„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Dienstag, 31. Oktober 2023

Reformation statt Halloween!

„Süßes oder Saures!“ so werden heute wieder unzählige Menschen auf der Welt an ihrer Haustüre „gewarnt!“ Die Kinder aus der Nachbarschaft lachen zum Fenster rein und warten darauf, ein paar Süßigkeiten in die aufgehaltene Tüte zu bekommen. Seit Jahren wird der 31.10. ja immer mehr als Reformationstag vergessen und mit neuheidnischen Inhalten gefüllt. Trotzdem: die Beschäftigung am morgigen Sonntag mit der Reformation und ihrem Werkzeug, Martin Luther, ist eine willkommene Herausforderung für Glaube und Hingabe. Verschiedene Lektionen aus dem Leben des Reformators fordern uns bis heute heraus:

  1. Gott gebrauchte und formte einen Mann zu einem mächtigen Werkzeug, der zunächst als schüchtern, still und zurückhaltend beschrieben wird. Nicht viele Weise und Mächtige, sondern das Unedle vor der Welt hat Gott erwählt.
  2. Luther wird nicht von einem Tag zum anderen vom Gleichgültigen zum hingegebenen Christen. Immer wieder klopfte Gott an, zog ihn jedes Mal einen Schritt näher zu sich, bis dass Luther sein Leben in Jesu Hände legte.
  3. Luthers „Turmerlebnis“ offenbarte ihm aufgrund von Rämer 1:17 den Wert der Gnade und des Glaubens. Auch wir alle brauchen dieses „Turmerlebnis“ diese Begegnung mit Gott, sei es zum ersten Mal oder für eine erneute Hingabe, die uns neu „unter Strom“ stellt für Jesus.
  4. Luther war bereit, für das Wort Gottes aufzustehen, auch wenn es galt, gegen den Strom zu schwimmen. Das brachte ihm Verfolgung und Todesdrohungen ein, die ihn nicht bremsen konnten. Sein Motto: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“
  5. Auch als Christ hatte es Martin Luther nicht einfach. Er litt unter Depressionen. Er war nicht der einzige Christ, der von Depressionen gequält wurde. (Andere namhafte Christen sind: John Bunyan, Amy Carmichael, C.S.Lewis, Charles Spurgeon u.v.a.m.). Depressionen sind keine Schande, sondern eine Krankheit. Von Luther heißt es: Er wehrte sich gegen die ständigen Anfeidungen durch Gebet, „fröhliches Singen“ oder auch: durch den Wurf mit dem Tintenfaß.
  6. Die Refomation hatte gewaltige Auswirkungen. Jede echte, Gott geschenkte  Reformation, hat Folgen; im gesellschaftlichen und / oder persönlichen Bereich.
  7. Auf dem Sterbebett betet ein „verbrauchter“ Streiter Christi: "In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott."
  8. Der Reformationstag lädt ein, die Begegnung mit Gott zu suchen. Wer Jesus bereits begegnet ist, den lädt der Reformationstag ein, dem Herrn neu zu begegnen, zurück zu kommen zum Feuer der ersten Liebe und sich erneut an den Herrn zu binden.

Martin Luther selbst sagte zum Thema "Reformation":

Die Kirche braucht eine Reformation. Diese Reformation ist aber nicht die Angelegenheit nur des Papstes noch der Kardinale. Es ist eine Angelegenheit der ganzen Christenheit, oder noch besser, Gottes allein. Nur er weiß die Stunde der Reformation.

Reformation der ganzen Christenheit, jedes einzelnen Herzens! Nur Gott kennt die Stunde von Erweckungen und Reformationen. Aber zu dem einzelnen Herzen spricht Er:


»Gerade zur richtigen Zeit habe ich dich erhört.
Am Tag der Erlösung habe ich dir geholfen.«
Gott ist bereit, euch gerade jetzt zu helfen.
Heute ist der Tag der Erlösung.
(2. Korinther 6:2 / NLÜ)

Montag, 30. Oktober 2023

Der Reichtum der Kirche

Im Buch „Die Meistergeige“ werden dem Vorreformator Savonarola folgende Worte in den Mund gelegt:

„Wie könnt ihr’s nur ertragen, dass der Armen eine so große Zahl in tiefstem Elend, in Hunger und Kälte untergeht? Wie leicht wäre es, ihnen zu helfen! Schmelzt eurer Tempel üppiges Gerät ein und gebt es den Armen; des Goldes bedürfen die Sakramente nicht. Als eure Väter noch hölzerne Kelche hatten, da hatten sie goldene Priester, nun sind die Kelche golden und die Priester hölzern. Christus hat euch nicht befohlen, dass ihr kostbare Tempel baut, sondern dass ihr die Armen ernährt.“ (S.117)

Unweigerlich fällt mir ein, was über Thomas von Aquin berichtet wird:
Thomas von Aquin, der den Beinamen: „der engelhafte Doktor“ hatte, wurde von Papst Innozenz IV hoch geschätzt. Dieser Thomas von Aquin kam nach Rom, um den Papst zu besuchen. Er kam in die Gemächer des Papstes, wo große Geldsummen hinterlegt waren. Recht verdutzt schaute er auf die Berge des angehäuften Reichtums, die er dort sah. „Tja,“ meinte der Papst, „lieber Thomas, wie Du siehst können wir nicht mehr wie der heilige Petrus sagen: „Silber und Gold habe ich nicht!“ „Nein,“ antwortete Thomas v. Aquin, „aber genauso wenig kannst Du dem Lahmen gebieten wie Petrus es tat.“

Wie gefährlich wird es doch, wenn wir meinen, Gold, Geld und Gebäude seien nötig, um das Reich Gottes zu bauen oder als „herrlich“ darzustellen. Die Macht Gottes verbindet sich nicht mit dem Geld der Menschen. Der wahre Reichtum der Gemeinde Jesu ist nie in Gold abgewogen worden. Silber und Gold, Sessel und Teppiche, bauliche Meisterleistungen sind schön anzusehen und anziehend für Touristen, aber völlig ungeeignet, um das Reich Gottes zu bauen und sind keineswegs der Reichtum der Kirche.
 
Im 3. Jahrhundert ließ der Christenhasser, Kaiser Valerian, Papst Sixtus enthaupten. Anschließend verlangte er von dem Diakon Laurentius die Herausgabe des Kirchenschatzes. Laurentius ging ein Wagnis ein. Er versammelte Arme, Kranke und Alte, führte sie vor den Kaiser und erklärte: „Dies ist der wahre Reichtum der Kirche.

Nachfolger Jesu haben diesen wahren Schatz der Kirche immer im Blick gehabt. Menschen sind es, an denen Jesus Interesse hat. Menschen sind es mit denen und durch die das Reich Gottes gebaut wird. Das Wort vom Kreuz – den einen ein Anstoß, den anderen eine Gotteskraft – ist das Werkzeug, das Gott gebrauchen möchte, Sein Reich zu bauen. Prunk, Pracht und Pomp dienen eher als Ablenkung oder Täuschung. Katakomben, Kerker und Keller mögen geeigneter sein  als schön anzuschauende Paläste.

Wie viel von unserem Geld und Einsatz geht in den Erhalt unseres Reiches, anstatt in den Bau des Reiches Gottes? Wie sehr sind wir interessiert an  schönen Versammlungsstätten, die eines Tages vergehen, anstatt an der Rettung und Festigung von Seelen, die nie vergehen?

Der wahre Reichtum der Kirche sind Menschen. Mit ihnen baut Gott Sein Reich. Lasst uns das immer und allezeit im Blick behalten.

Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. (1 Petrus 2:5)

Sonntag, 29. Oktober 2023

Zeitumstellung!

Du bist vermutlich noch rechtzeitig zum Gottesdienst Deiner Gemeinde, denn heute Nacht wurden die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt. 😊  Gesegneten Sonntag!

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat!

Halt im Gedächtnis Jesus Christus,
der auferstanden ist von den Toten,
us dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium.
2. Timotheus 2:8

Anbetung - Missionsbericht Bosnien
Gottes Wort - Abendmahl
Gebet - Gemeinschaft 
Mittagessen!
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"Mir genügt mein herzlieber Erbarmer und Erlöser Jesus Christus, 
dem ich hold sein muss. Ihm will ich singen, solange ich lebe. "
(Martin Luther)

Samstag, 28. Oktober 2023

Warum immer Jesus?

In einem Gleichnis, das Jesus den Juden erzählte, brachte Er die Unvernunft zum Ausdruck, den König aller Könige abzulehnen. Ablehnung erfuhr Jesus ständig. Selbst solche, die Ihm scheinbar folgten, folgten Ihm nicht immer von Herzen, nicht immer aus Überzeugung und manchmal auch „aus der Ferne“.

Viele Menschen wundern sich, warum Jesus bis heute immer noch eine wachsende Schar von Nachfolgern hat – und das nicht zuletzt in Ländern, in denen sie um des Glaubens willen verfolgt werden. In der Apostelgeschichte stehen Petrus und Johannes vor Gericht, weil sie trotz Verkündigungsverbot von Jesus gesprochen hatten. In Apostelgeschichte 4:20 erklären sie ihren Anklägern:

Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!

Auch Jesus hatte bereits gelehrt, dass der Mensch davon redet, wovon sein Herz erfüllt ist.

Von einem alten Indianer wird erzählt, dass er seine Erlösung von Sünde nie als etwas Gewöhnliches betrachtete. Er sprach ständig über Jesus und was Jesus ihm bedeutete.

Warum redest du so viel über Jesus?“ fragte ihn ein Freund. Der Indianer antwortete nicht, sondern sammelte einige Stöckchen und Grashalme. Die legte er in einen Kreis und mitten in den Kreis legte er eine Raupe. Er sagte noch immer nichts, zündete aber die Stöcke und das Gras an – und die beiden Männer beobachteten die Raupe.

Als das kreisrunde Feuer immer näher kam, begann die gefangene Raupe hastig herumzukriechen und suchte vergeblich einen Fluchtweg.

Als sie spürte, dass es keinen Ausweg gab, hob sie den Vorderteil ihres Raupenkörpers, als ob sie sagen wollte: „Meine Hilfe kann nur von oben kommen.

Jetzt bückte sich der Indianer und streckte der Raupe seinen Finger entgegen. Sie hielt daran fest und brachte sich an seinem Finger in Sicherheit.

Jetzt erst redete der Indianer und erklärte: „Das hat der Herr Jesus für mich getan! Ich war in Sünde verloren. Ich war gefangen. Mein Zustand war hoffnungslos.  Dann aber beugte sich Jesus in Barmherzigkeit und Liebe zu mir herab und zog mich aus der schrecklichen Grube der Sünde und Schande. Wie könnte ich nicht Ihn lieben und von seiner wunderbaren Liebe und Rettung zu sprechen?“

Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund. (Lukas 6:45)

Mein Mund soll erfüllt sein von deinem Lob, von deiner Verherrlichung allezeit! (Psalm 71:8)

Lass das heute Dein Wunsch und Dein Gebet sein: Seinen Namen zu verkündigen und zu preisen. Wem könntest Du heute ein Zeugnis sein?

Auch morgen in unserem Gottesdienst um 10:30 Uhr (Achtung, Zeitumstellung!) geht es um das wichtigste aller Themen und die wichtigste aller Personen: JESUS. Wir laden herzlich ein:

 Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Herzlich Willkommen!

Achtung, Zeitumstellung!

Will heißen: Morgen 1 Stunde länger schlafen! 

Freitag, 27. Oktober 2023

Hauptsache ...

Ja, was ist eigentlich die Hauptsache? Der Hebräerbrief ist ein recht theologischer Brief. "Das ist gut und wichtig! – so Stefan, der den Hebräerbrief unterrichtete. "Aber wir brauchen auch immer wieder die praktische Anwendung für den Alltag!"

Recht hat er. Und dann begann er mit Hebräer 8:1:

„Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist:
Wir haben einen solchen Hohenpriester, 
der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones 
der Majestät im Himmel.“

Hauptsache ist: Wir haben Jesus!

AMEN!

Wir mögen nicht alles verstehen, was Gottes Wort uns lehrt.
Wir mögen die Bedeutung der Stiftshütte nicht verstehen.
Wir mögen die Bedeutung des Schaubrottischs nicht verstehen.
Wir mögen die Lehre über den „Engel des Herrn“ nicht verstehen.
Es gibt 1000 Dinge, die wir vielleicht nicht verstehen werden.

Hauptsache, wir haben Jesus!

Was hatte eigentlich der Schächer am Kreuz, der am Ende Rettung durch Glauben an Jesus fand? Er hatte nichts, absolut nichts – außer Jesus! Er konnte keine Frucht mehr bringen für Jesus. Er konnte nicht mehr in der Nachfolge leben. Er konnte kein Zeugnis mehr sagen (obwohl der Bericht über ihn Bände spricht). Er konnte kein getanes Unrecht mehr in Ordnung bringen. Nichts! Er konnte nur noch  bitten: „Jesus, gedenke meiner!“ Und Jesus antwortet: „Du und ich werden gemeinsam im Paradies sein!“

Hauptsache Jesus!

Wie gesegnet und privilegiert ist jeder, der Jesus zur Hauptsache macht und nicht (wie der Schächer) kurz darauf stirbt. Solch ein Mensch hat sein ganzes Leben, um für die Hauptsache zu leben. Egal, ob dieser Mensch Theologie studiert hat oder nicht. Egal, ob er viel versteht oder wenig. Hauptsache Jesus. Wer Jesus im Herzen trägt, der hat die Hauptsache im Leben ergriffen.

Und der wird Jesus auch auf den Lippen tragen, denn wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über.

Die Predigt über Hebräer 8:1-13 kann HIER angehört oder heruntergeladen werden.

 

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Das Besondere übersehen

Es war die Freitagszeitung, in der Werner die Anzeige fand: “Jagdhund zu verkaufen. 2000 Euro, aber jeden Euro wert!“ Werner rief unter der angegebenen Telefonnummer an und wurde eingeladen. „Sie müssen sich den Hund in Aktion anschauen. Kommen Sie doch einfach mal vorbei!“ Werner machte von dem Angebot Gebrauch und ging am nächsten Tag früh morgens mit dem Hundeverkäufer auf die Jagd. Zunächst scheuchte der Hund zwei Vögel aus dem Gebüsch. Nachdem sie geschossen waren, fielen sie ins Wasser. Der Hund lief auf dem Wasser, schnappte sich die Vögel und lief auf dem Wasser zurück zu seinem Besitzer. Der interessierte Käufer war aufs Äußerste erstaunt und kaufte den Hund an Ort und Stelle.

Schon für den nächsten Tag überzeugte er seinen Bruder, mit ihm auf die Jagd zu gehen. Wieder scheuchten sie einige Vögel auf und wieder lief der Hund auf dem Wasser, holte die Beute und lief auf dem Wasser zurück zum Boot. Werner schaute seinen Bruder mit stolzen, erwartungsvollen Augen an, um sich dann zu erkundigen: „Na, was hältst Du von dem Hund?“ Die unerwartete Antwort lautete: “So, du hast einen Hund gekauft, der nicht mal schwimmen kann?!

Eigentlich müssen wir über uns selber schmunzeln, denn geht es uns nicht oft ähnlich? Im Alltag werden wir oft gefangengenommen von den Dingen des Alltags. Wir haben Vorstellungen, wie das Leben sein muss, wie alles funktionieren muss und wie es „immer war“. Und dann bringt der Herr etwas Einzigartiges in unseren Alltag: einen Grund zum Staunen, zum Nachdenken, zum Freuen, zum Danken – und wir sind so perplex, dass wir das Besondere gar nicht erkennen und es vielleicht noch negativ beurteilen.

Oft stehen wir in Situationen, die uns einfach nur überraschen und unser Verstehen übersteigen. Kein Wunder, dass der Herr uns auffordert, zuerst mal in allem und für alles zu danken. Das bringt uns zur Ruhe und verleiht Perspektive. Es hilft uns, Gottes Wirken zu erkennen und Seine Wunder nicht zu übersehen.

So möchte ich auch in meinem eigenen Leben unterwegs sein. Nicht: „Der Hund kann ja nicht schwimmen“, sondern: „Herr, öffne mir meine Augen, dass ich Deine Wunder sehe, auch dort, wo ich dafür blind zu sein scheine.