Samstag, 6. November 2010
Freitag, 5. November 2010
... im Leben und im Sterben!
In Johannes 14:27 macht Jesus eine seltsame Aussage:
„Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch.
Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!“
Eine der größten Ängste der Menschen sind Kriege, Bürgerkriege und Unruhen. Und obwohl sie von Menschen gefürchtet werden, werden sie auch von Menschen erzeugt. Und das Endergebnis solcher Auseinandersetzungen läßt oft zu wünschen übrig. Manchmal ist es nur ein Waffenstillstand, manchmal eine Duldung, manchmal eine Art Frieden. Aber immer ein wackliger.
Frieden und Unfrieden finden wir nicht nur in der internationalen Politik und im Leben der Nationen miteinander, sondern auch in der Familienpolitik und im Leben einzelner Menschen miteinander. Die Frage ist, was in unserer Gesellschaft mehr ins Auge fällt – der Frieden oder der Unfrieden.
Der Friede, den die Welt produzieren kann, läßt Menschen trotzdem aufgeregt & verzagt sein. Solchen Frieden gibt Jesus nicht. Jesus gibt anderen Frieden – nicht wie die Welt gibt! Es ist ein Frieden, der tiefer geht als ein Waffenstillstand. Ein Frieden, der die Unruheherde beseitigen kann. Ein Friede, der in dem Friedefürsten gegründet ist – und vor allem – ja, vor allem: ein Friede, der wertvoll ist im Leben und im Sterben. Dabei stellt man oft fest: Wer im Leben nicht den wahren Frieden kennengelernt hat, der wird auch ohne Frieden sterben. Beispiele dafür gibt es genug:
Luther betete auf dem Sterbebett:
"In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott."
Über den berühmten Spötter Voltair sagt seine Krankenschwester:
"Für alles Geld der Welt möchte ich keinen Ungläubigen mehr sterben sehen! Er schrie die ganze Nacht um Vergebung!
Paulus schreibt mit innerem Frieden vor seinem Tod: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tag: nicht allein aber mir, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieben.
Der engl. Phiolosoph Thomas Hobbes hingegen ruft aus: "Ich stehe vor einem furchtbaren Sprung in die Finsternis!" ... und der Atheist David Hume: "Ich bin in den Flammen!"
Nachdem Stephanus einen Blick in den Himmel tun durfte und dort Jesus sah, der ihn erwartete, ruft er sterbend aus: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!
Goethe hingegen „sieht“ gar nichts mehr und schreit: Mehr Licht!
Wird der Unterschied klar zwischen dem Frieden, den Jesus gibt und dem, den die Welt gibt? Jesu Frieden trägt auch im Sterben!
Wird der Unterschied klar zwischen dem Frieden, den Jesus gibt und dem, den die Welt gibt? Jesu Frieden trägt auch im Sterben!
Der italienische Politiker aus dem 15. Jahrhundert, Cesare Borgia, bekennt: "Ich habe für alles im Laufe meines Lebens Vorsorge getroffen, nur nicht für den Tod; jetzt muss ich völlig unvorbereitet sterben." König David betete: Laß mich mein Ende wissen, o Herr, und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin! (Psalm 39:5)
Winston Churchill, der englische Staatsmann meinte: "Welch ein Narr bin ich gewesen!"
Moses betete: „Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!“ (Psalm 90:12)
Der französische Schriftsteller und Philosoph, Jean Paul Satre erkennt: "Ich bin gescheitert!"
Jesus Christus beendet sein Leben mit dem Triumphschrei: "Es ist vollbracht!"
Jagoda (Chef der russischen Geheimpolizei): "Es muss einen Gott geben. Er bestraft mich wegen meiner Sünden."
Jonathan Edwards: "Vertraue auf Gott und du brauchst dich nicht zu fürchten."
Über Napoleon schrieb Graf Montholon: "Der Kaiser stirbt, von allen verlassen, auf diesem schrecklichen Felsen. Sein Todeskampf ist furchtbar!"
Von Lenin heißt es, dass er in in geistiger Umnachtung starb. Er umklammerte Tisch- und Stuhlbeine und bat sie um Vergebung seiner Sünden.
Dr. Lie, Baptistenpastor in den USA rief aus zu seiner Tochter: "Kind, ich habe oft über den Himmel gepredigt, aber ich habe nicht die Hälfte von der Herrlichkeit erzählt, die ich jetzt schon sehen darf!"
„Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!“ (Johannes 14:27)
Das ist der Friede, den Jesus gibt. Friede, der beginnt im Hier und Jetzt! Echter Friede, der trägt – im Leben und im Sterben!
Montag, 1. November 2010
Reformation
„Süßes oder Saures!“ wurden wir gestern Abend an unserer Haustüre „gewarnt!“ Drei Kinder aus der Nachbarschaft lachten zum Fenster rein und warteten darauf, ein paar Süßigkeiten in die aufgehaltene Tüte zu bekommen. Jäh wurde ich daran erinnert, dass der 31.10. seit einigen Jahren ja nicht nur der immer mehr in Vergessenheit geratene Reformationstag ist, sondern auch immer mehr mit neuheidnischen Inhalten gefüllt wird. Trotzdem muss ich sagen, dass die Beschäftigung mit der Reformation und ihrem Werkzeug, Martin Luther, am Sonntagmorgen eine willkommene Herausforderung für Glaube und Hingabe war. Verschiedene Lektionen aus dem Leben des Reformators fordern uns bis heute heraus:
- Gott gebrauchte und formte einen Mann zu einem mächtigen Werkzeug, der zunächst als schüchtern, still und zurückhaltend beschrieben wird. Nicht viele Weise und Mächtige, sondern das Unedle vor der Welt hat Gott erwählt.
- Luther wird nicht von einem Tag zum anderen vom Gleichgültigen zum hingegebenen Christen. Immer wieder klopfte Gott an, zog ihn jedes Mal einen Schritt näher zu sich, bis dass Luther sein Leben in Jesu Hände legte.
- Luthers „Turmerlebnis“ offenbarte ihm aufgrund von Rämer 1:17 den Wert der Gnade und des Glaubens. Auch wir alle brauchen dieses „Turmerlebnis“ diese Begegnung mit Gott, sei es zum ersten Mal oder für eine erneute Hingabe, die uns neu „unter Strom“ stellt für Jesus.
- Luther war bereit, für das Wort Gottes aufzustehen, auch wenn es galt, gegen den Strom zu schwimmen. Das brachte ihm Verfolgung und Todesdrohungen ein, die ihn nicht bremsen konnten. Sein Motto: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“
- Auch als Christ hatte es Martin Luther nicht einfach. Er litt unter Depressionen. Er war nicht der einzige Christ, der von Depressionen gequält wurde. (Andere namhafte Christen sind: John Bunyan, Amy Carmichael, C.S.Lewis, Charles Spurgeon u.v.a.m.). Depressionen sind keine Schande, sondern eine Krankheit. Von Luther heißt es: Er wehrte sich gegen die ständigen Anfeidungen durch Gebet, „fröhliches Singen“ oder auch: durch den Wurf mit dem Tintenfaß.
- Die Refomation hatte gewaltige Auswirkungen. Jede echte, Gott geschenkte Reformation, hat Folgen; im gesellschaftlichen und / oder persönlichen Bereich.
- Auf dem Sterbebett betet ein „verbrauchter“ Streiter Christi: "In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott."
- Der Reformationstag lädt ein, die Begegnung mit Gott zu suchen. Wer Jesus bereits begegnet ist, den lädt der Reformationstag ein, dem Herrn neu zu begegnen, zurück zu kommen zum Feuer der ersten Liebe und sich erneut an den Herrn zu binden.
95 Thesen für die evangelikale Gemeinde (nur in Englisch) kann runtergeladen werden unter:
Samstag, 30. Oktober 2010
WIR SIND ZURÜCK!
Danke für alle, die uns im Gebet auf der Gebetsreise in den Mittleren Osten begleitet haben. Wir sind heute zurückgekommen. Morgen im Gottesdienst gibt es die ersten beiden Kurzberichte. 10:30 Uhr - CCFG.
Denkt an die Zeitumstellung! :-)
Denkt an die Zeitumstellung! :-)
Freitag, 29. Oktober 2010
Siebenter Tag – Oktober 29 – nach 22:30 Uhr Ortszeit
So, das war er also – unser letzter Tag der Gebetsreise Mittlerer Osten 2010. Und wieder war es ein voller und gesegneter Tag. Zunächst einmal: Ich hab heute morgen einen Teeplatz gefunden, der bereits vor 7 Uhr Tee ausschenkt!!! Als nächstes: Ich hab eine neue Strategie gefunden, mit Leuten ins Gespräch zu kommen: einfach die Zeche prellen. Uhm, also so ungefähr. Als ich meine 2 Gläser Tee zahlen wollte, entdeckte ich, dass ich nicht genügend Kleingeld und nur einen großen Schein dabei hatte; zu groß für 7:30 Uhr am Morgen. Also schenkte mir der freundliche Mann den Tee. Da wir Christen aber bekanntlich nicht die Zeche prellen, ging ich nach dem Frühstück im Hotel wieder mit dem nötigen Kleingeld und einem christlichen Kalender zurück. So einfach ist Evangelisation. :-)
Nach dem Frühstück trafen wir uns außerdem noch einmal als Team, um über Johannes den Täufer nachzudenken. Was war er doch für ein Mensch! Mal schwach, mal stark, mal voller Glaubensmut, mal im Zweifel. Aber der Herr gebrauchte ihn und bezeichnet ihn als sehr groß. Auch wenn wir manchmal schwanken, egal ob wir Früchte unseres Dienstes sehen oder nicht - wenn Gott uns beauftragt hat, steht ER hinter uns, und das allein zählt. Eine Gebetszeit schloss sich an, in der wir besonders dem Herrn dankten und ihm die Personen und Ereignisse des Tages anbefohlen haben.
Unser Fahrer kam wie erwartet überpünktlich, und wir waren noch vor Mittag zurück in der Stadt, in die wir vor fast einer Woche eingeflogen sind. Nur dass das Wetter heute nicht freundlich sondern regnerisch war. Ein Anruf bestätigte uns, dass die kleine Schar hier am Ort sich mit uns treffen wollte. Nach dem Mittagessen machten wir uns daher auf zu dem Teepark, der die Stadt überblickt. Da unsere Gäste später kamen, tauschten wir über die Erfahrungen der Woche aus. Es würde den Rahmen des Blogs sprengen, Einzelheiten hier festzuhalten. Im folgenden nur einige Wortfetzen:
„gut“ – „mehr Kampf als letztes Mal“ – „habe deutlich meine fleischliche und geistliche Seite gemerkt“ – „Super, so viel Gebet und Zeit in Gottes Gegenwart zu haben“ – „interessant, wie schnell Gott einem Menschen aufs Herz legen kann, die man vorher nie gesehen hat“ – manchmal brauchte es Überwindung, zu beten“ – „Gemeinschaft im Team und mit Jesus war wertvoll“ – „nach den Begegnungen können wir auch zu Hause besser für diese Stadt beten“ – „wir hatten mehr Begegnungen als auf früheren Reisen – aber immer von Gott geführt“ – „ein Team, das in Einigkeit und Hingabe zum Gebet miteinander reiste“
Und dann kamen unsere Gäste. Leider waren es nur vier. Die Gemeinschaft war herzlich, die gemeinsame Gebetszeit eher mager. Das lag u.a. auch an dem kleinen Jungen, den sie mitgebracht hatten. Aber es war uns möglich, ihnen mitzuteilen, was Gott uns für sie aufs Herz gelegt hatte. Auch konnten wir noch einmal für sie beten. Was Gott jetzt daraus macht, ist Seine Sache.
Im Regen fuhren wir zurück zur Stadt und trafen uns nach einer kurzen Pause zu unserer letzten gemeinsamen Gebetszeit. Immer schließen wir diese Reisen ab, indem wir gemeinsam das Abendmahl feiern. Ein seltsames Gefühl, wenn man bedenkt, das man fast die einzige kleine Schar unter 300,000 Menschen ist, die dem Herrn für seinen zerschundenen Leib und Sein vergossenes Blut dankt. Aber auch der andere Aspekt des Abendmahls ist uns wichtig: voreinander und vor der unsichtbaren Welt Jesus als Sieger zu verkündigen. (1 Korinther 11: 26).
Es war eine heilige Zeit in der Gegenwart unseres heiligen Gottes. Anschließend verabschiedeten sich die Frauen, um sich ein letztes Mal mit ihrer neuen Bekannten zu treffen. Leider fand das Treffen nicht statt. Ihre Arbeitsschicht hatte sich geändert. ABER: auch das konnten wir aus Gottes Hand nehmen. Sie hatte ihre Kontaktdaten für uns hinterlegt und Interesse an weiterer Korrespondenz geäußert. Auch die Frauen hinterließen eine Kontaktadresse und ein kleines Freundschaftsgeschenk. Jetzt beten wir, dass daraus ein fester Kontakt mit Möglichkeit zum Zeugnis entsteht.
Der Rest ist schnell geschrieben: Ein gemütlicher Abend in einem Restaurant, ein Abschlußgebet als Team (Wir verlassen das Hotel in zwei Gruppen, zu verschiedenen Zeiten, mit verschiedenen Zielen) und dankbare Herzen, die gespannt sind, einmal (vielleicht erst im Himmel) zu sehen, was diese Reisen ausgerichtet haben. Ach ja – und schwere Augen, die sich jetzt schließen sollten, weil sie sich wieder öffnen werden, wenn Ihr noch alle schlaft. Gute Nacht!
Nach dem Frühstück trafen wir uns außerdem noch einmal als Team, um über Johannes den Täufer nachzudenken. Was war er doch für ein Mensch! Mal schwach, mal stark, mal voller Glaubensmut, mal im Zweifel. Aber der Herr gebrauchte ihn und bezeichnet ihn als sehr groß. Auch wenn wir manchmal schwanken, egal ob wir Früchte unseres Dienstes sehen oder nicht - wenn Gott uns beauftragt hat, steht ER hinter uns, und das allein zählt. Eine Gebetszeit schloss sich an, in der wir besonders dem Herrn dankten und ihm die Personen und Ereignisse des Tages anbefohlen haben.
Unser Fahrer kam wie erwartet überpünktlich, und wir waren noch vor Mittag zurück in der Stadt, in die wir vor fast einer Woche eingeflogen sind. Nur dass das Wetter heute nicht freundlich sondern regnerisch war. Ein Anruf bestätigte uns, dass die kleine Schar hier am Ort sich mit uns treffen wollte. Nach dem Mittagessen machten wir uns daher auf zu dem Teepark, der die Stadt überblickt. Da unsere Gäste später kamen, tauschten wir über die Erfahrungen der Woche aus. Es würde den Rahmen des Blogs sprengen, Einzelheiten hier festzuhalten. Im folgenden nur einige Wortfetzen:
„gut“ – „mehr Kampf als letztes Mal“ – „habe deutlich meine fleischliche und geistliche Seite gemerkt“ – „Super, so viel Gebet und Zeit in Gottes Gegenwart zu haben“ – „interessant, wie schnell Gott einem Menschen aufs Herz legen kann, die man vorher nie gesehen hat“ – manchmal brauchte es Überwindung, zu beten“ – „Gemeinschaft im Team und mit Jesus war wertvoll“ – „nach den Begegnungen können wir auch zu Hause besser für diese Stadt beten“ – „wir hatten mehr Begegnungen als auf früheren Reisen – aber immer von Gott geführt“ – „ein Team, das in Einigkeit und Hingabe zum Gebet miteinander reiste“
Und dann kamen unsere Gäste. Leider waren es nur vier. Die Gemeinschaft war herzlich, die gemeinsame Gebetszeit eher mager. Das lag u.a. auch an dem kleinen Jungen, den sie mitgebracht hatten. Aber es war uns möglich, ihnen mitzuteilen, was Gott uns für sie aufs Herz gelegt hatte. Auch konnten wir noch einmal für sie beten. Was Gott jetzt daraus macht, ist Seine Sache.
Im Regen fuhren wir zurück zur Stadt und trafen uns nach einer kurzen Pause zu unserer letzten gemeinsamen Gebetszeit. Immer schließen wir diese Reisen ab, indem wir gemeinsam das Abendmahl feiern. Ein seltsames Gefühl, wenn man bedenkt, das man fast die einzige kleine Schar unter 300,000 Menschen ist, die dem Herrn für seinen zerschundenen Leib und Sein vergossenes Blut dankt. Aber auch der andere Aspekt des Abendmahls ist uns wichtig: voreinander und vor der unsichtbaren Welt Jesus als Sieger zu verkündigen. (1 Korinther 11: 26).
Es war eine heilige Zeit in der Gegenwart unseres heiligen Gottes. Anschließend verabschiedeten sich die Frauen, um sich ein letztes Mal mit ihrer neuen Bekannten zu treffen. Leider fand das Treffen nicht statt. Ihre Arbeitsschicht hatte sich geändert. ABER: auch das konnten wir aus Gottes Hand nehmen. Sie hatte ihre Kontaktdaten für uns hinterlegt und Interesse an weiterer Korrespondenz geäußert. Auch die Frauen hinterließen eine Kontaktadresse und ein kleines Freundschaftsgeschenk. Jetzt beten wir, dass daraus ein fester Kontakt mit Möglichkeit zum Zeugnis entsteht.
Der Rest ist schnell geschrieben: Ein gemütlicher Abend in einem Restaurant, ein Abschlußgebet als Team (Wir verlassen das Hotel in zwei Gruppen, zu verschiedenen Zeiten, mit verschiedenen Zielen) und dankbare Herzen, die gespannt sind, einmal (vielleicht erst im Himmel) zu sehen, was diese Reisen ausgerichtet haben. Ach ja – und schwere Augen, die sich jetzt schließen sollten, weil sie sich wieder öffnen werden, wenn Ihr noch alle schlaft. Gute Nacht!
Sechster Tag – Oktober 28 – gegen 22:00 Uhr Ortszeit
Unser zweiter und letzter Tag in dieser Stadt. Ich war morgens an einem Teeplatz, ähnlich wie in der ersten besuchten Stadt. Leider gabs bis 7:30 Uhr keinen Tee. Das Leben beginnt halt etwas später hier. Tee gabs dann zum Frühstück. Anschließend Anbetung und Gebet im Zimmer. Wir hatten einen Austausch über die Ermordung von Johannes dem Täufer. Er war ausgesprochen mutig, was sein Auftrag anging und nahm kein Blatt vor den Mund. Aber Herodes verstockte sein Herz. Persönlich wichtig wurde mir, dass Johannes seinen Dienst nicht wie ein Hobby behandelte. Er war bereit, die Kosten der Nachfolge auf sich zu nehmen. Nachfolge kostet! Immer! Nachfolge kostet Zeit, Geld, Kraft, Mut, Selbstverleugnung und desgleichen. Je schwerer Nachfolge wird, umso kostspieliger wird sie.
- Nachfolge kostete die 12 Jünger – aber sie kostete Johannes den Täufer mehr.
- Nachfolge kostet den ‚normalen’ Christen – aber sie kostet den hingegebenen Christen mehr.
- Nachfolge kostet den Missionar – aber sie kostet den Missionar in unerreichten Volksgruppen und anders-religiösen Volksgruppen mehr. Nachfolge kann das Leben kosten!
ABER: Selbst über seinen Tod hinaus war Johannes der Täufer ein Mahner und die Stimme Gottes. (Markus 6:16) Eine moderne Parallele ist der Märtyrertod von Jim Elliot. Nachdem seine Ermordung bekannt wurde, waren ungezählte junge Menschen bereit, seinen Platz einzunehmen. Hohe Kosten in der Nachfolge – ja! Aber auch hohe Rendite für Jesus.
Auch in dem Land, in dem wir zur Zeit beten, zahlen Christen einen hohen Preis für die Nachfolge – z.T. auch mit dem Leben. Morgens haben wir uns eine Dokumentation angeschaut, die das Leben einiger Märtyrer in diesem Lande beschreibt. Unter dem Eindruck dieses Filmes standen auch immer wieder unsere Gebete während des Tages, Gebete für die wenigen Christen im Land, die angefochtenen Gemeinden und die Hinterbliebenen der Ermordeten. Welch ein Vorrecht für uns, Samstag wieder in ein freies Land zurückkehren zu dürfen.
Um die Mittagszeit wollten wir den Fahrer finden, der uns letztes Jahr zum Flughafen der Nachbarstadt gefahren hatte. Wir hatten das ganze Jahr immer wieder für ihn gebetet und jetzt auch dafür, ihn zu finden. Es war nicht mal ansatzweise ein Problem. Ich fragte in einer Bäckerei nach dem Taxiunternehmen, für das er gearbeitet hatte – und als der Verkäufer seinen Namen hörte, sagte er: Der sitzt hier vor der Tür! WOW! Danke Gott! Das war einfach. Er wird uns morgen zurück in die andere Stadt fahren und wir werden ihm eine DVD schenken. Letztes Jahr hat er eine JESUS DVD erhalten. Diesmal eine DVD mit 5 Zeugnissen von Männern, die zum Glauben an Jesus gekommen sind.
Die meiste Zeit des Nachmittags haben wir im Teepark einer Burgruine verbracht, wo wir als Gebetsteam und als Einzelne für verschiedene Anliegen der Stadt und des Landes einstanden.
Spätnachmittag und früher Abend waren frei für Ausruhen, Einkaufen und Gebete im Einkaufszentrum. Ein paar Kalender konnten an Verkäufer in kleinen Läden weitergegeben werden. Ich selbst saß in einem kleinen Teegarten bei einem Glas Tee und bat den Herrn, solche Plätze doch mit Seinem Leben zu füllen. Während ich betete, kam mir die Frage: „Was machen wir überhaupt hier? Wir beten für eine Stadt mit hunderttausend Menschen, in der es keine Gemeinde gibt, in der kein Missionar lebt und in der auch kein einziger Christ bekannt ist, nicht mal ein Namenschrist. Wir beten, dass Menschen in den tausenden von Hochhäusern gläubig werden – aber wie sollen sie, wenn niemand geht und es ihnen sagt? – Und dann erinnerte mich der Herr an die Tatsache, dass im Iran hunderttausende zum Glauben kommen, dass in Algerien ganze Dörfer sich dem Herrn zuwenden, dass im Nordirak die Unzufriedenheit mit dem Islam so groß ist, dass man Christen ins Land einlädt. Auch in China – selbst als die Verfolgung noch härter war als heute – hat Gott gezeigt, dass Er kann. Wer will sich Ihm in den Weg stellen, wenn Er in einem Gebiet wirken möchte. Die Anliegen, für die wir hier beten, hat Gott anderswo bereits erhört. Es ist Ihm ein Kleines, dasselbe auch hier zu tun. Ja, wir wollen mit Vertrauen und Zuversicht weiterbeten. Immerhin ermutigt uns Gott:
„Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben,
zu deinem Besitz die Enden der Erde.“ (Psalm 2:8)
Das haben wir dann auch nochmal getan, nach Austausch und Anbetungszeit im Hotelzimmer. Es ist ein gutes, gebetsbereites Team, mit dem wir unterwegs sind. Es ist gut, eins zu werden für die Unerreichten dieses Landes und gemeinsam unser Herz vor Ihm auszuschütten. DENN ER HÖRT!
Hier noch 2 Anliegen für Freitag:
1. Nachmittags sind wir in einem Park zum Gebet. Wir haben die wenigen Gläubigen der Stadt eingeladen, mit uns zu beten und auf Gott zu hören. Wir haben eine Last, sie zur konsequenten Hingabe zu ermutigen. Betet, dass sie kommen, wenn Gott es so will; dass wir die richtigen Worte haben und dass es wettermäßig stattfinden kann. Es soll regnen.
2. Die Frauen werden sich zum letzten Mal mit ihrer Bekannten aus dem Schnellimbiss treffen. Betet um ein gutes, klares Gespräch. Sie werden Material weitergeben.
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Fünfter Tag – Oktober 27 – fast 22:00 Uhr Ortszeit
Morgens um 7 Uhr war ich an meinem Teeplatz. Tee kam relativ zügig und beim Bezahlen empfand ich keine Antipathie wie gestern. Ich will mal das Beste annehmen und davon ausgehen, dass ich gestern übersehen wurde.
Nach dem Frühstück hatten wir eine gute Zeit der Anbetung und des Gebets. Von Johannes dem Täufer haben wir gelernt, dass wir auch als Jesusjünger einmal schwach sein dürfen. Auch Nachfolger Jesu kennen Zweifel und Verzweiflung. Und wie begegnet Jesus dieser Not? Auf zweierlei Weise. Jesus sagt den zu ihm gesandten Johannesjüngern:
„Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:“ (Matthäus 11:4)
Jesus handelt und antwortet nicht, wie es die Fragenden vielleicht gehofft hatten, nämlich mit einer einfache Ja/Nein Antwort. Jesus sagt vielmehr: Berichtet Johannes, was ihr hört und seht. Sie sollten Johannes aufrichten, indem sie ihm die Worte Jesu sagten und ihm Jesus beschrieben. So werden ermattete Herzen gestärkt: Durch das Wort Gottes und den Blick auf Jesus allein. Das war Jesu Methode. Das sollte unsere Methode sein.
Check-out aus dem Hotel; DVD, Kalender und Johannesevangelium wurden der Dame an der Rezeption geschenkt, ebenso ihrem Kollegen. (Mal sehen, ob sie uns Freitag nochmal dort schlafen lassen...J )
Die Busfahrt in unser 80 km entfernt liegendes nächstes Ziel verlief ohne Zwischenfälle. Wir fuhren durch etliche kleine Städtchen, in denen es keine Gemeinde, kein Hauskreis, keinen Christen gab – wahrscheinlich nicht mal einen Namenschristen.
Am Ziel angekommen zogen wir nach einiger Zeit los, um die erste Gebetszeit für die Stadt in einem Park zu verbringen, der die Stadt von einer Anhöhe aus überblickt. Um ehrlich zu sein, einige von uns fühlten sich beobachtet. Wenn es so war, wäre es erstaunlich, denn wir waren erst wenige Stunden in der Stadt, aber 100% ausschließen kann man es auch nicht. Was solls, gebetet haben wir trotzdem (nicht auf Knien mit Augen zu sondern mit Augen offen, Tee trinkend und versuchend, neutral auszusehen. J) Am späten Nachmittag hatten wir eine weitere Zeit des Gebets und Austauschs im Hotel. Was mir wichtig wurde war zweierlei:
1. Zwei aus der Gruppe war nachmittags vom Park aus der herrliche Nebel aufgefallen, der die Stadt überzog, fast wie ein Hauch. Der Nebel kam leise, sanft, vielleicht zunächst unbemerkt von den Menschen in der Stadt. So kommt der Heilige Geist, wo gebetet wird. Leise und sanft, fast wie ein Hauch und zunächst unbemerkt von den Menschen. Aber wo gebetet wird, wird Raum geschaffen für das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes. Eine Ermutigung, weiter für diese Stadt zu beten. Gott ist am Werk. Wir bemerken noch nicht davon, viel weniger die Menschen in der Stadt. Aber der Geist Gottes wirkt und breitet sich aus!
2. Monika hatte unterwegs ausgedrückt, was auch ich empfand: In diesen ersten Tagen war man fast schon so „platt“ (oder mehr) wie am Ende der früheren Reisen. Die Tage waren anstrengend und inhaltsschwer. Außerdem hatten wir bisher mehr Begegnungen als auf den früheren Reisen. Das zehrt auch an unseren Kräften. Als Team müssen wir auf der Hut sein und uns wappnen gegen Uneinigkeit, Müdigkeit, Gebetsmüdigkeit und geistliche Schwäche! Das taten wir auch indem wir während des Gebets Apostelgeschichte 4:23-31 lasen und den Herrn neu um die Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben baten.
Es ist gut zu wissen, dass der Herr nicht nur Interesse hat an der Errettung der Menschen hier
und dem Beginn einer Gemeinde in diesen Städten, sondern, dass Er auch Interesse hat an uns
als Team. Er kümmert sich um uns: Preis sei Ihm!
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Vierter Tag – Oktober 26 – fast 22:36 Uhr Ortszeit
Hundemüde! Es war ein langer, anstrengender, aber schöner Tag. Um 6 Uhr ging der Wecker. Ca 6:45 Uhr saß ich an meinem Teeplatz im Stadtzentrum, wurde aber erst bedient, als ich mich meldete. Das ist unüblich und in all den Jahren, in denen ich dort morgens Tee trinke, noch nicht passiert. Hat es damit zu tun, dass ich zu weit weg saß vom Ausschankhäuschen oder damit, dass ich morgens dort immer mit aufgeschlagener Bibel sitze? Oder war es Zufall? Keine Ahnung. Morgen früh werde ich mich mit Bibel näher ans Teehäuschen setzen. Mal sehen, ob wer kommt.
Gesegnet wurde ich in der Stillen Zeit. Die Frage, die mich und unser Team sehr bewegte, war, ob wir mit den einheimischen Geschwistern oder Verantwortlichen reden sollten über unsere Beobachtungen (siehe Eintrag gestern). Eigentlich habe ich mich dagegen gesperrt, aber die nächste Episode aus dem Leben von Johannes dem Täufer ließ mich nicht los. Er predigte Buße und rief alle zur Umkehr auf, die zu ihm kamen. Alle meine Versuche, diesen Text ‚anders’ zu verstehen, ließen mich unruhig bleiben. Schließlich hab ich aufgegeben und dem Herrn gesagt: „Herr, wir laden alle ein, die wir gestern getroffen haben. Wir laden sie ein, mit uns am Nachmittag zu beten und zu Fasten und sagen ihnen klar, dass wir auch auf Gott hören möchten und einige prophetische Eindrücke weitergeben möchten. Wenn sie kommen, werden wir ihnen dein Wort weitergeben; wenn niemand kommt, ist es nicht unsere Sache. Wir geben es in deine Hände!“ Mit diesem Gebet kam der Friede, obwohl der Anruf bei den Verantwortlichen doch noch etwas Überwindung kostete. Für Freitagnachmittag werden wir uns als Team treffen. Wenn Gäste kommen, ist das Gottes Auftrag an uns, sie auf Gehorsam gegenüber Gott hinzuweisen. Kommt niemand, ist es Gottes Zeichen, dass wir uns aufs Beten konzentrieren sollen. Schließt Ihr bitte gutes Wetter in Eure Gebete ein. Es soll regnen. Auch findet am Freitagnachmittag oder Abend das letzte Treffen mit dem Kontakt aus dem Schnellrestaurant stett. Auch dafür brauchen wir Gebet.
Beim Austausch heute morgen rief der Herr uns zu: „Freut euch trotz allem!“ Uns wurde klar, dass die Last, die Gott uns gestern aufgelegt hat, mit uns gehen wird durch die Woche. Aber immer wieder dürfen wir sie Ihm anvertrauen. Er legt uns keine Lasten auf, um uns zu zerbrechen und bedrücken, sondern um uns zu sich zu ziehen und Wachstum zu schenken. Auch die Verse aus Habakuk 3:17-18 wurden uns im Gebet gegeben. Die Verse besagen, dass wir uns freuen sollen, auch wenn es noch keinen Grund dafür gibt.
Anschließend an die Gebetszeit haben wir einen strategisch interessanten Platz besucht und dort eine geraume Zeit im Gebet verbracht. Durch Gottes Führung (Antwort auf Gebet) kamen wir in ein Gespräch mit einem jungen Paar, denen wir einen Film und ein Evangelium weitergeben konnten. Nach der Rückkehr ins Stadtzentrum teilten wir uns in Zweierteams auf und gingen betend durch die Stadt, das Einkaufszentrum und beteten für die Anliegen, die Gott uns aufs Herz legte. Richard und mir wurde Teevon einem Schuhputzer angeboten, der uns angesprochen hatte. Er erhielt von uns eine DVD und eine Art Traktat. Eine weitere gemeinsame Gebetszeit als Team schloss sich an einem anderen Platz an, der zum Beten einlud und inspirierte. Auch dort gab es eine Gott-geschenkte Begegnung mit 3 jungen Männern. Auch sie erhielten eine DVD. Gott geschenkt waren alle diese Treffen, weil der Kontakt von ihnen, nicht von uns ausging.
Es ist höchst interessant zu erleben, wie Gott uns mit Menschen zusammen bringt, ohne dass wir etwas dazu tun. Selbst nach dem gemeinsamen Abendessen wurde ein Teammitglied angesprochen und in ein Gespräch verwickelt, in dem sie einen Kalender weitergeben konnte.
Der abendliche Austausch brachte ähnliches hervor. Wir haben den Eindruck, dass Gott uns durch die vielen Kontakte sagen möchte, dass Er bereits am Wirken ist, das sich etwas bewegt. Auch die Tatsachen dass so viele Menschen uns ansprechen scheint ein Hinweis Gottes zu sein, der sagt: „Ich habe ein Volk in dieser Stadt!“ Gerade dieser Vers kommt mir auch beim Gebet immer wieder in den Sinn und heute habe ich Gott gefragt: Ist es meine Einbildung, dass der Vers mir immer wieder spontan in den Sinn kommt oder von jemand anderem zitiert wird, oder ist es wirklich ein Hinweis Gottes, dass Er am Werk ist. Durch einen weiteren Hinweis schien Gott zu bestätigen, dass Er tatsächlich in dieser Stadt ein großes Volk hat oder herausrufen wird. Also wollen wir getrost weiterbeten und Großes von Ihm erwarten.
Abonnieren
Posts (Atom)