„Ich habe wahrhaftig fröhliche Christen nur an drei Orten gefunden: In der Bibel, in der Untergrundkirche und im Gefängnis.“ (Richard Wurmbrand)

Dienstag, 20. Juni 2023

Ein besonderer Vers aus dem Buch Prediger


In diesem Buch läuft der jüdische König im Fach „Philosophie und Lebensweisheiten“ zu Höchstform auf. Ein Vers oder Abschnitt mit nachdenkenswerten Aussagen jagt den anderen.

Da sind Verse, die sich zum Spaßkiller eignen, wie Prediger 1:2 oder 9:5:

O Nichtigkeit der Nichtigkeiten!, spricht der Prediger. O Nichtigkeit der Nichtigkeiten! Alles ist nichtig!

Denn die Lebendigen wissen, dass sie sterben müssen; aber die Toten wissen gar nichts, und es wird ihnen auch keine Belohnung mehr zuteil; denn man denkt nicht mehr an sie.

… über Verse, die zum Nachdenken und Nachahmen anregen, wie Prediger 12:1 oder 7:8:

Und gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: »Sie gefallen mir nicht«;

Der Ausgang einer Sache ist besser als ihr Anfang; besser ein Langmütiger als ein Hochmütiger.

… aber auch ganz positiv klingende, ermutigende Aussagen wie Prediger 4:9+10 oder 7:12:

Es ist besser, dass man zu zweit ist als allein, denn die beiden haben einen guten Lohn für ihre Mühe. Denn wenn sie fallen, so hilft der eine dem anderen auf; wehe aber dem, der allein ist, wenn er fällt und kein Zweiter da ist, um ihn aufzurichten!

Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Mächtige, die in der Stadt sind.

Wieder fällt es schwer, den besonderen Vers unter vielen besonderen Versen zu isolieren. Heute solle es –rein subjektiv – Prediger 12:13 sein:

Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.

Das klingt schon nach was Besonderem: „Die Summe aller Lehre“! Hier wird also zusammengefasst, was Salomo mit seinen 222 Versen im Predigerbuch sagen will, praktisch: Die Essenz seines Redens. Und die ist:

Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.

Andere übersetzen: „denn das soll jeder Mensch tun“ oder: „denn das ist der ganze Mensch“.

Das Wichtigste für unser Leben (und Sterben) ist eine gesunde, biblische Gottesfurcht. Dabei steht ‚Gottesfurcht‘ weder für ‚Panik vor Gott‘ noch für ‚herzliche Gefühle der Freude über Gott‘. Gottesfurcht steht für ‚eine respektvolle Ehrfurcht vor Gott, die sie sich bewusst ist, dass Er die Regeln vorgibt und uns gemäß dieser Regeln in Gerechtigkeit begegnet – zur Freude oder zum Leid.‘

‚Das ist der ganze Mensch‘ – Erfüllung und Bestimmung in unserem Menschsein erfahren wir, wenn wir uns an Sein Wort halten und danach leben. Man kann es im Alltag beobachten: Wer ehrfurchtsvoll mit Jesus als seinem Retter und Freund lebt und bestrebt ist, in Seinen Fußstapfen zu gehen, führt ein ausgeglicheneres und zufriedeneres Leben als solche, die Gott links liegen lassen oder Ihm gar bewusst aus dem Weg gehen. Ein Leben in der Gottesfurcht ist kein problemfreies Leben, kein schmerzfreies Leben und auch kein Leben ohne Fragen. ABER: Es ist ein Leben mit Zuversicht! Zuversicht für die Zukunft bei Gott und Zuversicht im Alltag, in dem Jesus keins Seiner Kinder je alleine lässt. Die Summe aller Lehre lautet:

 „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.“

Montag, 19. Juni 2023

Heute KEIN Männerabend @ CCFG!

Der CCFG Männerabend macht Sommerpause! 😕
Nächstes Treffen: 17.7.23 😊

Trunksucht und unaufrichtiges Gebet

Vor Jahren haben wir mittwochs in unserer Bibelstunde jeden Mittwoch ein Buch des Alten Testaments überblickmäßig durchgenommen. Darunter war der Prophet Joel. Bei den kleineren Propheten nehme ich mir Zeit, das ganze Buch vorher im Zusammenhang durchzulesen und einen Kommentar über das Buch zu lesen. Der Bibellehrer Warren B. Wiersbe hat eine ausgezeichnete Kommentarreihe verfasst, in der er jedes Buch des Alten Testaments beschreibt und in Kürze erklärt.

Beim Lesen seines Kommentars fiel mir gleich zu Beginn ein Satz ins Auge, in dem er die Sünden nennt, die der Prophet Joel dem Volk Israel vorwerfen muss. Wohl alle der alttestamentlichen Propheten riefen ihre Zuhörer zur Umkehr auf und prangerten die Sünden der Völker an, zu denen sie gesandt waren. Fast immer waren Götzendienst, Unmoral und geistliche Armut dabei. Anders bei Joel. Wiersbe schreibt:

Außer dem Hinweis auf die Unaufrichtigkeit einiger Beter ist Trunksucht die einzige Sünde, die Joel in seinem Buch konkret benennt.“ Dies war jedoch eine ernste Sünde, die von den Propheten oft kritisiert wurde.  

Trunksucht und unaufrichtiges Gebet als die beiden Sünden; wichtig genug, namentlich erwähnt zu werden. Das hat mich nun doch überrascht. Und dann auch wiederum nicht.

Überrascht hat es mich, weil man denken könnte: Es gibt doch Schlimmeres. Solange der Trinker niemandem schadet (außer vielleicht sich selbst) – solange er nicht randaliert – solange er sich nicht regelmäßig betrinkt – solange er nicht Frau und Kinder schlägt und das Auto zu Hause lässt - was soll’s. Betrunken war doch jeder schon mal und manche sind’s regelmäßig. Trunksucht gehört doch sicher nicht zu den wirklich schlimmen Sünden.  DOCH! So schlimm, dass Gott sie im ganzen Buch Joel als eine von zwei Sünden nennt, die das Gericht über Gottes Volk bringen. Wenn man sich anschaut, was Trunksucht in unserer Welt anrichtet, kann man es verstehen. Wenn man sich anschaut, was Trunksucht im Leben von Christen anrichtet, auch. Was Trunksucht angeht, muss nicht Gott Seine Beurteilung an die unsere anpassen, sondern wir unsere Beurteilung an Seine.

Die andere Sünde ist unaufrichtiges Gebet. Joel schreibt in 2:12+13a:

„Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir
von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!
Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider“

Scheinbar hatte das Volk noch nicht ganz mit dem Beten aufgehört. Aber sie beteten, ohne umzukehren. Sie liefen also in die falsche Richtung und erledigten nebenbei ihre „Gebete“. Ihre Gebete waren halbherzig, ohne Inbrunst, ohne Empfindung, ohne Gefühl. Ihre Herzen waren nicht gebrochen, nicht zerrissen. Um das vorzutäuschen, zerrissen sie ihre Kleider.

Abwesendes oder halbherziges Gebet ist die zweite Sünde, die Joel als Grund des Gerichts über Gottes Volk erwähnt. Sicher hätten viele oder alle der anderen Sünden, die die Propheten erwähnen – Götzendienst, Unmoral, soziale Ungerechtigkeit etc. … gar nicht erst Wurzeln gefasst, wäre Gottes Volk ein betendes Volk gewesen. Hätten sie ihre Herzen „zerrissen“ über die Sünde, hätten sie ihre Gebete nicht als Pflicht und im Vorübergehen vor ihren Gott gebracht, und hätten sie ihren Dank und ihre Anliegen mit Inbrunst vor dem Thron des Allmächtigen ausgeschüttet, dann hätten Er erhört und sich ihnen in Gnade zugewandt,

„…denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig 
und von großer Gnade!“(Joel 4:13b)

Sonntag, 18. Juni 2023

Herzliche Einladung zum Gottesdienst!

Heute wieder mit Sonntagszitat am Schluss

Predigttext:
Daniel 12:1-4

1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.
2 Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.
3 Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.
4 Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.

Anbetung - Predigt 
 Gebet - Abendmahl 
Gemeinschaft
Einladung zum Mittagessen
Beginn: 10:30 Uhr
 
Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Dich!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

"In der Sonne können wir alle leuchten, 
aber Jesus will, 
dass wir da leuchten, wo alles dunkel ist."
(Oswald Chambers)
 
"Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, 
wenn sie aufgeht in ihrer Macht!"
(aus Richter 5:31)
 

Samstag, 17. Juni 2023

Gott war nicht zu erkennen

Ein herrlicher Vers, den wir immer zu schätzen wissen, wenn’s uns gut geht und den wir immer noch zu Herzen nehmen, wenn’s uns nicht ganz so schlecht geht, steht in Römer 8:28:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Wenn’s uns aber richtig dreckig geht, dann ist dieser Vers nicht immer eine großer Trost. Theoretisch zwar schon, praktisch … nicht immer.

In solchen Zeiten hilft uns vielleicht mehr der Vers aus Hiob 35:14, der an dieser Stelle auch schon mehrmals zitiert wurde:

Auch wenn du sagst, du könntest ihn nicht sehen, so liegt die Rechtssache doch vor ihm; warte du nur auf ihn!

Das trifft den Nagel in Krisenzeiten schon eher auf den Kopf und vermag uns Ruhe zu geben.

Vor wenigen Tagen wurde mir in meiner Stillen Zeit ein anderer Vers wichtig, der in die gleiche Kerbe schlägt. In Psalm 77:20+21a lesen wir:

Dein Weg führte durch das Meer und dein Pfad durch gewaltige Fluten, und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen. Du führtest dein Volk wie eine Herde

Kommt Dir Dein Weg auch manchmal so vor? Vielleicht sogar momentan? Wie ein Weg durchs Labyrinth? Wie ein Weg durchs Meer, oder sogar durchs wilde Meer? Wie ein schmaler Pfad durch gewaltige Fluten? So gewaltig, dass Du immer wieder die Gischt ins Gesicht kriegst, vielleicht manchmal zu ersticken drohst? Wo ist Er dann, unser Herr? Was soll uns darin zum Besten dienen?

Gottes Wort sagt, dass auch der Weg durchs Meer und der Pfad durch gewaltige Fluten Wege sind, die Er uns führt. Richtig! Gott wählt Wege für uns, die wir nicht verstehen, die wir nicht mögen, die uns Angst machen, die uns die Luft zum Atmen nehmen, die uns einsam und verlassen fühlen lassen; sogar Gott-verlassen!

Sowohl im Buch Hiob, wie auch in Psalm 77:20+21 wird uns versichert, dass unsere Gefühle uns trügen. Er hat Dich nicht verworfen, Er hat Dich nicht vergessen und Er hat Dein Anliegen auch nicht abgeheftet und archiviert. Er hat Dich nicht verlassen, auch, wenn Du Seine Fußspuren nicht erkennen kannst. Er führt Dich wie ein Hirte Seine Schafen führt. Und wenn sie ausbrechen wollen, weiß Er genau, wo sie sich befinden, geht ihnen nach und bringt sie zurück!

Wenn Du durch eine Zeit gehst, in der Du Gott nicht (mehr) erkennen kannst, dann lass Dir Durch Gottes Wort versichern: Er ist da, auch wenn Du Ihn weder siehst, noch hörst noch spürst. Er hält, was Er verspricht (Josua 1:5 und Hebräer 13:5):

»Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen!«

Gottes Wege für uns sind nicht immer einfach, aber sie sind immer gut, immer richtig und haben immer ein gutes Ende! Warte Du nur auf Ihn! 

Warten in Gemeinschaft ist manchmal eine HIlfe. Wir laden ein zu unserem Gottesdienst, morgen früh um 10:30 Uhr!

Calvary Chapel Freier Grund
Bitzegarten 5
57290 Neunkirchen

Freitag, 16. Juni 2023

Luther, wach auf!

Ich bin mir sicher, er würde es genauso wieder machen. Als Martin Luther sah, was die Leitung seiner Kirche lehrte, vertrat und duldete, legte er den Maßstab des Wortes Gottes an. Was immer dem göttlichen Maßstab nicht entsprach, hatte kein Recht, im Namen Gottes verkündigt oder praktiziert zu werden.

Es war nicht nur der Ablasshandel und nicht nur die Lehre der päpstlichen Unfehlbarkeit, die Luther zum Reformator machte. Es war ein Samusorium an Irrlehren, die Luther zunächst versuchen ließen, die irregeleiteten Aspekte der katholischen Doktrin zu reformieren. Wie jedermann weiß, wurde mehr als eine Reformation daraus. Es entstand eine neue Kirche, gegründet auf den Prinzipien: „Allein durch den Glauben – Allein durch die Gnade – Allein durch die Schrift“ Entsprechend ist auch dem Reformator, Martin Luther, die Übersetzung der gängigsten deutschen Bibel in die Sprache des Volkes zu verdanken. Als Luther starb, galt die Bibel für „seine“ Kirche als das verbindliche Wort Gottes.

500 Jahre später braucht Luthers Kirche einen neuen Luther. Wieder schockierend, in welche Richtung die EKD sich bewegt und es auf dem Kirchentag erneut zur Schau stellte: Klimapolitik, Letzte Generation, Künstliche Intelligenz, Friedensethik, Waffenlieferungen, Transsexualität und einen Abschlussgottesdienst, in dem der Pfarrer behaupten durfte: "Gott ist queer". Liberale (Ex)Kirchenprominenz wie Margot Käßmann und alle mögliche Politprominenz - vom Bundespräsidenten und Kanzler bis hin zu den Ministern und Ministerinnen der Regierung - alle durften mal was sagen.

Überpolitisierung und eine Moral, die den Aussagen der Bibel diametral entgegensteht. Nicht mehr sola scriptura: allein durch die Schrift. Nein, man hat die Heilige Schrift der Entwicklung der Moral angepasst und lässt die Mehrheitsmeinung bestimmen, was geht und was nicht. Zumindest soviel Mut sollte man haben, dass man Luther und seine Kirche Luther und seine Kirche sein lässt, und außerhalb der von Luther gesetzten Grenzen etwas Neues beginnt. Stattdessen zerstört man das, was Luther lieb und wert war bis zur Unkenntlichkeit.

Möge Gott einen neuen ‚Martin Luther’ erwecken, der innerhalb seiner Kirche aufsteht und aufruft, zurück zu kehren – zurück zu Christus allein - Gnade allein – Glauben allein und zur Schrift allein – und das alles allein um der Ehre Gottes willen. Das wird kein Spatziergang. Das wird eher ein Spießrutenlauf. Es kann darin enden, dass Bibelkritik, Unmoral und Politik bleiben dürfen, der neue ‚Luther’ aber gehen muss. Dennoch wäre es jeder christlichen Kirche und Gemeinde, die sich mit dem Namen Christi schmückt, sich aber immer weiter von Seinem Wort entfernt, zu wünschen, dass der Herr einen Luther in ihrer Mitte erweckt. Luther, wach auf!

Gleichzeitig kann es nicht Ziel und Zweck unseres Lebens sein, Kirchen, Gemeinden oder Organisationen zu kritisieren, ohne uns selbst unter die Lupe zu nehmen. Was wir von allen erwarten, die den Namen Christi tragen, müssen wir zunächst bei uns selbst festmachen: bedingungslose Nachfolge. „Die Schrift allein“ – muss auch über unserem Leben stehen. „Gnade allein“ muss auch unser Leben prägen. „Glaube allein“ muss auch unser felsenfestes Fundament sein. „Jesus allein“ muss auch unser Lebensmotto sein. „Zur Ehre Gottes allein“ muss auch unser Endziel sein. Daran möchte ich in meinem Leben arbeiten und (durch Jesus) arbeiten lassen. Kritik auf der Grundlage von Gottes Wort ist angebracht (siehe Martin Luther). Bevor wir uns aber in Kritiken verlieren, lasst uns nicht vernachlässigen, die Nachfolge in allen Bereichten unseres eigenen Lebens zu fördern.