„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Donnerstag, 3. Februar 2011

Gott der Vergangenheit


Einer meiner Lieblingsverse im Alten Testament steht in 5. Mose 33:27:

Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen.
Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und geboten: Vertilge!

Andere Übersetzungen reden von dem „Gott der Urzeit“ oder dem „ewigen Gott!“

Das gibt Zuversicht, denn das bringt zum Ausdruck, dass Gott Gott war, ist und bleibt.
Wir alle haben unsere Vergangenheit. Wir alle tragen Erlebnisse und Erfahrungen mit uns herum, die nicht wieder rückgängig zu machen sind. Manche dieser Erfahrungen lassen bis heute „die Sonne aufgehen“ in unserem Herzen. Wir freuen uns und ziehen Kraft und Mut aus alten Erinnerungen. Andere Erfahrungen bewirken das Gegenteil.

Immer wieder begegnen wir Menschen, denen sich die Vergangenheit wie eine Fessel um die Seele legt. Wie ein Hamster im Laufrad rennen sie, was die Kräfte hergeben, nur um später festzustellen, dass sie sich nicht von der Stelle bewegt haben. Ihre Seele hat Wunden und Narben zurückbehalten, die schmerzen und die Lebensfreude hindern.

Ich meine, dass der oben zitierte Vers helfen kann. Wenn Gott ein Gott der Urzeit ist, der alte Gott, der ewige Gott, dann ist Er auch der Gott, an dem das nicht unbemerkt vorbeigekommen ist, was bei uns Narben hinterlassen hat. Wir mögen uns fragen: Wo war Er denn? Warum hat Er denn nicht eingegriffen? Die Antwort darauf mag in jeder Situation etwas anders ausfallen. Tatsache ist, dass Er da war, mit uns in der schweren Zeit, mit uns im Leid, in der Trauer, im Schmerz. Wir waren nicht allein! Wir wissen nicht, wo wir heute wären, wäre Er nicht bei uns gewesen.

Wenn Er da war, dann hat Er es zugelassen. Er hat gewusst, dass wir es mit Seiner Hilfe würden tragen können. Er möchte es gebrauchen und zum Guten einsetzen in unserem Leben.

Als Petrus müde vom erfolglosen Fischzug zurückkam und Jesus ihm den scheinbar sinnlosen Auftrag gab, wieder hinaus zu fahren, überlegte Petrus kurz, brachte seine Sicht der Dinge zum Ausdruck und erwiderte dann: „Aber weil du es sagst, will ich es wagen.“  (Lukas 5:5)
Es war ein Schritt des Glaubens. Weil Jesus es sagte, ließ sich Petrus darauf ein, auch wenn er nicht alles verstand.

Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen.
Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und geboten: Vertilge! (5.Mose 33:27)

Gott versichert uns, dass Er der Gott der Urzeit ist, dass Er da war, dass Er vertrieben hat. Und Er verspricht uns, dass bei Ihm Zuflucht zu finden ist. Lasst uns alles, was schmerzt, was belastet und die Lebensfreude raubt – lasst uns unsere Vergangenheit im Glauben an Seine Zusagen – bei Ihm ablegen. Lasst uns nach vorne sehen und gehen. Lass Deine Gegenwart und Zukunft nicht von der Vergangenheit bestimmt werden. Der ewige Gott war da, in Deiner Vergangenheit. Und Er ist heute da und morgen … und danach … und danach … und danach …!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ein feste Burg ist unser Gott!

Luthers bekanntestes Lied wird auch als Schutz- und Trutzlied des Protestantismus bezeichnet. „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. April 1521 in Oppenheim getextet. Im Jahr zuvor hatte Papst Leo X in einer Bulle den Bann gegen Luther angedroht. Als Reaktion auf die Verbrennung seiner Bücher verbrannte Luther die Bulle und wurde im Januar 1521 prompt exkommuniziert.

Im März desselbigen Jahres wurde Luther zum Reichstag nach Worms geladen, um zu sehen, ob er auf seinen Lehren beharrte. Es war eine gefährliche Reise für Luther und nur unter Zusicherung des freien Geleits durch Kaiser Karl V machte er sich auf den Weg. Luther war sich der Gefahr der Reise und des Erscheinens vor dem Reichstag sehr wohl bewusst. Obwohl seine Reise wie ein Triumphzug wurde und er in vielen Städten predigte, wird berichtet, wie er sich kränklich und verunsichert fühlte durch Gerüchte und Vermutungen. So wurde vermutet, es werde Luther in Worms nicht anders ergehen als dem Reformator des 14./15. Jahrhunderts, Johannes Huß, der auf dem Scheiterhaufen endete.

Die letzte Nacht vor dem Eintreffen in Worms verbrachte Luther im Gasthaus „Zur Kanne“ in Oppenheim. Allen Warnungen trat er entgegen mit den Worten: „Und wenn so viel Teufel in Worms wären, als Ziegeln auf den Dächern, ich wollte doch wohl hineinkommen".

In dieser letzten Nacht vor dem seinem Eintreffen in der Stadt Worms entsteht Luthers bekanntestes Lied, das seitdem in fast alle größeren Sprachgruppen übersetzt worden ist. Es baut auf Psalm 46 auf und ist auf dem hier geschilderten geschichtlichen Hintergrund ein überaus machtvolles Glaubenslied und das Reformationslied schlechthin.

Psalm 46
„(…) Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde erbebt und die Berge mitten ins Meer wanken. Mögen seine Wasser tosen und schäumen, die Berge erbeben durch sein Aufbäumen! Des Stromes Läufe erfreuen die Stadt Gottes, die heiligste der Wohnungen des Höchsten. Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen früh am Morgen. Nationen tobten, Königreiche wankten. Er ließ seine Stimme erschallen: die Erde zerschmolz. Der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs. Kommt, schaut die Großtaten des HERRN, der Entsetzen verbreitet auf Erden! Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht und Speere zerschlägt, Wagen mit Feuer verbrennt. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde.Der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs.


EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaot, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib:
lass fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muss uns doch bleiben.

Dienstag, 1. Februar 2011

Gleichgültigkeit ist die Rache, die die Welt an der Mittelmäßigkeit nimmt.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es eine Dokumentation, eine Nachrichtensendung oder noch etwas anderes war. Aber das Zitat packte mich.

Oscar Wilde, der irisch-englische Schriftsteller, lebte von 1854 – 1900. Zu seinen Werken gehören u.a. Gedichte, Erzählungen und Romane. Im Alter von 26 Jahren schrieb er sein erstes Bühnenstück: „Vera; oder die Nihilisten“, ein Melodrama, das nicht zu populär wurde. Trotzdem packte mich das Zitat: 

„Gleichgültigkeit ist die Rache, 
die die Welt an der Mittelmäßigkeit nimmt.“ 

Das erinnert mich an einen Text aus Lukas 9. Drei Männer werden aufgefordert oder entscheiden sich, Jesus nachzufolgen. Alle drei zögern. Einer muss darauf hingewiesen werden, dass Nachfolge nicht immer bequem ist, der andere befürchtet, sein Erbe zu verpassen, der dritte hängt zu sehr an seiner Familie. Von allen dreien hört man fortan nichts mehr.

Nicht nur damals, auch heute rächt sich Mittelmäßigkeit – in unserem Leben und in unserem Zeugnis. Ein mittelmäßiger Christ – was ist das eigentlich? Im Glauben ist Mittelmäßigkeit ZU WENIG! Aber mittelmäßige Christen – davon gibt es ZU VIELE!

Mittelmäßige Christen haben sich angepasst, wie ein Chamäleon an ihre Umwelt. Sie sind weder wie eine heiße Schoko im Winter, noch wie eine eisgekühlte Limo im Sommer. Sie sind lauwarm. Sie kommen mit jedem aus, ecken (glaubensmäßig) nirgendwo an, fallen nicht auf, weder als Stadt auf dem Berg noch als Licht auf dem Leuchter. Mittelmäßigkeit. Was ist die Reaktion der Welt auf diese christliche Mittelmäßigkeit? Gleichgültigkeit. Die Welt denkt: Wir haben unseren Verein – die haben ihren Gott. Kein Unterschied.

Wir Christen müssen leuchten, würzen, brennen! Jesus sagt:

Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden;
was wollte ich lieber, als dass es schon brennte! (Lukas 12:49)

Lassen wir uns von Jesus anzünden. Treten wir heraus aus der Mittelmäßigkeit des Glaubens. Mittelmäßigkeit nützt niemandem, weder uns (wir erfahren nicht das verheißene Leben im Überfluss) noch unseren Mitmenschen (die erfahren nichts von dem, was sie zum Heil wissen müssen). Es nützt also niemandem, schadet aber allen. Es schadet uns (wir fragen uns, wo die Erfüllung all der herrlichen Verheißungen bleibt) und es schadet den anderen (Sie bleiben auf dem gefährlichen Weg in der Dunkelheit)
Sie nehmen an unserer Mittelmäßigkeit Rache und strafen den Glauben durch Gleichgültigkeit ab.

Jesus ist gekommen, ein Feuer anzuzünden – in Dir – durch Dich! Lass IHN mal machen. Die Menschen um Dich herum werden nicht mehr gleichgültig bleiben (können).

Montag, 31. Januar 2011

Ich habe aufgegeben (Teil 4 und Schluß)


In der vergangenen Woche haben wir uns Gedanken gemacht, warum Menschen ihren konsequenten Weg mit Jesus aufgeben und für ein Leben der Mittelmäßigkeit oder weniger eintauschen. Der Schluß, den wir aus biblischen Beispielen gezogen haben, war der, dass wir Glauben, Jesus und konsequente Nachfolge aufgeben, weil wir nicht bereit sind, anderes aufzugeben. Jim Eliot, Missionar und Märtyrer unter den Aucas, hat den Satz geprägt:

„Der ist kein Narr, der aufgibt, was er nicht behalten kann,
um zu erhalten, was er nicht verlieren kann.“

Muss man vielleicht zweimal lesen, aber die Aussage ist sowas von wahr! Ich möchte mit einer Liste von Möglichkeiten schließen, die uns hindern können, Jesus konsequent nachzufolgen und die daher geeignet sind, unser Leben am Eigentlichen vorbeischlittern zu lassen. Nicht alle (manche schon, aber eben nicht alle) Möglichkeiten sind in sich schlecht. Manches ist sogar gut und notwendig. Wenn es aber einen Platz in unserem Leben einnimmt, der Jesus Zeit, Einsatz und Hingabe wegnimmt, dann ist es Zeit, die Sache ganz aufzugeben oder einzuschränken. Nimm die Liste, druck sie aus und nimm Dir Zeit, alles zu lesen (vielleicht aufgeteilt auf 3-4 Tage). Was dich nicht betrifft, leg zu den Akten. Was Dich betrifft, mach zu einem Gebet und zieh Konsequenzen. Garantiert wirst Du bei der ein oder anderen Möglichkeit scharf nachdenken und Dich innerlich prüfen müssen. Sei ehrlich. Es geht um ein erfülltes Leben! Fühl Dich frei, weitere Möglichkeiten hinzuzufügen!

A – Arbeit, Ansehen, Alkohol, Auto
B – Bequemlichkeit, Beruf, Besitz
C – Chillen, Computer
D – Disco
E – Essen, Ehepartner, Eltern
F – Freund/in, Fussball, Fernsehen, Familie, Freizeit, Facebook
G – Geschäftigkeit, Geld, Gewinn
H – Haustiere, Haus, Hobby; Horoskop
I  –  Internet
J  – Jammern, Jagen, Joggen
K – Komfort, Karriere, Kino
L  – Lotto,
M – Musik, Menschenfurcht
N – Naschen, Nörgeln
O - Orchester
P – Partnerschaft, Popularität, Pornographie
Q - Qasseleien
R – Reputation
S – Sucht, Sex, Sport, Stöhnen
T – Tatort, Trübsal, Tiere, Twitter
U – Unzucht, Urlaub
V – Vieh, Vater,
W – Wetter, 
X  – Xtravaganz, „das große Unbekannte“
Y -  Yoga
Z – Zocken, Zeitschriften

„Der ist kein Narr, der aufgibt, was er nicht behalten kann,
um zu erhalten, was er nicht verlieren kann.“

Sonntag, 30. Januar 2011

Die Gute Nachricht: ER ist FÜR mich!

Psalm 23 beschreibt ausführlich, dass - und wie Gott für Seine Kinder ist. Es lohnt sich, über die unterstrichenen Worte besonders nachzudenken. Psalm 23:1-6:

Ein Psalm Davids." Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
 
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
 
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
 
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
 
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Samstag, 29. Januar 2011

Ich habe aufgegeben (Teil 3)


Manche Christen geben die Gemeinschaft mit Jesus auf, weil sie anderes, an dem sie festhalten, nicht aufgeben wollen. Ihre Botschaft ist: „Ich habe aufgegeben, Jesus ungeteilt und  kompromiss nachzufolgen, denn ich bin nicht bereit dies oder jenes aufzugeben, das mir (zu) lieb geworden ist. Aus Gottes Wort hatten wir gesehen, was Menschen manchmal bewegt, Jesus aufzugeben. Darunter waren: Haus & Hof, Gewinn, bereits vorhandener Besitz, Tiere, Ehe oder Bequemlichkeit. Nichts von alledem ist an sich schlecht. Es wird schlecht, wenn es die konsequenten Nachfolge hindert.

Abschließend drei weitere Beispiele, die unser Herz teilen und uns verführen können, konsequente Nachfolge aufzugeben.

Jesus war unterwegs. Der erste von dreien kam auf ihn zu und bot Jesus seine Nachfolge an. Ob er Jesus je in seinem Leben auch nur eine Stunde lang nachgefolgt ist, wissen wir nicht, denn Jesu ernüchternde Antwort in Lukas 9:58 auf das Angebot lautete:

„Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.“

Nachfolge ruft uns aus unsrer persönlichen „Wellnesszone“ heraus. Nachfolge erfordert, dass wir bereit sind, aus unserem Wohlfühlbereich herauszutreten und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Gestern ging es um das Aufgeben von Bequemlichkeiten. Hier geht Jesus einen Schritt weiter. Nicht nur das Aufgeben von Bequemlichkeiten ist gefragt, sondern das Akzeptieren von Unannehmlichkeiten. Kein Bett für die Nacht, kein Kissen fürs müde Haupt. Oft sind Menschen, die von Natur aus wenig Bequemlichkeiten haben, viel eher bereit, Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Je besser es uns geht, je geringer unsere Aufgabebereitschaft für Jesus.

Ein weiterer Mann antwortet auf den Ruf in die Nachfolge: (Lukas 9:59) 
„Herr, erlaube mir zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.“ 

Ist das nicht realistisch? Grundsätzlich mag das so gewesen sein. Aber hat dieser Mann je die Nachfolge angetreten? Keiner weiss es. Viele geben die ungeteilte Nachfolge auf, weil sie nicht bereit sind, ihre Trauer, Bitterkeit oder inneren Verletzungen an Jesus abzugeben. Trauer, Bitterkeit oder Verletzungen können wir nicht immer vermeiden, aber wir können vermeiden, dass sie tiefe Wurzeln in uns schlagen, die uns zum Aufgeben verleiten.

„Herr, ich will dir nachfolgen; zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Hause sind, Abschied zu nehmen.“ (Lukas 9:61)

Die dritte Person hat eine scheinbar sinnvolle Bitte. Jesu Antwort deutet an, dass es dem Mann schwer fiel, Familie über den Ruf in die Nachfolge zu stellen. Wie viel Nachfolge wird auf dem Altar der Familie geopfert. Ist Familie also ein Hindernis? NEIN! NEIN!! Familie ist ein Geschenk Gottes!!! Nur darf das Geschenk nicht wichtiger werden als der Geber. Wir müssen unser Leben so gestalten, dass wir mit Gottes Geschenk sorgsam umgehen, ohne dass Gott und die ungeteilte Nachfolge dabei vernachlässigt werden. Vielleicht muss ich mein Hobby, meine persönliche Freizeitgestaltung anpassen, oder Kombinationen bilden, um der Familie gebührende Zeit einzuräumen ohne Jesus als Priorität dabei aufzugeben.

Ich möchte nicht aufgeben, möchte Jesus nicht aufgeben. Für nichts! Ich möchte es vielmehr lernen, mich selbst aufzugeben, damit alle Bereiche meines Lebens den gebührenden Platz einnehmen - alle unter der Leiterschaft Jesu.

(Abschließender 4. Teil am Montag)

Freitag, 28. Januar 2011

Ich habe aufgegeben (Teil 2)

Gestern haben wir festgestellt, dass Menschen ihren Glauben oder die ungeteilte Nachfolge aufgeben, weil sie nicht aufgeben wollen. Sie halten an etwas fest, das sie nicht aufgeben wollen, und geben dadurch etwas auf, dass sie nicht aufgeben sollten. Gestern haben wir 3 Beispiele aus Lukas 14 gesehen: Besitz, Tiere und Ehe können uns von der ungeteilten Nachfolge abhalten. Das muss nicht sein. Nichts davon ist an sich verwerflich. Im Gegenteil! Aber es kann zur Gefahr werden und ist damals wie heute vielen zum Fallstrick geworden. Darum spricht Jesus diese Dinge auch konkret an. Heute sollen die nächsten drei Beispiele erwähnt werden, an denen wir manchmal festhalten und damit die Nachfolge aufgeben.

Als der Landwirt das abgerissen hatte, was noch gut war, um für seinen steigenden Gewinn Neues zu bauen, das er gar nicht brauchte – und als er sich dann hinlegte und sich selbst anbetete mit den Worten:

„Mein Freund, du hast für Jahre genug eingelagert.
Genieße das Leben. Iss, trink und sei fröhlich!´“  (Lukas 12:19)

da bezeichnet ihn Gott als Narren. Arbeit und der daraus erworbene Gewinn hatten Gott aus dem Denken und Planen des Landwirts verdrängt. Er hatte nichts mehr vom Leben. Ist geschäftliche Kalkulation und der daraus resultierende Gewinn deshalb gegen Gottes Willen? Nein! Die Bibel spricht nicht dagegen. Aber dieser Mann war nicht bereit, auf einen Teil seines Gewinns zu verzichten, um Gott den gebührenden Platz in seinem Leben einzuräumen. Sein Leben drehte sich allein um Arbeit und Gewinn. Für ungeteilte Nachfolge gab es keinen Platz.

Ähnlich verhielt es sich beim reichen Jüngling. Irgendwo war da ein Wunsch, Jesus nachzufolgen. Er führte auch ein ganz anständiges Leben. Ob er noch berufstätig war, wissen wir nicht. Ob er noch in irgendwelche Tagesgeschäfte eingebunden war, um Gewinn zu machen, wissen wir auch nicht. Aber wir wissen eins: Er besaß bereits viel. Und dieser bereits vorhandene Besitz hielt ihn von der Nachfolge ab. Es heiß in Lukas 18:23:
Als er aber dies hörte, wurde er sehr betrübt, denn er war sehr reich.

Ist Reichtum deswegen gegen den erklärten Willen Gottes. Überhaupt nicht! Die Liebe zum Reichtum, das daran Kleben – das kann leicht zum Hindernis für die Nachfolge werden. Jesus sagt in Lukas 16:13:

„Kein Knecht kann zwei Herren dienen;
entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, 
oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. 
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Als Letztes ein Positivbeispiel. Als Noah den Auftrag und die Maße für die Arche erhielt, machte er sich sofort an die Arbeit. Kaum hatte Gott ausgeredet, lesen wir in 1 Mose 6:22:

Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

Bequemlichkeit und Aufschub hält heute viel zu viele Menschen von der Nachfolge ab. Die Couch ist weicher als der Gemeindestuhl, das Gespräch mit Freunden stressfreier als das Gespräch mit dem Nachbarn. Der Besuch beim Freund problemloser als der Besuch beim Menschen in Not.
Ich möchte loslassen, was mich an die Erde bindet, damit die Verbindung zu Jesus und Bindung an das Ewige immer mehr zunehmen, im Mittelpunkt stehen und mein Leben ausmachen.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Ich habe aufgegeben! (Teil 1)

„Ich habe aufgegeben!“ so oder ähnlich hört man es immer wieder mal aus dem Mund eines Freundes. Manchmal hört man auch gar nichts. Sie haben sich zurückgezogen von Freunden und von unserem besten Freund, Jesus. Kürzlich schoss mir die Frage durch den Kopf: Warum geben Menschen auf? Warum schmeißen sie ihren Glauben über Bord – oder – was viel häufiger geschieht, viel gesellschaftfähiger ist und vielleicht auch viel zerstörerischer: Warum geben sie auf, Jesus mit ungeteiltem Herzen nachzufolgen. Ich musste an Beispiele aus der Bibel denken und erkennen, dass die Bibel heute genauso aktuell ist wie zu der Zeit, in der Gott sie geoffenbart hat. Außerdem musste ich erkennen, dass Menschen aufgeben, weil sie nicht aufgeben wollen. Nein, das ist kein Tippfehler. Sie wollen auf zwei Hochzeiten tanzen, zweierlei festhalten. Und das funktioniert bei Jesus nicht. Jesus sagt in Lukas 14:33: 

„Genauso kann auch niemand mein Jünger sein, ohne alles für mich aufzugeben.“

Also, was wollen Menschen nicht aufgeben – und geben dafür Jesus auf? Hier die ersten drei Beispiele aus Gottes Wort. Als der Herr einlud: „Kommt!“  - war es Folgendes, was Menschen nicht bereit waren, aufzugeben:

„Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.“ (Lukas 14:18)

Der Erste hatte gerade ein Stück Land gekauft. Entweder, ohne es vorher anzuschauen, denn er wollte es gerade jetzt ansehen. Dann hatte er die „Katze im Sack“ gekauft. Oder er hatte sich so in das Stück Land verliebt, dass er seine Augen noch einmal daran weiden wollte. Tatsache ist – Grund und Boden hielten ihn davon ab, der Einladung des Herrn zu folgen. Irdischer, vergänglicher Segen war ihm wichtiger als göttlicher, unvergänglicher Segen. Sollte ein Jesusjünger auf Haus und Hof verzichten? Das wird in dieser Rede Jesu in keiner Weise gesagt oder angedeutet. Gesagt wird, dass der Mann die Nachfolge aufgab, weil er Grund und Boden nicht aufgeben wollte. Und das geschah damals wie heute!

„Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.“ (Lukas 14:19)

Der Zweite kaufte auch eine „Katze im Sack“ – vielmehr, es waren ein Haufen Ochsen. Jetzt, nach dem Kauf wollte er sie besehen – oder seine Augen weiden. Tatsache ist, seine erworbenen Tiere hielten ihn davon ab, der Einladung des Herrn zu folgen. Seine Haus- und Weidetiere waren ihm wichtiger als seine Seele. Sollte ein Jesusjünger auf Tiere verzichten? Davon steht in der ganzen Bibel kein Wort. Im Gegenteil, wir finden Positivbeispiele. Gesagt wird, dass ein Mensch die ungeteilte Nachfolge aufgab, weil seine Tierwelt über Jesus stand.

„Der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. (Lukas 14:20)

Der Dritte sagt glücklicherweise nicht, dass er geheiratet hat und jetzt mal schauen muss, wen er sich da geangelt hat. Er sagt lediglich, dass er nicht kommen kann. Allerdings hatte er die Terminüberschneidung bewußt in Kauf genommen und seine Hochzeit so gelegt, dass sie im Konflikt stand mit der Einladung. Seine Ehe hielt ihn davon ab, der Einladung des Herrn zu folgen. Sollte ein Jesusjünger also lieber ledig bleiben? Das lehrt Jesus nicht. Was er lehrt ist, dass die Partnerwahl und der Ehestand uns nicht von der konsequenten Nachfolge abhalten sollen. Gerade die Ehe sollte nicht Hindernis sondern Katalysator für die Nachfolge sein!

Ich möchte mein Herz prüfen und bewahren, dass nichts mich daran hindert, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen. Und ich möchte bereit sein, alles aufzugeben, das mich verleiten könnte, Ihn aufzugeben.