„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Kindersoldaten und andere Nöte

Es soll ca 300.000 geben. Sie sind minderjährig, manche gerade mal 7 Jahre alt. Es gibt sie in ca 85 Ländern der Welt. Sie bilden keine freiwillige Armee. Entführt, unter Druck und nicht selten unter Drogen werden sie von Rebellen und offiziellen Streitkräften zwangsrekrutiert. Für andere ist der Anschluss „freiwillig,“ nachdem sie furchtbare Übergriffe erlebt haben und jetzt Schutz in der bewaffneten Gruppe suchen. Sie werden als Boten, Spione, Minenleger, Minenräumer und Kugelfang eingesetzt. Sobald sie eine Waffe tragen können, ab 10 Jahre, auch im Kampf. Jungen und Mädchen werden als Kindersoldaten sexuell ausgebeutet und zu Grausamkeiten und Gewalt erzogen. Sie sind billig und entbehrlich.

In Kolumbien gibt es zwischen. 14. und 17.000 Kindersoldaten in bewaffneten Oppositionsgruppen und paramilitärischen Verbänden.

Am „Open Doors Tag,“ der am 14. Mai in Wetzlar stattfand, berichtete Leila über die Arbeit des von Open Doors finanzierten Kinderheims „El Hogar,“ wo sich Christen um Kinder aus Pastorenfamilien kümmern. Diese Kinder wurden Opfer von Verfolgung und Gewalt. Teilweise wurden ihre Eltern ermordet und die Kinder als Kindersoldaten zwangsrekrutiert.

Sofia ist eines der Kinder, die in El Hogar eine neue Heimat gefunden haben. Ihre Eltern wurden überfallen und erschossen, als Sofia ein Nachbarskind besuchte. In einem Videoclip berichtete sie, wie sie als Kind zornig war auf Gott, der ihre Eltern nicht beschützt hatte. Langsam, im Umfeld der ausgelebten Liebe Jesu im El Hogar, überwand sie ihre Glaubenskrise und bekannte unter Tränen, dass sie den Mördern ihrer Eltern vergeben hat. Sie verstehe, „dass Gott einen vollkommenen Plan hat und ihr nicht weh tun wollte.“ Heute singt sie im Anbetungsteam und möchte Jesus als Missionarin dienen. Sofia selbst ist keine Kindersoldatin gewesen. Sie ist in einem Heim, in dem sie und andere Kinder ihre furchtbaren Trauma verarbeiten und durch die Gnade Jesu Heilung erfahren.

Die Gemeinde Jesu darf nicht an den Nöten der Kinder dieser Welt vorbeigehen. Es gibt viele Möglichkeiten, zu helfen. Gebete stehen auf der Liste ganz oben. Viele christliche Organisationen arbeiten unter Kindern, oft unter schwierigen oder gar gefährlichen Bedingungen. Auch Finanzen werden immer benötigt von Institutionen wie El Hogar. Open Doors unterstützt Kinder verfolgter Christen in vielen Ländern. Die Deutsche Missionsgemeinschaft hat Mitarbeiter in verschiedenen Ländern, die unter Straßenkindern arbeiten. Die Liste könnte fortgesetzt werden. In unserem eigenen Land sprechen Statistiken von einer Kinderarmut von ca 10%. Viele sind vernachlässigt, brauchen Hilfe, Liebe, Leitung, die sie zu Hause nicht bekommen. Als Christen dürfen wir daran nicht vorbeigehen. Jesus sagt in Lukas 18:16:

„Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.“

Wir sollen sie zu Jesus kommen lassen. Aber um zu Ihm zu kommen, brauchen sie Anleitung und Führung. Kinder suchen nicht so selbstständig wie Erwachsene. Sie brauchen Hilfe!

Nicht überall sind die Nöte der Kinder so drastisch wie die der Kindersoldaten in Kolumbien und anderswo. Aber überall sucht Gott Beter und Arbeiter, die sich einspannen lassen in die Arbeit unter den Kleinen. Hat er schon einmal bei Dir angeklopft? Hast Du reagiert? Warum nicht heute beginnen?

Mittwoch, 18. Mai 2011

Lee & Tim aus Nordkorea

Mit lauter Stimme will ich dem Herrn danken, 
vor der großen Menge will ich ihn loben. (Psalm 109:30)

So nicht möglich in vielen Ländern unserer Erde! Gar nicht möglich in Nordkorea! Gottesdienste finden bestenfalls in kleinsten Hausgruppen statt, in Kellern und versteckten Räumen. Lieder werden bestenfalls im Flüsterton gesungen, Bibeln – wenn vorhanden – sind teilweise per Hand kopiert und gut versteckt.

Beim Open Doors Tag in Wetzlar standen Pastor Lee und sein Sohn Tim auf der Bühne und gaben ihre bewegenden Zeugnisse. Lee musste mit ansehen, wie die Mutter nach einem Gottesdienst vor seinen Augen erschlagen wurde. Als Märtyrerin sterbend, betete sie für ihr nordkoreanisches Volk. Sein Bruder wurde mit einem Bajonett erstochen. Auch sein Vater und seine anderen Geschwister wurden ermordet. Seine GescLee ist heute Pastor in Südkorea. Nach seinem Zeugnis berichtete sein Sohn Tim über seine Erfahrungen.

Tim war mit 8 Jahren auf sich allein gestellt, als sein Vater, um sein Leben zu retten, über China nach Südkorea flüchtete und seine Mutter zwangsgeschieden und neu verheiratet wurde. Mit anderen Kindern überlebte er eine Hungersnot auf der Straße. Zwei enge Freunde verhungerten in seinen Armen. Als sein Vater ihn durch Kuriere aus dem Land holen wollte, starb ein weiterer Freund durch Schüsse chinesischer Polizisten an der mongolischen Grenze. Die Flucht misslang. Abschiebung zurück nach Nordkorea. Folter, Qual, all das waren reale Teile seines Lebens. Bei einem zweiten Fluchtversuch wurde er wieder in China verhaftet und wurde im Gefängnis Christ. Gebete und eine weltweite Kampagne zu seiner Befreiung hatten Erfolg.

Tim, der seinen Vortrag mehrmals weinend unterbrechen musste, bezeichnete Kinder und Jugendliche in Europa als Menschen, die sich glücklich nennen können. Sie haben genug zu Essen, haben Zukunftsperspektive und müssen keine Angst haben, für irgendwelche Worte weggesperrt und gefoltert zu werden. Tim macht zur Zeit eine Ausbildung zum Zahnarzt, möchte nach Ende der Ausbildung Bedürftigen helfen und viele Waisenkinder aufnehmen.

Tims Zeugnis war äußerst beeindruckend. Erschreckend, zu hören, was Kinder unserer Welt – Kinder von Christen -  miterleben und selbst durchleiden müssen und beschämend, wenn man bedenkt, wie undankbar wir hier in der freien Welt oft sind und für wie selbstverständlich wir die Privilegien halten, die wir haben.

In 52 Ländern unserer Welt werden Christen massiv verfolgt. Gottesdienste werden im Untergrund gefeiert, geheim und leise. Lieder werden nur flüsternd gesungen. Manchmal wird stumm gesungen: es werden nur die Lippen bewegt. Unvorstellbar!

In Psalm 109:30 haben wir zu Beginn gelesen:

„Mit lauter Stimme will ich dem Herrn danken, 
vor der großen Menge will ich ihn loben“

Lee und sein Sohn Tim sind dankbar, genau das heute tun zu können. Hier ein Vorschlag: Lasst uns im nächsten Gottesdienst die Stimme der verfolgten Christen sein. Lasst uns das Volumen unserer Stimmen verdoppeln. Mit dem einen Teil preisen wir den Herrn von ganzem Herzen, mit dem anderen Teil geben wir denen eine Stimme, die nur flüsternd ihr Lob zum Himmel schicken können. Ich bin sicher: Es wird Gott gefallen!

Dienstag, 17. Mai 2011

Soll ich mir das antun?

Der 14. Mai 2011 war ein besonderer Tag. Es war der „Open Doors Tag 2011.“ Alle die nicht da waren, haben etwas verpasst (können es aber nachholen, denn die Veranstaltung wurde auf DVD festgehalten und kann bei Open Doors bestellt werden).

Es ging um die „Kinder der verfolgten Kirche“ – um Kinder in den Ländern der Verfolgung. Bewegende Berichte aus Kolumbien, Ägypten und Nordkorea machten deutlich, dass es nicht nur die Eltern sind, die leiden und sterben. Die Kinder aus diesen Familien leiden mit und beginnen oft traumatisiert ihre Reise ins Leben und nicht selten in einen frühen Tod.

Während ich da sitze, mir die Videoclips anschaue, die Zeugnisse höre und mehr oder weniger erfolgreich versuche, die Tränen zurückzuhalten, schießt mir die Frage in den Kopf: Muss ich mir das antun? Hab ich nicht genug Lasten, die mir auf der Seele liegen, dass ich mich mit diesen Schicksalen zusätzlich beschäftigen sollte? So wie die Frage in den Kopf schießt, so schießt die Antwort gleich hinterher: Auf jeden Fall!

In Galater 6:2, 1 Johannes 3:17, Hebräer 13:3 und Römer 12:15 heißt es: (Hervorhebung hinzugefügt)
  • Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
  • Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt — wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?
  • Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.
  • Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!
Alle diese Verse sagen uns klipp und klar, 100%ig, unzweideutig, ohne Fragen offen zu lassen – dass wir uns das nicht nur „antun sollten“ sondern „antun müssen.“ Verschließen wir unsere Augen – und das ist die Kehrseite der zitierten Verse:
  • erfüllen wir das Gesetz Christi nicht!
  • bleibt die Liebe Gottes nicht in uns!
Als ich am Samstag in den Vorträgen saß und sich mein Herz zusammenzog über der Not der Kinder meiner Geschwister durch Jesus, da schrie es in mir: NEIN! NIE will ich gleichgültig werden! NIE will ich mein Herz, meine Augen, Ohren oder meinen Mund verschließen gegenüber den Anliegen der Geschwister. Freuen will ich mich, wenn es mich berührt. Dankbar will ich sein, wenn es schmerzt. Gottes Wort sagt uns in 1 Korinther 12:26:

 Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit

Wenn ich nicht mitleide, mit weine und mit trage – ist das ein schlechtes und gefährliches Zeichen. Wie kann ein Herz so selbstsüchtig und so selbstzufrieden sein, dass es sich verschließt gegenüber dem Leiden des eigenen Leibes? Besser ein lebendiges, fühlendes Herz, das beschwert ist und mithilft, die Lasten der anderen zu tragen, als ein totes, abgestumpftes Herz, das sich „das nicht antun will“ und sich verschließt gegenüber den Leiden derer, die um Jesu Willen der Unmenschlichkeit preisgegeben sind.

Montag, 16. Mai 2011

Dämonenaustreibung / Exorzismus

Das ist heute der Stoff, aus dem die Horrorfilme gemacht sind. Immer noch populär sind ‚Rosemarys Baby’ und ‚Der Exorzist,’ Filme die weit über 30 Jahre alt sind. Auch heute wird  diese Thematik immer wieder in Filmen und Dokus aufgegriffen. Aber gerade dadurch wird das, was Gottes Feind in Menschen anrichtet, in das Reich der Unwirklichkeit und der Phantasie gedrängt. Eine gelungene Masche des Bösen. Der will ja gar nicht, dass Menschen mit der Realität einer „bösen Existenz,“ eines Satans oder gar Dämonen rechnen. Es ist Gottes Gegenspieler oft ganz recht, dass er als unerkannter Feind agieren kann.

Wenn Jesus allerdings die Bühne betritt, wird mit offenen Karten gespielt, wie wir lesen:

„Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist,
 der schrie und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, 
Jesus, du Nazarener? 
Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: 
der Heilige Gottes!“ (Markus 1:23-24)

Da war ein Mensch, ein religiöser Mensch, ein Mensch, der sich zumindest rein statistisch zum Volk Gottes zählte. Er traf sich mit Gleichgesinnten, besuchte die wöchentlichen Gottesdienste und war wahrscheinlich als „einer der unseren“ akzeptiert. Aber als er Jesus begegnete, wurde klar, dass er „einen unreinen Geist hatte.“ Dieser unreine Geist kannte ein paar Fakten von Jesus besser als der menschliche „Gastgeber.“ Der unreine Geist wusste: Der Gegenüber war Jesus von Nazareth.  Er wusste, dass Jesus und Dämonen auf verschiedenen Seiten stehen, ohne irgendwelche Gemeinsamkeiten. Er wusste außerdem, dass Jesus Sieger sein würde. Er kam, um die Gebundenen zu befreien und die Mächte der Finsternis zu verderben. Der unreine Geist wusste: Jesus ist der Heilige Gottes, der heilige Gott!

All dieses – für ihn – schreckliche Wissen, ließ den Dämon schaudern und Schreien. Nicht immer wird hörbar geschrien. In einer Mail von früheren Kollegen las ich diese Woche, wie eine junge Frau ausrastete, weil die Stimmen in ihrem Kopf „schrien.“ Was schrien sie? Lügen! Immer nur Lügen, denn Satan ist der Vater der Lüge. Sie schreien laut oder leise, dass es keine Hoffnung gibt, dass Jesus eine Fälschung ist, dass der Sohn Gottes nicht genügend  Macht hat, zu befreien. Sie schreien zerstörerische Befehle, Gotteslästerungen oder als Wahrheiten getarnte Lügen. Wie hilflos sie sind! Jesus, der heilige Gott, durchschaut alle Lügen. Er kam, die Gebundenen zu befreien. Markus berichtet weiter in 1:25-26:

Aber Jesus befahl ihm und sprach: 
Verstumme und fahre aus von ihm! 
Da zerrte ihn der unreine Geist hin und her, 
schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.

Das ist unser Jesus! Wer Jesus begegnet, begegnet dem Richtigen, dem Stärkeren, dem Gewinner, dem Überwinder, dem Allmächtigen, dem Befreier, Ihm, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden. Wer Jesus begegnet, begegnet der Gnade, der Hoffnung, der reinen Liebe, der Barmherzigkeit, der Freiheit.

Bist Du Jesus bereits begegnet? Bist Du befreit von der Macht Satans und der Sünde?
Möchtest Du Ihm begegnen? Möchtest Du frei werden von der Macht des Bösen?

Von Jesus heißt es: Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen. (Jesaja 61:1) Und Johannes bestätigt: „Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.“ (Johannes 6:36)

Sonntag, 15. Mai 2011

Wer bin ich?

Hast Du Dir Frage einmal gestellt? Wer bin ich eigentlich? Vielleicht eine komische Frage für einige, mit der simplen Antwort. „Ich bin Martin(a) Mustermann aus Musterstadt, Mustergasse 12. Das weiß doch jeder!“ Gut! Keine Identitätskrise soweit! Die Frage, die uns vielleicht eher vor Probleme stellt, ist die Frage: Wer bin ich in den Augen Gottes? Welche Meinung hat Gott über mich. Jetzt mal ohne Klischees und Phrasen.

Interessant ist die Tatsache, dass Abraham „Freund Gottes“ genannt wurde, obwohl er aus einer gottlosen Familie kam. David trägt die Bezeichnung „Mann nach dem Herzen Gottes,“ obwohl er einen Soldaten ermorden ließ. Paulus wurde von Gott außerordentlich gesegnet, obwohl er lange Zeit ein Christenhasser erster Klasse war.

Wie Gott über Dich denkt, hängt nicht von Deiner Vergangenheit ab. Dass Er Dich liebt, kannst Du in der gesamten Bibel nachlesen. Die Bibel erklärt in Jeremia, Kapitel 29, Vers 11: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, … Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“

Gut zu wissen. Egal, wo ich herkomme und wer ich bin – Gott möchte meinen Frieden, möchte mir Hoffnung und Zukunft geben. Die Frage „Wer bin ich?“ lässt sich also grundsätzlich einmal mit den Worten beantworten: „Ein von Gott geliebter Mensch!“

Liebe erfahre ich aber nur, wenn ich sie annehme. Jesu Liebe erfahre ich, wenn ich mich auf Ihn einlasse. Ignoriere ich Seine Liebe, bleibt sie mir fremd. „Wertvoll in meinen Augen!“ das ist Gottes Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ Wirf Dich nicht weg! Wirf Dein Leben nicht weg! Lass Dich auf Jesus ein! Du bist wertvoll in Seinen Augen!

Freitag, 13. Mai 2011

Blogger Probleme

Seit weit über 24 Stunden hat Blogger.com massive Probleme. Keiner, der dieses Programm benutzt, konnte irgendwelche Veränderungen vornehmen. Mittlerweile scheinen die Probleme behoben zu sein / zu werden. Daher auch bei mir nur ein Blog für Freitagabend bis Sonntagmorgen. Neben den Einlogproblemen wurden auch einige Blogs und Einstellungen "durchgeschüttelt.". Lasst mich wissen, wenn Ihr irgendwelche Probleme habt, die Ihr mit meinem Blog bisher nicht hattet.

Der Andere

Von Johannes dem Täufer heißt es in Markus 1:5:

Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land
und alle Leute von Jerusalem und ließen sich von ihm taufen 
im Jordan und bekannten ihre Sünden.

Warum eigentlich? Warum rannte alle Welt zu Johannes, dem Täufer? Ich meine, Markus 1 gibt uns mindestens drei mögliche Antworten.

Die Menschen wären nicht für einen Pharisäer oder Schriftgelehrten hinausgegangen. Die kannte man. Deren war man überdrüssig. Ich vermute, viele verhielten sich den Pharisäern gegenüber wie mein Opa dem Zahnarzt vor 60-70 Jahren. Als der Doktor ihm in der Stadt entgegenkam, versteckte sich mein Opa hinter einem Baum und ging immer in dem Winkel um den Baum herum, wie der Arzt sich näherte. Immer so, dass man einander nicht sehen konnte. So ähnlich wird es vielen Juden ergangen sein im Hinblick auf die Pharisäer. Man wollte ihnen nicht unbedingt begegnen. Johannes aber war anders.

  1. Sein Aussehen war anders. Er hielt nichts von vornehmen Kleidern, langen Roben mit verzierenden Schriftröllchen. Er trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel (6). Man erkannte ihn als Propheten, dem es nicht darauf ankam, äußerlich Eindruck zu schinden. Er war, der er war.
  2. Seine Diät war anders. Er aß Heuschrecken und wilden Honig. Na ja, nicht gerade der heutige Gourmet, aber sicher biologisch einwandfrei. Aber das hat Johannes wohl weniger motiviert. Sein Essen war schlicht. Sein Äußeres wird das reflektiert haben. Nicht ein Schlemmer und Säufer, sondern ein Wanderprediger für Jesus.
  3. Seine Botschaft war anders. Vielleicht die entscheidende Andersartigkeit. Seine religiösen Zeitgenossen predigten Gottes Gesetz und ihre eigenen Gesetzchen noch dazu. Ihre Botschaft war: „Du sollst! – Du musst! –  Du darfst nicht!“ Viel mehr hatten sie nicht zu bieten. Johannes der Täufer sprach von Jesus. Immer wieder! „Sein Reich ist nahe herbeigekommen! Er ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. Er, Jesus, muss wachsen; ich muss abnehmen!“
Wundert es uns, dass das ganze Volk kam, um ihn zu sehen und zu hören? Wären sie für andere Durchschnittsreligiöse ihrer Zeit raus gekommen? Wohl kaum. Das ist heute nicht anders. Die Durchschnittsreligion (mehr darüber an einem anderen Tag) ist so fade und unattraktiv geworden, dass sie keine Interesse mehr weckt.

Christen zu Anfassen, die nicht sich darstellen wollen, sondern Jesus
Christen, die bereit sind, einfache „Sprachrohre“ für Jesus zu sein
Christen, die klar und deutlich auf Jesus hinweisen, Sein Leiden, Sterben und Auferstehen

Durch sie kann Gott etwas bewegen. Die aber sind anders. Anders als die Menge (der Christen), anders als erwartet, anders als gefordert – eben so, wie GOTT sie braucht und haben will.

Donnerstag, 12. Mai 2011

"Christliche Hacker" - Täter oder Opfer?

Momentan ist es wieder ganz schlimm. Der Datenklau bei Sony ist hoch im Nachrichtenkurs. Eine Meldung jagt die andere. „Kundendaten zeitweise im Web abrufbar“ – „Kopfgeld auf Hacker?“ – „Über 100 Millionen Kundendaten kopiert“ – so und anders lauten die Schlagzeilen, und man muss befürchten, dass, wenn dieser Blog erscheint, bereits schon wieder Schlimmeres geschehen ist.

Hacker arbeiten in einem schmutzigen Geschäft. Sie schädigen die Wirtschaft, sie schädigen viele Einzelpersonen, sie arbeiten im Bereich der Illegalität und der Kriminalität. Und es macht ihnen Spaß.

Als ich mit den Hacker Meldungen konfrontiert wurde und von den Schäden hörte, die sie schmunzelnd hinterlassen, kamen mir die „Christlichen Hackervereinigung“ in den Sinn, eine inoffizielle, informeller Zusammenarbeit von Christen aus verschiedenen Kirchen und Freikirchen. Gibt’s so etwas? Ich fürchte, Ja. Die arbeiten auf verschiedenen Ebenen, mit großer Zerstörungswut.

Die eine Gruppe der „Christlichen Hackervereinigung“ versucht immer, an zerstörerische Informationen über Christen oder Gemeinden zu kommen. Sie finden etwas, was ihnen selbst und „der Meute“ interessant erscheint. Sie bieten es „der Meute“ an, die stürzt sich drauf und zerreist, was und wen sie zerreisen kann. Versteht mich nicht falsch. Im Reich Gottes darf kein Unrecht unter den Teppich gekehrt werden. Aber auch nicht jedes Unrecht muss breitgetreten werden, vor der gesamten Christenheit und aller Welt. Matthäus 18:15-18 hilft der Gemeinde, mit solchen Fragen umzugehen. Im privaten Miteinander gilt zudem der Vers aus 1- Petrus 4:8: „Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.“
Würden wir diese Verse beachten, gäbe es bald keine „Christliche Hackervereinigung“ mehr.

Die andere Gruppe arbeitet ähnlich und doch anders. Sie sind nicht „Hacker“ im herkömmlichen Sinn, sondern im buchstäblichen Sinn. Sie hacken ständig auf Menschen herum. Nicht, indem sie in Umlauf bringen, was vergeben oder im Privaten besprochen werden sollte, sondern indem sie an allem und jedem Fehler finden. Und auf diesen Fehlern und denen, die sie gemacht haben, wird rumgehackt. Und das ausgiebig. Wie viele Diener Gottes sind durch diese „(un)christliche Hackervereinigung“ im Dienst entmutigt worden! Wie viele Gemeinden sind durch schmerzhafte, nicht-Gott-gewollte Spaltungen gegangen! Wie viel Leid, Tränen und Schmerz, Scheidungen, Krankheiten und Elend sind gefördert worden durch das ständige Rumhacken auf den Fehlern und Schwachheiten oder vermeintlichen Schwachheiten anderer. Meine Beobachtung ist, dass viel „Hacken“ – auch von evangelikaler Seite aus – geschieht, weil ein anderes Lager erfolgreicher ist als man selbst. Das darf oder kann nicht sein. Wer erfolgreicher ist als man selbst, ist bereits anrüchig. Wer mehr Segen erfährt als man selbst, muss genau untersucht werden. Und in der Regel findet man irgendetwas, worauf man „hacken“ kann. Eine Methode, eine Lehre, einen Titel, eine Abweichung vom eigenen Glaubensbekenntnis. Menschen mit Erfolg und Menschen unter dem Segen Gottes stehen in nicht geringer Gefahr, „gehackt“ zu werden. Und die Hacker tun ihre Arbeit gründlich, denn es macht ihnen Spaß.

Freunde, sollten wir uns in irgendeiner dieser „Christlichen Hackervereinigungen“ wieder finden, lasst uns unsere Mitgliedschaft aufkündigen. Das geschieht nicht durch Kopfnicken. Das geschieht nur durch aktive Veränderung. Radikal ‚Mund zu’ betreffs allem, was nach „christlichem Hacken“ aussieht. Lasst uns gleichzeitig unseren den Hackerausweis abgeben und annehmen, was uns als Christen ausweist und identifiziert:
Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr Liebe untereinander habt.  (Johannes 13:35)