„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Freitag, 27. Juni 2025

Die Fehler der Jünger

CC BY-NC 4.0
16 Und er berief die Zwölf, und er gab dem Simon den Beinamen Petrus, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und er gab ihnen den Beinamen Boanerges, das ist Söhne des Donners, 18 und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon, den Kananäer, 19 und Judas Iskariot, der ihn auch überlieferte. (Markus 3:16-19)

Ich bin immer wieder ermutigt, wenn ich mir die Jünger Jesu anschaue. Was für eine unterschiedliche Truppe. Wie oft haben sie gestritten, waren unterschiedlicher Meinung, kleingläubig, ängstlich, vorschnell oder übermütig. Wie oft waren sie langsam (!) zu Verstehen – oder haben gar nichts kapiert. Und Jesus hat keinen von ihnen weggeschickt, fallengelassen oder vor anderen bloßgestellt – nicht einmal Judas. Der ging von alleine – ganz freiwillig. Die anderen blieben – trotz ihrer Schwächen – bei Jesus. Gründe, sie abzuweisen und nach Besseren, Qualifizierteren umzusehen, hätte Jesus genug gehabt. Da waren:

ð Simon Petrus: Schnell – oft zu schnell, selbstüberschätzend, am Ende verleugnet er seinen Herrn.

ð Jakobus und sein Bruder Johannes: Kommen oft im Doppelpack. Einmal schlagen sie vor, eine ganze Ortschaft durch himmlisches Feuer zu zerstören; ein andermal wollen sie einen Sonderplatz im Himmel. Nicht gerade gemeinschaftsfördernd.

ð Andreas: Kommt nicht an die Popularität seines Bruders Petrus heran. Stand scheinbar oft in seinem Schatten.

ð Philippus: Verstand nicht immer gleich, was Jesus sagte oder tat.

ð Bartolomeo: Selten erwähnt. Unscheinbar. Personalie ungewiss.

ð Matthäus: Sehr schlechte Voraussetzung zum geistlichen Dienst: großer Freundeskreis im schlechten Milieu.  

ð Thomas: Ok, den kennt man. Allerdings als Zweifler.

ð Jakobus, Sohn des Alpäus: Auch ‚der Jüngere‘ genannt. Kein erhebender Spitzname!

ð Thaddäus auch Lebbäus: Muss man nicht mehr zu sagen. Ein echter „No Name“.

ð Simon, der Kanaaniter: Ein Eiferer, ein Fundi. Ex-Mitglied in einer extremen Sekte.

Sie alle hatten Schwächen. Und ausnahmslos alle, die nach ihnen kamen, auch. Du und ich auch! Aber ihnen allen galt und gilt:

Das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. (1 Korinther 1:27)

Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? (Jakobus 2:5)

Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. (2 Korinther 12:10)

Natürlich hätte Jesus Gründe, jeden von uns abzuweisen und sich jemanden zu suchen, der besser, edler und qualifizierter ist als wir. Nur: das will Er gar nicht. Er möchte gerade uns gebrauchen. Er hat uns gerufen und gerettet, weil wir so sind, wie Er uns vorfand. Er hat begonnen, Sein Werk in und durch uns aufzurichten. Darum gilt auch uns 2. Chronik 16:9a:

Die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.

Donnerstag, 26. Juni 2025

Chrysostomos über Gebet

Betet ohne Unterlass!
1 Thessalonicher 5:17

Ohne Unterlass? Wie soll das gehen? Gebet ist Kampf! Gebet ist Arbeit! Gebet ist Ringen mit Gott!

Gebet ist aber auch Ausruhen! Sich freuen! Auftanken! Aufsehen auf Jesus!

Gebet muss man lernen und praktizieren. Wie in fast allem wird unser Gebet flüssig, geölt und gelernt durch den ständigen Gebrauch – egal ob holprig oder nicht.

Der Kirchenvater Chrysostomos wird oft als bedeutendster Prediger der griechischen Kirche bezeichnet. Als Johannes von Antiochien wurde er im 4. Jahrhundert n. Chr. geboren, starb zu Beginn des 5. Jahrhunderts und erhielt im 6. Jahrhundert den Beinamen „Chrysostomos“, was so viel bedeutet wie „Goldmund“. Seine öffentlichen Reden hatten Gewicht, seine Predigten waren beeindruckend und beinhalteten Kritik an Kirche und Gesellschaft. Nicht alles, was er sagte und lehrte, ist zitatwürdig. Aber seine Aussagen über Gebet sind höchst nachdenkenswert und inspirierend: 

 

Das Gebet ist die Wurzel tausendfacher Segnungen.

Die Macht des Gebets hat Feuer aufgehalten,

Löwenrachen verstopft,

Kriege beendigt,

Elemente beschwichtigt,

Dämonen ausgetrieben,

Todesketten gesprengt,

die Tür des Himmels geöffnet,

Krankheiten geheilt,

Städte vor der Zerstörung bewahrt.

 

Das Gebet ist eine unerschöpfliche Schatzkammer,

ein bodenloses Bergwerk,

ein reiner und wolkenloser Himmel.

Vielleicht

Es ist die Wurzel,

die Quelle,

der Hintergrund tausender und abertausender Segnungen.

 

Vermutlich können viele Leser ein durch Erfahrung belegtes, überzeugtes „Amen!“ zu diesen Aussagen machen. Auch, wenn wir nicht viele der genannten Punkte erfahren haben, so doch die Kraft des Gebets in ähnlicher Weise.

Andere wiederum haben diese Erfahrungen nicht gemacht. Das kann verschiedene Gründe haben. Ich schlage vor: Fang (wieder neu?) an, intensiv zu beten. Bete alleine! Bete mit anderen! Tausch Dich mit anderen Betern aus über Deine Erfahrungen und wachse im Gebet. Dann wird der Herr Dich die Erfahrung machen lassen, mit der Chrysostomos seine Gedanken überschreibt:

Das Gebet ist die Wurzel tausendfacher Segnungen.

Betet ohne Unterlass!
1 Thessalonicher 5:17

Mittwoch, 25. Juni 2025

Götzen im Tempel = Götzentempel

Israels Tempel! Gebaut von Salomo. Ein Prachtwerk und eine Kostbarkeit, in der das Silber vor lauter Gold gar nicht mehr auffällt. Weihrauch erfüllt die Luft. Priester in herrlichen Gewändern sind beschäftigt, dem Allmächtigen zu dienen. Opfer erinnern an die Gnade und Barmherzigkeit Gottes, der bereit ist, zu vergeben und vergessen. Das Kommen eines ewigen Erlösers hat Er verheißen. Dieser wird regieren und eine Art Himmel auf Erden schaffen. Sein Volk dürfen sie sein, Ihm dienen, seine Arme und Beine, Hände und Füße, Augen, Mund und Ohren sein. Durch sie möchte Er wirken, leuchten, einladen, seine Schönheit und Größe auf Erden deutlich werden lassen. Sie will Er nach Seinem Namen nennen und sie überschütten mit Liebe, Segen und Leben. Gesegnetes Volk Gottes!

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Hesekiel ist in Babylon, als Gott ihm eine Vision schenkt. (Hesekiel 8) Im Vorhof des Tempels steht er und blickt hinein in den Innenhof, in dem der Brandopferaltar davon zeugte, dass Gott heilig und gerecht ist, aber auch liebend, fürsorgend und vergebend. Doch anstatt Priester zu finden, die am Brandopferaltar dem lebendigen Herrn dienen, wird Hesekiel am Eingang von einem toten Götzenbild überrascht. Gottes Reaktion:

Wegen dieser großen Gräueltaten werde ich mich aus meinem Heiligtum zurückziehen! (Vers 6)

Als ob das nicht genug sei, führt Gott Hesekiel tiefer in den Tempel hinein. Dort findet er Verantwortliche des Volkes im schlimmsten Götzendienst. Und sie meinen, ihre Taten seien verborgen und daher sicher.

Schließlich führt Gott ihn weiter und zeigt ihm Männer und Frauen, die in rituelle heidnische Handlungen verfallen sind – und das scheinbar noch gut finden!

All das hatte Gottes Volk begonnen zu tun, weil man meinte, Gott habe sie verlassen (Vers 12). Darum wandte man sich anderen, trügerischen Optionen zu.

Der Tempel in Jerusalem steht nicht mehr. Gott hat diesen Tempel verlassen, wie Er gesagt hat. Heute hat Er einen anderen Tempel bezogen, den Er sich gründlich gereinigt hat. Mit dem Wertvollsten des Himmels hat Er ihn ausgelegt und möchte ihn täglich neu damit erfüllen. Dort möchte Er jetzt angetroffen und angebetet werden, frei von allen toten Götzen. Dort möchte Er seine Liebe, Fürsorge und Barmherzigkeit deutlich werden lassen. Dort möchte Er den Seinen begegnen. Paulus schreibt in 1 Korinther 6:19+20:

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!

Unser Leib als Tempel des Allmächtigen! Gereinigt, geheiligt, eingerichtet! Das Opfer, Jesus, der Auferstandene, wird geehrt; der Weihrauch des Gebets steigt auf; die Glieder des Leibes sind Gott hingegeben zum freien Gebrauch, Hände, Füße, Beine Arme, Augen, Ohren und Mund. Gott wird verherrlicht und unser Herz wird erfreut, wie John Piper es sagt: „Gott wird am meisten verherrlicht, wenn wir uns am meisten in Ihm freuen.“

Aber, obwohl die Zeiten und Orte sich geändert haben, nicht so der Widersacher Gottes! Er will Götzen aufstellen an den Plätzen, die Jesus gehören. Er will Selbstvertrauen und Eigeninitiative, wo der Weihrauch des Gebets aufsteigen soll. Er will heidnische Handlungen, wo Dienst für Jesus stattfinden soll. Und je mehr wir uns einlullen lassen und schließlich gar nicht mehr merken, wie Gottes Tempel zum Götzenhaus wird, je mehr wird Gott den Platz verlassen, den Er eigentlich vorbehalten und eingerichtet hatte, um uns in Seiner Herrlichkeit dort zu begegnen. Möge Gott uns geöffnete Augen schenken - sowohl für die Gefahr des Götzendienstes in unserem Leben, als auch für die Herrlichkeit Seines Segens in allen, die Ihm von Herzen dienen.

„Ich bin der Herr, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!“ (Jesaja 42:8)

Dienstag, 24. Juni 2025

Alles hat seine Zeit

Lachen oder Weinen? Freude oder Leid?

Sonntagabend! Die deutsche U21 Fußball Nationalmannschaft trifft im Viertelfinale auf Italien. 20 Minuten Freude am Spiel, dann wachen die Italiener auf. Spannung! Trotzdem Hoffnung! Ernüchterung in der 58. Minute! Italien geht in Führung! Nur 10 Minuten später Enthusiasmus, als der deutsche Star Woltemade den Ausgleich erzielt. Ekstase, als Deutschland 3 Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit das 2:1 macht. Ungläubiges Entsetzen, als Italien in letzter Sekunde der Nachspielzeit durch den Ausgleich die Verlängerung erkämpft. Die 11 gelben und gelb-roten Karten, die die Mannschaften einstecken mussten, haben Italien mehr geschadet als Deutschland, denn die zwei Platzverweise gingen ausschließlich an Italien. Hoffnung! Zuversicht! Aber die Zeit läuft runter. Elfmeterschießen scheint unvermeidbar. Nervosität! Unsicherheit! Dann der Schuss ins Tor! 3:2! Unbeschreiblicher Jubel! Weitere 5 Minuten Kampf, banges Hoffen, Schlusspfiff. Deutschland ist weiter, die Spieler liegen sich in den Armen und Millionen Zuschauer können beginnen, ihre Emotionen aufzuräumen.

Als ich kurz vor Mitternacht selbst versuchte, die innere Aufregung zur Ruhe zu bringen, gingen mir die Szenen des Spiels durch den Kopf: das Entsetzen, als am Ende der regulären Spielzeit ein Tor der Italiener die Verlängerung erzwang, die Tränen des Italieners Gnonto, als er mit Gelb/Rot vom Platz flog, der Freudentaumel der deutschen Spieler ...! Der Gedanke ließ mich nicht los, wie nah Freude und Leid beieinander liegen können. Die Lage kann sich von jetzt ... bis ... jetzt ändern.

In Prediger 3:4 stehen die bezeichnenden Worte:

Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit!

Und der Umschwung kann plötzlich kommen.

Mir kam der Schächer am Kreuz in den Sinn. Ein Krimineller. Zumindest die letzten Stunden – wahrscheinlich länger – hatte er nicht viel zu Lachen gehabt. Folter ... Kreuz ... den qualvollen Tod eines Verfluchten vor Augen. Dann aber die Zusage Jesu (Lukas 23:43):

Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!

Gut, der Umschwung vom Leid und Terror des Sterbens hin zur Freude kam nicht innerhalb von Sekunden (wie im Video oben oder im Fußball am Sonntagabend), aber er kam. Vom extremen Tod hinein in die extreme Freude.

Auch Lukas 16 kam mir in den Sinn. Der Reiche, der ohne Verbindung zu Gott starb, hatte viel Vergnügen im Leben gehabt. In der Sekunde, als er vom Leben in den Tod glitt, änderte sich alles schlagartig. Für den gläubigen, leidenden Lazarus ging die Veränderung in die andere Richtung. Innerhalb eines Atemzugs – seines letzten – ging er von Leid und Traurigkeit hinein in Freude und Herrlichkeit.

Wie nah liegen Freude und Leid beieinander! Wie schnell kann der Umschwung kommen. Wie groß ist der Trost, das zu erkennen und daran festzuhalten.

Im Leben – ob im Wettbewerb, im Arbeitsleben, im Alltag oder sonst wo – werden wir immer wieder diese Erfahrungen machen: Freud und Leid liegen ganz nah beieinander. Zu keiner Zeit wird das deutlicher als zur Zeit des Todes, wie aus der Geschichte in Lukas 16:25+26 hervorgeht, als Jesus vom reichen Mann und Lazarus erzählt. Nachdem sie beide gestorben waren, heißt es, an den Gottlosen adressiert:

Bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. 26 Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, sodass die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.

Schön, wenn im Leben die Zeit der Trauer, des Entsetzens oder Frusts sich wendet in eine Zeit der Freude und des Glücks. Das wird hier wohl immer so bleiben. Wichtig ist, dass wir hier im Leben auf einem Weg sind, der nach unserem letzten Atemzug keine Wende macht, sondern in die ewige Herrlichkeit zu Jesus führt.

Montag, 23. Juni 2025

Und wenn ich nicht weiß, wie ich beten soll?

In einem Gebetstreffen für die islamische Welt wird man mit Anliegen konfrontiert, für die in vielen anderen Treffen nicht gebetet wird. Da ist der arbeitslose Vater, der wegen seines Glaubens keine Arbeit findet, oder die Mutter, die vor die Wahl gestellt wird: Jesus oder Familie! Da ist der Missionar auf ganz einsamem Posten, die Beobachtung durch die Geheimpolizei, die fragliche Aufenthaltsverlängerung, das beschädigte Gemeindehaus, die mutwillig zurückgehaltenen Bewilligungen, und … und … und! Manchmal weiß man gar nicht recht, wie man beten soll, und das gilt nicht nur im Gebet für die islamische Welt.

Ich habe eine Erfahrung gemacht, die mir in ausgesprochen vielen Situationen Mut zum Gebet geschenkt hat: Lobpreis! „Ach, nicht diese Pauschalantwort schon wieder!“ mag der ein oder andere stöhnen. Aber bevor Du abschaltest, lass mich erklären. 

Wenn die Last der Anliegen oder deren Inhalt erdrückend scheint, blick auf Jesus! Wie? Erinnere Dich an die Namen, Titel und Eigenschaften Jesu. Damit ich nicht immer dieselben nehme, gehe ich oft durchs Alphabet, fange bei irgendeinem Buchstaben an (z.B. „K“) und rede mit Jesus über alles, was mir zu „K“ in den Sinn kommt. Als erstes vielleicht: „König.“ Dann lobe ich Ihn in seiner Funktion als König, erinnere mich, was das bedeutet, was das „Königtum Jesu“ für das Problem bedeutet, das mir auf dem Herzen liegt – bis dass mir nichts mehr einfällt. Dann gehe ich zum nächsten Namen, Titel oder Charakterzug – oder zum nächsten Buchstaben. Das wäre „L“. 

Ich lobe Ihn, dass Er das „Licht der Welt“ ist, für die, die noch in der Finsternis sind, aber auch für die Dunkelheit, in der ich selbst manchmal noch herumirre. Während ich Jesus lobe und mich an Ihm in Seiner Eigenschaft als „Licht der Welt“ erfreue, wird mein Glaube, meine Zuversicht, meine Hoffnung gestärkt, weil der Blick von meinen Problemen oder Anliegen auf Ihn gerichtet wird. Dann, in Seinem Licht, sehen alle meine Anliegen meist ganz anders aus – und meine Gebete dafür hören sich ganz anders an. Dem „Licht der Welt“ mag dann eine Zeit der Anbetung des „Lammes Gottes“ folgen, immer mit dem Gedanken: was bedeutet das für Ihn, für mich und für meine Anliegen.

Was ich feststelle, ist die Tatsache, dass mein Herz immer leichter wird und mehr und mehr von Jesus erfüllt. ER genügt! Wie oft singen wir diese Worte in dieser oder jener Form. „Jesus, du bist alles, mein Herz schlägt für dich!“ „In Dir ist alles, was ich brauch!“ „Take the world, but give me Jesus is my cry!” Aber Singen ist in der Regel einfacher als sich vergegenwärtigen und sich im Glauben daran festhalten.

Wenn Dir das nächste Mal beim Beten der Mut fehlt, erinnere Dich: Jesus genügt! Psalm 73:25-26 sagt:

„Wen habe ich im Himmel als Dich? Und neben dir begehre ich nichts auf Erden! Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.“


Ja, wen haben wir eigentlich im Himmel. Meditiere darüber, wen Du da oben hast! Probier das mal aus mit den Namen, Titeln und Eigenschaften und wenn Du möchtest, kontaktiere mich mit Deinen Erfahrungen über das Kontaktformular im Seitenfenster. Gerne schicke ich Dir auch eine kurze, alphabetische Auflistung von Namen, Titeln und Eigenschaften für Dein Gebet.

Sonntag, 22. Juni 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

2 Timotheus 3:12,14+15

Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. (…) Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst

 Anbetung - Gebet
- Predigt - Gemeinschaft
Heute kein Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat: 

Der Pfad der Verfolgung ist möglicherweise
der einzige Weg zum Sieg.
(Bruder Andrew / Open Doors)

So saget man: Fürstenbriefe soll man zwei- oder dreimal lesen, 
denn sie sind bedächtig und weislich geschrieben. 
Viel mehr soll man die Bibel oft lesen, 
denn darin hat Gott seine Weisheit schreiben lassen!
(Martin Luther)

 

Samstag, 21. Juni 2025

Albert Collins und der Prophet Maleachi

Albert Collins (1932-1993), eine Blueslegende der 1970 und 80er Jahre, hatte einen Hit mit dem Titel: „If you love me like you say why do you treat me like you do?“ (Wenn du mich so liebst, wie du behauptest, warum behandelst du mich dann so, wie du es tust?)

Das ist eine Frage, die ich von meiner Frau lieber nicht hören möchte. Sie erinnert mich an eine Begebenheit, von der ich kürzlich hörte.

Ein Mann, der mit dem Glauben nichts am Hut hat, macht eine Beobachtung, die, seines Erachtens, unchristlich war. Ohne lange zu zögern, geht er auf den Beteiligten zu und stellt ihm unverblümt die Frage: „Sind Sie Christ?“  Der Angesprochene bestätigt das positiv, allerdings erstaunt. „Nun“, meint der Beobachter, "wie Sie sich da gerade verhalten haben, das war nicht gerade christlich."

Als mir diese Begebenheit erzählt wurde, war ich doch ein wenig überrascht. Mir wurde neu bewusst, wie sehr wir Christen beobachtet werden. Und recht so! Unser Leben (neben unseren Worten) soll eine Herausforderung zum Glauben sein für Menschen, die Jesus nicht kennen. Aber zu oft hat Albert Collins mit seiner Frage recht: Wenn du das Eine sagst, warum tust du dann das Andere? Bereits im 19. Jahrhundert hat der Philosoph Friedrich Nietzsche gesagt: „Erlöster müssten die Christen aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“ So etwas hört man nicht gerne, aber haben solche Worte nicht oft ihre Berechtigung?

Die Frage, die Collins in seinem Lied verarbeitet, hat bereits der Prophet Maleachi als Anklage an die Priester seiner Zeit gerichtet, mit den tragischen Worten:
„Ihr seid schuld, dass viele im Gesetz zu Fall gekommen sind!“
(Maleachi 2:8)

Priester hatten die Verantwortung, dass ihre Worte und Werke miteinander harmonieren sollten. Das war bei den Angesprochenen nicht der Fall. Allerdings zeigt der Prophet auch am positiven Beispiel vergangener Priestergenerationen auf, wie es eigentlich hätte sein sollen und wie es am Anfang des Priesterdienstes auch mal war:

„Viele brachte er (der Priester nach Gottes Herzen) zur Umkehr von der Missetat!“ (Maleachi 2:6)

Da Priester Gottes im Neuen Testament keine Elite mehr sind wie im Alten Testament, müssen sich alle Jesus-Jünger fragen: Zu welcher Kategorie Priester gehöre ich eigentlich? Gehöre ich zu denen, die viel reden und wenig tun, die in kraft- und geistloser Routine die Fassade aufrechterhalten – oder gehöre ich zu denen, die ihren Worten Taten folgen lassen?

Maleachi 2:2 zeigt uns den Knackpunkt: Bei der ersten Kategorie Priester ist Glaube, Nachfolge und Dienst zur lauwarmen Gewohnheit geworden. Das Wort Gottes wird vernachlässigt und neu interpretiert und alle Geistes – Kraft geht verloren. Die zweite Kategorie Priester ist mit dem Herzen dabei. Leben, Frieden und Frucht ist ihnen verheißen.

Mein Leben mit Jesus soll raus aus allen festgefahrenen Furchen, hinein in geistgefüllte Hingabe und erfüllenden Dienst. Das bringt bleibende Frucht für Jesus, Ehre für Ihn und Freude für Ihn und für mich. Gemäß 1. Petrus 2:9 gehören Du und ich als Jünger Jesu zu einem königlichen Priestertum, berufen und begabt, Ihn zu verkündigen. Das zu erfahren wünsche ich Dir und mir in dieser Woche!

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Herrlichkeiten (Tugenden, Vollkommenheiten) dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.“ (1 Petrus 2:9) 

Freitag, 20. Juni 2025

Billig - und gleichzeitig teuer!

In unserer Familienandacht kam ein Gedanke in einem Andachtsbuch vor, der mir im Gedächtnis geblieben ist: „billig und gleichzeitig teuer.“ Zunächst meint man, dies sei ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich selbst. Wenn man durch die Geschäfte schlendert, sieht man auch nur Waren, die entweder billig sind oder teuer. Beides zusammen gibt es nicht.

Im geistlichen Bereich findet man das schon. Die Bibel sagt es und das Leben beweist es.

Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod. (Sprüche 14:12)

Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. (Matthäus 7:13)

Hier werden Wege beschrieben, die recht und billig zu sein scheinen. Die Masse bewegt sich auf diesen Wegen. Sie können also keine verwerfliche Billigware sein. Aber sie sind einfach zu gehen. Ohne große Anstrengung, ohne Kratzer zu bekommen, ohne groß aufzufallen. Einfach der Masse folgen, sich treiben lassen. Angenehm! Billig! Recht so!

Allerdings, das Ende dieser Massenbewegung, das Ziel dieser angenehmen, billigen Schnellstraßen ist teuer. Die Bibel nennt uns die Mautgebühr: Tod und Verderben! DAS IST TEUER!

Bis heute leben die meisten Menschen mit der Einstellung, die breiten Schnellstraßen des Lebens seien die billigste Variante, mit möglichst viel Spaß zum Ziel zu kommen. Leider mischt sich viel Christenvolk unter die Massen, ohne sich die Konsequenzen bewusst zu machen.

Davids Ehebruch mit Bathseba und der anschließende Auftragsmord an ihrem Ehemann waren für den König eine billige Handlung. Es bedurfte nicht mehr als ein paar Boten, (vielleicht ein paar Gläser Wein) einen Brief – und schon war alles erledigt. Das war billig. Allerdings hatte er eine Ehe ruiniert, einen Menschen auf dem Gewissen, ein gezeugtes Kind, dass seinen ersten Geburtstag nicht miterlebte und Tränen, Tränen und nochmals Tränen. Das war TEUER! (Davids Ehebruch ist nur ein Beispiel von vielen. Andere wären z.B. Eva, Mose oder Samson)

Ob es vor- oder außerehelicher Sex, Drogen oder Alkohol, Lügen oder unfreundliche Worte, Streit oder Grollen oder sonst eine Sünde ist – Sünde scheint zunächst immer billig. Das Ergebnis hingegen ist TEUER! Wie der Wurm, der dem Fisch wie ein billiger Schnellimbiss erscheint – und ihm schließlich das Leben kostet.

Sünde kostet. Sie scheint billig – und wird in Satan’s Discounter auch immer als Blickfang und Schnäppchen auf der ersten Seite angepriesen. Aber sie zerstört. Sie zerstört Familien, sie zerstört unsere Freude am Herrn, unsere Liebe, unseren Frieden zu Hause und im Herzen – einfach alles, was es zu zerstören gibt, denn der Anbieter ist ein Durcheinanderbringer.

Lasst uns daran denken, wenn der Versucher kommt. Sünde erscheint zunächst billig wie ein Schnäppchen, am Ende kommt sie uns aber TEUER! zu stehen.