„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Was Hiob braucht

Seit einigen Wochen arbeiten wir uns durch das Buch Hiob – und werden uns auch im neuen Jahr noch einige Wochen damit beschäftigen. Heute ist für dieses Jahr die letzte Bibelstunde in diesem Buch.

Wir leiden mit Hiob, wenn wir über ihn lesen; sind mit ihm frustriert über die hartherzigen „Freunde“ und lernen gleichzeitig, wie wir auf hilfreiche Weise Menschen im Leid beistehen können.

So wird uns im Buch Hiob deutlich, dass Gott uns nicht immer alle Fragen zu unserer Not beantwortet. Das ist für Menschen, die durch Leid gehen, nicht gerade befriedigend. Für die Freunde des Leidenden aber eine Erleichterung.

Du musst nicht allen Frust des Verzweifelten in Hoffnung verwandeln. Du musst auch nicht all seine Probleme lösen und seine Fragen beantworten können. Das macht nicht mal immer unser Gott. Es sind nicht immer Gottes Erklärungen, die Linderung schaffen, sondern Seine Verheißungen. Gottes Zusprüche sind die Salbe, die ein verletztes Herz braucht.

Darum wollen wir Gottes Verheißungen, seine Zusprüche, Seine Liebe aussprechen und weitergeben – und das mit Weisheit und Feingefühl. Nicht jeder Zuspruch passt in jeder Stunde! Aber Gottes Verheißungen sind auf jeden Fall besser als menschliche Erklärungen!

Noch was haben wir bisher aus dem Buch Hiob gelernt:

Manchmal ist der beste Zuspruch der Liebe Gottes ein Unausgesprochener: Einfach da zu sein als der gute Freund in Not. In Sprüche 17:17 sagt uns Gott:

Ein Freund liebt zu jeder Zeit,
und als Bruder für die Not wird er geboren.

Auch Römer 12:15 spricht von Seelsorge ohne Worte. Da heißt es:

Freut euch mit den Fröhlichen
und weint mit den Weinenden! 
 
Und manchmal ist das einfache Anpacken dran an Plätzen, wo Not und Leid zu Hause sind. Viele von Paulus Mitarbeitern waren fleißige Seelsorger – durch ihre Taten und ohne Worte.

Heute beschäftigen wir uns mit der zweiten (un)seelsorgerlichen Rede Bildads und Hiobs Reaktion darauf. Komm, lerne mit uns. Du bist herzlich eingeladen!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:19:30 Uhr 

Dienstag, 15. Dezember 2020

Verheißungen Gottes im Buch Josua

Josua ist das Bibelbuch, das die Landeinnahme Kanaans durch das Volk Israels beschreibt. Ganz am Anfang hatte Gott Abraham das Land verheißen. Eine Zeitlang sah es ganz nach einer schnellen Erfüllung der Verheißung aus. Dann war „Ganz am Anfang“ vorbei und Israel kam hunderte von Jahren in ägyptische Sklaverei. Aber Israel hörte nicht auf, zum Herrn zu schreien und als die Zeit erfüllt war, sandte Gott den Befreier.

Allerdings war der relativ kurze Weg von Ägypten nach Kanaan kein Pappenstiel, und Israel kannte seinen Gott nicht mehr richtig. Darum hängte Gott eine weitere Generation von 40 Jahren dran, bevor dann der Einzug ins verheißene Land stattfand. Am Ende des Buches heißt es dann (Josua 21:43-45):

43 So gab der Herr Israel das ganze Land, von dem er geschworen hatte, es ihren Vätern zu geben, und sie nahmen es in Besitz und wohnten darin. 44 Und der Herr verschaffte ihnen Ruhe ringsum, ganz so, wie er ihren Vätern geschworen hatte; und keiner ihrer Feinde konnte vor ihnen bestehen, sondern der Herr gab alle ihre Feinde in ihre Hand. 45 Es fehlte nichts an all dem Guten, das der Herr dem Haus Israel verheißen hatte; alles war eingetroffen.

Warum diese Einleitung zum heutigen Eintrag? Weil wir hier im Buch Josua Verheißungen Gottes finden, von denen es heißt, dass sie sich erfüllten „ganz so, wie er ihren Vätern geschworen hatte. Es fehlte nichts an all dem Guten, das der Herr dem Haus Israel verheißen hatte; alles war eingetroffen.“

Bevor wir mit der vielleicht bekanntesten Verheißung im Buch Josua abschließen, hier noch eine herrliche Aussage, die in Josua 2:11 zu finden ist:

 Der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden!(2:11)

Hier wird die Allgegenwart Gottes erklärt und Gott macht die Zusage, dass Er der Gott derer ist, die zu Ihm gehören.

Doch die wohl bekannteste Verheißung finden wir in Josua 1:7-9:

7 Sei du nur stark und sehr mutig, und achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise handelst überall, wo du hingehst! 8 Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln! 9 Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!

Natürlich ist das eine Verheißung, zunächst an Josua gegeben, dessen übermenschliche Aufgabe es war, ein nicht einfach zu handhabendes Volk ins verheißene Land zu führen. Gott verspricht ihm Rundumgelingen, wenn Josua sich an Seine Anweisungen hält. Der Abschnitt schießt ab mit Gottes Erinnerung, dass Josua allen Grund hat, stark und mutig zu sein, denn Gott hat ihm verheißen, überall bei ihm zu sein.

Auch uns gilt Gottes Zusage, dass Er uns Gelingen schenken wird in allem, was wir nach Seinem offenbarten Willen tun. Manchmal mag Gott „Gelingen“ anders definieren, als wir es erwarten, aber Gelingen in Gottes Angelegenheiten ist auch uns zugesagt. So heißt es z.B. in  1 Korinther 15:58:

Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!

Wir wollen uns mit Josua über Gottes Verheißungen freuen, dass wir stark und mutig sein dürfen, und dass der Herr uns Gelingen verheißen hat, wenn wir Seinen Willen tun.

Sei unerschrocken und sei nicht verzagt;
denn der Herr, dein Gott, ist mit
dir überall, wo du hingehst!
(Josua 1:9)

Montag, 14. Dezember 2020

Vom Gott aller Hoffnung ... Römer 15:13

Der Gott der Hoffnung aber
erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben,
dass ihr überströmt in der Hoffnung
durch die Kraft des Heiligen Geistes!
(Römer 15:13)

Hoffnung! Kostbares Gut! Manchmal wie Wasser – man schöpft es mit der Hand, versucht es zu halten – und doch zerrinnt es einem in den Fingern.

Hoffnung braucht ein Fundament. Als Jünger Jesu kennen wir den Gott der Hoffnung, der auch uns mit Hoffnung erfüllen kann. Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Als Israel vor dem Roten Meer stand – das Meer vor sich, die Feinde im Rücken – da fiel Hoffnungslosigkeit in die Herzen der Israeliten, aber Gott bereitete ihnen einen Weg durch die Not hindurch. 40 Jahre später standen sie vor einem reisenden Jordan, der über die Ufer trat und eine Überquerung unmöglich machte. Gott machte sie möglich, denn bei Ihm ist immer Hoffnung, ist immer ein Weg.

Kürzlich las ich über die Entwicklung eines meiner Lieblingslieder von Don Moen. Im Englischen ist der Titel des Liedes: „God Will Make A Way!“ – zu Deutsch: „Gott wird einen Weg bereiten!“ Hier der (übersetzte und leicht bearbeitete) Bericht:

Tausende Christen in Nordamerika haben eines von Don Moens Lobliedern gehört, das er geschrieben hat, um Gottes Souveränität im Leben des Christen zu bestätigen. Die meisten Christen, die dieses Lied gesungen haben, kennen jedoch nicht die Tiefe der Hoffnungslosigkeit, aus der der Liedtext entstanden ist.

Don Moen wurde mitten in der Nacht durch einen Anruf seiner Schwiegermutter geweckt. Ein tragischer Autounfall hatte sich gerade ereignet. Dons Schwägerin Susan, ihr Ehemann und ihre vier kleinen Jungen waren mit dem Auto unterwegs, als sich die Tragödie ereignete. Alle wurden schwer verletzt und ihr achtjähriger Sohn starb an seinen Verletzungen.

Don und seine Frau trauerten und schütteten dem Herrn ihre Herzen aus. Sie fühlten sie sich hilflos, Susan und Craig Hoffnung zu geben. Don erinnert sich, dass er den Herrn um Hilfe bat, den Familienmitgliedern Hoffnung zu vermitteln. In kürzester Zeit kritzelte Don einige Texte und komponierte die Musik zu einem Lied, das Gläubigen bis heute in schwierigen Zeiten ein tiefes Gefühl der Hoffnung gibt.  Der Text lautet:

God will make a way,
Gott wird einen Weg bereiten
where there seems to be no way;
wo es scheinbar keinen Weg gibt
He works in ways we cannot see,
Er arbeitet auf eine Weise, die wir nicht erkennen können
He will make a way for me.
Er wird einen Weg für mich bereiten
He will be my guide,
Er wird mein Führer sein
hold me closely to His side;
wird mich nahe an seiner Seite halten
With love and strength for each new day,
Mit Liebe und Stärke für jeden Tag
He will make a way. He will make a way!
Er wird einen Weg bereiten. Er wird einen Weg bereiten  

Einfach ausgedrückt: 
Der einzige Weg, Hoffnung zu haben, ist: Ihn zu haben.
Der einzige Weg, Frieden zu haben, besteht darin, Ihn zu haben. 
 

Das Lied von Don Moen findest Du im Seitenfenster






Sonntag, 13. Dezember 2020

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

 

Heute wieder mit Sonntagszitat!

Predigttext: 
Offenbarung 5:1-7

1 Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, innen und außen beschrieben, mit sieben Siegeln versiegelt.
2 Und ich sah einen starken Engel, der verkündete mit lauter Stimme: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?
3 Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen, noch hineinzublicken.
4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und zu lesen, noch auch hineinzublicken.
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen!
6 Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß.

Anbetung - Gottes Wort
Gebet - Gemeinschaft

Calvary Chapel Freier Grund 
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn:10:30 Uhr

Du bist herzlich willkommen LIVE dabei zu sein. 

HIER eine wichtige Information für alle, die gerne live in der Gemeinde dabei sein möchten! (bitte Aktualisierung beachten) 

HIER geht's zum Livestream für alle, die lieber noch zu Hause bleiben möchten!
 
Sonntagszitat: 
"Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade an, 
die Gegenwart seiner Liebe 
und die Zukunft seiner Fürsorge." 
(Augustinus von Hippo)

"O Herr, in deinen Armen bin ich sicher.
Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten.
Ich weiß nichts von der Zukunft,
aber ich vertraue auf dich."
(Franz von Assissi)

Samstag, 12. Dezember 2020

"...ungs"

Benny hört seinem Papa am Sonntag zu, wie der auf der Kanzel steht und predigt über den Glauben an Vergebung, Rechtfertigung, Heiligung und all die anderen „ungs“, die es so gibt. Als er am nächsten Sonntag im Sonntagschulunterricht saß, fühlte er sich absolut vorbereitet und gerüstet, die Frage des Lehrers zu beantworten. „Wer von euch kann mir sagen, was Verzögerung ist?“ kam die Frage des Lehrers. „Naja“, kam die Antwort von Benny. “Ich weiß nicht ganz genau, was das ist, aber ich weiß, dass unsere Gemeinde daran glaubt.“

Was glaubt eigentlich deine Gemeinde? Was glaubst Du?

Zu viele von uns geben sich zufrieden mit den nötigen Grundlagen:
Alle Menschen sind Sünder!
Kein Mensch kann sich selbst erretten!
Jesus kam und starb für Sünder!
Durch den Glauben an Jesus allein werden wir gerettet!

Wenn Du diese Tatsachen weißt und glaubst, dann hast Du eine Grundlage, die Dich fürs Sterben vorbereitet. Aber ist das genug? Ist das genug für Dein Leben bis zum Sterben?

Gerettet hat Jesus Dich nicht nur, damit Du ewig gerettet bist. Er hat Dich gerettet, um ein Leben zu leben in der Vergebung, Rechtfertigung und Heiligung und das alles ohne  Verzögerung. Er möchte, dass ALLES, was Du tust, in Worten und Werken, zur Ehre Gottes dient. Dazu gehört Dein Reden und Dein Schweigen, Dein Wachen und Schlafen, Dein Arbeiten und Ruhen, Deine Pflichten und Deine Hobbies, Dein … ALLES!

Wer sein Leben nach Kolosser 3:17 ausrichtet, der wird auch im Leben vor dem Tod schon Gottes Segen erfahren. Wer seine Entscheidung für Jesus dagegen nur als Feuerversicherung versteht, der hat Entscheidendes nicht verstanden. Wie Benny sagt er richtig: “Ich weiß nicht ganz genau, was ein Leben mit Jesus ist, aber ich weiß, dass unsere Gemeinde daran glaubt.“

Morgen ist Sonntag. Gott hat uns diesen Tag geschenkt, um als Gotteskinder zusammen zu kommen, Ihn zu loben, auf Sein Wort zu hören, die Tiefe dessen zu begreifen, was Vergebung, Rechtfertigung, Heiligung, das Leben als Christ ausmacht. Lass Dir die sonntägliche Zeit mit Gott in Deiner Gemeinde nicht nehmen, nicht durch Schlaf, nicht durch Hobbies, nicht durch aufschiebbare Arbeit, nicht durch Sport, nicht durch Freunde, nicht durch Familie, nicht durch Bequemlichkeit – durch nichts! Gib Gott, was Gott gehört. Wachstum und Stärkung im geistlichen Leben – geistliche Hygiene – ist so wenig ersetzbar wie die tägliche Stärkung und Hygiene im normalen Leben.

Nimm - sofern in der gegenwärtigen Situation möglich - am Gottesdienst Deiner Gemeinde teil, die Gemeinde, in der Du zu Hause bist, in der Deine Freunde sind und in der Gottes Wort verkündigt wird.
Wer keine Gemeinde hat, ist herzlich zu unserem Gottesdienst eingeladen - live oder - im Krankheitsfall (oder C-Risko gruppe) - im Livestream

Freu Dich mit uns an und über Jesus.
Lerne mit uns, zu Seiner Ehre zu leben.

Wachse in Deinem Leben mit Jesus, damit Dein Glaube nicht nur fürs Sterben, sondern auch durchs ganze Leben hindurch Leben gut ist.

Calvary Chapel Freier Grund
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Beginn 10:30 Uhr

Freitag, 11. Dezember 2020

Taktik und Gegentaktik

Ganz natürlich werde ich an manchen Tagen an das Gebet erinnert. Freitagmorgens findet in der Regel um 6:00 Uhr ein Frühgebetstreffen in unserer Gemeinde statt, jeden Dienstagabend unsere Gebetsstunde - momentan über Zoom - aber sie findet statt. Jemand hat die Gebetsstunde einer Gemeinde als die wichtigste (unverzichtbarste) Gemeindestunde bezeichnet.

Egal, wann Deine Gemeinde sich zum Gebet trifft – geh hin! Es ist die Stunde, die den anderen Stunden Flügel verleiht. Zu viele sind in allen möglichen Diensten beschäftigt und kommen nie zur Ruhe vor Gott, um für ihren Dienst zu beten – und für die vielen anderen Dienste. Es war Dr. Samuel Chadwick, der sehr richtig bemerkte: „Satan lacht über unser Bemühen, verlacht unsere Weisheit, aber zittert wenn wir beten.“ Unser Problem ist: Wir wissen das, wir nicken zustimmend mit dem Kopf - aber wir ändern nichts.

Es ist schon bedrückend, sich sagen zu müssen: deine Bemühungen beim Predigen, deine Worte im Gespräch, deine Liebe des Sich-Kümmerns und all dein Einsatz ist kraftlos und beeindruckt oder bedrängt Satan nicht mal ansatzweise. Erst wenn durch Gebet Gottes Arm bewegt wird, beginnt der Feind zu zittern. Darum scheint Satans Strategie nicht zu sein, die Evangelisation, Gemeinschaft oder Aktivitäten der Gemeinde zu hindern. Er sabotiert am liebsten den Hauptversorgungshahn: das Gebet. Wenn das schwächelt, schwächelt alles.

Hier ein Auszug aus der GFA Zeitschrift „Asien aktuell*“. Da heißt es:
  • Wenn wir als Christen anfangen, uns ernsthaft dem Gebet zu widmen, wird die Strategie des Feindes sein, uns vom effektiven Gebet abzuhalten. Hier sind nur einige seiner liebsten Taktiken genannt: Wenn wir gemeinsam mit anderen beten, beten wir für zwei Minuten und dann wandern plötzlich unsere Gedanken weiter zu anderen Dingen und kommen nur zurück, wenn jemand „Amen“ sagt.
  • Wir beten und werden entmutigt, wenn nicht genug Begeisterung oder irgendwelche „geistlichen“ Gefühle vorhanden sind.
  • Wir beten und vergessen Glauben auszuüben, der es Gott ermöglicht, das Unmögliche zu bewirken. 
Was sollen wir tun, um die Taktiken des Teufels zu überwinden und Christen zu werden, deren Gebete die Welt verändern können? Wir sollten folgendermaßen reagieren: 
  • Wenn es uns schwer fällt, über die sichtbare Welt hinauszusehen, müssen wir Gottes Wort Glauben schenken, dass wir uns im Kampf befinden.
  • Wenn wir uns so gar nicht ‚nach beten‘ fühlen, müssen wir uns in Disziplin üben und trotzdem beten.
  • Wenn unsere Gedanken auf Wanderschaft gehen, müssen wir unsere Gedanken einfangen und weiterbeten.
  • Wenn alles in uns das Gebet mit anderen Aktivitäten ersetzen will, müssen wir uns dazu entscheiden dem Beispiel Jesu zu folgen und weiterbeten.
  • Wenn wir beten und nicht sofort die Antwort sehen, müssen wir im Glauben und Geduld warten, bis wir empfangen, was Gott uns in Seinem Wort verheißen hat.  

Halte Dir den Abend oder Morgen frei, an dem Deine Gemeinde betet, Dein Hauskreis oder Deine Geschwister. Streiche anderes von Deiner Liste um Deinen Platz für Jesus i9m Gebet einzunehmen. Wenn Deine Gemeinde keine Gebetsstunde anbietet, suche eine lebendige Gebetsgemeinschaft außerhalb der Gemeinde – oder beginne eine. Aber bete – alleine und mit anderen, gegenwärtig oder übers Internet - bete!
* mit Genehmigung von Gospel for Asia, Deutschland; Quelle: HIER

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Kierkegaards Gänseparabel

Kennt jemand das Gänsegleichnis? Verschiedentlich geht es in diesem Blog um Gänse. Auch Sören Kierkegaard, der dänische Philosoph und Theologe hat über Gänse nachgedacht und uns ein „Gänsegleichnis“ hinterlassen. Er schreibt:

„Ein Haufen schnatternder Gänse wohnt auf einem wunderbaren Hof. Sie veranstalten alle 7 Tage eine herrliche Parade. Das stattliche Federvieh wandert im Gänsemarsch zum Zaun, wo der beredtste Gänserich mit ergreifenden Worten schnatternd die Herrlichkeit der Gänse dartut. Immer wieder kommt er darauf zu sprechen, wie in Vorzeiten die Gänse mit ihrem mächtigen Gespann die Meere und Kontinente beflogen haben.


Er vergaß dabei nicht, das Lob der Schöpfermacht
Gottes zu betonen. Schließlich hat Er den Gänsen ihre kräftigen Flügel und ihren unglaublichen Richtungssinn gegeben, dank deren sie die Erdkugel überflogen. Die Gänse sind tief beeindruckt. Sie senken andächtig ihre Köpfe und drücken ihre Flügel fest an den wohlgenährten Körper, der noch nie den Boden verlassen hat.

Sie watscheln auseinander, voll Lobes für die gute Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Fliegen tun sie nicht.“

Keine Ahnung, ob dieses Gleichnis für uns Christen lustig, traurig oder überführend ist. Vielleicht von allem ein wenig. Schnattern können wir ganz gut, veranstalten sonntäglich eine Parade, in der wir ergreifende Worte hören und uns die Helden der Vergangenheit vor Augen halten. Bei allem vergessen wir nicht, Gott zu loben, der die Fähigkeit schenkt, Großes zu tun. Gott beeindruckt, die Vorbilder beeindrucken – nur wir haben uns zu viel Ballast angefuttert und vermögen es nicht, „die Schwingen empor[zuheben] wie die Adler“ (Jesaja 40:31) Und so watscheln wir auseinander mit gutgemeinten Worten. Aber Fliegen – das können wir nicht!

Glücklicherweise nur ein Gleichnis, nur eine Geschichte. Nicht 1:1 übertragbar. In den letzen 9 Monaten war es nicht mal immer möglich (oder erwünscht), eine sonntägliche Parade abzuhalten.
Glücklicherweise passt das Gleichnis auch lange nicht auf jeden. Es gibt nach wie vor Wildgänse, die immer noch hoch oben fliegen – frei, nicht erdgebunden.
Glücklicherweise gibt es immer noch viele – ja, tatsächlich eine wachsende Zahl von solchen, die sich zur wöchentlichen „Parade“ treffen - oder sie zumindest wieder herbeisehnen - und die nicht einen Gott loben, der ‚Helden der Vergangenheit’ ausgerüstet hat, sondern die selbst den Fußstapfen der Helden folgen und einen Gott loben, den sie persönlich kennen. Die wöchentliche Parade gibt ihnen von Woche zu Woche neue Kraft, ihre Schwingen zu heben und zu fliegen, wie Gott es für sie geplant hatte.

Gehört Dein Leben Jesus? Dann hat er einen Plan für Dich! Keinen erdgebundenen Plan. Sein Plan für Dich ist ein himmlischer Plan. Er möchte Dich mit himmlischem Segen beschenken, in himmlischen Werten leben lassen, in himmlischen Höhen segeln lassen – und vor allem möchte Er, der Herr des Himmels, mit Dir sein – jeden Tag! Er möchte mit Dir sein in den irdischen Dingen, im Alltag, der zu unser aller Leben gehört. Er möchte mit Dir sein in den Tagen der Krankheit. Er möchte mit Dir sein am schwierigen Arbeitsplatz, im Schul- oder Unialltag. Er möchte mit Dir sein im Stress des Familienalltags. Er möchte auf den „Bergen der Verklärung“ mit Dir sein ebenso wie in den Tälern, wo die Schatten lang sind.

Auch Wildgänse haben ihre Bodenzeiten. Aber sie erheben sich immer wieder in die Luft. Sie werden nie erdgebunden.
Solange Gott uns Atem gibt, ist es nie zu spät, neu zu Ihm zu blicken, Kraft zu empfangen und das Fliegen wieder neu zu trainieren.

Er gibt dem Müden Kraft und Stärke, 
genug dem Unvermögenden.
Knaben werden müde und matt, 
und junge Männer straucheln und fallen;
aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft,
daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
daß sie laufen und nicht matt werden,
daß sie wandeln und nicht müde werden. 

(Jesaja 40:29-31

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Seelsorge im Buch Hiob

Seit mehreren Wochen sind wir mittwochs mit Hiob unterwegs. Wer das Buch Hiob in der Stillen Zeit einfach mal durchliest, dem mag es irgendwann lang und „trocken“ werden. Die drei „Freunde“ – so werden sie bezeichnet – drehen sich mit ihren Ratschlägen im Kreis und prügeln mit immer wieder neuen verletzenden Worten auf den armen, verwirrten Hiob ein. 

Da sie sich einig sind betreffs des Hiob’schen Problems, sind ihre Reden relativ eintönig und angriffig. Das macht das Lesen schwer.

ABER:

Man kann nicht nur von positiven Vorbildern lernen, sondern auch von negativen – wie man es eben nicht machen soll. Wenn man daraus dann hilfreiche Schlüsse ziehen möchte, ist das Buch Hiob eine Fundgrube für uns Christen, wie wir einander helfen können und wie wir in der Seelsorge (und dabei sind nicht nur die „Professionellen“ gemeint) miteinander umgehen können, um einander zu erbauen. Hier sind ein paar der Lektionen für uns Christen aus den ersten Kapiteln des Buches Hiob, die uns lehren, wie wir uns um einander und um den Schmerz des Anderen kümmern können:

In Kapitel 1 und 2 haben die „Freunde“ noch alles richtig gemacht. Sie geben uns ein gutes Vorbild dafür, wie wir Menschen in Not helfen und sie aufrichten können. Wir sehen:

  • Sie investieren Zeit in ihren Umgang mit dem leidenden Hiob. Seelsorge kostet Zeit!
  • Sie besuchen den Leidenden. Seelsorge verlangt Einsatz!
  • Sie setzen sich zu dem Leidenden in die Asche. Seelsorge ist ein Dienst der Demut!
  • Sie identifizieren sich mit Hiob. Seelsorge weint mit Traurigen!
  • Sie sagen erstmal lange Zeit gar nichts. Seelsorge lernt, durch Schweigen zu trösten!
Auch Kapitel 3 ist eine Fundgrube für uns Christen, wie wir einander in Not helfen können. In Kapitel 3:3 beklagt Hiob zwei Ereignisse: seine Zeugung und seine Geburt. Er wünscht, er wäre aus der Finsternis (des Mutterschoßes) nie ins Licht (der Welt) gekommen. Aber er wurde geboren. Das beklagt er in einer Situation, in der sein ganzes Denken und Fühlen – seine gesamte persönliche Welt – nur noch aus Trauer und Leid besteht.

Und die Lektion?

Wer verletzt ist oder extrem leidet, sagt Dinge, die er unter Normalbedingungen nie sagen würde und sich vielleicht nie vorstellen könnte, sie zu sagen. Als Christen wollen wir großzügig sein im Umgang mit leidenden Geschwistern, deren Ausdrucksweise vom Leid geprägt und vom Schmerz verzerrt ist.

Heute Abend geht’s weiter in diesem leidvollen, lehrreichen Buch der Heiligen Schrift. Egal, ob man selbst leidet oder ob man als Christ lernen will, wie Gott die Leidenden tröstet, durch das Buch Hiob gibt Gott uns Einsichten für unser Leben.

Wir laden herzlich ein:

Für Kranke und Risikopersonen auch gerne im Livestream – HIER!