„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Mittwoch, 27. Mai 2020

Olympische Spiele 1954: Bannister & Landy


 Ich vergesse, was dahinten ist,
und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt,
und jage auf das Ziel zu,
den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes
in Christus Jesus. (Philipper 3:13+14)

Im August 1954 fanden die Britischen Commonwealth Spiele in Vancouver / Kanada statt. Hier standen sich der Kanadier Roger Bannister und der Australier John Landy gegenüber. Am Rennen nahmen noch viele andere Läufer teil, aber die Augen der Welt waren auf Bannister und Landy gerichtet. Landy war der bessere Ausdauerläufer der Beiden, Bannister der bessere Sprinter. Heute gilt das Rennen als das Jahrhundertrennen. Jeder der Beiden wollte das bis dahin menschlich Unmögliche schaffen: die Meile unter 4 Minuten zu laufen. Diese Meile von 1954 wird heute die „Wundermeile“ genannt.

Das ganze Rennen über führt Landy manchmal mit einigen Schritten, manchmal hauchdünn. Immer war ihm Bannister auf den Versen. Dann kommt die letzte Kurve vor dem Ziel. Der Australier Landy führt und will wissen, wie groß sein Vorsprung vor Bannister ist. Im Laufen dreht er seinen Kopf nach links, um über seine Schulter hinter sich zu blicken. In der selben Sekunde zieht Bannister an, überholt ihn auf der rechten Seite und gewinnt das Rennen in 3 Minuten, 58.8 Sek. – Landy hatte einen Moment das Ziel aus den Augen gelassen, nach hinten geblickt und das Rennen verloren.

Jesus möchte uns davor bewahren, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Was unser Rennen – unser Unterwegssein – mit Jesus betrifft, sind die Ablenkungen weitaus breiter gefächert und die Attraktionen, die unseren Blick vom Ziel wegziehen wollen weit häufiger. Wir leben in einer Welt, die eine ungeteilte Aufmerksamkeit kaum mehr toleriert.
Internet, soziale Medien, fortwährende Erreichbarkeit durch Handy oder iPhone machen es schwer, ein geistliches Ziel im Leben zu haben und die Augen unverwandt auf dieses Ziel zu richten. Hunderte von TV Sendern geben uns ein 24 Stunden Auswahl an immer neuen Filmen und Dokus und die Forderungen, informiert zu sein über das, was gerade geht und über das, was gerade vor 10 Minuten neues geschehen ist in der Welt sind immens.

Ein kurzer Blick nach links – weg vom Ziel – trug dazu bei, dass es nicht Landy, sondern Bannister war, der den Preis erhielt. Seine Augen waren auf das Ziel fixiert, sein Herz wollte nur eins: den Preis gewinnen.

Mit dem gleichen Eifer rannte auch Paulus auf das Ziel zu: dem Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Jesus. An Paulus möchte ich mir ein Beispiel nehmen und möchte auch Dich dazu einladen:

Wir wollen uns ausstrecken, geradeaus zu schauen – besser noch: nach oben zu schauen, uns nicht ablenken zu lassen. Natürlich stehen wir alle mit beiden Beinen im Leben. Aber das an sich ist noch keine Ablenkung. Lasst uns unsere Augen jeden Tag neu auf Jesus richten, lasst uns unser Ziel, für das wir leben, nicht aus den Augen verlieren: Jesus Ehre zu bringen, Ihm Freude zu machen, Seinen Namen bekannt zu machen und Ihm mit Freude zu dienen.

Schlüssel eines solchen Lebens ist die Fixierung unseres Blicks auf Jesus, unser Ziel. Verlier Ihn nie aus den Augen!

Der Jüngerschaftsabend heute um 19:30 Uhr dient dazu, unseren Blick auf Jesus zu schärfen und durch Ihn immer wieder neu Kraft und Hilfe zu erfahren, das Ziel vor Augen zu bewahren.

Der Jüngerschaftsabend findet live in der Gemeinde statt. Die vorgeschriebenen Sicherheitsregeln findest Du in dem kurzen Video HIER. Der Livestream wird aber auch weiterhin übertragen. Herzlich Willkommen!

Dienstag, 26. Mai 2020

Jesus im Galaterbrief


Der Galaterbrief ist kein Brief an eine einzelne Gemeinde, sondern an eine Gruppe von Gemeinden, die in der Region Galatien zu Hause waren. Nicht ganz klar ist, ob es sich um die nordgalatische Landschaft oder die Provinz Galatien handelt. Relativ unerheblich!

Paulus hatte in der Kraft des Heiligen Geistes gewirkt und die eine Botschaft, den einen Namen verkündigt, für den er lebte. Er schreibt an die Galater in Kapitel 3:1:

„O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert,
dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch,
denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt
vor die Augen gemalt worden ist?“

Paulus hatte alles getan, ein herrliches Bild der Gnade Gottes in Jesus aufzumalen. Die Vergebung der Schuld durch die Gnade Gottes in Jesus, empfangen durch den Glauben, ohne Werke – das war seine Botschaft. Auf der Grundlage dieser Botschaft waren Gemeinden entstanden. Irgendwann war Paulus weitergezogen und hatte die Gemeinden unter der Leitung des Heiligen Geist in die Hände seiner Nachfolger gelegt.

Dann kamen die Gesetzeslehrer – vermutlich weitaus gebildetere, wortgewandtere Leute als die neuen Gemeindevorsteher. Und so fand neben der Gnade das Gesetz Eingang in die jungen Gemeinden. Jesus – ja, ABER …! Jesus – ja, PLUS …!  Jesus allein! – NEIN! Das geht gar nicht. Das Gesetz gehört dazu. Damals waren es Vorschriften der Beschneidung, des Essens, des Haltens von religiösen Tagen usw.  Heute sind die Additionen andere: Musikgesetze, Kleidungsvorschriften, Bibelübersetzungsvorschriften, Lizensierte Filme, Stilrichtungen oder Schmuckbegrenzungen – um nur einige zu nennen. Wo irdische Gesetze zunehmen, nimmt die himmlische Gnade ab. Und dass das so schnell geht, darüber wundert sich Paulus, wenn er schreibt (1:6):

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst
von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat,
zu einem anderen Evangelium.

Die Gnade des Christus – das war das Evangelium des Paulus – alles andere war ein „anderes Evangelium“. Vermischung ausgeschlossen. Und dann wiederholt er einige der Grundwahrheiten, die er bei der Gemeindegründung gelehrt haben muss, die die Galater aber vergessen hatten. Paulus redet über:

… die Freiheit, die wir in Christus Jesus haben (2:4)
… den Glauben an Jesus, durch den wir gerechtfertigt werden (2:16)
… die Verheißung, die denen gegeben wird, die an Jesus glauben (3:22)
… die Sohnschaft, die allen zugesprochen wird, die an Jesus glauben (3:26)
… den allein wahren Glauben an Jesus: der, der durch die Liebe tätig wird (5:6)
… den einzigen Ruhm, den er (und jeder Christ) hat: das Kreuz Jesu (6:14)
… das einzig Gültige vor Gott: die neue Schöpfung in Jesus (6:15)

Diese Verse sind natürlich nicht alle Verse, in denen Paulus – auch im Galaterbrief – die Person und das Werk Jesu vor Augen malt. Aber diese Verse zeigen, worum es Paulus im Galaterbrief geht: Die Einzigartigkeit und Allgenugsamkeit Jesu. Leben wir im Glauben an Ihn und vertrauen wir Seinem Werk der Gnade, dann brauchen wir kein ABER und kein PLUS. Jesus genügt! Ihm im Glauben zu folgen bringt uns ohne weitere menschliche Ge- oder Verbote an unser himmlisches Ziel.

Montag, 25. Mai 2020

Komm mit auf die Jagd!


Nicht dass ich es schon erlangt hätte
oder schon vollendet wäre;
ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife,
wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
(Philipper 3:12)

In einem seiner Kommentare ermutigt der Pastor, Charles H. Spurgeon, seine Pastorenkollegen (und ich würde hinzufügen: alle, die Jesus dienen möchten). Er ermutigt sie, Biographien zu lesen. Spurgeon nennt die Namen von Brainard, Baxter, G. Herbert, Fletcher oder Whitfield. Die meisten von uns werden die Namen dieser Leute vielleicht noch nie gehört haben. Wir könnten sie aber ersetzen und sagen: Lest über die Beter David Brainard, John Hyde … über den Mann des Glaubens: George Müller oder die Evangelisten Moody, Finney oder auch Billy Graham. WARUM?

Spurgeon bringt zum Ausdruck, dass das Lesen solcher Biographien viele aufgeblasene Arbeiter im Reich Gottes auf den Boden der Tatsachen zurückbringen wird. Es wird aufzeigen, wie schwach wir in Wirklichkeit sind. Spurgeon: Wer über solche Menschen des Glaubens liest, sucht schnell nach einem Versteck für seine eigene Bedeutungslosigkeit.

Selbst Paulus muss zugeben: Ich bin noch nicht da, wo ich hinmöchte! Und wir können uns ihm anschließen. Unser momentaner Stand im Glaubensleben ist ausbaubar. Andererseits: Wenn selbst ein Paulus bekennt, dass er im Glauben noch nicht da ist, wo er gerne sein möchte, muss uns unser eigener Zustand nicht frustrieren – zumindest nicht ausschließlich frustrieren. Wir dürfen mit Paulus sagen: bin ich im Glaubensleben nicht da, wo ich gerne sein möchte; ich bin noch nicht vollendet. ABER: ich jage danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.

Paulus möchte also Jagen gehen. Er geht auf die Jagd, um das zu ergreifen, wozu er von Christus ergriffen worden ist. Ist das eine komplizierte Formulierung? Im Kommentar von David Guzik fand ich folgende hilfreiche Erklärung:
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zu einem neuen Menschen zu machen (Römer 6:4)    
Danach streckt sich Paulus jetzt aus – das zu ergreifen – und in dieser Neuheit des Lebens zu leben
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn in das Bild Jesu Christi zu verändern – um Jesusähnlichkeit in Ihm zu bewirken. (Römer 8:29)
Danach streckt sich Paulus jetzt aus – das zu ergreifen – und um die Natur Jesu in sich selbst sehen.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zum Zeugen Jesus an die Menschen zu machen (Apostelgeschichte 9:15)
Danach streckte sich Paulus jetzt – ein lebendiger, frischer, froher und kraftvoller Zeuge für Jesus zu sein.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn zu einem Instrument für die Bekehrung anderer zu machen (Apostelgeschichte 9:15)  
Danach streckte Paulus sich jetzt aus: Werkzeug für Jesus in jeder Hinsicht zu sein.
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn durch Leiden zu führen (Apostelgeschichte 9,16)
Danach streckte Paulus sich jetzt aus - Jesus auch in der Gemeinschaft seiner Leiden kennenzulernen
  • Jesus hatte Paulus ergriffen, um ihn aus den Toten aufzuerwecken. (Philipper 3:11)
Danach streckte Paulus sich jetzt aus: diese himmlische Hoffnung der zukünftigen Auferstehung zu ergreifen.
 
Wenn Paulus also sagt: Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin …

dann bekennt er: Jesus hat mich gepackt und:
·       hat mir unendlich viel geschenkt!
·       Er hat mich mit einer hohen Berufung berufen!
·       Er hat mich zu Seinem Werkzeug bestimmt!
·       Und mir eine unbeschreibliche Hoffnung geschenkt!

Ich bin noch nicht vollendet, bin in meinem Glaubenswachstum, bin noch nicht da, wo ich sein möchte. Aber ich jage dem nach – um genau das alles zu ergreifen. Ich gehe auch jagen. Kommst Du mit?