„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 9. Februar 2011

Das älteste Kirchenlied

Nikolaus Decius lebte im 15. Jahrhundert als Mönch und Seelsorger in Deutschland. Das Lied „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ wird seiner Feder zugeschrieben. Die Noten gibt es seit dem Mittelalter, der Text ist die Überarbeitung oder Nachdichtung eines Textes aus der Zeit der Frühkirche.

In den ersten Jahrhunderten wurden Christen vielfach als Feinde des römischen Reiches angesehen. Obwohl sie gute Bürger waren, die Gott und ihrem Nächsten dienten, weigerten sie sich, den Kaiser als Gottheit zu verehren. Man versuchte, ihnen auf alle mögliche Art das Leben miserabel zu machen, aber die Stimmung unter ihnen wird mit folgenden Worten beschrieben: „Sie singen ihrem Gott!“

Es war Plinius, der bithynische Statthalter, der in einem Brief an Kaiser Trajan (53-117 n.Chr.) dieses Lied erwähnt als einen Wechselgesang der Christen vor Sonnenaufgang.  Um das Jahr 350 wurde es von Bischof Hilarius von Poitiers in die (latainische) Kirche des Abendlandes verpflanzt,

Im 10. Jahrhundert war es als Text einer Ostermesse bekannt. Dieser Text diente dann Nikolaus Decius als Vorlage. Joachim Slüter textete die 4. Strophe im 16. Jahrhundert.

Somit wurde dieses Lied ein Gotteslob für Christen durch die Jahrhunderte hindurch. Jesusjünger sangen es bei ihren Zusammenkünften in ihren Häusern, Gotteshäusern und in den Katakomben. Märtyrer sangen es in den Arenen, wo sie ihr Leben für ihren Herrn und ihren Glauben hingaben. Ihr mutiges Zeugnis wiederum brachte viele vom Weg des Verderbens auf den Weg dessen, dem sie ihr Lob sangen. Auf diesem Hintergrund ist es dieses Lied wert, neu gelesen oder gesungen zu werden, auch wenn die Sprache mitunter recht mittelalterlich klingt.

Allein Gott in der Höh' sei Ehr und Dank für seine Gnade.
Darum dass nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefall’n Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn’ Unterlass,
all Fehd’ hat nun ein Ende.

Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr'; wir danken,

dass du, Gott Vater ewiglich regierst ohn' alles Wanken.
Ganz ungemess’n ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht;
Wohl uns des feinen Herren!

O Jesu Christ, Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters,

Versöhner der'r, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders,
Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, nimm an die Bitt' von unsrer Not,
Erbarm' dich unser aller!

O Heil'ger Geist, du höchstes Gut, du allerheilsamst' Tröster,

vor's Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christ erlöset
Durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not!
Darauf wir uns verlassen.

Dienstag, 8. Februar 2011

Von Fröschen und Föten

… und Walen. Die könnte man auch noch hinzunehmen. In der vergangenen Woche glänzte ein großer Artikel mit Bild im Lokalteil unserer Zeitung. Helle Aufregung, denn Frösche und Kröten gehen bald wieder auf Wanderschaft. Sowohl der Amphibienschutzverein, wie auch die Stadt und der Kreis suchen noch viele Helfer, die den Kleinen das gefahrlose Überqueren der Straßen ermöglichen. Jedes Jahr sterben Tausende einen qualvollen Verkehrstod (so die Zeitung). Aber jetzt wollen die Menschen für den Schutz der wehrlosen Kröten kämpfen. Krötenzäune werden errichtet, „Stationäre Amphibienleitsysteme“ errichtet, einige Straßen abends und nachts für den Verkehr gesperrt. Informationsveranstaltungen und Infoblätter werden angeboten. Soviel zu Fröschen und Kröten.

Am gleichen Tag veröffentlichte dieselbe Zeitung einen Artikel über 80 Wale, die an der Küste von Neuseeland gestrandet sind. Sogar der Tod eines Waljungen wurde wahrgenommen und darüber berichtet. Hunderte (!) Rettungskräfte setzten sich am Strand für die gestrandeten 80 ein. Man bemühte sich, die Tiere zu kühlen und vor der Sonne zu schützen. Der Versuch, sie ins Wasser zurückzubringen, sollte in Kürze gestartet werden.

Beide Bemühen, Amphibien und Walen zu helfen, ist lobenswert. Gott hat uns die Schöpfung anvertraut, sie zu bewahren. Nur scheint der Menschheit (als Ganzes, nicht jedem Einzelnen) die Verhältnismäßigkeit abhanden gekommen zu sein. Nicht in der Tagesausgabe der Lokalzeitung, aber aus Veröffentlichungen der WHO ist zu erfahren, dass jährlich nicht 80 - auch nicht Tausende - sondern 46 Millionen (!) Babys durch Abtreibung getötet werden. In Deutschland gibt das Statistische Bundesamt die Zahl von 110,700 Abtreibungen für das Jahr 2009 an. Die tatsächliche Zahl dürfte mindestens doppelt so hoch liegen.

Was macht das Überleben von Kröten und Walen so wichtig und das Überleben von Embryos so unwichtig? Warum werden die einen in die Schlagzeilen gehoben und die anderen daraus verbannt? Warum haben die einen eine große politische und gesellschaftliche Lobby, die bewundert wird und die anderen eine kleine Lobby, die oft von allen Seiten beschossen wird?

Hier ist die Gute Nachricht: Nicht nur Frösche, auch Föten haben einen Fürsprecher – und zwar einen mächtigen. In Psalm 139:16 schreibt der Psalmist über Gott:

Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim,
 und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, 
die noch werden sollten,
 als noch keiner von ihnen war.

Keiner soll davon abgehalten werden, sich für Kröten und andere Geschöpfe einzusetzen. Aber als Jesusjünger sind wir auch - und in erster Linie aufgefordert, denen eine Stimme zu geben, die zu unserer eigenen Spezies gehören und unsere Hilfe am nötigsten brauchen, sei das durch Gebet, Gaben oder praktische Hilfe. 

Montag, 7. Februar 2011

Historischer Moment


Kürzlich kam ein Bericht im Fernsehen über die Gewinnung von Lithium. Im Bericht ging es um Elektroautos, deren Akkus dieses chemische Element benötigen. Ohne Lithium keine Elektroautos. Verständlicherweise wird ein wachsender Bedarf an Lithium nötig, wenn man in der Zukunft mehr mit Elektroautos planen möchte als mit Benzinern.

Der Salar de Tunupa in Bolivien ist der größte Saltsee der Welt. Die Lithiumvorkommen im See sind gewaltig. Die Gewinnung eine Chance für die Entwicklung des Landes. Im Bericht wurde ein bolivianischer Wissenschaftler mit folgenden Worten zitiert:

„Ich glaube, um unser Ziel zu erreichen, müssen wir Opfer bringen. Wir müssen Familie und Bequemlichkeit aufgeben. Manchmal gibt es historische Momente, in denen man diese Opfer bringen muss.“

Dieser Satz war es, der mich aufhorchen ließ. Es ging ja nicht um Menschen oder gar um die Rettung von Leben. Erst recht ging es nicht um ewige die Rettung von Seelen. Es ging um die Gewinnung von Lithium Elektroautos. Das wird von Wissenschaft und Industrie als „historischer Moment“ gesehen, für den man Familie und Bequemlichkeit zu opfern bereit sein muss.

Als Christ stellt mich das vor die Frage: Was ist ein ‚historischer Moment’ für mich, für den ich bereit sein muss, das Liebste zu opfern?  Jesus hat nicht von historischen Momenten gesprochen, aber Er hat zum Thema gesprochen.
  • „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.“ (Lukas 14:27)
  • „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“  (Lukas 9:23)
  • „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12:24)
  • „Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein - ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll.“ (Paulus in Römer 12:1)
Wenn Wissenschaft und Industrie von der Bereitschaft zum Opfer reden – und es geht um Lithium und andere Vergänglichkeiten – wieviel mehr wollen wir bereit sein Opfer zu bringen für Ihn, der unvergänglich ist und dessen Reich unvergänglich ist! Wir wollen Jesus aufopfernd dienen, u.a., indem wir Seelen gewinnen, die unvergänglich sind. Unser „historischer Moment“ ist heute, jetzt und hier.

Sonntag, 6. Februar 2011

Die Gute Nachricht: Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit

In Jesaja 6:1 hat der Prophet eine Vision der Herrlichkeit des Allmächtigen! Er schreibt:

(Ich sah) den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron,
und seine Säume erfüllten den Tempel.

Eine weitere herrliche Aussage lesen wir in Jesaja 6:7:

„Und er berührte meinen Mund und sprach: 
Siehe, dies hat deine Lippen berührt;
deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!“

Von der Herrlichkeit des Allmächtige zu dem herrlichen Wirken des Allmächtige in der Vergebung. Aber was da alles dazwischen liegt ...

In Vers 5 ruft der Prophet entsetzt aus: „Wehe mir“ und, ich bin verloren!“ Er bekennt: „Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen“ und als ob das nicht reiche, fügt er hinzu: „Ich wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat!“ Kein Wunder, dass der Prophet Angst hat, er würde auf der Stelle vernichtet.

Aber dann handelt Gott, tilgt seine Schuld, hält ihm nichts vor und spricht ihm Vergebung zu.Was zwischen der Offenbarung der Herrlichkeit des Allmächtigen und der Vergebung der Schuld liegt, darf vergessen werden, ist vergeben, ist vernichtet und bezahlt.

Die Gute Nachricht ist, dass wir nicht länger auf uns zu schauen brauchen, nicht länger verzweifeln oder uns schämen müssen. Wer auf den Herrn blickt und sich von IHM anrühren läßt, dessen Vergangenheit ist aufgeräumt und er hat den herrlichen Zuspruch des Allmächtigen: 

„Deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!“

Samstag, 5. Februar 2011

„Lady Elgin“


Fast 10 Jahre lang beförderte der Raddampfer “Lady Elgin” Ladegut und Passagiere auf den Seen im amerikanischen Michigan und den umliegende Bundesstaaten. Immer wieder war der Dampfer in Unglücksfälle verwickelt bis dass er am 8. September 1860 gegen 3 Uhr morgens nach einer Kollision endgültig in hoher See sank. Über 400 Menschen kämpften verzweifelt um ihr Leben. Nur zwischen 98 und 155 erreichten das rettende Ufer.

Untrennbar mit dem Sinken der Lady Elgin verbunden ist der Name von Edward Spencer, einem Studenten der Northwestern University. Es wird berichtet, dass er sich unermüdlich in die rauhe See warf, um die in Seenot geratenen Menschen zu retten, von denen die meisten nicht schwimmen konnten. Während er immer und immer wieder hinausschwamm, wurde er von Treibgut des zerstörten Schiffes übel zugerichtet. 17 Schiffbrüchige rettete er innerhalb von sechs Stunden. Als er dann am Ende seiner Kraft war, brach er zusammen und fiel in ein Delirium, in dem er wieder und wieder ausrief: „Habe ich mein Bestes getan? Habe ich mein Bestes getan?“  Sein Einsatz für andere kostete ihm seine Gesundheit. Den Rest seines Lebens verbrachte er im Rollstuhl.

Es soll Ruben A. Torrey gewesen sein, der während eines Vortrags in Los Angeles darauf hingewiesen wurde, dass Edward Spencer unter den Zuhörern sei. Man bat den mittlerweile fast 80 jährigen Spencer auf die Bühne, und Torrey fragte ihn, ob es irgendeine Erinnerung an die dramatische Rettungsaktion gäbe, die besonders hervorstünde. Spencers Antwort war kurz und schockierend: „Nur diese eine: Von den 17 Menschen, denen ich das Leben gerettet habe, ist nicht eine Person gekommen, um mir zu danken!“

Eine weitaus größere Rettungsaktion fand lange vor dem Unglück der Lady Elgin statt. Wir lesen darüber:

„Fürwahr, Jesus hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch Jesu Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf Jesus.“ (nach Jesaja 53:4-6, angepasst)

Im Vergleich sind wir in dieser zweiten Rettungsaktion einer der (17) Geretteten. Haben wir erkannt, was Jesus für uns getan hat? Seine Rettungsaktion geht viel weiter als die heldenhafte Tat eines Edward Spencer.Haben wir Jesus von Herzen gedankt? Wäre es unverhältnismäßig, als Dank mein kurzes Leben Jesus zu schenken, wo Er Sich doch hingegeben hat, um mir ewig währendes Leben zu erkaufen?

Ich will dem Herrn danken (Psalm 7:17a)

Freitag, 4. Februar 2011

Wie hat Gott das wohl gemeint?


„Seid in allem dankbar; 
denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
(1. Thessalonicher 5:18)

Geht das überhaupt? In allem dankbar sein? Na ja, im Himmel, da wo Gott ist, da kann man sicher in allem und auch für alles dankbar sein. Aber wie sieht das hier auf der Erde aus? Vielleicht nicht ganz so wörtlich zu nehmen, oder?

Der bekannte Bibelausleger Henry Matthew (1662-1714) wurde eines Nachts auf der Straße überfallen und ausgeraubt. Es muss eine schreckliche Erfahrung gewesen sein. – In allem dankbar sein?

Anschließend trug Matthew folgende Zeilen in sein Tagebuch ein:
  • „Ich bin dankbar, dass ich nie zuvor überfallen worden bin!
  • Ich bin dankbar, dass, obwohl mir alles genommen wurde, was ich hatte, es nicht viel war.
  • Ich bin dankbar, dass sie zwar mein Geld nahmen, aber nicht mein Leben.
  • Ich bin dankbar, das ich es war, der beraubt wurde und nicht die, die mir nahestehen.
  • Schließlich bin ich dankbar, dass ich der Beraubte bin und nicht jemanden beraubt habe.“

Tatsächlich findet der Mann nach solch einem traumatischen Erlebnis immer noch Gründe, Gott dankbar zu sein. Wie macht er das? Er klagt nicht. Mann, da fängts schon an. Grund genug hätte er doch wirklich. Und so ein bisschen Jammern würde sicher doch auch Gott verstehen, oder?  Aber es ist nicht nur, dass der gute Mann nicht klagt. Er konzentriert sich auf Segnungen; darauf, dass Gott in allem mit ihm ist. Umwerfend!

Fazit:
  1. Gott hat 1. Thessalonicher 5:18 genauso gemeint, wie Er es gesagt hat!
  2. Es ist möglich, das zu tun!
  3. Es ist besser als Jammern!
  4. Es verlangt eine wesentlich gesündere Blickrichtung und hat ein gesünderes Ergebnis!
  5. Ich wills auch versuchen!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Gott der Vergangenheit


Einer meiner Lieblingsverse im Alten Testament steht in 5. Mose 33:27:

Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen.
Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und geboten: Vertilge!

Andere Übersetzungen reden von dem „Gott der Urzeit“ oder dem „ewigen Gott!“

Das gibt Zuversicht, denn das bringt zum Ausdruck, dass Gott Gott war, ist und bleibt.
Wir alle haben unsere Vergangenheit. Wir alle tragen Erlebnisse und Erfahrungen mit uns herum, die nicht wieder rückgängig zu machen sind. Manche dieser Erfahrungen lassen bis heute „die Sonne aufgehen“ in unserem Herzen. Wir freuen uns und ziehen Kraft und Mut aus alten Erinnerungen. Andere Erfahrungen bewirken das Gegenteil.

Immer wieder begegnen wir Menschen, denen sich die Vergangenheit wie eine Fessel um die Seele legt. Wie ein Hamster im Laufrad rennen sie, was die Kräfte hergeben, nur um später festzustellen, dass sie sich nicht von der Stelle bewegt haben. Ihre Seele hat Wunden und Narben zurückbehalten, die schmerzen und die Lebensfreude hindern.

Ich meine, dass der oben zitierte Vers helfen kann. Wenn Gott ein Gott der Urzeit ist, der alte Gott, der ewige Gott, dann ist Er auch der Gott, an dem das nicht unbemerkt vorbeigekommen ist, was bei uns Narben hinterlassen hat. Wir mögen uns fragen: Wo war Er denn? Warum hat Er denn nicht eingegriffen? Die Antwort darauf mag in jeder Situation etwas anders ausfallen. Tatsache ist, dass Er da war, mit uns in der schweren Zeit, mit uns im Leid, in der Trauer, im Schmerz. Wir waren nicht allein! Wir wissen nicht, wo wir heute wären, wäre Er nicht bei uns gewesen.

Wenn Er da war, dann hat Er es zugelassen. Er hat gewusst, dass wir es mit Seiner Hilfe würden tragen können. Er möchte es gebrauchen und zum Guten einsetzen in unserem Leben.

Als Petrus müde vom erfolglosen Fischzug zurückkam und Jesus ihm den scheinbar sinnlosen Auftrag gab, wieder hinaus zu fahren, überlegte Petrus kurz, brachte seine Sicht der Dinge zum Ausdruck und erwiderte dann: „Aber weil du es sagst, will ich es wagen.“  (Lukas 5:5)
Es war ein Schritt des Glaubens. Weil Jesus es sagte, ließ sich Petrus darauf ein, auch wenn er nicht alles verstand.

Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen.
Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und geboten: Vertilge! (5.Mose 33:27)

Gott versichert uns, dass Er der Gott der Urzeit ist, dass Er da war, dass Er vertrieben hat. Und Er verspricht uns, dass bei Ihm Zuflucht zu finden ist. Lasst uns alles, was schmerzt, was belastet und die Lebensfreude raubt – lasst uns unsere Vergangenheit im Glauben an Seine Zusagen – bei Ihm ablegen. Lasst uns nach vorne sehen und gehen. Lass Deine Gegenwart und Zukunft nicht von der Vergangenheit bestimmt werden. Der ewige Gott war da, in Deiner Vergangenheit. Und Er ist heute da und morgen … und danach … und danach … und danach …!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ein feste Burg ist unser Gott!

Luthers bekanntestes Lied wird auch als Schutz- und Trutzlied des Protestantismus bezeichnet. „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. April 1521 in Oppenheim getextet. Im Jahr zuvor hatte Papst Leo X in einer Bulle den Bann gegen Luther angedroht. Als Reaktion auf die Verbrennung seiner Bücher verbrannte Luther die Bulle und wurde im Januar 1521 prompt exkommuniziert.

Im März desselbigen Jahres wurde Luther zum Reichstag nach Worms geladen, um zu sehen, ob er auf seinen Lehren beharrte. Es war eine gefährliche Reise für Luther und nur unter Zusicherung des freien Geleits durch Kaiser Karl V machte er sich auf den Weg. Luther war sich der Gefahr der Reise und des Erscheinens vor dem Reichstag sehr wohl bewusst. Obwohl seine Reise wie ein Triumphzug wurde und er in vielen Städten predigte, wird berichtet, wie er sich kränklich und verunsichert fühlte durch Gerüchte und Vermutungen. So wurde vermutet, es werde Luther in Worms nicht anders ergehen als dem Reformator des 14./15. Jahrhunderts, Johannes Huß, der auf dem Scheiterhaufen endete.

Die letzte Nacht vor dem Eintreffen in Worms verbrachte Luther im Gasthaus „Zur Kanne“ in Oppenheim. Allen Warnungen trat er entgegen mit den Worten: „Und wenn so viel Teufel in Worms wären, als Ziegeln auf den Dächern, ich wollte doch wohl hineinkommen".

In dieser letzten Nacht vor dem seinem Eintreffen in der Stadt Worms entsteht Luthers bekanntestes Lied, das seitdem in fast alle größeren Sprachgruppen übersetzt worden ist. Es baut auf Psalm 46 auf und ist auf dem hier geschilderten geschichtlichen Hintergrund ein überaus machtvolles Glaubenslied und das Reformationslied schlechthin.

Psalm 46
„(…) Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde erbebt und die Berge mitten ins Meer wanken. Mögen seine Wasser tosen und schäumen, die Berge erbeben durch sein Aufbäumen! Des Stromes Läufe erfreuen die Stadt Gottes, die heiligste der Wohnungen des Höchsten. Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen früh am Morgen. Nationen tobten, Königreiche wankten. Er ließ seine Stimme erschallen: die Erde zerschmolz. Der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs. Kommt, schaut die Großtaten des HERRN, der Entsetzen verbreitet auf Erden! Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht und Speere zerschlägt, Wagen mit Feuer verbrennt. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde.Der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs.


EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaot, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib:
lass fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muss uns doch bleiben.