stellten fest, dass es an demselben Tag war, an dem Gott es dem Bauern auf der kleinen Insel vor der schottischen Küste aufs Herz gelegt hatte, für einen Mann in Griechenland zu beten, dessen Namen er nicht einmal kannte.

Manchmal mag uns seltsam erscheinen, was der HERR uns aufträgt. Aber unser Empfinden ist hier nicht maßgebend! Wenn der HERR uns einen Auftrag gibt, müssen wir tun, was ER uns sagt.

Soweit Ravenhills Beitrag. Nicht immer sind Gebetserhörungen derart dramatisch oder lebenserhaltend. Aber Gott hat versprochen, Gebet zu erhören. Zu viele Christen bemitleiden sich selbst klagen und mit den Worten: „Warum erlebe ich so etwas nicht? Meine Gebete werden nie erhört?“ Darf ich fragen: Betest Du? Ich spreche nicht von frommen Wünschen in Notsituationen oder von Stoßgebeten. Ich meine: Betest Du? Die Frau in Boston war nachts aufgestanden und hatte gebetet. Der Bauer in Griechenland betete, bis er Erleichterung empfand. Gott wusste: Da sind Beter, die kann ich beauftragen. Wenn wir nicht beten, erfahren wir auch keine Gebetserhörungen. Aber wer betet, darf fest damit rechnen

Beter werden nicht geboren. Beter werden geformt – im täglichen Umgang mit Gott.

„Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun,
damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.“ (Johannes 14:13)

Montag, 6. April 2015

Eine Ostererzählung

Betty Southard beschrieb in der christlichen Zeitschrift Lydia in 2003 folgende Erzählung aus der Feder von Russell Kelfer, der bis zu seinem Tod im Jahr 2000 viele inspirierende Erzählungen geschrieben hat. Eine Geschichte erzählt von Edith Burns, auch Edith Ostern (engl.: Easter) genannt:

Dr. Philipps ging schweren Herzens in seine Praxis. Er hatte eine Patientin, Edith Burns, die die Gewohnheit hatte, sich mit folgenden Worten vorzustellen: “Mein Name ist Edith. Glauben Sie an Ostern?” Die Sprechstundenhilfe, Beverly, lernte sie kennen als sie ihr zum ersten Mal den Blutdruck messen mußte.“

Mein Name ist Edith. Glauben Sie an Ostern?” Beverly antwortete: “Wieso? Ja das tue ich”. Edith hakte nach: “Was glauben sie denn über Ostern ?” “Na ja, die Sache mit Eiersuchen, in die Kirche gehen und sich festlich anziehen ” gab Beverly zur Antwort. Edith ließ nicht locker bis sie ihr die wahre Bedeutung von Ostern erläutert und sie zum Glauben an Jesus Christus geführt hatte. Der Arzt rief sie in sein Sprechzimmer und berichtete mit einer ernsten Miene: “Ihr Laborbefund ist gekommen. Es ist Krebs, Edith,und Sie haben nicht mehr lange zu leben”. „Aber lieber Dr. Philipps”, erwiderte Edith, “Sie sollten sich schämen! Warum sind Sie so traurig? Sie haben mir gerade gesagt, dass ich meinen geliebten Herrn Jesus sehen und meinen Ehemann und meine Freunde wiedertreffen werde. Bald werde ich ewig Ostern feiern, und sie haben Schwierigkeiten, mir meine Fahrkarte zu geben!” 

  
Sie kam regelmäßig zur Sprechstunde, aber nach einigen Monaten teilte sie Dr. Philipps mit, dass sie ihre Ostergeschichte nun im Krankenhaus erzählen wird. “Herr Doktor, ich gehe bald in mein himmlisches Zuhause”. Für vielen Patienten wurde sie zum Segen weil sie ihnen von der Ostergeschichte erzählte. Manche nannten sie schon: “Edith Ostern”.

Ein Oberschwester, Paula, wollte nichts mit ihr zu tun haben, denn sie sah sie als eine “religiöse Spinnerin” an. Aber nach einigen Wochen führte Edith auch sie zu Jesus.

Als die Oberschwester am Ostermorgen das Krankenzimmer von Edith betrat, lag sie in ihrem Bett, die große schwarze Bibel auf dem Schoß. Auf ihrem Gesicht lag ein friedliches Lächeln. Sie war gestorben. Ihre Hände lag auf Stellen in der Bibel. Die Linke fand Paula auf den Worten in Johannes 14:2-3: “In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen... Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wied erkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin ”. Und die Rechte lag auf Offenbarung 21:4 “... und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen”.

Auch wenn dies nur eine Erzählung ist - auch wenn der Übergang von Christen in ihre himmlische Heimat nicht immer mit einem Lächeln und scheinbar schmerzfrei geschieht: diese Zuversicht haben wir: das Christus lebt und mit Ihm auch wir ... dass wir Ihn sehen werden wie Er ist ... dass Er auf uns wartet und uns empfangen wird ... dass wir allezeit bei Ihm sein werden in Herrlichkeit.

Ach ja - und noch was: Selbst wenn es nicht immer so friedlich zugeht: Christen haben - wegen Ostern - die Gewissheit:

Denn ich bin überzeugt, daß die Leiden der jetzigen Zeit 
nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, 
die an uns geoffenbart werden soll.(Römer 8:18)

Sonntag, 5. April 2015

Herzliche Einladung zur Auferstehungsfeier!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Predigttext: Matthäus 28:1-10 
1 Aber nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.
2 Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
3 Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee.
4 Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote.
5 Der Engel aber begann und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Denn ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
6 Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht die Stätte, wo er gelegen hat,
7 und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferweckt worden ist! Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
8 Und sie gingen schnell von der Gruft weg mit Furcht und großer Freude und liefen, es seinen Jüngern zu verkünden.
9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten zu ihm, umfassten seine Füße und warfen sich vor ihm nieder. 
10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet meinen Brüdern, dass sie hingehen nach Galiläa! Und dort werden sie mich sehen.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!  
(parallel Kindergottesdienst) 
 
Anbetung
Predigt  
Gemeinschaft vor und nach dem Gottesdienst  
Auf Wunsch Gebet 
Beginn: 10:30 Uhr  Wir freuen uns auf Dich! 

Calvary Chapel Freier Grund  
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude) 
57290 Neunkirchen-Zentrum
   
 Sonntagszitat:

 "Jesu Auferstehung bedeutet, dass einer gekommen ist, 
der aus dem Finale des Todes ein Zwischenstadium gemacht hat." 
(Paul Deitenbeck)

Samstag, 4. April 2015

Wo war Jesus am Karsamstag?

Wo war Jesus in der Zeit zwischen Seinem Sterben und vor Seinem Auferstehen? In Kürze: Ich weiß es nicht. Dabei ich bin in guter Gesellschaft, denn meine Nachforschungen ergaben, dass Theologen und Ausleger in ihren Kommentaren bekennen: Es ist nicht 100% sicher, wo Jesus war und eine glasklare Antwort gibt uns die Bibel nicht. Dennoch gibt es relativ viele Bibelstellen, die Andeutungen machen und Schlüsse zulassen. Im Folgenden Auszüge aus einigen der wichtigsten Bibelstellen zu diesem Thema:

Epheser 4:8-10
„Darum heißt es: »Er ist emporgestiegen zur Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben«. Das Wort aber: »Er ist hinaufgestiegen«, was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu den Niederungen der Erde?

Luke 16:22+26
„Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. … Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so dass die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.“

1 Peter 3:18-20.
„Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, die vor Zeiten sich weigerten zu glauben...“

Psalm 16:10-11
„denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.“

Luke 23:43
„Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“

Allein die Verse füllen die Hälfte der normalen Blog-Länge. Darum hier nur eine kurze Erklärung, die denen helfen soll, die sich mit dem Thema näher beschäftigen möchten. Wo war Jesus zwischen Tod und Auferstehung?
  • Sein Leib war im Grab! (Matthäus 27:60)
  • Sein Geist stieg hinab zu den Niederungen der Erde! (Epheser 4:9)
  • Die Niederungen der Erde bezeichnen das Totenreich, in das Jesus ging (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:27)
  • Totenreich (Hebräisch: Sheol, griechisch Hades) bezeichnet den Ort der Verstorbenen und wird als zweigeteilt beschrieben. (Lukas 16:22+26) In dem einen Teil (nicht die Hölle) leiden bereits alle, die ohne Glauben gestorben sind. In dem anderen Teil, auch „Abrahams Schoß“ und „Paradies“ genannt, werden die getragen, die im Glauben gestorben sind. Eine unüberbrückbare Kluft trennt beide Plätze.
  • Am Kreuz verspricht Jesus dem sterbenden Verbrecher, der an ihn glaubt, noch am selben Tag mit ihm im Paradies zu sein (Lukas 23:43). Jesus ging also nach seinem Tod ins Totenreich, genauer: ins Paradies, in den Teil, in dem sich die gläubig Gestorbenen aufhielten. Was tat er dort?
  • Er proklamierte seinen Sieg den Seelen der Verstorbenen. Den ungläubig Verstorbenen zum Gericht, den gläubig Verstorbenen zum Heil und um sie hinaus zu führen, mitzunehmen zu sich in die Höhe. (Epheser 4:8).
Das Totenreich ist nicht die Hölle. Das Totenreich ist ein zeitlicher Platz. Die Hölle ist ein ewiger Platz, der erst bevölkert wird nach dem Gericht von Offenbarung 20.

Das Totenreich ist auch nicht ein Platz für eine „zweite Gelegenheit.“ Jesus hat dort nicht evangelisiert, sondern seinen Sieg „Es ist vollbracht“ proklamiert!

Zusammenfassend stellt mich diese Antwort zufrieden:
Nach seinem Tod ging Jesus ins Totenreich. Den ungläubig Gestorbenen proklamierte Er Seinen Sieg. Die gläubig Gestorbenen nahm er mit „in die Höhe.“ Der Teil des Totenreiches, in dem sich die Seelen der Geretteten aufhielten ist demnach heute leer. Sie sind bei Jesus. Der Teil, in dem sich die Seelen der ungläubig Verstorbenen befinden, wird aufgelöst am Tag des Gerichts (Offenbarung 20).

In allem ist die Hauptfrage nicht: Wo war Jesus damals zwischen Karfreitag und Auferstehungssonntag? Die Hauptfrage ist: Wo stehst Du heute in Deiner Beziehung mit Jesus? Heute sitzt Er zur Rechten des Vaters, diejenigen erwartend, die heute an Ihn glauben. (w)

Freitag, 3. April 2015

Karfreitag

KARFREITAG
Feiertag oder Trauertag?

Im vergangenen Jahr erhielt ich am Karfreitag eine Email mit obigem Bild und folgendem, leicht bearbeiteten Text:

Wirst Du heute einen Gottesdienst besuchen? Oder hast Du bereits einen besucht? Die Einleitung zu einem Karfreitaggottesdienst könnte heute wie folgt klingen:

Liebe Gemeinde,
lieber Vater im Himmel
liebe Familien und Angehörige,
liebe Freunde, Kollegen und Nachbarn von unserem Heimgegangenen!

In dieser Stunde, da wir Abschied nehmen von Jesus Christus, lasst uns ein Wort aus dem Munde des Verstorbenen hören:
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene
und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. (Markus 10,45)

Ich las die Geschichte von diesem Mann, in den Evangelien. Ja, Jesus wusste ganz sicher, dass er sich auf dem allerletzten Stück des Lebens befindet –
als er am Gründonnerstag,
der noch kein Gründonnerstag war
das letzte Abendmahl hielt
den Verräter benannte,                                                    
in den Garten ging um zu beten,
von seinen Freunden im Stich gelassen
einsam mit Gott ringend
vor Angst Schweiss und Blut schwitzend
den Kuss des Verräters empfangend
offenen Augens und Willens auf den Tod zuging.

Nein, es ist kein Thema, das man schön reden könnte...
Der Tod ist kein Spass.
Der Tod lässt sich auch nicht wegrationalisieren.
Na gut eine Zeit lang vielleicht schon.
Aber der personifizierte Tod sagt zu jedem von uns:
„Wir begegnen uns auf jeden Fall“

Jesus liefert sich aus - dem kalten und arroganten Tod,
der meint, er dürfe uns besitzen und beherrschen,
obwohl er weiß, dass dies nicht so ist. (1. Korinther 15)

Der Tod muss nicht der letzte Herrscher unseres Lebens sein.

Nach Karfreitag kommt Ostern mit dem Jubelruf: „Jesus lebt!“
Jesu Kreuz ist der Durchbruch zu neuem Leben.
Wer sich Jesus anschließt, der hat Verbindung zum Leben – zum Ewigen Leben.

Ich wünsche die frohe Gewissheit, dass Jesus für Dich starb – und auferstand. (mehr zu Letzterem übermorgen)

Durch Leiden zum Leben.
Keine Krone ohne Kreuz.
Jesus starb, damit wir leben!
Preis dem Herrn!

Donnerstag, 2. April 2015

Golgatha

Ich mag gute Sprüche oder Zitate. Egal, ob sie lustig sind, ernst, tiefgründig oder auch schon mal oberflächlich – Hauptsache, sie sind sauber und auf breiter Ebene akzeptabel. Arno Backhaus, ehemaliger Sänger des Duos „Arno und Andreas“ hat eine ganze Liste von Sprüchen, die zum Nachdenken anregen. Rechtzeitig zum kommenden Wochenende fiel mir folgender Spruch von ihm in die Hände:

„In einer Gesellschaft,
in der Golgatha für eine Zahncreme gehalten wird,
wird es Zeit,
wieder über Jesus zu informieren.“

Auch die Holocaust Überlebende, die Christin Corrie ten Boom sprach von Golgatha. Ihre Worte waren:
„Bei einem Waldbrand gibt es immer eine Stelle, die das Feuer nicht mehr erreicht: den Platz, den das Feuer schon ausgebrannt hat. Golgatha ist die Stelle, wo das Feuer vom Gericht Gottes über unsere Sünde schon ganz erloschen ist.“

Der Bibellehrer Alan Redpath schreibt zu der Frage: „Ist es nicht so?“ – und erwähnt Golgatha mit den Worten:
Ist es nicht so? ... dass im Licht des Kreuzes der Feind kein Anrecht hat, sich im Land aufzuhalten?
Ist es nicht so? ... dass ihm das Anrecht auf Dein Leben auf Golgatha entrissen wurde?

Nein, Golgatha ist keine Zahncreme. Aber auch Golgatha spricht von Reinigung.
Golgatha ist keine Zahncreme, aber auch Golgatha hilft, Schmerz und Leiden zu vermeiden.

Golgatha, zu deutsch: Schädelstätte, ist der Ort, an dem Jesu Kreuz aufgerichtet wurde, an dem Er starb, uns unsere Herzen und Gewissen rein zu waschen von Schuld und Sünde. Golgatha ist der Ort, an dem Jesus unsere schmerzhafte, ewige Straße auf sich nahm, damit wir die Ewigkeit ohne Schmerz und Leid in Seiner Herrlichkeit und Gegenwart verbringen können.

Dabei steht der Begriff „Golgatha“ natürlich für das Geschehen, nicht für den geographischen Ort. Golgatha steht für „Jesus“, der auf Golgatha für Dich und mich starb.

Es wird Zeit, uns wieder mit Ihm, Jesus, zu befassen – in einer Welt, aus der Er systematisch herausgedrängt werden soll. Wer aber Jesus auf Golgatha begegnet ist – d.h.: wer das im Leben erfahren hat, was Jesus am Kreuz auf Golgatha für uns erworben hat, der wird Ihn nie aus seiner Welt und seinem Leben herausdrängen wollen. Er wird immer Seine Nähe suchen.

1. Dort auf Golgatha stand einst ein altrauhes Kreuz,
stets ein Sinnbild von Leiden und Weh;
doch ich liebe das Kreuz,
denn dort hing einst der Herr und in ihm ich das Gotteslamm seh´.

Refrain:
Schätzen werd ich das altrauhe Kreuz,
bis ich Jesum erblick auf dem Thron,
ich will halten mich fest an dem Kreuz,
einst erhalt ich dafür eine Kron.

2. Dieses altrauhe Kreuz, von der Welt so verhöhnt,
zieht mich wunderbar mächtiglich an,
hat doch dort Gottes Lamm, das von Thron zu uns kam,
für uns Sünder Genüge getan.

3. Diesem altrauhen Kreuz bleib auf immer ich treu,
trage williglich Schande und Hohn.
Einstens ruft er mich heim,
wo ich ewig darf schau´n seine Herrlichkeit vor Gottes Thron.
(Dichter & Tonsatz: Reverend George Bennard, 1913)

Mittwoch, 1. April 2015

Dein Kuss für Jesus!

Ein Kuss ist eine persönliche Sache – zumindest in unserer Kultur. In der Regel dient er als Ausdruck der Liebe, der Intimität, der Verbundenheit. Bereits im europäischen Ausland (wenn man die Türkei dazuzählen möchte) ist ein Kuss schon nicht mehr so persönlich. Männer begrüßen sich mit einem Kuss auf die Wange, ebenso Frauen unter sich.

Zur Zeit der Bibel war beides üblich: Der Kuss aus Liebe und der Kuss als Gruß. Jesus empfing beides. In Lukas 7:38 kommt eine stadtbekannte Sünderin zu Jesus und wir lesen:

„sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe.“ 

Diese Tat der Verbundenheit bezeichnet Jesus später vorbildlich. Bereits im Alten Testament heißt es in Psalm 2:12:

„Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird 
und ihr nicht umkommt auf dem Weg; 
denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! 
Wohl allen, die sich bergen bei ihm!“

Das Wort, übersetzt mit „küsst“ ist ein Begriff aus dem Bereich der Anbetung und fordert auf, sich zu unterwerfen, zu beugen und die Füße eines mächtigen, siegreichen Königs zu küssen. Wir werden aufgefordert, den Sohn anzubeten, zu lieben, uns in Ihm zu freuen. Ein Kuss ist ein angemessenes Zeichen dafür.

Aber die Bibel spricht auch von einem anderen Kuss, der als „Judaskuss“ oder „Verräterkuss“ in die Geschichte eingegangen ist. Judas war ein Heuchler. Sein Kuss sollte eine Täuschung sein. Er sollte Jesus Achtung vortäuschen, ihn aber in Wahrheit ans Messer liefern.

Welche Art Kuss erhält Jesus von Dir? Nein, Du wirst ihn wahrscheinlich nicht verraten, nicht um Geld verkaufen oder ihn bewusst dem Spott Seiner Feinde ausliefern. Aber kann es sein, dass Du Jesus, Dir selbst und den anderen etwas vorspielst? Du spielst Achtung für Jesus, Liebe für Jesus, Hingabe, Dienst und Interesse an Ihm vor. Alle anderen denken, Du bist einer von ihnen, eifrig und brennend für Jesus. Und Du weißt in Deinem Herzen: Alles Show! Ein Judaskuss – der das eine vorgibt und das andere in Wirklichkeit ist.

Ist Dein Kuss, Deine Liebe, Deine Lieder, Deine Hingabe für Jesus authentisch und von Herzen – oder ist es ein Judaskuss?

Ich für meinen Teil entscheide mich – besonders in Anbetracht der Passion Jesu - für den Kuss aus Psalm 2:12. Ein Kuss herzlicher Hingabe, freudiger Unterordnung unter einen mächtigen, siegreichen König. Ein Kuss echter Anbetung! Dabei muss und will ich mich prüfen, dass das Herz offen ist vor Gott und nicht etwas nach außen vorspielt, was innen fehlt.

Was ist Dein Kuss für Jesus?

Dienstag, 31. März 2015

Leonard Ravenhill: „Gebet“ (3/5)

Gebetsdienstag! An den vergangenen 2 Dienstagen ging es um die ersten beiden Teile eines Artikels von Leonhard Ravenhill zum Thema Gebet. Zunächst haben wir gesehen, dass Jesus aus allem ein Gebet machte. Er betete im Leben und Er betete im Sterben. Er betete, wenn andere wachten und Er betete, wenn andere schliefen.  Und große Menschen im Reich Gottes eiferten Ihm nach.

Letzte Woche wurden wir ermutigt, unsere Verzweiflung nicht zu schlucken, sondern vor Gott auszuspucken. Wenn wir erkennen, dass wir „Nichtse“ sind -  nichts zu bringen haben, dann wird uns das in Gottes Gegenwart treiben. Gebet zu vernachlässigen bedeutet, sich selbst noch viel zu viel zu vertrauen.

Der heutige Abschnitt ist überschrieben mit den Worten:

Gebet - die Sprache der Armen  Ravenhill schreibt:

Gebet ist die Sprache der Armen. Wiederholt betet David, der König Israels: "Neige Dein Ohr, o HERR, und antworte mir, denn ich bin elend und arm." (Psalm 86,1). Und vergessen Sie nicht, dass er in einem seiner bedeutendsten Psalmen sagt: "Dieser Elende rief, und der HERR hörte..." (Psalm 34,7).

Der Apostel Paulus beeindruckt mich immer wieder mit seiner geistlichen Vollmacht, seiner Herkunft und seinem überragenden Verstand. Dennoch ist er sich vollkommen darüber im Klaren, dass er nur dann stark ist in Gott, wenn er in sich selbst schwach ist. Er war stets darauf bedacht, sich selbst und anderen vor Augen zu halten, dass er in Wirklichkeit ein "Nichts" war.

Echtes Gebet beruht auf Gegenseitigkeit. Ich spreche zu Gott und Gott spricht zu mir. Ich weiß nicht, wie der Geist die Verbindung zustande bringt oder warum Gott mein Gebet braucht, aber Gott tut es nun einmal auf diese Weise.

Soweit der heute kurze Beitrag Ravenhills. Manchem Reichen fällt es schwer, Zeit zum Beten zu finden. Geld, Beziehungen und andere Mittel, die ihn reich gemacht haben (Verstand, Ausbildung, Geschicklichkeit, harte, lange Arbeitszeiten, Beziehungen …) haben im Alltag oft gereicht, um sich selbst zu helfen. „Selbst ist der Mann“ oder „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“ sind Mottos, nach denen auch Christen im Alltag oft leben. Reiche beten oft wenig. Sie sind materiell reich und geistlich arm.

Manchem Armen fällt es genauso schwer, zu beten. Sie haben so viele Sorgen, dass sie „keinen Kopf“ zum Beten haben und erst mal den „Kopf freikriegen“ müssen. Anstatt zu beten, sorgen sie sich, laufen (nur) zu Menschen, Ämtern und anderen Stationen, um Hilfe zu finden. Sie sind materiell arm und geistlich auch.

David war materiell reich geistlich reich. Paulus war materiell arm und geistlich reich. Sie unterhielten eine Beziehung zu Gott, die ihr geistliches Leben solide und reich machte. Auf der Grundlage war der Rest nebensächlich. Sie waren zufrieden in dem, worin sie waren.

Ravenhills letzter Satz im heutigen Abschnitt soll uns begleiten und ermutigen. Er schreibt:
Ich weiß nicht, wie der Geist die Verbindung zustande bringt oder warum Gott mein Gebet braucht, aber Gott tut es nun einmal auf diese Weise.
Danke, Jesus, für das wirksame und erfahrbare Mysterium des Gebets!