„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 14. August 2013

Blickkontakt

Wie fertig muss Petrus gewesen sein. Was muss ihm alles durch den Kopf geschossen sein? Vielleicht die Situation, in der Jesus gefragt hatte, was die Menschen über ihn dachten. Alles mögliche und unmögliche war dabei raus gekommen. Und dann hatte Jesus seine Jünger gefragt. Und wieder einmal war er, Petrus, der Erste gewesen, der es hinaus gerufen hatte:  

"Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!" (Matthäus 16:16)

"Tja, das war einmal," muss Petrus gedacht haben, als er im Hof des Hohenpriesters stand und sich wärmte. Seine Gedanken schweiften zurück zu dem Tag, als Jesus die meisten  seiner Nachfolger verloren hatte. Und dann stand er vor den Zwölfen und fragte sie, ob sie ihn auch verlassen wollten. Und natürlich war er, Petrus,  es gewesen, der sofort die Antwort gab:
"Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens!" (Johannes 6:68)

Schließlich vor nur wenigen Stunden, hatte er großspurig vor den anderen erklärt:
"Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, 
so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir.
Und wenn ich mit dir sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen." (Matthäus 26:33+35)

Und jetzt stand er hier, wollte Jesus nicht mehr kennen. Er hatte sich unter die Feinde Jesu gemischt, stand an der Tonne, streckte seine Hände zum Wärmen über das Feuer und hoffte, niemand würde ihn wieder erkennen. Aber wer dem Diener des Hohenpriesters das Ohr abhackt, muss sich nicht wundern, wenn er wiedererkannt wird. Während alledem ging die Misshandlung Jesu nur einen Steinwurf entfernt weiter.

"Klar, du gehörst auch zu dem da," meinte plötzlich ein Kumpel von Malchus, der bei der Gefangennahme Jesu im Garten mit dabei war. "Ich hab dich doch gesehen"  Nachdem Petrus einen Fluch über sich gerufen hatte, um zu unterstreichen, dass er Jesus nicht mal kennt, krähte irgendwo ein Hahn. Das war der Auslöser.

Für Petrus war der Hahnenschrei der Auslöser, sich daran zu erinnern, dass Jesus genau das vorausgesagt hatte. Für Jesus, der im selben Hof des Hohenpriesters misshandelt wurde, war der Hahnenschrei der Auslöser, den Blickkontakt mit Petrus zu suchen.

"Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich." (Lukas 22:61)

Wie gut, dass Jesus dem Versager Petrus nicht weiter den Rücken zukehrt. Nein, Er wandte sich um und sah Petrus an. Es war ein Blick, der Petrus erschüttert haben muss, gebrochen haben muss. Aber er löste etwas in Petrus aus, dieser Blickkontakt: Buße und Umkehr.

Blickkontakt mit Jesus. Wie freue ich mich darauf! 1. Johannes 3:2 versichert uns:
"Wir werden ihn sehen, wie er ist."

Noch sehen wir ihn nur mit den Augen des Herzens - und doch mit ähnlicher Reaktion wie bei Petrus. Blickkontakt mit Jesus führt in die Buße, in die Heiligung, in die Freude, ins Gebet, in die Vollmacht - in alles was gut ist. O, wie ich diesen Blickkontakt mit Jesus brauche! Jeden Tag! Aber das Beste kommt noch:
"Wir werden ihn sehen, von Angesicht zu Angesicht 
- Ihn sehen, wie er ist.

Dienstag, 13. August 2013

Einer nach dem anderen

Gestern hab ich eine der letzten Ausgaben der Missionszeitschrift der Deutschen Missionsgemeinschaft gelesen, „DMG informiert“. Fast in einem Rutsch von der ersten bis zur letzten Seite. Ausgezeichnete Zeugnisse, voll motivierende Berichte, ein herrliches Bild von Jesus, was auf den wenigen Seiten eindrucksvoll gemalt wird. Die Zeitschrift kann hier kostenlos bestellt oder online gelesen werden. Allein der Leitartikel zum Thema: „Was bleibt, wenn alles zerbricht?“ ist diese Ausgabe der Zeitschrift wert. Aber noch etwas hat mich stark berührt und motiviert.

Oft im Leben sehen wir die Menge – und der Einzelne verschwindet; den Wald – aber nicht mehr die Bäume. Wir sehen den Garten – aber nicht mehr die Blume; das Leid –  aber nicht mehr den Leidenden. Und als Christen sehen wir eine verlorene Menschheit – aber nicht mehr den Verlorenen.

Die letzte Ausgabe von „DMG informiert“ beschreibt die Schicksale und Hoffnungen von Einzelnen. Von der 49jährigen Krebspatientin in Österreich, der die Ärzte noch maximal ein Jahr geben. Sie bringt zum Ausdruck: Ich bin bereit und lebe in der Vorfreude auf das, was mich in der Ewigkeit bei Jesus erwartet!
Oder von dem 70jährigen Opa in Spanien, drogen- und alkoholabhängig, der nach mehreren Selbstmordversuchen sein Leben in die Hände Jesu gelegt und einen Neuanfang in seinem Leben erfahren hat.
Einer jungen Armenierin wurde alles genommen, was ihr Halt und Sinn im Leben gab. Am Ende ihrer Kräfte begegnet sie Jesus und findet bei Ihm alles, was sie braucht, ebenso wie die die junge Brasilianerin, die ihren kindlichen Glauben verlor, in tiefe Depressionen und panische Ängste verfiel, bis sie Jesus neu begegnet und schreibt: „Jesus Christus hat mich befreut. Ich bin glücklich. Wirklich glücklich!“

So hat Jesus das eigentlich immer gemacht und gelehrt. Immer hat er – auch mitten in der Menge – ein Auge für den Einzelnen gehabt. Er sah Zachäus, der auf einen Baum geklettert war. Er sah Matthäus, der in seinem Zollhaus saß. Jesus sah den Gelähmten am Teich Bethesda, umgeben von vielen anderen Kranken. Selbst im Sterben am Kreuz, wo eine ganze Gruppe von Menschen versammelt war, sieht er besonders seine Mutter und kümmert sich um sie.

Jesu Lehre unterstreicht Seine Taten. In der Geschichte vom verlorenen Schaf geht Jesus dem Einzelnen nach und in Lukas 15 wiederholt Er mehrmals, dass sich der Himmel über jeden Einzelnen freut, der zu Jesus findet.

Zweierlei möchte ich uns heute zurufen:

  1. Jesus sieht DICH! Er sieht Dich in Deiner Freude und Deiner Not und ist bereit, beides mit Dir zu teilen. Wenn Du Dich von Menschen übersehen und unverstanden fühlst – Er sieht und versteht Dich. Mehr als das: Er geht Dir nach und ruft Dich. Ob Du reagierst, das liegt bei Dir! 
  1. Übersieh nicht den Einzelnen! Geh in den Fußstapfen Jesu und bewahre den Blick für die Person – selbst in der Menge. Durch Dich möchte Jesus heute Menschen begegnen und Menschen, die Dir begegnen, sollen heute Jesus begegnen. Lass Dich gebrauchen. Liebe Deinen Nächsten und lebe Deinen Glauben – in Tat und Wort. Der Herr segne Dich!

Montag, 12. August 2013

Dietrich B. - gestorben 9.4.1945

Gelegentlich geht es an dieser Stelle um den Hintergrund von bekannten Liedern. Dabei handelt es sich in der Regel um alte Lieder, deren Tiefgang viel neues Liedgut (nicht alles) in den Schatten stellt. Gelegentlich werde ich einige Hintergrundinformationen zum Lied beifügen. Auch wenn die Lieder vielen noch bekannt sein werden, lohnt es sich, die Strophen mal bewusst durchzulesen, zu singen oder am Besten: durchzubeten.

In vielen Gemeinden wird ein Lied von Dietrich Bonhoeffer gesungen; ein Lied dessen Ursprung sich nur erahnen lässt.

Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau (Schlesien) geboren. Er wurde nur 39 Jahre alt. Bonhoeffer war Theologe und Widerstandskämpfer im Dritten Reich und wurde wenige Wochen vor Kriegsende, am 9. April 1945 durch Erhängen im bayrischen KZ Flossenbürg ermordet. Bonhoeffer wird beschrieben als Theologe, der sich für den Menschen einsetzte, für die Arbeiterkinder in Berlin wie für die Schwarzen in Harlem / New York. Offen sprach er sich gegen Antisemitismus und Judenverfolgung aus. Schon 1932 hatte er vor dem „Führer“ als „Verführer“ gewarnt. Am 5. April, etwa 3 Monate nach seiner Verlobung,  wird Bonhoeffer festgenommen und in Berlin inhaftiert. Zwei Jahre später, nachdem sein Bruder und zwei Schwager bereits zum Tode verurteilt waren, wird auch das Todesurteil gegen Bonhoeffer durch Hitler höchstpersönlich ausgesprochen.

Nach einem kurzen Gebet im Morgengrauen am 9. April 1945 muss Bonhoeffer seine Kleider ablegen, die Stufen zum Galgen hinauf steigen und wird hingerichtet. Der Lagerarzt, H. Fischer-Hüllstrung, schreibt 10 Jahre später: "Ich habe kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen".  Sein Gefängnisfreund überbrachte dem Bischof Georg Bell später  Bonhoeffers letzte Worte: „Dies ist das Ende. Für mich der Anfang des Lebens!“

In Gefangenschaft unter einem der grausamsten Regime, die die Welt gesehen hat, entstand Anfang 1944 Bonhoeffers Lied: VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Text: Dietrich Bonhoeffer (1944)

Sonntag, 11. August 2013

Herzliche Einladung zum Gottesdienst


Heute wieder mit Sonntagszitat am Ende

Ein Pastor hält an einem Sonntag eine sehr kurze Predigt. Als Entschuldigung erklärt er seiner Gemeinde: „Mein Hund hat es geschafft, in mein Büro zu kommen und hat meine gesamten Predigtnotizen zerfleddert.“
 
Als der Pastor später an der Türe allen die Hand schüttelte, sagte ein Besucher zu ihm: „Wenn Ihr Hund jemals Junge haben sollte, würden sie bitte einen der Hunde für unseren Pastor reservieren?“

Predigten in unserer Gemeinde sind in der Regel nicht sehr kurz. Aber wir haben auch noch keine Hunde geschenkt bekommen. Wir werten das als gutes Zeichen und laden herzlich ein zu unserem Gottesdienst.

Herzliche Einladung zum
 GOTTESDIENST
im Bitzegarten!

Lieder - Gebet - Gottes Wort
Gemeinschaft
 
Wir laden alle herzlich ein!
Beginn: 10:30 Uhr
Anschließend gemeinsames Mittagessen @ CCFG
  
Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5 (hinter dem VB Gebäude)
57290 Neunkirchen-Zentrum

Sonntagszitat:
„Richte nicht! Du kennst nicht die Geschichte des anderen.
Überlass das Richten Gott!”
 (unbekannt)

Samstag, 10. August 2013

2/3 überhaupt nicht

Die Deutsche Bibelgesellschaft verlegt über 500 Titel zum Thema „Bibel“.  2009 wurden weltweit 430 Millionen biblische Schriften unters Volk gebracht.
Aber nach der letzten Allensbach Umfrage lesen ca  2/3 aller Deutschen überhaupt nicht mehr in der Bibel. Nur 4% lesen die Bibel häufig; und nicht jeder in dieser 4% Kategorie hat oder möchte eine persönliche Beziehung zu Jesus.

Vermutlich sind die meisten, die diese Zeilen lesen, Jünger/innen Jesu. Sie kennen Ihn, möchten Ihm folgen und ihr Leben von Ihm bestimmen lassen. Die Umfrage lässt allerdings darauf schließen, dass wir von einer Menschenmasse umgeben sind, die sich weder an Gottes Wort hält, noch überhaupt daran interessiert ist. Die meisten betrachten das Wort Gottes, das für uns Nahrung, Licht und Wegweisung ist, als überholt, weltfremd und in vielem extrem. Das wiederum veranlasst nicht wenige Jünger/innen Jesu, ebenfalls das Wort Gottes zu vernachlässigen. Anstatt vom Licht, von den Gedanken Gottes, von der offenbarten Heiligkeit und Barmherzigkeit Jesu geprägt zu werden, werden sie geprägt von den Lebensphilosophien und der Weltanschauung derer, die überhaupt nicht mehr mit Gott und Seinem Wort in Berührung sind. Diese Beeinflussung kommt nicht über Nacht, sondern geschieht schleichend, in dem Maß, wie wir die Gemeinschaft mit Jesus, unserem Herrn, vernachlässigen. Geprägt werden wir auf JEDEN Fall. Fragt sich nur, durch wen.
 
Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? 
Wenn er sich hält an deine Worte.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119:9+105)

Sollten wir nicht diesen Monat zum persönlichen Bibelmonat machen? Hast Du schon einmal die ganze Bibel von vorne bis hinten durchgelesen? Um das zu tun gibt es verschiedene Bibellesepläne. Die gehen allerdings über ein JAhr. Ein Monat wäre sicher ein guter Beginn. Auch die Möglichkeit einer regelmäßige Tagesbibellese ein guter Anfang. Eine festgelegte Tageszeit ist dabei eine gute Hilfe. Noch Fragen oder Bedarf an Ideen? Schreib mir unter: pastor@ccfg.de

Freitag, 9. August 2013

Ich bin dabei (3 von 3)

Gottes Gute Nachricht muss zugestellt werden. So wie Briefe und Postkarten auch in entlegenen Berghöfen ankommen, wo die Zustellung problematisch und vielleicht sogar ein Verlustgeschäft für die Post ist, so muss Gottes Gute Nachricht auch überall dort zugestellt werden, wo die Verkündigung nicht einfach und menschlich gesehen nur mit Verlusten möglich ist.

Wir haben gestern und vorgestern bereits die Unverzichtbarkeit erkannt, dass wir alle gezielt geben und beten sollen, damit auch die Menschen erreicht werden, die von Gottes Guter Nachricht noch unerreicht sind. Allerdings müssen wir feststellen: Selbst wenn die Reichsten der Reichen ihre Schatzkammern auftun –  und die Milliarden fließen würden, würde nichts geschehen, es sei denn, dass Menschen – Menschen wie Du und ich – bereit sind, zu gehen. Paulus fragt in Römer 10:14: „Wie sollen Menschen hören und glauben ohne Prediger?“ Und aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass es um Prediger geht, die sich gemäß Jesu Sendungsauftrag aufmachen und losziehen.

Dass Menschen um uns herum von Jesus hören, sollte nicht diskutiert werden müssen. Wir sind ja da. Und viele andere Jesusjünger ebenso. Die Menschen um uns herum brauchen keine neuen Missionare. Sie brauchen gehorsame Nachfolger Jesu, die ihr Licht leuchten lassen, ihre Menschenfurcht ablegen und Jesus gehorsam nachfolgen.
Dass Menschen in unserem ganzen Land und in den Demokratien unserer Welt von Jesus hören können – davon können wir ausgehen. In der freien Welt sind fast überall Christen zu finden, ebenso Gemeinden und vielerorts christliche Buchläden oder Buchläden, in denen Bibeln und andere christliche Lesematerialien zu finden sind.
Aber die Welt besteht nicht nur aus unserem Land und aus Demokratien, in denen relativ viel Freiheit herrscht. Ein großer Teil unserer Welt besteht aus Gebieten, in denen die Zustellung der Guten Botschaft Gottes problematisch und menschlich gesehen ein Verlustgeschäft ist. Darum machen sich nur wenige auf in diese Gebiete. Jesus selbst fordert uns auf, dass wir ins Erntefeld blicken und den Mangel an Arbeitern erkennen sollen. Er sagt an dieser Stelle nicht: den Mangel an Betern oder den Mangel an Finanzen. Er sagt: den Mangel an Arbeitern. Gebet und Finanzen tragen dazu bei, dass Arbeiter in die Ernte gehen. Aber es braucht Menschen aus Fleisch und Blut, die sich aufmachen in die problematischen Zustellungsgebiete. Menschen, die bereit sind, ihr Leben „für Gott wegzuwerfen“. Menschen, die bereit sind, in den Augen der Welt in ein Verlustgeschäft einzusteigen, obwohl es allerhöchste Gewinne im Himmel erzielt. Menschen, die nicht irdisch gesinnt sind, sondern „außerirdisch“. Solche Menschen sucht Gott!

Möglich, dass der eine oder andere Leser jetzt erleichtert denkt: Na gut, dass ich so nicht bin! Ich leb mein Leben, irgendwie auch für Gott. Aber berufen bin ich nicht!  Darf ich fragen: Woher weißt Du das? Woher weißt Du, dass Deine Platzanweisung einem Zustellungsgebiet für Gottes Gute Nachricht gilt, das relativ einfach zu erreichen ist? Woher weißt Du, dass Gott Dir nicht einen neuen Bezirk zuteilen möchte? Bist Du offen für eine neue Dienstanweisung Gottes? Betest Du mit Jesaja: „Hier! Hier bin ich, Herr! Bitte! Sende mich doch!“

Mein Wunsch und Gebet ist es, dass wir Jesus an unser Herz rankommen lassen. Möge Er uns vermehrt motivieren, intensiver zu beten, opferbereiter zu geben und bereitwilliger zu bekennen: Herr, ich will gehen! Sende mich!

JESUS ist es alles wert!

Donnerstag, 8. August 2013

Ich bin dabei (2 von 3)

Begonnen haben wir diese Miniserie mit einigen Gedanken über den Dienst der Deutschen Post in den Bergen, wo die Zustellung nicht immer einfach ist und manches mal eher ein Verlustgeschäft sein kann. Auch Gottes „Zustellungsgebiete“ für Seine „Postboten“ sind nicht immer problemlos erreichbar und menschlich gesehen manchmal mit Verlusten verbunden. Gestern haben wir uns überlegt, dass wir keine Verluste machen, wenn wir unsere Finanzen großzügig einsetzen – nicht nur für die Aufgaben unserer eigenen Gemeinde, sondern obendrauf für die Zustellung der Guten Nachricht Gottes in Zustellungsgebieten, die problematisch sind und menschlich gesehen ein Verlustpotential haben. Aber es geht nicht nur um Geld.

Gebet ist wahrscheinlich die vernachlässigste Praxis der christlichen Gemeinde. In wenigen Gemeinden bestehen noch eigenständige Gebetsstunden. In manchen Gemeinden werden Gebet- und Bibelstunde miteinander verbunden. Auch noch gut, sofern Gebet mehr als Alibicharakter in solchen Treffen hat. In den meisten Gemeinden spielt Gebet keine entscheidende Rolle mehr. Für die Zustellung der Guten Nachricht in Gebieten, die problematisch und menschlich gesehen verlustreich sind, ist Gebet unverzichtbar. In Römer 10:14 fragt Paulus: „Wie aber sollen sie (die Boten Gottes) gehen, wenn sie nicht gesandt sind?“ Die Gemeinde Jesu muss senden – und zum Senden, gehört das Beten. Hier sind wir alle – alle – herausgefordert, mitzuarbeiten. Oder?

Wenn Jesus uns sagt, unseren Nächsten zu lieben, und wir lieben ihn nicht – sündigen wir!
Wenn Jesus uns auffordert, die Wahrheit zu sagen, und wir sagen sie nicht – sündigen wir!
Wenn Jesus uns auffordert, Unzucht zu meiden, und wir meiden sie nicht – sündigen wir!
Wenn Jesus uns auffordert, dafür zu beten, dass Gott Seine Boten in Länder sendet, in denen es an Arbeitern mangelt, und wir beten nicht – ja, was dann?

In Lukas Kapitel 10:2 sagt Jesus: „Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet den HERRN der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte.“

Hier haben wir ein Anliegen, von dem wir wissen, dass es gemäß Gottes Willen ist. Ein konkretes Anliegen, durch dass wir mitarbeiten können und sollen, damit problematische und verlustreiche „Zustellungsgebiete“ mit Gottes Guter Nachricht erreicht werden. Schließlich haben wir einen unmissverständlichen Auftrag Gottes, der nicht als Vorschlag oder Idee angeboten wird, sondern als Auftrag zur Mitarbeit. „Wie aber sollen sie gehen, wenn...“
... nicht eine große Schar Beter ihnen vorauseilt und den Boden (durch Gebet) pflügt?
... nicht eine große Schar Beter das Ausstreuen der Guten Nachricht (durch Gebet) begleitet?
... nicht eine große Schar Beter das Begießen und Wachsen der aufkeimenden Frucht fördert?
... nicht eine große Schar Beter mitarbeitet, die Ernte einzubringen und Seelen zu retten?

Alle, die Jesus nachfolgen, haben Anliegen, die sie regelmäßig im Gebet zu Jesus bringen. Das ist unser Vorrecht und unsere Freude! Alle, die Jesus nachfolgen, setzen sich ein für ihren Herrn und Retter, Jesus. Auch das ist unser Vorrecht und unsere Freude!

Vielen ist nicht bewusst, dass es „Zustellungsgebiete“ für die Gute Nachricht Gottes gibt, die ein zusätzliches Mass an Gebet brauchen. Zustellungsgebiete, die problematisch sind und menschlich gesehen ein Verlustpotential haben. Menschlich gesehen! Beter machen andere Erfahrungen. Gott macht keine Verluste! Jesus ist Sieger, und wir nehmen durch Gebet Teil an Seinem Sieg. Das ist unser Auftrag, unser Vorrecht und unsere Freude!

Mittwoch, 7. August 2013

Ich bin dabei (1 von 3)

Gestern gings um die problematische Zustellung von Post in den Bergen – und um die Notwendigkeit, Gottes Nachricht über Leben und Tod denen zuzustellen, die etwas abseits wohnen. Fazit: Wir sind Botschafter (Postboten) Gottes, denen Er zunächst den Zustellungsbezirk anvertraut, in dem wir uns gegenwärtig aufhalten. Allerdings gibt es zahllose Zustellungsgebiete, die nur unter Verlusten erreichbar sind. Auch für diese Bezirke haben wir eine Verantwortung.

In Römer 10:15 heißt es: „Wie sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind?“

Nicht jeder Botschafter Gottes ist berufen, seinen momentanen Zustellungsbereich zu verlassen. Aber alle müssen mitarbeiten, dass die noch unbesetzten Stellen besetzt werden. Dazu braucht es Sender. Alle Jünger Jesu sind aufgerufen, zu senden. Senden geschieht auf verschiedene Weise. Unverzichtbar sind Gaben und Gebet.

In einer Zeit, in der Finanzen täglich Schlagzeilen machen und ein Schreckensszenario nach dem anderen prophezeit wird, ging im August folgende Nachricht durch alle Medien. Ich selbst habe es im Radio gehört, im Fernsehen gesehen und in der Zeitung nachgelesen: Nie war das Taschengeld unserer Kinder so hoch wie heute. Gut 27 Euro erhält demnach ein Kind zwischen 6 und 13 Jahren, die 4-5jährigen immer noch ca 14 Euro. Allein den 6-13jährigen stehen damit im Jahr 2012 fast 2,900.000.000 (2,9 Milliarden) Euro zur Verfügung. Diese Tatsache soll hier weder kritisiert werden, noch darüber hinwegtäuschen, dass es in unserem Land definitiv Armut gibt! Sie soll uns lediglich erinnern, dass wir zu den Reichsten der Welt gehören und daher auch zu denen, die der Herr für ihre Finanzen zur Verantwortung ziehen wird.

Gott sei’s gedanket, dass viele Christen ihre Finanzen in der Verantwortung vor Gott verwalten. Viele geben 10% oder mehr ihres Einkommens. Andere weniger. Viele, die finanziell selbst an ihre Grenzen kommen, spenden Zeit, Kraft ein Übermass an Barmherzigkeit und Liebe. Gott sieht dieses Geben, sei es in Form von Euros oder Einsatz.

Trotzdem tun wir gut daran, von Zeit zu Zeit zu prüfen, was wir geben und wofür wir geben. Sicher geht ein nicht geringer Betrag berechtigterweise an unsere Gemeinde und für die Arbeit in unserem eigenen „Zustellungsbezirk“. Das soll so sein und so bleiben. Aber kein Jünger Jesu darf vergessen, dass es Zustellungsbezirke gibt, die nur schwer erreichbar sind und ein besonderes, zusätzliches Maß an Einsatz und Euros benötigen. Menschlich gesehen sind das Gebiete, die manche als „Verlustbezirke“ bezeichnen. Gott bezeichnet kein einziges Volk und keinen einzigen Bezirk als „Verlustbezirk“. Als „vernachlässigten Bezirk“ – das schon eher. Als „vergessenen Bezirk“ – wohl auch. Aber NIE als „Verlustbezirk. Und Gott möchte, dass gerade die vernachlässigten und vergessenen Bezirke neu beachtet und in Angriff genommen werden. Dazu müssen wir alle gemeinsam mit anfassen. Vielleicht dadurch, dass wir selbst bereit sind, größere „Verluste“ für Jesus auf uns zu nehmen – wobei das gemäß Matthäus 10:39 eigentlich gar nicht möglich ist. Jesus sagt:

„Wer sein Leben findet, wird es verlieren.

Das es uns immer noch relativ gut geht, zeigt das Taschengeld unserer Kinder. Nicht jeder Christ ist berufen, in die Ferne zu gehen. Aber jeder Christ ist berufen, es möglich zu machen, dass die Menschen in der Ferne das Evangelium hören können. Ich bin dabei! Und Du?