„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Freitag, 2. Juli 2010

Freude und Tod?

Es ist schon interessant, wenn ein Mensch sich Philipper 4:4-7 als Predigttext für seine eigene Beerdigung aussucht. Und doch, so muss ich bekennen, war ich ausgesprochen froh, als mir dieser Text als Predigttext gegeben wurde.

"Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!  Eure Güte lasst alle Menschen erfahren! Der Herr ist nahe!  Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!"

Was kann unsere lebendige Hoffnung deutlicher ausdrücken als die Tatsache, dass Gotteskinder sich selbst im Angesicht des Todes freuen können. Der Mensch, der selbst im Angesicht des Todes Gottes Wort ernst nehmen kann, der kennt seinen Herrn und Erlöser. Jesus ist der Grund seiner Freude.

Darum heißt es auch nicht: Seid ausgelassen allezeit oder lacht allezeit. Es heißt nicht einmal: "Freuet euch allezeit." Gott ruft uns durch den Apostel Paulus zu: "Freuet euch in dem Herrn allezeit!"

  • Bei Jesus können wir ein trübes, trostloses, altes Leben eintauschen gegen ein neues!
  • Bei Jesus finden wir Vergebung - und die Gewissheit der Vergebung aller unserer Schuld!
  • Bei Jesus finden wir Trost und Halt, selbst in den Zeiten, in denen uns das Leben durch harte Schicksalsschläge zusetzt!
  • Bei Jesus finden wir Verheißungen - und erfahren wir Verheißungen, die über jeden irdischen Wert hinausgehen!
  • Bei Jesus finden wir eine Hoffnung, die uns im Leben trägt - und nicht nur im Leben - vielmehr noch im Sterben!
  • Bei Jesus finden wir Aufnahme, nicht für ein weiters Leben mit Höhen und Tiefen, sondern für die Ewigkeit in der Herrlichkeit, Gegenwart und Freude unseres Herrn!
Tatsachen wie diese - und es ist nur eine kleine Auswahl der Gründe unserer Freude - machen deutlich, warum es nicht abwegig ist, Philipper 4:4-7 als Predigtext für die eigene Beerdigung auszusuchen. Diese Verse trösten den Sterbenden mit Vorfreude auf die Begegnung  mit seinem Retter, Jesus. Gleichzeitig lenken sie unser aller Blicke auf Jesus, der alleine bleibende Freude schenken kann, selbst in Leid und Trauer.

Ich wünsche Euch allen einen frohen Tag im Sinne von Philipper 4:4!

Donnerstag, 1. Juli 2010

Übersehen worden?

Und Samuel fragte Isai: Sind das die jungen Leute alle? Er antwortete: Der Jüngste ist noch übrig, siehe, er weidet die Schafe. (1 Samuel 16:11)

Ich frage mich, wie David sich gefühlt haben muss. Es sieht ja fast so aus, als habe sein Vater vergessen, dass er noch einen weiteren Sohn hatte. Man hatte David unberücksichtigt gelassen, ihn ignoriert, nicht mal gerufen oder in Augenschein genommen. Keine Chance für David. Wie würden wir uns in seinen Schuhen fühlen?

Es war nicht viel später, als man ihm vorwarf, als Schaulustiger an einem Kriegsschauplatz aufzutauchen. Man machte sich über seine Arbeit lustig, die er mit Hingabe tat und nannte ihn vermessen und voll Bosheit.

David war Israels König der Zukunft - und wurde in jeder Hinsicht übersehen, verkannt und beschimpft. Wie würden wir uns in seinen Schuhen fühlen? Wie würden wir empfinden, wenn es eine Position zu füllen gibt und man würde uns als möglichen Kandidaten vergessen - einfach nicht als Möglichkeit berücksichtigen? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir verkannt und beschimpft würden, während wir dabei sind, etwas Gutes zu tun?

Was mich beeindruckt ist die Tatsache, dass David in alledem gar nicht erwartete, gefragt, beachtet und geehrt zu werden. Es kümmerte ihn nicht, dass man auf seinen Rat oder seine Gegenwart verzichtete. Er bemühte sich nicht, Anerkennung oder Lob zu erhalten. David lebte demütig mit seinem Gott - und der kümmerte sich um ihn.

Und was für ein gewaltiger Freund Gottes wurde dieser David. Er sah nicht sich selbst als wichtig an und stand nicht auf für seine eigene Ehre. Aber an die Ehre Gottes wollte er nichts kommen lassen. Dafür war er bereit, sein Leben aufs Spiel zu setzen. So sieht ein Mensch aus nach dem Herzen Gottes. (Apostelgeschichte 13:22)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Heute Abend

Sorry, Leute! Heute gibts keinen Blogeintrag. D.h, klar gibts einen. Ich schreib' ja grade.Input für Leib und Seele aber diesmal nicht an dieser Stelle, sondern heute Abend beim Missionsabend in der CCFG. Wir fangen um 19:30 Uhr an und sind (hoffentlich) um 21:00 fertig. Es wird interessant! Kommt! Bringt andere Christen mit! Hört und seht, was Gottes Herz bewegt!

Bis heute Abend,  Wolfgang

Calvary Chapel Freier Grund / Am hohen Rain 20 / 57290 Neunkirchen-Zeppenfeld

Dienstag, 29. Juni 2010

Wie bitte? - Mit dem Herzen sehen?

Mit dem Kopf kann man denken, sich im Takt bewegen, ein Tor köpfen …
Mit Armen und Händen kann man Lasten tragen, schlagen, streicheln …
Mit den Füßen kann man gehen, laufen, tanzen …
Mit dem Herzen kann man lieben, "fühlen" sehen …

Moment mal! Ist mir das in die falsche Zeile gerutscht? Sehen mit dem Herzen? Paulus schreibt in Epheser 1:18:

"Und (Gott) gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt …"

Mindestens dreierlei wird erwähnt, für das wir erleuchtete Augen des Herzens brauchen:
  1. Um die Hoffnung zu erkennen, zu der wir berufen sind (18)
  2. Um die Herrlichkeit Seines Erbes in uns zu erkennen (18)
  3. Um die überschwängliche Größe Seiner Kraft an uns, den Heiligen, erkennen (19)
Hoffnung, Erbe und Gotteskraft - das ist uns natürlich bekannt, "irgendwo bewusst",  aber oft nicht gegenwärtig. Groß ist der Unterschied zwischen dem intellektuellen Verstehen (Köpfchen)  und dem Verstehen durch "erleuchtete Augen des Herzens." Wenn unser vorhandenes geistliches Wissen uns nicht zu einer innigen Gemeinschaft mit Jesus führt, nützt es uns nicht viel! Darum betet Paulus um erleuchtete Augen des Herzens.

Was ist der Unterschied? Nun, wer lediglich mit dem Verstand (Köpfchen) erkennt: "Ja, ich habe Hoffnung & Erbe in Jesus, dem Allmächtigen," der lebt in der Theorie, ohne die praktische Erfahrung dieser Segnungen. Wer dagegen mit den erleuchteten Augen des Herzens erkennt, der zieht täglich seine Kraft aus dieser Hoffnung; er freut sich auf und sehnt sich nach dem himmlischen Erbe und erfährt die Kraft Gottes im Alltag. Das ist der Unterschied. Und er ist gewaltig!

Als Gotteskind hast Du jeden Grund zur Hoffnung. Du hast ein wunderbares, himmlisches Erbe. Du hast Zugang zur verändernden, tragenden, tröstenden, bewahrenden Kraft Gottes, mit dem Er in und an Deinem Leben wirken möchte.

Allerdings wird uns das wenig interessieren, solange wir es nur als "korrekt"  im Kopf abspeichern.

"Erleuchtete Augen des Herzens"  -  sie bringen Begeisterung für Gottes Segen, sie bringen den Wunsch, Jesus an uns ran zu lassen und die Erfahrung Seiner göttlichen Kraft.

Ich wünsche uns allen, dass wir Gottes Segnungen mehr und mehr mit den erleuchteten Augen des Herzens sehen.

Montag, 28. Juni 2010

Kreuz und leeres Grab - ist das genug?

In Epheser 1:17 betet Paul für die Gemeinde:

" … dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen."

Ist schon eine seltsame Bitte des Paulus. Schön, aber seltsam! "Den Geist der Weisheit und Offenbarung um IHN zu erkennen" - für die bereits gläubigen Epheser?  Man hatte doch die Grundlagen des Glaubens begriffen. Jesus war gestorben, auferstanden und der Retter auf der Grundlage des Glaubens. Warum also dieses Gebet für die Epheser - und für uns heute?

Vielleicht, weil manche leben, als gäbe es nichts mehr zu erkennen. Wir haben die Grundlagen des Glaubens begriffen. Wir haben ewiges Leben. Was brauchen wir mehr? Wir haben Jesus als Retter erkannt und damit kennen wir doch das Wichtigste, oder?

Ja, damit kennen wir die Grundlagen! Aber Jesus möchte uns so viel mehr zu erkennen geben als die Grundlagen des Heils. Wir sollen IHN erkennen, wer ER ist! Ja, Er ist Retter, aber Er ist  soviel mehr! Er ist Herr, König, Richter, Fürsprecher, der Herrliche (inwiefern ist Er eigentlich herrlich? Schon mal darüber meditiert?), der Kommende …

Zu viele Christen leben, als gäbe es nicht mehr zu erkennen oder zumindest nichts Interessantes mehr zu erkennen.

Dabei ist die Erkenntnis "Jesu als Retter" nur der erste Schritt in die Schatzkammer der Erkenntnis Gottes - und so viele meinen: Das reicht! Ist mir genug - und verpassen es, ein erfülltes Leben mit Jesus zu leben.

Jesus immer mehr zu erkennen macht unser Leben aufregend, spannend, geborgen und lebenswert. Unser Leben wird nicht dann zur Last, wenn wir beginnen, Jesus besser kennen zu lernen, sondern es wird dann zur Last, wenn wir aufhören, Neues zu entdecken oder Altes neu zu entdecken.

Wenn wir aufhören, Jesus besser kennen zu lernen, dann wird unser Leben als Christ langweilig und lau, dann verlieren wir Interesse - und wir kommen dahin, wo sich heute viele Christen befinden: Sie leben ohne Vision, ohne Freude und voll im Kompromiss. Kreuz und leeres Grab sind der Anfang. Der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen vermittelt das Heil. Aber um die Fülle der Freude, Kraft und des Segens wird erst in der konsequenten Nachfolge entfaltet, in der wir Jesus auf den Fersen bleiben und IHN immer mehr erkennen.

Samstag, 26. Juni 2010

4500 Jahre in die Vergangenheit

In einer Pension außerhalb der antiken Stadtmauern hatten wir übernachtet und uns früh aufgemacht, um die Stadt zu besuchen - das heißt, was von ihr übrig geblieben und wieder ans Licht gebracht worden war. Genauer gesagt, ihre neunte Ausführung, denn Troja wurde acht mal zerstört und immer wieder aufgebaut. Zum ersten Mal wurde die Stadt fast 3000 Jahre vor Christus erbaut. Erst die neunte Zerstörung war endgültig. 

Ich meine, es sei die sechste Ausführung der Stadt gewesen, als die Griechen vor Trojas Toren standen, die massiven Stadtmauern aber nicht überwinden konnten. Das zehnte Kriegsjahr brach an, und noch immer hielt die Mauer allen Angriffen stand. Dann rief der offizielle Seher der Griechen, Kalchas die Helden zusammen. "Nicht durch Gewalt, sondern durch List müsst Ihr Troja besiegen!" - so lautete seine Anweisung. Innerhalb von nur drei Tagen zimmerte man ein großes Pferd aus Holz, das innen hohl war und als Versteck für einige der tapfersten griechischen Soldaten diente. Dann täuschte die griechische Armee einen Abzug vor, ließ das hölzerne Pferd einfach stehen und zog ab. Trotz Warnungen durch einen trojanischen Priester zog man das Holzpferd in die Stadt. Ein heimtückischer Grieche erklärte den Trojanern, das Pferd sei vom Feind als Weihgabe an die Göttin Athene hinterlassen worden. Es zu zerstören, bringe Unheil, es in die Stadt zu bringen, Schutz. So brachte man es in die Stadt und stelle es vor dem Tempel der Göttin auf. Nachts kletterten die Soldaten aus dem Hohlraum im Inneren des Pferdes, öffneten der zurückgekehrten griechischen Armee die Stadttore, zerstörten Troja und töteten den Großteil der Bevölkerung.

Eine faszinierende Geschichte mit einer gewaltigen geistlichen Lektion!

In Sacharja 2:9 versichert der Herr:
"Und ich selbst werde ihm ringsherum eine feurige Mauer sein, spricht der Herr"

Gottes Volk war sicher vor seinen Feinden, solange sie sich auf Gott verließen, solange Er sie umgab und sie das Böse draußen hielten. Kein Vorwärtskommen für den Feind.

Aber wenn der Feind erkennt, dass wir hinter Gott stehen, der unser Schutz und Schuld ist und dass wir sicher sind, dann ändert er seine Taktik. Nicht länger Gewalt und offensichtliche Angriffe, sondern List, Heimtücke und Verführung. Seine Mittel sind vielfältig. Stolz schleicht sich ein, (den wir dann als "gesundes Selbstbewusstsein beschreiben), falsche Lehre (die uns so gut gefällt, dass wir sie leicht rechtfertigen können), eine ungläubige Partnerschaft (die wir irgendwie noch in den "Willen Gottes" hineinzuzwingen verstehen), Bitterkeit gegenüber anderen (zu der wir "natürlich" das Recht haben), geistliche Müdigkeit (die als der gesunde Normalzustand interpretiert wird - man will ja nicht extrem sein …) und so könnte man weiter machen. Wenn die offensichtlichen Angriffe des Feindes uns oder die Gemeinde Jesu nicht überwinden können, dann versucht er es auf die sanfte Art. Nicht mehr Gewalt, sondern Tücke. Eine heimtückische Gefahr aber ist um ein vielfaches gefährlicher als eine offensichtliche.

In Troja schleuste sich der Feind ein und begann sein tückisches, zerstörerisches Werk von innen. Im Leben vieler Christen und im Leben ungezählter Gemeinden schleust sich der Feind ebenfalls unerkannt ein und beginnt seine tückische Zerstörung von innen. Allen Warnungen zum Trotz fühlt man sich sicher, hat alle möglichen Ausreden und Erklärungen und muss grausame Niederlagen hinnehmen.

Bleib hinter der feurigen, unüberwindbaren Mauer! Versteck dich hinter den breiten Schultern Gottes. Mach keine faulen Kompromisse mit dem Verführer. Nimm von Satan keine Geschenke, so attraktiv sie auch erscheinen mögen.

Freitag, 25. Juni 2010

Sonnenblumen & Jesus

Während unserer Gebetsreise kamen wir an einem Tag durch mindestens eine Provinz, die vom Anbau von Sonnenblumen zu überleben schien. Riesige Sonnenblumenfelder begleiteten uns links und rechts der Straße über viele, viele Kilometer. Ich liebe Sonnenblumen. Vielleicht schon allein des Namens wegen. Wie kann man etwas nicht mögen, das mit Sonne und Licht zu tun hat. (Bitte nicht beantworten. Ist eine rhetorische Frage :-) ) Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es beim Hineinfahren in diese Provinz war oder nachdem wir eine Stadt durchquert hatten, und die Felder wieder begannen. Jedenfalls merkte ich im ersten Auchenblick gar nicht, dass die Sonnenblumenfelder wieder begannen. Warum nicht? Alle Sonnenblumen wandten mir ihren grünen "Hinterkopf" zu. Die Blüten konnte ich klar erkennen, als ich nach hinten blickte. Jetzt sah ich das leuchtende Gelb der herrlichen Blüte. Alle Blumen waren nach der Sonne ausgerichtet, und da auch wir der Sonne entgegenfuhren, waren die Blüten nicht so einfach sichtbar.

Welch herrliches Bild für uns Jesus-Leute. Ist es auch nur vorstellbar, dass eine Sonnenblume sich nicht der Sonne zuwendet?  Bestenfalls, wenn sie krank ist - und selbst dann wird sie alles unternehmen, sich der Sonne entgegen zu strecken!

Richte den Blick nur auf Jesus
Schau voll in Sein Antlitz hinein
Und die Dinge der Welt werden seltsam trüb
Und im Licht Seiner Herrlichkeit klein

Dieses alte Anbetungslied der ersten Generation bringt wunderbar den Vers zum Ausdruck:

(Lasset uns) "aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens." (Hebräer 12:2)

Ganz ähnlich lesen wir in Richter 5:31:

Aber die, die ihn lieben, sollen sein, 
wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft!
(Liedform: Die aber auf Ihn sehn, werden sein wie die Sonne, 
die aufgeht in ihrer Pracht)

Daran haben mich die kilometerlangen Sonnenblumenfelder am Rande der Straße erinnert. Auch ich möchte meinen Blick in Richtung "Jesus" wenden, alles andere links und rechts zweitrangig sein lassen - vielleicht sogar ganz ignorieren. Ich möchte erleben, wie Jesus sich in meinem Leben widerspiegeln kann, weil ich auf Ihn sehe.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Sicher ans Ziel ...

Bin wieder gelandet. In Deutschland - und in meinem Büro! Ich liebe diesen Platz! Mein Dank geht an alle Geschwister, die alles so toll weitergeführt haben.  In den nächsten Tagen wird es immer wieder mal einige Reflektionen geben über die Gebetsreise, die am 16.6. begann.

Ok, ich gebe zu: ich bin mit einem Billigflieger geflogen. Der Preis stimmte halt. Allerdings musste man sowohl das Essen als auch die Getränke im Flugzeug kaufen (wenn man dann Wert darauf legte). Immerhin hatte ich einen Sitzplatz! :-) Die Abflugzeit war mit 14:35 Uhr angegeben - los ging's, angeblich pünktlich, um 15:35 Uhr. Das Flugzeug selbst war ok, da es ein relativ kurzer Flug war und ich bereit war, auf Komfort zu verzichten. Mitten im Flug gab es Turbulenzen. Das "Bitte Anschnallen" Zeichen blinkte, und die Durchsage des Kapitäns forderte alle auf, angeschnallt sitzen zu bleiben.

Nun, Turbulenzen bin ich gewöhnt. Irgendwann kennt man das und liest einfach weiter in seinem Buch oder seiner Zeitschrift. Wird es dann heftiger, blickt man kurz aus dem Fenster, schickt ein kurzes Gebet nach "oben" (man ist ja eh schon 13.000 km näher am Himmel) und liest weiter. Diesmal allerdings waren die Turbulenzen heftig. Ich wurde erinnert an einen meiner ersten Flüge 1984. 2 Stunden lang mussten wir auf einem Trans - Atlantik Flug angeschnallt sitzen bleiben - und es war HEFTIG! Ich blickte also auch diesmal aus dem Fenster. Alles schwankte. Man sah es, wenn man nach draußen blickte und man sah es, wenn man im Flugzeug den Gang entlang blickte. - Nun, ich bin immer offen für ein Abenteuer, auch eins, das Turbulenzen beinhaltet. Aber jetzt kam mir doch ein wohl formuliertes Gebet über die Lippen. Ich hatte ja keine Ahnung, ob der Billigflieger gut gewartet war. Und so betete ich: "Herr, bring uns sicher ans Ziel!" Kaum hatte ich es ausgesprochen (vielmehr - zu Ende gedacht), da musst ich auch schon lächeln. Mann, dachte ich, das Gebet wird mit 100%iger Sicherheit erhört. Ich werde auf jeden Fall am Ziel ankommen! Um ehrlich zu sein: Die Turbulenzen nahmen noch zu. Zwar kann ich nicht sagen, dass ich Angst hatte, aber, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, formulierte ich mein Gebet neu und betete: "Herr, bring uns sicher runter!" - Offensichtlich hat der Herr sich entschieden, auch dieser Bitte nachzukommen.

Der Flug war mir eine Lehre und Ermutigung. Egal, wie wir runter gekommen sind oder wären - ich wäre auf jeden Fall am Ziel angekommen. Mann, sind wir Jesus-Leute eine gesegnete Truppe! Nichts kann uns passieren. Klar, wir können krank werden, wir können entführt werden, wir können entlassen werden, wir können in einem Flugzeug abstürzen - uns können tausend Tragödien und Probleme begegnen wie jedem anderen auch - und doch kommen wir immer sicher ans Ziel - wenn nicht hier, dann dort! Wenn das mal kein Grund zu Gelassenheit und Freude ist.

"Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; / ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen." (Psalm 91:14-15)