„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Donnerstag, 27. Mai 2010

Saget Dank! (Teil 3/5)

Saget Dank ALLEZEIT für ALLES!  (Epheser 5:20)

Ich lese gerne. Leider viel zu wenig! Und das was ich lese, vergesse ich in der Regel schneller, als mir lieb ist. Darum ist es auch gar nicht so schlecht, über ein Thema eine ganze Woche lang nachzudenken. So wird man immer wieder erinnert. Und Wiederholung ist ja bekanntlich die Großmutter allen Wissens. Vielleicht hilft die Wiederholung des Themas "Dank" uns ja dabei, dankbarere Menschen zu werden.

Neben dem Vergessen habe ich ein weiteres Problem. Immer wieder kommt es vor, dass ich etwas lese, mir einen guten Vorsatz nehme - und dann doch schändlich versage. Ein Beispiel sind Schreibaktionen für verfolgte Christen. Viele Vorsätze, wenig Aktionen.

Leicht kann es uns auch beim Danken so gehen. Wir wollen dankbar sein, aber vergessen es einfach. Mit helfen in solchen Situationen immer Listen, an die ich zwar nicht gesetzlich gebunden bin, die mir aber eine Erinnerungsstütze sein können. Und, um ehrlich zu sein, auch die Fakten, die in dieser Woche im Blog stehen, helfen mir, Gott Dank zu opfern. Von den erwähnten Fakten bin ich bisher verschont worden. Grund genug, dankbar zu sein und gleichzeitig fürbittend einzutreten für die, die weniger glücklich sind als ich. Hier die Fortsetzung der Liste (Quellenangabe am Samstag)
  • Die Anzahl der Kinder an der Weltbevölkerung beträgt 2,2 Milliarden
  • Davon lebt jedes zweite in Armut
  • 640 Millionen sind ohne passenden Unterschlupf
  • 400 Millionen ohne sauberes Wasser
  • 270 Millionen ohne Zugang zum Gesundheitswesen
  • 2,2 Millionen Kinder sterben jährlich wegen mangelndem Impfschutz
  • 15 Millionen sind HIV/AIDS Waisen
  • Weltweit leben 1,6 Milliarden Menschen ohne elektrischen Strom
Missionsstatistik: Nach UN Angaben existieren (vegetieren?) 100-150 Millionen Kinder auf der Straße. Darunter fallen solche, die durch Arbeit oder Betteln Geld "verdienen" und damit eine Art Schulausbildung finanzieren, wie auch solche, die ohne Familie auf der Straße leben.
Verschiedene Missionsorganisationen nehmen sich durch praktische und verkündigte Liebe dieser Kinder an.

Keine dieser Schreckensstatistiken betrifft mich unmittelbar oder meine Familie, obwohl ich viele Jahre unter Menschen gelebt habe, die in diesen Statistiken vorkommen. Ich kann nicht sagen, dass alle diese Menschen unglücklich waren und auch nicht, dass sie durch die Reihe weg unglücklicher waren als wir. Dennoch helfen diese Zahlen, dankbar zu sein. Dankbar für alles, was wir besitzen, für alle Annehmlichkeiten des Lebens, die wir für selbstverständlich annehmen, dankbar für die Privilegien, die uns zukommen.

Etwa zwei Jahre nach unserer Rückkehr von den Philippinen erhielt ich um die Mittagszeit einen Anruf für eine Bevölkerungsumfrage. Ob ich ein paar Minuten Zeit hätte, wurde ich gefragt. Auf die Frage, worum es gehe, kam die Information, dass man eine deutschlandweite Umfrage durchführe über die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem. Als ich den Anrufer darauf aufmerksam machte, dass ich nach 20 Jahren Aufenthalt in der Dritten Welt nicht allzu viel Negatives über unser Gesundheitssystem sagen könne, bedankte man sich freundlich, ohne weitere Fragen zu stellen. Meine Auskünfte hätten den Antwortendurchschnitt sicher etwas zu weit in den Positivbereich der Skala gedrückt.

Sicher gibt es viele Situationen im Leben, in denen uns das Danken schwer fällt. Aber oft erkennen wir auch nicht die Privilegien, die wir haben, und für die wir dankbar sein sollten. Ich hoffe, die oben erwähnten Fakten helfen uns, Gott heute in Dankbarkeit zu begegnen.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Saget Dank! (Teil 2/5)

Saget Dank ALLEZEIT für ALLES! (Epheser 5:20)

Und? Wie war's gestern? Mit der Dankbarkeit, meine ich? Manchmal hilft es ja, sich einige Tatsachen vor Augen zu stellen zu lassen, damit wir mal etwas anderes sehen als nur die Dinge im Leben, die die Tendenz haben, uns undankbar zu machen. Wenn wir dieser Tendenz des Nörgelns, Stöhnens und Kritisierens nachgeben, ziehen wir uns selbst und - schlimmer noch - andere um uns herum nach unten. So abgedroschen der Satz auch klingen mag, er stimmt: "Danken schützt vor Wanken, Loben zieht nach oben!" Versuchs mal! Und falls Dir die Gründe fürs Danken ausgehen sollten, hier ein paar "Wasser-Fakten" (Quellenangabe am Samstag), die jeden von uns dankbar stimmen sollten:

  • Die Hälfte der Menschheit haben Wasserprobleme
  • 1,1 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern haben unzureichenden Zugang zu Wasser, 2,6 Milliarden haben keine ausreichenden Sanitäranlagen.
  • Über 660 Millionen Menschen ohne Sanitäranlagen haben weniger als 1,60 Euro pro Tag zum Leben und über 385 Millionen weniger als 80 cent/Tag.
  • 1,8 Milliarden Menschen, deren Wasserquelle sich innerhalb eines 1 km Radius, aber nicht im eigenen Haus oder Feld befindet, verbrauchen ca 20 Liter Wasser / Tag. In Großbritannien werden pro Bürger täglich 50 Liter allein zur Toilettenspülung gebraucht. Den größten Verbrauch findet man in den USA mit 600 Litern / Kopf.
  • 1,8 Millionen Kinder sterben pro Jahr an den Folgen von Durchfall.
  • Fast die Hälfte aller Menschen in Entwicklungsländern leiden jederzeit an Gesundheitsproblemen, die durch Wasser- und Hygienedefizite hervorgerufen werden.
  • Millionen von Frauen verbringen Stunden am Tag damit, Wasser zu schöpfen

Missionsstatistik: Die größte der vom Evangelium völlig unerreichten 6693 Volksgruppen sind die Shaikh in Bangladesh. * Dies Volksgruppe besteht aus 131,167,000 Menschen, die zu 100% dem Islam angehören. Dementsprechend ist der Prozentsatz der Evangelikalen 0,00%. Von Jesus und dem Wasser des Lebens haben sie nie gehört, wissen nicht wo es zu bekommen ist und haben niemanden, der es ihnen sagt.

* http://www.joshuaproject.net/people-profile.php?rog3=BG&peo3=18084


All das sind mehr Fakten, die uns dankbar stimmen sollten, nein, müssen! Was uns dankbar stimmt, weil wir genügend dieses Segens haben, kann gleichzeitig zum Fürbitteanliegen werden für solche, die leiden - und solche, die im Namen Jesu daran arbeiten, Not zu lindern.

Was uns in dankbares Staunen versetzen muss über Gottes unverdiente Rettergnade uns gegenüber, sollte gleichzeitig zur Fürbitte führen für solche, die das Wasser des Lebens weder kennen, noch gegenwärtig eine Chance haben, davon zu erfahren oder sich zu informieren.

Dienstag, 25. Mai 2010

Saget Dank! (Teil 1/ 5)

Saget Dank ALLEZEIT für ALLES! (Epheser 5:20)

Immer wieder wird mir in den letzten Monaten bewusst, wie undankbar wir Menschen sind, mich voll eingeschlossen. Liest man die Schlagzeilen der Tageszeitungen, ist in den seltensten Fällen eine Überschrift dabei, die uns spontan „Hallelujah!“ rufen lässt. In der Regel werden lokale, nationale, internationale oder globale Probleme gewälzt, deren Lösungsvorschläge immer von mindestens 50% der Beteiligten beanstandet werden. Wollten wir einen Schnelldurchgang der derzeitigen Krisen aufzeigen, kämen ohne zu Überlegen die globalen Finanzprobleme in den Sinn, der unsichere Arbeitsmarkt, die ungerechte Lohnpolitik, die sozialen Unruhen (zumindest der Großstädte), die wachsende Bevölkerungsarmut, die Ölpest im Golf von Mexiko, die immer wieder aufflackernde terroristische Bedrohung, die Einengung der Menschenrechte, die abnehmende Religionsfreiheit (auch in der „freien“ Welt) – und vieles andere. Ohne Mühe könnte die Liste fortgeführt werden.

Würden wir dann eine spontane Liste beginnen mit Anliegen, die uns zum Danken auffordern, kämen diese Anliegen wohl bedeutend langsamer zusammen. Der herrliche Sonnenschein fällt mir spontan ein – aber der Wetterbericht kündigte vor 4 Minuten für heute Nachmittag Regen an. Die frohen, kräftigen Vogelstimmen, die den Frühling begleiten – aber die werden wohl mit dem angekündigten Regen verstummen. Irgendwie kommen die Dankesanliegen weder spontan, noch kommen sie ohne Bedenken.

Bei meinem „Feiertagssurf“ im Internet bin ich auf eine interessante Seite gestoßen. Ein absoluter Renner, wenn es darum geht, Gründe zum Danken zu liefern. In dieser Woche werde ich wohl jeden Tag einige der aufgezählten Fakten erwähnen. (Quellenangabe am Samstag) Wer dann keinen Grund findet, DANKE, JESUS! Zu sagen, dessen Probleme liegen sicher etwas tiefer. Gleichzeitig mit der Motivation zum Danken könnten uns sicher auch Anregungen zur Fürbitte durch den Kopf gehen. Eine solche Gelegenheit sollten wir nicht versäumen. Hier die ersten Fakten:

  • Fast die Hälfte der Weltbevölkerung (über 3 Milliarden Menschen) leben von weniger als 2 Euro/Tag.
  • Mindestens 80% der Weltbevölkerung lebt von weniger als 8 Euro am Tag
  • Die ärmsten 40% der Weltbevölkerung teilen sich 5% des globalen Einkommens. Die reichsten 20% verdienen 75% des globalen Einkommens.
  • Nach UNICEF Angaben verhungern täglich 24,000 Kinder aus Armut. Sie sterben still und unbekannt in einigen der ärmsten Dörfer der Erde, weit weg vom Bewusstsein und Gewissen der Welt.
  • Gemäß Anmeldungsstatistiken im Jahr 2005 waren in Entwicklungsländern 72 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht in der Schule. 57% davon Mädchen. Diese Angaben gehen von optimistischen Schätzungen aus.
  • Fast 1 Milliarde Menschen sind ins 21. Jahrhundert eingetreten ohne ein Buch lesen oder ihren Namen schreiben zu können.
  • Weniger als 1% der jährlichen globalen Militärausgaben wäre nötig, um jedes Kind ab dem Jahr 2000 zur Schule zu schicken – es ist nicht geschehen.
Missionsstatistik: Von 16.402 Volksgruppen weltweit sind bis heute 6693 völlig unerreicht mit dem Evangelium, in der Regel sogar ohne reelle Gelegenheit, die Frohe Botschaft irgendwo zu hören.

Wer jetzt noch keinen Grund findet, dankbar durch diesen Tag, diesen Monat, dieses Leben zu gehen, dem wünsche ich von Herzen Gottes Handeln gemäß Hesekiel 36:26.

Montag, 24. Mai 2010

Danke, Herr, für Pfingsten!

Kann man sich die Situation halbwegs realistisch vorstellen? Dreieinhalb Jahre waren die Jünger mit Jesus durch die Lande gezogen, hatten gehört, beobachtet, gelernt und auch selbst Aufträge ihres Herrn ausgeführt. Vieles hatte Er ihnen gesagt, von dessen Bedeutung sie keinen Schimmer hatten. Dann war etwas eingetreten, das Er vorhergesagt hatte, sie aber erst begriffen, als es geschah: Jesus wurde gefangen genommen, gefoltert und ermordet. Warum? Wussten sie auch nicht. Dann kam der nächste Hammer - einige von ihnen behaupteten, Er sei auferstanden. Stunden der Verwirrung - dann die Gewissheit: Es stimmte! Er war zurück! Er lebte. Nun konnte es also weiter gehen - die nächsten dreieinhalb Jahre, vielleicht mehr - diesmal mit der erfolgten Auferstehung als Trumpf im Ärmel. Aber so wollte es Jesus nicht. Seine Zeit war gekommen, zurückzukehren an den Ort, von wo Er gekommen war: den Himmel. Sie mussten Ihn also wieder loslassen, sie würden wieder allein sein. Loslassen - ja! Allein sein - nein!

Bereits lange vor Seiner Himmelfahrt hatte Jesus angekündigt, dass Er zurückgehen würde zu Seinem Vater. Aber, anstatt sie als Waisen zurückzulassen, würde Er Ihnen einen Beistand senden, der immer bei ihnen bleiben würde. Immer? - Ja, bis in Ewigkeit! Das hatte Jesus gesagt:

"Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit …"
(Johannes 14:16-17a)

Na, das war doch was. Bis zu diesem Zeitpunkt war Jesus entweder bei ihnen - oder Er war es nicht. Wenn Er auf dem Berg war und sie auf dem Meer, dann war Er eben nicht bei ihnen. Schickte Er zwei von ihnen nach Jerusalem, blieb Er bei den zehn, die zwei waren allein. Das sollte sich nun ändern. In alle Himmelsrichtungen würden sie bald auseinander gehen nach Pfingsten. Vervielfältigen würden sie sich, die Christen würden zu einer Macht werden auf Erden. Eine jährliche Konferenz in Jerusalem, um mal bei Jesus zu sein, würde nicht nötig sein. Durch den Heiligen Geist würde jeder von ihnen ständig die Gegenwart Jesu erfahren.

"Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden."
(Johannes 16:7)

Und dann kam er, der Heilige Geist. Zunächst drückte Jesus Seinen Jüngern vor Seiner Himmelfahrt Seinen "Eigentumsstempel" auf. Davon lesen wir in Johannes 20:22:

"Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!"


Und sie empfingen ihn, wurden zu neutestamentlichen Gläubigen, zu Christen (wiewohl man sich den Namen erst später gab). Paulus drückt es in Epheser 4:30 mit anderen Worten aus. Er spricht von der "Versiegelung" mit dem Heiligen Geist auf den Tag der Erlösung. Wie gut unser Herr doch ist. Wer an Ihn glaubt, empfängt das Eigentümersiegel, deklariert als Eigentum Gottes bis zum Tag der Erlösung, wenn Jesus selbst uns in Empfang nehmen wird. Hallelujah!

Und dann legt Jesus noch eins oben drauf: Nur wenige Tage später tauft (Apostelgeschichte 1:5) oder erfüllt (Apostelgeschichte 2:4) Er seine Jünger mit diesem Geist der Kraft, rüstet sie aus zu dem Werk, das Er für sie hat. Nicht Furcht, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit soll ihr Leben kennzeichnen. Kraft, ihr Leben zu meistern und Seine Zeugen zu sein. Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue und Enthaltsamkeit soll in ihrem Leben wachsen und blühen. Kraft, anders zu sein! Anbetung und Dank (nicht nur in den Sonnenstunden des Lebens) und die Fähigkeit, sich unterzuordnen wird bei ihnen erkennbar sein. Hätte es kein Pfingsten gegeben, hätten die Jünger die Kraft des Heiligen Geistes nie kennen gelernt. So aber wurde die Verheißung der "Ausrüstung mit Kraft aus der Höhe" in ihrem Leben zur Wirklichkeit und ein Leben in Kraft für ihren Herrn war die Folge. Kennst Du diese Kraft Gottes?

Donnerstag, 20. Mai 2010

Petition - (online) leider nur in Englisch

"Gedenket der Gebundenen!" (Hebräer 13:3)

ChinaAid macht auf die Verurteilung des uigurischen Kirchenleiters Alimujiang Yimiti aufmerksam. Zwei bewegende Videoclips sind (in Englisch) einsehbar unter: http://www.freealim.com/ (Das erste und letzte der 4 videos hat englische Untertitel). Ein link führt zu einer Online-Peptition.

Informationen in deutsch und eine Petition-Druckversion unter:
http://www.opendoors-de.org/aktiv-werden/schreiben/alimujiang/

Mittwoch, 19. Mai 2010

Von Elstern, Pferden und SCHAFEN (Teil 3)

Weder die Arche Noah, noch einen Kleinzoo habe ich vor meinem Bürofenster. Aber mit Elstern (und anderen Gattungen der Vogelwelt), einem Pferd und einigen Schafen kommt doch das Landleben-Gefühl gelegentlich auf. Wie die Elstern sich gegen einen gemeinsamen Feind zusammenschließen, und wie das Pferd seine Gelassenheit bewahrt - darüber habe ich in den vergangenen zwei Tagen nachgedacht. Heute sind die Schafe dran.

Während die Bibel über Elstern direkt nichts zu sagen hat und über Pferde relativ wenig, kommen Schafe in der Bibel überaus häufig vor. Ich meine, eines der herausstehenden Merkmale von Schafen ist … nein, nicht ihre Dummheit (wer hat den Ausdruck: ‚dummes Schaf' überhaupt geprägt?). Eines der herausstehenden Merkmale von Schafen ist ihr Herdentrieb.

Von einer "Schafherde" vor meinem Bürofenster kann nicht die Rede sein. Es sind leider nur drei Tiere. Aber es sind unverkennbar Schafe. Zotteliges Fell, langsam, scheinbar zufrieden - und immer in der Gruppe. Wenn ich versuche, sie zu locken, kommen sie nicht. Wenn der Besitzer (Hirte) auftaucht, bewegen sie sich gemeinsam auf ihn zu. So sollten Schafe sein.

In der Bibel lese ich immer wieder, wie das Verhalten der Schafes mir zeigen soll, wie ich mich meinem Hirten, Jesus, gegenüber verhalten soll und was Jesus für Seine Schafe tut:

"Ihr seid meine Herde, ihr Menschen seid die Schafe auf meiner Weide. Und ich bin euer Gott, spricht Gott, der Herr." (Hesekiel 34:31)

"Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt" (Johannes 10:14)

"Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10:27-30)

"Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen! Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht an dem Tag, da er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten erretten, wohin sie zerstreut wurden an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Und ich werde sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern zusammenbringen und werde sie in ihr Land führen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und allen bewohnten Gegenden des Landes. Auf einer guten Weide will ich sie weiden; und ihr Weideplatz soll auf den hohen Bergen Israels sein, dort sollen sie sich auf einem guten Weideplatz lagern und auf den Bergen Israels fette Weide haben! Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern, spricht Gott, der Herr. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden; das Schwache will ich stärken; das Fette aber und das Starke will ich vertilgen; ich will sie weiden, wie es recht ist."(Hesekiel 34:11-16)

Ein ‚dummes' Schaf scheint mir lediglich das Tier zu sein, dass alleine rumläuft und sich einem solchen Hirten nicht bedingungslos anvertraut! Ich für meinen Teil will dem Guten Hirten folgen!

Dienstag, 18. Mai 2010

Von Elstern, PFERDEN und Schafen (Teil 2)

Die Elstern in den Bäumen und auf der Wiese vor meinem Bürofenster erinnern mich daran, wie wichtig es ist, zusammen zu stehen, wenn wir unser Nest bauen und wenn wir angegriffen werden vom Feind. (siehe Eintrag von gestern)

Auch das einsame Pferd, das oft nur wenige Meter vor meinem Fenster grast, bringt mich zum Nachdenken. Natürlich weiß man, dass Pferde von der Rasse und vom Temperament her völlig unterschiedlich sein können. Die einen werden in Rennen eingesetzt, andere zur Arbeit, einige sind feurig, die anderen gemütlich. Und solch ein Gemütliches besitzt unser Nachbar.

Jeden Morgen, wenn sich die Scheune öffnet, spaziert es heraus, sucht sich seinen Weg zur Weide und beginnt zu grasen. Tatsächlich kann ich mich an keine Gelegenheit erinnern, in der ich aus dem Fenster blickte und das Pferd NICHT grasen sah. Dabei lässt es sich auch von nichts und niemandem stören. Weder von kleineren oder größeren Vögeln, die immer in seiner Nähe auf der Wiese nach Nahrung suchen, noch von den Schafen auf der Nachbarweide oder von meinem Klopfen ans Fensterglas.

Zweierlei fällt mir auf. Zum einen die Gemütlichkeit, zum andern das ständige Grasen.

Ich erinnere mich an Gottes Wort, wo es sagt:

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. (Sprüche 3:5-6)

Was für eine Gott geschenkte Grundlage für Gelassenheit! Auch die vielen Aufforderungen Jesu, uns nicht zu sorgen, werden lebendig. Wie oft sorgen wir uns, ärgern uns, wollen die Welt verändern und wissen doch nicht wie. Friedrich Oetinger, ein deutscher Theologe, verstand etwas von Gott geschenkter Gelassenheit und dem Vertrauen auf Gott. Er betete:

"Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag, und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden."


Das Pferd vor meinem Fenster ist eine lebendige Erinnerung an dieses Gebet.

Zusätzlich werde ich daran erinnert, wie wichtig es ist, zu "grasen". Den ganzen Tag, fast ohne Pause. Der Psalmist drückt das mit den Worten aus:

"Wie sehr liebe ich dein Gesetz! Den ganzen Tag denke ich darüber nach."
(Psalm 119:97)

Auch daran möchte ich mich erinnern lassen: täglich Gottes Wort zu lesen, darüber nachzudenken, und mich möglichst auch während des Tages immer wieder mal darauf besinnen, was Er von mir möchte. Sicherlich hängt beides auch irgendwie zusammen: Wenn wir in stetem Kontakt mit Gott bleiben, wird Sein Geist auch eine innere Gelassenheit in uns wirken, die uns durch den Tag hindurch trägt. Das wünsche ich uns allen!

Montag, 17. Mai 2010

Von ELSTERN, Pferden und Schafen (Teil 1)

Seit Januar 2010 habe ich mein neues Büro in unserem Gemeindehaus bezogen. Ein schönes Zimmerchen. Gerade groß genug, hell durch zwei große Fenster, neuerdings mit schönem Blümchen auf der Fensterbank und mit einem immer gegenwärtigen, dezenten Kaffeearoma in der Luft. Ein Platz zum Wohlfühlen!

Gerne stehe ich schon mal beim Beten am Fenster und schaue über Zeppenfeld, den Stadtteil, in dem unsere Gemeinde zu finden ist. Direkt vor meinen Fenstern ist ein großes Stück Weide, eingerahmt von unserem Gemeindehaus, einem Bauernhaus und einer Auswahl verschiedener Bäume. Nicht nur Elstern, Pferde und Schafe kann ich hier, am Fenster stehend, beobachten, sondern auch eine ganze Anzahl anderer Vögel, die immer mehr Futter finden, je wärmer es wird. Aber die Elstern dominieren das Vogelreich.

Wie viele Elstern um die Gemeinde herum ihre Heimat haben, weiß ich nicht (die sehen ja alle irgendwie gleich aus). Aber ein Pärchen ist besonders interessant zu beobachten. Selbst als die Birke auf der anderen Seite der Weide noch keine Knospen hatte, wählte dieses Elsternpärchen das alte Nest vom Vorjahr als Brutplatz für dieses Jahr. Fleißig besserten sie aus, was auszubessern war und arbeiteten von morgens bis abends.

Eines Tages konnte ich beobachten, wie ein großer Greifvogel auf das Nest im Baum zusteuerte. Noch war er eine ganze Flugstrecke entfernt - und schon machten sich die Elstern auf, Ihr Reich zu verteidigen. Allein das war schon interessant. Noch interessanter aber war die Tatsache, dass innerhalb von Momenten ein anderes Pärchen "meinem" Pärchen zu Hilfe kam. Der Greifvogel wurde "eskortiert" und durch Scheinangriffe bedroht. Seine Flugrichtung zum Elsternnest änderte sich. Die Elstern ließen nicht von ihm ab, bis man ihn durch das Tal in die entfernten Wälder vertrieben hatte. Was für ein Spektakel und welch herrliches Bild. Gemeinsam trat die "Elsternschaft" gegen den gemeinsamen Feind an. Man verbündete sich, bündelte die Kräfte, vertrieb den Feind und gewann die Schlacht. Was keine der Elstern alleine hätte bewirken können, war in Gemeinschaft kein Problem.

Ich wurde erinnert an unser Leben als Jesusnachfolger. Immer wieder sendet unser Feind seine Greifvögel. Die sollen uns angreifen, verletzen, untauglich machen, unser Nest zerstören oder die Brut rauben. Gottes Wort erinnert uns:

"Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann." (1 Petrus 5:8)

An diese Wachsamkeit werde ich erinnert, wenn ich die Elstern sehe.

"…sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es ‚heute' heißt." (Hebräer 3:13)

Solches Miteinander (statt Gegeneinander) sehe ich, wenn ich aus dem Fenster schaue.

"Und lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie einige es tun, sondern ermutigt und ermahnt einander, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näher rückt!" (Hebräer 10:25)

Dieses Aufeinander-angewiesen-sein und Füreinander-da-sein beobachte ich beim Blick aus dem Fesnster.

"Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei." (Prediger 4:12)

Das kann ich im Fall der Elstern bestätigen. Und ich bete, dass wir als Jünger Jesu ebenso zueinander stehen und miteinander umgehen.