„Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebräer 12,14 )

Donnerstag, 15. Mai 2025

Drei Gruppen von Schafen

Jeff Strite teilt die Schafe in 3 Gruppen ein:

Eine Gruppe möchte lieber vom Hirten unabhängig sein. Tragisch! Sie wollen ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten und entscheiden sich bewusst, sich von ihm abzuwenden. Ob sie jemals Schafe gewesen sind? Ob jemals ihre alte Natur verändert wurde in die Natur eines Schafes, das sich freut über einen guten Hirten? Diese unabhängigen „Schafe“ sind die Heiden und Atheisten der Gesellschaft. Sie wollen Jesu Stimme nicht (mehr) hören … sie wollen ihm nicht folgen. Folge ist natürlich, dass sie immer mehr in die Irre gehen, immer weiter in die Dunkelheit wandern und schließlich in der ewigen Finsternis enden.

Eine andere Gruppe Schafe entscheidet sich, dass sie den Hirten mag. Sie wollen mit ihm zusammen sein … aber nicht zu sehr und nicht zu oft. Sie sie wollen ihm nahe sein, aber nicht zu nahe. Sie wollen sich alle Optionen offenhalten, wollen ab und zu ihr eigenes Gras suchen. Sie wollen ein bisschen von diesem und ein bisschen von jenem knabbern …

Die letzte Gruppe sind die Schafe, die sich entschieden haben, auf den Hirten zu schauen und ihm zu folgen, wohin er auch führte. Das sind „Seine Schafe“, die dem „guten Hirten“ folgen, von denen Jesus sagt (Johannes 10:27): „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.

Drei Gruppen von Schafen. Wo finden wir uns wieder? Vermutlich würde die Welt anders aussehen, wenn alle, die den Hirten mögen, auch die Entscheidung treffen würden, Ihm von Herzen nachzufolgen. Über die zweite Gruppe schrieb George Orwell einmal: „Im Großen und Ganzen wollen die Menschen gut sein, aber nicht zu gut und nicht immer.“

Das ist das Problem mit der zweiten Gruppe von Schafen. Sie mögen Jesus nahe sein … aber nicht zu nahe und nicht immer. Weil sie aber nur diese „lose“ Verbindung zum Hirten haben, sind sie diejenigen, die sich am Ende verirren. Sie sind dem Hirten gerade nah genug, um sich sicher zu fühlen. Und gerade weit genug weg, um seine Stimme nicht zu hören. „Meine Schafe hören meine Stimme … und sie folgen mir“, sagt Jesus.

Und so verlieren sie sich in ihrer eigenen kleinen Welt, werden verletzt und treffen schlechte Entscheidungen. Und diese schlechten Entscheidungen verursachen ihnen Schmerz und Kummer.

Wie dankbar können wir unserem Guten Hirten sein, der Seinen verirrten Schafen nachgeht, denen, die zu Seiner Herde gehören. Er lässt die anderen allein, um das Verlorene zu suchen. Er sucht, ruft, lockt, bis dass es wieder in Seinen Armen ist.

Wo ordnest Du Dich ein? Lohnenswert und lebenswert ist nur die letztgenannte Gruppe: die Schafe, die die Nähe des Guten Hirten lieben, Seine Stimme kennen und hören und Seine Segnungen und Seinen Schutz erfahren.

Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wildnis und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? 5 Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden; 6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! 7 Ich sage euch, so wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße brauchen!

Mittwoch, 14. Mai 2025

Der Gute Hirte!

Gestern ging es um einen Metzger, und um den Kontrast zum Guten Hirten, Jesus. Heute soll uns Psalm 23 einige Antworten geben, warum Jesus unser „Guter Hirte“ ist.

 1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.

Nicht irgendjemand, sondern der Herr, Jahwe, der Bundesgott Israels ist der Gute Hirte! Er ist der, der IST, WAR und SEIN WIRD; der Unveränderliche, der ganz persönliche Gott. Andere brauchen ihre Götzen, ihre Bilder, ihre Horoskope. Viele benötigen Heilige, Medien oder Mittelsmänner. ... Wir haben unseren Gott, den Einen: Jesus, den Guten Hirten!

2 Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.

Das bedarf (eigentlich) keiner Erklärung! Jesus stillt den Hunger unserer Seelen. Er stillt unseren Durst nach Leben. Er schenkt unserem Herzen Ruhe; den Frieden, der nur beim Guten Hirten zu finden ist.

3 Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Nicht nur stillt Jesus, unser Guter Hirte, den Durst unserer Seelen. Er erquickt auch unsere Seelen, wenn sie der Erquickung bedürfen. Er stillt das Toben in unseren Seelen, gebietet dem Sturm und dem aufgewühlten Meer in uns – und sie müssen sich legen. Nicht, weil Er das tun müsste. Er handelt so als Guter Hirte um Seines Namens willen. Alle Welt soll sehen und erkennen, dass Er es gut mit einem jeden meint!

4 Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.

Unser Guter Hirte ist Jesus nicht nur auf den Sonnenseiten des Lebens. Den Trauernden schenkt Er Seinen Trost; den Sterbenden Seine Gegenwart, den Verängstigten Seine Kraft und lebendige Hoffnung. Stecken und Stab – alles, was ein Hirte braucht – ist fest in der fähigen Hand unseres Hirten!

5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.

Während den hirtenlosen Menschen – und denen unter Aufsicht eines Mietlings – im Angesicht von Feinden der Hunger vergeht, dürfen alle Schafe in der Herde des Guten Hirten sich auf eine stärkende Versorgung freuen. Die Feinde müssen innehalten, müssen zurückbleiben, wenn unser Hirte uns an Seinen Tisch ruft. Nein, es ist keine knappe Kriegsration. Es ist ein überfließend gedeckter Tisch.

6 Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.

Weil Jesus der Gute Hirte ist, schauen wir getrost auf Ihn und werden erfüllt mit Zuversicht. Wir müssen nicht zurückblicken, nicht auf Versagen, Verletzungen und Schmerzen. Wir schauen nach vorne, zum Guten Hirten, denn wir wissen, dass Er uns recht führt und auch das, was hinter uns liegt, mit Güte und Gnade erfüllt.

Unser Gute Hirte ist ein wahrhaft übernatürlicher Hirte, mit übernatürlich gutem Wesen, mit übernatürlichen Möglichkeiten und übernatürlichem Handeln.

Ich bin der gute Hirte; ich kenne meine Schafe und sie kennen mich.
(Jesus in Johannes 10:14)

Dienstag, 13. Mai 2025

Kein "Guter Hirte"!

In seinem Buch „They smell like sheep“ erzählt Dr. Lynn Anderson, wie er mit seiner Frau und einer Reisegruppe durch Israel reiste. Der Reiseleiter schilderte auf herzerwärmende Weise die Beziehung zwischen Hirten und Schafen in der Antike. Er erläuterte, wie der Hirte eine Beziehung zu seinen Schafen aufbaut – wie er sie füttert und liebevoll umsorgt. Er erklärte, dass der Hirte die Schafe nicht treibt, sondern führt, dass er nicht streng mit ihnen sein muss, weil sie seine Stimme hören und ihm folgen.

Dann erklärte er, wie auf einer früheren Tour diese Erklärung völlig nach hinten losging. Mitten in seiner Erzählung verlor er plötzlich die Aufmerksamkeit seines Publikums. Alle starrten aus dem Busfenster auf einen Mann, der eine Schafherde jagte. Er warf Steine, schlug mit Stöcken und hetzte den Schäferhund auf sie. Der Schaftreiber hatte die herrliche Erzählung des Reiseführers ruiniert. Der wiederum war so aufgeregt, dass er aus dem Bus sprang, auf das Feld rannte und den Mann anschrie: „Verstehen Sie, was Sie mir gerade angetan haben? Ich habe eine bewegende Erklärung über das sanfte Wesen der Schafhirten erzählt, und hier misshandeln Sie diese Schafe an, schikanieren sie und greifen sie an.“

Einen Moment lang starrte der Mann den Reiseleiter verwirrt an, dann dämmerte es ihm und er platzte heraus: „Mann, Sie verstehen mich völlig falsch. Ich bin kein Schafhirte. Ich bin ein Metzger.“

Dieser ahnungslose Kerl hatte dem Reiseführer und allen Touristen gerade ein perfektes Beispiel dafür geliefert, was ein „guter Hirte“ nicht ist.

Jesus lehrt in Johannes 10:12+13 – nicht über Metzger, aber über Tagelöhner, Mietlinge, Menschen, die den Hirten für einen Tag oder eine Weile ersetzen, ohne Beziehung zu den Schafen zu haben:

12 Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, 13 denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

Das Gegenteil davon illustriert Jesus im selben Abschnitt, wenn Er in Johannes 10:10+11 sagt:

10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. 11 Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

Zwei dominante Personen: Der Metzger und der Gute Hirte. Absolut passende Bilder für unser Leben. Ist es Satan, der uns herumjagt, in die falsche Richtung treibt, der es uns schlecht gehen lässt und dessen Endziel kein gutes mit uns ist? Ist es Satan, dem wir erlauben, uns vom Guten Hirten zu trennen, uns den Frieden zu rauben und uns ins Verderben zu treiben?

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Oder ist es Jesus, dessen Gegenwart uns erfreut, sättigt, beruhigt, beschenkt und erfüllt? Selbst, wenn wir auf unserem Weg verletzt wurden, uns verlaufen haben oder die Orientierung verloren haben – Er kennt das Verlangen unseres Herzens und geht uns nach, bis Er uns findet.

Lass Dich nicht vom Metzger jagen oder in Furcht versetzen! Such die Nähe des Guten Hirten, Jesus! Er ist in allem das Gegenteil des Metzgers. Bei Jesus wirst Du Ruhe finden!

Montag, 12. Mai 2025

Das Kamel und die Zecke

"Das Kamel trägt die Last, aber es ist die Zecke, die sich beschwert"

Warum dies wohl ein marokkanisches Sprichwort ist? Die Wahrheit in diesem Satz ist global und so alt wie die Menschheit. Ob es dabei um Politik, Geschäft, Familie oder Gemeinde geht - es passt einfach. Sogar auf unsere Beziehung zu Gott - leider. In 2 Mose 19:4 sagt Gott seinem Volk:

"Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht."

Die Befreiung aus Ägypten und Gottes Fürsorge war nicht Israels Tun - Gott hatte sie getragen. Getragen! GETRAGEN wurden sie! Und sie dankten es ihm mit ständigen Beschwerden. Eltern können dies vielleicht im Ansatz nachvollziehen. Wir TRAGEN manchmal unsere kleinen Kinder, selbst wenn wir müde sind. Und dennoch ernten wir Beschwerden: Lass mich runter! Wir tragen unsere Teenager (vielleicht finanziell) und dennoch kommen die Beschwerden: Mein Taschengeld reicht nicht. [Man verstehe diese Worte nicht so, dass ich unseren Nachwuchs als "Zecke" bezeichne. Dies ist lediglich als Illustration gedacht! :-) ] Und uns selbst geht es ja auch nicht anders. Wie oft regen wir uns auf über andere, die mit Verantwortung betraut sind, uns zu tragen. Nicht wir tragen die Last - wir werden getragen. Aber wir sind die, die sich beschweren. Und nicht selten beschweren wir uns über Nebensächlichkeiten, die der Aufregung nicht wert sind.

Israel beschwerte sich bei und über Mose, obwohl das Volk doch wunderbar von Gott getragen wurde. Und Gott nahm diese Beschwerde von Mose weg und legte sie sich persönlich auf.

Die Johannesjünger beschwerten sich bei ihrem Meister, dass mehr Menschen Jesus nachfolgten, als ihnen. War das ihre Verantwortung?

Der Pharisäer Simon beschwerte sich, dass Jesus sich von einer zweifelhaften Frau die Füße waschen ließ. War das sein, Simons Problem? Trug er die Trauerlast der Frau oder musste er für Jesus eine Erklärung abgeben?

Ein tolles kleines Buch mit dem Titel: "Don't sweat the small stuff" macht in vielen kurzen Kapiteln deutlich, wozu uns die Bibel immer wieder aufruft: Lass dich nicht von Nebensächlichkeiten aus der Balance bringen. Die Bibel drückt es u.a. in Philipper 2:10 so aus:

"Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel!"

Wie schaffen wir das? Vielleicht stellen wir uns einfach mal vor, dass wir lediglich eine kleine Zecke sind, schön im Warmen, immer an der Quelle und eigentlich mehr Grund haben, den zu loben, der uns trägt als uns zu beschweren über Dinge, die der Beschwerde nicht wert sind.

Sonntag, 11. Mai 2025

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss!

Kolosser 1:15+16 und Kolosser 2:9+10

Kolosser 1:15+16:
Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. 16 Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen;

Kolosser 2:9+10
Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; 10 und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.


Herzliche Einladung zum Gottesdienst:

 Anbetung - Gebet
Predigt  - Gemeinschaft
Gemeinsames Mittagessen

  Wir freuen uns auf dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen
Beginn: 10:30 Uhr

Sonntagszitat:

Alles, was wir mit Recht von Gott erwarten, erbitten dürfen,
ist in Jesus Christus zu finden.

(Dietrich Bonhoeffer)

Samstag, 10. Mai 2025

Die seltsamen Tage

Vor Jahren, während meiner aktiven Pastorenzeit, durchlebte ich einen seltsamen Tag. Es war mein „freier Tag“ oder ein „Pastorensonntag“, wie man so sagt, der aus verschiedenen Gründen seltsam war. Zunächst konnte ich einmal ausschlafen – und wachte prompt mit Kopfschmerzen auf. Als Nächstes stellte ich fest, dass ich noch müde war, obwohl ich ca. 3 Stunden länger geschlafen hatte als gewöhnlich. (Ich bin normalerweise Frühaufsteher.) An jenem Tag war die Bibellese nur schwer zu verstehen und warf mehr Fragen auf als sie beantwortete. Irgendwie wollte sich die Freude am Herrn gar nicht so recht einstellen.

Nun, dachte ich, das herrliche Wetter wird Dir sicher den Tag versüßen, und ich dankte dem Herrn, der seine Gnade über Gerechte und Ungerechte ausgießt, indem er die Sonne scheinen lässt über alle Menschen (Matthäus 5:45). Aber so richtig wollte die Freude trotzdem nicht durchbrechen.

Was macht man an solch seltsamen Tagen? Offensichtlich hat sie jeder, der Arbeiter im Betrieb, die Angestellte im Büro, die Mutter zu Hause – und offensichtlich sogar der Pastor (nicht nur an seinem freien Tag). Wie gehen wir in solche Tage hinein?

Eine Pauschalantwort gibt es nicht. „Hau-Ruck-Pauschal-Antworten“ sind immer mit Vorsicht zu genießen. Aber hier sind einige Erfahrungen, die ich an solchen Tagen gemacht - und die geholfen haben. Nicht immer alle gemeinsam als „geistliches Hilfsbombardement“ – aber mal dieses, mal jenes und mal eine Kombination mehrerer.

  • Manchmal hilft es, die Namen und Eigenschaften Jesu in Erinnerung zu rufen und mit Ihm darüber zu reden (Anbetung). Das belebt die Zellen in unserem Gehirn, die noch schlafen und denen momentan gar nicht bewusst war, welchen tollen Freund wir in Jesus haben! Nehemia 8:10 sagt immerhin:
„Die Freude AM HERRN ist eure Stärke!“
  • Immer wieder sollten wir im Gebet bewusst die geistliche Waffenrüstung anziehen (Epheser 6:11-18). Vielleicht besonders wertvoll an solchen Tagen ist der Helm des Heils, der gegeben ist, um Gedanken und Emotionen zu schützen und auf der Schild des Glaubens, der alle feurigen Pfeile des Teufels abfängt. Epheser 6:16+17a sagen uns:
„Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils…“
  • Manchmal hilft es, Gemeinschaft mit anderen zu suchen. Das lenkt ab von uns selbst und stärkt den Blick für andere! Philipper 2:3b+4 sagen uns:
„In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“
  • Und manchmal tut es auch einfach gut, einen Spaziergang zu machen, frische Luft zu tanken und sich an Gottes Natur zu erfreuen. Psalm 19:2 und 8:4+5 sagen:
„Der Himmel verkündet die Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?“

  • Schließlich gibt es die Tage, an denen sich der Nebel nicht so recht lichten mag. Dann bleibt uns, uns zu erinnern, dass auch an trüben Tagen der Herr genauso nahe ist, wie an Sonnentagen (oder noch näher?). Daran dürfen wir uns festhalten. Psalm 23:4 sagt:
„Auch wenn ich durch das dunkle Tal des Todes gehe, fürchte ich mich nicht, denn du bist an meiner Seite. Dein Stecken und Stab schützen und trösten mich."

Wenn wieder mal so ein seltsamer Tag zuschlägt, wende doch einfach mal den ein oder anderen Ratschlag an und „schlag zurück!“ Gott segne Dich!

Freitag, 9. Mai 2025

Kennst Du ...?

Ich bleibe in ihnen, und du bleibst in mir. Genauso sollen auch sie vollkommen eins sein. Dann wird die Welt erkennen, dass du mich gesandt hast und dass du meine Jünger liebst, wie du mich liebst. (Johannes 17:23)

Ich weiß nicht, wer die folgende, interessante Erfahrung über den Überraschungstest schrieb. Aber der Inhalt machte mich nachdenklich.

Im zweiten Monat meiner Krankenpflegeausbildung gab uns unser Lehrer einen Überraschungstest. Ich war eine gewissenhafte Schülerin und hatte die Fragen im Handumdrehen beantwortet, bis ich die letzte las:

„Wie heißt die Putzfrau in der Schule mit Vornamen?“

Das war bestimmt ein Scherz. Ich hatte die Putzfrau schon mehrmals gesehen. Sie war groß, dunkelhaarig und um die 50, aber woher sollte ich ihren Namen wissen? Ich gab meine Arbeit ab und ließ die letzte Frage unbeantwortet.

Bevor der Unterricht zu Ende war, fragte ein Schüler, ob die letzte Frage für unsere Testnote zählte. „Absolut“, sagte der Lehrer. „Im Laufe Ihrer Karriere werden Sie viele Menschen treffen. Alle sind wichtig. Sie verdienen Ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge, selbst wenn Sie nur lächeln und ‚Hallo‘ sagen.“

Diese Lektion habe ich nie vergessen. Ich erfuhr auch, dass die Putzfrau Dorothee hieß.

Ich habe eine gute Ausrede dafür, dass ich die Namen der Besucher unserer Gemeinde nicht kenne. Während meiner Pastorenzeit habe ich mich ordentlich angestrengt, alle Namen zu kennen. Wer sonntags regelmäßig kam, konnte erwarten, mit Namen begrüßt zu werden. Das ist heute anders. Oft bin ich sonntags unterwegs und komme nicht mehr mit dem Lernen der Namen von Besuchern nach. Wie gesagt: eine Ausrede. J

Dennoch macht mich das Schreiben der Schülerin nachdenklich. Kirche Jesu, Gemeinde Jesu – das bedeutet Familie (2 Korinther 6:18); es bedeutet ein zusammengefügter Tempel des Herrn (Epheser2:21), es bedeutet ein Leib, dessen Glieder miteinander verbunden sind und einander dienen (1 Korinther 12). Und ich frage mich: „Wie gut kenne ich eigentlich meine Brüder und Schwestern in Jesus, mit denen ich mich immer wieder treffe? Was weiß ich von ihrem Leben? Wie kann ich ihnen in ihren Nöten begegnen, mit ihnen lachen oder auch weinen?“ (Römer 12:15)

Viele Gottesdienste enden nach dem Schlusslied. Danach redet man vielleicht noch einen Satz oder zwei mit Freunden und geht anschließend nach Hause. Manche Gemeinden bieten unter der Woche Treffen an, an denen man teilnehmen kann. Aber meist sitzen wir zusammen mit denen, die wir bereits kennen. Das aber ist ein riesengroßes Hindernis für die Verbreitung des Evangeliums. Menschen kommen zu uns, um angesprochen zu werden, um Freunde zu finden und Gemeinschaft zu haben. Menschen kommen zu uns, um (von uns) über Jesus zu lernen. Kennst Du sie?

Andere mit hineinnehmen, auf jemanden zugehen, den wir noch nicht kennen, die Augen aufmachen für solche, die immer alleine stehen oder sitzen – und dann reagieren – das gefällt Jesus. So hat Er auch seine Jünger gesucht. Ja, Menschen sind zu Ihm gekommen, aber die Bibel zeigt auch viele Beispiele, in denen Er auf die Menschen zugegangen ist. Nicht umsonst heißt es in Markus 16:15 nicht: „Wartet bis jemand kommt und ihr angesprochen werdet.“ Nein! Jesus sagt: „Geht ihr hin zu ihnen und verkündigt das Evangelium!“

Gottes Wort macht uns allen Mut, Gemeinschaft miteinander zu pflegen, einander kennenzulernen, die Augen aufzumachen für die, die Sonntag für Sonntag isoliert scheinen, sie kennenzulernen, mit hineinzunehmen und ihnen zu zeigen (und zu sagen), dass sie willkommen sind.

Bist Du Sonntag (in Deiner Gemeinde) dabei?

Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens; sie lobten Gott und waren angesehen bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. (Apostelgeschichte 2:46+47)